hersmoer Tageblatt
Hersfelder Kreisblatt
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Bezttgsprris vierteljährlich für Hersfeld 5 )Mark, durch die Post be- ; zogen 2.62 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei | Hersfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld. ■ hui»»e«BeeeBesaeMWeee6«eeeBeBaef»aBeeeeBBeeeeeee»eeeeaee»«eeBB""ee8eeee6MieseBeaeee
Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld
Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile Pfennig, im amtlichen Teile. >Pfennig, Reklamen kosten die Zeile ^Pfennig. Erscheint jeden Wochentag nachmillcqs. — Fernsprecher Nr. 8.
Nr. 317
Mittwoch, den 17. September
1919
Die tage in Same.
; »* Geuf, 16. September. (T. 11) General Badoglio
erließ einen Aufruf, worin er die in Fiume befindlichen italienischen Soldaten ausfordert, innerhalb von 5 Tagen zu ihren Trnppenkörpern zurückzukehren, wid- rigeufMs sie als Deserteure angesehen würden. Zahlreiche Soldaten der Brigade der Adria leisteten dem Befehl sofort Folge. Die amerikanischen Truppen haben Fiume verlassen, währnd die französischen Truppen zurückgeblieben sind. Die italienische Regiernng hat die Veröffentlichung aller Nachrichten aus Fiume verboten. Die bereits aufgehobene Zeitungszensur wurde deshalb wieder eingeführt. Der „Carriere della Sera" stellt fest, daß die Rede des Ministerpräsidenten Nitti keineswegs die Zustimmnng des Landes gefunden habe. Ueber die Haltung der Verbündeten gegenüber den Vorfällen in Mime liegen verschiedene Nachrichten vor, die einander widersprechen. Der „Corriere della Sera" sagt, die Verbündeten hätten nur Aufklärung ' im übrigen £< __";;",.;:
Ordnung zu schaffen. Dagege ...___________________
„Corriere d'Jtalia", daß England nnd Frankreich energisch Protest erhoben hätten, während Amerika sich stillschweigend verhalten hätte.
Kit nur Aufklärung verlangt nrrd^<s sei i Italien vollständig überlassen, dauernde i schaffen. Dagegen bemerkt der klerikale
Die Stellungnahme der französischen Presse.
^ Paris 16. September. lT. u.) Das Abenteuer d'Annunzws beschäftigt die politischen Kreise Frank- rerchs aufs lebhafteste. Es ist als ein Erfolg Tittvnis zu buchen, wenn Italien in dem Sinne freie Hand gelassen wird, daß man den Zwischenfall von Fiume als innere Angelegenheit Italiens behandelt. Sogar Kreise, die früher entgegengesetzter Meinung waren, fangen nunmehr an, nachdenklich zu werden und sich die Frage vorzulegen, ob die Ausführnug des Londoner Vertra- aes angesichts der Tatsache, daß Fiume ««bedingt italienisch ist, nicht zu dauernden Konflikten fiihren wird. Die französische Presse, vor allem der Italien freund y® gesinnte „Mattn", fordert eine entgegenkommende Haltung für Italien, wenngleich sie die Tat d'Armun-
U Bertraneusvotum für die italienische Regierung.
»-* Lugano 15. Seviember. lB. T.) In der gestrigen Kammersitz«ng erhielt die Regierung als Abschluß der Diskussion über die Caporettoangelege«heit das Vertrauensvotum mit 211 gegen 28 Stimme«. Die Lage unserer Gefangenen in Frankreich.
wurde bekannt gegeben, daß acht MiNarden Franken jährliche Renten an Verstümmelte, Verletzte und andere Opfer des Krieges von Frankreich zu zahlen seien.
Meile deuisch-pslnifche Verhandlungen.
Zurücknahme der polnische« Truppe«.
** Berlin, 16. September. (S. C.) Wie uns gemeldet wird, ist die Wiederaufnahme der Besprechungen zwischen Polen und Dsutschland von der Ententekommission bei beiden Staatsregierungen beantragt worden. Nach Meldungen von der Ostgrenze zeige sich seit Freitag letzter Woche allgemein eine Zurücknahme der vorgeschobenen polnischen Trnppenmassen, besonders der polnischen Artillerie.
Keine Teilnahme der Polen an der Besetzung.
^ Rotterdam, 16. September. (S. C.) Die „Times" melden ays Paris, nach Beschluß des Rates der Alliierten werden polnische Truppen sich an der interalliierten Besetzung Oberschlesien nnd der westpren- tzischen Kreise nicht beteiligen.
Eine neue Anfrage über das Schicksal Danzigs.
