hersleloer Tageblatt
Hersfelder Kreisblatt
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Amtlicher Anzeiger ir den Kreis Hersfeld
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Nr 238
Dienstag, dem 4. November
1919
Zur Einstellung des Versonenzugverkehrs.'
Die Beförderung der Post und dringende» Gitter.
»^ Berlin, 3. November. (S. C.) Das preußische Eisenbahnministerinm hat angeordnet, daß während der Persone«verkehrssperre die Eilgüterzüge auf den preußischen Staatseiserrbahnen für Post und dringende Güter weiter zu verkehre« haben.
«-* Berlin, 1. November. lS. 6.) Das Reichskg- binett hat sich, wie verlautet, in der gestrigen Sitzung mit der Frage der äußersten Einschränkung des Personenverkehrs aus den Staatseisenbahnen beschäfigt. Die Einschränkung sei unbedingt erforderlich, um zunächst einmal die Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln und Hausbrandkohlen sicher stellen zu können. Man erwartet, daß dahingehende Beschlüsse des Kabinetts bereits in allernächster Zeit in Wirksamkeit treten werden. *
Einstellung deS Verkehrs im besetzte» Gebiet.
h- Karlsruhe, 3.N ovember. (S. C.) Im besetzten Gebiet gab die französische Okkupationsbehörde die Erlaubnis zur Eiusbellung des Personenverkehrs vom 5. bis 15. nur unter Vorbehalt besonderer Wünsche und auf Widerruf. Transporte von Personen und Gütern, die die französische Behörde als dringlich bezeichnet, sind auf Verlangen weiter zu befördern. •
Komumnifttsche Begründung.
** Berlin, 3. November. lS. 6.) In einer kommunistischen Versammlung am gestrigen Sonntag in Potsdam teilte ein Redner mit, die Einstellung des Personenverkehrs vom 5. bis 15. November sei nur erfolgt, um den nenen Umsturz am 9. November unmöglich zu machen. Man sei jedoch auf diese Maßnahme vorberei- tet gewesen, und sie komme zu spät, um noch wirksam zu sein.
Eiuschräutümg des Zugverkehrs in Oesterreich.
•» Passau, 1. November. (S. 63 Die österreichischen Bahnlinien zeigen durch Anschlag den Ausfall von 50 Prozent aller Züge wegen Kohleumangels von faa ab an
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5000 Mann amerikanische Truppen unter dem Kommando des Generals Sage «»gekommen. Die für Ober- schlesien bestimmten Truppen werden z»»ächst von Brest nach Koblenz, weiter befördert werde«.
3«r Ostseeblockade.
** Berlin, 3. November. lS. 63 Mitglieder der Ententekommission sind heute aus den -Ostseehäfen nach Berlin zurückgekehrt. Zur persönlichen Berichterstattung in Paris bestehen sich mehrere Mitglieder der französischen Kommission morgen nach Frankreich. An die deutsche Ostgrenze sind andere Mitglieder der Kommission abgereist, um den Eintritt der Balttkumtruppen in das Reichsgebiet zu kontrollieren.
Die Durchführung des Friedensvertrages.
** Bern, 2. November. lT. U.) Der Oberste Rar hat beschlossen, Sie deutsche Regierung aufzufordern, sobald wie möglich eine Abordnung zu entsenden, die den Auftrag hat, mit Vertretern des alliierten und interalliierten Generalstabes die prakttschen Maßregeln zu prüfen, die sofort nach Inkrafttreten des Friedensver- trages von Versailles notwendig werden. Es handelt sich vor allem darum, die Einzelheiten der Räsmuug der den Deutsche« abgerwmmsne« Gebiete und ihrer Besetzung durch interalliierte Truppen aetnäh den Anordnung der dafür bestimmten inter n rten Kommission zu treffen.
Der Rückzug i« NorSrutzlauS.
** Rotterdam, 1. November. lS. 63 Die »Times* melden: Die englische Flotte ist aus der Krön- ftädter Bucht zurückaeuommsu worden. Auch die Nar* wabucht ist vou der euglif, :» Flotte geräumt worden. Die Hauptarmee des Generals Isdenttsch ist auf Dal- gowka z«rückgegaugeu.
SchadeuserfatzforSrr'ane für R«tw«rLes.
