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Hersfelder Kreisblatt
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- Bi«gspreis »iertchShrltch fit $*sfe» 7 . )Mark, durch die Post be- ; zogen, . _ Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei ■ HersfÜd. Für die Schristleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld.
Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld
D« Lnjeigenpreis beträgt fit die einspaltige Zeile Pfennig, in ; amtlichen Teile Pfennig, Reklamen kästen die Zeile Piennig i Erscheint jeden Wochentag nachmittags. — Fernspree
Nr 276
Donnerstag, >o 27. November
1919
Grausam und uuveksöhulich.
Die Note, mit der Clemenceau die Zurückhaltung der deutschen Kriegsgefangenen begründet und ihre Entlassung in die Heimat ablehnt, ist das ungeheuerlichste und widerwärtigste Pamphlet, das die deutsche Regierung von Frankreich je erhalten hat und mit dem das deuffche Volk auf das empfindlichste in seinen inneren Gefühlen getroffen wird. Durch die grausame Behandlung des deutschen Volkes und die Verletzung seiner heiligen Empfindungen in höhnisch-sadistischer Weise muß jede Brücke einer künftigen Verständigung zwischen dem deutschen und dem französischen Volke abgebrochen werden. Wenn Deutschland die unter dem Zwange der Gewalt übernommenen Verpflichtungen nicht restlos hat erfüllen können, so ist das nicht die Schuld des deutschen Volkes, auch nicht seiner Regierung, sondern unserer Fetnde selbst, die jede Konsolidierung der inneren Verhältnisse in Deutschland mit neuen Erpressungen zu verhindern suchen. Die immer neuen Forderungen an Deutschland sind eine systematisch langsame Erdrosselung des deutschen Wirtschaftslebens und eine Drangsalierung des deutschen Volkes, wie es sie selbst in den schwersten Schicksalstagen nicht durchgemacht hat. Die Saat, die Frankreich in seinem Herostratischen Siegeswahnsinn sät, wird es selbst einmal ernten.
Wenn Clemenceau der deutschen Regierung eine Reihe von Verfehlungen vorwirft, so muß aber daran erinnert werden, daß andere Franzosen, so Loucheur, der Wiederaufbauminister, offen ausgesprochen haben, daß Deutschland nach seinen Kräften bemüht und gewillt ist, die ihm aus dem Waffenstillstaudsvertrage erwachsenen Verpflichtungen und auch die Bedingungen des Friedensvertrages zu erfüllen, deren Ausführung überhaupt ja erst nach dem Inkrafttreten des Vertrages in Frage kommt. Selbst der grimmigste Gegner muß, wenn nicht blinder Haß und sadistische Rachsucht seinen klaren Blick trüben, den guten Willen Deutschlands anerkenuen, den Krieg mit den ihm verbliebenen Mitteln und Kräften zu liquidieren. Zlllerdings von Clemenceau darf das deutsche Volk irgend ein Entgegenkommen nicht erwarten und überhaupt auch nicht von Apr* kün« hiptt ciemenccctittfWrhpn Arankreicb. da,?
gültige Verständigung über die Gestellung der Arbeitskräfte für den Wiederaufbau Siordfrankreichs erfolgt ist, so müssen wir erwidern, die Verzögerung ist nicht unsere Schuld. Wir hatten einen ganz bestimmten Plan für den Wiederaufbau mit Einteilung in verschiedene Sektionen entworfen, ohne den Franzosen etwa unseren Willen auförängen zn wollen. Aber wenn sich die Gewerkschaften heute weigern, freie Arbeiter tn den Ge- fangenenbaracken Nordfrankreichs wohnen zu lasten, so ist das wohl begründet. Eine bessere Unterbringung wird eben französischerseits nicht gewährleistet, ebenso dulden die Franzosen nicht, daß Ingenieure oder Vor-
ien, so
arbeiter von uns gestellt werden. Dieser Tage hat in Tours eine Bauarbeiterkonserenz stattgefunden, die sich mit dieser Frage befassen sollte. Die französische Regierung hat eine Mitwirkung der deutschen Arbeiter an dieser Konferenz, die wahrscheinlich eine schnelle Lösung der Frage gebracht hätte, durch Verweigerung der Pässe unmöglich gemacht. Für eine Propaganda in El- satz-Lothringen, die uns in der Note Clemenceaus vor-
geworfen wird, hat die hiesige außenpolitische Leitung nie Interesse, geschweige denn Mittel aufgebracht oder aufbringen wollen.
