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hersfeiver Tageblatt

Hersfelder Kreisblatt

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Nr. 246

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 7-_ )Mark, durch die Post be- zogen,. ^Älark. Dmck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei HersfÄd. Wr die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld.

Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

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Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile' ' Pfennig, im amtlichen Teile. -Pfennig, Reklamen kosten die Zeile ^-Pfennig. Erscheint jeden Wochentag nachmittags. Fernsprecher Nr. 8.

Dienstag, den 21. Oktober

1019

Irmkreich enllätzl die Gefangenen nicht. I SW&Ä^^^

e» Berlin. 20. Oktober. iS. 6.) Eine Savas- übernehmen. Die Verhandlungen,werden durch V

^ben

»* Berlin, 20. Oktober. lS. C.) Eine Havas- «el-nng vom 18. Oktober bestätigt, daß -er Abtrans­port -er -entschen Kriegsgefangene« aus Frankreich bis ant Erfüllung der Bedingungen des Friedeusver-i träges hiusichttich der Räumung -er rnfstschen Gebiete aufgeschoben worden ist.

** Paris, 2a Oktober. lT. lt) Zur Frage der Heimsendung der deutschen Kriegsgefangenen schreibt Libertee": Man könne nicht sofort 450 000 Gefangene freigeve«, die jetzt am Wiederaufbau der zerstörten Ge­biete arbeite». Sie seien zugleich Geiseln für die Ein- haltnng -er Friedeusbe-mguuge« durch Deutschland. Für ihre Heimsendung sei von Seite» Dentschlaads eine Garantte nötig, daß an ihre Stelle andere Arbeiter ge* schickt würde». Wegen -er schwierigen Transportver- Hältnisse könne die französische Regierung auch nicht den Tag ^estsetze«, an dem der Rücktransport begonnen wer-

1 übernehmen. Die Verhandlungen werden durch Ver­mittelung der italienischen Botschaft in Washinton ge­führt.

Aus dem besetzten Gebiet.

Verbot kommunistischer Propaganda.

** Genf, 20. Oktober. (S. C.) DerTemps" mel­det aus Mainz, der französische Militärbefehlshaber hat Anordnungen erlassen gegen die Betätigung kommu­nistischer «nd syndikalisttscher Propaganda im besetzten

Kronstadt durch ein englisches Marinedetachement von 4000 Mann erfolgt. Die Mitglieder des Kronstadter Sowjets konnten fest, auf Petersburg und Die Petersburger B

cen werden. Der Angriff orstädte ist in Einleitung. kt-Regierung ist nach Wo-

logda übergesiedelt. Bon der Einnahme Petersburgs wußte Reuter am Sonnabend noch nichts.

Die weiße Armee erreichte die Stadt Ligowo, 13 Werst vor Petersburg. Patrouillen sprengten die Eisenbahnbrücke von Totzno an der Bahnstrecke nach Moskau.

BerteidigungSmatznahme« der Bolschewisten.

(Wenn man diese Meldung des republikanisch-kon­servativen Blattes auch mehr als einen Wahnsinns­ausbruch der Boulevardpresse bewerten darf, so ist sie doch kennzeichnend für die Verhetzung des französischen Volkes, das heute mehr denn je reaktionären Ein­flüssen zugänglich ist In dem Lande, das sich einst nicht genug tun konnte in -em Ruf nach Freiheit, Gleichheit und BrüSerlichkett, wird heute laut unS eindringlich dafür vläöiert, Sie deutschen Kriegsgefangenen als Gei­seln für die DurchMörung eines unerfüllbaren Frie­densvertrages zurückzubehalten. Wo bleibt da das Ge­wissen der Völker? Sie wagen nicht, gegen den Sieges- taumel und gEschen Haß ihr Beto einzulegen. Deutsch­land ist Heute noch so isoliert, wie eS während des Krie- geS war. Aber es wird einst der Tag kommen, wo diese Fpeveltaten gebieterisch ihre Sühne verlangen werden.) Die Durchführung des Frkedensvertrages.

Die Abrüstung Deutschlands.

** Genf, 20. Oktober. (S. C.)Homme ltbre" schreibt, die militärische Uebsrwachnngskommission in

Die Besetznng der Pfalz.

* Mannheim, 18. Oktober. lS. G.) Der französische lstilttärbefehlshaber der Rheinpfalz hat für weitere 14 Compagnien französischer Truvven Nnterkuustsränme ttr den 1. Dezember angefordert. Die gesamten Auf- ndungen der Rheinpfalz für das Besatzungsheer tragen nach einer Mitteilung in der Neustädter Ge- inöevertretuna 3 Millionen Mark im Jahre.

