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Hersfelder Kreisblatt
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Nr. 249
Freitag, den 24. Oktober
1919
Parlamentarifd) er Anlerfuchmgsmsfchilß.
Fortsetzung der Vernehmung Bernstorffs.
Im Untersuchungsausschuß wurde am Mittwoch die Befragung des Grafen Bernstorff fortgesetzt. Aus eine Anfrage des Abg. Ouarck erklärte Bernstorff, daß schon im Mai 1914 der gesamte amerikanische Handel auf die Entente eingestellt war. Handel mit Deutschland kam nicht mehr in Betracht. Hätte Wilson den Handel mit der Entente irgendwie gestört, so würbe er die öffentliche Meinung in Amerika gegen sich gehab: haben. Er hat auch mir erklärt, "er könne nicht gegen die öffentliche Meinung auftreten. Weiter erklärte Graf Bernstorff, daß die Amerikaner auch bei der Frie- densvermittelung unter allen Umständen völlige Wiederherstellung Belgiens gefordert hätten. — Infolge einer Anfrage Professor Schückings besprach Graf Bernstorff die sogenannten deutschen Berschwörnngev, mit denen die deutschen Vertreter drüben oder Graf Bernstotsf für seine Person nichts zu tun gehabt haben. Er teilte mit, daß verschiedene Deutsche wegen Sabotage verurteilt worden seien, ohne daß er wisse, ob sie überführt seien. Er berichtete auch, daß deutsche Persönlichkeiten sich drüben bei tin r gemeldet hätten, ohne daß sie über den Grund ihres Besuches Auskunft gaben. So ein Kapftänleutnant ntinteln, später in England verhaftet, mit dem die deutsche Regierung nach einem Telegramm des Staatssekretärs v. Jagow nichts zu tun gehabt habe. Zur Sabotagefrage erklärte Graf Bernstorff, er wisse heute noch nicht, ob eine solche wirklich von Deutschen verübt worden sei. Das Auswärtige Amt hätte sicher nicht hinter dieser Sabotage gestanden. Auf die Frage des Professors Bonn, ob de- sannt ist, daß eine amerikanische Untersuchung eingebettet worden sei, sagte Graf Bernstorff, er habe den Bericht selbst gelesen, könne aber nicht angeben, ob wirklich Dinge passiert seien, wie sie uns ooraeworien würden. Im September 1915 sei ein Bericht der
gramm l? vertrauli.
mg habe wenigstens um ^riedensbedingungen ge-
beten, hätte Staatssekretär Zimmermann zwei Tage vor dem Ubootkrieg beantwortet, Graf Bernstorff möge öiese.Frage dilatorisch behandeln. Graf Bernstorff gab zu, daß ihn ein Telegramm des Kaisers an Zimmermann zu der Auffassung gebracht Habe, die Wilsonsche Friedensvernrittelung solle von uns beseitigt werden. Der Kaiser hätte bemerkt, daß er gar Eetnen Wert auf Wilsons Friedensvermittelung lege. Falls ' / Bruch mit Amerika unvermeidbar wäre, sei es ns dem. Es werde vorgegangen. Weiterhin er Bernstorff, die -e«trchen Friedeusbedingu..
sehr maßvoll gewesen. Lansing hätte erwidert, er verstünde nicht, warum wir nicht ebensoviel forderten wie die anderen. Man könne sich dann auf der guten Mitte
Ä zu än- lrte Graf icn seien
einigen.
