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Hersfelder Kreisblatt
Montag, den ÄS. August
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Nr. 197
1919
Voie» m» der Kommunismus. P$E®W3^^
Wie man weiß, liegt die Regierungsgewalt int ; neuen polnischen Staate zum Müßten Teil in Händen) von radikal-reaMonären Elementen. Kurz vor Ausbruch der deutschen Revolution hatte man zwar in un- \ ferem jetzigen östlichen Nachbarstaats verschiedentlich Bewegmrgen zu verzeichnen, die einen mehr oder weniger kourmunisttschen Charakter trugen. Sobald jedoch, nur einigermaßen eine Konsolidierung zustande kanr, • hörten diese mit einem Schlage auf, um einer gegen- . teiligen Bewegung Platz zu machen. Die Warschauer Regierung ist deshalb auch stets bemüht gewesen, selbst, jeden Schein zu vermeiden, der daraus hingedeutetä hätte, daß sie selbst nur radikal-sozialistischen, geschweige^ denn maximalisttschen Plänen Borschub leistete. GanziI rnders jedoch liegen die Dinge da, wo es sich bei den >' Polen darum handelt, in Deutschland polenfreundliche, Stimmungen zu erzeugen. Sie wissen gar zu gut, daß äe mit ihren Polonisierngsoersuchen bei der deutschensI Intelligenz sicher keinen Erfolg zu verzeichnen haben! Verben, und sie nehmen daher ihre Zuflucht zum ,,be--' »rückten Proletariat". Deshalb erlebten wir gar oft') n letzter Zeit das eigenartige Schauspiel, daß die rsak- \ ionäre polnische Regierung mit deutschen Kommunisten handelseinig wurde, um den d.mtschen Regierungs-^ Organen das Leben so sauer wie möglich zu machen. Es^,' vird sicherlich übertrieben sein, wenn man behauptet, i »aß der neue polnische Aufstaud in Oberschlesien einzig ) und allein von Polen angezettelt wurde. Spartakus hat auch hier, wie überall, wo es sich bar um handelt, Bestehendes umzustürzen, zu- nicht geringem Teile seine Hand im Spiel. Aber die Tatsache, daß jenseits der schlesischen Grenze 35—40 000 Mann reguläre Truppen bereit stehen, läßt mit Recht vermuten, daß auch Warschau den neuesten Ereignissen nicht eitlnahmslos gegen-. überstellt
Man wird sich nun angesichts dieser Lage der) Dinge wohl mit Recht fragen müssen, ob denn eigentlich diese Berührung der Extreme Reaktion urrd Körnte n so eigeuarti- •
Man wird sich nun Dinge wohl mit Recht frai lich diese Bc
Berhafturm oberschtesischer.Hochverr äter.
(M. BrMan. 23. August. (SJJ.) > Kattowitz und Mvslcstvttz sind eine Anzahl Berha^nngen wegen Hochirerrats ersulgt. Es wurderr u. m dre Listen von / . wehrpMchstiaert Polen Obserschleffiens, bei^einem der B^r-s haftete» beschürgnahmt. , / ■
Die Ausbebmurr »er Mfursenttmnester.
. Berlin, 22. August. M AI Im Oberschle'Mn \ tu di^<2>äu>»ernngsartioniohne große»Zwffchenfalle I^estsr »durchgejsührt iworden. - >-■
rwaltumz Sachse» und Bayern ihre Zustimmung vor. d ^^'^ Einspruch dieser Staaten wird aber praktisch ^utirngslos bleiben, . da die Mehrheit des Reichs
nern untergebracht werden. Dann sollen.Räume im neu zu errichtenden Ministerrum des„Aeutzern in der Wilhelmstraße bereitgestellt werden. Als Wohnung mr den Reichspräsidenten ist das Sausministerium oder das, Palais des Prinzen Leopold vorgesehen.
/ Unsinnige SchKdZnersatzberschnungen-
V Basel, 23. August. (T. H.) Die „Novella Cor- ^respondeuta" verbreitet einen Auszug aus dem Bencht über die finanziellen Kianseln des Friedensvertrages
den demfichen Truppe;/ grastrenhaste Borgange abgespielt, «a bte Entschädigungs- und Wiedergntmachungssumme, r ' Deutschland an Frankreich zu zahleu hat, auf ins-
tmt 200 Milliarde» und 189 Millionen stellen.
Diese ungeheuerliche Forderung wird wohl von der Entente selbst eine Reduzierung erfahren, schon deshalb, weil, wenn auch die Ansprüche der übrigen Ententestaaten in ähnlichen Grenzen sich bewegen, Summen her- auskonnnen, bte niemals Mahlt werden können.
