RMMM mi MMtrer.
. Das Verhältnis des Reiches zu den Ausland- Seutschen ist in vergangenen Zeiten nicht immer das befte gewesen, Wir Deutschen müssen zu unseren Fehlern leider auch den rechnen, daß wir es herzlich schlecht verstehen,eine lebendige und innige Verbindung mit unseren ausgewanderten Volksgenossen aufrecht
^halten und sie mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu pflegen. Die Folgen davon hat uns, da wir vorher weder Augen noch Ohren für die Zeichen der Zeit halten, der Krieg mit überzeugender Deutlich- keit gezeigt. Trotzdem ein Drittel aller Deutschen im Auslande lebte, waren diese SO Millionen kein ausreichender Sauerteig, um die Welt von der Gerechtigkeit der deutschen Sache zu überzeugen. Lag es daran, daß die Auslanddeutschen selbst nicht mehr genügend durchsäuert waren? Wenn wir zu Bor- würsen geneigt sind, können wir sie nur uns selber machen. Wir daheim haben seit Jahr und Tag zu me™ß=>8itanAö^ Sammelbecken deutschen Wesen- und
^->^^E speisen, und es mußte sich deshalb das Wort erfüllen: Von nichts kommt nichts.
Allerdings dürfen wir auch nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Wir müssen im Gegenteil dankbar anerkennen, daß unsere Auslanddeutschen in umiangrerchem Maße glänzende Proben ihrer Treue zum alten Baterlande gegeben haben. Trotz Drang- ial und Verfolgung hielten sie zu deutschem Namen und Wesen und erduldeten — oft in größerem Umfange als viele daheim — Verlust an allem, was ihnen lieb und teuer war, nur um des einen Grundes willen, well sie deutsch waren und bleiben wollten. Ihre Treue müssen wir um so höher anschlagen, al» viele von ihnen auf vereinsamten Posten standen und keine Verbindung mit der Heimat pflegen k»nnten.
An rhnen, die also deutsches Wesen nur aus dem Innersten zu schöpfen vermochten, hat sich herrlich der Geist wahren Deutschtums bewiesen, und wenn wir diese Treue auch nicht mit Kreuzen und Orden lohnen konnten, so dürfen wir doch nimmermehr diesen stillen Opfersinn der geraden Tat in Ver- gefsenheit geraten lassen. Im Gegenteil, wenn etwa- unS aus der Stickluft gesunkener Sitten wieder zu heben vermag, so sind es die Beispiele dieser Taten, die zu sammeln, ein Verdienst unserer Tage wäre.
Aber wir haben ja mehr als die Erinnerung an Vergangenes: die Träger dieser Taten weilen ja unter uns, das feindselige AuSland gibt und die besten unserer Söhne zurück. Die Stacheldrahtver- Haue öffnen sich und unsere internierten Ausländsdeutschen kehren heim. Nicht heim zu jener Scholle, die sie sich in der Ferne geschaffen und auf der sie deutsche Sitte und Gewohnheit gepflegt hatten; nichts von alldem hat ihnen der aufgepettschte Neid und Haß unserer früheren Feinde gelassen. Heim kehren sie zu uns in- alte Vaterland al» Ausgeraubte, Gebeugte und Zerschlagene.
Kommen sie als Fordernde? Nein. Aber doch mit der stillen Bitte, mit der jeder Sohn ins Vater, haus zurückkehren würde, wenn die ganze Welt ihm Zuflucht verwehrt: Nehmt mich noch einmal auf, damit ich wieder Kraft schöpfe und mir da» Rüst» u. Werkzeug schaffe, Mtt dem ich wieder yinau-ziehen will, wenn die Sturmflut vorüber itt. ^Denu daS ist ja das Große und Bewunderungswerte an unseren r Auslanddeutschen, baß sie' den Mut nicht verloren, daß sie den Kopf oben und da- Herz auf dem rechten Fleck behalten haben. Sie sind nicht klein zu kriegen.
