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Hersfelder Kreisblatt
Bezngsptsir »ierteljShrKch ftlr HsrsfelL 7.)Marr, durch die Post bs» zogei»- . Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckeret HvrsM. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hsrsfeld-
Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld
Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zelle Pfennig, t* amtlichen Dells > Pfennig, Reklamen kosten die Seife ' Psoamg Erscheint jeden Wochentag nachmittags. — Fnnsprmh •
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Mittwoch, dem 24. Dezember
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1919
Milluers Mfsstou tu Aegypte«.
)ffnungen ii unter der
gereizter.
der deutsche Eiuheilsfiaat.
Mr alle Wiedergutmachungen auf dem Gebiete der .Schiffahrt den Vorrang. Es fielen England von den Ersatzleistungen 70 Prozent zu, während Frankreich mit ilO und die Vereinigten Staate« mit 20 roze«t betei- ligt seien.
'^ Auch Havas meldet über die entsch Sitzung f-es Obersten Rates, allerdings nur in be orm, ‘daß die Forderung, wonach Deutschland okoll
-vorn 1. November bezüglich der Ausführung ^ Waf- ^enfttUftandSbedingungen und der Lieferung von 400 000 »Tonnen Hafenmaterial als Ersatz für die bei Scapa -Flow zerstörten Schiffe unterzeichnen soll, vorläufig auf» ^rechterhalten worden ist.
Die Grundzüge der Antwort festgestellt.
** Berlin, 23. Dezember./ (T. U) Sind Paris wird gemeldet, der Oberste Rat der Alliierte« hat sich aus 'Sie Gr««dzüae der Antwort, Sie die alliierte« Regiernu- Banf die letzte deutsche Note geben werden, geeinigt.
Text dieser Note ist am Montag abend um 7 Uhr Arbeitszimmer Clemeuceaus den Führer« der ver- -Miede«e« Delegationen unterbreitet worden.
Der Oberste Rat hat der deutschen Regierung die Erlaubnis znr Erhebung der Zollgebühren erteilt und zwar i« dem Mätze, als die Wiederg«tmachu«gskommis- ston sie im Hinblick der Entwert»«« des deutschen Geldes gerechtfertigt halten wird. Z« gleicher Zeit wird eine Unterfttchung ««gestellt werden in der Frage des !Si«f«hrvervotes. Es ist für den Augenblick keine Zu- ÄrÄsmi^^
Mungen zum Friedeusvertrags vorgesehen.
Die VerhanSlungeu «och im Anfaugsstadium.
k* Zürich, 23. Dezember. (S. C.) Nach einer Mel- Sung des „Anzeigers" aus Parts sind die Beratungen See deutschen und der alliierten Kommissionen noch Micht über die ersten P«»kte der Besprechungen hinaus- Mkommen. Pariser Blätter bereiten auf eine lange Dauer der Verhau-lunge« in Paris vor.
Vertag««« -es Oberste» Kriegsrates.
geschafft find. De Frage -er Heimsendung der deutschen Gefangenen soll der Gegenstand einer besonderen Vorlage bei der Entente sein. Inzwischen ist unter Auf- bietung großer Geldmittel die laufende Hilfs- und Fürforgeaktion für die sibirischen Gefangenen durchgreifend erweitert worSsn.
Eine Erklärung des prentzischen StinifterpräfidenteW.^
Im „Vorwärts" heißt es in einegt Leitartikel LeH weuyif^en Ministerpräsidenten zur chen Einheftsstaates u. a.: Kein Zv
-es deut,
legenheit heute weniger gün Läßt man sich von Vernunft
** Rotterdam, 23. Dezember. (S, C.) Holländische Matter melden aus Paris, der Oberste Kriegsrat hat -seine Beratungen bis zum 7. Januar vertagt. Marschall fFoch ist am Montag aus Paris abgereist. Die Blätter
‘ Berzichtleistung auf
_. _ . . . en gegen Deutschland.
erblicken darin die endaMige Zwangsmaßnahmen der Alliierte!
Noch keine Antwort in Berlin.
** Berlin, 23. Dezember. (S. C.) Bis heute mittag lag noch feine Antwort aus Paris vor. Auch ein vor- läufiger Bericht -er deutschen Delegation ist bisher nicht eingegangen.
Günstiger Fortgang -er Pariser Verhandlungen.
