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in her es die Deutsch-Amsrikaner bafilt preist, daß sie während des Krieges bei aller Tiyalttät für Amerika die Liebe zur alten Heimat bewahrt hätten. Er fordert sie auf, die vom Kriege hinterlassenen Spnrcu des Hasses baldigst z« verwische».

Verhaftung des Anarchisten Potocki.

e* Montreal, 12. Oktober. (T. II.) Graf Maximi- lian Potocki, der als gefährlicher Anarchist bekannt ist und den man im Verdacht hat, die Ermordung des öster­reichischen Erzherzogs angestiftet zu haben, ist verhaf­tet worden. als er gerade nach Europa zurückkehren wollte, um dort eine Weltrevolution zu entfachen. Es wurden allerhand bloß stellende Schriftstücke in seinem Besitz gefunden, ebenso zahlreiche Adressen führender Revolutionäre.

Pltinderung der^BottchaftsgebLude durch die

W Stockholm, 12. Oktober. (T. tt.) Nach einer hier «ingetroffenen Nachricht haben die Bolschewisten unter benr Borwand, Latz in der schwedischen Gesandtschaft Eigentum russischer Ttaatsangchöriger versteckt gehal­ten werde, dort eine Haussuchung vorgenommen und die gesamten Räume geplündert. Nach den überein­stimmenden Aussagen schwedischer BcanUen harrdeü es sich jedoch in Wirklichkett um schwedrsches Eigentum. ES wird weiter gemeloet, Satz unterem gleichen Bor- wände noch mehrere -urdere ausländrsche Gesandtschaf­ten ausgeplündert worden seien.

Bildung revolutionärer Arbeiterratsorganisatroueu.

e* Berli«, 13. Oktober. (S. C.) Die radikalen Ar- Vetterräte in den Berliner Fabriken beginnen mit der Bilduua revolutionärer Ardeiterratsorgauisatione» in den Großberliner Betrieben, aus denen die Mehrheits- sozialtsten ausgeschlossen bleiben.

Die deutsche Geheimakte zur Vorgeschichte des Kriegest

e* Berlin, 13. Oktober. (G. E.) Die Veröffcntli- chuna der deutschen Geheimdokumente zur Vorgeschichte des Krieges findet noch nicht, wie angekündigt war, in diesem Monat statt. Von Interesse ist die Feststellung, daß selbst aus Kreisen der für die Auswahl der Doku­mente eingesetzten Kommipion Einwendungen gegen die Opportunität der Veröffentlichungen erhoben wor­den sind.

Norwegen und der Völkerbund.

** Christianta, 13. Oktober. (T. U.) Das norwegi­sche Storthina wird Mitte November einberufen wer» ernt, um die Frage des Beitritts Norwegens zum Völ- kerbund zu entscheiden. Die zur Untersuchung der Frage eingesetzte Kourmission hat ihren Bericht vorgelegt, wo- ritt der Beitritt Norwegens befürwortet wird.

Der Streik im Neunorker Hafen.

** Haag, 13. Oktober. lT. U.) Nach Kabelmeldungen LuS Neuuork ist die Zahl der Streikenden im dorttgen Hafen auf 100 000 gestiegen. Der Schiffsverkehr liegt völlig «lahm. Ungeheure Mengen Lebensmittel ver» -erbe«.

Boykott deutscher Waren in Australien.

** Haag, 13. Oktober. (T. N.) Die britische Ge­sandtschaft im Haag teilt mit, daß ein Telegramm des australischen Generalgouverneurs eingetroffen ist, in dem gesagt wird, daß die Einfuhr vo« Waren, die aus mehr als 5 Prozent deutscher oder österreichischer Er- bestehen, verboten ist. Verbotene Waren, die trotzdem eingeführt werden, verfallen der Beschlag- nähme.

Die Hebung der deutsche« Valuta.

