HersWer Tagevlan
Hersfelder Kreisblatt
sog
is vierteljährlich für Hersfeld 7 J Mark, durch die Post Be« Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei die Schnftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld.
Amtlicher Anzeiger lr den Kreis Hersfeld
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Nr. 203
Montag, den 1. September
1919
U
** Versailles, 29. August. lWTBÜ Der Oberste Rat der Alliierten veröffentlicht folgende Note: Um so rasch wre möglich, die durch den Krieg verursachten Leiden zu linbern, haben die assoziierten und alliierten Mächte beschlossen, den Zeftpmukt des ^frafttreten des Site= »««svertrages mit Deutschland, soweit er den Rücktransport der deutsche« Kriegsgefaugene« betrifft, vor- zudatieren. Die Vorbereitungen zum Rücktransport werde« sofort beginnen und zwar durch eine interalliierte Kommission, der ein deutscher Vertreter angegliedert werden soll, sobald der Bertraa in Kraft getreten ist. Die alliierten und assoziierten Btachte weisen aber ausdrücklich daraufhin, daß diese wohlwollende Haltung, von -er die deutschen Soldaten so große Vorteile haben, nur dann von Dauer sein wird, wenn die deutsche Regierung nnb das deutsche Volk alle ihnen obliegen, de» Verpflichtungen erfttlie«.
i Italiens Vorgehen «msschkaggebe«-.
*» Mailaud, 30. August. lT. U.) Wie dem „Cor- rtere della Sera" aus Paris berichtet wird, hat der Oberste Rat der Alliierten auf Antrag Italiens beschlossen, daß die Rückseudung der Kriegsgefangene« durch alle Staaten sofort beginnen soll. Der Beschluß -es Rates wurde hauptsächlich durch die Mitteilung veranlag, daß Italien als erste Macht die Gefangenen beimfenben wird, ohne die Ratifizierung des Friedens- vertrages abzuwarten.
Eine zweideutige Klausel.
Bou zuständiger Stelle wird WTB. zu dem Beschluß des Obersten Rates betreffend die Kriegsgefangenen er- ~ t endlich der von uns allen
itt zur Freilassung unserer
klärt:
lediglich der erste Schritt. Die Krtessgefaugene« wer- Sen «icht, wie man aus der in einem Berliner Blatt erschienenen Meldung vielleicht entnehmen könnte, so- f entlasten werden. Das geht aus der weniger er- lichen Bestimmung des Obersten Rates hervor, dan deutsche Vertreter an den Berhaudluugen der Bor- bereitungskommiffion erst teiluehme« soll,
Kraft getreten ist. C.......
rallierte Kommission, deren Ein- Kegation immer wieder auf das ___„„____________ arde, jetzt endlich Zusammentritt und sofort nrit den Vorbereitungen des Rücktransportes beginnt, gibt uns die Hoffnung, daß die Vorarbeiten so schnell gefördert werden, daß die Entlassung unmittelbar nach Inkrafttreten des Friedensvertrages beginnen wird. Unsere Delegation in Versailles wird auch weiter nach Kräften bemüht sein, die Freilassung «»ch mehr zn be- schleunige«. Das deutsche Bolkikann diese Bemühungen um die Freilassung feiner Brüder am besten dadurch unterstützen, daß es in wahrer Erkenntnis semer ureigensten Interessen an dem baldigsten Wiederaufbau der deutschen Produktiou tätig mitarbeitet und dadurch Sem Deutschen Reich die Möglichkeit zur Erfüllung seiner Verpflichtungen gibt.
Heimkehr auS Sibirien.
Berlin, 30. August. (T. U.) Gestern sind 60 deutsche Kriegsgefangene aus dem Ural, Tmusk »ud Jrkntsk auf dem Schlesischen Bahnhof in Berlin einge- troffen. .i-^^-j
bereitungskommiffion erst Friedensvertrag in Kraft „ sache, daß diese interallierte setzung die deutsche Delegat dringlichste gefordert wuri
»U, wenn der Aber die Tat-
Amerika ratifiziert?