** Genf, 23. Dezember. (S. C.> Ein Havasbericht ,nom Montag früh besagt, die Verhandlungen mit den 'Seutscheu Vertretern nehnren ihren normalen Fortgang. Da die Stellungnahme -er Dentschen eine nach Sage der Sache gebotene Zurückhaltung aufweist, kouu- ften dnrch die Verhandlungen bisher wichtige Differenz- -unkte der beiderseitigen Anffasfungen beseitigt werden.
Militärischer Druck auch «ach der Ratifikation.
** Mainz, 23. Dezember. Preß Information mel- det aus Paris: Im Obersten Rat wurde der Antrag Clemenccans angenommen, den Belagerungszustand in den besetzten Gebieten am Tage des Inkrafttretens des Friedens vorläufig nicht aufzuheben und die bisherigen Truppenbeständc in der besetzten Zone nicht so- ffort zu vermindern, sondern erst abzuwarten, ob Deutschland seinen Berpstichtnngeu Nachkomme« werde. Der Kaiser stellt sich der Enteiste?
** Basel, 23. Dezember. (B. T.) Lant „Daily Mail" soll Exkaiser Wilhelm sich nunmehr einverstav- -en erklärt haben, vor einem Gerichtshof der Alliierten zu erscheinen. Er wünscht jedoch, den Ort und den Zeitpunkt selbst zn bestimmen und von dentschen Ju- Listen verteidigt zu werden., Wiederherstellung des Friedenszustandes mit Amerika. " ^Haag, 23. Dezember. (T. U.) Das Reutersche Büro meldet a«s Washington, daß der Senatsansschntz für auswärtige Angelegenheiten die nenentwor-ene Entschließ«,,q des Senators Knox, in der die Wiederherstellung des Friedensznstandes mit Deutschland er* klärt wird, mit 7 gegen 3 Stimmen gntgebeiße» hat. Die Eutfchließnng tritt ein für Friedenserklarnug, für Beibehaltung aller materiellen Vorteile, die für dio Vereinigten Staaten aus dem Vertrag von Versailles erwachsen und für die allgemeine Unterstützung praktischer Pläne für den Frieden dnrch die amerikanische Regierung.
Veröffentlichung der Geheimakten der Entente?
0* Rotterdam, 23. Dezember. tS» C.s „Daily Mail" meldet, daß Lloud «George in seiner Glasgower Rede für eine Oeffnnua der englischen Archive und der Archive der.EUtetttestaaten nach Ratifikation -es allaemei- «eu Friedens eingetreten ist.
Im „Tag" veröffentlicht Eugen Stangen einen Brief seines in Sibirien in Gefangenschaft befindlichen Bruders. Aus dem Briefe sei folgendes mitgeteilt:
„Ein „goldenes" Tor zur Freiheit ist uns von den Russen geöffnet worden. Von den Behörden ist uns offiziell erlaubt, auf eigene Kosten nach Hause zu fahren. Es muß nur einer 5000 Rubel oder 200 Dollar nachweisen können. Augenblicklich schweben noch Verhandlungen mit den Schiffahrtsgesellschaften wegen der Ueberfahrtspreise, um festzustellen, ob diese Summe überhaupt reicht. Auch ist es jetzt erlaubt nach Hause zu Sraphieren nach Gel-, das Wort kostet aber — 28 el. Zweifelhaft ist es, ob ein Telegramm unver- stüuunelt ankounnt, zweifelhaft, ob und wann das Geld ankommt, zweifelhaft bet Ankunft selbst, ob man angekommenes Geld erhält! Was sollen aber die vielen machen, die nicht so vermögend sind, so viel Geld bei solchem Risiko sich schicken lassen zu können? Hier kann nur und muß die Regierung energisch helfen- eingreifen, sie muß die nötigen Reisegelder durch den schwedischen Vertreter zur Verftigung stellen. Jeder Tag der Kriegsgefangenschaft kostet dem ^Staate Geld, -te Fami-
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kommt der Staat um die Kosten des Heimtransports ü sowieso nicht herum! Er ersparte viertens sogar öi,
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sowieso nicht herum! Er ersparte viertens sogar die Ausstellung kostspieliger Kommissionen. Ohne Kompaß fänden wir den Weg in die Heimat: nur das Gel- und die uneingeschränkte Erlaubnis zur Heimfahrt brauchen wir — und das Vaterland hat feine Söhne in kürzester
Zeit zu Haus."