•* Rotterdam, L November. lS. 63 Der Brüsseler „Soir" meldet, eine neue Forderung Belgiens an Deutschland betreffe die Herausgabe aller Vorräte, die- die Deutschen im Oktober 1314 in Antwerpen beschlagnahmt haben, oder Sei ihm. gleichwertigen Ersatzes da-
Lügenmeldungen über SaS S«a>kge«et.
Bon zuverlässiger Seite sind der deutschen Nachrichten zugegangen, daß im Saargebiet verbreitet werden, wonach die deutsche Regierung au bis französische mit dem Anerbieten Herangerreten fei, da»
Saargebiet schon jetzt gegen Ueberlafsung entsprechend« Kolonialbesitzes endgültig an Frankreich abzutrete». WTB. ist zu der Feststellung ermächtigt, daß celbstve» stündlich an dieser schamlosen Behauptung fein wahr»» Wort ist. .
Sie Franzosen versuchen aus jede Art ** WeH», arbevölkerung uns zu entfremden,)
Der deutsche Markt unter englischem etofb*
w Rotterdam. 2. November. (T. XL) Im erqM. schen Unterhaufe erklärte Bridgemmr im Ramea Odl Handelsministers, daß es sehr eswünscht sei, wen» es», lische Kaufleute sich alle Mühe geben würden, auf der«
in Kürze zwei andere Kommissionen folgen solle».
Deutsch-englischer BerstÄrdigungSVerfuch?
w Berlin, L Noveucher. (BtSj Laut »Limes* 90b* je« Eduard Bernstein, Kausky und die Profesio«« Bonn und Brentanu die Pässe vom britischen Sons»
in Rotterdam er stein nach dem „'
zu. Er
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lES handelt M um ehte sach der »DaAv ME in London zwischen bekannten Prrsönlichketteu «W Deutschlgud, Oesterreich und England geplant« Sew- ferenz.)
Der Friedeusvertrag mit B«!g«S«s.
Die Neichsregieruug hat an die Truppen im Baltt- k«m, welche sich weigern, dem Beseht zur Rückkehr Folge zu leisten, eine letzte Mahnung gerichtet, in der sie jede andere Politik als die der sofortigen Räumung des Baltikums als verbrecherische Abenteurerpolitik ' ’ ' »ze deutsche Volk in
irt habe und weitere
zu beziffern sein.
Der Raub der deutschen Insel» im Stille« Ozem».
** Amsterdam, L November. (T. U.) „Allgemee
den.
mänie« und
Pariser
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Die Schwierigkeiten Bulgvriens. eh wn 20 000 Mann auszuftellen anstelle
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brandmarkt, die jetzt schon das gar die schlimmsten Beschwernisse geKH Unendliche Schwierigkeiten und G- ren drohe. Deshalb, so heißt es in — —....... ......
Reichsregierung zu dem letzte« unerbittlichen Mittel gegriffen, um die Irregeleiteten und Verleiteten in letzter Stunde znr Besinnung zu bringen. Die Mahrrnngl schließt unter Hinweis auf die «»geheuer schwerwiegenden &ofaen der angedrohten Strafen und die Not des nordischen Winters, dem die Truppe« hilflos ausgesetzt sein würden, mit dem Ruf: Heraus aus dem Baltikum, znrück in die Heimat.
** Rotterdam. 3. November. (E. 63 Die Londoner Reuteragentur meldet, daß die im Baltikum verbliebenen deutschen Truppen auch den letzte« Ausruf der Reichsregierring abgelehnt haben. In Offiziers- und Mannschaftsversammlungen, die vom 20. bis 26. Oktober zwischen Mitau und Friedrichstadt stattfande», sei Mgemein beschlossen worden, in Rußland zu verbleibe«.
Abkommen, monal
re« herbeizufith« u dlufruf,, hat die
42 000 Deutsche t» der russischen Westarmee.
w Rotterdam, 3. Noveurber. lS. 6.) Die »Times* melden, nach zuverlässigen Feststellungen durch Ueber- läufer an der Risafront sümpfen im russischen Heere 42000 Deutsche.
Aenderung der Rmrbstaatenpolitik der Entente?