►* Frankfurt, 13. Oktober. (T. U.) Auf der Tagung des westdeutschen Bezirks der deutschen Liga für den Völkerbund sprach Professor Cassel von der Universität Stockholm über das Problem des Weltverkehrs und der Geldnürtschaft. Er inttsrfpchte bsdmders ,. üi» ^^«< br der deutreye« BarutakraEskt. Das unserer Finanz- verwaltuna gestellte Problem erblicke er darin, daß sie es verhindern müsse, daß die im Auslande angehäuften Marktguthaben im Jnlande wieder zu Käufen verwen­det werden Das einzige Mittel hierzu sei, das Aus­land, und zwar in erster Linie Belgien und Frankreich, zum Umtausch ihrer Markgmhcrberr gegen langfristige Auleiheu zu bewegen «vd Sie eingelaufeuen Markuoten 3» vernichten Von einer solchen Maßnahme sei das Steige« des Marktpreises um das Doppelte zu er- xxxxn^w.

Weiterer Rückgang des Markkurfes.

»^Zürich, ,11. Oktober. (S. C.) Nach Meldungen aus Mailand ist am Mittwoch in Mailand die deutsche Mark mit 22 Centimes in Zahlung genommen wor­den In der Schweiz ist die deutsche Mark auch im freien Handelsverkehr wieder auf 20 bis 25 Centimes zurückgegangen

Ei« »wer Uuterstaatsfekretär für das Auswärtige Amt.

w Berlin, 11. Oktober. (S. C.) Wie wir hören M der Posten eines wirtschaftlichen Unteritaatssekre- tärs im Auswärtigen Amt durch einen Demokraten besetzt werden.

Vertagung der Nationalversammlung.

** Berlin, 11. Oktober. (S. C.) Wie aus parla- mentamschen Kreisen mitgetellt wird, wird die Natio­nalversammlung sich in der nächsten Woche für die Dauer von zwei Wochen vertagen. Diese Vertagung erfolgt, um den Ausschüssen Gelegenheit zur Arbeit zu geben.

Tagung der preußische» Geueralsnnvde.

»* Satin, 11. Oktober. lL. All Die preußische Ge- ueralsynode wird, fatern es die Verhältnisse zulassen, auf den 6, Dezember eruberufen werden.

Sympathfekuudgebuug für die Berliner Metallarbeiter.

<» Magdeburg, 11. Oktober. (S. C.) In einer Vertrauensmannersitzung des Deutschen Metallarbei. Ärverbandes wurde den streikenden Metallarbeitern Berlins vollstäuchge Sympathie ausgesprochen. Die Vertrauensleute erklärten sich berett, den wittschaftli- Hen Kampf mit allen Mitteln finanziell zu unterstützen und wen» es die Situation verlangt, mit in die Kampf­front M treten.

Allerlei vom Tage.

^ ** Dr Bauer nnrd, wie die Blätter aus Wien mel- Äen, von seinem Amt als Staatssekretär für Sozialisie- xnng zurncktreten. Das Sozialisierungsamt wird mit dem Staatsamt für Handel vereinigt werden.

^ D« Oberste Rat der Alliierte« hat' beschlossen, M Men einen Unterausschuß zu errichten, dessen Auf- ^st ^eichs^bes^h^b^s"E ^ Lebensmittewersorgung

** Dw Japaner schicken sich, wie die „Neuyork Ti- «es" aus Tokio nwlüem an, die amerikanischen Trup- M- die die sibrrrsche Eisenbahn bewachen, abzulösen.

Regrerung in Tokio hat eine dementsprechende «uerikauische Note erhalten.

*• ^Eschweig ohne Gas Nach einer Bekannt- Hmis des städtischen Gaswerkes muß in der Stadt ^EA wegen ^Aenmangels, sie Abgabe, «m

deutsche AaMalversammlung.

Sitz««« vom Sonuabend, 11. Oktober.

Am RegierungSttsch: Neichskolonialmintster

Dr.

Bell.

Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Min.

