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Hersfelder Kreisblatt

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I Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 7 )Mark, durch die Post be- - 9lHltlit6Ct Ä^R^bWbk : Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile Pfennig, im * | zogen L.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei | 3 | amtlichen Teile > Pfennig, Reklamen kosten die Zeile "Pfennig. I | HersfÄd. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld. für den Kreis Hersfew Erscheint jeden Wochentag nachmittags. Fernsprecher Nr. 8. i

Nr. 191 Montag, den 18. August 191»

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_ ^Weimar, 16. August. lT. U.) Bekanntlich hst Dentscylaud die Verpflichtung ütiememmeu, bis zu 46 Mrllronen Tonnen Kohlen an den Verband an liefern. Dre Verhandlungen, die in der letzten Seit mit der Entente über die Kohlenlieferungen geführt worden sind, haben zu einer Ermäßigung dieser Forderung der Entente geführt. Wie Reichswirtschaftsminister Schmidt - in der Nationalversammlung mitteilte, ist die For­derung der Entente von 40 Millionen auf 21 Millionen Tonne» herabgesetzt worden.

Italienischer Protest gegen den Friedensvertrag.

m- Zürich, 16. August. (S. C.j Nach Mailänder Meldungen haben die italienischen Sozialiste» für Sonntag in ganz Italien abermals Versammlungen des Proletariats einberufen, um gegen den Friedens- vertrag zu demonstrieren.

Die Festsetzung der deutschen Grenzen.

w Berlin, 16. August. lT. 1O Der höchste Rat der Friedenskonferenz hat beschlossen, die Absteckung der neuen deutschen Grenzen durch besondere Kommissionen bis zum Ende März u. Js. durch zuführen. Da die

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Noröschleswia und in Ausfall der Volksab-

stimmung in den Gebieten abhängig ist, soll die Ab- stimmung in allen strittigen Gebieten noch im Laufe dieses Jahres stattfinden nnd spätestens bis Ende De­zember erledigt sein.

De deutsche Sprache im Elsaß zügelnsten.

m> Genf, 15. August. (S. C.) Im Heeresausschuß der französischen Kammer wurde von der Regieruug am Sonnabend die Stärke der französische» Besätzungs- armee in Elsaß-Lothringen für das laufende Etatsjahr mit 250 000 Mann angegeben. Wie die Pariser Blät­ter schreiben, ist bis auf weiteres die deutsche Sprache neben der französischen Sprache im inneren Zivildieuft im Elsaß zügelnsten.

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Fravendemonstratio» vor der Osichseanzlei in B«

Der Bund deutscher Frauen zur Befreiuuug Btfr Gefangenen veranstaltete in der Philharmonie in Ber­lin eine Ptasienkundaebung, in der bei überaus erreg­ter (Stimmung der Zuhörer mehrere Redner und Red- nerinnen das Wort ergriffen. Dem Vorschläge, einen Fuukspruch an Japan und Amerika zu richten und diese Länder zu bitten, die sibirischen Gefangene» auf dem Wasserwege in die Heinrat zurück-»führen, wurde ein- mütig zugestimmt. Es wurde wöamt beschlossen, einen Ausschuß zu wählen, der in Weimar Sei der Regierung für die in der Versammlung erhobenen Forderungen eintreten soll. Ein Teil der Versammlung unternahm einen Demonstrationszug nach der Reichskanzlei.

Die Antwort des Reichprässtdenten.

w Berlin, 16. August (T. 1t.) Auf den offenen Brief desBundes deutscher Frauen zur Befreiung der Gefangenen" an den Reichspräsidenten hat Präsi­dent Ebert mit folgendem Schreiben geantwortet:

Der an mich gerichtete offene Brief wegen der Freilassung unserer Kriegsgefangenen ist zu meiner Kenntnis gekominen Daß die deutsche Regierung mit allen Mitteln bemüht ist, eine baldige Freilassung un­serer Gefangenen zu erzielen, werden sie aus den kiirz- lichen Ausführungen des Reichsministers des Auswär­tigen in der Nationalversammlunq ersehen haben Die deutschen Frauen dürfen überzeugt sein, daß, auch ich mein Herz ganz an diese Sache gehängt und dre Regle- rung nach Kräften in tBrem Vorgehen bestärkt habe. Wir haben zwar bisher den gewünschten Erfolg in die- \ ser Frage der einfachen Nienschlichkeit nicht errerchi. Das wird uns jedoch nickst abhalten, auch weiter auf unserm Verlangen zu beharren. Dem in dem offenen Briefe ausgesprochetten Wttnsche nach einem Vorgehen meinerseits glaube ich nicht besser mrtsprechen.zu kön­nen, als daß ich den. Brief, dessen Worte in mndrmg- licher und unmittelbarer Weise das elementare Recht der Angehörigen auf die Wiedergabe chrer unbarm­herzig zurückgehaltenen Lieben zum Ausdruck Bringen, durch Fnnkfprüche aller Welt, der Sniente »nd den neutralen Regiernngen, ant Kenntnis gebe.