Der amerikanische nationale wirtschaftliche Bund, besten Vorsitzender der ehemalige Präskbent der Verer- nigten Staaten Tast ist, und der unter seinen Mrtglie- bern hervorragende Staatsbeamte, Professoren, Bankiers, Fabrikanten zählt, hat sich mit 619 gegen 160 Stimmen zugunsten der «nverzüMchen Ratrsiziernns des Friedensvertrages ohne Vorbehalt ausgesprochen. Wilson hat seinen Feldzug bereits begonnen, um die von der Senatskonunission verlangten Äbändermtgen in der Schaniungfrage zum Scheitern zu bringen, wemr sie vor den Senat gelangen.
Französische Blätter behaupten, Nachrichten aus guter Washingtoner Quelle hätten in maßgebenden Kreisen den Eindruck gemacht, daß die ^Bereinigten Staaten den Friedensoertrag ratifizieren würden. Die Zwe„ brittelmehrheit für die Ratifizierung sei so gut wie gesichert.
Amerikas Finanzhilfe.
Nach einer Meldung des B. T. aus Newyork berichtet eine ans Detstschland zurückgekehrte Ntission amerikanischer Bankiers im Wallstreet Joinmal, daß Enropa in den folgenden 12 Monaten zwei Milliarde« Dollars für den wirtschaftlichen Wtederanfbau benötige. Davon solle Deutschland direkt 500 Millionen Dollars erhalten.
Eine EUtschädignn-r in Wild?
Der „Matin" nreldet, Satz mit Unterstützung des französischen Landwirtschaftsministe^ums., der franzö- sische St. Hubertusklub bei der Eutschwigungskonr' misston die Fordernng gestellt hat, von Deutschland und Oesterreich die Lieferung von je 230 Hirsche«, 5000 Rede«, 800 000 Hase« und dr<fl Millionen Rebhühnern M verlangen. Oesterreich soll überdies etne Mi lionen Sa- Janen liefern. Die Tiere sollen lebend wiveils Anfang September und März irmerhalb zwei bis drei Jahren »liefert werden. .
in einer Bekanntmachnng mit, daß den deutschen Be- ä,uttmnMhrti^
amten die Ablehnung des neuen Eides unter Andro- T^Ä!. ^«Ü* 4^
hung schwerer Strafen verboten sei. hat her Haarn
Putschversuch der Landauer Hochverräter.
** Mannheim, 29. August. lWTB.i 1,30 Uhr vormittags lief von der Pfalz-Zentrale folgende Meldung ein: Der feit einigen Tagen erwartete und bereits früher angekündigte Putschversuch der Landauer Hochverräter scheint heute nacht in der Pfalz in Szene ge-
veträter scheint heute nacht in der Pfalz in Szene setzt worden zu sein. Bis jetzt liegen Meldungen Ludwigshafen vor. Dort machten nach 12 Uhr nachts eine Anzahl Anhänger vorrKaas den Versuch, das Hauptpostamt zu besetzen. ÄW Versuch scheüerte zunächst an dem Widerstand der treuen Beamten. Zwischen 3 und 4 Uhr früh wurde der Versuch vo« einer größeren Menschenmenge wiederholt, wobei die Hochverräter Handgranaten benutzten. ES sollen auch fräs- rösische Soldaten dabei gewesen sein. Die Beamten leisteten wieder««! kräftige« Widersta«-, wurden aber anscheinend iiberwälttgt. Der Varstaud -es Hauptpostamtes, sowie ein Unterbeamter, deren Namen noch nicht feitgesiellt sind, wurden im Kampf getötet. Heute morgen ist das Hauptpostamt von französischen Soldaten besetzt worden, die jeden Eintritt in das Gebärwe verwehren. In Ludwigshafen angeschlagene Plakate kim- öigen die Proklamation der freien pfälzischen Republik
von
an.
e-* Mannheim, 30. August. lT. lt) Ueber die Ereignisse in Lndwigshafen herrscht noch immer Unklarheit. ob die Sonderbündler zu de^. ^AEMLLrLL^M, Putsch'von ' Franzosen ' in' Zivil * ausgeführt wurde. Sämtliche städtische Gebäude sind gesperrt und die Straßenbahn verkehrt nicht. Heute abend ist der General- streik angekündigt worden. , „ ... .
