herslel-er Tagevlan
Hersfelder Kreisblatt
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Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hsrsfeld
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Nr 267
Freitag, den 14 November
1919
Sie Srlegsgesaugenen in «ordsumkrelch.
Beginn und Wkedereinstellnng des Abtransportes.
„ , Essen, 12. November. (T. 11) Nunmehr haben Sie Franzosen mit dem Abtransport der de«t- Nen Kriegsgefangenen begonnen. Der erste Zug, der Krregsgefanaene aus Frankreich für das rheinisch-west. Wische Industriegebiet brächte, ist gestern mittag in Esseu eingelaufen. Weitere Transporte sind «nterwegs. Mehrere Eiseubahuzüge mit Kriegsgefangenen befanden stch bereits innerhalb -er deutschen Reichsgrenzen, als von Paris -er Befehl erging, -en weiteren Abtransport einzustellen. Während die ersten Transporte die Grenze überschritten hatte«, wurde« etwa 10 Eisenbah«ztige, Sie sich «och auf französischem BoSen befanSe«, augehalte« «n- -te Kriegsgefangenen z«rückbeförSert.
Die Veutsche Note.
e* Berlin, 12. November. (S. C.) Die deutsche Note wegen befchlennigter Entlassung der deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich ist am Dienstag mittag 12 Uhr von dem deutschen Gesandten in Parts überreicht worden. Eine heute über Gens gekommene Ha- vasrneldung besagt kurz, daß Ministerpräsident Cle- menceau infolge seiner Abwesenheit von Paris die Note nicht vor Ende dieser Woche znr Erledigung und Beschlußfassung bringen körme.
Frankreich hält die Gefangenen weiter zurück.
w Genf, 12. November. (S. C.) Der „Teurps", Minute Libre" und „Journal" schreiben am Diens- M früh zur deutschen Note, daß Frankreich die deut» :chen Kriegsgefaugeneu vor Rechtsgültigkeit des Frie- s''isvertrages nicht eutlasse« werde. Die früher an Deutschland gemachte Zusage Clemenceaus, so schreibt r^omme Libre", sei durch Deutschlands Vertragsbruch tu der Baltikumfrage hinfällig geworden.
Deutschlands Vertragsbruch
Kuudosbnng gegen die Znrückhaltuug der Gefaugenen.
^ Berlin, 12. November. (T. U.) Trotz des schlechten Wetters hatten sich gestern abend in den Sälen mmmmmmimmm^^w*
Die Ausweisungen aus Elsah-Lothringen.
e* Frankfurt a. M., 12. November. lT. U.) Die Zahl der ausgewiesenen Deutschen aus Elsaß-Lothringen ist in den letzten Wochen erheblich gestiegen. Durch die Offenbacher Reichsüberwachungsstelle sind bisher 62 721 Flüchtlinge und 9327 Ausgewiesene gegangen.
• Verhaftung elsässischer Neutraliften.
^ Stratzburg, 12. November. (T. U.) Der „Ma- tin" voul 10. November berichtet aus Straßburg, daß zwei weitere Verhaftungen elsässischer Nentralisten vorgenommen worden seien. Der eine der Verhafteten ist ein deutscher Bahnangestellter namens Pfitzermetster, der sich mit der Einführung von Broschüren befaßte, der andere ein gewisser Heilmann, der an den regelmäßigen Zusammenkünften in Stratzburg teilnahm. Nach der „Neuen Straßburger Zeitung" ist der Chefredakteur der „Metzer Freien Internationale" namens Demange, der erst vor kurzem aus der Haft entlassen worden war, erneut verhaftet worden. •
Fluchtartiger Zurückzug Judenitschs.
»■* Helsingfors, 12. November. (T. U.) Von der Front wird gemeldet, der fluchtartige Zurückzug der Nordwestarmee ist bisher noch nicht zum Stehe« gekommen, da die Truppen des Generals Jndenitsch sich auch in den vorbereiteten Anfnahmestellnnge« nicht zu halten vermochten. Die roten Trnppen -ringen «n, aufhaltsam nach. Der heatige Heeresbericht der Nor-- westarmee gibt zu, daß die Stellungen am finnischen Meerbusen und am Heipus-See anfgegeben werben umtzten. Ans Reval wird gemeldet, Satz mit einem bolschewistische« Vormarsch bis tief in Esthland gerechnet wird, da die Nordwestarmee eine katastrophale Niederlage erlitt und den Bolschewisten kaum erueut Widerstand mehr entgegenznsetzen vermag.