WTB. schreibt hierzu noch: In der letzten Note, die der deutschen Friedensdelegation überreicht ist, wird behauptet, die deutsche Regierung habe
schaftSlebens unparteiisch prüft, muß es klar sein, das eine Auslieferung der geforderte« 400 Cb. To. schwimt mender Bagger, Docks, Krähne «nb Leichter nickt nur der deutschen Schiffahrt, sondern auch unserer Industrie und unserem Handel den schwer er kaum zn nberwrudenden Schlag versetzt. Nur ein kleiner Nest dieser unbedingt notwendigen Hilfsmittel u je verbleiben und die deutsche» Häfen müßten veröden und z. T. auch versanden. Zweifellos wird der deutsche Vertreter in Paris, Geheimrat von Simmn, gestützt auf unanfechtbares Material, die Unmöglichkeit der neuen feindlichen Forderungen dargelegt haben. Noch ist nichts zuverlässig bekannt Wer den Eindruck, Seit seine Darlegungen bei der Gegenseite hervorgerufen haben, aber seine plötzliche Rückkehr und die französische« Pressekommentare lasten nichts Gntes erwar-en. Der Uebermut der Sieger kennt raunt noch Grenzen und erschwert die. Konsolidierung Deutschlands. Ueberall S sich im deutschen Lande der Wille zur Arüett und
er wieder wird die schaffende Hand gelähmt durch den aus die Dauer ganz Europa ins Unglück stürzende«
worden
Die Verhandlungen über den W^sderaufbau.
ist, wird behauptet, die deutsche Regierung habe sich außer Stande erklärt, die durch die Unterzeichnung des Versailler Vertrages Wernommene Herausgabe der Deutschen, Sie in ihrer amtlichen Tättgkeit Greuel begangen hätten, zu erfüllen. Mit dieser Bemerkung wird offenbar auf folgenden Vorgang angefpielt: Vor Uebergabe der Note, die sich mit der Errichtung des Schlnßprotokolls befaßt, hat es die deutsche Regierung wr notwendig gehalten, die alliierten und assoziierten Regierrrngen auf Sie ungeheuren Schwierigkeiten hinzuweifen, welche in der Anslieferungsfrage für Deutschland liegen. Sie Hat keineswegs die einmal übernommene Pflicht abgelehnt und hat vor allen: betont, daß sie keineswegs beabsichtige, wirklich Schuldige einer gerechten Strafe zu entstehen, wohl aber hat sie durch eine Note des Auswärtigen Amtes den alliierten Regierungen Anregungen Werftttteln lasten, die geeignet erschienen, für beide VerGagsgegner UnerträqNckker-
h* Berlin, 26. November. (Eig. Drahtn.) Die vor mehreren Blättern verbreitete Nachricht, wonach uns die Entente ein Ultimatum gestellt habe und -die Verhandlungen abgebrochen wären, ist, wie die P. P. N. von zuständiger Stelle erfahren, falsch. Die Verhandlungen feien nicht abgebrochen worden, sondern nur unterbrochen, weil das bisherige Ergebnis, das allerdings nicht besonders günstig ist, die Einholung neuer Instruktionen notwendig gemacht hat. Nach Pariser Meldungen des „Journals^ hat Clemenceau die ausländischen Pressevertreter informiert, daß die Ve-Harrd- lungeu mit der abgereisten deutsche!- Delegation ferne Aussicht auf eine ersprießliche Tätigkeit eröffnet hätten. Die Borfchläae der deutschen Delegation i n» vollstäu- Sig ««diskutabel. Die Gefangenen körn n erst freige^ geben werden, wenn ükter sesaue« i^ gleichen Ve-
tischen Strömungen in Frankreich weisen wieder auf die Politik Ludwigs XIV., deren letzter Vertreter der letzte Napoleon war, hin.
Jeder ehrliche Wille Deutschlands, mit seinem westlichen Nachbar zu einem freundschaftlichen Verhältnis zu kommen, muß an der unversöhnlichen Politik Frankreichs und seinem utrmenschlichen Verhalten in der Gefangenenfrage scheitern. Das deutsche Volk hat, physisch und psychisch zusammengebrochen, in seiner Ohn- Mächtigkeit zähneknirschend auch das Schwerste und die größte Schniach über sich ergehen lassen. Aber was ihm Frankreich jetzt bietet, darf es nicht ohne den schärfsten Widerspruch hinnehmen. Frankreich hat weder rechtlich noch moralisch einen Grund, die Gefangenen zu- riickhalten zu dürfen. Das deutsche Volk muß sich gegen diese Unverschämtheit und Grausamkeit wie ein Mann erheben, wenn auch nicht, um mit Gewalt sein Recht zu verlangen und zu erkämpfen, weil ihm dazu die Macht fehlt, so doch, um gegen dieses fluchwürdige Verbrechen seines Erzfeindes an seinen wehrlosen Gefangenen zu protestieren, immer wieder zu protestieren und in fiammenben Ausrufen an das Gewissen der Menschheit zu appellieren, bis ihm seine Gefangenen zurttckgcgcben werden. Dadurch würden mir auch un= lern Brüdern das schwere Schicksal, das sie in Frankreich zu erleiden haben, erleichtern, denn sie wurden ersehen, daß sie von der Heimat nicht vergessen sind, daß ein verzweifelter Kampf für ihre Freiheit tn Deutschland geführt wird. wk.