Wie gemeldet wird, hatte die deutsche Regierung am 13. August eine Note an die Entente gerichtet, in der sie um Auskunft über das Schicksal des künftigen Freistaates Danzig, insbesondere über den Zeitpunkt seines Ausscheidens aus dem Reich, die Modalitäten des neßergangeß usw. bat. Eine Antwort der Entente auf diese Note ist bis jetzt noch nicht erfolgt. Aus diesem Grunde hat Deutschland nunmehr, wie die „Bossische Zeitung" erfährt, eine Mahnung nach Versailles abgehen lassen.
Die Eirtevtekommissionen für Oberschlesien.
** Berlin, 15. September. lS. C.j Die Entente- femmifüpnen in Oberschlesien treffen am Mittwrch wieder in Berlin ein, wohin bereits ein Teil der Mitglieder zurückgekehrt ist. General Duvortt hat die für Mitte der Woche vorgesehene Re^ nach ^grU aulaeneben.
Deutscher Lustpostdienst mit dem Ausland.
In letzter Zeit habe«, wie den „Leipz. N. Nachr." aus Berlin gemeldet wird, in aller Stille Verhandlungen stattgefunde«, die nicht nur für unsere Luftschtff- fahrt, sondern auch für die Aufnahme der Bezieyrmgen zwischen Deutschland und dem Auslande von Bedeu- tung sind. Es haben im neutralen Auslande Besprechungen zwischen den Vertretern deutscher und ausländischer Firmen über die Aufnahme des internationale« 8«ftpostdie«stes stattgesrmden, die hoffen lasten, daß in absehbarer Zeit die deutsche Luftfahrt in den internationalen Dienst eingegliedert wird. Besprechungen, die bet der Konferenz gepflogen wurden, waren rein privater Natur, doch sind die ersten Fäden angeknüpft, irm eine dauernde Verbindung Deutschlands mit dem Auslande Sastellen. Während mit den skandinavische« Läa-
zurzeit noch Verhandlungen schweben, find die Be- spreckmngen mit Dänemark soweit gediehen, daß in etwa 14 Tagen der regelmäßige Postdienst mit Kovenhage« beginnen kann.
Zwangseinquartierung in Berlin.
** Berlin, 16. September. (S. C.) Die augekün- digte Zwangseivqnartiervng Wohnungsbe dürftiger, mit der zugleich ein BestchtiMngsrecht nnd Meldezwang verbunden ist, ist nunmehr vom Berliner Magistrat erlassen worden.
Die StrafantrSge in Geiselmordprozetz.
a«walt has ' ' ' " '
die Massenmörder folgende Anträge gestellt: Gege« Fritz Seidl n«d Schicklhofer zweimalige TR>esstrafe, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, ferner einmalige Todesstrafe gege«-------- ------ "
Puerzer, Fehmer, . ____ ____ ___________ „ „
Zuchthaus gegen den Schreiber Gsell, 10 Jahre Zuchthaus gege« Kick, Boeker, Huber und Schmittele, Frei- ! spruch mangels Beweise gege« des Studenten Peter- - mayer. Das Nr^°e «rite Wer VoräusüM «ack a«
at in seinem Plaidoyer heute vormittag gegen 'enmörder folgende Anträge gestellt: Gegen
elina««, Lettner,
Meyer,
Der StaatSa
Major Drandt hat unter Führung eines französischen Oberstleutnants in der Gegend von Compiegne ch zwei deutsche Gefangenenkompagnien im Wieder- fba«gebiet besichtigt. Der Eindruck, den Major Drandt empfing, war befriedigend, da die Kriegsgefangenen all- aemein gut aussahen und erklärten, sie seien ausreichend ernährt. Die Unterkunft war den primitiven Bedingungen des zerstörten Gebietes entsprechend. Es konnte erfreulicherweise in einigen Fällen ein rein menschliches Verhältnis der Kriegsgefangenen zu der französischen Bevölkerung beobachtet werden. Die Bekleidung der Kriegsgefangenen ließ manches zn wünsche« übrig. Für die festgestellten Mängel an Unterkleid«
am an!
erkleidung wurde fran- Die seelische Stimung
zösischerseits Abhilfe zugesagt. L.. _______,. _____ ....„
der Gefangenen war ganz beherrscht von der einen Frage: Wann kommen wir nach Hause?
Die Verteilung des Kolonralraubes.