Die alliierte Militärkommission für das Baltiknm.
w Berlin, 12. November. (WTB.) Die gestern nach dem Baltikum abgereiste interalliierte Militarkom- mission wird von einer Anzahl deutscher Ossiziere un-
sammlung nahm der frühere Staatssekretär des Reichs» marineamts von Capelle zu längeren Bekundungen das Wort. Er wandte sich ausführlich gegen die Zeugem aussage des Abgeordneten Dr. Struve. Im ganzer! seien 810 Uboote in Auftrag gegeben worden, von üenev auf die Zeit vor dem Kriege 45. auf die Zeit der Amtstätigkeit Tirpitz' 186 und auf die Capelles 579 entfallen. Das Jahr 1916 sei aus politischen Gründen besonders schlecht weggekommen. Nach seiner persönlichen Ansicht über den rückstchtslosen Ubootkrieg befragt, antwortete &daß er den rücksichtslosen Ubootkrieg als eine grobe ivce betrachtet habe, den Krieg zu einem anten Ende zu führen u«d Englav- z« einem brauchbare« Frieden geneigt zn machen.
Dr. Sivzheimer wies darauf hin, daß die Ansicht der Admiralität über den Erfolg des Ubootkrteges Ende 1916, als es sich darum handelte, die Frage des rücksichtslosen Ubootkrteges zu entscheiden, die war, daß England -nrch den Ubootkrieg amsgehungert werden sollte. Capelle kommt dann auf den Vorwurf Dr. Struves, er hätte den Reichstag über die Zahl der Uboote getäuscht, zu sprechen. Er führte aus, daß er nur bestrebt gewesen sei, den Reichstag so emgehend wie möglich M unterrichten. Das Ausschutzmitglied Gothein versuchte in längeren Ausführungen Widerspruch in den Erklärungen des Staatssekretärs und der Admiralttät klarzulegen. Staatssekretär Capelle klärte diese Widersprüche auf. Schluß 2 Uhr.
Das Ende des Metallarbeiterstrewes.
Berlin, 12. November. (WTB.) Wie Sie FSnfzehner-Kommtsfilm und das Metallkartell mittei- leu, ist entsprechend der Urabstimmung in den Betrieben der Metallarbeiterstreik für been-et erklärt worden. In
eitsanfnähme besteht, kau» die Arbeit Mittwoch früh, der aufgenommen werden.
Die Milliovenfchkden des Streiks.
** Berlin, 12. November. (S. C.) Die Kosten des
funden, um eine machtvolle Kundgebung gegen die Zu- rückhaliuna der Kriegsqsfüngeuen in Frankreich zu »ets anstalte«. In zwei Sälen sprachen zwei ehemalige Krieasgesüngens, der Stadtverordnete-Varianty, der in russischer Gefangenschaft gelebt hat, und der Rittmeister Freiherr von Bersner, der im vorigen Jahre ans fran- zöfischer Gefaugenschaft ansqetanscht wurde. Beide wiesen auf Sie unsäglichen Leiden hin, denen unsere Kriegsgefangenen jetzt ein Jahr nach dem Abschluß des Waffenstillstandes in den feindlichen Lagern noch immer ansgesetzt seien. Beide Redner forderten vom deutsche» Volke, saß es sich ohne Unterschied der Partei «nd Ses Standes in der Kriegsgefangenenfrage zusammeufinde. In diesem Sinne wurde ein Aufruf au Sie Berliner Bevölkerung beschlossen, Sie sich am Sonntag zu Gunsten der Kriegsgefangenen in 30 Massenversammlungen zu- fammenfinden soll.
95968« Arbeiter für Nordfrankreich.
«■ ®en|, 12. November. (S. C.) Wie „Journal des Debats" meldet, hat die Wiederanfbankommjfsion am Montag einen neuen dringlichen Appell an Deutschland beschlossen, mit den Arbeiterentfendnugen für das zerstörte Gebiet unverzüglich zu bcgiuueu. Die vorläufige« WiederherstellRussarbeiten müßten «och vor dem Winter beginnen. Es seien mehr als 850 000 Arbeiter notwendig.
Die Vorbehalte Amerikas.
