Hersselver Tageblatt
Hersfelder Kreisblatt
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r die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld. | ÄSN HWS HerSfelh I 8
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Amtlicher Anzeiger
Nr» 205
Sowjets In Paris
•* Bern, 2. September. fT. U.) Der „Abend" meldet aus Paris: Erst heute kann die bisher durch die französische Zensur streng uMerdrückte Tatsache Mitgeteilt werden, daß in besondere« Pariser Bezirken, n. a. im Bezirk Mont Martre, sich Sowjets gebildet haben. Sie bestehen und arbeiten bereits seit dem 27. August und verfolgen politische und wirtschaftliche Ziele. Ber- ' . ' französische Regierung
... ...... die Bewegung anscheinend bereits bis in die Provinz verzweigt ist.
Haftungen vorzunehmen, hat die nicht gewagt, da die Bewegung
Tausend unvemoundeLe Kriegsgefangene in Köln eingetroffen.
»* Köln, 2. September. fS. C.) Die ersten arnver- wundeten tausend Kriegsgefangene« trafen gestern früh in Köln ein und wurden von einem Offizier der Abnahmekommission empfangen. Sie stammen aus einem englischen Gefangenlager bei Calais. Ueber zwei Satire arbeiteten die Gefangenen in Feindesland in zwei Ar- »eitskommandos von je 500 Mann. Die Gefangenen sehen gnternährt aus und sind mit Lebeusmitteln versehen. Weitere Gesangenenlazareitütge werden aus englischen Lagern im Laufe der nächsten Woche in Köln eintreffen.
Die englische« Arbeiter für unsere Gefangene«.
** Rotterdam, 2. September. lS. CU „Daily Nervs" meldet, daß die englische Arbeiterpartei am 25. August eine Aktion bei Lloyd George unternahm, um die Heimschaffung der deutschen Kriegsgefangenen herbeizufüb- ren. Dre Antwort Lloyd Georges enthält den Beschluß des Pariser Rates mit der rveiteren Mitteilung, daß die vorarbeiteirden Maßnahmen zum Abtransport der deutschen Kriegsgefangenen seitens Englands bereits anfangs August begonnen sind und daß der Abtrans-
Kreuzverhör Lansinas vor dem Senat.
r Die Komödie -er 14 Pnnkte.
Manchester Guardian bringt einen ausführlichen, der Newyork World entnommenen Bericht über das von dem Senatsausschuß für auswärtige Anaelegen- raenommene Ltreuzvertzör Lau Mas über die
Pfennig.
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Erscheint jeden Wochentag nachmittags. — Fernsprecher Nr. 8.
Mittwoch, dem 3. September
1919
Amerskanksch-englische MvEtät.
** Genf, 1. September. (B. Zö Nach einer Washingtoner Meldung hat die Seuatskommission für answärtige Angelegenheiten mit 9 gegen 8 Stimmen einen nenen Abä«dernngsantrag znm Friedeusvertrag angenommen, in dem verlatigt wird, daß die Bereinigten Staaten die gleiche Anzahl von Vertretern wie. GroßSritanuie« in das Parlament Ses Bölkerbvndes entsende« soll.
Der mißglückte Putsch in Ludwigshafen.
Nachdem die Volksbewegung in Ludwigshafen einen gefahrdrohenden GraS für die französische Besatzung angenommen hatte, verfügte der erste französische Kontrolloffizier Major Meuetrier die Zurückzrehnng aller Militärposte« an den öffentlichen Gebäuden. Die Soldaten wurden angewiesen, sich möglichst wsnig auf der Straße zn zeigen. Dre militärische Besetzung der Post und des Bahnhofes wurde aufgehoben, nur die Brücke nach Mannheim wird fehr streng tiberwacht. Major Menetrier konferierte erneut mit dem Oberbürgermeister, wobei die Freilassung der von den Franzosen unschuMg Verhafteten bis Moirtag zugesichert worden sein soll. Wst bereits geschehen. D. SJ
General Gerard abberufe«?
In unterrichteten Kreisen verlautet, wie aus Lan- Lau gemeldet wird, daß die Abberufung des Oberkommandos der Besaßnnqsarntee der Pfalz, General Gerard, und feine Ersetzung durch General Fayvlle in Aussicht oennmmen sei. General Gerard gilt als derjenige, der die Agitation für die Ausrufung einer Republik Rheinpfalz am tatfräiitqften unterstützt. Der stellvertretende Regierungspräsiderlt der Pfalz, Klin- gernsberg. hatte mit beiden Generälen lange Unterredungen. Weiter wird berichtet, General Gerard habe bereits am Freitag abend dem Regierungspräsidenten Klingensberg in einer Konferenz sein Bedauern über die Erschießung der beiden deutschen Beaurten ausgesprochen.