Frankreich hat weder recht Grund, die Gefangenen zu
Zu Memerreeaus NoLe.
w Zürich, 26. November. (S. C.) Nach Pariser Meldungen vom Dienstag früh wird dort eine Havas- uote ausgegeben, wonach Frankreich bereits in zwei Noten nsmt 28. August und vom 3. Oktober die beschleunigte EAeSignng der Arbeitereniseubnngcu für das Wiederarrfbauaebiet verlangt habe, ohne daß die deutsche Regierung bisher über die vorbereitenden BerhauS- lungeu Sinansgekomme« wäre.
Zu der Stote Clemenceaus wird halbamtlich u. a. erklärt: Wenn Sie Note sagt, wir schulden Deutschland nichts als die genaue Erfüllung des Vertrages, den es am Ende des erbarmungslosen Krieges angenommen hat, so muß man dem entgegenhaltert, daß erst im August unsere Unterhändler die bündige Zusichernng erhielten. Saß mir bei Entgegenkommen in der Kohlen- frage sofort auf den Rücktransport der Kriehsaefange- nen rechnen können. Bis heute haben wir etwa 1% Millionen Tonnen Kohlen geliefert und trotzdem ist das bündige Versprechen nicht eingelöstivorden. Im Falle Mannheim haben wir gegen unser Empfinden eine Million bezahlt für die Zusicherung der Einsetzung einer Kommission für den Abtransport der Kriegsgefangenen. Diese Kommission hat aber immer noch nicht getagt. Wenn die Franzosen eine Rückkehr der Gefangenen jetzt nicht für möglich halten, weil noch lerne end-
Deutsche
Spar - Prämienanleihe
Zur Beurteilung der Behauptn in der Note über die Krikgsgefang ausdrücklich auf die Note vom 29. August 1919 verwiesen, die der Oberste Rat der Alliierten in Berfailles übergeben ließ, in der es heißt: Um so rasch wie möglich die durch den Krieg verursachten Seihen zu mildern, haben die alliierten und assoziierten Mächte beschlossen, Seit Zeitpunkt des Inkrafttretens des Friedensvertrages mit Deutschland, soweit er den Rücktransport der deutschen Gefangenen betrifft, vorzudatieren. Die V rettungen zum Rücktransport werden sofort beginnen, und zwar durch eine interalliierte Kommission, der ein deutscher Vertreter beigegeben werden soll, sobald der Friedensvertrag in Kraft getreten ist. Die alliierten und assoziierten Mächte weisen aber ausdrücklich darauf hin, daß diese wohlwollerrde Haltung, durch die die deutschen Soldaten so große Vorteile haben, nur dann von Dauer sein wird, wenn die deutsche Regierung und das deutsche Volk alle ihnen obliegenden Verpflichtungen erfüllen.
:enen sei nochmals
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Aufuvhme DevLMmchs u LÄ GsrÄrvuÄf
** Amsterdam, 26. November. (WTB.) Laut „Te- legraaft meldet der Pariser Korrewondent: In ens< lischen Kreisen macht sich eine Beinegung geltet®, Deutschland aufzuforder«, unverzüglich Sem Völker- bu«d beizutreten, und zwar als Auttvort au bin Beschluß des amerikanischen Senats, den FrieS: wvertrag nicht zu ratifizieren. Auch Robert Cecä soll dieser Bewegung nicht fernstehen. Er habe auf Befragen erklärt, er fei jeder Zeit dafür eingetreten, daß DeutichlaW fo- bald wie möglich dem Böllerbund beitrete.
Sie Räumung des HsW ms.
•*■ Genf, 26. November. (S. C.) Die Havasagen- tur begleitet die Note Clemenceaus au Deutschland in der Frage der Hetmschaffmrg der deutschen Kriegsgefangenen mit dem Zusatz, daß die ablehnende Note vorher dem französischem Ministerrat Vorgelege» habe und einstimmig gebistigt worden sei, »nd daß auch der Re» der Alliierten die Skote vor ihrer Absenduug ohne Em- wände zur Kenntnis genommen habe.