** Helfingfors, 20. Oktober. lT. lt.) Nach hier Nachrichten von der Petersburger Front ziehen die Bolschewisten starke Trnppenmassea bei Pe­tersburg und bei Gdow am Peipussee zusammen. Ans Petersburg werden Stratzenkämpse gemeldet.

eingetroffenen § ziehen die Soll

entspr

wird.

Die«m««g der abz«tretende« und Abstimmungs­gebiete.

e* Berlin, 20. Oktober. (®. E.) Die »ehvrd- ttchen Evakuternngsmatznahme« für den deutschen Osten «Her« sich ihrem Mbfchlntz. Es werden aus den der Volksabstimmung unterliegenden bezw. abzutre- tenden deutschen LaEsteilen mehr als 100000 Beamtet und Hilfsbeamte nach Mitteldentschland übergeführt.

Die Milliardenvorschüsse au die ehemalige«

Verbündeten.

Ä ** Rotterdam, 20. Oktober. (S. C.)Daily Ex­preß" meldet -aus Paris, Sie Rückerstattung der deut­schen Vorschüsse, die Oesterreich, Bulgarien und der Türkei gewährt worden sind, ist vom Rate -er Alliier­ten untersagt worden. Die deutschen Forderungen an Sie Türkei belaufen sich auflS Milliarden, die an Bnl-

garten auf 2%

lart

Die Verzögerung deS Friedens.

Matt" lsamen s mit

Wendungen betrat

me

Ei« französischer General an Pfälzer Beamte.

Wie aus Speyer gemeldet wird, hielt General Fay- olle eine Ansprache an die obersten Beamten der Pfalz, in der er u. a. sagte: Seit dein Waffenstillstand habe stets Ordnung in der Pfalz geherrscht. Es seien zwar einige Fälle von Störungen vorgekommen, hervorge­rufen durch wirtschaftliche Schwierigkeiten und Lebens-^ mittelteuermig. Doch seien das Folgen des Krieges. Frankreich leide trotz seines Sieges mit seinen zerstör­ten Provinzen noch mehr als die Deutschen. Wenn die deutschen Armeen nicht die Kohlengruben in Nordfrank­reich zerstört hätten, hätte die Pfalz heute Kohlen ge­nug. Um die Lage zu verbessern, gu. _______:7 '

Arbeit und immer wieder Arbeit. Jede Unterbreche verschlimmere nur das Elend. Der General teilte bi mit, daß die Bemühungen des neuen französischen Kom­mandeurs Degoutte, der sich in seiner Begleitung be­fand, auf die Verbesserung der Lebensmittelversorgung gerichtet seien. Wir alle, der Eine wie der Slttberf^bru

>ebe es nur ein Mittel:

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Frankreich beteiligt sich an dem Feldzug gegen Rußland.

* Genf, 20. Oktober. (S. C.) Havas meldet, irr der Sitzung des französischen Ministerrates am Freitag 7 .. .rtznahmen gegen Sowjet-Rußland zugestimnrt ------ Die französische Kriegsflotte in der Ostsee ist dem englischen Oberbefehl unterstellt worden.

ist den Ma

worden. Die

dem englischen

Finnische Ansfuhr nach Petersburg.

** Helfingfors, 20. Oktober. (T. lt) In FinnlartS werden große Vorbereitungen zum Export nach Peters­burg getroffen. Sobald sich die Nachricht von der Ev- obernng der Stadt bewahrheitet, sollen vor allem Brennmaterial und Papier ausgeführt werden. Der Zarenrubel, der in der vorigen Woche nur 45 Pfennig wert war, stieg aus 15a Kerenskirubel stieg von R auf 9a

Sie Besetzung Petersburgs und Kronstadt».

»» Berlin, 18. Oktober. (S. C.) Ei» Telegramm einet hiesige» Agentur aus Helfingfors bestätigt die bisher gerüchtweise umlaufende Meldung, daß Peters« bürg vo» Jndeuitfch genommen u-ordeLfei. Auch -m

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scheu der pfälzischen Bevölkerung und den t Truppen offen und ehrlich bleiben.

' ** Rotterdam, 18. Oktober. (S. C.)Dai meldet aus Paris, die Verzögerung der gem RechtsMtigkeitserkläruug des Friede«svertr< Deutschland durch die Alliierten ist auf Antrag Frank­reichs zurückzuführen.

Die Pfalz ohne Elektrizität.