Zur Frage der Euteuteablehnnug erklärte Gras Bernstorff, Wilson habe sich ausgesprochen, daß die Entente die Absicht habe, uns ,«M Uhootkrieg zu zwingen, um die Vereinigte« Staaten in den Krieg hineinzu- ziehen. Bei vertraulichen Verhandlungen find öfters Aeußerungen des Obersten House laut geworden, die Entente werde unter allen Umständen versuchen, den Krieg zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten zu provozieren. Der Botschafter habe stets alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Friedensbestrebungen Wilsons zu fördern. Ob eine positive Fühlungnahme WilsonS mit der Entente stattgefunden habe, glaube er nicht, beschwören könne er es aber nicht. Wilson habe einen Augenblick abwarten wollen, wo keiner der Kriegführenden noch die Hoffnung hatte, den Sieg zu erringen. Er habe immer gesagt, er sauge keine Frie- densvermittelung an, solange irgendwelche Kontroversen mit Deutschland vorhanden se gab zu, daß er an den guten Willen Le den Frieden zu vermitteln. Nach Wils gen sollte eS ein Frieden ohne Sieg fein, und er habe es so verstanden, daß Deutschland seine Weltstellung behalten solle. Niemals sei von amerikanischer Seite mit ihm Wer einen Frieden verhandelt worden, worin
wurde, daß die Fischerboote und die Küstenfahrer vo« den durch die Flotte der Alliierten angeordneten Ueber- wachungsmatznahmen, die infolge der letzten Ereignisse im Baltikum befohlen worden sind, ausgenommen wer» den sollen. Es wurde beschlossen, daß die Ueber" wachnngsmatznahmen weniger streng dnrchgeführt werden sollen.
Bom Bölkerbrrnd.
** Lugano, 23. Oktober. (T. 11.) Der „Eorriere dell« Sera" berichtet, Clemenceau habe als Präsident der Friedenskonferenz alle im Rate des Völkerbundes vertretenen Mächte eingeladen, ihre Delegierten zu ernennen. . Die Mitglieder des Rates müssen bei dem Inkrafttreten des Friedensvertrages in Paris anwesend i sein.
Zur Frage der Auslieferung des Kaisers.
o» Versailles, 22. Oktober. (WTB.) „Chi- cago Tribune" meldet, der neue Gesandte Frankreichs im Haag, Charles Benoist, wird demnächst seinen Posten antreten und das Verlange,t auf Auslieferung des rüberen deutschen Kaisers an die Alliierten der Host Wischen Regierung übermitteln. Das Verlangen
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r holländischen Regiern«« in dem Augenblick zx- werde«, in dem der Friedensvertrag in Kraft
Die Deportation der Belgier.
5 Milliarden Schadensersatzfordernuge«.
’eien. Graf Bernstorff
Wen Wilsons glaubte, "Zons Ilenßerun-
fern in einigen wichtigen Betrieben Amerikas einen Streik zu inszenieren. Darauf wurde die Abberufung des österreichischen Botschafters verlangt. Nach A^ berufung des deutschen Militär- und MarineattacheS wurden die militärischen Dinge in einem besonderen Büro in Neuyork bearbeitet. Dieses wurde eines Tages von Beamten gestürmt und die Akten mitgenommen. Proteste wegen Verletzung der Exterritorialität wurden niemals entschieden, da inzwischen die Frie- densaktion einsetzte. __.„
Als Staatssekretär Lansing vom Grafen Bernstorff der Abberufung der beiden AtracheeS verlangte, habe er gefragt, ob er durch die Tätigkeit dieser Serien kourprr^ mutiert sei. Staatssekretär Lansing habe kategorisch aeantwortet, sie sind in keiner Äeue an dieser »Inge-
Streik zu
geantwortet, sie sind in keiner 2^ife an üwser -lnge-
attachees war so, daß sie in allen mtliigrifwen fragen direft ihren Behörden unterstanden, während Berichte politischer Natur durch Ae Botschaft gehen nmtz^n. Im übTiiToit östftcn sie feWfißttötci ße^uit^elf* A6^n!^^^ SfFeWenöM
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habe. DaS Mtte sich aber nur auf Deutsch-Amerikaner, nicht aA Reichsdeutsche bezogen. ~. .*
91uf eine Frage deß Vorsitzenden, welchen S1®”®® die Antwort oes Kaisers, Sie Lurch. GerarS den Weg
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i!KS Z^fV"i-W»'««1^ habe. ES liege offenbar ein Mißverständnis vor. Der Kaiser habe Zamals an Söüfmt wegen der Greuel der belgischen Bevölkerung telegraphiert.