** Patts, 15. September. tWTB.j Ueber das Schicksal der deutschen Kolonien erfährt unser Sonderberich!- erstatter folgende Einzelheiten: Togo und Kamerun sind auf Grund von Besprechungen zwischen dem französischen Kolonialminister Henry Simon und Lord Milner zwischen England und Frankreich aufgeteilt worden. Frankreich erhält durch die Zuteilung von Südtogo nnd dem Hafen Lome einen bemerkenswerten Zuwachs. England erweitert seinen Besitz durch Rsrd- togo. Gebietsteile von Kamerun sind den englischen Besitzungen von Bornu angegliedert worden. Die Engländer erhallen eine Verbindung des Kongoflusses zum Meere und eine Grenzberichiiauna, die ihren Besit- zunqszoneu eine große Gleichmäßigkeit verleiht. Frankreich erhält alle durch deß Vertrag vom 14. November 1911 an Deutschland verlorenen Gebietsteile .zurück. Es besitzt somit in Westafrika zwei neue Kolonien, einen großen Teil von Togo und vier Fünftel von Kamerun, wodurch seine afrikanischen Besitzungen in gleich- «räßiger Weise abgerundet werden. Ueber andere Teile der früheren deutschen Kolonien werden drejeuigeu Plächte verfügen, Sie an der Eroberung teilgenommen haben. Verhandlungen darüber sind gegenwärtig mep im Gange.
Ratifikation durch Frankreich am 25. September.
Aus Stuttgart meldet der „Berl. Lok.-Auz.": Die Preßinformation meldet aus Paris: Die Ratifikatio« des Friedensvertrages mit Deutschland wird am 25. September stattfinden, da die Beratungen über die finanziellen Fragen bis z« diesem Termin and-merr« werde«.
Die rechtliche Stelwug der besetzte« Gebiete.
** Genf, 16. September. (S. C.) Aus Paris wird gemeldet: Im Kammerausschutz sagte Pichon, daß die Rechtsausfassung der Alliierten über die tatsächliche Lage der besetzten deutschen Gebiete die sei, daß die Befehle der Besatzungsbehörde« in jedem Falle den Reichsg^ setzen voranzngehe« hätten. Die Truppenstärke im besetzten Gebiete betrage zurzeit zwei Arnreekorps.
Acht Prilliarde« jährliche KriegSrente« in Frankreich.
** Sioiterdam, 16. September. (S C.) „Daily Matt"
Kriegsdrohung der Gnients an Rumänien.
«* Wien, 16. September. lT. U.) Die „ReiKs- post" meldet aus Budapest, die Rumänen habe« nach Meldunge«, die i« Budapest ei«8etroffen find, von der Entente neuerdings ein Ultimatum erhalte«, sofort mit dem Abzug aller Truppen aus Budapest und dem gan- S westlich davon gelegenen Gebiete zu beginne«. Die
mä«e« müssen sich hinter die von der Entente festgesetzte Demarkationslinie zurückziehe«. Sollten die Rnmäne« sich weigern, die Forderungen der Entente zn erfüllen, so würde Konstauza bombardiert werden. Zugleich wurde den Rumäuen mitgeteilt, daß R«mä- uien nicht mehr darauf rechnen könne, die ihm im Vertrag vom Jahre 1915 zugesprochene Grenzen gegen Ungarn z« erhalte«, nachdem Rumänien selbst die Abmachungen «nd alle Forderungen der Entente mißachtet habe.
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Eine „Rettungsaktion" für SowjetruUand.
w Berlin, 16. September. (S. T.) In den Berliner Fabriken werden neue Flugblätter verbreitet, die zu einer Rettungsaktion des oeutschen Proletariats für die von der Entente durch Umschnürnng ernstlich bedrohte russische Räterepublik ausserdem.
Sie Angelegenheit Reinhard-Neuendsrf.
** Berlin, 16. September. lT. N.) genheit des Obersten Reinhard, die Mw rungen Scheidemanns in Cassel und des
Die Angele
ch die Ausfüh-
______ . . .............. .. ...... . ... Neichswehrmi- nisters Noske in Dresden erhöhte Bedeutung erhalten hat, war zum Gegenstarrö amtlicher Ermittelungen ge- macht worden, die folgendes Ergebnis hatten: 1. Oberst Reinhard hat bei den Truppen keine monarchistische Propaganda getrieben, 2. Sie Angabe« Neuendorfs betreffend die angebliche Aeußerung des Oberste« Reinhard sind nach Form nnd Inhalt unwahr, besonders hat letzterer niemals durch öffentliche Reden das Ansehen der jetzigen Regierung herabznsetzeu versucht.