»^ Washington, 12. November. (WTB.) ________ Der Senat hat bet der Diskussion über den Vorbehalt des Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten zu Artikel 10 des Friedensvertrages, wonach dem Kongreß das Urteil darüber zufällt, ob die Vereinigten Staaten verpflichtet sind, die Unabhängigkeit und territoriale Unversehrtheit einer anderen zum Völkerbund
Reuter.
gehörenden Nation zu verbürge«, mit 48 Stiunnen gegen 36 Stimuien abgelchut, diesen Vorbehalt durch einen .. ' „ setzen. Die Anzeichen deuten auf die
ausschlieflsche Annahme des lllusschuyvorbehalts gegen die Wünsche der Regierung him
gemäßigtcrcn zu er1
Wilson zum Nachgeben bereit.
w Neuyork, 12. November. (WTB.) Wilson ließ wissen, er werde Vorbehalte anerkennen, jedoch nur solche, die den Sinn des Vertrages unverändert lassen. Sollte der Senat sich nicht Mirnd) richten, so werde er den Vertrag einfach zurückzieben und die Frkedens- frage offen lassen. Im allgemÄnell geht die Ansicht dahin, daß schließlich ein Vergleich zustandekommen wird.
Der Völkerbund.
»--- Paris, 12. November. (WTB.) Laut „Temps" inacht sich die Friedenskonferenz mit dein Gedanken vertraut. daß vorerst an eine Ratifikation des Frie- denSvertrages durch Amerika nicht zu denken sei. Sie habe deshalb die nolwendigen Maßnahmen ins Auge gefaßt, um auch ohne die Raiifttattvn durst» Nvrd- amerika den Boxstauv des Völkerbundes einzuberufen und die durch den Friedensverirag vorgesehenen Kommissionen zu ernennen.
Auslieferung von «000 Deutschen.
Wie verlautet, hat die Auslieferung von 6000 Deutschen auf Grund des Artikels 122 des Friedensvertrages an Frankreich zu erfolgen. Der Oberste Rat hat eine KomunMcm zur Zusammensetzung des Gerichtshofes für die Aburteilung der aussunefernben Deutschen ernannt.
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abgeschlosienen mehrwöchigen Metallarbeiterstreiks erltn wurden tu der gestrigen ^Versammlung der
Die Kämpfe im Baltikum.
** Königsberg, 12. November. (S. C.) Nach vorliegenden offiziellen Meldungen aus Mitau wurden die lettischen Angriffe westlich von Riga von der freiwilligen russischen Westarmee abgewiesen.
ien-rveroanoes mitgeteilt wurde, tn den acht Strerkwo- chen ruuS 85 Millionen Mark Lohn nicht mr AuSzaS- luua gebracht, die sie Sei Ntchtstrerk in dieser Zeit gehabt haben würden.
Neue Putschversuche im Ruhrgebiet geplant,
„D. A. . schreibt, bisher nicht auM erst an und Stelle vereinbart werden.
[6 t>o* der stets
Die Besetzung Mgas durch die Eutente.
) w Rotterdam, 12. November. (S. C.) „Daily Dtatl" meldet von der Rtgaer Front, daß bei der Einnahme Rigas 1500 Deutsche und Russe« gefa«ge« genommen wordeu seien.
Japauische Truppe«lanS«vgeu in Sibirien.
»* Genf, 12. November. (S. C.) „Echo de Paris" n^eldetz die Japaner haben Clemenceaus Anregung Folge gegeben, sich durch die bolschewistische Gefahr für unmittelbar bedroht zu erachten. Japauische Truppentransporte nach dem Festlande über Wladiwostok sollen in den nächsten Tagen beginnen.
n* Genf, 12. November. (S. C.) Der „Temps" meldet, nach Erklärungen des japanischen Vertreters in Parts, Barons Kato, hat das japanische Kabinett das Eingreifen Japans gegen die rnsfischeu Bolschewistea beschlossen.
Ein amerikanischer Borschlag an Trotz«.
«■ Rotterdam, 12. November. (WTB.) Laut „Nituwe Rotterdamsche Courant" meldet der Berichterstatter der „Times" aus Helsinafors, es verlautet, daß die Bereinigten Staaten den Vorschlaa gemacht hätten. Trotz« zu fragen, ob er jetzt, wo die Gefahr für Petersburg vorüber ist bereit sei, an der Einberufung einer in voller Freiheit gewählten Nationalversammlung mitzu- wirken, die über die Regrerungsform Rutzlauds beschließen soll.
Die Ablehunng der Blockade Rntzlanbs.
*# Berlin, 12. November. (S. C.) Die Pariser Zeitung „Homme Libre" schreibt am Montag, daß die l'tHiierten die Ablehnung der Vlockadeucte der Alliierten gegen Sowjet-Rußland durch Deutschland nicht ohne Erwiderung lassen werden. Das Pariser „Journal" schreibt: Deutschlands Eintritt für das flucybeladeire Sowjet-Rnßland ist nicht dazu angetan, Snmpathien für die jetzige deutsche Regierung l»ei den Alliierten zu erwecken.
