muß sich in das Register des Bezirkes eintragen lassen, in dem er zugelassen werden will. Wird er gleichzeitig in mehreren, nicht benachbarten Bezirken eingetragen, so gilt keine der Eintragungen. Gestrichen wird ein Arzt, wenn er verzieht, die Streichung beantragt, stirbt, die Voraussetzungen nicht mehr gegeben sind, er dreimal ohne wichtigen Grund eme angebotene Arztstelle ablehnt oder die kassenärztliche Praxis niederlegt. Die Zulassung zur Praxis geschieht stets und ausschließlich i durch den Zulassungsausschutz. Er besteht aus minöe- / stens je drei Vertretern der Kassen und Aerzte. Auf ie 1350 Versicherte, bei Familienbehandlung auf je 1000 Versicherte, soll ein Arzt entfallen.
— Blutlansplage. Einer der gefährlichsten Schädlinge rm Obstbau ist zweifellos die Blutlaus. Ihr Verbreitungsbezirk nimmt von Jahr zu Jahr zu. Nicht nur die direkten Folgen ihres Saugens an der Rinde der Obstbäume, sondern auch ihr indirekter Schaden ist ein ganz enormer. Der indirekte Schaden besteht darrn. daß an den Saugstellen der Blutlauskolonien in die Baumrinde der Nectrtavilz, der Erreger des gefährlichen Baum- krebses, eindringt. Es gibt allerdings Apfelsorten, die von der Blutlaus nicht oder nur schwach befallen werden, (z. B. Gravensteiner, Großer Rheinischer -Bohn- apfel. Roter Etserapfel, Weißer Wintertaffetapfel, Win- terrambour u. a., Das zu wissen ist für die Verhütung des Befalles wichtig. Ist die Blutlaus aber einmal aufgetreten, so gilt es den Kampf dagegen mit größter Ener- gre aufzunehmen. Im Sommer werden die Bäume mit emem Körpergift bespritzt, im Winter mit höherer Konzentration, besonders am Wurzelhals, wo die Ueber- winterungsstätten der Tiere sind, gepinselt. Die zu verwendenden Mittel müssen in erster Linie gut wachslösend fern, damit die Wachswollschicht durchdrungen wird. Weiterhin muß das Mittel körperzersetzend wirken. Die Biologische Reichsanstalt empfiehlt neben den umständlich herzustellenden Hausmitteln sPetroleumsetfenemulsionen usw.) an erster Stelle das im Handel erhältliche Avhtdon. Es ist dringend notwendig, daß schon ietzt die Winter- behandlung unter Zuhilfenahme dieses Mittels einsetzt.
# Wegweiser „Zum Bahnhof" mit Zeitangabe. In manchen Orten, besonders in solchen mit regem Fremdenverkehr, fehlt es an der genügenden Zahl von Hinweisen, die dem Fremden den nächsten Weg zum Bahnhof zeigen. Es werden daher von den Eisenbahndirektionen Maßnahmen getroffen, um überall in den Ortschaften, wo ein Bedürfnis vorhanden ist, Wegweiser zum Bahnhof in größerem Umfang auf- zustellen. Dabei soll auch, wenn ratsam, die Zeitangabe in Minuten auf den Wegweisern angebracht werden. Wo Bahnhöfe von Kleinbahnen vorhanden sind, wird die Aufschrift „Bahnhof der Reichsbahn" den Weg zu diesem anzeigen.
4 t Reisen ins besetzte Gebiet. Zur Einreise ist unter allen Umständen entweder ein deutscher Reisepaß oder der zur Einreise in das besetzte Gebiet besonders bestimmte Personen- ausweis erforderlich. Andere Ausweispapiere wie Autopapnre, Führerschein u. bergt genügen allein nicht und bringen die Gefahr, verhaftet zu werden oder eine Kaution in beträchtlicher Höhe stellen zu müssen.