Die Ludwigshafener Pfalzzentrale teilt mit, daß von Montag ab Sie Pfalz nicht mehr mit Elektrizität ver­sorgt werSen könne.

Die Berwaltttilg Elsatz-Lothringens.

** RotterSam, 19. Oktober. (T. U.) Wie derTele- graaf" aus Paris meldet, ist das Gesetz betreffend die Verwaltuua von Elsatz-Lothringen heute morgen von dem Staatsanzeiger veröffentlicht worden. Nach den Bestimmungen dieses Gesetzes unterstehen beide Pro­vinzen unmittelbar dem französischen Ministerrat. Sie sollen 24 Abgeordnete und 14 Senatoren ins Parla­ment entsenden.

Englands gewaltigster Feind niedergerugnen.

Aus den englischen Blättern geht hervor, daß Lloyd George in einer Rede in Sheffield am Donnerstag den Nachdruck darauf legte, daß Euglaud mit feinem gewal­tigsten Feinde Frieden geschlossen habe und daß damit die Zeit gekommen sei, wieder ernstlich an die Sirbett zu gehen. Es müsse produktiver gearbeitet werden als je zuvor. Die Lasten, die England zu tragen habe, seien schwerer als vor dem Kriege. Vor dem Kriege habe

6 war.

ime Kronstadts, daß die Beschießung der üe englische Flotte außerordentlich heft»

Stratzenkämpse in Petersbnrg.

&> Rotterdam, 18. Oktober. (S. C.) Wie Si«Td- mes" aus Skiga melden, berichtet der Stab der Nor^ westarmee, daß in den Straßen von Petersbnrg Kämpfe toben.

Petersburg «och in Händen der Bolschewisten.

w Kopenhagen, 19. Oktober. (T. lt) Meldungen aus Reval besagen, daß Nachrichten über den Fall Po- tersburgs keine Bestätigung gefunden haben. Auf js- den Fall tst es Tatsache, daß sich Gotschina in Händen der Bolschwrsten befindet.

Hilfe für Lettland.

** Rotterdam, 18. Oktober. (S. C.)Daily Er­preß" meldet aus Paris, der lettischen Regierung wurde die erbetene Hilfe gegen die deutschen Trnppe« bewil« alt Vorschlägen an den großen

ligt. Mar

Rat bis Mittwoch nächster Woche beauftragt.

Schwierige Lage der Bolschewisten.

aemeld^

i Separatfriedens zwischen Amerika und Dentschland.

** London, 2a Oktober. lT. U) Wieaus WasHina-

Neuer Plan eines

Deutschland ttfikattonen DeutschlanS ttfiziert hat.

darauf bestehen, einen Sepa- :« Bereinigten Staate« «nd m, falls der Austausch der Ra- :ankretch, England, Italien und bevor Amerika den Vertrag ra-

Die Verschärfung ^t^^wan^ma&nabmett gegen

w Rotterdam, 18. Oktober. (S. C.) DieTimes" melden aus Paris, im Rate der Alliierten einigte man sich dahin, daß eine Verschärfung der Zwangsmaßnah­men gegen Deutschland nicht vor Eintreffen der Alliier- tenkommtssion im Balttkum eintreten soll. Die Kom­mission verläßt Ende nächster Woche PariS.

Gegen eine neue Blockade Deutschlands.

w Rotterdam, 18. Oktober. (S. C.)Moruing- post" meldet aus Paris, der Wirtschafts-Ansschutz hat am Mittwoch sich nochmals mit der Frage der Wieder­einsetzung der Blockade gegen Deutschland befaßt. Im allgemeinen ist die Wirtschaftskommission aus'techni­schen Gründen gegen eine neme Blockade gegen Dentsch-

Die ersten 20 Milliarde« znm größten TeU entrichtet.

DerKölnischen Zeitung" wird gemeldet: Dem Vernehmen «ach sind die erste« zwanzig Milliarde« Mark, die nach dem Friedeusvertrage Detttschland a«f ~ ------* ' u hat, t«zwi-

bereits Mm

icke« ti größten

Amerika und die ASri»frage.