Sollten wir die Hand zurückziehen, von der sie Hilfe erwarten? Dar wäre allerdings nach dem Sinn unserer Gegner. Denn unsere tatkräftige AuSIandS- ptoniere sind ein machtvolle- Hindernis gegenüber allen Versuchen von übelwollender Seite, unseren Welthandel und Weltverkehr auSzurotten. Wir dürfen also, wenn wir uns nicht selbst gänzlich aus. geben wollen, diesen Wunsch unserer Feinde nicht er- süllen. Gegen den FriedenSvertrag verstoßen wir damit glücklicher Weise nicht. Aber eS wäre ein ungeheurer Verstoß gegen alles, was vor deutschem Gewissen recht und billig ist, wenn wir unseren zu Hunderttausenden -etmgekehreten Rückwanderern nicht alle Hilfe und Förderung bieten würden, zu -er wir imstande sind. Freilich haben wir selbst nicht viel, das ist richtig; aber sie besitzen gar nicht-, z und -aS ist doch wohl noch ein kleiner Unterschied.
In Erkenntnis dieser Tatsache hat sich ein alle
politischen Parteien umfassende» und von allen Religionsbekenntnissen beschicktes und gefördertes Hilfswerk gebildet, dessen Träger 15 unserer größten Wohlfahrtsorganisationen sind. Es führt den Namen „Rückwandererhilfe" und hat neben der in Berlin, Tauentzienstraße 6 befindlichen Hauptstelle bereits 800 Ortsgruppen im Reiche begründet, deren eine die Arbeit auch in unserer engeren Heimat ausgenommen hat. Der Aufruf, mit dem die Rückwandererhilfe sich an die Oeffentlichkeit wendet, ist von den bekanntesten Namen der Gegenwart unterzeichnet.
Hoffen wir, daß das deutsche Volk noch nicht müde geworden ist zum Geben, und daß dieser ernste Hilfruf nicht ungehört verhallt. Hilfe für unsere Äuslandspioniere ist Selbsthilfe im Interesse jedes einzelnen Volksgenossen, denn ohne ihre Mitarbeit können unsere zerstörten weltwirtschaftlichen Beziehungen nicht wieder aufgebaut werden.
Im der Helmut.
* (Schiebungen imBahn verkehr). Aus dem Güterzuge Mannheim—Frankfurt warfen in der Nähe von Mörsfelden Angehörige vom Zugpersonal vier schwere Kisten mit Zigaretten im Werte von 35—80 000 Mark auf die Bahnböschung. Hier standen bereits Helfer bereit, die die Kisten in Empfang nahmen und mit ihnen im Waldesdunkel verschwanden. Obwohl der Zug sofort zum Halten gebracht wurde, blieb die Verfolgung der Räuber ergebnislos. — Vom Frankfurter Güterbahnhof wurde am Donnerstag ein angeblich leerer Güterwagen nach dem Haupt- bahnhof rangiert. Als der Wagen dann wie von ungefähr einem Fernzuge angehängt werben sollte, sah man nach und entdeckte, daß der Wagen Seide,Zigaretten und Kakao im Werte von fast 400 000 Mark barg, die nach Norddeutschland geschoben werden sollten. Das wertvolle Gut verfiel der Beschlagnahme.
8 HerSfel-, 38. Oktober. In den Aussichtsrat der LulluSbrunnen -Gesellschaft m. b. H. Bad -er-frlb wurde Herr Diplom-Fngenieur Otto Hüfner in Berlin-Lankwitz neu gewählt. Mit Rücksicht auf geplante EinbampfungSanlagen erschien et zweckmäßig, den auf diesem Gebiete besonder- erfahrenen Fachmann nufzunehmen.
Alleuborf a. d. Lahn, 18. Oktober. Im Basalt- werk an der Landsburg wurde dem Arbeiter Schrön au» Schlterbach von einem herabstürzenden schweren Stein der Kopf zermalmt. Der Tod trat sofort ein.
Nenkirchen, 16. Oktober. Beim Ablaben von Stämmen auf dem Bahnhof wurde der Dienstknecht F. von einem Stamm derart getroffen, daß er alSbald verschieb.
lullte WmtmAM.
HerSfelb, den 17. Oktober 1919.
Nachstehend veröffentliche ich die Beschlüsse, welche der Kreistag in seiner Sitzung am 34. September -s. FS. gefaßt hat.