Ist es nicht herzzerreißend, -aß um eines Klümp- chen Geldes willen die Gefangenen weiter schmachten sollen? Ja, kann denn da die Heimat ruhig, tatlos bleiben? Kann, will die Regierung das nötige Reisegeld nicht durch Schweden überweisen? Und das Rote Krenz? Die allgemeine Menschenliebe? — Unsummen werden allnächtlich in heimlichen Spielklubs vertan — und ein Teil dieser Summen könnte unsere Gefangenen heimbringen! Könnte das Rote Kreuz nicht noch einmal hel-^ fen, rufen, sammeln, Wohltätigkeitsveranstaltungen ins Leben rufen? „Ein Zuchthäusler hat es besser wie wir", schreibt au anderer Stelle der Aermste, „denn der Zuchthäusler weiß, wann für ihn die Stunde der Freiheft schlägt, aber wir?" — Sie arbeiten alle, da drüben in Sibiriell, Offiziere, Hauptleute haben sich als Holzfäller in die Urwälder verdingt, um so ihr Reisegeld zusam- menzudarben! Heimat, rührt dich- das nicht? Quillt dir nicht bitter der Bissen im Munde hoch? Heimat, werde wach, ein Schrei weckt dich auf, ein lauter, jaunnernöer Herzensschrei — aus Sibirien.
■ Strafverfolgung deutscher Gefangener in Frankreich.
»sf Zürich, 23. Dezember. (T. U.) Das Kriegsgericht in Lille hat zahlreiche Haftbefehle gegen de«tschs Soldaten «nd Offiziere erlassen, die wegen Verbrechens im besetzten Frankreich verfolgt werden. Drei Leutnants und ein Hauptmann wurden gestern in die Citadelle von Lille eingeliefert.
Vorbereitungen für die Heimkehr der Gefangene«.
w Berlin, 23. Dezember. (S. C.) Für die heimkehrenden deutschen .skriegsgefarrgenen aus Frankreich sind vom Reiche 50 Millionen Mark als erste Rate zur Verfügung gefteUr worden.
Die Vermögensabgabe und Me Entente.
►* Rotterdam, 23. Dezember. (S. C.) Der Londoner Berichterstatter des „Manchester Guardian" schreibt, daß man in Kreise« der englischen Wiedergni- machnngskommissto« mit einem Ertrage von SO bis 100 Milliarde« Mark ans der dentschen Bermäaensabgabe rechnet, die als Wiedergutmachvng a« die Miierten ab- znführcn seien.
Die neuen Stenergesetze «nd das besetzte Gebiet.
** Berli«, 23. Dezember. (S. C.) Nach Melörm- gen aus Parks wird die Veröffentlichnng des Gesetzes über das Reichsuotopfer im besetzten Gebiet vorerst nicht zngelafsen. „Honmre libre" berichtet aus Mastrz, daß der französische Militärbefebishaber die Veröffentlichung der neuen deutschen Steuergesetze von der Genehmigung des Rates der Alliierten abhängig macht.
Anflösnng des Staatskommissars für Oberschleste«.
** Breslau, 23. Dezember. (WTB.j Reickö- und Staatskomnnssar Hörsing hat, nachdem die Reichs- und Staatsregierrnlg seiner Bitte um Enthebung von seinem Posten nachhekommen war, am Montag fei» Amt nie* dergelegt. Die bisherigen Dienststellen des Reichs und Staatstomminars in Breslau und Katwwitz sind damit
a ist als vor , mnden leiten, alle für, nicht gegen dem EinTettsstaat. Ot dieser Frage spielt neben der Vernunft das große Rolle. Man fürchtet, in einem Sink,
tiger Mensch in Preußen denk vollen Umfange richtig. Die C daß die Reichsversassnug die in Deutschland endgültig besei tzen heute keinerlei Sonberrech! arbeitet für die Freunde des $ wird kommen, an dem alle 8 such. Preußen, das vielverka! wird es an einer tatkräftigen lassen.
nahm
und
Süd-eutsche Proteste.
-atz die Ge- Jahresfrist , io sprechen er gerade tu
eiw vot
Der Landesausschutz der bäuerischen BolkSvarteH m eine Entschließung zu -er Einheitsbewegung an.
