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hersselver Tageblatt

Hersfelder Kreisblatt

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Bepigspreis vierteljährlich für Hersfeld 7 HMark, durch die Post be- ; zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei j Kersfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld, i

Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

i Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile Pfennig, im | amtlichen Teile > Pfennig, Reklamen kosten die Zeile " Pfennig. Erscheint jeden Wochentag nachmittags. Fernsprecher Nr. 8.

Nr. 215

Montag, de« 15. September

1919

Die lese der Wiesle

t» Berlin, 13. September. (S. C.) Nach einem Tele- vranml der deutschen Vertretung in Versailles hat Bti- nisterpräsident Elemenceau in der Frage des Süischlnsses Deutsch-Oesterreichs an DeuckchlMd eine Note übermit­telt, die die Antwort aus die deutsche Note vom 5. Sep­tember darstellt. In dieser Antwort wird unter Anfüh­rung von Beispielen, die offenbar einen ironischen Ein­druck machen, darauf hingerviesen, daß der Artikel 178 ein fürureicher Ku«stgriff sei, mit welchem die deutsche Bersassung so geändert werden könne, daß der Wortlant jeder der Bestimmungen des Friedensverträges wider­spreche. Sie könnte z. B. vorschreiben, daß ein deutsches Heer von mehreren Millionen Alaun im Wege der Aus­hebung gehalten werden soll, und wenn die alliierten und assoziierten Mächte darauf aufmerksam machten, daß diese Beitiminung gegen den Vertrag sei, der die Stärke des deutschen Heeres genau begrenzt und die Aushe­bung untersagt, so könnte di-> deutsche Regierung ant­worten. daß, wenn dies so sei, die Verfassung selbst in ihrem Artikel 178 eine genügende Sicherheit vorgesehen habe, indem sie erklärte, daß nichts in dem Vertrag durch die Verfassung berührt werden kann. Man konnte sa­gen, dies sei eine Hypothese, aber sie rechtfÄctige sich, wenn man in Artikel 112 der deutschen Verfassung in 'hrer jetzigen Form sehe, daß kein Dentscher- zur Abur­teilung an ein fremdes Gericht ausgeliefert werden dürfe, während der Vertrag ausdrücklich vorsteht, daß gewisse Personen, die eines Verstoßes gegen die Gesetze und Gebräuche des Krieges arlgeklagt werden, auszn- liefern und vor ein fremdes Gericht zu stellen sind.

Dieser Zustand dürfe nicht länger dauern. Die alli­ierten und assoziierten Mächte erwarten von der dent- sche« Regierung, daß sie ohne weiteren Verzug die Ans- leg««g, die sie in ihrer Antwort vom 5. Septeurber 1959 den alliierten und assoziierte« Mächte« «ntaetcilt hat. in einer diplomatischen Urkunde, deren Wortlant beigcfngt

qnelle«, über die Deutschland verfüge, müßten in den Dienst der befreiten Gebiete gestellt werden. Hinsicht­lich der Motte bemerkte der Minister, er sei « erzeugt, daß Frankreich an den GerechtsgreiLDnn der Alliierten appellieren könne «nd danach keine Verteilung stattfiir- den würde, bevor die französischen Verluste ausge­glichen seien. Der Minister sprach die feste Hoffnung aus, daß die Bevölkerung des Saargebiets nach 15 Fahren sich für Frankreich anssprechen würde. Deutfch- laud wurde durchschnittlich jeden Monat 2% Millionen Tonnen Kohlen liefern müssen einschließlich des Saar- gebiets.

Der WiederanfLaU NVrdfraMreZchs.

»* Berlin, 12. September. (S. C.s Wie wir höre«, habe« die Beratungen der deutsche« «nd der alliierte« Kommissionen über den Wiederanfban der zerstörten . Gebiete z« einer präzisen FsUegnng der Koste«uLsr- nahure Deutschlands geführt. Es hat sich heransgestellt, Saß die Wicderanfbanarberten nicht unbedingt den Zu­stand von früher wieder Herstelle« kSn«en, vielmehr mnß auch besonders eine Besserung im Verkehrswesen sowie in den industriellen Anlagen getroffen werden. Die deAisch-frMzMchEK WirLschsfLsrNiereffen.