Schritte Neutraler Bei der englischen Regierung.

w Rotterdam, 16. August. (S. C.) DieTi- meS" melden, daß von zwei neutralen Negrermtgen am 11. d. MG. Schritte bei der englischen Regierung un­ternommen wnrde« in Sachen der Heimschaffung der deutschen Kriegsgefangenen.

Die Wahen zum Reichstag.

^ Berlin, 15. August. (S. C.) Ueber den Ter- min der nächsten Wahlen zum Reichstag und aer Wahl deS Recchspräsideuten liegen Beschlüsse der Relchsregre- rung uoch nicht vor. In parlamentarischen Kreisen nimmt man an, daß die nächsten Wahlen fruhestenA 1920 vorgenommen werden.

Die Eidesleistnng des Reichspräsidenten.

e-t Weimar, 15. August. (D. Zl Rcichsprä- fident Ebert wird am kommenden Mittivoch in der Na­tionalversammlung den Eid auf die Berfastnng ablegen. Die Frage der Beendigung der Weimarer Tagung.

»^ Weimar, 15. August. (B. Z.) Die Beendigung der Tagung in Weimar hängt davon ab, ob das Be» iriebsrätegcsetz noch in Angriff genommen wird oder ficht. Die Sozialdemokraten wollen die Beratung des Mcüeiitwuifeg hier noch in erster Lesung vornehmen

und es dann dem Ausschuß Oberweiten. Das Zentrum hat sich bis jetzt diesem Wunsche noch nicht angeschlosseu. Zwischen beiden Parteien wird noch verhandelt.

Englischss WeitzSuch über Deutschland.

Aus London wird gemeldet: Die britische.Regierung veröffentlicht in einem Weißbuch das Gutachten einer britischen Kommission, die die Lage in Deutschland ge­prüft hat. Die Konnnfision konnnt zu dem Ergebnis, daß es zwei Generationen dauern wird, bis das deutsche Volk seine frühere Tat- und Arbeitskraft wieder er- la«gt haben wird. Jedenfalls kaun es aus längere Zeit keine Bedrohilna für die Ruhe Europas bilden. Es. braucht sofort Nahrung für seine ArbMer, Futter und Dünger für den Ackerbau, Rohmaterialien für die In­dustrie, aber wenn auch die Entente dieses zur Verfü­gung stellen kann, wird es noch Jahre dauern, ehe die frühere Wohlfahrt zurückgelehrt sein wird.

Die Anklage gegen Vela Khun.

$-* Wien, 16. Angnft. (S. CO Das neue ungarische Amtsblatt verösfenilicht die Anklage gegen Bela Khu». Es wird ihm Mord »ud vsnftistnng anm Mord in 662 Fällen und Raub und Austiftnnq zum Raube in 954 Fällen zur Last gelegt. In Ungarn sind über 1000 ehe­malige Arbeiterräte in Haft genommen worden.

Rumäniens Parlament gegen die Räumung Ungarns.

fr* Genf, 15. August. (S. C.) Eine Havasdepesche meldet aus Jassy, der Ausschutz des rumänischen Par­laments erklärte sich einstimmig gegen die Räumnrig des ungarischen Gebiets ditrch die rumänischen Truppe«.

Der Streit um Thrazien.

> * Zürich, 15. August. lL. SO Aus Paris wird berichtet, der Streit um Thrazien droht ernst zu wer­de». I» Griechenland und unter der griechische» Frie- densabordnvnq in Versailles werden immer noch Stimmen lant, die zur Nachahmung des cmmanischen Beispiels in Ungarn anf?ordern. Venizelos erklärte, seine StaatSkunft habe Schiffbruch erlitten, wen« Thra­zien nicht an Griechenland falle. Er habe Gegenvor­schläge eingereicht. Obgleich er ganz Thrazien nach wie

spiel Danzigs persien nutet engliftjeei Kslekisral

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< ^ Berlin, 15. August. (L. A.) Pariser Blätter ULelde«, daß ganz Persten durch einen Vertrag mit dem Schah unter englisches Protektorat gestellt morden ist.

