Hersfelder Kreisblatt
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Hersfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld. - oen Dürers Herssew Erscheint jeden Wochentag nachmittags. — Fernsprecher Nr. 8. |
^^ 220 Sonnabend, den 2v. September 1919
Das Urteil int Geiselmorsprozeß.
• * München, 18. September. (WTB.) Im Gelsel- «»»rdprozetz wurden die Angeklagten Fritz Seidl, Jo-' srf Seidl, Schicklhofer, Will, Knrtzex und Fehmer znm Tode und sieben weitere Angeklagte wegen Beihilfe zum Morde zu 15 Jahre« Zuchthaus verurteilt.
* * München, 19. September. (S. C.) Das Staats- mi«isteri«m tritt heute vormittag K>12 Uhr zusammen. Die heutigen Morgenblätter äußern sich geteilt darüber, ob alle Todesurteile im Geiselmordprozeß vollstreckt werden. Die „Münchener Zeitung" glaubt, daß die Regierung die Todesurteile gegen die beiden Hanpträdels- führer vollstrecken, gegen die vier weiteren Verurteilten aber zur Begnadigung schreiten wird. Die Eirt- scheidung der Regierung ist bis 2 Uhr zu erwarten. Die Aufforderung der Kommunisten, in den Generalstreik zu treten, die in unzähligen Tausenden von Flugblättern gestern noch verbreitet wurde, ist erfolglos geblieben. Heute srüh wird überall gearbeitet.
Die preukische Legierung gegen EGerger-
► * Berlin, 19. September. (T. u.) Zn den Nachrichten Wer die Autonomie Overschlesiens geht der „Dentschen Tages-Stg." folgende Mitteilung zn: Die in den gestrigen Abendblättern mitgeteilten Nachrichten über Oberschleste«, die ans Veranlassung des Reichsfinanzministers Erzberger durch die Presseabteilung der deutsche« Reichskanzlei verbreitet wurden, werden sowohl vom prentzischen Ministerpräsidenten Hirsch als and) von dem Minister Heine als vollständig falsch bezeichnet. Beide Minister sprechen sich auf das schärfste dagegen ans und erklären, daß der Reichsfinanzmini- ster Erzberger damit die Absichten der preußischen Regierung nnbeilvoll durchkreuze. Erzberger sei von Der preußischen Regierung nicht beanftragt, diese Mitteilungen zn machen. Sie widersprechen auch den Tatsachen.
Ueber die Mitteilungen Erzbergers, um die es sich hier handelt, liegt folgende Dralstmeldung vor:
* * Berlin, 18. September. (B. T.) Die provin- ielle Autonomie für Oberschleste« wird, wie das „B.
RaLlfiziernnq des Friedensvertrages mit Deutschland W. Die Abstimmung im Plenum des Parlaments wurde bis zur Annahme des Friedensvertrages im amerikanischen Kongreß ««sgesetzt.
Herabsetzung der Stärke der Besatzungsarmee am Rhein e* Rotterdam, 19. September. (S. C.) Die „Times"
anntqegeben, daß die Stärke der Besatznngs- Mein am 15. Oktober um 30 Prozent herabgesetzt werden soll.
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Verlegung der Pariser Konferenz nach London?
•* Genf, 19. September. (T. U.) In Kreisen der Pariser Konferenz ist jetzt die Rede davon, die Konferenz nach London zn verlegen. Die britische Regierung habe den Wunsch nach Verlegung der Konferenz ausgesprochen und es ist wahrscheinlich, daß die meisten Konferenzsitzungen, die nur periodisch stattfinden sollen, in London abgehalten werden.
Mitzerfolg der Propagandareife Wilsons.
Die „Pretzinformation" meldet aus Washingto«, Latz Wilson seine Reise in den nächsten Tagen beenden wird, da die Presse immer mehr z« der Ueberzengung gekommen ist, datz Amerika mit neuen Vorschlägen nach Paris gehen mntz, um den Friedensvertrag zn ändern. Wilson ist die Umstimmnng der Mass da anch die radikale« Arbeiter sich «i zung seiner Politik berell finden.
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Nücktrrttsabsichten Lloyd Georges?
»^ Haag, 19. September. (T. U.) Bottomley teilt in der neuesten Nummer des „Joy« Bnll" mit, daß Lloyd George bei der Rekonstruktion seiner Regierung auf soviel Schwierigkeiteu stoße, daß er den König bitt ten will, ihn seines Postens zn entheben.
Bullitts Bericht Aber Nutzland.
