Serslelver Ingeblatt
Hersfelder Kreisblatt
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§ Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 7 J Start, durch die Post be- : ■ zogen „ Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei : i Hersfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld. :
Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hsrsfeld
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Nr 353
Mittwoch, dem 39. Oktober
191»
Heimkehr mr Litauen.
Die Nachrichten, die über die Zustände der deutschen Truppen in Litauen die Oeffentlichkeit unterrichten wollen, wissen nur von diplomatischen Unterhandlungen zu melden, ohne mr geringsten auf die Stimmung der Truppen Rücksicht zu nehmen. Man weiß im großen und ganzen nur, daß unseren Leuten von einer litauischen Rei "
daß unseren Leuten von ...... ........
Versprechen gegeben worden sind, die ilten wurden. ES erübrigt sich heute ,....., .., ., über das Recht ober Unrecht zu de
battieren, das uns zugefügt wirb. Wir müssen uns mit den Tatsachen abfinden, und sehen, wie man mit ihnen am Besten fertig wird. Die Truppen, die jetzt aus jenem Lande, für dessen Wohl und Wehe sie ihr Leben ein- setzten, in ihre Heimat zurückkehren, sind naturgemäß in einer Stimmung, die mit Lebensfreude recht wenig gemein hat. Nicht nur das Gefühl des Betrogenseins an sich ist eS, was diese Leute schmerzt und krärrkt, es ist vielmehr Sie Art und Weise, mit der man sie jetzt behandelt. Wie man weiß, sind reguläre litauische Truppen trotz eines gegenteiligen Befehls ihrer Regierung ganz dicht an die Bahnlinie herangerückt, die den Deutschen zum Rücktransport dient. Dort ist es nun den litauischen „Schützen" ein ganz besonderes Vergnügen, ihre Gewehre zu erproben. Dadurch entsteht vielerorts eine mächtige Schießerei, die gerade dann an Jntensivi- tät zunimmt, wenn Deutsche in der Nähe sind. Daß ein solcher Umstand die Nervosttät der Truppen erhöhen muß, ist erklärlich. SS kann auch sogar vorkommen, daß ein besonders kühner litauischer BaterlandSverteidiger einem Deutschen dicht am Ohre vorbeiknallt, was zur Folge haben kann, daß der derartig Belästigte endlich die Gedulb verliert und ßeit Quälgeist jämmerlich verprügelt. Aber aus solch geringfügigen Anlässen entstehen oft größere und ernste Konflikte, bei denen es zuletzt recht schwer sestzustellev ist, wer eigentlich mit einer Schießerei begonnen hat. «in jeder schi " ttcherweise die Schuld auf den cmöcrv, und so eter de
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teHes ist, wer eigentlich mit hat. Ein jeder schiebt erklär- t es auch
Die Ostseebwckade.
»» Berlin, 28. Oktober. <L. E.) Mitglieder der igen Ententekommission sind auf Beraulannug ihrer
Regierung gestern in die Ostseestädte abgereift, um die von Deutschlaud behaupteten wirtschaftlicher» Schwierigkeiten anläßlich der Ostseeblockade gegen Sowjet-Rußland an Ort «nd Stelle festznsteüen.
Danzig, 28. Oktober. lT. U.) Die Freigabe der Ostseeschiffahrt innerhalb der deutschen Hohciisgewässer hat gestern eine bemerkenswerte Erleichterung gebracht. Der Postverkehr nach der Halbinsel Hela konnte wieder ausgenommen werden. Ferner rüsten sich mehrere im Danziger Hafen liegende Dampfer und Leichter z: Ausfahrt, um unter dem Schutz der Küste den nächste» Hafen zu erreichen. Die Enieniekornmisfion in Danzig hatie auf Ersuche»» des Danziger Magistrats erwirkt, daß einem in Holtenau liegenden Kvhlenbanwfer mit zwei Leichiern freie Fahrt nach Danzig gewährt worden ist. Das Eintreffen dieser Kohlenfahrzeuge bedeutet für Danzig die Abwendnng der Gefahr der völlige« Still- legnng der städtischen Licht- und Gaswerke.
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Die Armeniergreuel.
Auslieferung der türkische« Geheiurakte«.