Protestkuu-gebttuge« in -er Pfalz.
►* Ludwigshafen, 1. September. iB. T.) Die Erregung in der Pfalz über die langsam durchsickernden Ludwigshafener Ereig«isse ist nugetzeucr groß. Vielerorts fanden ProteM'.mdgebmrAsu statt, an denen sich Arbeiter und Bürger betätigter. Die Franzosen halten
polnischen Republik erfolgte Beschlaguahme der Liegen« schaften und Gerechtsamkeiteu der Bergbau- und Erd- oluttteruehmunge«, die deutschen, ungarischen und österreichischen Staatsangehörigen und Firmen gehören. Alles deutsche Eigentum wird zu Gunsten des polnischen Staatsschatzes als Pfand beschlagnahmt für nicht bezahlte Reguisitonen, für vernichtete Städte und Dörfer und andere Schäden. Die Forderungen des deutschen Privatbesitzes werden durch den polnischen Staat erledigt werden, wie die voln n Privatforderungen von den Deutschen erledigt werden. Die Verwaltungen der Unternehmungen und der Liegenschaften, in denen ein Teil des Kapitals deutsches, österreichisches und ungarisches Eigentum bildet, sind verständigt, daß die Anordnungen sich auf dieses Eigentum beziehen.
Vermittelung der obersÄlefische« Ententekommission.
w Berlin, 2. September. (S. C.) Bei der hiesigen Ententekommission sind Berichte der nach Oberschlesien
entsandten Kommission eingegangen, die mit Sicher- Heit darauf schließen lassen, daß die dort weilende Kommission eine vermittelnde .Haltung zwischen Deutschen und Polen einnehmen soll und bestimmte EinigAngsvorschläge unmittelbar nach ihrer Rückkehr nach Berlin sowohl der deutschen Regierung und den Alliierten unterbreitet wird. Die Rückkehr der Kom-
die mit Sicher-
Mission aus Oberschlesien ist am Ende dieser Woche zu erwarten.
Der Streit «m die amerikanische« Trrtppensendnngen.
^ Frankfurt, 1. Septemer. (L. A.) Zu der Meldung von der Entsendung amerikanischer Truppen nach Oberschlesien verlautet aus Washington, daß am Mittwoch im Repräsentantenhaus eine Resolution eingebracht werden wird, die die Znrückführnug dieser Truppen verlangt.
Der russische Durchbruch bei Pleskau.
** Milan, 1. September. iWTB.) Die Lage an esthnisch-lettischen Front bei Pleskau ist äußerst -rohlich. Der Frontd«rckbr«ck der Bolschewisten . vollko«rmen geln«ge«. Die lettische Regierung befördert baltische Landwehr ve-chleunigt an die Front. Nach Abtrarisport der baltischen Landwehr stehen der lettischen Regierung in Kurland keine irennenswerten Truppen w zur Verfügung. Es sind örtliche Aufstände von den w_ 3 den deutschen Truppen ge-
ist
, mehre»
Stimmen, sie sich stündlich.
den Vertrag sche«
Vereinigte« Staaten. Lansing erklärte bezüglich des Verfahrens gegen den Kaiser: Die amerikanischen Kou-- Msftonsmitglieder, die sich mit dieser Frage zu befassen hatten, seien ausnahmslos der Ansicht gewesen, daß ein gesetzliches Verfahren nicht möglich ser. Auf die Frage des Senators Borah: Wird ein Verfahren stattfinden? sagte Lansing lächelnd: Das habe ich nicht gesagt. Auf die Frage des. Senators Johnson, ob wabre«- der Ber- hanolnnge« in Parks die vierzehn Punkte des Präsidenten zur Sprache gekommen seien, ernnderte Lan- fina: Ich glaube es nicht. Senator Fohnson fragte: Handelte es sich je darum, daß auf de« merzeh« Punkten Bestallen werde« muß? Lansing erwiderte: Nicht, daß ich mich erinnere. Lansing erklärte außerdem aus eine Frage, seiner Ansicht nach hätte man Fapans Unterschrift unter den Bölkerbulidvertraa auch ohne die Entfcheiönng bezüglich Schantamgs bekommen.
Schweizer Katholiken gegen den Völkerbund.