** Berlin, 12. September. (S. C.) Von unterrich­teter Seite erfahren wir, daß die französische Regierung bei den Verhandlungen der Wirtschaftskommissionen

den Verhandlungen der Kirtichaflskommissionen eWigs Versuche macht. Sie öwftschAraazösische«

ueueMligS Versuche macht, die

Wirtschafisiuteressen zu verknüpfen. Das geht daraus 1 hervor, daß Frankreich aus etzener Initiative heraus > in bestimmten Fragen des Verkehrs mit dem besetzten 1 Gebiet, der Regelung der RSeiusEahrt, der Frage der Iniernationakisierung des Danziger HafenZ usw. ein ziemlich' weitseyendes Entgegenkommen zeigt.

| Die Debattecktber den Friedensuertrag in der sran- - öftfeften KammMgibt aber allen Anlaß, das angebliche wtrd, ntederkßt, sonne daß diese Urkunde unverzugun) Mmig skeptisch zu betrachten. tW^ränzofeu haben in

von einem bevollmächtigten Vertreter der deutschen Re- ibrem Esprit es schon öfter verstanden, Deutschland

grernng/rn GegenwaR von Vertretern der allnerten und,

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1 *Der Wortlaut des in Versailles zu unterzeichnend i^ir^rftrcdem Artikels ist folgender: Der ««terzerchnete, gehörig be- ^^-W vollmächtigte ««d im Namen der deutschen Regieruvg HaudeluZc erkennt an «nd erklärt, daß alle Vorschriften der deutsche« Versass« «g vom 11. August 1919, die mit ""eftimmrmgerr des in Versailles am 28. Juni 1919

. .Zeichneten Friedens Vertrages in Widerspruch ste­he«, ««giltig find. Die deutsche Negierung erklärt and > erkennt an. Satz demzufolge der Absatz 2 des Artikels 61 der erwähnten Verfassung «ugiltig ist «nS Satz nament­lich eine Zulassung österreichischer Vertreter zum Reichs­rat nnr staitsinden kann, wenn gemäß Artikel 80 des Friederrsvertrages der Völkerbnndsrat einer entspre­chenden Aenderung der internationalen Lage Oester­reichs z«gestinrnrt haben wird.

Die gegenwärtige Erklärung soll innekchalb von 14 Tagen nach dem Inkrasttrsten des Friedcnsvertrages von den zuständigen deutschen gesetzgebenden Gewalten gebilligt werden.

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klären, daß Frankreich weitere V 1 durch seinen Einfluß auf das deutsche Wirtschaftsleben daraus zu ziehen hofft, andererseits aber auch, daß es doch einsiebt, daß eine Bernichtnng des Sentfoen Wirtschaftslebens die schwersten Folgeir für Frankreich haben würde, weil die Einigkeit im gegnerischen Lager nicht ewig dauern- wird und auch für Frankreich klar erkennbar ist, daß England diesen Krieg nur geführt hat, um sein Welt­imperium zu vervollstänbi-Ml und alle Fäden des Welthandels in seinen Besitz zu bringen.

Die Vorgeschichte des Krieges.

LautBoff. Ztg." hat das RetÄsmintsterim« Pro­fessor Menöelssotzn-Barthold« in Wür.zburg, General Grafen Montaelas und Profeffor Schückina beauftragt, die Veröffentlichung der Urkunden über die diploma­tische Vorgeschichte des Krieges unter voller Benutzung des von Herrn und Frau Kautsky gesammelten Mate­rials zu bearbeiten. Professor Mendelssohn soll die Urkunden über die politischen Vorgänge in den letzten

Krise, die zum ü tieß geführt hat, mit dem gesamten Komplex der Politik ersichtlich wird. Die Arbeit deS Grafen Montgelas wird sich auf die Dinge beziehen, die sich mit dem Augenblick der russischen Gesamtmobiltsie- runq entwickelten. Schückina wird die diplomatischen Verhandlungen zwischen dem Mord von Serajerao un- der russischen < zesamtumbilisteruna bearbeitem Die Ar­beit soll möglichst l-eschleunigt werden, da am 23. b. MtS. der parlamentarische Untersuchungsausschuß seine TS- tigkeit aufnimmt.

Scheuch zur Abdankung des Karsesr.

.......... .......L das die von Wahnschaffe in dem Brief an Generaloirekor Simons mitgeteilten Erinae- rungen an der: 9. Nrwemoer 1918 ergänzen und bo-

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in den Ätzungen des Kabinetts mt ________ druck getont daß er in der Libdank, die der Widerstandsfähigkeit der Arruee habe ferner kein HM daraus festen Ueberzeugung durch die

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des Kronvrir rn würd.', . reich bede«te«- fein mit der

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---------- vr «M»Gr, 0<ns der teS Zivilkabinett^ ckn der Nacht nach Spoxr ab. würde, diesem seinen, Standpunkt in der Absan- kungsfrage dargelegt. Als Herr von Delbrück in Spaa einaetroffeu fei, sei der Kaiser fiinf Stunden-vorhor schon nach Holland abgereist gewesen.

