Bekanntmachungen der Stadtbehörden.
Butterverkanf für diese Woche am Sonnabend.
Am Freitag den 26. d. Mts. auf Abschnitt der allgemeinen Lebensmittelkarte Nr. 279 60 gr. Bohnen- mehl zu 13 Psg. fürs Pfund 1 Mk. Verkäufer: I. Mohr, H. Dietrichs, H. Altenburg, I. Göbel, L. Lotz Nächst., W. Zickendraht Nächst., Consum-Verein u. W. Strippel. Ablieferung der Kartenabschnitte durch die Verkäufer bis zum 29. d. Mts.
Die Ausgabe der Lebensmittelkarten' findet am Freitag, den 5. d. M. von Vaß—Va? Uhr wie folgt statt:
a) in der Bürgerschule
für die Bezirke 1, 2a (Reckeröderstr.) 2b (Schlippental) 3, 4, 5, 7, 12a, 12b, 16, 18, 22, 24, 30a, 34 u. 37.
b) im Gymnasium
für die Bezirke 8b, (Wallengasse) 9, 10, 11, 13a, 13b, 25, 28, 29, 31, 33, 35 und 38.
c) im Lyzeum
für die Bezirke 6, 14, 15, 19, (Schmitt) 20 (Kussin) 21, 23, 26, 30b und 40.
d) in der Reichsbank
für den Bezirk 8a (Webergasfe).
e) in der Turnhalle in der Aug.-Gottliebstratze
für die Bezirke 17 und 39.
f) in der Karteuausgabestelle
für die Bezirke 32 und 36.
g) in Kalkob es
wie seither.
In unser Handelsregister Abteilung B ist bei der unter Nr. 18 eingetragenen Firma MschimsMik W 8.m.d.H.in Heissclii heute folgendes eingetragen worden:
Franz Trabert hat sein
Amt als Geschäftsführer niedergelegt; an seine Stelle ist der Kaufmann Joseph Trabert als Geschäftsführer bestellt.
Hersfeld, den 23. September 1919.
Das Amtsgericht
Abt. II.
Sämtliche
Neuheiten
für Herbst u. Winter.
Damen-KonleMlon lackiisch-Honiehiion Hlnder-Kontekllon
6fr Hui «ab» „Giftnitrf Hersseli. Sonnabend u. Sonntag den 27. u. 28. Sept.
Wwaüttaag Gersfeld — Wasserkuppe — Milseburg—Bieberstein. Abfahrt: Sonnabend mittag 1^ Uhr bis GerSseld.
Frisch auf!
Der Borstand.
Um etwaige Bräude pp. in dem betr. Außenbezirk nach der Stadt melden zu können, hat Herr Kaufmann Schott, Hohe Luft, (früher Appel) die Benutzung seines Telefonanschlusses, auch des Nachts, gestattet.
Die zum Nachlaß des Schreinermeisters Peter Hüter von hier gehörigen Grundstücke
2 kl. Wohnhäuser in der unteren Frauenstr. und ein Garten hinter'm Stift sind sofort zu verkaufen.
Andr. Münster
Nachlaßkonkursverwalter.
in grosser Auswahl und in jeder — Preislage soeben eingetroffen. —
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Hersfeld.
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Jeder Einheimische versichere sein Leben bei der Hessen-nassauischenLehensuersicheningsensiaii in Wiesbaden, (Gemeinnützige Körperschaft des öffentlichen Rechts). Die Anstalt steht unter Mitverwaltung der Direktion der Landeskreditkasse in Cassel.
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Nähere Auskunft durch die Anstalt in Wiesbaden, die zuständige L an desrentere i sowie allgemein durch die Oberkommissare u. Vertr. der Anstalt.
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Das Glück der Andern.
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(Schluß.)
(Nachdruck verboten.)
»Wenn ich aber etwas viel, viel Besseres wüßte?"
„Was könnte das sein?"
„Daß wir nach Rettenegg fahren! Die Gräfin schrieb heute wieder so dringend und drohte, wenn wir nächste Woche nicht kämen, würde sie uns einfach mit Gewalt abholen! Und denke Dir — Magnus kommt nun auch bald zurück, wie sie mir schreibt. Ich denke wirklich, daß wir die Einladung diesmal ttrcht wieder abschlagen dürfen!"
Ein Schatten hatte Modestas Stirn verdüstert. ,
„Du nicht, Mama! Dir wird ein wenig Landlust und Sorglosigkeit sehr gut tun." , r r,
„Ach, was die Sorgen betrifft, Modesta, so haben wir ja nun gar keine mehr, seit die beiden Mädchen so gut verheiratet sind rmb wir das Kabinett an Fräulein Hartstein vermieteten! So gut wie jetzt ist es mir ja im Leben noch nicht gegangerr. Ich dachte auch in erster Linie nur an Dich..."
„Ich gehe keinesfalls nach Rettenegg, Manm! Ganz bestimmt nicht!" ~
„Na, darüber reden wir noch, kleiner Trotzkopi, denn nun muß ich fort. Laß Dir die Zeit nicht lange werden und denke inzwischen darüber nach, wie schon es in Rettenegg tit!"