Durch das Abkommen wird Persien, obzwar ihm Unabhängigkeit und Integrität zugestanden wurde, unter englisches Protektorat gestellt. Die persischen Finanzen und die persische Armee summen unter englische Kon­trolle. England stellt Jnstruktoren und liefert moderne Waffen. Kein Staat außer ihm darf noch Beamte nach Petsien entsenden. England gewährt Persien eine An­leihe von ungefähr einer Milliarde Franken, leistet aber zunächst nur zwei Millionen Pfund Sterling Anzah­lung, eine Summe, dieJournal des Debats" als in keinem Verhältnis zur politischen Bedeutung des Ver­trages stehend bezeichnet. England sichert Persien auch Beistand zu, um geldliche Entschädigungen sowie terri­toriale Wiederherstellungen zu erlangen, die im gemein­samen Interesse Englands und Persiens liegen. Die persische Delegation, die sich seit Januar in Paris be- ist aufgelöst worden. Zum neuen persischen

des Aeußern wurde Prinz Firouze Mirza nannt, der das Abkommen unterzeichnet hat und Schah auf seiner Reise nach Europa begleitet.

Teurps" stellt fest, daß die Forderungen der per­sischen Regierung aus der Friedenskonferenz niemals, weder turnt Obersten Rat der Alliierten noch von der interalliierten Kommission behandelt worden seien. Journal des Debats" bemerkt, Persien füge sich in das englisch-indische System ein. Die englisch-indischen Stellten hätten diesen Vorstoß machen können, denn in dem leeren Raum, den sie vor sich hätten, baue sich das neue britische Protektorat auf. Während sich die Frie- denskonferenz, ohne Entscheidungen zu finden, um die Probleme. Mitteleuropas bemühe, treibe England eine Politik, die wisse, welche sehr großen Vorteile es aus dem Kriege ziehen könne. Es verfolge und verwirkliche große Veränderungen im Orient.Journal des De­bats" hofft, daß Frankreich als Zugeständnis in anderen Teilen des Orients werde entschädigt werden. Es spricht aber seinen Wunsch resigniert aus.

Die Streiffcewegung in Deußchlmd.

Arbeitszwang in Oberschlesien.

* Beuthen, 16. August. lT. U.) Trotz der Ekni- Mng mit den Elektrizit tsarbeitern ist die große Elek­trizitätszentrale in Chorkow in den Streik getreten, so- Saß nunmehr de^esamte oberschlesische Jndustriebezirk ohne Licht und ohne Kraft ist. Staats ammisfar Hör, sing hat sich veranlaßt gesehen, den Arbeitszwang für Obersristesie« gar verfügen. Die Elektrizitotszentrale sog jetzt militärisch betrieben werden. Eine-technische Kom­pagnie ans Breslau ist bereits unterwegs. Zu Unru­hen ist es bis jetzt nicht gekommen, aber zu kleinen Z»- karnruenttökeu.

Die Folgen des Streiks in Oberschlesie».

h- Oppeln, 15. August. (T. U.) Zur Streiklage in Oberschlesien wird der Telegraphen-Unto« weiter ge­meldet, daß bis heute früh eine wesentliche Verän­derung nicht eingetreten ist. In den oberschlesischen Elektrizitätswerken herrschen Teilstreiks. Der Streik droht auch auf daS oberschlesische Zementrevier über- suareife«. Die Folgen des Streiks beaimie» sich auch

in Oberschlesie» schon recht fühlbar zu machst. Dst Licht- und Kraftvec sorgung jst eingestellt. Die industriell len Verwaltungen mußten bereits Stillegungen vor* nehmen oder sind in aller Kürze wegen KohlenmaugelS dazu gezwungen. Die Gaswerke sind zur Ausführung empfindlicher Sperrstunden und gänzlicher Stillegung gezwungen, falls nicht sofort Kohlen eintreffen. Eine große Einzahl Eisenbahnzüge mußte selbst auf den Hauptstrecken ausfallen.

200 000 Arbeiter in Oberschlesie« a«sstä«dig.

* * Breslau, 15. August. (S. C.) Die Streikbewe­gung in Oberschlesie» umfaßte bis zum Donnerstag 200 000 streitende Arbeiter. Auch in den niederschlesi- i schen Industriestädten zeigt sich eine wachsende Streik» | Ost.

Wachsende Streitlust im westdeutschen Industriegebiet.