Ueber den Haushalt des Reichskolontalministeri­ums berichtet der Abg. Nacken lZentrll. der das allge­meine Bedauern über den Verlust unserer Kolonien

Neichskolonialminisier Dr. Bell: ES wird nicht wundernehmen, daß der Vertreter des Kolonialamts dieses Mal mit besonders bitteren EnwstnSunaen sei­nen Etat vor dem Reichstage vertritt. Daß der Verlust unserer Kolonien nicht die sofortige Auflomng des Ko- lonialMnisteriums ant Folge haben konnte, ist klar. Unsere Aufgaben lassen sich dahin zusammenfassen: Ausführung des Friedensvertraaes, Abwicklmrg der Verwaltungen sämtlicher Schutzgebiete, Abwicklimq der Finanzgeschäfte der Schutzgebiete für die ganze Krregs- zett, Abrechnung mit den aus den Schutzgebieten zu- rückkehrenden Beautten und Schutzangehörigen, Vor­bereitung der Entschädig»«« der Kolonraldeutschen. Es ist Ehrenpflicht des Reichskolomalmmi'teriums, für diejeniaen Beamten, die bei uns nicht mehr urtterge- bracht werden können, anderweitig^ zu sorgen. Es rst bereits eine besondere Stelle hierfür im Ministerium des Innern errichtet worden. Die Wrraen Ressorts müssen in erster Reihe die Kolonialbeantten berücksich­tigen. Es ist die Vergütung der eigentlichen Kriegsscha- den an die Kolonialdeutschen beabsichtigt. Die große Beunruhigung in den Kreisen der Kolonialdeutschen über diese Frage ist unbegründet: ern entsprechender Gesetzentwurf ist bereits in Vorbereitung. Die gewalt­same Wegnahvie unserer Kolomen ist nicht etwa mit dem Besttznahmerechte des Siegers begründet warben, sondern die Begründung ist aiisgesvrvckenermatzen da- mtt erfolgt, daß wir durch unsere gesamte Kolonialae- barung, insbesondere durch unsere Eingeborenenbe- Handlung, den Auspruch auf c kolonisatorische^ Tätigkeit und Mitwirkung im Kreise der Volker in bezug aus zivilisatorische Tätigkeit dauernd verwirkt Hcttten. Ge­gen diese ungeheuren, aber auch Miakeich unbegrmröe- ten Borwürse müssen wir vom Standpunkte unserer nationalen Ehre mit aller Energie Protest einlegen. (Sehr richtig.) Die nämlichen Eingeborenen aber, die wir so mißhändelt haben sollen, nnö uns in dem letzten Kriege bis zum letzten Augenblick treu geblieben. Ich möchte vor allem auf die Vorgänge wahrerrd des Krie­ges in Kamerun Hinweisen. Die .Kameruner haben uns drängend ersucht, mit uns.aemenffchaftlicke Sache «rä­chen und unser Schicksal teilen zu dürfen. Als wir end­lich gezwurrgen waren, den .Kamvf aufzugeben, und die spanische Grenze zu überschreiten, wogten 600 000 Ka- mernner mit uns das Land verlassen. (Hort Hort!) Wir sonnten aber ihrem Verlangen nicht nachgeben, und trat eine verhältnismäßig kleme, Zahl ntitnebnwn. Trotzdem haben nach spanischer Zähluna über 67 000 Eingeborene mit den Deutschen die svmrrsche Grenze überschritten. Ich hoffe, daß die Zeit nicht,zn fern ist, wo eine Revision des Friedensvertrages erfolgen wird, auch inbezug auf unsere Kolonien. (Beifall).

Abg. Böhrnert (Dem.): Wir wollen nicht für immer auf unsere Kolonien verzichten: ja, wir geben unserer Ueberzeugung Ausdruck, daß der zu begründende Völ­kerbund keinem anderen das Mandat mit größerer Be-

Ueberzeugung Ausdruck, daß der zu kerbund keinem anderen das Mandat .. . rechtigung übertragen wird als aeraA .

Abg. Laverenz (Dentschnatl.): Die Entschadr, der Kolonialdeutschen würde es empfehlenswert er nen lassen, daß ein TeU der Beamten in das neue : deraufbauministerium übernommen wird. ,

Reichskolonialminister Dr. Bell: Dre Beamten des Reichskolonialamts sollen .anderwettig,^ ,untergeWM, ««-tett« ■^Mffc^wefpefn Gr^eH Wl M^

derjenigen Beamten, die trotz aller Bemühungen nicht unter gebracht werden können, in Vorbereitung.