Eine britische Absage an Je rheiuiscüeu Bolksverräter.
PolsteM-e/GreuelU /
In! Birkwchal auf der Straße ^ Kattowitz-' MM'o-
i den oemtstyen Truppe,/ grarreuhafte Vorgänge -abges bei denen unsere Lernte große BWeluste erlitten. Es'ver-- h lautet, daß von 80 Mann nur 23 zurückgekehrt sind. HBei den Kämpfen ran Goöaw stießen unsere Trum-en tz auf fünf Bandtten, die neben anderen wichtigen Drstu- ementen einen Geheiurbefehl bei sich trugen, wonach filmt-
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U£ M von den Banditen sestMlömmen dÄÄ^Jm 's tä Gerichbsgefängnis nuü heme uü^ E Bam
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dyBGeorge über ObersMefbeu.
klar ungen über die Vorgänge in Oberschlesien ab. Der Premierminister gab seiner Meinung dahin Ausdruck, . daß Oberschlesien bis zum Ausfall der VEsübstim- wurm unveränderlicher Bustandteil der deutschen Republik sei und daß Ae Bestirnmungen 'des Friedensvertra-
sich die E die r ’
gesamt
k* Berlin, 22. August. (L. A.) Der britische Gouverneur in Köln erklärt, seine staalsrechtliche Aenderungen in seinem Befehlsbereich zu erlauben.
Auflösung der Arbeiter- und Angestelltenausschüste im Saargebiet.
k* Köln, 22. August (V. et) Der Oberste Verwalter des Saargebietes General Andauer hat verfügt, daß alle Arbeiter- und Auanstelltenausschttste, die gemäß der Verordnung der deutschen Regierung vom 3. Dezember 1918 gewährt worden sind, sofort aufgelöst werden. Die Verfügung wird damit begründet, daß laut Befehl deS Marschalls Foch Gesetze, Verordnungen und Verfügungen der deutschen, Regierung, die nach dem 11. November 1918 erlassen wurden, im besetzten Ge- viet keine Anwendung^den.
i ' °^ Genf, 23. August., (T. lt\ Auf Vorschlag Hoo- j vers gedeukn-der Oberste Rat/her/Entente eine Zwöfirr« ; koMMissio«, bestehend aus afrikanischen, brititoen.
mit dem Feuer ist. ö» ttl .^^...-^^^^^^^^ daß unter dem weißen Adler eine kommunistische Be-- wegung absolut keine Aussicht auf Erfolg habe. Der/' polnische Bauer ist heute unzufriedener denn je. Noch' fdjlimmer steht es mit dem Industriearbeiter der neuen/ Republik. Sie alle sind in ihren Erwartungen auf baS» bitterste enttäuscht worden. Die „goldene Freiheit",: ijr*'i“ijftt. Im Gegenteil,
Elsatz-Lothringen haben von der rransöfneben Regierung die Mitteilung erhalten, daß sie ihre Stellungen am 1. Oktober verlieren, wenn sie bis dahin nicht an einem französischen Sprachkursus teilgenommen haben, den die Regierung kostenlos errichtet. Es vuv daraufhin in Paris 600 Lehrer und Lehrerinnen eingetroffen, um an einem solchen Kursus teilzunehmen.
Werbungen für die Fremdenlegion im Elsatz.
Die französische Regierung ist damit beschäftigt, Seit Werbedienst für die französische Fremdenlegion i« Elsatz und Lothringen, sowie im besetzten (Gebiet zu organisieren. Es haben sich bereits in Lothringen einige hundert deutsche Soldaten (!) für die Fremdenlegion anwerben lasten.
Und mab tut die Reichsregierung gegen diese Sorte von Dttlitariswns?
Wilson lüftet die Maske!
Laut Pressebüro Radio greift „Newuork Sun" den Präsidenten Wilson an, weil er bei seiner Konferenz mit Max Cumber im Weißen Hause erklärt habe, seiner Ansicht nach wäre es zum Kriege zwischen Amerika und Deutschland gekommen, auch wenn Deutschland keine Üiiegerisch ungesetzliche« Ha«dl«ngen gegen Amerika begangen hätte.
Der Za«k um die Bente.
, bestehend aus anrerikanWen, brittschen, tifebert und französische« SachverstänidtMN und S nach Schlesien zu -senden, um dre deutschen und ÄW? B^Mäge znr?A«Meuttms der Kohlen tVrüßem,.