KohlenSatastrophe in Deutsch-Oesterreich. - w Wien, 19. September. (T. U.) Es ist endgilltta beschlossen worden, daß vom Sonntag, den 21. September ab, der Verkehr der elektrischen Straßenbahnen und der Bahnen Wieu-Preßburg und Wien-Baden eingestellt wird. Die Gast- und Kaffeehäuser, Konzertsale, Kinos und Varietees müßen mit 8 Uhr abends geschlossen sein. Der Kohlenvorrat der Elektrizitätsworke beträgt nur noch 15 Tonnen. Wie verlautet, wurde auch die sofortige Einstellung der Zeitungsbetriebe beantragt. Staatssekretär Renner sandte an Clemeneeau und die in St. Germain verbliebenen Mitglieder der österreichischen Friedensdelegation Drahtungen, in de- nen die durch die Kohlennot hervorgerufene unkraltbare Lage eingehend geschildert und dringend um Abhilfe gebeten wird.
Zusammentritt der internationalen Kohlenkommisstou.
•* Wien, 19. September. (S. C.) Die für Mittel- europa eingesetzte internationale Kohlenkommisstou in Mährisch-Ostrau hat ihre Sitzungen wieder ausgenommen und die Vertreter der interessierten Länder für Sonnabend zu einer Besprechung eingeladen.
Neuer Aufstand in Ägypten. *
•* Wien, 18. September. (WTB.) Die Leitung des Ausschusses der Nattonalen ägyptischen Partei teilte den Blättern mit, daß die ägyptische Revolution von neuem eingesetzt habe. Die blutige Unterdrückung der letzten Erhebungen in Aegypteu durch die evg- lischen Behörden haben zu einem Aufstand des ägyptischen Volkes ohne Unterschied der Klasse geführt.
Aufflackern der Unruhen in Braunschweig.
»* Branpschweig, 18. September, steril abend kam es hier zu Z:' Reichswehr und spartakistische«
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Msammeustötze« zwische«
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Wie der „N. Rott. Cour." aus Neuyork meldetzbat William Bullitt am 16. Sev^mber seinen Bericht über
Schwimmanstalt wurde in der zehnten Abendstunde aus dem nahen Wald beschossen. Ein Mann der Reichsweb/ wurde an der Hand verwundet. Zusammenstöße mir einzelnen Retchswehrbmte« hatten am Hauptvaimttm
den von Oberschlesten gewählten Mltglredern der National- »nd der preußischen Landreversap-mlnug sowie den Delegierten der polnischen Organisationen znsam- m-msetzen wird. Aus diesem Landesrat wird ein Drei- Männerkollegium gewählt.
Die deutsche Antwort an die Entente überreicht
^ Berlin, 19.. September, (T. U.) Wie die Deut- S^e Allg. Ztg " von zuständiger Stelle erfährt, ist die nlwortnote der Reichsregrenung betreffend den Artikel 61 der deutschen Reichsverfassnng.gestern abend durch den Führer der deutschen Deleaatron, Freiherr« von Lersner, in Paris «vergeben worden. Die Ber- öffentlichttng der Antwortnote wird erst, nachdem sie überreicht worden ist, erfolgen. Sie durfte noch im Laufe des heutigen Tages zu erwarten fein.
__— To .. regierung Frieden schließen sollten. In dem Leninschen Borschlag war vorgesehen, daß die Sowjetregierung die Kontrolle über alle Eisenbahnen haben soll, daß die wirtschaftliche Blockade aufgehoben und den politischen Gefangenen Amnestie gewährt werde. Bullitt schildert Lenin als einen Mann, der die Phantasie des russischen Volkes beherrsche, wodurch seine Stellung die eures Diktators sei. Man könne in Rußland eine sozialistrsche Regierung errichten. Wenn die Blockade aufgehoben werde, würden die Parteien, die grundsätzlich gegen die Kommunisten seien, sie aber im Augenblick unterstützten, imstande sein den Kampf zu gewinnen. Die gestei- gerten Kräfte der russischen Regierung wie« jetzr der
dort
schen
bahnhof wurde durch eine Wache gesichert. Auch in den Straßen kam es zu starken Belästigungen der Reichs- wehrleute. In den Straßen und städtischen Anlagen fielen Schüsse. Die Vorgänge sind anscheinend plau- mäßig von spartakistischer Seite hervorgerufen morde«. Es wurden Matrosen mit roten Bändern beobachtet.
Sechs-Stunden-Schicht im Bergbau?
