Hersfelder Kreisblatt
BWs-Mis vierteljähttich für Hersfeld 7^ Mark, durch die Post be- WUech Mark, Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld.Für die Schristleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld.
Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld
Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile Pfennig, im amtlichen Teile. Pfennig, Reklamen kosten die Zeile ^Pfennig. Erscheint jeden Wochentag nachmittags. — Fernsprecher Nr. 8.
Nr. 336
Sonnabend, den 37* September
1919
IWmW-sMslawIsche Zasa«»s»Wtze
Die Italiener ans Spalato vertrieben.
** Spalato, 26. September. lT. U.) Dienstag «achmtttag bega«« eine südslawische Truppenabteilung i« der Richtung «nf die von den Italienern belekte Stadt Tran vorzndrinaen, als ein amerikanischer Torpedobootszerstörer i« den Hafen einlief, um de« Rück- &der Italiener auf die Demarkationslinie zu er- ge«. Die Einwohner von Trau griffen zu den e« und eröffneten das Feuer auf die Itatiener, die eiligst die Stadt verließen. Deu Südilawe« fiele»» ein Panzerauto, der Kommandant der italienischen Truppeuabteilnng und drei Mann in die Hand. Inzwischen schiffte« sich 200 amerikanische bewaffnete Marinesoldaten mit Mal ' "'
nahmen das italienisch neu. Sie brachten sie
uschinengewevren aus und über- ________ _.._ ..........Panzeranto und die Gefangenen. Sie brachten sie «ach Spalato «nd Übergabe« sie dem Befehlshaber des italienischen Stationsschiffes ^P«glia". Inzwischen trafen die serbischen Truppe»;, von der Bevölkernug stürmisch begrüßt, ein. Die Amerikaner Übergaben die Stadt den südslawische« Truppen und schifften sich wieder ein. Die südslawksche»» Truppen verfolgte« die Jtalie«er über Tra« hinaus «nd setzten ihre Aktion fort. Das amerikanische Kriegsschiff verbleibt einige Tage im Hafen. Es erbieit strenge Anweisungen für den Fall einer Wieder-
Serbische Truppen im Anutarsch auf Fiume?
te* Rotterdam, 26. Septeurber. lS. C.i »Daily Mail" Meldet aus Belgrad, die entlassenen vier ältesten Jahrgänge find wieder cinbentfen worden. Die amsallende Matzrrahme wird in Verbindung mit Fiume gebracht. Von Boram sollen bereits serbische Truppen an der Bahnlinie «ach ginnte vorrücke«.
Der italienische Kronrat.
te* Züuich, 26. September. (T. U.) Aus Rom wird rreldet, der Kronrat hat sich Donnerstag um 9,2a Uhr Rom im Quirinal unter dem Vorsitz des Königs versammelt. Sonnino lehnte es ab, dem Kronrat bec- durch den -Foiiiti
bblenuiae VeransialttMa der Wahlen als die einzige
Stern in »er franzssischen Sammet
Besprechung der Bürgschaften des Friedensvertrages.
In der Sitzung der französischen Kammer wandte der Hauptberichterstatter des Friedensausschusses Bar- thou ein, die Bürgschaften des Friedensvertrages be- stünden entweder in dem Statut des Völkerbundes oder in dem Allianzvertrag. Aber dieser habe nur dann einen Wert, wenn der Bvlterbllnö in Aktion treten könne. — Tardieu antwortete, er habe volles Vertrauen, daß der Friedendverirag durch Amerika ratifiziert werde. Außerdem trete er ia in Kraft, wenn er außer von Deutschland von drei alliierten Großmächten ratifiziert werde. 2 stick Tardieu Ktzte der Minister des Aeutzern Pichon die Gruudsäße des Bölker- buudes auseinander. So geschwächt auch Frankreich sei, der übermenschliche Sieg, den es davongetragen habe, und der Friede, der ihn kröne, gewährleiste Frankreich eine Macht, die es niemals besessen hatte. BartHou fragte darauf die Regierung nochmals, welches die Lage Frankreichs sein würde, wenn der amerikanische Senat das Völkerbundstatut nicht ratifiziere. Tardieu und auch Mwon hätten diese Frage nicht geklärt. Sei ferner die Allianz zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten möglich, wenn es keinen Völkerbund gebe, und was müsse man von dem Schvitz- vertrag Zwischen England und Frankreich halten, der sich in auf den mit den Vereinigten Staaten stütze und ihm untergeordnet fei?