Abg. Bcuerma«« (D. Vpt.): Wir protestieren un Namen der Gerechttgkeit gegen das Abrücken von beut in der Kultur bisher in der Welt voranstehenden Deutschland. Die Spuren, die deutscherseits und deutsche Tatkraft in unseren Kolonien hinterlassen haben, wer­den nicht vergeben. Die Vergewaltigung kaun nicht

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ewig sein.

Abg. Henke (tt S ): Weg mit der kapitalisttschen Ge- fellschansordnung, dann wird auch die Kolonralpolittk verschwinden. Wir schließen uns dem Dank an die Farnrer nicht an, wir lehnen auch die nattonale Ehre ab.

Abg. Pfeiffer (Ztr.) verteidigt die Nattonalver- sammlungserinnerunqsmarken gegen die ablehnende

Kritik der Oefsentlichkeit. „ m „

Unterstaatssekretär TeuSke: Die schlechte Beför­derung von Postsachen hat ihren Grund vor allem in dem mangelhaften Zugverkehr und dem fehlenden Ma­terial. Personal haben wir genug: aber ein Drittel ba» 'taten Hilfskräfte wer- eschädigte ersetzt. Ich : Zuverlässigkeit des

chrs erreicht wird.

von sind AushUfSkräfts. Die weibl

den nach und nach durch Kriegsbe hoffe, daß allmählich eine größere Personals und damit auch des Vr . _______

Abg. Dslins (Dem): Die Postverwaltung erfor­dert einen Zuschuß.

Das HauS vertagt sich. Montag 1 Uhr: Aenderung des Branntweinmonopols, fozialdemokrattsche Inter­pellation über die hohen Preise im Schuhwaren- und Lederhandel, Etat der Postverwaltung. Schluß W Uhr.

Segen Die Korruption!

Ba« unserem Berliner M -Mitarbeitr».

Die Korruption greift in Deutschland in geradezu erschreckender Weise um sich Alle Fesseln der Moral scheinen gesprengt zu sein Rücksichtsloser Egoismus, der sich nicht um Recht und Gesetz kümmert und seinen Nächsten niedertritt, wenn er nur seinen Vorteil sich erzwingen kann zeigt sich in aller Ungeniertheit frei auf der Straße. Das Interesse des allgemeinen Wohls ist ihm völlig gleichgültig. Mag der Staat zu Grunde gehen, wenn nur der betreffende Ich feine Vorteile dabei hat. Beispiele Hier einzeln anzufützren, erübrigt sich wahrhaftig, denn ein jeder kennt sie seit Jahren schon aus tagtäglichen Ereignissen. Ja, schon seit Jah­ren! Schon kurz nach Beginn des Krieges, alS die hohe nattonale Begeisterung verraucht war und alS die (Sumpfblüte des Kriegsgewinnlers aus dem Morast der Demoralisation .emporichotz. Aber noch hielt sich das deutsche Beamtentum, dessen Name in aller Welt den schönsten Klang hatte und das auf eine lange Geschichte der Lauterkeit und Unbestechlichkett zurücksehen tormte, nach wie vor intakt. Leider aber trat auch hier nach dem großen inneren Umsturz eine Wendung zum Schlimmen ein. ES ist wahr, unserem Beamtentum soll es unvergessen bleiben, daß eS ihm vor allem zu dan­ken ist, wenn trotz der Tohuwabohus im November und den folgenden Monaten die Staatsmaschi' Bannt noch einigermaßen funktionierte Aber

ine über

Bannt noch einigermaßen funktionierte Aber mit der Zeit ist es ebenfalls von der Semoralifation angefreffen worden, wenn auch nur zum Glück zu einem geringen Seit Denn gerade dem Beamtentum haben wir jetzt noch.so vreleS zu verdanken, daß es uns auch manche Krttaufchnn« rasch wieder vergessen läßt. Ist ei den« überhaupt ein Wunder. Saß ei nicht schon vi« ^e» von

