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H ersselrer Tageblatt

Hersfelder Kreisblatt

vierteljährlich f»r-«sfeL 7 Mark, durch die Post Le- z Druck und Verlag ven ÄWig Funks Vuchdruckerei j die Gchristleitung verantwsrÄich Franz Funk, Hersfeld.

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8 Der Anzeigenpreis beträgt f$i die einspaltige Zeile' Pfennig, im : amtlichen Seile . Pfennig, Reklamen kosten die Zeile ' Pfemig. Erscheint jeden Mochentag nachmittaqs. Fernsprecher Nr. I.

Nr 303

Sonnabend, den 30. August

1919

' W SerhmdliWe« Wer Werschlefien.

Eine polnische Schiebung.

«lbgeordneten K-

Mne hiesige Nachrichtenagentur verbreitet folgende Meldung:

Kattowitz, 28. August. Nach dem Kurier Porany" hat General Dupont den Gesandten von Hantel und den Abgeordneten Korfanty- zu einer gemeinsamen Bera- knng in der Angelegenheit der Lage in Oberschlesien emgelaSen. Dabei wird General Dupont vorschlagen, Oberschlesien unter eine gemeinsame polnisch-deutsche Verwaltung zu stellen.

Wie uns von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist an dieser Meldung des polnischen Blattes kein wahres

»ö»'-*- w*W*v 4+ltl+yiv* v ll-l IVH-v/ 11 p olntschen Blattes kein wahres von Anfang bis zu Ende auf

freier Erfindung. Es ist erst neuerdings erklärt wor­den, daß die deutsche Regierung nicht gewillt sei, von ihren Souveränitätsrechten über Oberschlesieu irgend­eines vorzeitig preiszugebrm Bei dieser Erklärung be­hält es sein Bewenden.

Geheime Besprechungen der Euteutekommifsio« mit den Pole«.

=* Vreslam, 29. August. lT. 1O Die Pole«führer verschiedener Orte des Jndustriebezirks haben zusam­men mit Polen aller Bevölkerunasschichten mit der Ententekommtssion verhandelt. Ueber die Besvrech««- geu ist nichts bekannt geworden. Deutsche Teilnehmer wurden von der Kommission ausdrücklich nicht zugc- laffen, weder der die Kommission begleitende Offizier noch Oberbürgermeister Miete und der Abgeordnete der Nattonalversämmlung des Gleiwitzer Bezirks Becker.

Bandenaugriffe in Oberschlesien.

Das Generalkommando des 6. A.-K. meldet: Mehr­fache Bandenangriffe auf unsere Feldwachen Eichenau wurden abgewiesen. Sonst an der Front und im In­nern Ruhe.

Ein amerikanisches Regiment nach Oberschlesien.

** Zürich, 28. August. (S. C.) DieAssoziated Prcß" ____ amerikanische 'Jnfant ere halten habe, nach Oberschlesien »bzurücken.

Italien muß auch dabei sein.

** Lugano, 29. August. sT. U.) Nach einer Erklä­rung Tittonis wird sich Italien nur mit einem einzi­gen Regiment an der Besetzung Danzigs und Oberschle­siens beteiligen.

243 Personen aus Oberschlesien verschleppt.

-W--- Berlin, 29. August. (S. C.) Nach den der Reichs­regierung nunmehr zugegangenen zuverlässigen Mel­dungen aus Oberschlesien sind insgesamt 243 Reichsau- Hörige aus Oberschlesien über die Grenze verschleppt worden. Die Anfrage an die polnische Regi« bisher eine Beantwortung nicht gefunden.

Polnische Vorbereitungen in Ostpreußen.

Zur Angelegenheit der Volksabstimmung in Ost­preußen gibt der polnische Volksrat für Ermland und Mafuren der polnischen Bevölkerung dieser Landesteile bekannt: ,,

Die Koalitionskommrssionen, welche dre Abstim­mungsgebiete übernehmen, wird sämtliche oberen Ver- wältüngsbeamten, wie Reaierunasvrändent, Regie- rungsräte, Landräte und Bürgermeister, von ihren Posten entfernen. Außerdem sollen entfernt werden: Gemeinde-, niedere Staatsbeamte, welche irgend einen Einfluß auf die polnische Bevölkerung ausüben konn­ten. Die auf diese Weise freigewordenen Stellen wer­den für die Zeit der Volksabstimmung durch die En- tentekourmission mit geeigneten Leuten. Polen und ge­recht (?) denkenden Deutschen, besetzt werden.

Wir fordern die polnische Bevölkerung der Abstim­mungsgebiete auf, uns umgehend mitzuteilen: .