DieDeutsche Allg. Zig." zu der Note.

w Berlin, 13. September. (T. U.) DieDeutsche Allg. Ztg." schreibt zd der Antwort der Entente auf die deutsche Note vom 5. September: Was hier verlangt wird, ist nichts anderes, als was die deutsche Regierung bereits in ihrer am 6. September übergebenen Antwort­note auf das Ultimatum erklärt hat. Eine Aenderung der Verfassung kommt also nicht in Frage. Es hätte er­wartet werden können, daß sich die Entente mit der etn- maligen Erklärung begnügte. Wenn ste es für richtig hält, ihr Verlangerr, wonach diele -Erklärung reurlich zu wiederholen und von den ßifeW6enöen Körper­schaften zu billigen ist, in eine verletzende Form zu klei­den und ironisierende Bemerkungen daran zu kniipfen, so erklärt sich das. wohl dadurch, daß die Ententepresse die deuische Aritwort entstellt wiedergegeben und dadurch den falschen Eindruck erweckt hat, als ob man in Deutsch­land Ms Ultimatum mit Hohn ausgenounneu hatte. Ein Zugeständnis ist immerhin, daß die Billignng durch d>e gcsebgcbeuden Körperschaften erst innerhalb von 14 Dmm nach dem Fnlrasttreten des Friedensvertrages erfolgen soll.

Die Verzögerung der Note.

M- Rotteröam,.13. September. (S. E) Lviidoner Keitiingen nielöen aus Paris, daß die Snlentenoic an Deuischland sich um 48 Stunden verzögert hätte. Die Note mit der neuen Fassung ist einerDaily Mail"- Meldung mt§ Parts zufolge im Rat der Alliierten noch am Donnerstag abend beraten worden und sollte erst Freitag vormittag übergeben werden.

Einberrifung der Natioikalversamml«ng?

e-* Berlin, 13. September. (S. C.) Von rechts­stehender Seite ist ein neues Ersuchen an den Präsiden­ten Fehreubach abgegangen, die Nationalversammlnug zur Befprechuug der neuen Note der Entente Unverzüg­lich einzuberufe«.

Marschall Foch wieder in Paris.

»-. Rotterdam, 13. September. lS. 63 DieTimes" melden ans Paris, Marschall Foch ist Freitag aus der Besatzungszone nach Paris znrückgekeürt- Der Mar­schall nahm am Freitag früh an der Sitzung des Alliier- tenratcs teil.

Locheur Wer den Frieden.

A« der Ka»rmerfttz««g über die Beratung des Frie- de«Avextva«es sagte Minister Lowcheur, alle HULs«

Krieg oder Friedsu?

^ Haag, 12. September. (WTV.) DerMeuwe Courant" meldet: Wilso« erklärte in Nordöakota in einer Rede, die Besprechungen über den Kriedensser- traa seien eine Frage über Krieg und Frieden. Das Mißglücken des Friedensvertrages würde Verzweif­lung und Chaos znr Folge haben. Wenn Amerika Sie Menschen znr Verzweiflung treibe, so würden diese ihre Regierungen stürze«, und die Haltung Amerikas fei eine Schande.

Verstärkung der Wilsonpartei im Senat.

^ Rotterdam, 13. September. (S. E.)Daily News" veröffentlicht ein Neuyorker Telegramm, wv- nach die Senatoren Nelson, Ionfon und Fall mit sechs weiteren opponierenden Senatoren zu der Mlsonschen Mehrheit Wr den Friedenspertrag im Senat überge- gangen sind.

Das Fiasko der Wilsonschen Propagandareise.

e* Amsterdam, 12. September. (WTB.)Neuyork Times" melden, die Rundreise Wilsons sei nicht in jeder Hinsicht erfolgreich. Wilson entlocke zwar dem Publi­kum auf Kosten seiner Gegner Beifall. Es seien aber wenige Anzeichen dafür vorhanden, daß er sich dessen Unterstützung erwerbe. Der Empfang, der Wilson be­reitet wird, gelte mehr dem Präsidenten von Amerika und dem unterhaltenden Redner als dein Evangelisten der neuen Weltordnung. Die meisten Berichterstatter, die Wilson begleiten, seien sich darüber einig, daß die Bevölkerung im Westen des Gezankes über den Böl- " Q. H übe sei. Man wünsche, daß der Präsident und Senat damit aushören, um so rasch wie möglich

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den Vertrag zu erledigen. ^

Rücktransport der Gefangene« aus Amerika.