überhaupt fast feine Klasse verschont geblieben! Was der Reichskanzler Bauer in der Nationalversammlung über die Korruption gesagt hat, das kann leider nicht bestritten, noth viel weniger widerlegt werden. Schie- berttrm und Wucher feiern in unseren Tagen mehr als je Orgien. Das erstere ist anstelle des Kriegsgewttut- lertums getreten, das ja erst mit dem Kriege selber verschwttnden ist wie der Schmarotzer mit dem erstor- benen Körper, auf dem er sich vorher hartnäckig voll- gesaugt^a ^^ y(m ^ Unheilvoll noch in voller

Blüte stehenden Korruption, die ebenso verSerblich für das Wirtschaftsleben sei, wie die Arbettsunlust. Er nannte sie eine moralische Erkrankung ohnegleichen! Und er kam da auch auf die Beamten zu sprechen. Auch heute noch ist zum Glück den meisten unter ihnen gro­ßer Dank zu zollen, Senn auch heute noch tun die meisten unverdrossen ihre oft recht undankbare Pflicht. Das wird man gerne und freudig unterschreiben. Aber lei­der muß man auch unterschreiben, was Ser Reichskanz­ler von einem Tell der Beamtenschaft sagte, die schon von der Korruption erfaßt ist Gegen die soll mit aller Rücksichtslosigkett vorgegangen werden. Aber nicht aus gegen sie, sondern überhaupt gegen die furchtbare Kor­ruption, die am Seutschen Volkskörper oder besser im deutschen Volke ist. Namentlich zeigt sie sich in Sem Verkehrswesen, auf das ja gerade das Schiebertum

leeren Volkskörper den

gen sind an der Tagesordnung, und der Schmuggel über die Grenze blüht in entsetzenere-rregender Weise. Aus dem vieh- und getreidearmen Deutschland wird Meh und Getreide nach dem wohlhabenden Holland gescho­ben. Aber ebenso schädlich wie die großen Schieber sind auch die kleinen. Sie sangen ebenso aus dem fast blut­leeren Volkskörper den letzten Rest des Blutes. ES hat sich deshalb das preusische Eisenbahnnrintstertmn gezwungen gesehen, endlich einmal ganz energische Maßnahmen gegen das Bestechungswesen und die Mß- stände bei der Vergebung von Güterwaggons zu ergrei­fen. Endlich! Auch bei der neuen Regierung, die sich früher immer so gut aufs Krittsieren der alten verstand, werden wie bet schlechten Aerzten die Operationen erst dann gemacht, wenn es zu spät, wenn bereits Blutvev- giftung eingetreten ist. Die Maßnahmen, die jetzt das preußische Eisenbahnministerium ergreift, sollen sich mit gleicher Härte gegen die pflichtvergessenen Beam­ten, wie gegen die Schieber richten. Es sM bereits eine große Anzahl disziplinarischer Untersuchungen einge-

soll beretts eine

große Anzahl disziplinarischer Untersuchungen einge­leitet worden sein. Vor allem aber soll von nun an die Kontrolle eine so scharfe werden, daß kein Schieber, auch der kleinste nicht, der mit Handtasche und Reisegepäck arbeitet, durch das Netz schlüpfen kann. Die Kontrolle der Mae soll bis aufs äußerste verschärft werden, und den (Schmuggler wie den bestochenen Beamten sollen dre schärfften Strafen treffen.

Das klingt wie ein Evangelium, wie eine frohe Botschaft. Wenn man nur nicht den Glauben verlöre« Wer,, den Kampf gegen die Hydra Korruption siegreich bestände, der verdiente ein Denkmal in Deutsch- land. wie ein Feldherr, der in höchster Not den gefähv- lichsten Feind niedergerungen hat.

Vermischtes. ^^"^ "Ae« Trick der Geldverschieber bat man erst.