# Neue Briefmarken im Sommer. Neue Postwertzeichen werden im Sommer ausgegeben, nachdem die alten Bestände ausgebraucht sind. Es wird dann auch Marken zu 15 und 25 Pfennig geben, die für Postkarten und einfache Briefe nach dem Auslande gebraucht werden.. Die Post hat sie nicht herstellen lassen, weil bei der Einführung dieser Gebührensätze Anfang 1925 es sich^noch nichtmberjehen ließ, ob sie Veibehalten Werden können.
* Die Wetterlage im Gebirge noch immer ungünstig. Die in mäßigen Grenzen gebliebenen Neuschneefälle, die der Wochenbeginn dem Schwarzwald brächte, sind auf die höchsten Lagen beschränkt geblieben. Frost war nur etwa über tausend Meter anzutreffM. Der in tieferen Lagen eingetretene Schnee war, soweit er Bestand hatte, naß und schwer und auch für den rechten Winrersport nicht genügend. Vielfach ist der Neuschnee auch wieder ein Opfer der nassen Wiesen und des erwärmten Bodens' geworden. Mehrfach kam es zu Nieder- schlägen, die aber keine starken Formen annahmen und als Regen fielen.
Hersfeld. (Einführungsvortrag zu Wagners „Fliegendem Holländer.") Um den vielen Theaterbesuchern einen vollen Genuß der Vorstellung zu gewährleisten, hat sich Herr Studienassessor Schulze bereit gefunden, in einem morgen abend in der Aula des Gymnasiums stattfindenden Vortrag in den Geist und das Werk von Richard Wagners „Fliegenden Holländer" einzuführen. Auch werden Erläuterungen am Flügel mit eingeflochten. Erst so vorbereitet sind die Theaterbesucher in der Lage, die Schönheiten des Werkes völlig auszu- schöpfen und einen bleibenden Gewinn mit nach Hause zu bringen. Der Eintrittspreis von 30 Pfg. soll nur die Unkosten decken. Näheres siehe die heutige Anzeige.
Casfel. Anstelle des Ministers a. D. v. Trott zu Solz wurde Oberbürgermeister Dr. Antoni in Fulda als Vertreter der Provinz Hessen-Nassau im Reichsrat vorgeschlagen.
— Eine Lauthöranlage für Schwerhörige mit fünfzehn Hörstellen ist in der Christuskirche in Wilhelmshöhe eingerichtet worden. Die Anlage hat sich gut bewährt.
Homberg. Die 4Mi-Jahrfeier der von dem Landgrafen Philipp dem Großmütigen einberufenen sogenannten Homberger Synode, auf der die Entscheidung Wer den Anschluß Althessens an das Werk Martin Luthers gefallen ist, soll im Oktober d. Is. festlich begangen werden.
Marburg. Die verstorbene Königin-Mutter Marghe- rita von Italien stand auch früher in engen Beziehungen zu Marburg und seiner ehemaligen Jägergarmson. Bei dem großen Kaisermanöver bei Bad Homburg v. d. Höhe im Jahre 1897 wurde sie zum Chef der Märbur- ger Jäger ernannt, die dann auch bis zum Eintritt Italiens in den Krieg ihren Namenszug trugen. Im Jahre 1903 weilte sie in Marburg bei dem Bataillon und bei der Hundertjahrfeier der Jäger in 1913 ließ sie sich durch einen italienischen Obersten vertreten, der eine Anzahl italienischer Ordenszeichnungen verteilte.
Hauau. Der Bankier Rosenzweig, der während der Inflationszeit mit einem anderen Bankier in Hanau das Bankgeschäft Rosenzweig m Co. gründete, dem er zuletzt allein vors and. Hat nach polizeilichen Feststellungen Depotunterschlagunge« verübt, die in der Haupt- sache kleinere Geschäftsleute treffen. Rosenzweig ist feil einigen Tagen abwesend. Das Bankgeschäft wurde po- lizeilich^geschlossen und versiegelt.
