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Hersfelder Tageblatt

Hersfelder Kreisblatt

M»8«SM»ESW»SE0WMcZ8SSMzvss»sgSN«,MNSD8SSSSWDMW0»^allES«KSMSA»SSSLs»»a««0>«aSMK, Bezugspreis vierteljcchrlich fürHersfeld 7-^)Mari, durch die Post be- ; zoger^ 7 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei | Hersfeld. Für die Schristleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld. &BBe»e6eewaMflBcmesMaMWMMer;MBeeeMBeaeaemBBaBBBBBaM6MaBeMeeeeBsaa*aee8a

Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

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Nr. 334

Donnerstag, den 35, September

1919

Die WeiWemegmig im Seiche.

z . Ultser Wirtschastsleben soll nicht zur Ruhe kommen. Die Strerkdewegnna, die sich zunächst unter den Ver- -lmer Metallarbeitern wegen Lohnforderungen bemerk- f bar »rächte, ist bald auf Teile des Reiches übergegangen und nirnmt eine immer weitere Ausdehnung. Ver- Ore^ne Slrbeiterkategorien sind aus Sympathie für die slrrsstandrgen tn den Streik getreten, um deren Forde- rmlgen durchdrücken zu helfen. Besondere Wirkungen m dreier Hinsicht hat der Bremer Hafenarbetterstreik gehabt. Es liegen folgende Drahtmeldungen vor:

Der Bremer Hafenarbeiter-Streik.

»» Breme«, 23. September. (S. CH Der Hafen- arveiterstreik in Bremen zieht immer weitere Kreise. Nachdem sich bereits die Hamburger Seeleute mit den Bremer Hafenarbeitern solidarisch erklärt haben und in mneu Sympachieftreik erngetreten sind, hat ein solcher Sympathiestreik «««mehr auch in alle« deutschen Nord- seehäfen erttgesetzt. Nach einem Bericht aus Bremer- Haven sind die Fifchdampfervesatwnge« der Unterweser- Hafeu heute vormittag offiziell in den Sympathiestreik fite ine Bremer Hafenarbeiter eingetreten.

»* Hamburg, 24. September. (S. C.) Die dern Seema«nsb«uSe angehörenden Hamburger Seeleute habensichmit den Bremer Kollegen solidarisch erklärt und dre Arbeit eingestellt. Der Transportarbeiterver- band fordert die ihm angehörenden Seeleute auf, sich nicht an dem Ausstande zu beteiligen.

Der Stratzenbahnerstreik in Bremen.

Dienstag hielten die Straßenbahner Bremeus eine Versammlung ab. Auf sämtlichen Linien ruht nun­mehr der Betrieb. Der Vorsitzende der konnnuniftischen Partei hat in einem Schreiben an die Ausstailösleitung der Straßenbahner vor der Beteiligung am Ansstaude gewarnt und betont, daß das Schwergewicht der poli­tischen Agitation jetzt in den Betrieben ruhe. Die Stra- benbahner wollen erst nach Erfüllung ihrer dem Schlichtungsausschuß unterbreiteten Forderungen die Arbeit rmeoer aumehmen^MgMWMWWWMW

Streik der Gasarbeiter in Stettin.

Wie die Abendblätter melden, sind die Arbeiter der Hauptgasanstalt in Stettin Dienstag mittaq wegen Lohnstreitigkeiten in den Ausstand getreten.

Landarbeiterstreik in der Thorner Weichselniederung.

LautVorwärts" ist in der Thorner Weichselniede­rung ein Landarbeiterstreik ausgebrochen. Da in dem aufgestellten Lohntarif den freien Arbeitern, d. h. den Arbeitern, die nur zeitweise bet den Besitzern beschäf­tigt sind, die geforderten hohen Löhne nicht bewilligt wurden, legten die Arbeiter in 10 Niederungsdörfer« die Arbeit nieder.

Der Berliner Metallarbeiterstreik.

w Berlin, 23. September. (S. C.) Die Abstim- mungen der Metallarbeiter über den Generalstreik ha­ben um 10 Uhr begonnen. Der allgemeine Metallarbei­terstreik ist wahrscheinlich.

Tarifbewegung im Dortmunder Bezirk.