Amtlich wird ferner mitgeteilt, daß die Angaben Neneudorfs änßerst vorsichtig behandelt werden müssen, da dieser mehrfach Vorstrafen erhalten hat, z. B. rvegen Urkundenfälschung, Hausfriedensbruchs usw. Nenen- dorf sei es anscheinend mit gefälschten Militärpapieren gelnikge», wieder unter den Truppen zu erscheinen. Wie und ob er ginn Offizierstellvertrster befördert worden ist, konnte bisher noch nicht sestgestellt werden. Demgegenüber machte Offizierstellvertreter Neuendorf in der gestrigen Versammlung des republikanischen Führer-bundes in Berlin unter seinem Ehrenwort die Mitteilung, daß er den ganzen Krieq an der Front mitgemacht habe und noch Niemals vorbestraft sei. Der Oberst Reinhard hätte ihm seinerzeit selbst in seinen Paß den Vermerk „Führung sehr gut" eingeschrieben.
Noske gege« Scheideman«.
♦* Dresden, 15. Sevtentber. iWTB.l In seiner Rede in der Landesversammluna der sozialöemvkratt- schen Partei Sachsens wandte Reichswehrmintster Noske sich noch gegen Scheidemauus Aenßermuge«, der während seines dreimonatigen Aufenhaltes in der Schweiz ri’-SÄteS«» 8 Bö bestehe nicht. Mit Avgstmeierei lasse sich das zusamme«-
teilung stehende Versuch
gemacht worden, dem Mord auch nur den mer BerechtiMM zu geben. Deutlicher ailS
das von Seidl ausgesprochene Wort „Wir pfeifen auf das Tribunal" köpfte die Verachtung des Rechts nicht zum Ausdruck gebracht werden. Das ganze Lnitpol»- Gymnasium sei zu einer fröhliche« Hölle gewotzdem Die Sünder stahlen, was ihnen unter die Finger tam. Bon überall kamen die Hyäne« des Schlachtfeldes, die Leichenfledderer.
SchAerdemovstralioii in Cassel.
Drahtbericht unseres Casteler 88-VertreterS.
»* Cassel, 16. September. Eine eigenartige SchAer- deuronstratio« veraMalieten gestern gegen abend auf dem Frieörichvlatz etwa 20(t0 bis 2500 Schüler der obere« Klasse« sämtlicher hiesiger höherer Anstalte«, darunter auch Schülerinnen der Oberklassen der höheren Mädchenschulen. Der Obersekundaner Heinz Stornier und der Oberprimaner vo« Trott zu Solz, der Sohn des früheren Kultusministers und ObervrÄdenten der Provinz Hessen-Nassau, dielten Ansprachen, in denen sie die Regierung ziemlich scharf angriffen, worin eine große Anzahl von jungen Arbeitern eine Beleidigung der Regierung erblickte, die ihnen Veranlasftrna zu tätlichem Vorgehen gegen die Demonstranten gab. Es kam zn lebhaften Prügeleien, sodaß die Polizei und die StadttveHr und auch einige Soldaten einschreiten mußten. Die Polizei wurde verstärkt und schritt bewaffnet ein, um die Ruhe und Ordnung auf den Straßen wieder herzustellen. Es kam nirgends zu Störungen der öffentlichen Ordnung und Sicherheft. In der Stadt- verordKLteuversammlnng nahm Stadtverordneter Hä- ring Veranlassung, diese Treibereien der jungen Ante öffentlich zu brauömarken und dabei den Verdacht zu äutzern, als ob Direktoren und Lehrer der höheren A«- stalte« hinter dieser Bewegung standen. Dieser Auf- kassmig trat Stadtverordneter Stitbienrat Hebel vom Friedrich-Gymnasium entgegen. Die Stadtverordneten beauftragten die Tchulverwaltung, die Provinzialschul- verwaltung zu ersuchen, eine Untersuchung der Angelegenheit durchzuführen und Mittet und Wege zu oe- schreiten, eine Wiederholung der Demonstration, die sehr lebhafte Bemrruhigung in weite Kreise der Bevölkerung getragen hat und zu Geaenöemonstratione» Veranlassung geben könne, zu verhindern.
Kommunistische Agitatio« in Berlin.
** Berlin, 15. September. (S. C.) Der Rote Volkzugsrat hat sich in die Lohufrage in der Metallindustrie eingemischt, um diese für kommunistische Zwecke auszu- nutzen. Ein Rundschreiben des Roten Bollzugsrates an die Berliner Arbeiterorganisationen fordert zu einer SyMMthieaktion der Berliner und der deutschen Arbei- terschast im Falle eines Berliner Aretallarbefterstreiks auf.
Befferimg der Kohle irfördettlag.
t-f. Berlin, 15. September. (S. C-) Die Kohleuför- öerrmg in den deutschen Revieren ist auch in der abgo- laufenen Woche weiter gestiegen. Die —
Kohlen in das Grotzberliner Industrie!
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