MseLMiK WaNW: f
(Ziffer 1—6 der Tagesordnung.)
a. Sreisdeputierte.
1. Bürgermeister GroScurth, Unterhaun,
2. Geschäftsführer Paul List, Hersfeld,
b. K-mmunallau-tagSabgeor-xte.
1. Gewerkschaft-sekretär Schnabrich, HerSfelb,
2. Landrat v. Srunelius, HerSfeld,
c. Sörungskommission.
Vorsitzender: Gutsbesitzer Otto Reinhardt Landershausen, stellv. Vorsitzender: Bürgermeister Paul, Kathu».
Mitglieder:
Domänenpächter Sschstruth fen., Wilhelm-Hof, Landwirt Heinrich Meckbach, Niederjossa, stellvertr. Mitglieder: Gut-besitzer Gustav Theune, Harnrode, Müller Heinrich Rüger, Röhrig-Yof,
d. Gebäudestener-Beraslaguugs.Somwisfiv«.
Mitglieder:
1. Bauunternehmer Bolender, Her-feld,
2. Maurerpolier Balthasar Lau», Heringen,
3. Zimmerpolier Georg Alles, Hattenbach, stellvertr. Mitglieder:
1. Bürgermeister Schuchhard, Niederaula,
2. Bildhauer Karl Harth, Hersfeld,
3. Heinrich Hebler, Heringen.
e. Einkommensteuer-BeraulagungS-Kommisfio». Mitglieder:
1. Michael Schnabrich, Hersfeld,
2. Gottlieb Verlach, Hersfeld,
3. Fritz Pfeffer, Heenes,
4. Ferdinand Altenburg, HerSfeld,
5 Karl Reinhard, Unterwetsenborn,
6. Georg Hermann Möller, Hersfeld, stellvertr. Mitglieder:
1. Konrad Trinter, Friedlos,
2. Adam Wiegand, Unterhaun,
3. Heinrich Jckler, Rotense-,
4. Bürgermeister Hofmann, Hattenbach,
5. Direktor Paul Thiel, Röhrigshos,
S. Ingenieur Pietsch, HerSfelb,
f. Wasserschauamt.
Mitglieder:
1. Landwirt und Müller Adam Heene», Sorga,
2. Maurerpolier Balthasar Laun, Heringen,
3. Direktor Wilhelm »ies, HerSfeld,
4. Bürgermeister Hermann, HeimbolbShausen, stellvertr. Mitglieder:
1. Landwirt Adam RooS, KerSpenyausen,
2. Stadtbaumeister Keller, HerSfelb,
3. Rentner Georg Bonn, Nieberaula,
4. Bürgermeister Johanne- Braun, Friedlos, Ziffer 7 der Tagesordsrmg.
Die Beschlußfassung über den Ausbau deS Landwegs Gittersdorf-HählganS wurde wegen der bedeutenden Belastung deS Kreises zunächst auSgesetzt.
Ziffer 8 der Tagesordnung.
Das Projekt für den Ausbau Se» Landweges Obergeis-Erzebach wurde gutgeheißen und bis Auf- nähme des Weges in den Landwegeverband beschlossen. Die Frage, ob der Weg alsbald auszubauen ist, soll zunächst nochmals eingehend geprüft werden.
Ziffer 9 der Tagesordnung.
Dem Vorschlag» beS KreiSauSschusseS entsprechend wird die Gewährung einer Tagegeldes von 20 Mk. als Pauschsatz an die Mitglieder des KreiSauSschusseS und deS Kreistages für die Teilnahme an den Sitzungen beschlossen.
Ziffer 10 der Tagesordnung
Der Genehmigung-bedingung deS BezirkSauS- schuffe» in Kassel dahingehend, daß SaS Darlehn von 800 000 Mk. soweit erforderlich, spätestens mit Beginn de» 8. Jahre» nach Friedensschluß mit 2'/» zuzüglich der ersparten Zinsen zu tilgen ist, wird zugestimmt.
Ziffer 13 der Tagesordnung.
Da» Kostendrittel zur Senkung be» Verkaufspreise» für Vollmilch in der Stadt HerSfeld von 14 auf 86 Pfg. wurde auf den Kreis übernommen.
Ziffer 13 der Tagesordunug.