** Dortmund, 23. September. <S. C.) Die Tarif- bewegung der Dortmunder Hütten- nud Metallindnstrie droht sich zu einem gewaltigen Kampf auszuwachfen. Bis Mittwoch abend muß die Abstimmung der Arbeiter­schaft, die über den Eintritt in den Streik entscheiden soll, erfolgt sein. Die Mitglieder der christlichen Me­tallarbeiter verbände eines Teiles der Dortmunder Werke nahmen am Sonntag zur Sachlage Stellung und stimmten über eine eventuelle Arbeitsniederlegung ab. Um eine Beeinflussung der noch folgenden Versamm­lungen zu vermeiden, wurde das Stimmergebnis nicht festgestellt.

Sie Auslieferung des Kaisers.

* Rotterdam, 24. September. (S. C.) Wie aus dem Haag gemeldet wird, hatte der französische Ge­sandte am Montag eine lange Besprechuug lM Mun- sterinm des Aeutzer«. Die holländischen Blockier geben nunmehr zu, daß die Auslieferungsfrage Wilhelms II, in ein entscheidendes Stadium getreten sei.,

w Haag, 24. September. lT. U.) Wie derEve- ning Standard" berichtet, wurde einem seiner Vertre­ter von maßgebender Seite mitgeteilt, daß der Plan, den Kaiser in London vor ein Gericht zu stellen, nicht geändert sei, daß er auch gar nicht ohne die Zustim- mung aller Staaten, die den Versailler Vertrag unter­zeichnet Haben, geändert werden könne. Alle Vorberei­tungen seien getroffen, um den Prozeß stattfinden zu lassen. Auf die Frage, von wo aus der erste Schritt zur Auslieferung getan werden müsse, wurde erklärt, von Paris aus. Es würde auch nicht sehr lange dauern, bis das Gesuch um Auslieferung gestellt werden wurde. ' " " " ehe« würde, wenn Holland das ÖV,^,,..., unbeantwortet. Der Journalist erhielt noch die VersicherMig, daß es den: Obersten Rat mit seiner Absicht gegen den Kaiser sehr ernst wäre.

Die

Gest»

Was die Mittelmächte bezahlen sollen.

»* Zürich, 24. September. (S. C.) Nach einer Meldung desSecolo" betragen die Gesamtforderungen Italiens nach Wiedergutmachung 115 Milliarden Lire. Dem gleichen Matte infolge fordern Montenegro 13 und Serbien 105 Milliarden von den früheren Mittel­mächten.

Stimmenthaltung der französischen Sozialisten.

w Rotterdam, 23. September. (S. C.) DerCou- tont" meldet aus Paris, die Annahme des Friedensper-

trages in der Kammer erfolgte bei zahlreicher Stimm­enthaltung der Sozialisten. Der Senat wird am Mon­tag den Vertrag ratifizieren.

Rückkehr der Gefangenen aus Amerika.

.Die amerikanische Regierung hat die sofortige Hermschaffnug aller in den Bereinigten Staaten befiuo- lichen deutscherc Kriegsgefangenen beföhle«. Die Be­förderung findet am 28. September auf dem aurerikani- schen TruppentransportdampferPoeahontus" statt, der von Neuyork nach Rotterdam fährt. Mit dem glei­chen Dampfer werden etwa 72 deutsche Internierte heimgeschafft, sowie Frauen und Familien einzelner Kriegsgefangener und Internierter, ferner etwa 20 auf Ehrenwort aus der Jniernterung entlassener und etwa 35 Deutsche, denen die Einwanderung versagt wurde.

AuZlieferrmg der Wiener Geheimakten.

, ** Wien, 24. September. (T. it) Aus christlich-sozi­alen Parteikreisen wird Beute die Meldung verbreitet, daß die Entente an die deutsch-österreichische Regierung die Aufforderung gerichtet habe, alle auf den Weltkrieg Bezug habenden Mten a«s den Wiener Staatsarchiven ihr zur Versiignug zu stellen. Die Christtich-Soziale« kündigen an, daß sie gegen diese Forderung Stellung nehmen werden, da es nicht angehe, daß die Staatsakten aus Wien weggeschafft werden.

Vorbereitung der Friedeusverhandlungen mit Ungarn.

w- Wien, 24. September. (S. C.) DieReichspost" meldet ans Budapest, daß die Entente mit dem Ministe­rium Friedrich Vorbereitungen für Friedensverhand- lungeu ausgenommen habe. Bis Sonnabend sind amt­lich 7200 Rätediktatoren in Ungarn festgestellt worden.

Die Vorgeschichte des Waffenstillstandes.