»-»-Rotterdam, 28. Oktober. (S. 63 „Mor- ningpost" meldet ans Koustantinopel, die türkische Regierung hat alle Geheimdokumente zwischen Deutschland und der Türkei über die Vorgeschichte «nd die Führ««a des Krieges am 20. Oktober der alliierten Kommission ansaeliesert. Die Doknmente beweisen die Schul- der deutschen Regierung au den Armenierntorden, durch die 160 000 Menschen vernichtet worden sind. Sie werden die Auslieferung der damaligen politischen und militärischen Machthaber Deutschlands an den alliierten Gerichtshof zur unmittelbaren Folge haben.
Die Wehrkreise des Reiches.
Im Hauptausschuß des Haushaltungsausschusse» der Nationalversammlung erklärte Reichöwehrminister Noske zum Etat des Reichswehrministeriums: Den zu bildenden 7 Infanteriedivisionen des HeereS vor» 100 000 Mann entsprechend ist das Reichsgebiet am 1.
Der Abtransport der Gefangenen aus England »-»-Rotterdam, 27. Oktober. (S. Cü Eine Reu- tcrdepesche meldet vom Sonnabend, daß der Endtermin des Heimtrausportes der deutsche» Gefangene« aus England auf den 15. November festgesetzt worden ist.
Massenausreisen aus Elsatz-Lothringen.
** Genf, 28. Oktober. (S. Cü Havas meldet, MB mit der Ratifikation des Friedensvertrages 21 400 61« fässern und Lothringern die «achgefuchte Ausreiseerlaubnis nach Deutschland bewilligt worden ist. Die Ausreifenden sind Elsässer und Lothringer deutscher Nationalität, für deren Ausweisung bisher ein Grunb nicht gegeben war.
Die antouomistiscke Verschwörung in Elsatz-Lothringe«.
** Stratzburg, 28. Oktober. iTUi. Wie die hiesige« Blätter melden, sind die StraßbnrAer Handelshäuser vom
10; 1919 bereits in folgende Wehrkreise eingeteilt worden: 1. Ostpreußen 2. Pommern, SchleSwig-Holstein- Mecklenburg, 3. Schlesien, Brandenburg, Post vinz und Freistaat Sachsen, ein Teil von Th Thüringen, Hessen, Bade " " ' Westfalen, Rheinland, 7. _________
Einteilung des Reichsgebiets für das endgültige Friedensheer erfolgt auch die Aufstellung des Heeres von 200 000 Mann (Uebergangsheer). Das Ueberganasheer besteht aus 20 Reichsweh cbrigaden Bon den 20 Brigaden entfallen im Allgemeinen auf jeden Wehrkreis 2. Es' sind grundsätzlich in jeder Brigade folgende Bev- bände vorhanden: 2 Fütianterieregimerster, 1 Kavallerieregiment und 1 PtonierbataMon.
en, 4. Pro- stiriugen, 5.
en, Württemberg, 6. Hannover, Bayern. Im Bobinen dieser cbieis für das endgültige Fril
Der Wechsel in beu leite»rde« Stelle«.
*• Berlin, W. Oktober. (S. C.) Die ' von Mehrheitsfozialisteu in leitende Stellen
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mirrtsteri und mtng eingesetzt.
und Aufklärung
„Schießereien" zu ver fen, was nach oen b ^ „_ _____________ , ...
lich nicht möglich sein wirk. Wichtiger ist es, daß dieselbe Kommission Maßnahme« treffen soll, die eine reibungslose Durchführung des Abtransportes der deutschen Truppen ernröglichen. Die Rückkehr jener Letzten aus dem großen Waffenvinge« ist ein ernster Faktor, mit dem man bei uns wird rechnen nrüfsen. ES ist nicht gut, daß wir ruhig zusehen, wie diese Leute weiter verbittert werden, wie alles mögliche versucht wirb uen den Rückzug so schrver wie möglich zu mach« Gebühren der litauischen Militärs stellt nah „ gerade Gegenteil dessen dar, was ihre Regierung angeblich bezwecken will. Man schickt uns ein Ultimatum nach dem anderen, bedroht unsere wichtigsten Lebensi»»- teressen, damit wir nur fa schnell die deutschen Konttr»- gente aus Lüauen herausziehen. Auf der andere« Seite bemüht man sich wieberum, in der oben erwähnten
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für Lokomotiven und ähnliches mehr, die Transporte zu verlangsamen. Auch die Laitbbevölkerung ist ausge- stachelt worden und sieht zu, wie sie ben Deutschen am besten schaden sann. Dre Leute siebten dort wie die Raben. Der Deutsche darf sich natürlich, falls.er ben Täter erwischt, nicht rächen, da sonst wiederum bte größten Reibereien entstehen sönnen. Man wird vielleicht mit Recht meinen, daß dies alles Kleinigkeiten nnb, aber im ganze» gestalte« he auch Nefcf Finale zu einem Drama.