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einstimmig mit der Obersten HeMsleitung und dem »Ä Ä ’ÄSffil lut als prodeutsch angesehen. Er habe damalS anae nommen, daß die öeuyche Antwort sagttt sollte, Satz wir eine FrieSenSvermittelung insoweit wünschen, ^v yue Konferenz zustanSekomme. ^cßt^ujite er^UCT dings ««nehme«, daß der Kaiser am »». »^• •♦« «!ff verfogte, Wilsons KriedensverhEdlnua a^ulä'rtei^. t«&»Ä“A^^^
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♦* Berlin, 23. Oktober. (S. C.» Der dritte Untersuchungsausschuß über die Schuldfrage am Kriege, der die völkerrechtswidrigen militärischen Maßnahme« z« untersuchen hat, beginnt seine Vernehmungen in der ersten Novemberwoche. Vor diesem Ausschuß werden dem Vernehmen nach General Ludendorff und Staatssekretär des Reichsnmrineamts Sapelle zu erscheinen haben.
M VmchMmW des gdetow£tw&
** Rotterdam, 28. Oktober. (S. C.) Die „Times" melden aus Paris, der interalliierte Rat habe von den Berliner Ententekommissionen Bericht eingeforderr über den jetzige« Stand der wirtschaftliche« und fruan- ziellen Lcistnugsfähigkeit Deutschlands zur Durchführung der Forderungen des Friedensvertrages.
w Genf. 23. Oktober. (S. C.) „Homme lrbre" schreibt, daß Frankreichs Auffassung zu der neuen sozialistischen Gesetzgebung in Deutschland die sei, daß die Alliierte« allen Gewtze« sozialer «nd smanzieller Art gegenüber das Uebermachungs- und Einspruchsrecht hatten, da jedes Gesetz dieser Art die Verpflichtungen des Friedensvertrages beeinträchtigen könnte.
Die Auslieferung der Handelsflotte.
^ Sem, 28. Oktober. tT. U.) Aus PariSwird gemeldet, dem Oberste« Rat wurde von der britische« AborÄuuug ein Memorandum überreicht, in dem über Deutschland Klage geführt wird, weil es der i« Waf- feustillsiandsverirage ein gegangenen Berpflichtnng, feine ganze Handelsflotte aus,;«liefern, nicht «achgekomme« sei. Es wird darum gebeten, die deutsche Regiernng um unverzügliche A«sttef«r»»a der »och fehlende« Schiffe aufzuforder«.
Verstärk»«« der BesetznngLarmee».
e* Karlsruhe, 28. Oktober. (S. 0.) Die Se» setzungsarmee« in der Pfalz sind um weitere acht Kompagnien verstärkt worden. Für das ganze oesetzte deutsche Gebiet kündigt die „Straßburg r Neue Zeitung" eine erhebliche HeraussetzuNg der Stärke des Ve- setznugsheeres an, die durch die Ardeiterbewcgu«« sich »vtwendig mache.
Die Frie-ensderatnnge« im amerikanische« Ce»at.
t* Rotterdam. 22. Oktober. (T. C.) Die „Times" melden aus Nenvork, im Gesät wurde am sann» tag über des dreizehnte« Abäuderungsantrag znm Frre- densvertrag beraten. Es sind «och achtzehn Ab««« -ernngsavträge zu berate», woz« fast täglich neue komme». Die Auöstchte« für eine baldige Ratifizu-rnng find gering. Laastug wiederholte am Sonntag eine Er- kläruug, daß der Präsident auf «»veränderter Annahme deS KÜedensvertrages mit Destschland bestehen bleibe.
Keine Blockade Deutschlands?
te» Rotterdam, 23. Oktober. lS. C.> -DaU« News" erfährt aus parlamentarischer Quelle, daß Ll»«d George und die englischen Delegierten sich Segen eine nochmalige Blockade Deutschlands aus Anlaß der Bat- ttksm-Differevzeu in PaAs erklärt hätten. Fnso gcdeßcn sei in Paris von den Planen einer Sweiten Blockade als Zwangsmaßnahme gegen Deutschland endgültig Ab, ^•ÄrsÄkt. Ä. tt.) Aus M wt-d nenteldet der Oberste Rat hat von der Note der deut-
»^ Berlin, 23. Oktober. (S. C.) Die hiesigen En- tentekommissionen sind durch 11 belgische Vertreter ergänzt worden. Die neu eingetroffeuen belgischeil Vertreter haben, wie wir erfahren, die Aufgabe, die Feststellungen über die belgische« Dcportatioue« hier vor- Lirnehmen.