•*■ HelsingforS, 3. Noveurber. (TU). Der Chef der britischen Militärmission, General March, reiste nach Björko, wo Beratungen mit Sem Chef der englischen v Flotte, Admiral Covon, Ttattfanden. March wird nicht * zurückkebren Zum Chef der neuen Erttentemission in Finnlanv wurde der französische General Niessel ernannt. Der Chef der englischen Abteilurm, General Turner, wurde ihm unterstellt. Zum Stäbe des Generals Iudenitsch wird der englische General Haktn kommandiert. Die Ablösung SeS Generals und sbts Unterstellung der englischen Abteilung unter einen fran- Höfischen-6bef ist znrückznführen auf Meinungsverschie, benheiim zwischen England und Frankreich in der Frage der baltischen Politik. Diese Aenderuna gibt Anlaß zu der ErwMtuna, Saß die Ranbstaatenpolttik eine Aeu- veruttg im ruffifchem Sinne erfährt.
Erfolge DenikinS.
HavaS meldet, daß Sie Armee Dentki» auf dem rechten Flügel einen Erfolg über 7 bolschc.oi i che Divisio. nen davon getragen und dabei ungefähr 8000 Gefangene und zahlreiche Kanonen erbeutet hätte. Auf dem linken Flügel wurden die Bolschewisten von Petliura geschlagen. Iru Zerttrum hat die Arrnce Deniktn die Offen- sive ergriffen. BrianSk, der letzte Stützt'»«» vor Moskau. ist geräumt.
Neue Offensive I»de«itfchS. -
A»S dem Großen Hauptquartier 3nbenitf« wird gemeldet, der bolschewistische Gegenangriff westlich von Krasicoje Sselo kann als beendet angesehen 'verb^n. Wir haben die Offensive wieder eröffnet und 2000 Ge^ samtene gemacht. Der Vormarsch dauert an.
*
?l«lerikanische Truppen für Oberschleste».
m, L November. (T. U.) »Allgemeen Heer von 2000p Mann aufzuß meldet Satz her australische gesetzge. durch dreWehrpflicht mrfgebr SaS australische Abgeordnetenhaus daS von den Sachverständigen ane, lach die vormals deutschen Inseln im die FmeSenLkonferenz dre bn iSlich des Aequators an Australien und In Schrffs« und Wrrtschaftösra! id die Inseln nördlich des AequatorS aestaudnrsfe gemacyr Den B ; sollen, genehmigt haben Zeit zur Beantwortung gegebe
und daS australische Abgeordnet,
Stillen Ozean südl
Neu-Seeland und die Inseln nördlich des ÄequaÄrs an Japan fallen sollen, genehmigt haben.
Schadenersatz für Seapa Flow.
Die Repressalienpolitik der Euteute.
** Berlin, 3. November. lT. U3 Aus Paris wird berichtet: In seiner Sonnabendsitzung hat der Oberste Rat beschlossen, von den Deutschen als Entschädigung für die in Scapa Flow versenkten Schiffe die Abgabe einer
die in Scapa Flow versenkten Schiffe die Ä Anzahl leichter Kriegsschiffe, Schwimmdocks ren Flottenmaterials zu fordern. Diese Fo in dem Protokoll enthalten, das an Deutschi
und aude«
tet worden ist.
DaS schwedische Ministerium des Neuster» teilt mit, nach der Ratifikation des FriedenSvertrageS durch Elcg» land. Frankreich und Italien müßte der Friede an sich bald in Kraft treten. Die Verzögerung, die trotzdimr entstanden ist, wurde, wie die Pariser GefauLtschaft uns mittellt, nicht durch den Wunsch der Mächte veranlaßt, die Stellungnabme Amerikas abzuwarten, sondern durch andere Gründe. DaS dem Autzenurinisterium nahestehende „SvenSka Dagbladet* bemerkt dazu, dieser andere Grund sei der Wunsch, die Möglichkeit zu neue» Repressalie« gegen Deutschland zu behalten.
Wiederaufbau der euglische« Handelsflotte.
»* Rotterdam, L November. (& 6 ) Londoner Blättern zufolge sind zum Wiederaufbau der von deutschen Tauchbooten und den deutschen Minen stark beschädigten englischen Handelsflotte zwei Milliardea Shilling als erste Rate in den englische» Nachirgas- etat eingesetzt worden.
Die Besetzung der Rheinlande.
Der französische Eiufluß aus Sie Verwaltn««.