»^ Zürich, 2. September. lT. U.) Der aarganische Katholikeutas in Baden, der von 10 0M Personen bc- fncht ist. beschloß den Beitritt der Schweiz zum gegenwärtig in Bildung begriffenen Völkerbund abzulehnen, weil das Papsttum ausgeschloßen sei und weil der Völkerbund kein B«nd der Völker, sondern der Sreger sei, mit dem Zweck der unbeschränkten kapitalistischen Aus- beutuna der Mittelmächte.
Der alliierte Kriegsrat einberufe».
^ Rotterdam, 1. September. (S. G.) Reuter ureldet aus Paris: Der große alliierte Lr^egörat ist für Don- «erstag einberufcu. Man glaubt nickt, daß die unlita- rifche Zwangsmaßnahme gegen Oesterreich notwendig fein wird.
Die Koste» der amerikanischen Friedensdelegation.
Aus Washington wird gemeldet: Wilson nnterbrei- tete am Freitag dem Senat die Kosten der ameritam- schen Delegation an der Pariser Friedenskonferenz. Diese belaufen sich bis jetzt auf 5 200 000 Dollar. Bis zum Abschluß der Konferenz, die nicht vor den: 1. Januar 1920 zu erwarten ist, dürfte eine weitere Million Dollar für die amerikanische Delegation nötig werden. Wilson erinnerte in seiner Botschaft daran, daß trotz des wiederholten Ersuchens der Regierung der Koii- greß es vernachlässigt habe, die geforderte Summe von 5 Millionen Dollar zu bewilligen und diese daher aus dem Reservefonds der Regierung entnommen werden müßten. Wilson machte den Kongreß auf die allgemeine Teuerung in Paris aufmerksam, die 100 bis 200 Prozent betrage.
Unsere Kohlenablieferunge«.
** Berlin, 1. September. (D. A. Z.) Bei, den Verhandlungen über die Lieferung deutscher Kohle an den Verband wurde am Sonnabend in Versailles das Schlutzprotokoll unterzeichnet. In Ergäirzmm fricherer Nachrichren erfährt die „Deutsche Allgemeine Zeitung": Der Anteil Frankreichs an der deutschen Kohlenproduk- «on ist so geregelt, daß bei nur 108 Millionen Tonnen übersteigender Gesamtproduktion 60 Prozent an Frankreich fallen, bei mehr als 1:28 Millionen 6V Prozent.
die Produktion auf weniger als 108 Millionen onnen, so wird erneute Prüfung stattfinden. Diese
an den
Versailles das
warnen die Bewohner vor unüberlegten Handlung und Kundgebungen.
Bolschewistische Aufrufe in -er Pfalz.
»°* Mannheim, 1. September. lV. R) Heute nacht wurden in Luöwrashafen von Automobilen aus, Aufrufe an die französische Beseßrm herausgeworfen, durch die die Soldaten zur Unterstützung der russische« und deutschen Stevolutio« aufgefordert wurden. Die Aufrufe sind in französischer Sprache abaefatzt.
Beendigung -es Streiks in LAdwiSshafen.
w Mannheim, 1. September. (B. Z.i Heute vormittag wurde in den meisten Betrieben in Ludwigs- bafeu die Arbeit wieder aufgenommen. Von 17 Ver- Basteten sind bereits 16 wieder entlassen worden. .Die irbelter und Angestellte« haben den Franzosen keinen Zweifel darüber gelaffen, daß sie heute nachmittag um 2 Uhr die Arbeit wieder niederlege« werden, wenn bis dahin der noch in Haft befindliche Arbeiter nicht stets gelassen ist. k
Bayer« ««- die pfälzer Vorgä«gs.
w München, 2. September. lT. N.) Ueber die Vorfälle in der Pfalz hat Ministerpräsident Hoffman« mit Rücksicht auf die dort hervorgerusene Erregung der Bevölkeruikg den General Fayoll in KaiserslauteiN- den Vorgesetzten des Generals Gerard, telegraphisch «m eine Unterredung ersncht.
Französische Umtriebe i« Birkenfeld.
Wie die „Franks. Ztg." zuverlässig aus Birkenfeld erfahren haben will, habe die französische Verwaltung durch die sogenannte provisorische Regierung den Larr- desausschuß bündig vor die Frage gestellt, ob er. die Absicht, eine Bereirrigung der Provinz mit Preußen her- beizuführen, fallen lassen wolle oder nicht. Verharrt der Lairdesauöfchutz auf feinem bisherigen Standpunkt, fo ist von der französischen Verwaltiing, sowie ihren pfälzischen und Birkenfelder Hintermännern beabsichtigt, den ?lusschi!ß aufzulösen und die pfälzig-birkenfeldische Republik zu proklamieren.