w Berlin, 30. August. lT. II.) Zu dem Putsch.in Lndwigshafen verlautet an zuständiger Stelle: Bereits feit Wochen wurde die französische Behörde »nf das Treiben des Dr. Haas und Genossen hingewiesen. Die - ' ......... ‘ - “'—'"gen yt
Stelltnrgnahnre der Regierung zu den Vorgang' erschwert dadurch, daß ihre Macht in den besetzte: bieten sehr gering ist. Zndem lasst sich bevor konkrete Nachrichten über die angebliche Beteiligung franMsi- scher Soldaten an dem Putsch ruckt vorlregen, ein Entschluß naturgemäß nicht fassen. Es ist, jedoch M erwärmten, daß der französischen Regierung erne diesbezügliche Note überreicht wird.
in Ge
Wackere Seeleute!
w Rotterdam, 29. August. (S. C.) Wie der „Daily Herald" berichtet, haben die deutsche« Seeleute, die an der Versenkung der deutschen Flotte bei Scapa Flow mitarbeiteten, die englische Regierung gebZen, au reder Strafe gleich teiluehme« zu dürfen die Admiral von Reuter wegen seiner Hanöl««ssme,fe anferlegt werde« müsse.
Der Begriff gegen «vßlmd Begonnen.
w Rotterdam. 30. August. (S. C.) Die „Morning- post" Meldet, die Gesamtaktio« gegen Moskau hat auf allen Fronte« begonnen. Die Trnpven an der M«r- manküste rücken langsam an die Eisenbahnlinie der Rich- toM^®e^^ gust. (S. E.) Eine Havasdepesche meldet, der konzentrisch« Vormarsch der alliierten Truppen geqe« Petersbnrg und Moskan hat begonnen. An der Aktion nahm in Verbindung mit den gegenrevolu- tionären russischen Truppen 135 000 Mann alliiert« Truppen teil.
Eine große englische Flotte auf der Fahrt nach Petersbnrg.
m- Königsberg, 30. August. (S. C.) Eine große englische Flotte hat am Donnerstag nüttag die Ostsee in der Richturrg Osten passiert. Es handelt sich mutumtz- lich um die bevorstehende Untei'stützung der Eierte« Generaloffe«sive gegen SowjctrnßlanS.
Keine Berbindnng mit Moskan.
►* Rotterdam, 30. August. (S. C.) Eine Reuterdepesche meldet, zwischen den neutralen Vertretern in Moskau und im Auslande besteht seit letzten Sonntag keine Verbindung mehr. SÄlüflelonrg ist von englischen Fliegern beweisen morden.
Ruhland mobilisiert 556 000 Mann.
Die „Morning Post" meldet aus Lfloskau, daß die Sowjetregierung alle Borbereitungen zur Verteidigung der Sowjetrepnblik gegen die Entente trifft. Es ist eine Aushebimg von 550 000 Mann beschlossen. In den Munitionsfabriken sei die Zwangsarbeit eingeführt worden, für welche Bürger komlnaudiert wurden.
Putsch der deutschen Truppen in Mita«.
** Berlin, 29. August. (WTB.) Kon lettischer Seite erhält die „Freiheit" über Kopenhagen ein Telegramm über die Vorgänge in Mtürn, in dem es heißt: Nach der Rückkehr des Grafen von der Goltz veranstal- teten am 24. August reichsdentsche Soldaten «nd die rnssisch-devtsch« Abteilu«g Keller einen bewaffnete« Fackelzng. Dann üverfiele» fk nw » Äk nacht- Ne
nie. Es sind Tote und Verwundete <
So hat der flagrante Wortbruch der
gierung — falls die Meldung der „Freiheit" den Tatsachen entspricht — die deutschen Truppen zu einem verzweifelten Mt der Selbsthilfe getrieben. Leider haben sie sich auch, immer unter der Annahme, daß die aus recht unsteter Quelle stammende Meldung sich bewahr- heitet, auch zu AüSschreitüngen hinreißen lassen, die sicher nicht geeignet sind, ihnen zu ihrem guten Rechte zu verhelfen, wtelmehr der Entente den Borwand bieten werden, nun erst recht auf dem sofortigen Abtransport der Truppen nach Deutschland zu bestehen. Die Ohnmacht, in der sich Deutschland jetzt befirrSet, macht es unserer Regierung leider auch unmöglich, die Rechte der deutschen Soldaten gegenüber der lettischen Regierung mit dem nötigen Nachdruck zu vertreten.
D«s AnschlugverZoL für Deutsch-Oesterreich.