Clcmeucsa« sagte: Wir wissen alle, daß der Frie- Sensvertrag von allen Ländern, die daran interessiert sind, ratifiziert werden muß. Es gibt zwei Allianzver- träge. die nicht rmr deshi lb abgeschlossen wurden, weil wir geglaubt haben, der Völkerbund könne nicht die Rolle erfüllen, die wir ihm zugeschrieben haben. Diese Verträge sind unterzeichnet. Zwei Senatsausschüsse haben sie schon mit starker Mehrheit angenommen. Sie behalten also ihren vollen, Wert, selbst wenn das Böl- kerbundstatnt von den Bereinigten Staaten nicht ratifiziert wird. Und was dann? Dann werden wir eben einen Völkerbund haben, dem die Bereinigten Staaten
te
bezogen. General Mangin hat allgemein die Einsnhl von dentschen Zeitungen ins besetzte Gebiet verboten.
Schnellere Rückkehr der Gefangenen aus Sibirien.
►* Rotterdam, 26. September. tS. C.i »Daily News" meldet, daß die Alliierten mit Deutschland Be - Handlungen über eine schnellere Heimbefördernna der dentschen Kriegsgefangenen ans Sibirien «nd Asien ausgenommen haben.
Abtransport der Gefaugenen aus Belgie«.
„Station Belge" teilt mit, daß die belgische Regie rung am 25. September mit dem Rücktransport der dentschen Gefangenen beginnen werde Täglich werde ein Zug mit 1000 Kriegsgefangene»» bis zur Grenze der besetzten Zone gehen.
Verzweifelte Stimmung in KSln.
Ans Kölr» wird gemeldet: Stadtverordneter Sott- mann, Vorsitzender des sozlaldemokratische»» Vereins, weist in einem offenen Briefe an den Oberbürgermeister angesichts der sich rasch steigernden Teuerung auf die verzweifelte Stimmung großer Schichten der Bevölkc- rnng hin. Wucher und Mangel drohe»» Formen anzn- nehmen, die auch die schlimmsten Erscheinungen der Kriegszeit übertreffe«. Die Erbitterung wird bis z«r Siedehitze gesteigert dnrch das Treiben eines nationale»; und internationalen Schiebert««»s. In aufreizender Weise macht sich raffinierter L«r«s vor den Augen der Vielen breit, denen für sich und ihre Kinder das Nötigste feßlt Dies sönne nicht mehr lange ertragen werden. Sei kei« Ausweg möglich, stehe ein Ende mit Schrecke« bevor, das gefährlich für die augenblickliche Krise sein kann. Die Slrbeitermaffen stehen ratlos und drängen zu Aklionen. Solluwnn fordert im Nainerr des so-ial- demokratifchen Vereins den Zusainmentritt einer Konferenz, bestehend ans Vertretern der Stadtvercvaltung, der Regierung, der Staatspolizei, der Eisenbahndirektion, der Gerverkschaften aller Richtungen und maßgebender Beauftragter der Besatzungsbehörden.
Zur Räumung des BaMkums.
te* Berlin. 26. ^vtember. lS Eä Die Es der
Die Befiirchtnng verschärft
mehr.
Hilflose Lage der Regierung.
** Genf, 26. September. (S. C.) Pariser Blätter brinaen Telearanrme, wonach der rtalrenrsche Kronrat & definitive Lösung des Adria-Korrftiktes gebracht bat Die Durchführung der ZwanWmatznahmen, gegen d'Annunzio nnd Fiume fei vom Kronrat lediglich besprochen, aber nicht beschlossen worden.
Der direkte RachrichtenveLkehr mit Italien gesperrt.
te* Zürich, 26. September. (S. C.) Der direkte Nachrichtenverkehr mit Italien ist seit Mittwoch Mrt- w ied er gesperrt In Mailand »md Turin dau- ^teu nach indirekten Berichten am Montag und Dienstag die Demonstrationen gegen die Regrerung a«. Der Drahtverkehr Mailand-Venedig war bereits Dienstag vormittag eingestellt. .
Wilsons Stellnngnahme von den Alliierten gebilligt.
hat.
meldet aus Neuyork, im Senatausschuß, sagte Lansmg, daß Witsous Skellnngnahine in der Frumefrage von den Alliierten gebillist werde. Eine T^romstemmg des einen Staates durch den anderen habe mit dem Zusam- Der Senatsans- Mch bWgte die Erklärungen'Länsings.
Die Kt Lansings bericht auf eurer völligen Ver- kmMlma der tatsächlichen Lage in Europa vor dem
Berbündeien. Dabei zeichnet der Terrorismus' den dre Entente, harrptsächlich Frankreich, ausübt, sich noch durch einen widerlichen sadistischen Charakter aus.