„V4.1VJ, .,^»,^ „„„ erung seien jetzt der
anfbanenden Arbeit zugewandt und die Phase des Nre- derreistens sei vorbei. Man glaubt fest, daß &tW eine Beantwortung der Darlegungen Bullrtts gestni-
Die Ententen sie über den Anschlutzartikel angenommen.
w Berlin, 18. September. M Z.) Der Ausschuß der Nationalversammlung für auswärtige Angelegen- beiten hat, wie die „Vossische Bettung" Hort, in seiner
der ■
Veiten hat,
Sitzung am Dienstag der Forderung oer Vmenre «am Unterzeichnung des Protokolls zur Nichtrgkeitserkla- rnna des Artikels 61 der Reichsverfassung zugestzmmt. Die Reichsregierung wird der Entente durch den ,,ret» Herrn von Lersner mitteilen lassen, daß Deutschland ihrem Wunsche nachkommt. Es steht noch nicht fest, ob das Protokoll durch den Freiherr« ^nLer^ner oder durch einen besonderen Delegierten «nierzerchnet werden soll.
Auslieferung von 500 Deutschen.
^ Berlin, 18. September. (WTB.) Wie der „Deutscher Zeitung" von untermchteter Serie gemeldet wird, wird die Entente unnnttelbar nach dem Inkrafttreten des Friedensvertrages der deutsch^ Regierung die Liste der zur Anklage ausznlrefernden deutschen Staatsmänur überruitteln. Diese Liste, die äeqenwartrg bereits festgestellt ist, urWrßt rnsgesamt 5M Ram«^. Wie verlautet, wrrd in erster Linie England die »yttg: rang der Prozesse übernehmen.
Das Auslieferungsbegehren an Holland bevorstehend.
^ Haag, 18. September. (S. C.) Aus Paris wird gemeldet, es verlautet, daß der Oberste Knegvrat letzt endgültig beschlossen habe, Schritte für die An-,liefmu»ng des Kaisers zu unternehmen, damit er in England vor einen Gerichtshof gestellt werde. Der holländischen Regierung wird demnächst das formelle Ersuchen um Ans- lieferung überreicht werden.
Verzicht ans die Auslieferung bei Weigerung Hollands.
Entgegen den Morgen Meldungen vom Donnerstag besagen laut „B. T." Nachrichten ans Paris, daß die mutierte,, »"rausstchttsch doch aus die Auslieferung des Kaisers verzichten werden, und zwar in der Bor- anssetznng, daß Holland wahrscheinlich Einwande gegen die Ausliefernngsforderung erhebe« wird.
Bevorstehende Ratifikation durch Frankreich.
X. Paris, 19. September. (T. u.) Nach „Petit Pa- risien" versichert man in parlaulsntarischen Kreisen, daß die Kammer am Freitag oder spätestens Soutv-» abend den Friedensvertrag ratifiziere« werde.
Japan schiebt die Ratifikation hinatts.
»-. Rotterdam, 19. September. tS. C.) „Daily Mall"
ten wird.
Erstne Lage in der Berliner Metallindustrie.
^ Berlin, 18. September. (S. C.) Durch die Ablehnung des Ulttmatnms durch die Mbeitgeber hat sich die Lage derart verschärft, daß der Metallarbetterstreik wohl kaum noch zu verhindern sein dürfte. In einigen Unternehmungen haben heute Teilstretks bereits eingesetzt. Bei der A. E. G. ist die Erregung unter den Arbeitern sehr groß; die Entscheidung liegt bei der Ger Kommission. Bei Borftgk sind die Steinmer und Nieter in den Streik bereits eingetreten. In den Daimler- werke« stehe« vier Schlosser- und eine Dreher-Mtei- lung, zusammen 170 Mann, schon im Streik. Die Streikenden haben erklärt, daß sie in der ersten Woche auf die Streikgelder verzichten werden. Bei Israel sollen deute Verhandlungen stattfinden. Sie Entscheidung liegt bei der ventigen Betriebsversammlung. In den deutschen Telephonwerkeu ist das Ultimatum bis Freitag verlängert worden. Der Arbeiterrat nimmt schon morgen Stellung zv den zn unternehmenden Schritte«. Wahrscheinlich werden die Abteilung Werkzengbau und die Einrichter den Streik beginnen. Bei Schuchardt sind die Schraubendreherei, die Stanzerei nnd die Re- volverdreherei, in denen 150 bis 200 Mann beschäfigt find, bereits stillgelegt worden. Man muß damit rechnen, daß die Teilstreiks sich schon in den nächsten Ständen weiter ansdehnen werden.
m> Berlin, 18. September. (L. A.) In der Berliner Metallindustrie streiken seit heute kleinere Trupps von Facharbeiter«, wodurch der gesamte Betrieb der Werke gefährdet wird.