Dortmund, 16. August. (S. C.) Im westdeut­schen Industriegebiet zeigt sich eine wachsende Streik« Inft unter den Industriearbeitern. Für morgen, Sonntag, ist eine ganze Anzahl Versammlungen ein* berufen, darunter auch solche der Bergarbeiter, in denen die Lohn- und Streitfragen besprochen werden solle«. Die Bewegung wird von kommunistischen Agitatoren, die in großer Anzahl im Ruhrgebiet eingetragen sind, geschirrt.

Die Opfer in Chemnitz.

* Dresden, 16. August. (S. C.) Bei den U«- rnhen in Chemnitz baden die Mannkchasten und Ossi« ziere schwere Verlnste erlitten. Es wurden von den Offizieren 8 getötet und 6 verwundet, von de» Mann­schaften 15 getötet und 85 verwundet.

Grab- und DenLmalsschLndnng.

DerAbend" meldet aus Kreuznach: Die franzö­sische Militärbehörde Bat das Singen vaterländischer Lieder bei Schulausflügen verboten.

Wie dem gleichen Blatt aus Karlsruhe gemeldet wird, haben die Franzosen das Kaiser-Friedrich-Denk­mal in Wörth sowie 14 deutsche Kriegergräber durch Dynamit gesprenfi. (Schon vorher hatten sie die Krie-

biet sind innerhalb weniger Wochen vier Denkmäler und Standfiguren ehemaliger Kaiser schwer beschädigt oder beschmutzt worden. Am 6. August, dem Jahrestage der Schlackst bet Wörth, sind zahlreiche französische Ge­nerale nach Wörth gekommen, die die Trümmer der gesprengten Kriegergräber mit sichtlicher Befriedigung in Augenschein nahmen.

Ablehnung der Abbernfung des Grafen Goltz.

m. Berlin, 15. August. (L. A.f In einer an die Alliierten gerichteten Note lehnt die deutsche Regierung die Forderung der Abberufung des Generals Grafen von der Goltz ab.

Frankreich nnd die Friedensvermittelnug.

^ Berlin, 15. August. (L. A.) In einem engli­schen Weißbuch über die Vorgänge vom Angarst 1917 wird mitgeteilt, daß Frankreich damals voll England Instruktionen verlangte, um den Papst für etwaige weitere Friedensversuche zu ermutigem

Der Schutz der nationalen Minderheiten.

* * Zürich, 15. August. (S. E.f DerCarriere della Sera" schreibt aus Paris, daß die Bestimmungen der Alliierten über den Schutz der nationalen Minoritäten in den abzutretenden Gebieten auf das italienisch« Sprachgebiet Südtirols keine Anwendung finden soll.

Vermehrung der französischen Kolonialregimenter.

* Genf, 15. August. (S. C.) Der Heeresetat für das französische Heer sieht lautPopttlaire" die Ver­mehrung der französischen KolMtialtruppe» nm 8 Re­gimenter vor.

Hiuamsschicbnng der Gründung des Völkerbundes.

* Genf, 15. August. tS. CZ Wie derTemps" schreibt, wird die Gründ»»!,sschurrg des Völkerbundes, zu der abermals Präsident Wisson erwartet wird, nicht vor April 1920 stattfinden können. Möglicherweise würde der Termin noch später sein.

Aufdeckung einer bolschewistischen Verschwörung in Amerika.

* Genf, 15. August. «S. C.) Der ..Herald" mel­det aus Neuyork. hier wurde eine bolschewistische Ver­schwörung aufgedeckt. Einige 60 Russe», die mit fal­schen Pässen eingereist waren, wurden sestgenourmen. Auch Irländer sind in die Affäre verwickelt.

Verhaftung von Streikkomitees im Saargebiet.

»-t- Genf, 15. August lT. C.)Homme libre" schreibt, daß im Saargeviet ein wildes Streikkomitee der Bergarbeiter verhaftet wurde. Für den Fall eines Streiks wurde die Militarisierung des Saarkohlenberg, baues augedrobt.

Saarkohlen für Italien.

e-e Genf, 15. August. (S. C.f DieTürmer Stampa" meldet aus hiom. für den kommenden Winter soll auf Grund des FriedenSvertrages eine vermehrte Lieferung von dentften Saarkohlen an Italien statt- finden, da die italienische Koblenverivraung völlig un­zureichend sei. Zum "Ausgleich dafür will Frankreich deutsche Lieferungen für die Wiederausbangebicte vcr- langen, die nach dem Friedensvertrag von Deutschland nicht verweigert werden können.

Die englische Regierung gegen die Sinnsriner.

»* Berlin, 15. August. (8. SO Die englische Re­gierung hat beschlossen, die Sinnfeiner-Organisativuen in der irischen Grafschaft Stare als ungesetzliche Vereine aufzuhederl.