Die ttalienischen Armeeführer gegen die Regierung.
»* Rotterdam, 25. September. tS. Ei Die "Times" melden aus Rom, es wird zuverlässig bekannc, daß dte italienischen ArmeekommandantenTick in der Kronrat- sitzung gegen die Berwendurm italievtzcher Trnppen gegen Ginnte ansgesprochen haben. Es vnrd weiter be- kmmt, daß in den italienischen Kasernen Kundgebungen für die Besitzergreifung Fiumes stattfinden. Dieser Bewegung gegenüber hat die Regrerung bei aller Treue zu den Verbündeten Reserve zu bewahren.
Ei« Fnnksprnch -'Annunzios an die Truppe«.
e* Zürich, 25. September. (S. C.) Nach Mewun- gen aus Mailand richtete Gabriele bAnimnzro einen neuen Funkspruch an die italienischen TrnppenE- Mrrde, in dem er Treue zum König von Jt-Me« gelobt, auch seinen Entkchluß wiederholt, dre Fiumeherr-
L«r an das geeinte Italien abzutreten. Der "§Amlunzws fordert errreut die Armee und Gefolgschaft zu leiste«.
sch-westtudische« * I nseln »erlangen Selbst-
L. AI Die brMch-w,est- einem londoner Wie- um die Verleih»«« der
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Angelegenheit, die nichts mit den Allianzverträgen zu tun hat. Selbst wenn Amerika dem Völkerbund 2 oder 3 Monate nicht angehören wird, dann wird der Vertrag nichtsdestoweniger bestehen. Clemeneau fügte in lebhafter Weise hinzu: Wenn diese Operativ»» etwa dazu dienen soll, die Abstimmung über den Friedensvertrag auf unbestimmte Zeit zu verschieben, dann mögen Sie
nichtsdeftowenig; Haftes Weise hir
das tun, aber dann rrtachen Sie es ohne uns. Ich ziehe es vor, daß die mit einem Gewitter geladene Wolke platzt. Auf der äußersten Linken wurde Clemeneeau mit großer Heftigkeit unterbrochen. Barthou erklärte darauf: Herr MiEerpräfident! Ich habe die ungeheuren Dienste, die Sie dem Lande geleistet haben, rückhaltlos anerkannt. Ich hätte deshalb eine andere Antwort erwarten dürfen. Die Frage ist, ob das Parlament, das von den Friedensverharrdlimgen ferngehalten wurde, das Recht hatz Fragen M stellen. — „Selbstverständlich," ruft Clem-rncean. Barthou wurde fortgesetzt von der Stufen unterstützt, als er Clemeucea« verwarf, er wolle der Debatte ausweiche«. Cleineneeau erwiderte: Ich »veiche nicht aus. Werllt Sie logisch bleiben wollen, erlangen Sie die Vertagung der Debatte, bis die Vereinigten Stauten ratifiziert haben. — Da die äußerste Linke Barthmc fortgesetzt Beifall klatschte und namentlich der sozialistische Abgeordnete Rasfirr-Dugens Zwffchenrufe machte, sagte Clemeneeau halblaut: Da haben Sie die Leute, die Ihnen helfen und für die Sie arbeiten. Barthon rief "darauf: Ich habe für Frankreich gearbeitet. Herr Ministerpräsident, respektieren Sie die Unabhängigkeit und die Würde derjenigen, die Frankreich ebenso stark lieben wie Sie. Unter großer Erregung wurde hierauf die Diskussion aus Donnerstag vertagt.
Der Jnqvifitions - Prozeß.
S-» Rotterdam, 26. September. lS. C.) „Daily Expreß" meldet aus Paris, in der Entscheidung der Alliierte« über das Schicksal Wilhelm II. ist Amerika überstimmt worden. Das Protokoll der Sitzung des Rates Der Alliierte« vom 18. September enthält den Beschluß der Delegierten, das Strafverfahren gegen Wilhelm TL, den Kronprinzen und vier ehemalige de«t- sche Bundesfürsken etnanletfen.
Die Bölkerdimdskonferenz in Brüssel.
w. Amsterdam, 25. September. (WTB.) „Telegraaf" meldet aus Brüssel, daß an der Bölkerbundskouferenz der Alliierten und Neutralen, die im nächsten Monat in Brüssel stattfindet, von den Neutralen Holland und die Schweiz teMehmen werden. Jedes Sand wird 10 Ab- gordnete entsenden. Das Ziel der Konferenz ist, alle ölkerbunösorqanisationen in den verschiedenen Landern zu einer großen internationalen Organisation, deren Sitz vorläufig Brüssel sein wird, zu verschmelzen. Der Plan geht von Leon Bourgeois aus.