Vorbereitung«« für einen politischen Generalstreik.
te* Berlin, 19. September. (S. C.) Die Organe der UnabWngigen bereite« auf eine allgemeine Ntzschlntz- aktiou der dentschen Metallarbeiter an den für Montag drohenden Generalstreik Der Berliner Metallarbeiter- schaft vor. Auch im Roten Bollzugsrat wird dre pott- ttsche Generalstreikfrage im Anschluß an die Metallar- beiterbewemtna eingehend erörtert und hat Bereits zu einer Reihe von Arttragen und zu Besprechungen der revoluttonären Obleuie am Biittwoch geführt.
Spartakistische Waffentransporte.
•=•- Berlin, 19. September. (S. C.) Zwifchen Brann- schweig, Berlin und anderen mitteldeutschen Großstädten ist das Bestehen eines lebhaften spartakisttschen Wafftürtransportes festgestellr wm-den. In Berlin selbst zeigt sich eine rege Aktion von Mitgliedern der seit den
^ Berlin, 18. September. (WTB.) Auf Grund einer Verfügung des Reichsarbeitsministeriums wird Professor Dr. E. Fraucke als Vorsitzender des Ausschusses für die Prüfung der Arbeitszeit unter Tage im Ruhrkohlenbergba» die Ausschußmitglieder ersuchen, unverzüglich besondere Unterausschüsse unter Leitung je eines Arbeitgebers nö Arbeitnehmers zu bilden, um an Ort und Stelle alle technischen, wirtschaftlichen und behördlichen Ntaßnahnren zu prüfen, die einer weitere« Verkttrzvng der Arbeitszeit dienen sollen. Ende November tritt der Ausschuß wieder zusammen, um Beweise zu erheben, ob die Einführung der Sechs-Stun
weise zu erheben, ob die Einführung der Sechö-Stun- Sen-Schicht unter Tage im Ruhrkohlenbergba« ohne Gefährdung der eigenen Versorgung Deutschlands möglich ist.
Die Uebernahme der Staatseisenbavue« auf das Reich.
»* Leipzig, 19. September. tS. C.i Gestern fand in Leipzig unter dem Vorsitze des Reichsministers Dr. Bell eine Besprechung mit den sämtlichen Ministern der Eisenbahnverwaltungen wegen der lieberführ«»» der Staatseisenbahnen ant das Reich statt. Hierbei wurde hinsichtlich aller zur Erörterung gestellten Fragen ein Einverständnis erzielt.
Bergarbeiter streik in Elsatz-Lochriuse«.
»g* Basel, 19. September. (T. U.) Der Streik in den elsatz-lothriuqischen Bergwerken nimmt zu. Ber- schiedeue nette Zechen haben den Betrieb eingestellt. Alle Bermitelnngsversnche sind gescheitert.
Schadensersatzansprüche aus der Budapester Räteherrschaft.
»* Rotterdam, 19. September. (S. C.t „Dairy Erpreß" meldet aus Paris, aus Anlaß der Räterepublll in Bndapest sind gegen Ungarn von den Alliierten Schadensersatzansprüche in Höhe von 314 Milliarden Franken angemeldet worden.
Der Arbeitsplan der preußische« La«drsversamml«ng.
Der Aeltestenausschuß der preußischen Landesver- sammlung hielt am Donnerstag vor Beginn der Vollsitzung eine Besprechung ab. Die Staatsregierurrg Hat der Lan desversammlung das Gebäude des früherer Herrenhauses zur Verfügung gestellt. Zunächst soll die Etaisberatung fortgefültri werden, Sonnabend und Montag sollen aber die Sitzungen ausfallen. Die Bc- ratung der Teuerungszulagen soll Mittwoch oder Donnerstag begonnen werden.
Ein französtsch-brittsches Abkommen über die Levante.
„Temps" teilt mit, daß zwischen Clemenceau und' Lloyd George über die mllttärische Besetznng der Le-
räumen. Ferner sei beschlossen worden, daß die vier, Städte Damaskus, Aleppo, Hama mrd HamS nach dem- Abzug der britischen Truppen nicht von französischen' Truppen besetzt werden, da sie in der Zone liegen, m; der nach dem englisch-französischen Abkommen die Er-.