Die Mittel zur Böschung-befestigung am Landweg von Unterhaun nach Oberhaun und für die Erhöhung deS Landwege» an der beschädigten Stelle in Höhe von i 9 60j|^MW!l^te*jiii^ ' '
Ziffer 14 der TageSorduiug.
Die Errichtung einer weiteren KreiSauSschutz» Assistentenstelle und die Bereitstellung -er Mittel wurde nach Begründung öurch den Vorsitzenden beschlossen.
Zu Ziffer 11 der Tagesorduuog
stellte KreiStagsabgeordneter List, HerSfelb Antrag auf Einrichtung je eine» Kreiswohnung-amte-, KreiS- wohlfahrtSamtes und «tneS Kreisjugendamt-, welcher dem KreiSau-schu- zur weiteren Veranlassung über, wiesen wurde.
Der Antrag deS Abgeordneten Rüger, Unter- weisenborn auf Zahlung einer Sondervergütung an die Gendarmerie-Wachtmeister für ihre Mitarbeit auf kriegswirtschaftlichem Gebiete wurde angenommen und ebenfalls dem KreiSausschusse zur weiteren Veranlassung überwiesen. J. A. No. 13817.
Der Vorsitzende deS KreiSauSschusseS. von GruneliuS.
17)
Stolze Herzen.
Roman von Fr. Sehne.
(Nachdruck verboten.)
Entschlossen stand sie auf. „Ich habe den Mut, Frau Neuhaus! Wenn Sie denken, daß ich genüge? Das Publikum muß aber um Nachsicht gebeten, werden und darf nicht erfahren, wer ich bin. Man wird mich doch nicht als Mignon erkennen!" . ,
„Kommen Sie, Baronesse, eS ist keine Minute W verlieren. Nehmen Sie sich zusammen und fingen Sie dem Kapellmeister vor, was er wünscht! Ich verbürge mich für Sie! Die Stimme der Giers reicht fa nicht im entferntesten an die Ihre heran, ebensowenig ihre
tb fingen Sie Ich verbürge eicht ja nicht
Erscheinung."
Wie im Traum ließ Ruth fich führen und sieb Direktor und Kapellmeister vorstellen. Die Herren schwankten noch, dieses bühnenunkundtae Wesen —, daS war ja unmöglichi Aber bei den ersten Tönen schon war der Kapellmeister entzückt. — Eine Stimme, so groß und doch so weich und so voll unbeschreiblicher Süße wie die, hörte man nicht alle Tage.
Des Publikums hatte sich eine leichte Unruhe bemächtigt. Der Regisseur trat vor den Borbang. meldete Mc Mötzliche Erkrankung der DarsieNerin^der Mignon. für die fich aber bereits Ersatz gefmiden habe. Er bat um N^mncht mit der Dame, die so hilfsbereit einspringen wollte. M ,
Mittlerweile kleidete Frau Neubaus Nntb mit fa- belhaster Geschwindigkeit um, schmückte fit und wies fie an. Die früvere Primadonna sprach ibr Mut zu.
„Ich bleibe in Ihrer Nähe. Baronesse. Vielleicht kommen Sie -nrch den heutigen Abend der Erfüllung öftres Wunsches nahe! Achten Sie nicht auf das Publikum. nur auf den Kapellmeister der Ihnen Mc Einfälle Gibt; denken Sie. Sie seien bei mir! Ich weiß, wie ficher Sie der ganzeir Pariie sind!", „_
Heldenhaft unterdrückte Ruth die Ausregung, die sich ihrer bemächtigte, als fie fich dem Publikum präsentierte und die vielen Operngläser aus sich gerichtet sah.
Wiockm S«MudGM«tz M 5* Seat* - -WstM»
schwand die Schwächeanwandlung, und endlich war eS so weit, daß sie zu fingen hatte. Alle Besangenhett war jetzt geschwunden — leicht perlten die Töne von ihren Lippen, und mit entzückender Grazie spielte und sang sie die Ssene an PhilineS Toilettentisch.
Hingerissen klatschte das Publium Beifall auf offener Szene: es hatte sich herumgesprochen, daß baS liebreizende Mädchen da oben zum ersten Mal die
Bühne betrat. _
Der Akt war zu Ende. Kran NenhauS schloß Ruth in die Arme, und beglückwünschend untbränaten sie der
Direktor und die Mitspielenden.