Schön! Ja, es war schön — wunderschön dort . . . • Modesta saß am offenen Fenster und dachte daran, während sie verträumt in die erlöschende Glut des westlichen Himmels starrte, wo die Sonne vor kurzem gesunken war. _ z ,
Und nun kehrte er also bald in die Heimat zurück. Ob schon als Bräutigam Beatens? ...
Draußen klingelte es. Modesta erhob nd) mechanisch, um zu öffnen. Wahrscheinlich war es Fräulein Hartstein, ihre Mieterin, dir aus Dem Büro heimkam.
Aber' als sie die Eingangstür öffnete, prallte ne erschrocken zurück. Das war nicht Fräulein Hartstein, M er — WagWS — an den sie soeben gedacht!
Lächelnd trat er ein und machte die Tür hinter sich zu. Da standen sie wieder in dem engen kleinen Borhaus, wie schon einmal, nur daß heute das Oellampchen noch nicht bräunte und der scheidende Tag einen letzten rosigen Schimmer in den Raum wärf.
AVer wie damals, stand Modesta stumm da und brächte vor Bestirrzung kein Wort des Grußes heraus.
Er sah so anders aus, als sie ihn je zuvor gesehen! Braungebrannt von der Sonne, frohe Glückseligkeit in den blauen Augen und übermütiges Lächeln um die Lippen.
„Nun, Modesta — Sie stehen ja fast so erstarrt int wie damals, als ich glaubte, Sie hielten mich für ein Gespensi? Bekomme ich denn wirklich keinen Grnß zum Willkommen?" sagte er endlich.
Modesta reichte ihm die Hand, die er in der seinen behielt. „
„Willkommen!" sagte sie leise. „Und wie gut »te aussehen . . .!"
„Das macht nur die Wiedersehensfreude! Niemand weiß noch, daß ich zurück bin — mein erster Weg war hierher und die drei Tage Reise von England her hatte ich gar keinen andern Gedanken als den: Was würd die kleine Modesta sagen, wenn ich nun so unerwartet angerückt komme?" „ t o „
Es lag etwas in seinem leuchtenden Blick, das sie verwirrt die Augen niederschlagen ließ.
„Sie kommen von .. . England?"
„Ja. Von der Insel Wight eigentlich, wo ich unseren Freund Walkern ablieferte."
„Ablieferte .. .?"
Er lachte.
„Nun ja — so ähnlich. Ich hatte nämlich im letzten Halbjahr so das Gefühl, als schleppte ich eigentlich in rhm anvertrautes Gut mit mir herum! Nun wird er wohl bald in aller Form von meiner Kusine Beate annektiert werden. Sie sehen mim so verwundert an? Ja fo — Sie verstehen noch nicht! Witn, der gute Harald hat vor Antritt unserer Reise in Beate die schöne Seele entdeckt, die ihn versteht wie keine zweite — nur mußten deshalb schon vier Wocisen länger als beabsichtigt, in Abbazia sitzen bleiben. Dann schrieben sie sich
und ich mußte endlose Auseinandersetzungen über Be» tens „Weisheit, Gedairkenttefe" usw. mitanhören. Na und jetzt wird die Sache wohl bald zu gedeihlichem Endziel und Schönau zu einer jungen Herrin kommen!"
Er hob Modestas Köpfchen ein wenig und sah ihr tief in die Augen. , . t
„Geht Ihnen das etwa nahe, Lerne Modesta?"
„Mir? Im Gegenteil! Ich freue mich ja so sehr! Ich bin so glücklich darüber!" stammelte sie, unfähig, ihre Freude M verbergen. r _, ..
Magnus fuhr fort: „Ja - er holt sich nun die Braut, unser guter Sterngucker! Und :ch ...
Modesta blickte erschreckt auf.
„Sind Sie traurig darüber?" fragte sie beklonnneu.
Da geschah etwas, das sie nicht erwartet hatte: Magnus Arme umschlangen sie plötzlich und drückten sie fest an seine Brust — so feit, daß ne das stürmische Klopfen seines Herzens hörte.
„Nein," rannte er mit vor Erregung tonloser Stimme, „denn ich bin mir ja auch die Braut zu holen gekommen — wenn Du mich nicht forrschickst, liebe kleine süße Modesta!!?" _
Eine Stunde später tarn Mama Losenstein heim. Sie hatte ihren eigenen Schlüssel und schloß ahnungslos auf.
Im Borzimmer war es faft ganz finster, aber als sie die Tür öffnete, fiel von der Stiegenbeleuchtung ein breiter SichMrom tu den kleinen Baum.
Da Mb üe zu ihrem Schrecken zwei Menschen Arm in Arm auf der Kohlenkiste sitzen, die bei ihrem Anblick sich mit leisem glückseligem Lachen erhoben.
Sie lachten, weil sie eben erst bemerkt hatten, daß sie noch im Borzimmer waren und ganz vergessen hat. ten, ins Zimmer einzutreten — vor lauter Glück!
Modesta fiel ihrer Mutter stürmisch um den Hals.
„Ich gebe doch nach Rettenegg mit, Mama!" rief sie jubelnd, und Magnus, der noch den Reisemantel um- hatte, während sein Hut iraenbmo in der Ecke rag, rügte irahlend hinzu: „Und für immer, liebste Mama! Denn ich lasse sie nie, nie mehr von mir!"
Ende.