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die sie ersehnten, ist nicht eingetreten tvtn tÄeaentett
bet polnische Magrurt legt seine Hand schwerer denn je $
E ^n kleinen Mann. Die Freiheit der Sprache QaL; U^'^ ^^w großen Teil auch vor dem Wert-: 3 gehabt. Namentlich der Bauer hat so rein gar-- > J
^Ets von russischer Herrschaft gefühlt Ihn bebrütst K - ^ "^^' ^ rä» 4^ ^^na^ wiT-r,> ist melde
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ten die Großen des eigenen Volkes. Es ist schwer vor- - anszusancn, ob man in Warschau diese» Dingen Rech- nung tragen wird. Täte man es aber doch, so geschähe es wahrhaftig einzig und allein nur in ureigensten In- leieffe öß^ Fortbestehens der jungen' slawischen Republrk.
Der oberschlesische Aufruhr gedämpft.
Die Untersuchungskommifsio« der Entente. f
•=* Breslau, 23. August. (T. U.) Nach der AnEunft; der Ententekommission wird sofort eine Konferenz statt-- finden, in der es sich in der Hauptsache darum handelt, die Ursache -es Generalstreiks und -es Aufruhrs festzustellerr und die Beschwerden, die von den Polen in : Berlin vorgetragen worden sind, zu prüfen. Es soll auch untersucht merben, welche Rechtswi-rigkeite« nn» n^v^Ko „m hfitifdipr itith valnisästr Seite stattge-.
' Die Tschechen modMsiere«.
3 ^Rotterdam, 33. August. (S. E.) Die ^Times- L meldet aus Prag, die tschechische Regierung hat eine neue Generalmobilisterv.na angeortmet, die im Zusammenhang mit dem polnischen. Borsehen ü« der oberschlefi- schen Grenze steht.
R Auch tschechische - Soldaten / bei den Jusurgeute».
k W. Breslan, 22. Arrgust. '(WTB.) Aus Oberschlesien -wird gemeldet, bei Berhaftmrgen in .Kattowitz wurden i Briefe von führenden polnischen Politikern in Warschau ^ vorgefunden, die zum mindesten dafür sprechen, daß Mn Warschau eine vorherige Kenntnis der Insurgenten- bewegung in Oberschlesien vorlag. In Mislowitz wur- den zwei tschechttche Heeresangehörige durch Reicht- wehrtrnppen festsenomnien.
an* untersucht werden, welche Rechtswidrigrorten um Uebergriffe vo« deutscher und polnischer Seite stattge funden haben. Einer Besetzung Oberschlesiens vor be Ratrfrzreruug des Friedensvertrages durch die Entente steht man ablehnend gegenüber. Die Pntsche sind so gut . wie «kedergeschlagen. Der Generalstreik geht seinem Ende entgegen, fodaß das Eingreifen einer fremöeni
Ü erforderlich ist, um Ruhe und Ordnung wie-: stellen. Der Ententekommission wird voraus-- ein Engländer, Franzose, Japaner und Ita--
Mai
der herzust------ ---- _
sichtlich je ein Engländer, Franzose, .....______
liener angeboren, sowie ein englischer Untersuchungs-'s Offizier im Rang eines Obersten. Die Nachricht von, einer Teilnahme des Generals Dupont an der Jnfor- > mationsreise trifft nicht zu. '
Die enteilte und Oberschlesien.
w Berlin, 23. .August s (g. C.) In der oberschle- y Bericht der alliierten Kommission i nächsten Woche erwartet.
1 Tagen kann eine endgültige Entschei-
fischen Frage wird der nicht vor Mitte bezw. ?Sää^
Vorläufig keine Ententetruppen nach Oberschleste«. ;
ä^XwiÄ^s»;??8^ (S. G) Girre Reuter-s.
^rt^rvfi^t™^« ^^ Entsendung der Entente- <
!>^8^vt^mt^.?m ^/^»t?^^^ vertagt. General Du- ■ M^Mn^fmLr^ ^senduug von alliierten Trup- W.Ä-UWN?-KiS"E>«" ®““" «r
Die Amerikaner i« Oberschleste».
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Keine polnischen Truppen für Oberschleste«.