Ganz blaß saß Ruth da und nippte mechanisch an dem Glas Rotwein, das ihr der Regisseur gereicht hatte. Sie konnte kaum sprechen, rote ein Traum war es ja.
was sie erlebt, was sie getan.
Das Finale war verklungen, der Vorhang gefalle«. Ein Beifallssturm erhob sich, wie dieses HauS ihn selten erlebt hatte. DaS Publikum war aanz außer fich. eS wollte die Mignon durchaus noch einmal sehen, und Ruth mußte, trotz hefttgen WiderstrebenS. geflchrt von dem Direktor und dem Kapellmeister, den Rufen nachge- ben und sich zeigen. Mit Jubel begrüßte man sie, die in Sem weißen Kleide und in der Fülle ihres eigene« gelösten Saares unendlich liebreizend auSsah. Sie verneigte sich banfenb mit rührend bescheidener Geberbe.
Von allen Mttsvielenden wurde fie begWckwünscht.
„Einfach fabelvnst." saate der Direktor, der fie am liebsten sofort engagiert hätte.
Frau Neubaus beakeitete Ruth nach Hanfe, der doch
setzt ein wenig beklommen zumute war.
„Baronesse, Sie baden meine kühnsten Erwartun- «en noch übert rossen! Sie willen, wie hoch ich Jvre Begabung einschätze? Dieser Abend war ein großer Ersolg für Sie mtb läßt mich von neuem bedauern. Satz so viel Talent brach liegen soll! Fräulein GierS kommt Ihnen stimmlich lauge nicht gleich, und ihre schauspielerischen Leistungen find ebenfalls nicht bedeutend! Sie, meine liebe Baronelle, haben mtt allen Ehren bestanden. Ich bin stolz aus Sie! Man war ent- aMk ^ WWVM «Mm Ga «fcJMear
®le« wartet, auf Ruth m» Hielt etn Glas T« te- rett.
erte
!»m bat M Mmr Mttickvezoaen, Ruth: er da», zu lange, brs bu kamst! Run, wie war eS?" abwesendem Blick sah Ruth vor sich bin.
„Wie es war? Davon morgen. Ich möchte jetzt M Bett gehen: ich bin doch müde geworden!" _
„Du stehst so aufgeregt aus, Ruth, deine Wange« gttchen förmlich. Hat eS dich so erregt?"
-Morgen ergähle ich dir alles: letzt möchte ich Wbk»°
SS war besser, «stenS ängstliches Gemüt nicht mit totem Erlebnis zu beschweren — wenigstens heute abend nicht mehr.
Gräfin Tombach fewst fragte Ruth nicht, wie ihr Sie Oper gefalle« habe, deshalb erzählte auch das tunae Mävchen nicht».
Gegen wttiag kietz sich Frau Oberst von Schäfer mel- beu.
^Rutb saß in ihrem Zimmer: Ellen war in der Küche
Nachnngefähr einer halben Stunde verließ der Besuch das Haus und gleich danach ertönte ein heftfaer Klmgeln aus dem ^Amnrer der Gräfin.
„Ruth, bu foHTt sofort zu Mama komme«! Met« GE was aibf« nur wieder?" mgte Ellen ganz blaß. Mama ist außer fich. Wer weiß, was die fvrau Oberst ihr erzählt hat."
Mit einem Hefen Aternzuge erhob fich Rut» mtb Teate Sie Stickerei, mit der fie beschäftigt war, beiseite.
„Ich weiß, um was es fich handelt, Ellen. Ich baSe es dir nur nicht gesagt, um dich nicht zu angsttaen. Komm mit und höre!"
Wie «ne rottöe Furie stob die Gräfin auf bte WtSte
^Was habe ich hören, müssen! Auf s gröbste du Kch, mich, kompromittiert! Gestern abend t« The- ater bist du - eS ist kaum w glauben! - bist du tttr eine erkrankte Sängerin als „Mignon" aufgetrete«. Hast du denn ganz den Verstand verloren?"
Mortsetznvs folgt.) i