Herbstein. Die kürzlichen heftigen Stürme haben in den Vogelsbergwaldungen großen Schaden angerichtet. Man kann mit etwa 1000 Festmeter Windfall rechnen. Fn den Malöunaen von Herbstein. Nüsberts. Gunzengn
und Almenröd sind in einer Stürmnächt allein etwa 40C Festmeter Windfall zu verzeichnen gewesen.
Wiesbaden. Aus der jüngsten Geschichte des hessischen Fürstenhauses ist der Freiherr von Bincke bekannt. Wie die Frankfurter Zeitung meldet, ist er Silvester im Alter von 58 Jahren gestorben. Herr von Vmcke stand zu Anfang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts als Leutnant bei den Bockenheimer Husaren und lernte hier bei einer Gesellschaft die Tochter Srbylle des Landgrafen Friedrich von Hessen und dessen Gemahlin Anna geb. Prinzessin von Preußen kennen. Allen Widerständen zum Trotz, besonders von der Seite des früheren Kaisers vermählte er sich mit der Prinzessin am 3. September 1898. Nur an der Mutter, der Prinzessin Anna, fand das Paar eine Stütze. Freiherr von Vincke zog mit seiner jungen Gattin nach dem Hof Retters bei Königstein t T. und lebte hier in stiller Zurückgezogenheit. Das Paar pflog mit der alten Landgräfin engsten Verkehr, auch mit dem Schwager, dem Prinzen Friedrich Karl von Hessen auf Schloß Fried- richshof bei Cronberg. Vor mehreren Jahren trat indessen zwischen dem freiherrlichen Paar eine tiefgehende Entfremdung ein, die damit endete, daß der »ymDen den Hof Retters verließ und zu seiner Mutter nach Wiesbaden zog, wo er jetzt einsam verstorben ist.
Hof. Der Uhrengrotzhändler Fritz Stumpf befand sich auf der Rückreise von Sachsen. Aus bisher unbekannter Ursache überschlug sich bei Schilheise sein Auto. Stumpf war sofort tot, sein Begleiter erlitt nur leichtere Verletzungen. Der Verunglückte stand im 29. Lebensjahre.
Leinefelde. Zwei jugendliche Bahndiebe, die in einem Personenwagen eine Frau bestohlen hatten, konnten ermittelt und festgenommen werden. Die Diebe wurden dem Gerichtsgefängnis tn Worbis zugeführt.
Der AevisionsprszeK gegen Grans.
8 Beginn am 12. Januar in Hannover.
Vor dem Schwurgericht in Hannover beginnt am 12. 1. das Wiederaufnahmeverfahren gegen den jungen Hans Grans, der mit dem Massenmörder Haarmann eng befreundet war und im Haarmann-Prozeß s. Zt. eine große Rolle spielte. Grans wurden außer Diebstahl, Hehlerei und andere Vergehen zur Last gelegt, von den Untaten Haarmanns gewußt und Haarmann sogar junge Leute zum Zwecke der Ermordung zugeführt zu haben, um dann nach ihrem Verschwinden die Kleidungsstücke zu Selb zu machen. Haarmann, der in der Verhandlung scheinbar den jungen Grans schonen wollte, brächte schließlich immer mehr belastendes Material gegen ihn vor und bezeichnete ihn schließlich sogar als Mörder eines jungen Menschen, an dessen Verschwinden Haarmann angeblich nicht beteiligt gewesen sein wollte.