»* Rotterdam, 26. November. (S. C.) Reuter verbreitete am Montag die Clentenceausche Note an Deutschland. Auslassungen der englischen Presse liegen noch nicht vor. Reuter selbst meldet dazu aus Parts, daß man dort nicht mehr an eine Rückkehr des deutschen Sonderdelegterten von Simons denkt.
Der Papst verwendet sich für die Gefangeneufreilasinug.
w Berlin, 26. November. lEig. Drahtn.) Aus München kommt folgende amtliche Meldung: Nach ei- iier Mitteilung des Kardinal-Staatssekretärs an die hiesige päpstliche Nuntiatur bat sich der heilige Stuhl in nachdrücklichster Weise dafür verwendet, von Frankreich die Hcimbesördernng der deutschen Gefangene« bis zum kommenden Weivnachtsfest zn erwirken.
Vor schiseren Lnischeidmge».
w Berlin, 26. November. (S. CZ Die deutsche Friedensdelegatio» hatte bis gestern abend «och keine Vorbereitung getroffen, wieder nach Paris zurückzu- kehren. Die Verhandlungen im Schoße der Regierung sollen anch heute noch fortgesetzt werden.
Hierzu schreibt Sie „F. Z.": Außen- nuS innerpo- litisch steht die Regierung vor außerordentlich schweren Entscheidungen. Eine deutsche Delegation war nach Paris cutsändt worden, um dort in mündlichen Verhandlungen über die letzte Note der Entente wegen Ntchterfüüuug des Waffenstillstandsvertrages zu verhandeln. Für jeden, der die Lage des deutschen Wirt
Ueber die Lage im BaMkum wird berichtet: Die Bahnlinie Schauten—Tauroggen wurde vor den Litauern freigegeben. Es ist gelungert, einen Kolstenzug nach Schaulen durchzubringen. Mit den Letten ist ein Ltstüudiger Waffenfttllstand abgeschlossen worden: man hofft, diesen Waffenstillstand zu einem säuernden zu machen. Die Enrentekomunssion hat sich mit der deutschen Forderung, daß Sie Litauer die ucnwnale Zone längs der Bahnlinie Raöziwtlischki ein zu an -er- haben, einverstanden erklärt. Den Litauern in das H-ceresei- gentum, das sich noch in den Bezirken befindet und beim
। Rückzug nicht mitgekührt werden kann, sowie Eisenbahn- material zugesprochen worden. Die. litauische Regierung wird von der Annahme dieser Rege? arg der deutschen Regierung noch unmittelbar M nicn mg machen. Sollten trotz dieser Abmachung litauische ~ uopen fernerhin den Durchzug der Deutschen zu stören versuchen, so wird die Ententekommiffiou zum Sä: :h des Durch-
znges deutsche Truppen anfordern. Bis- w sind nur etum 80—100 Mann der Baltikum: cn auf deutschem Boden angekommen. Sie befinden sich in einem ganz trostlosen Zustand, denn sie haben sich orim en ells ohne Geld und ohne genügende Kleidung bei c ger KÄte zu Fuß durchschlagen nrüsseu. Erschütternd sind die Nach- richren, die aus dem Baltikum Sommer Sieben Züge, von denen die Hälfte mit Soldaten und Material beladen war, mußten wegen der Störungen der Bahnlinie auf freier Strecke liegen bleiben und waren dauernd dem feindlichen Feuer ausgesetzt. In den Lazarette« herrscht bittere Not, da es sowohl an Minnen wie an Sanitätsmaterial fehlt. Ein Lazarettzug mit dem Notwendigsten ging in der Richtung glimmen n*.
Nachdem nach den letzten Meldungen bei dem Rücktransport der ehemals reichsdeut' n: nn m aas dem Baltikum durch Angriffe lettischer und Manischer Lrup- S und Banden eine gewisse Panik embauöen war, nt es dem Zusammenarbeiten der itmnmben Regierung und des Admirals Hopmanrr geglückt zu sein, eine Eutsvauuuug der Lage herveizufohr.» und en Rücktransport zu sichern. Wie aus Schimleu und ■ owno übereinstimmend gedrahtet wird, haben sich öle Litener ver pflichtei, die Demarkationslinie nicht zu Wersca reiten.
Hauptgewinne jährlich 10 -. 1.000.000
Mark
Erste Gewinnziehun
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