In einer Unterredung mit einem Berichterstatter SeS »Petit «Pariften' erklärte der Oberkourmissar für die besetzter! rheinischen Gebiete, Tirarü, er sei nicht der An- fid>t, daß mit Inkrafttreten deS FriedenSvertrageS die gesamte Verwaltung SeS besetzten Gebietes in die Hände der deutschen Verwaltung überlebe. BiS zum Tags
der Ratifizierung habe bei jedem Landrat (Sousprecer, ein Offizier die VerwaWmgsmatznÄmren der deutsäien Beamien überwacht, die mit vollem Recht alS verdächtig gegolten hätten, weil sie nicht nur Deutsche, sondern Preußen oder Bayern gewesen seien, S. h. Fremde im Rheinland und ergebene Diener deS Zentralorgants- MUS von Berlin oder Nttinchen. Er stelle sich deshalb
Sie die
en.
Solange die Behörden deS Landes durch fremde Beamte geleitet werden, fei es unmöglich, daß Frankreich sich um diese Politik uicht kümmere, die einen ausgesprochen preußischen Charakter trage, und die sicher alle Mittel anwenden werde, der Okkupation entgegenzuwirken und die Sicherheit der alliierten Armeen in Gefahr M bringen. Der FriedenSvertrag enthalte übrigens einen Paragraphen, der der französischen Nkilitürantorität daS Recht acbe, über ihre eigene Sicherheit zu wtrchen. Auch die wirtschaftlichen Sektionen, die französische Offiziere
Beantwortung gesben.
ige« wurde« Vages« 8*
Balgarr» wird 14 Tw
Nattonalzeitung* von ihrem Berichterstatter in Pari» mitgeteilt wird, rechnet man in Kontererrzkreise« d» mit, daß die Bulgaren den endgültigen Sriede»s»«-M« am H November unterzeichue» werde».
Die Aktion für den 9. November.
** Berlin, 3. November. (S. LZ Die w# da» W»- abhüngigen und Kommunisten zum 9. Noven
Jahrestage der Revolution. geplanten Masseuknudgebuugen werden in Grotzberlin migt werden. In einer Konferenz im Ministerium do»
Tso sprechen. ■ wr
Aufforderuug zum Proteststreik r» Sk^cx*.
** Müuche«, 2. Noveurber. (S. 6-) FlugbkM»» und Aufrufe in den Müncl^uer Fabriken fordern zm» Generalstreik in Baveru als Protest gegen die Änucb- nungen der Militärbehörde Wer die R evolutionSfeie» in München auf. In den Vtünchener Großbetrielde« oe» hält sich die Mehrzahl der Arbeiterschaft noch passiv. D» gegen ist in den Augsburger Fabriken bereits abtig* stimmt worden. Die LbMnnnunu soll ist» Leu 6iww ausgefallen sein.
Furchtbare Jutzenprogrome in der Akratzm.
DaS Warschauer Korrespoudeuz-Bstr» meldet «B Odessa, daß die in der Ukraine weilende Som«Utz»G zur Uutersuchuug der Iudeupsgrome feftgek daß die Bande« Petljuras 26 Ortschaste« den den gleimqemacht u«d über 15 000 J«de« m bade«. Die Banden Sekolowskts vermichtete»
Der Rück nach rechtS.
Nach den Ergebnissen der Stadtveror-ueiemva-S«» in Baden wo die vereinigten Bürgerlichen die Meh»- heit der Sitze erhielten, liegen nun auch die Harrpte» gebuiffe aus den ländlichen Bezirken des besetzten Hessen-Nassaus vor. ES steht bei der Mehrzahl da Wablergebnine den sozialistischen Mandaten eine S«G bürgerliche Ntehrheit gegenüber, vielfach im Berhäkttr» von 3 zu 1 oder sogar von 4 oder 5 zu 1.
Zusammentritt der preußische» Landesversammlrmg.
w Berlin, 1. November. lT. U.) Die preußisch» Landesversammlung wird trotz der Personenzugspervr, die für den 5. bis 15. S. Mt§. angesagt ist ihre Berat»»-
setze».
Die Verluste vor Berd««.
►* Genf, 1. November. (T. U3 Aus PariS «tr» -emeldet: Aus den foriaesetztcn Veröffcntltchunge« 6w