Erstens: Die Namen derielftgen höheren und me- deren Beamten, welche durch ihre antivolmiche Tätig­keit sich unmöglich gemacht haben zur Ausübung ihres Berufes für die Zeit der Volksabstimmung. Beweis­material ist nach Möglichkeit betzufügen.

Zweitens: Die Namen von Polen unb gerecht den­kenden Deutschen, welche die Stellen der entfernten Be­amten vorübergehend übernehmen könnte«.

Die Zusammenstellung wird zuvor sachlich geprüft und den maßgebenden Volksabstimmnnasbeborden ein- aereicht werden. _ t

In die Kommission zur Regulierung der Grenzen zwischen Freistaat Danzia unb Polen hat die polnische Regierung in Warschau den Dr. Rodlewski au^Poseu entsandt und zum Stellvertreter desselben den Pfarrer Volt ans Westprenßen bestimmt.

Clemenceau behält die Gefangenen zurück.

k* Genf, 29. August. (S. C.) Aus Paris wird ge­meldet, im Heeresausschutz lehnte Clemenceau anr^27.,o. Mts. es entsch' ' '. ' ' ...... rutta des Fnieüensvertrages du 1. .. ®na anzirordnen und mit der Heim lichen Kriegsgefangenen beginnen zu Massenflncht deutscher Kriegsgefangener.

lieben ab, vor der endgültigen Ratistzre- - französische Dcmobcki- er Helmschasfuus der innen zu lassen.

August. (WTB.) In vergan- der belgisch-holländischen Grenze

»-,. Amsterdam, 28. gener Woche kamen an der belgisch-hollchchischen Grenzl weitere 190 aus Frankreich und Belgien geflitäitere deutsche Kriegsgefangene an, die nach Deutschland wm-

terretsten. , .

Die deutsche Besatzung für die neutrale Rheinzone.

In der Frage der Befetznug der neutral«» 50 Km., Zone östlich des Rheines durch Deutschland rst durch Koch der deutsche« WaffenstMtaudSkommtiston Köln als

worden, Ärtz Deutschland berechtigt sein soll, proviso­risch drei Monate nach Inkrafttreten des Friedensver­trages in diesem Gebiet eine Truppenmacht von 20 Ba­taillonen, 10 Eskadronen und 2 Batterie» zu unterhal­ten, da die im Friedensvertrage vorgesehene deutsche Gendarmerietruppe nach denr Stande von 1913 zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung nicht ausrei­chen würde.

Milderung der Kohlenablieferungsbedingungen.

** Berlin, 29. August. (S. C.) Die Bersailler Ver­handlungen haben, wie uns mitgeteilt wird, zu einem wesentlichen Zugeständnis Frankreichs an Deutschland in der Frage der Kohlenlieferung geführt. Frankreich begnügt sich vorläufig mit der Lieferung von 20 Millionen Tonnen deutscher Kohle anstelle der im Frie­densvertrag festgesetzten 40 Millionen.

Briand über den Friedensvertrag.

LautJournal" wird Briand öernnächst eine große Rede halten, in der er u. a. folgendes ausführen wird: Deutschland wird uns nichts zahlen, denn die Regelung der Zahlungen ist Kommissionen überlassen, in denen Frankreich nur eine von neun Stimmen hat. Die übri­gen acht Stinnnen gehören Ländern, die bereits den Handel mit Deutschland ausgenommen haben, und die infolgedessen ein Interesse daran haben, daß Deutsch­land nicht geschwächt wird. Frankreich ist also in der schrecklichen Lage, daß es nichts oder so gut wie nichts erhalten wird. Aber wir we den unsere Stellung als führende Nation der Welt nicht an einem Tage nach ei­nem siegreichen Kriege aufge? en.

29 Abändernngsanträge zum Friedensvertrag.

Rotterdam, 29. August. (S. C.) DerDaily Telegraph" meldet aus Neun wk, im Kongreß sind 29 Abändernugsanträae zum Friedeusvertrag eingebracht worden. Wenn alle Anträge zur Beratung und Be­schlußfassung kommen sollen, ist an eine Erledigung des Friedensvertrages nicht zu denken.

ycatoucewnna ziehungen zwischen Grenze von Lirnbnrg

Sefaien und Hollaub an der Grenze von Lintburg zu wünschen übrig lassen. Die holländische Regierung hat bett an der Grenze wohnen­den belgischen Bauern verboten, ihre auf holländischem Boden befindliche Ernte ei»z«briugen. Als Gegenmaß- rmhme hat die belgische Regierung ein gleiches Verbot für Holländer erlassen. Holländisch; Architekisn, die auf einer Ausstellung in Brüssel für den Wiederauf­bau ausgestellt hatten, haben ihre Werke zurückgezogen, wirb, haben würde. Seghers verlangt daher, daß Bel­gien die Herrschaft über die Scheibe bekomme, damit Deutschland Holland nicht veranlassen könne, einen Riegel vor die belgischen Häfen zu schieben.