** FrankfurL a. M., 12. September. (WTV.) Die Kriegsgefangenenfürsorge teilt mit, daß die in Frank­furt am Main geführten Verhandlungen wegen der Aus­lieferung der in amerikanischer Hand befindlichen Kriegsgefangenen zn-dem Ergebnis geführt haben, daß vom 17. September ab täglich 2000 Kriegsgefangene von Amerika ausgeliefert werden.

Räumung der deutschen Gefangenenlager in Serbien.

** Zürich, 13. September. (S. C.) DerSecolo" meldet aus Belgrad die serbische Regierung hat die RSmnnng der deutschen Gefangenenlager in Serbien «nd in den besetzten Gebiete« angeordnet. Es warten in Serbien und Fugo-Slawien noch an 9000 Deutsche auf die Heimbeförderung.

Rückkehr der in Indien internierten Deutsche».

** Rotterdam, 12. September. tB. Z.) Wie aus Ost­indien gemeldet wird, fährt der deutsche Dampfer Rhoon" im nächsten Monat von Sinaapore nach Eu- rova. Er nimmt 10)0 Deutsche mit, die frühere Be-

Kein Eingreifen in Oberschlefien.

. . ** ^euf, 18. September. lS. 6.)Te«pS" wefc bet daß der Bericht der tratenickomurstsione« in Ober» schlesr^t du NstweiwigLeit eines militärischen Ein«ret- fe«^ der E«tevte in OoeAchtefien unbedingt verneint.

Die Volksabstimmung in den Ostgebieten.

Rotterdam, 13. Septeyrder. M 6.) ^a«V Mark meldet, daß ein n^erlicher Beschluß des Alliiev» wnrates.ÄMerita und Eugland das'Mand^i für BolksavstmrnmnL in de« deutschen Ostgebiete« über­tragen habe.

Der Kries zwischen Polen und Lrtanen.

.Das litauische Pressebüro berichtet über die Kämpfe zwische« Lttaucru und Polen: Das Vorrücken der Po- len rm Bezirk Semy-Lacdu ist von den Litauern aufga- halten worden. Es besteht vollkommene Ewigkeit W der Armee, der Regierung und der gesamten Bevölke­rung m dem Bestreben, one Kräfte nnzufpmmen, um den «ol«,scheu Jmperialrömus in Litauen nicht z«r Herrschaft koumren zu lassen und ihn überall, wo er fich vordrängt, zuriickzmveisen. Im ganzen Lande finde« große Kundgebungen statt, in denen sich die Teilnehine» verpflichten, zu fielt Waffen zu greifen und gegen He Polen «» Volkskrieg äh beginnen.' Der Versuch der Polen, I die Eisenbahnlinie Dukschty-KEthrren zu be­setzen, um die Litauer am Vordrinae« auf Dünaburq zu bindern, mißlang. Die Eisenbahn ist fest in der Hand der Litauer, die den Kampf gegen die Bolschcwi-- ste« in den Vororten von Di-nabnrg fort setze».

Ernste Spamrurrg zwischen Polen u. Tscheche».

Donnerstag abend 11 Uhr ist in der Präger Burg eine Depesche des Ministers des Aeußereu Denesch au» Barrs angelanat. derzufolge die Teschener Frage zu un« guusten der Tschechen entschiede« ist. Die Pariser De- legativn hat die Weisung erhalten, den Vertrag, der Teschen an die Polen ausliefert, nicht zu unierschreibe«, sondern sofort heimzureisen. Aus dem Teschener Ge­biet laufen Alarmuachrichten ew, daß die tschechische« Bergarbeiter auf eigene Faust Widerstand leiste» wolleu.

Wie aus bester Quelle verlauiet, wird den Polen die Pflicht auferlegt werden, unter der Kontrolle der En­tente der Tschecho Slowakei soviel Kohldu aus dem Karwiner oder vber chleftschen Gebiet zu verkaufen, daß die ganze tschecho-florvakische Industrie, smvohl fite be­stehende wie die zu errichtende, befriediat wird.

Ein Aufrnf des Roten Kreuzes.

f Berlin, 12. September. (WTBr) Der Vor­sitzende des Zentraltomitecs der deutschen Vereine vom Roten Kreuz bat durch das inlernativnale. Komitee vom Roten Kreuz in Genf einen Ausruf an die Gesellschaf­ten vom Roten Kreuz in den Ententestaaten und de» neutralen Ländern gerichtet, in, denk es heißt: Lange Zeit nsird es dauern, bis alle die Tausende von KriegS- nnd Zivilgefangene« wieder zu ihrer Familie zurückge« kehrt sein werden. Im Namen der Menschlichkeit rich­ten wir an alle Organisationen den Nur: Helft mit «mr