In derD. A. Z." erklärt der frühere Chef des Zi­vilkabinetts von Berg über nr Besprechungen am 18. August 1018 und den Krourat von: 14. August rusam- menfassend: Es herrschte Uebereinstimmung, daß auf Grund der vom Feldmarschall und General Ludendorff festgestellten mtlitärischen Lage und auf Grund der in­neren und äußeren politischen Lage, wie sie sich in den Augen des Kanzlers und des Staatssekretärs des Aeutzern darstellte, durch eine neutrale Macht eine Frie- densbesprechnng mit den Feinden angebahnt werde« sollte. Die Kriegsziele, an denen noch festqehalten wer­de« sollte, mürben nicht im einzelnen besprochen. Es war aber aus dem Tor: der Besprechungen klar, üatz man auf die Erfitllung bisher gehegter Hoffnnngen nicht mehr rechnete, sondern, baß der Staatssekretär in der Harwtsache freie Hand haben sollte. Generalfeld- marschall von Hindenburg äußerte sich über die gleichen Vorgänge und sagte dabei u. a.: Ich habe damals gegen die Ausführungen des Herrn v. Hintze nichts eiuzuweu- den gehabt. Daraus folgt für mich, das; bei beiden Sit­zungen volle Einigkeit unter den politischen und mili­tärischen Stelle« herrschte und baß die Erörterungen vom Kronrat sich in denselben Gedankengängen bewegt haben, wie bei der Besprechung vom 13. August. Ich hielt es Mr tob beste Mittel, daß jetzt der Krieg mit di- plomattschen Mittel« zu Ende zu bringen fei.

Die Friedensstärke der französischen Armee.

Aus Paris wird gemeldet: 2(m Freitag nachmit­tag verlas Doumer in der Senatskommisston für die Armee einen Bericht über die Reorgantsatioir der französischen Armee. Demgemäß rekrutiert sich die Armee 1. durch ein jährliches Aufgebot. Der aktive Militärdienst wird auf ein Jahr herabgesetzt: er ist obligatorisch und für alle gleich. Der jährliche Bedarf beträgt 200 000 Mann. 2. Durch Anwerbung soll sich eine ständige Armee von 150000 Mann ergeben. Im Ganzen beträgt der Bestaud der französischen Armee in der Friedenszeit 360 000 Man«, im Kriegsfalle 1300 000 Man«. Die territoriale Armee ««d die Re­serve«, welche a«s 15 Klassen bestehen, bilden eine weitere Man»schaffsq«elle von 2 Millionen in Zeiten der Gefahr.

Friedenszustand zwischen China und Deutschlaud.

»* Berlin, 23. September. (B, Z.) Das Reichs­ministerium des Auswärtigen hat, wie dieV. erfährt, auf eine Anfrage bei der niederländischen Re­gierung als Schutzmacht der Chinadeutschen, ob der Prä­sident der chinesischen Republik tatsächlich in einem Er­laß die Wiederherstellung des Friedenszustaudes mit Deutschland verkündet habe, eine bestätigende Nachricht erhalten. Die deutsche Regierung wird rmch Empfang

Belgiens Haß gegen Dentschland.

Belgien w dessen Abreise nach Amerika. Ueber die künftigen deutsch-belgischen Beziehungen sagte der Kö­nig, der Haß gegen die Deutschen werde in Belgien noch jahrelang fortdauern, da Belgien nicht vergessen

BCH^Bt tg

Sie Beiagetaug Immer.

t* Zürich, 24. September. lS E.) Die .Morgen- zeitung" meldet aus Venedig, daß die vor Fiume lie­genden italienischen Kriegsschiffe sich weigern, an der Umzingelung von Stadt und Hafen Fiume leilzuueh- men.

»* Zürich, 24. September. (S C.> DerSeeolo" meldet aus Rom, daß 115 Abgeordnete der Kammer eine Kundgebnnq für Gabriele d'Anuuuzivs veirffünien haben. Die Stadtgemeinden Neapel, Venedig und Verouo haben d'Annunzio die Ebrenbürgerschast anjetrac.cn. In Rom fanden Volksknndgebnngcn für Finmc und o'Annnnzio statt.

** Zürich, 24. September. lS. E) DerTageS-in- zeiger" meldet, in Mailand veranftaliete Volksdemo- strationen für die Löfnna der Fiumefrage dnrch d' Anrmnzto haben mehrfach zu Auöfchrcitnngen gesichrt. Polizei und Mtlitär verhielten sich gegenüber den Te- nwnstranten passiv.

Ein ttalienischer Krourat.