HoKändifch-belgische Kriegsgefahr.

»^ Berlin, 28. August. (S. C.)Berliner Mittags- zeitung" berichtet aus Rotterdam: Nach Blättermel- dungen hat die belgisch-holländische Krise eine wesent­liche Verschärfung erfahren, wozu besonders Sex Be­richt des holläudische» Gesandten in London beigetra- gen haben soll, der Belgien her fortgesetzten Verletzung der holländischen Rechte auf der Schelse beschuldigte. Holland soll als Antwort auf die belgische» Fordernu- gen erklärt haben, daß es jeden Versuch der Belgier, irgendwelche bis zur geplanten Grenzfestsetzunq strit­tige Punkte zu besetzen, als Kriegsfall betrachte.

Kriegsausbruch bevorstehend.

* Bern, 28. August. (S. C.) Die Spannung zwi­schen Holland und Belgien nimmt stündlich an Schärfe zu unb der Kriegsausbruch scheint bevorzustehe«. Nach demNewyork Herald" haben die belgtschen Abgeord­neten der in Paris tagenden Kommission zur Revision der Verträge von 1839 mitgeteilt, daß sie bereits die Abreise nach Brttffel beschlösse» haben. Der Bericht des holländischen Gesandten in London hat die Lage ver­schlimmert. . L

Gine ungarische Note an die Entente.

Nach dem Ungar. Telegr.-Korresv.-Büro hat Nii- nisterpräsiüent Friedrich an die interalliierte MMür- misston in Budapest eine Zuschrift gerichtet, in der er die Konstituierung der ungarischen Regierung mitteilt. Im Interesse der Möglichkeit eines erfolgreichen Ar- beitens bittet die Note Clemerckeau ah veranlassen, das; die in Budirpest weilende Militärmission sich in die in- »eruugarische Politik nicht einmengt oder höchstens in der Richtuua, daß sie die ungarische Regierung in der Aufrechterhaltung her Ordnung und bei Wiederherstel­lung des wirtfämftlichev Gleichgewichtes unterstützt. Ferner wird nritgeteilt, daß in drei bis vier Wochen die Wahl zur Nationalversammlung auf Grund des glei­chen, freien und geheimen Wahlrechtes stattsinden dürfe. Zur Kontrolltenung der Wahl möge Clemenceau eine Delegation nach Ungarn entsenden, in der womöglich auch sozialdcmokratisck>e Vertreter sein sollten. Die Note schließt mit der Bitte an Clemenceau, die neue Regie­rung in der Erfüllung ihrer Aufgaben und in ihrem Bestrebeil zur Wiederherstellung des Berfassungslebens zu unterstützen.

Ungarn rüstet gegen Dentsch-Oesterreich.

Die N. Fr. Pr. bringt Meldnngen über «ngarische Rüstungen an der deutsch-osterreichifchen Grenze. Eru ungarischer Mnzerzua, der in Neudörfl an der LeWa eintraf, soll die Aufgabe haben, die Vorgänge an der deutsch-österreichischen Grenze zu beobachten. In den Grenzorten finden andauernd a>richlubtreunbtiche Kündaebrrnac» statt. ..;

** Rotterdam, 28. August. (S. C.)Daily MaU' meldet aus Budapest: Die Ententekommission unter­nahm einen neuen Schritt bei beut Minister Friedrich, um die letzte Forderung der Alliierten zur Durchfüh-- rnng zu bringen. In den nächsten Tagen treffen aus Saloniki und Serbien etwa 12103 Man» Enterrtetrup- pen in Budapest unb Ungarn ein.

Ein neues Kabmett Friedrich in Ungar».

* Berlin, 28. August. sL. SO Der ungarische Mi­nisterpräsident Friedrich hat ein Kabinett gebildet.

Weiter wird von WTB. gemeldet: In dem Mi«W sterium, das von Friedrich nunmehr gebildet wurM übernimmt er selbst den Vorsitz und der Minister der Innern, der frühere Legationsrat Graf Emmerich Czaky das Außenministerium, General Sckmetzer das KrcegS- minifterinm, General Ereav Volksernährung, Jakob Pleyer das Ministerium für nationale Minderheiten, Andreas Csillery Volksgesnrchheitswesen, Stephan Hal­ter Propaganda, Stephan Szabo das Ministerium für kleine Landwirte, unb Samuel Llab das Ministerinn» für industrielle Arbeiten. .