Im Verkehr mit Schweden hat man beobachtet, daß wiederholt Drahtungen mit voransbezahlter Ant­wort Mr eine unverhältnismäßig große Zahl von Wör- tern, z. B. 800, aufgegeben werden. Für eine solche Anttvortdrahtung sind 320 Mark ernzuzahlem Der Empfänger gibt die Antwort nicht anftnwventrorbect weTT^ertägTn schwedischer Währung zurück, wobei der Wcchrungslmterfchied ausgenutzt wird. Um diesem Mißbrauch zu begegnen, hat das Reichsvostministerium jetzt Sie Zahl Ser vorausbezahllen Wörter im Verkehr mit Schweden bis auf weiteres auf 30 beschränkt.

^ ^e Kiste mit einer halben Millio« Geld aefundex, hat die Buöapester P-ottzei im Hotel Sungaria, dem eheumirgen Sowjetbaus. Ferner hat sie silberne E> K&B Werte von einer halben Million, zahlreiche Waschestttcke und Klerder mit fürstlichen und gräflichen Monogrammen, viele antike Gegenstände und Kirchen- gerate vorgefunden. Diese Schätze hatte LadtflauS S,m- Muew, der Bruder von Tibor Szamuely, die beide dmcch Selbstmord geendet haben, nach der Mederschlagunü der Kalocsaer Gegenrevolution in Kalocfa und Umge­gend geraubt

Erstickt sind in Schackensleben bei Magdeburg vier kleine Kmder im Alter bis zu 4 Jahren. Sie waren von ihren Eltern, die zur Arbett gingen, eingeschlossen wurden. Holz, das auf den Ofen zum Trocknen gelegt worden war, begann zu glimmen und entwickelte chen Rauch, daß die Kinder erstickte«.

Wetter-Films. Der Berliner Meteorologe Pros. C. Katzner ist, wie die „Filmtribüne" meldet, mtt der -Herstellung von Wetterfilms beschäftigt, die die Wan­derung der Hoch- und Tiefdruckgebiete darstellen. Der Zeitunterschied von einer Wiedergabe bis zur nächsten muß noch enger als eine Viertelstunde gewählt werden, da das Bild seist unruhig wirkt. Für dies« einen Film werden minbeftenS dreißig volle Arbeits­tage gebraucht werden. Aber die Mühe wird sich loh­nen. Wie das erste Probestück zeigte, erhält der Fach­mann hierdurch einen ganz überraschenden Eindruck von der Verschiebung und Gestaltänderung der Hoch- und Tiefdruckgebiete: denn bisher war es der Borstet- lungSkrast des Einzelnen überlassen, sich ein Mld von dem Ueber gang der einen Wetterlage zur nächsten M machen. Dazu gehörte aber schon ein großes Maß von Erfahrung, während nun auch dem Schüler der ganz, Vorgang klargemacht werden kann. Stell eicht erhält auch der Forscher dadurch neue Anregungen. Nahezx alle übrigen Filmanfnahnren sind viel leichter herz»- stellen als gerade diese atmosphärischen Vorgänge.

Die Tornea-Haparandabahn. Zwischen Schwede« und Finnland, deren Grenze der in den Soft irischen Meerbusen fließende Torne-Flutz bildet, bestand bis­her keine Bahnverbindung, da die zaristische Regieruns aus politischen Gründen den Bau einer Eisenbahn drücke über den Fluß nicht zuließ. 1916 wurde endlich nach langen Verhandlungen der Bau der BahnbrüM in Angriff genommen, und am 6. Oftober soll nun Me Bahn, die die Grenzstädte Tornea und Haparanda ve»- binbet, feierlich einaeweiht werden. Es waren zwei Arme des Torneflusses M überbrücken. Die grotzie Brücke über den Hauptarm spannt sich in acht Bogen, vier von 60 Meter freier Spannweite, zwei von 40 Me­ter und zwei von 30 Meter Spannweite. Die Länge der ganzen Brücke beträgt 380 Meter. Die niedrigst«» Teile der BÄcke liegen 5 Meter über Hochwasser. Die Brücke über den kleineren Arm des Flusses weist drei Bogen von je 40 Meter Spannweite auf. Da die febwe* bischen Bahnen die gewöhnliche Spurweite, 1435 Milli­meter, die finnischen aber 1524 Millimeter so hat man besondere Anordnung bett Uebergaug der Züge zu e. vier Schiene» angeownei, ö» auf

müssen.

Echwet-