Die Lage in Suhlend.
»»Haag, 28. Oktober. (T. U.) Ueber Steel wirb «enreldet, »atz die Soltoewiftee unt PeterSbnrg immer heftigeren Widerstand leiste«. 3oratoje Selo hat mehrere Wale Besitzer gewechselt. Die meisten Truppen werben, wie berichtet wirb, in ihrer Beweg»»« dadurch sehr behindert, daß ihnen nur eine einzige Estenbahnlinre zur Serfügun« steht. Die Lage »er Bolfchewiste« scheint sich vo« Tag M Tag z« festigen. Es sieht ss »nS, ^S ob es her norbwefiruf<f4en Smue nicht Setinaen wirb, die Stadt f-tersb^g ^ ^^Äft,*^^ M schwach Erend^die Bolsch-»ist«« »m»«* &^^: ™s
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regelrechte Reserven 55^«s Umgebung WW K«w «d befinden.
»andsvewesE der «krainischev Sauer* im Rücken De» Nikins nimmt an Ausdehnung zu. In verschiedenen Gebieten, besonders aus der Gegend von Tryrilje (Bei «tewL Nischyu (Gouvernement Tschernikow) und Ro- Modem (Gouvernement Poltarva) werden Kämpfe zwi-
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en. Die deutschen Angestellten svllerr an mtng MillerandS ausgewiesen werden. Die swet- sung ist innerhalb einiger Woche« durchzukührev.
Den „Straßdurger Neuesten Nachrichten" zufolge werden die Haussuchurcgen, die im Zusannneuhange mit der sogenannten autonornistische« Verschwörung stehen, unter dem Befehl des Direktors der Stratzbnrger Geheimpolizei, Schwab, fieberhaft fortgesetzt. Es wurden bisher 14 Personell, darunter 5 Deutsche verkästet. Viel Tausend aus Dentschland esugetrosfeue Flugblätter wurden bei einer Haussuchung in Straßbnrg beschlagnahmt. In einer großen Anzahl elsässischer unD lothringischer Städte sind auf Befehl der französischeu Regierung weitere Haussnchungen auaeorbnet worden, um die angeblich weit verzweigte Verschwörung anfzu- decken.
Bon den Unlersuchnnqsansfchiiffen.
Der 5. und 4. Untersuchungsausschutz der Nationalversammlung haben eine Aenderung ihres Arbeitsplanes vorgenommen, da sich herausgestellt hat, daß die militärischen und wirtschaftlichen Maßnahme»» nW zu trennen sind. Die Ausschüsse haben ihre Tätigkest in der Weste geteilt, daß der vierte Untersuchungsausschutz die Vorgänge in Belgien, der dritte Untersuchungsausschuß diejenigen in den übrigen Ländern untersuchen soll.
«eurval Sudeudorff beantragt seine Vernehmung.
*♦ Berlin, 28. Oktvber. (§. C.) Zur Widerleg»»«« »er Bthanplungen des Botschafters Grase»» Bernstorf» hat General Ludelldorff bei dem Untersuchungsausschuß der Nationalversmnmlltng vor» sich ans seine Vev- nehmnng beantragt.
Die Sewtebtnjtngen vor dem Nuterfuchnngsausschutz.
►* Berlin, 27. Oktober. (V. Zü Generalseldrnar- schall von Hindenburg wird voraussichtlich am Freitag der Bernehmuna des früherer» Reichskanzlers von Bethmann Hollweg vor dem Uniersuchungsausschuß der Natto»»alversa»nmlung belwobne»». General Luden- dorsf schetnt infolgedessen auch an den Verhandlungen teilnehuren zu «wlle».
Lloy» «eorgc über den Kaiserprozeß.
^ Rotterdam, 28. Oktober. (6. Cü „Dail« Mail" meldet, daß Lloyd George auf eine Vorstellung von LlordS des Oberhauses in Sachen der Strafverfolgung Wilhelms II. am 23. Oktober die Erklärung abgegeben habe, er bleibe unter allen Umstänben auf Auslieferung und Aburteilung »es deutschen Kaisers «nd seiner Helfershelfer bestehe«. Es liegt ein bindender Beschluß der Alliierten vor, der nicht mehr einseitig abgelehnt werden kann.
Der Staatsgerichts-of.