Die Entente-Uebergriffe gegenüber Nordschleswig.
Nach Auskunft an -unterrichteter Stelle ist beim Auswärtigen Amt soeben eine Note des Herrn Glc= menceau eingegangeit. wonach eine Etttscheidung der alliieriert und der assoziierte« Mächte mitgeteilt wird, schon vor dem Inkrafttreten -es Friedensvertrages einen Delegierte« der interuationalen Kommission nach Flensbura zu entsenden. Die deutsche Regierung wird dieser Note gegenüber zum Ausdruck bringen, daß ein solches Vorgehen ohne Einverständnis der deutschen Re- gterung nach dein Friedensvertrage unstatthaft ist.
Die auszulrefernden Luftschiffe veruichtet?
»-* Haag, 2. September. (T. U.) Alts London wird &det, Weekly Dispatch erfährt,.daß laut einer Mit-
g des Berliner Korrespondenten des „Neunork American" alle 16 Luftschiffe, die laut Friedeusvertrag der Enteilte ausgeliefert werden sollten, vernichtet worden sind.
Beschlaguahme deutschen Eigentums in Polen.
«-» Wien, 2. September. (T. U.) Das polnische j Kommando des Dropovycz-Rcvier erließ eine Kund- i
sche Unterftütznua
Kiew von den Bolschewisten geräumt.
►* Rotterdam, 2. September. lS. C.f „Daily Mail" meldet. Kiew ist von den Bolschewisten geräumt. Die ukrainischen Truppen stehen 8 Meilen vor Kiew.
Räumung des Baltikums bis 30. September.
■ » Genf, 1. September. lS. G.) Wie „Echo de Paris" meldet, hat der Rat der Alliierten am Freitag die Vorgänge im Baltikum erörtert und beschloß der deutschen Regierung eine Frist zur Ränmnna des Baltikums bis 30. September zu stellen.
Kronstadt in Flammen.
h- Rotterdam, 1. September. lS. G.) Die „Times" melden, Kronstadt steht seit Freitag in Flammen. An der Beschießung Kronstadts und der russischen Ostseeküste haben 30 englische und französische Kriegsschiffe teilgenommen.
Der Dnjester von den Rumänen überschritte«.
«-s- Rotterdam, 2. September. lS. G.) Die „Times" melden von der rumänischen Front: Die rumänische» Truppen haben Leu Dniester überschritten: Tiraspol ist nach Vernichtung der Roten biarde von den Rumänen besetzt. Die Rumänen stehen im Rücken der bei Odessa geschlagenen bolschewistischen Armee.
Eine Deputation der baltischen Truppen in Berlin.
w Berlin, 2. September. (S. G.) In der Angelegenheit der deutschen Truppen im Baltikum, ist, wie wir erfahren, eine Abordnung der Truppen auf dem Wege «ach Berlin, um direkte Verhandlungen mit dem Reichs- wehrministerium zu führen. Sit nratzgebenden Meisen besteht die Absicht auf nnbedmgter Durchführung der Anordnungen bet Reichsregierung zu bestehen, jedoch ist auf die besonderen Verhältnisse für das Baltikum angeworbener! Truppen weitgehende Rücksicht zu üben.
Weitere Entente-Truppe« in Konstantinopel.
$** Zürich, 2. September. lS. C.t Der „Secolv" meldet, Konstantinopel ist von weiteren 4000 Entente- truppen besetzt.
ViktorEmmmslscheuÄissiKeuBefitzdeMStaate
** Lugano, 2. September. lT. U.) Der König von Italien schenkte »c« Staate seine sämtlichen Besitz««- gen, Villen und SÄlösser mit einziger Ausnahme der Paläste in Rour und Turin. Die Schlösser werden in Fuvclireuasyle und Waisenhänser verwandelt werden. Die königlichen Domänen werden den Bauern überlasse« werden. Schließlich verlangte der König die Be- fleuerung seiner Zivilliste, die sich dadurch erheblich vermindert.
Die Kehrseite des Anschlusses an Dänemark.
Der dänische Finanzminister Brandes empfing gestern eine aus 5 Nordschleswigern bestehende Abordnung, die ihm eine von 776 Nordschleswigern aller Gesellschafts- und Erwerbsgruppen unterzeichnete Adresie an Regierung und Reichstag überreichte. In dieser Adresse heißt es: Nach den von verschiedenen amtlichen Stellen ausgegangenen Aenderungen kann man sich eine Meinung bilden über die Art des ReglerungSvor-