Keine DenrobSisternmg der englischen Flotte.
te* Rotterdam, 26. . September. 'lS. CJ Wie die Londoner Blätter melden, in die DemobUisiemutg der englischen Flotte, die von Ltzpyd Hstrorae im Unterlaufe i^se«.
Ablösung
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Alliierten wegen der Räumung des Baltikums tonet) die i deutschen Truppe« ist immer noch nicht in Berlin ein- gega«gen. In unterrichteten Kreisen wird angenom- , daß die Entente zunächst noch die weitere Rückkehr deutschen Truppen aus Litauen abwarten will.
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Verschwörung gegen den Führer der Kellertreppen.
te* Kopenhagen, 26. September. (T. U.) Errre in Mitarr von Offtzieren organisierte Verschwörung gegen den Führer der russischen Kellertruppen, Oberst Ber- mond, wurde von der deutschen Militärbehörde aufgedeckt. Es wurden 1-3 Personen erschossen.
Erfolge der Armee Denikins.
Das Preßbüro Radio meldet ans Horsea, daß die Bolschewisten berichten, daß sie Lrvow, 40 Meilen westlich von Kursk, geräumt habe» und nordwestlich von Kursk int Kampfe stehen. Die Beöentnng der Denikiu- schen Front wächst dauernd. Großbritannien wird iün wie bisher mit Munition, Ausrüstungsgegenstänöeu rmd Kriegsmaterial, z. B. Tanks, unterstützen. Deni- ktn befehligt jetzt ein Heer von 300 000 bis 500 000 M«««.
Auschlag auf Koltschak?
Nf Rotterdam, 25. September. «WTB.s Den englischen Blätter vom 23. September zufolge, melden me Bolschewisten drahtlos, daß Admiral Koltschak die Vertreter der Alliierten von seinem Entschluß, auf den Rang des Oberbefehlshabers in Rußland zu Gunsten Deninkins zu verzichten, in Kenntnis gesetzt hat. Auf das Leben Koltschaks ist ein Anschlag verübt worden.
Die Papierwirtschaft Sowjet-Rußlands.
Aus Mitau wird gemeldet: Der Betrag des in Sowjetrutzland umlaufenden Geldes belauft sich auf 132—150 Milliarde« Rubel. Außerdem hat die Kolt-
schakregierung für etwa 80—40 Milliarden sibirisches Geld ausgegeben. Der Geldvorrat wird zusammen mit den beschlagnahmten Juwelen und Koldsachen auf etwa 150 Millionen Rnbel geschätzt. Der größte Teil der im Besitz des Staates befindliche»? und von ihm beschlagnahmten Wertpapiere wurde beim Rückzug im Jahre 1918 durch die Bolschewisten verbrannt. Bei der Aus- landsabrechnungsstelle in Moskau befinden sich größere Mengen deutschen, englischen und dänischen Papiergeldes. Die Höhe der Summe ist nicht bekannt, soll aber bedeutend sein. Die 10» 130-Rubelscheine J^arengeld» können von den Bolschewisten nicht gedruckt werden, da die Klischees beim Rückzüge im Jahre 1918 in die Hände Koltschaks fielen. Sie befinden sich jetzt angeblich in England. In Sowjetrutzland wurde Zarengeld nur bis zum bli-Rubelschein gedruckt. Dies ist jetzt aber auch eingestellt worden, und es wird neues, allerdings schon
... 2.....77' gesehenes gedruckt und in Umlauf ge
bracht, und zwar: 6-, 10-, 25-, 50», IM-, 250-, '00= und 1000-Rubelscheirre. Das ZareMeld wird von den Bolschewisten eingezogen (»nsöesonttere 100- M 5M- Rubelscheinet und in Rußland md* mehr in Verkehr gebracht. Dieses Geld wird speziell für politische Zweck«
van Kerenski vorg,
gebraucht, und zwar hauptsächlich nn Auslande.
D4e Streiblage in Stettin»
»* Stettin, 26. September. (T. U ) Die Mrsarbe^ 4er haben die ihnen anaebotene LohnerhöAmg t»n 10 Mark pro Woche abgelehM. Die Wasserwerke arbeiten noch. Man wird aber, falls die Foröerrmgen glicht ev« fügt werden unbedingt in den Streik eintreten. We- <