Da das Gericht im wesentlichen auf die Aussagen Haarmanns angewiesen war und Grans jede Mittäterschaft und Mitwisserschaft entschieden leugnete, war eine Ueberführung des Grans in den meisten Fällen nicht möglich. Nur in einem Falle, dem des 18jährigen Arbeiters Fritz Willig aus Kassel, hielt das Gericht Grans der Anstiftung zum Morde für schuldig. In einem anderen Falle, dem des 17jährigen Zimmermanns Adolf Hannappel aus Düsseldorf, hielt es Beihilfe zum Morde für erwiesen. Haarmann wurde dann wegen Mordes in 24 Fällen 24 null zum Tode, Grans rvegen Anstiftung zum Morde in einem Falle und wegen Beihilfe zum Morde in einem Falle zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt. Grans beteuert nach wie vor sein« Unschuld, lehnte jedes Gnadengesuch ab und ließ durch seinen Verteidiger Revision einlegen. Die Revision wurde aber vom Reichsgericht verworfen.
So wäre auch das Urteil gegen Grans rechtskräftig geworden, wenn nicht im letzten Augenblick noch eine Wendung eingetreten wäre. Haarmann gelang es nämlich, kurz vor seiner Hinrichtung bei einer Ausfahrt im Gefängniswagen einen Brief auf die Straße' zu werfen, der an den Mter des Grans gerichtet war. In diesem Briefe widerrief Haarmann alle im Lauft der Gerichtsverhandlung gegen Grans erhobenen Beschuldigungen und erklärte Grans für völlig unschuldig. Haarmann ist inzwischen hingerichtet worden; gegen Grans ist auf Grund dieses Briefts ein Wiederaufnahmeverfahren verfügt worden, das nun mehr als ein Jahr nach dem Haarmann- Prozeß in Hannover stattfinden wird.
Der damalige Verteidiger des Grans, Rechtsanwalt Lotze- Hannover, hat vor längerer Zeit die Verteidigung niedergelegt. An seine Stelle ist Rechtsanwalt Teich als Offizialverteidiger getreten. Den Vorsitz der Verhandlungen führt Landgerichtsdirektor Dr. Böckelmann, der auch die Verhandlungen im Haarmann-Prozeß geleitet hat. Die Anklage wird wieder von dem gleichfalls schon aus dem Haarmann-Prozeß bekannten Staatsanwaltschastsrat Dr. Wagenschieffer vertreten.
KandMeil.
Berlin, 9. Januar.
— Devisenmarkt. Am internationalen Markt war eine starke Abschwüchung des französischen Frankenkurses, der jetzt einige Tage besser lag und bei Beginn der Börse auf etwa 127% gegen London nachgab, zu beobachten.
— Effektenmarkt. An der heutigen Börse setzte sich die Auf- Wärtsbewegung der letzten Tage zunächst nicht fort. Bei Beginn des Geschäftes nahm die Börsenspekulation vielmehr Gewinn- realisationen vor, die eine leichte Abschwächung zur Folge hatte. Allerdings blieben die Rückgänge in sehr engen Grenzen. An sich blieb der Markt trotz der Realisationen durchaus freundlich ge- ftimmt. Bon heimischen Renten eröffneten die Kriegsanleihe mit 0,207%.
— Produktenmarkt. Es wurden gezahlt für 100 Kg.: Weizen (märk.) 24,9—25,5, Roggen (märk.) 14,8—15,5, Sommergerste 18,5—21,2, Winter- und Futtergerste 15,4—16,8, Hafer (märk.) 16,2—17,3, Weizenmehl 33,25—36,75, Roggenmehl 23,00—24,75, Weizenkleie 1.1,25—11,50, Roggenkleie 9,75—10,25.
Frankfurt a. M., 9. Januar.
— Devisenmarkt. Die Lage im internationalen Devisenverkehr ist unverändert.
WirlschaMche WscheMschM.