« Zürich, 19. Oktober. tT. U.) Nach einer Meldung -erCarriere della Sera" ist das Schwergewicht der Adria-Berhandlungen von Paris nach Washington ver- XraäSSSSEaK.

richten

Haag. 18. Oktober. (L. A.) Aus London wird en Nach httr ^«getroffenen zuverlässige 7t nb die Bolschewisten in immer groß

icn NaH-

an oen wichtigsten Handelsartikeln, ichfraae sei nichts zu befürchten. Wohl ich, ob England seinen ihm zukommen-

habe Bedürfnis Bezüglich der Na, aber sei es fraglich, ob England s den Anteil an der Befriedigung des Bedürfnisses er­halte. Während des Krieges habe man Sie Wichttgkest des Transportwesens für den Steg einfehen gelernt. Das jetzt herrschende System -er Konkurrenz ohne

Das jetzt herrschende System der Konkurrenz ohne Zentrallettung führe unbedingt zur Verzettelung der Kräfte. Es fei höchst wichtig. dem zuvorzukommen. England habe den amerikanischen Standard inbezug aus Maschinen und Oekonomisierung der Erzeugnisse noch nicht annähernd erreicht.

U-Deutschlan- in englische« Hünbe«,

DieNationalzeitung" meldet aus Basel: Die Pretz- information meldet aus London: Das frühere deutsche HanSelsbootDeutschland", das die Engländer mit ei­ner U-Bootsalle gefangen hatten, ist jetzt nach der Themse geschleppt worden. Die Admiralität will das Boot für besondere Zwecke umbauen lassen.

Das Tauchboot.

** Genf, 19. Oktober. lS. C.) Heralö meldet aus Neuyork, Lansing teilte im Senat auf eine Anfrage mit, ihm sei von der Absicht der Alliierten, das Tauchboot als Kriegswaffe zu verbieten, nichts bekannt.

(Nur als es DeutschlanS anwandte, war es eine das Völkerrecht verletzende Waffe.)

Sie Saltifumftage. -

Die deutsche Antwort ««befriedige«-.

Genf, 20. Oktober. lS. C.) Eine HavaS-epesHe meldet, die deutsche Antwortnote ist am Sonnabend mittag in Versailles eingegangen. Ihr Inhalt wird an» diesmal für nicht genügend angesehen. Beschlüsse

des Rates der Alliierten sind für frühestens D taa zu erwarte«.

Der ««griff auf Petersburg im Gange

ü sind die Bolschewisten in immer größere Be- dranguls geraten, obwohl alle britischen Truppen aus Nordrußland heimbefördert worden sind.. Die russischen Freiwilligen-Truppen beherrschen jedoch die Lage. An der Eisenbahn noch Wologda macht die Offensive gute Fortschritte. Am.10,.Oktober haben die Bolschewisten begonnen, den Distrikt Nuga zu räumen.

Cremius Erinnerungen ans dem Weltkrieg.

Aus Berlin wird uns geschrieben: In derB. Z." hat Graf Ottokar Czernin mit der Veröffentlichuna seinerErinnerungen aus dem Weltkrieg" begonnen. Das EingangSkapitel trägt die UeberschriftKvno- p,i sch t. Wie schon diese Kapitelüberschrift vermuten laßt, beichäftigt sich in der Einleitung zu seinenErin­nerungen" Czernin eingehend mit der Person des Erz­herzog Thronfolgers Fruirz Ferdinand. In .vonopifcbt ist das Schloß, auf dem Franz Ferdinand sich den größ­ten Teil des Jahres aufzuhalten pflegte. Czernin gibt ein feingezeichnetes Charakterbild des Ntannes, der vom Schicksal dazu bestimmt zu fein schien, .einst den ältesten Katserthrvrr zu besteigen, dessen Tod aber die Hauptursache des Zusammenbruches des Habsburger Reiches gewesen ist. Czernin schildert den Erzherzog Thronfolger als einen höchst komplizierten Charakter, dessen Grundzüge zwei sich geradezu widersprechend« Eigenschaften waren, nämlich aufrechtes und launen­haftes Wesen. Er nennt ihn einenguten Hasser", der nur wenige Menschen hatte, die er liebte, aber die er umso inniger liebte, wie seinen Freund Schwarzenberg, . der ihm die ungeschmnlktesteii Wahrheiten sagen konnte, und feinen Schwager Albrecht von Württenrberg, mit dem er wie ein Bruder verkehrte. Am allernächste» aber stand ihm seine Familie. Er war, wie Czernin sich ausdrückt, ein idealer Gatte und Vater. Ein ganz eigen­tümlicher Charakterzug des Erzherzog Thronfolger» war seine vollkoümrene Indifferenz gegen alles, wa» Kunst hieß. Bei Wagner und Goethe wuchs sie sich so­gar zur Antipathie aus. Seine Lieblinasbeschäftigu«« war die Jagd, die er geradezu bis ins Riesenhafte be«