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9teio«t, -aß die «utrertenkmumtfswn tu 9w<^ww t»W
I Verleguns der Regierung von Berlin?
t ^ Berv», 22. August. (WTB.) Nach Berichten i Äzentrum-varlamentariicbev Kw-reGn^b.»^ nr«* -
_____ ...... —---^,^ ^.»^'^»0 «VV*. MHV Tagung der katzholischen Volksvertreter in Weimar soll der Retchsstnanzminister gesagt haben, daß er dem Reichsprästdenten Ebert vorschlug, den Sitz der Regie- rnng auch weiterhin nach Weimar zu verlegen. Die .„Natirmalverfänunlung" hat an zuständiger Stelle festgestellt, daß Erzbenger nur davon gesprochen hat. Die Berhan-U»«ge« wegen Berlegnng der Reichsregiernng nach Weimar seien in der Schwebe. Es kann zurzeit keine Rede davon seht, daß die Reichsregierung oder das Parlament dauernd nach Weimar verlegt wird, schon deshalb, weil eine solche Berlegnng die Errichtung einer großen Anzahl von Gebäuden notwendig «rächen würde. 'Ausgeschlossen ist es natürlich nicht vollständig, daß eine vorübergehende Berlegung der Regierung von Berlin nach Weimar in Frage komrneu kann. Auch ist es nicht völlig ausgeschlossen, daß in späterer Zeit eine dauernde Berlegnng der Regierung urrd des Reichsparla- mentb, von Berlin nach einem anderen Orte erfolgen kann..
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Die Arbeit des Reichsrats.
** Weimar, 22. AMNst. (WTB.) In der heutigen, unter bem Vorsitz des RcichsfittanzministcrS Erzöer- ger abgchaltenen Vollsitzung des Reichsrates wurde der von dem 6. Ausschuß der Nationalversammlung abgeschlossenen Verordnung, betreffend Gebtihren, Beugen und Sachverständigen, ferner vom 13. Ausschuß der Nationalversammlung beschlossenen Ausführungsbe- stimmungen zum Gesetz über die Regelung der Kohlen- wirtschaft, endlich 24 Gesetzen, die die Ztationalver- sammlrmg in den letzten Wochen verabschiedet bat, zn- aestinimt.
^ Zatstimmnng des Reichsrats zu alle« Gesetze«.
♦* Weimar, 22. August. (WTB.) Der Reichsrat bat allen Gesetzen, die die Nationalversammlung verabschiedet hat, in seiner letzten Sitzrnrg in Weimar seine Zustimmung gegeben. Bei der Reichserbschaftssteuer MSB stch Sachsen, beim Gesetz über die Reichsfinans-
** Amsterdam, 22. Zlugust. lWTB.) Laut „Allge- meen Sandelsblad" wird der englisch-perkische Vertrag in Amerika krtttsiert. In der Senatskommission wurden englandfeindliche Gefühle zum Ansdruck gebracht. Mac Comick erklärte, die assoziierten Großmächte können öie Türkei nicht zwischen Bulgarien und Griechenland verteilen, da sie Konstantinopes für stch selbst haben wollen.
N und
Aufstand Montenegros gegen Serbsey.
h- Berlin, 22. August. (L. A.) Montenegro hat sich gegen Serble« erhoben.
Zum Abfall Motttenegros.
♦* Zürich, 23. August. (S. E.) Der „Seevlo" meldet aus Cetttrcje, hier ist die montenegrinische Republik ausgerufen. E«te«tetruppeu sind auf dem Wege nach CeMnje.
Kämpfe an der Murman-Bahn.
Das Pressebüro Radio meldet aus Horsea: Die Bol« fchewiste«, die infolge des plötzlichen starken Artillerie« feuxrs schwere Verluste hatten. Haben die Operationen westlich der Murmaubah« eingestellt. Die russische Nordwestarmee und die eübläudischen Truppen haben durch einen nördlich Iamburg ausgeführten Angriff die Bolschewisten, Sie den Luga-Fluß überschritten hatten zurückgeworfen und halten jetzt das ganze linke Luga-Ufer besetzt. In der Gegend von Minsk haben die Truppen die rote Armee auf einer Front von 100 Meilen 50 Meilen zurückgetrieben. Im Süden geht die Offensive des Generals Petliura außerordentlich erfolgreich vonstattc». Der von Gemral Petljura westlich Odessa und General Denikin östlich dieser Stadt ausgeübte Druck hat jetzt zusammen mit dem Aufstand gegen die Bolschewisten dazu geführt, daß Odessa von jeglicher Bahnverbindung mit Sorviettußland abgo. schnitte« worden ist. . ^
ton zurückgeworfen und halten sei Luga-Ufer besetzt. In der Gegend
Meutereien im esthnischen Heer. WM
** Amsterdam. 23. August. (WTB.) Die englische« Blätter wn vorgestern bringen eine Reutermelduna.