. erklärt wird, daß die bayerische Volksparteß eichsgedanken stehe, wenn seine Berwirklst,
üi der il a.
fest zum Reichsaeda _ _ _______ chung das historisch Gewordene Pflegt und den E staaten Gelegenheit gibt zur vollen Entfaltung i kuliurellen-^uw wirtschaftlichen Werte, Die bayer Volkspartei müsse es aber auf das Schärfste ab -atz Bayern seine eigene Gesetzgebung aus der Ha und damit seine Selbständigkeit auf (übt. Die bayerts
" »LL^rpgrautL lcde^ wel allen Widerstand
genstellen.
Der „Badische Staatsanzeiger" erhebt in einem offk ziösen Leitarftkel in schärfften Worten Einspruch gegessen im preußischen Landtag eingebrachten Antrag de^ Mehrheitsparteien auf Schaffung eines -eutschen Ein»- H^irsstaates.
Die Stellungnahme der bayerische» Demokraten.
Der Laudesausschuß der demokratischen Partes Bayerns hat sich mit dem Beschluß der preußischem Landesversammlung zur sofortigen Herbefführung de-l deutschen Einheitsstaates beschästiat und m eingehende» Erörterung einmütig den Anschluß an die Erklärung der demokratischen Lan-tagsfraktion die folgenden Gesichtspunkte für die Weiterbehandlung der aufgeworfenen Fragen festgestellt: Ueber allem anderen steht die Einheit des deutschen Reichskörpers. Die Reichsverfas» fung hat die Grundlage für eine organische, sich aus de« Levcnsnotwen-igkeiten und Bedürfnissen der einzelne» gänder ergebende Wejterentwickelung im Sinne -er? Vereinheitlichung -es Reiches geschaffen. Auf diesen Grundlage wird der preußische Beschluß sorgfältig ge< prüft werden, vor allem, um zu erkennen, wie sich Preußen das Aufgehen im Reiche -enkt und wie sich das Leben der Länder entwickelt und die vertragsmäßig fest«; zuiegenöe weitestgehende Selbstverwaltung und Dezentralisierung durchzuführen ist.
Die neuen Eisenbahner-Forderungen.
te* Berlin, 23. Dezember. (S. C.) Die Orga«rsa- tto«en der Eise«bah«er habe« den Eisenbahnmiuistcr nur Erledigung ihrer schon lange überreichten Forder»«ge»! bis znm 15. Januar ersucht Nach einer Erklärung de» Eisenbahvministers würde die Annahme der Lohnforderungen ein Defizit von 3 Milliarde« Mark nnd eine Nochmalige 1v0proze«tige Erhöh««« aller Personen- null Gütertarife znr Folge habe«.
Der AusfM der Getreideernte.
te* Berlin, 23. Dezember. (T. U.) Die Meldung, daß die Reichsgetrewestelle Bereits für das ganze Wirtschaftsjahr versorgt und daß die Ernte über die höchste« Erwartungen ausgefallen sei, ist leider nicht in denn gen dem ungünstigen Ergebnis der Ernteschä.-zung »ich- ««erheblich bester als im Vorjahre ausgefallen EH sann aber keineswegs davon gesprochen werdest, daß dio Reichsgetreidestelle bereits ftlr das ganze WirtschastS-^ jähr eingeSeckt sei.
StratzenkSmpfe in Madrids
Aus Miadrid wird gemeldet: Die anarchistischen Um, triebe in Spanien dauern an. Madrid gleicht einer toten Stadt. Die meisten GeMfte sind geschlosien: die Sabriken stehen still: keine Straßen^hnerr nnd feine roschken verkehren Große Trnppenaufgebote durchziehen die Straßen. In: Arbeiterviertel kam es wie* der zu heftigen Straßenkämpfen. wobei es Tote unS Verwnndete gab. Die einzigen Blätter, die erscheinen« sind die sozialistischen, die triumphierend hervorheb K daß die Monarchie unter Alfons NHL sich ihrem ende nähere. Die Bildung eines neuen Kabinetts stovt auf erhebliche Schwterigkeften, da sich keine Staatsmänner finden, die int jetzigen Augenblick das schwere, veraur- wörtliche Amt überuehvlen wolle».