Berlin, 23. Oktober. (S. C.) Der Brüsseler „Soir" meldet, daß während der Okkupation 62 430 Belgier nach Deutschland deportiert worden sind. Für diese Deportation habe Deutschland mehr als 5 Milliarden Franken Schadensersatz zu leisten und die schuldigen Urheber an Belgien zur Aburteilung wegen
Die Kampstage in Rußland.
»»Berlin, 28. Oktober. (T. U.) Bei der hiesige« russischen Zeitung „Prieyw" sind folgende telegraphische Berichte von der r«ssische« Front am 22. Oktober ein- getrosseu: Front des Generals Judenitsch: An der ganzen Front von Ligowo bis Pskow sind erbitterte Kämpfe im Gange. Das Uebergewicht ist auf unserer Seite. Unsere Truppen gelangten bis zur Stadt Pawlowsk und bis zum Dorfe Zarskoja Slomyasska südlich vo» Zarskoje Selo. Front des Generals Denikin: Nach zweitägige« Kämosen gelangten unsere Truppe« von Osten her bis Kiew, brache« den Widerstand des Feindes und drangen in die Stadt ein. Zurzeit dauert der Kampf westlich und nordwestlich von Kiew an. Oestlich vo« Orel sind unsere Truppen in das Gouvernement Tula gelaugt und haben die Stadt Nowossil genommen. D« Gegner führte starke Angriffe südlich vo« Usma«. Süd- östttch von Woronesch sind heftige Kämpfe entbrannt. Front des Generals SoUschak: Südlich von Kurge« tat der Gegner nach heftigem Kampfe unsere Frost durchbrochen und uns gezwungen, ein wenig zurüc»- zugehe«. Gegenmaßnahmen sind getroffen.
Rotterdam, 23. Oktober. (S. C.) „Daily Matt" meldet aus Helstngfors, der schwedische und der nenne- gische Konsulatsvertreter in Petersburg sind über Wl» borg in HelstngforS eingetroffen. Sie haben am letzte« Sonnabend Petersburg verlassen. Zu dieser Seit fielen bereits Sie schwere« Granaten der Artillerie des Generals Judeutisch in die Vorstädte von PeterSburg.
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Fftmische Truppe« gege« Petersburg, e* Rotterdam, 28. Oktober. (6. C.) „Tail, M«k" ' JorS, die finnische Regierung hat -ex Truppe« nach Wiborg atacHe«
14 000 Man« finnischex Truppe« nach Wiborg a^geben lassen, die bei Petersburg Verwendruig finden sollen. Damit ist auch Finnland m die Reihe der gegen Sow« jet-Rußland assoziierten Staaten eingetreten.
-e-rat hat gestern die Note festgestellt, dir als Antwort auf die Ententenote wegen der TeilnaMrre der erinveu an der wirtschaftlichen Block,rde gegen Rußland zu gelten hat. Der Text wird veröffentlicht werden sobald er im Besitze der Ententeregierungen ist Der Inhalt der Note ist. wie die „Genfer Nachrichten". brnzufUgen durch Sie Tatsache gegeben, daß die Schw«^ ^s letzt keinerlei wirtschaftlichen Verkehr mit der russisches Sow st
Kow«o vo» den Pole« besetzt.
w Kopeuhage«, 22. Oktober. (H. N.) AuS R^al eingetroffene Meldungen besage« daß die polnische« Truppen Kowno eingenommen haben.
Radek in Pole« verhaftet.
w Kopenhagen, 22. Oktober. (H. N.) Ein Telegramm aus Warschau besagt, daß Radek nach seiner Ausweisung aus Deutschland sich in Polen auftal , wo er darauf hinarbeitet, die Landarbeiter zu organtiieten und eineti Eisenbahserstreik hervorzurufen. Die polnische Regierung soll ihn verhaftet haben, und er wa sich aegenniärtia im Gefängnis zu Oridno befinden.
Aufdeckung einer elsSssischen Verschwörung
In Straßburg wurden mehrere Personen wegen angeblicher Anstiftung von Verfchworungen verhaftet. »^^« Ä «„ d« .....
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