Basel, 24. September. (T. U.) Infolge der ver­worrenen Lage in Fiume hat der Ministerpräsident auf Wunsch des Königs auf den 26. September einen Kron- rat etnberilfen. Die Kammer wird infolgedessen erst am 27. September wieder eröffnet werden. Als Grund der ungewöhnlichen Einberufung des Kronrates wer­den die Meldungen bezeichnet, nach denen Wilson seine Zustimnmng zu dem zwischen Italien, Frankreich und Erigland vereinbarten Abkommen über die Zuteilung Finmes an Italien verweigert habe.

Bestürzung in Jtalieu.

Die unerwartete Vertagung der italienischen Kam­mer und die Einberufung des Kronrates haben Bestür­zung und zahlreiche Gerüchte hervorgerufen, die einer­seits die Fiumefrage und die Antwort WilsouS betref­fen, andererseits mit Meinungsverschiedenheiten zwi­schen Nitti uud Tittoni und den Gerüchten von einer Kabinettskrise Zusammenhängen.Epoea" erklärt, die MWDMMkMMMMMMM'

glaubwürdig.

Als Beweis für die Schwierigkeit der Lage wird von der gesamten italienischen Presse daran erinnert, daß selbst bei der Kriegserklärung an Oefterreich-Nn- gari die damalige Regierung von einer so außerordent­lich verfassungswidrigen Maßnahme, wie die Vertagung der Kammer und die Einberufung des Kronrats, abge­sehen hat. Die Gegner Nittis betonen, daß die Eiirve- rufung des Kronrats einen Versuch des Ministeriums bebente, der Verantwortlichkeit angesichts der unerträg­lichen inneren und äußeren Lage des Landes zu ent­gehen. Tittont wird eine Darstellung der Lage geben und Unterstützung für die jetzt eingeschlagene Politik fordern. WieCarriere della Sera" meldet, hat jener auf die rasche Zustimmung Wilsons zu den von Frank­reich und England getroffenen Abnmchmtgen über Fiume gehofft. Statt dessen hüllte sich Wilson in Schwei­gen und überläßt es Italien selbst, eine Lösung des Problems zu finben.

Die Regelung der Fiume- «nd Adriafrage.

** Lugano, 24. September. (T. II.)Carriere della Sera" meldet aus sicherer Quelle, daß es zwischen Ita­lien und Süöstawierc in der Finme- und Adriafrage mit Zustimmung Frankreichs und Englands zu einer endgültigen Verständigung gekommen sei.

Die, Lage im Baltikum.

>* Berlin, 24. September. (S. C.) Die Lage im Balttkum ist bis jetzt erst zunr Teil geklärt. Die Trup­pen der Eiserrien Division gehen so langsam zurück, daß die Räumung des Baltikums vor dem Winter, wie die Entente sie fordert, kaum durchgeführt sein wird.

Russisches Friedensangebot an die Ukraine.

** Kopenhage«, 24. September. (S. C.) WiePo­litiken" aus Kopenhagen erfährt, hat die Petersburger? Sowjetregieruug der Ukraine ein Friedensangebot ge­macht. Die bolschewistische Regierung ist bereit, die Selbständigkeit n«rd Neutralität der Ukraine anzner-

Die Autonomiepläne für Oberschlesie«.

** Kattowitz, 24. September. (T. It) Nach dem Oberschlesischen Kurier" hatte eine Abordnung der oberfcblesifcbcn Zentrumspartei unter Führung des« Pfarrers Ulitzka mit der Ententekommission eine Aus­sprache. Von anderer Seite verlautet, daß es sich hier­bei um die Antonomiepläue des Zentrums handelte. Die Entente, besonders die Amerikaner und Englän­der, stehen der Bewegung eines selbständigen Staates Oberschlesie« nicht abgeneigt gegenüber, da der ober-: Wlesifche Jndnstriebezirk unter polnischer Herrschaft seines hohen Wertes für Mitteleuropa verlufttg gehe« könnte

Z«r Frage der Besetz««« Oberschiesiens. i

.Katholik" aus Warschau erfährt, erklärte in der letzte« Sitzung des Ausschusses für auswärtige Angelegcnhei-, ten des polnischen Landtages der stellvertretende Mini­ster des Aeutzern. daß nach zuverlässigen vorliegenden Meldungen die Besetzung Overschlesiens durch die E«- tentetruppen noch vor Unterzeichn tt«g des Friedens- verttages seitens Frankreichs und Italiens erfolg« werde, und zwar bereits Anfang Oktober. j