Die Hoffnung auf eine Besserung der Wirtschaftslage, auf eine Milderung der Deflationskrisis, die sich am Jahresbeginn, der ja immer zu neuen Hoffnungen anregt, hervorgewagt hatte, hat durch den Verlauf der Inventurausverkäufe in allen Teilen Deutschlands eine aewine Vertiefung erfahren. Diese Ausverkäufe bewiese«, daß die Kauskraft der Massen noch immer recht be- öÄÄi iö. daß die Käufer nur auf eine BsrUlligung
der greife warten, um den so lange zurückgehaltenen Bedarf einzudecken. Freilich kann die notwendige Preissenkungsaktion nicht beim Detailhandel einsetzen, sonst würden diese Geschäftszweige, in denen schon jetzt die Zahl der Konkurse und der Zahlungsstockungen auffallend groß ist, die Hauptlast des Opfers zu tragen haben, mit denen nun einmal eine Preissenkungsaktion verbunden ist. Bei der Produktion ist aber die Neigung zum Preisabbau noch immer überaus gering. Die Industrie verlangt mit Recht, daß der Staat dem Preis- ■ ab bau die Wege durch einen Steuer- und Tarifabbau ebnet. Wenn in der Zeit des Neuaufbaues der Währung vor allem an den Ausgleich des Budgets gedacht werden mußte, so muß jetzt die Zurückführung der Staats- und Gemeinde-Ausgaben im Interesse der Wirtschaft auf das unbedingt notwendige Maß erstrebt werden. Der Etat für 1925/26 für das Reich, die Länder und Kommunen balanziert mit 11,7 Milliarden, während vor dem Kriege der Steuerbedarf 4,9 Milliarden erreichte. Die sozialen Aufwendungen sind von 1,2 auf 2,2 Milliarden gestiegen. Mit der direkten Belastung der Wirtschaft aus dem Dawesabkommen im Betrage von 720 Millionen erreicht die Gefaurtbelastung für das Jahr 1925/26 über 13 Milliarden. Bor dem Kriege beanspruchten die Steuern und sozialen Aufwendungen 14,2 Proz. des damaligen Volkseinkommens von rund 42 Milliarden, Heute dagegen 25 Proz., wenn man das Volkseinkommen auf etwa 45 Milliarden nach der Denkschrift des Reichsverbandes der deutschen Industrie schätzt. Ein Steuerabbau ist um so notwendiger, als in diesem Jahre an Reparationslasten von der deutschen Wirtschaft 1220 Millionen Mark aufzubringen sind, während die Reparationszahlungen des Jahres 1925 im wesentlichen aus dem Erlös der Revarations- anleihe besiritten wurden. . .
Aber auch die Industrie muß das Stel einer Ver- billtgunq der Preise zur Hebung des Exportes und zur Belebung der inneren Kaufkraft beständrg rm Auge be- halten. Es ist bemerkenswert, daß trotz der gewaltigen Hochkonjunktur in Amerika und des ungewöhnlich starken amerikanischen Bedarfes die Rohstoffpreise auf dem Weltmärkte stabil geblieben sind. Freilich nicht ohne Ausnahmen, denn das Jahresende brächte neue Getreidepreissteigerungen und festere Baumwollmärkte. Wenn aber einzelne industrielle Verbände unter Hrn- weis auf die Preisbewegung der Rohstoffe immer wieder mit plötzlichen Preiserhöhungen vorgehen (ein krasses Beispiel hierfür ist die neue Preiserhöhung in der Baumwollveredelung um 10—20 Proz.), so werden ue allmählich den Ast absägen, auf dem sie sitzen, Oone eine Preissenkung kann die Absatzstockung nicht behobelt werden. Freilich müssen auch die Abwehrmatznahmen des Auslandes, das von uns die gewaltigen Zahlen der Reparatwnslasten fordert, aufhören. Geschieht dies nicht- so wird auch nach Durchführung der Umstellung unserer Produktion auf eine bescheidenere, aber rationelle,Basis die deutsche. Wirtschaft, versacken.
Turnen, Sport u. Spiel.
StädteweLLkampf im Geräteturnen
Tv. Hersfeld Sieger mit 8 Punkten Vorsprung.