Der FriedcnLvcztrag mit Oesterreich.

h. Genf, 29. Augrlst. (T. U.) Erst nach der Rüc» kehr Tittonis aus Rom noch Parts gegen den 10. Sep­tember kann der Oberste ntenterat die Oesterreich bei treffenden Bedingungen abschlietzcu. Die üsterrcichischcv Vertreter erhalten sodann eine fünftägige Bedenkzeit.

Deutschfeindliche Ausfchreitunge« iu Mähre«.

Die N. ,Fr. Pr. meiber aus Brunn neuerliche schwere öeutschfeiudliche Ausschreitungen. Deutsche Ausschristem Tafeln und Firmenschil-er wurden zertrümmert und herabgerissen, Glastaselli erschlagen. Der Platzkom. Mandant versuchte veraebenS, die zerstörungslustige Menge zu beschwichtigen. Das Blatt brinat wehere EinMhet en über die antideutschen und antisemitischen Ausichreiinngen in Ludenbura am Montag, wo die Sokoln deutschsprechende Svaztergänger anhielten und von ihnen verlangen. entD der tschechisch zu spreche«

Dke Ententenote an Rumänien.

Der Oberste Rat beschloß das am 23. August von Clemenceau an die rumänische Regierung gerichtete Telegramm zu veröffentlichen, in dem von der rumäni­schen Regierung folgende Erklärnng gefordert wird: 1. Die rumänische Regierung erkennt den Grundsatz an, daß die Güter der feindlichen Staaten eine für alle alliierten und äffociierten Mächte bestimmte Sicherheit darstellen. 2) Die rumänische Regierung erkennt die Kommission für die Wiedergntmachungen als einzige und ausschließliche Vertretung für die Prilftlng und Zuteilung bezüglich der Wiedergutmachungen an den feindlichen Gütern an. 3) Die seit dem Waffenstillstand von Rumänien erhaltenen ungarische« Aktiven werden ausführlich augegeben und der Wiederherstellungskom­mission zur Verfügung gestellt. 4) Die rumänische Re­gierung wird das Durcl, Antonescu unterzeichnete und signierte Abkommen vorn 27. Juni ratifizieren. Die Friedenskonferenz behält sich vor, die in Bndapest be­findlichen Generale sowie Agenten zu bestimmen, die die Friedenskonferenz bei allen sich ergebenden Verhand- lunaen zu vertreten hat.

Es heißt dann weiter: Eine Nichtanerkennung des Abkonnnens vom 27. Juni würde den alliierten und äffociierten Regierungen ihre vollständige Handlungs­freiheit inbezug auf die Festlegung der Grundrechte für die Wiedergutmachrcilgen für das Gebiet der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie zurückgeben.

Sozialistensieg in Bulgarien.

* * Berlin, 29. August. lT. 1T.) Nach einer Meldung desDaily Herald" haben die Wahlen in Bulgarien ei­nen so großen Sieg der Sozialisten ergeben, wie er noch in keinem Lande in Europa verzeichnet werben konnte. Die Kommunisten haben statt der bisherige« 10 Sitze 47 und die gemäßigten Sozialisten statt der bisherige» 59 Sitze 124 errunge». Während bisher die Hälfte der bulaarifchen Parlamentssitze sich in den Händen der Militärpartei befand, verfügt sie jetzt nur über wenige Sitze.

Die Offensive der Bolschewiste».

Amsterdam, 28. August. DieTimes" melder aus Helsingfors vom 25.: Die Offensive der Boliche- wisten bei Pskow. hat sich mit großer Heftigkeit und Schnelligkeit entwickelt. Nach starker Artillericoorbe- reitung rvarfen die Bolschewisten vier Regimenter über den Welikaja-Fluß südlich Pskow. Die Bolschewrsten haben, wie klar ersichtlich ist, die erwarteten Verstär­kungen an der Koltschakfront erhalten. Man schätzt die Zahl der bolschewistischen Truppen, die am Angrüs auf Pskow beteiligt sind, aus mehr als 20 000. Der Vor­marsch des Generals Balakowitsch ist zum Stehen ge­bracht worden. DerTimes"-Korrespondent melbet, im Hinblick auf die angeublicktiche Lage an der F-ront und die Offensive der Bolschewiste» müsse man auf alles gefaßt sein.

Pskow von den Bolschewisten erobert?

e* Kopenhagen, 28. August. (L. 90, Nach einem Telegramm aus Helsingfors soll Pskow wieder von den Rolschewifteu erobert worden sein. Die eitblanbiüben Truppen stehen auf der Linie Jsboreck. Bon wver= lässiger Seite wirb bestätigt, daß die Engländer dre Murmanfr-ont nicht räumen werden.

Bor einer Seeschlacht.

w London, 28. August. (WTB.l Nach der Anffas- funa eingeweihter Marinesachverständiger ist in den