Polnische Friedeusvermittlnng mit Sowjet-Rußland.
** Amsterdam, 12. November. sWTB.) Einem Reutertelegramm zufolge meldet dcrs Arbeiterblatt „Daily Herald" aus Warschau, daß die polnische Regierung veabsichttac, alle kriegführenden Parteien in Rußlarkü anfznforoern, die Feindseligkeiten am 25. November einzustellen und Delegierte nach Warschau zu entsenden, die über den sofortigen allgemeinen Frieden beraten sollen. Die Großmächte sind aufgeforöert worden, Delegierte zu entsenden, um an der Konferenz, Sie am 15. Dezember beginnen soll, tetlzunehnrenr
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Die Fiumfrage.
«X Berlin, 12. November. lWTB.) Laut „B. T." meldet das „Neue Wiener Tageblatt" aus Rom, daß D'Annnnzco einen Antrag gestellt hat, der alliierte Oberste Rat in Paris möge in der Fiumfrage die Entscheidung treffen .
Der parlamentarische Untersuchungsansschuß.
s* Berlin, 11. November. lT. U.) In der heutigen Sttzuna des UntersrichnngsauSschusfes der Rattonalver-
** Berlin, 12. November. (S. C.) Die Rede des Unabhängigen Ludwig bei der Fortsetzung der Bera- trmg des Berghaushalts in der preußischen Laitöesver- sammluna am gestrigen Tage enthielt scharfe Spitze: gegen die Rechtsparteien und die Mehrheitswzialisien. Sie war vor allem wegen der ständig wiederkehrende«
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Ankündigung einer neuen Anfrnhrbewegnng im Ruhrgebiet bemerkenswert. Der Redner kam immer wieoer auf dieselben Andeutungen zurück, was im Hause lebhafte Aufmerksamkeit und Zuruse bei der Rechten verursachte.
Kardtual von Hartmann f»
*» Berlin, 1L November, (ß. Bü Kardinal von Hartmann, Erzbischof von kköl», ist in der vorigen Nacht gestorben.
Andauerndes Schneetreiben in Berlin.
** Berlin, 12. November. (WTB.) Der astzcrqe- wöhnlich starke Schneefall — der Schnee liegt 15L Zenti- Meter hoch — behindert den öffentlichen Verkebr sehr. Wenn das Schneetreiben weiter so andauert. muß man über kurz oder lang mit der Ein leHnnn des Ztratzeu- bahu Verkehrs rechueu. Auf den Bahnhöfen stehen bereits Wageuladungeu erfrorener Kartoffeln. Die Hälfte der von auswärts nach Berlin LounnenöcH Milch ist Misgeblteoen» Von einer verstärkren Kohlert- zufuhr ist noch nichts zu merken.
Berlängervng der Zeichnuuasfrist der Sparprämieu» anleihe.
Durch die Berkehrssperre ist die Nachrichtenvermittlung über die Einzelheiten der Sparprümrcnan- leihe, namentlich in den ländlichen Bezirken verzögert worden. Da aber die Regierung auf die Beteiligung 56r ländlichen Bevölkerung den größten Wert legt, han der Reichsftnanzmintster beschlossen, die Zcichnuugs- frist, die ursprünglich vom 10. bis zum 26. November lautete, um 8 Tage z« verlängern. Die Zeichrmnas- frist läuft also vom 10. November bis zum 3. Dezember 1919.
Weitere Etuschränkuug des Personenverkehrs.
•* Berlin, 12. November. (WTB.) Der Reichs, verkehrsmivister Dr. Bell erklärte einen: Mitarbeiter des „L.-A", man werde auch nach dem 15. November auf vorläufig noch nicht absehbare Zeit die eiuschneidcn, den Berkchrsbeschräukungcu aufrecht erhalten müsse-!. Nur der allernötigste Persoueuvcrkchr werde freigege- den werden. Auch der Weibnachtsverkehr dürfte unter
auf vorläu!
diesem Zeichen stehen.
Die Frage der Wiederaufnahme des Personen oerkebrö.
** Berlin. 12, November. (S- C.) Die Wiederaufnahme des PcAoucuverkeürs auf de« preußischen Staatsbahne« am 16. -. Mts. ist uoch fraglich. Das preutzische EtsevbahnWiuisterium erklärt. Satz die Eut- scheidung beim Retchskabknett liege. Die guluhreu an Kohlen feien vtö fetzt nicht t« dem vorgeseserren Matze
Hirr-eUdttrg in BerliK.
**• »erltn. 12. November. (& Ll FeldMiMall