** Serlin, 27. Oktober. (S. 6.) Wie wir hören, sind in »er Gesetzesvorlage mr Einführung eine? StaatsaertchtshofeS die Kompetenzen dieser Körperschaft «««mehr festgesetzt. Danach soll der Staatsaerichtshof als oberste Rechtskörperschaft für alle staatlichen Angelegenheiten »es Reiches gelte«. Der Urteilsspruch des EtaatSaerichtshofes wird den Charakter eines endgültigen Schte»Sspr«cheS habe«.
Die SchaSe«sersatzforSern«gen für versenkte Schisse.
Auflösung der daverischeu Gesaudtschafte« im Ausland«.
~ BMuche«, 28. Oktober. (T It.) Amtlich wird solgeirdeS mitgeteilt: Nach Artikel 78 Absatz 1 der Reichsverfassung ist die Frage der BezieHrrnaen mit den auswärtigen Staaten ausschließlich Sache des Reichs.
Den einzelnen Ländern steht sein Recht mehr zu, bei auwärtigen Staater» Gesaridtschafte»» zu unterMIteiL Mit Rücksicht hierauf sind die bcuierischen Gesaudtschaf- ten in Petersburg und Ron» (beim königlich italienischen Hofe) mit Wirkung vom 1. November 1918 aufgehoben worden. Die Aufhebung der Gesarrdtschast in »pariy dürste in Kürze erfolgen. Die bayerische« ®o= sandtschasten in Wien vember 1919
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.. ..... _ m werden iwm 1. No-, t in Liquidation treten und nach ebenfalls zu bestehen aufhbreu. lsabteilungen in Bern und Wien
Die bayerischen ______ . ......... _ __________
führen ihre Geschäfte bis zur weiteren Regelung in der bisherigen Weise fort.
S^ Millionen Erwerdslosenunterstützung ht Grohberli«.
•* Berlin, 38. Oktober. (S. Cü In Grotzberlt« find am 15. Oktober 132 000 Arbeitslose gezählt worden. Seit Beginn der Arbeitslosenunterstützung sind in den Großberliner Gemeinden 6% Millionen Mark ErwerbslssienuuLersttitzung ausgezahlt worden.
Operativ« HaafeS.
^ Berlin 28. Oktober. (T. in Professor Rotte» hat zur Amputation des verletzten Beines des Abgeordnete« Haafe, die gestern stattfand, Professor Körtke hin« zugezogen. Die Operativ»» ist gut gelungen. Das Bein wurde in der Mitte, des Ot»ersäwrlkels abgerronune». Die hohe Temperatur des Patienten ist im Sinken begriffen und, falls keine Komplikationen eintreten, dürfte
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** Rotterdam, 38. Oktober. (S. C.» Die „Times" melden aus PariS: Die WiedergittmachungSlommis- ' ' " rch die deutsche Krieafitbrung angerichte- rr «Selt-andelStonnaae «ndgülti« ans 16
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haben, wie jetzt seststeht, keinerlei Bakterien ergeben. Polnische Truppen in Thor« eingerückt.
wIÄ9tM,28. Oktober. (T. u.) Am 25. Oktober fin» polnische Truppen in Thor« eingerückt. Thor« wird Sitz bet Wojewodschaft, die den Namen Pomere»« le« erhält.
Attch ei« Wirtschaftsabkommen mit Tschechien. ''
♦* Berlin, 28. Oktober. (S. 6.) Dem uns Pole« abgeschlossenen Wirtschaftsabkommen wirb ein WirM schastsabkoomre« mit dem tschechische« Staate folgen, zu dem die Verhandlungen bereits begonnen wett .
Niederlage der Birkenfelder Regierung. ^
Bei der Wahl zur Landesversammlung in Birken« selb erhielten die durch Wahlvorschlägc vereinigtere Parteien (Demokraten, Zentrum, Deutsche Volkspartei. Bauernbund, Mehrbeitssozialistenl zufarmnen 13 00« Stimmen, die Liste der Regierungspartei 1822, Unabhängige 47 Stimmen. Auf die vor einigten Parteien fallen »mit §3. auf Hie Regieruuasparter nur 2 Sitze bar
* republikanische Regier««» bat Niederlage erlitte«.
AttfhcvutlK -ey «tsstschem Randstaaten-Gesandtschast«».'
N# Berlin, 27. Oktober. <L. A.) Die in KYnigS- Berg stationierte« Gesandtschaften der lettischen »kU Äl_ » W «» W’ * -