Zu den französischen Meldungen über die Form«* lierung eines Anschlußverbots schreibt die Arbeiterzeitung: Clemenceau mag nicht eine, nein tausend Klan- seln ersinnen, den «ngeveueüichste» Friedensoertrag aller Zeiten um eine neue Ungeheuerlichkeit i» bereichern und den armen hungernden Deutsch-Oesterreich er« ein erzwungenes Ja abzunötige«. An den EinSeüsbe- strebvngen und chrer Hietätizung wird dies nicht «t»
bestimmn«®, eben weil es nicht eine Anmaßung engen nationalen Eigennutzes ist, sondern aus den: höchsten Begriffe der Demokratie und der denrokrattschen Volks- souveränität sich ergibt, bald zur allgemeinen Forderung aller demokratisch denkenden und fühlenden Me«scheu wird.
Keine Auschlußklanfel im österreichisch«« Stieben* vertrag.
Nach dem Echo be Paris wirS der österreichische Friedensvertran keinen Passus enthalten, der Sie Vereinigung Deutschöstemeichs mit Deutschland verbietet, iedöch bestehe die Absicht, im Begleitschreiben des Frie- densvertrages die Grundsätze der österreichischen Poll- lik, wie sie die Alliierten ausgefaßt wissen wollen, fest» zulegen.
8 Tage Bedenkzeit für Oesterreich.
w Zürich, 30. August. (G. Cü Der „Secolo" meidet aus Paris: Die A««ahme der neuen E«te«teve»1u- g««ge« durch Oesterreich pat innerhalb 8 Tage« zn erfolgen. Militärische Matzntchmen beginnen nicht vor dem 14. September.
Die Rumäuenhettschaft in Ungarn.
Auf Anordnung des rumänischen Plcrtzkounnaudan- ten ist ungarischen Ofstziere« und Unterosifzieren in Budapest das Waffentragen untersagt. Offiziere dürfen die Stadt nicht verlaffen. Polizisten dürfen nur auf Grund rumänischer Legitimation die Waffen tragen.
Die Sniemternng Bela KhnnS.
Bela Khun sowie die beiden anderen mit ihm bisher in Heidermüblc internierten Volksbeaustratsten der früheren ungarischen Räteregierung wurden «ach Karlstein im Waldviertel gebracht, wo bereits eine Anzahl ehemaliger Volksbeauftragter und deren Familien interniert sind.
Der Mörder Tiszas verhaftet?
** Budapest, 29. August. (S. C.) Die Polizei verhaftete den Schriftsteller Paul Deri, nicht nur, weil er eine führende Rolle während des bolschewisfischen Regimes führte, sondern weil er unter dem Verdacht stehr, den Grase« Tisza entweder selbst ermordet oder den Auftrag 3» feiner Ermordung erteilt zu habem Am Tage der Ermordnug des Grafen Tisza soll er nämlich in Gesellschaft die Uhr gezogen und gesagt haben: „In einer Stunde hat Tisza aufgehört zu leben.*
Die feindliche« Balkan-Brüder.
Laut Allgeureen Handelsblad nveldet Westminfker Gazette, daß die Lage auf dem Balkan alles andere als zusriedeustellend ist. In Montenegro wird gesümpft Die Lage ist dort sehr ernst. Das ganze Land befindet sich in einem Zustarch der Revolution. Die Serben haben vergeblich versucht, Ausstänbe durch strenge Matz- nahmen zu unterdrücken. Die Montenegriner habe» die EisenbahnverbindUng Birbazar-Autivari unterbrochen. Beide Orte stehen in ernster Gefahr. Die Serben verstärken ihre Trrlppen in diefem Gebiet. Davon ihnen eingeschlagene Verfahren scheint das Natio- nalgefühl der Montenegriner und ihren Haß gegen die Serben nur noch angefacht zu haben.
Der Konflikt mit Mexiko. 5
^ Rotterdam, 3& August. (S. C.) Eine „Tirnes"- Depesche meldet aus Neuyork: Im Senittsarrsschuß nurrde die Debatte über die merikanische Frage fortgesetzt. Die Regierung gab wichtige Aufklärungen ab. Die Verhandlungen sind vertraulich. A: " L______ gen von Senatoren ist jedoch zu entnehmen, daß der Konflikt mit MeZko nur vorübergehend als be igelest
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