In der Turnhalle des Turnvereins Hersfeld fand gestern nachmittag der 2. Städtewettkampf zwischen den Turnvereinen Guxhagen, Vollmarshausen, Wabern und Hersfeld statt. Trotz des schönen Wetters hatten sich eine große Anzahl von Freunden des Turnsports eingefunden, die mit Interesse und Spannun-r den Kampf verfolgten. Von jedem Verein turnten 6 Mann und 1 Ersatzmann. Vom Tv. Hersfeld nahmen folgende Turner teil: Chr. Manns, P. Helwig, Theo Schulz, Fr. Vollmer, H. Döhne, Gg. Lepper, Fr. Huth. Herr Anöree beg-rüßte in seiner Ansprache die Er. schienenen und freute sich über das große Interesse, das dieser Veranstaltung entgegengebracht wurde, auch fand er wärmere Worte für die teilnehmenden Turner und die Kampfrichter, die aus Eisenach herbeigeeilt waren, um sich in den Dienst der guten Sache zu stellen. Er betonte, daß das deutsche Turnen dazu da sei, jeden Mann gleichmäßig körperlich aus- zubilden und nicht bestrebt sei, einzelne Sportgrößen heranzuziehen. In diesem Sinne sei der Wettkampf heute anzusehen. Lebhafter Beifall folgte seinen Ausfuhr,ungen. Nun begann das Turnen mit dem Pferd, dem schwierigsten und zugleich auch undankbarsten Gerät. Die hiesigen Turner müssen diesem Gerät vielmehr Wert beilegen, um einigermaßen mit kon- kurieren zu können. Kein Wunder, daß Tv. Hersfeld nach Schluß des Pferöturnens mit 102 P. als letzter lag gegen Vollmarshausen 133 P., Guxhagen 121 P., und Wabern 111 P. Bei den Freiübungen, wo Fr. Huth (Tv. Hersfeld) die beste mit 27 P. von 30 erreichbaren P. machte, holte Tv. Hersfeld mächtig auf, und lag zum Schluß mit 263 P. mit Guxhagen an 2. Stelle gegen Vollmarshausen mit 264 P., und Wabern mit 254 P.
Es folgte das Barren-Turnen, wo schöne Leistungen gezeigt wurden. Hier fielen Wabern und Vollmarshausen etwas ab. Am Schlüsse des Barrenturnens war die Punktzahl für die Vereine folgende: Guxhagen 420, Hersfeld 420, Vollmarshausen 409, und Wabern 387 Punkte. Die Spannung war nun aufs höchste gestiegen und als das Reckturnen begann, wurde fieberhaft das Wachsen der Punktzahl der einzelnen Vereine auf der großen Tafel verfolgt, und es zeigte sich, daß Tv. Hersfeld und Guxhagen um den 1. Preis rangen. Bei der ersten Uebung hatte Hersfeld schon einen Borsprung von 7 Punkten erreicht und am Schlüsse des Reckturuens, bei dem Fr. Huth (Tv. Hersfeld) die höchste Punktzahl mit 26 erreichte, war der Vorsprung noch vergrößert worden und die Punktzahl der Vereine war folgende: Hersfeld 561 Punkte, Guxhagen 548 P., Vollmarshausen 528 P. und Wabern 492 Punkte. Da aber nur 6 Mann von jedem Verein in Frage kamen, wurde die schlechteste Punktzahl bei jedem Verein abgezogen und es ergab sich das Resultat : 1. Preis Tv. Hersfeld 486 P., 2. Preis Tv. Guxhagen 478 Punkte. Die Reihenfolge der Hersfelder Turner ist folgende: Fritz Huth 86 P,, Theo Schulz 83 P., P. Helwig, Chr. Manns und Fr. Vollmer je 80 P., H. Töhne 77 P., und H. Lepper 75 Punkte. Herr Andres dankte allen Teilnehmern und den Kampfrichtern für ihre aufopfernde Arbeit und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch diese Veranstaltung dazu beitragen wird, den turnerischen Gedanken in das Volk hineinzutragen.