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Sersleloer Tageblatt

Hersfelder Kreisblatt

BoWsspreis vierteljährlich für Hersfeld 7 J^tort, durch die Post Le- ; zogen MWMiark. Druck und Verlag von SÄMg Funks Buchdruckersi i KiGfÄd. FAx die Schristleitung »srant»»Mch Kranz Kunk, H«sfeld.

Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersseld

: Der XiH«z«n»reis beträgt fit die einspÄtize Zelle Pfennig, im | amtlichen Teile ) Pfmnig, Reklamen kosten die Zelle ' Pfennig. Erscheint jaden Wochentag nachmittags. kemsprechsr Nr. $.

N^ 167

Montag, Vers 21. Juli

1919

Abflauen des Ernlearbeilerflreiks. r^?-^^"«, 19. Juki. (S. C.) Der Erntearbeiter- ktreik in Deutschland i,t langsam im Abflauen begrif- fen. In der Provinz Pommern ist gestern die Zahl der strerkenden Erntearbeiter bis auf 60 Prozent zu- rückgegangen.

Beendigung des Streiks in Stettin.

Infolge der Aufhebung des Belagerungszustandes und der Zugeständnisse der Regierung ist sowohl der Generalstreik als auch der Bürgerstreik aufgehoben worden. Seit Freitag nachmittag sind in Stettin die Läden teilweise wieder geöffnet. Die Straßenbahnen verkehren wieder. Das Wasserwerk ist wieder im Be­trieb. Der Dampferverkehr nach den Seebädern ist wieder ausgenommen worden.

'h Stettin, 18. Juli. (S. C.) Die Konferenz beim Oberpräsidenten mit den Regierungsvertretern tagte bis 2 Uhr nachts. Wie wir erfahren, wurde beschlossen, den Belagerungszustand unter der Bedingung auLu- heben, daß der Generalstreik sofort beendet wird. Dies wurde von den Arbeitervertretern zugesagt. Heute vor­mittag findet eine Konferenz der Vertrauensmänner der Gewerkschaften statt, in der über die Wiederauf­nahme der Arbeit erst endgültig Beschluß gefaßt werden wird. Beim zweiten Punkt der Forderungen der Strei­kenden betreffend die Entlassung aller während des Be­lagerungszustandes Verhafteten und Niederschlagung des Verfahrens gegen sie soll, wie wir erfahren, eiue Grundlage gefunden sei«, auf der man sich geeinigt hat. Auch in Greifswald dürfte mit der Aufhebung des Be­lagerungszustandes die Generalstreiksgefahr vorüber sein.

«reifen wAfa^^a. - ^A1 ME.

w Berlin, 19. Juli. (S. C.) Die meisten Arbeiter­räte der großen Berliner Fabriken und Betriebe haben sich gegen die Aufforderung der Unabhängigen und Kommunisten zur allgemeinen Arbeitseinstellung am 21. Juli, um für die Solidarität mit den Proletariern der Ententeläuder zu demonstrieren, ausgesprochen. In Groß-Berlin sind zum 21. Juli 17 Versammlungen eins berufen.

Die Verfolgung des Kaisers.

Ablehnung Hindenburgs und Bethmanns Eintreten?

b* Versailles, 19. Juli. (T. U.) Wie die Pariser Ausgabe derDaily Mail" wissen will, hat die Kom­mission für die Verantwortlichkeit am Kriege beschl-f- sen, das Verlangen Hindenburgs und Bethmauu-Holl- wegs, für den Kaiser einzutreten, abzutehueu.

Die Erkrankung des Kaisers.

Der Korrespondent desAmsterdamer Allgem. Kandelsblatt" in Amerongen erfährt aus guter Duelle, saß der frühere deutsche Kaiser zwar sehr nervös fei, baß aber von einer ernsten Erkrankung nicht die Rede sein könne.

Anklage gegen sechs deutsche Heerführer.

** Rotterdam, 19. Juli. (S. C.) DieTimes" melden aus Paris: Der ersten Anklageschrift gegen sechs deutsche Heerführer ist von der Alliierten-Konfe- renz am Mittwoch zugestimmt worden.

Ausbau des elfatz-lothringischen Festungsnetzes

b* Genf, 19. Juli. (S. C.) Im Heeresausschutz der französischen Kammer teilte der Kriegsminister mit, daß Frankreich für den Ausbau des elsatz-lotbringischen Festungsnetzes zwei Milliarde« Franken innerhalb 3 Jahren aufbieten müsse. Die rechtsrheinischen Brücken­köpfe würden der militärischen Besetzung durch Deutsch­land nicht wieder überantwortet werden dürfen.

Schadensersatz für die Luftangriffe auf London.

** Rotterdam, 19. Juli. (S. C.)Daily Mail" meldet, daß für die deutsche« Luftangriffe auf London insgesamt 4% Millairden Shilling Schadensersatz von Deutschland gefordert werden würden.

Aufnahme der amerikanischen Kousulartätigkeit in Berlin.

w. Berlin, 19. Juli. (S. C.) Als erstes Konsulat der uns feindlichen Staaten nimmt das amerikanische Generalkonsulat in Berlin am 1. August seine Amts­tätigkeit wieder auf. Die Räume des Konsulats wer­den zum 1. August in Bereitschaft gesetzt.

Heinrbefördernng unserer Gefangene«.

m> Genf, 18. Juli. (B. T.) Wie das Büro Europa- Preß meldet, soll mit dem Rücktransport der in Frankreich befindlichen Kriegsgefangenen demnächst begonnen werden. Es ist täglich ein Zug für Schwer- verwnirdctc und zwei Züge sind für Soldaten vorge­sehen. Die Zirwilgefangenen werden «der Bouveret geleitet werden.

Ratifikation des Friedensvertrages durch Belgien.

Rotterdam, 18. Juli. (S C.) Die belgische Kammer hat gestern mittag den Friedensvertrag ange­nommen. Sie machte aber Vorbehalte und sprach ihr Leidwesen darüber aus, daß Belgien auf der Friedens­konferenz so schlecht abgeschnitte« habe. Der Vertrag sei denn auch nur unter dem Zwang der Umstände gntge- heitzen worden.

Der deutsche Besitz in Belgieu.

LautTelegraaf" hat der belgische Sozialistenfüh- rer und Minister Baudervelde auf eine Anfrage des BrüsselerSoir", was mit dem Eigentum der Deut­schen in Belgien geschehen solle, wenn der Frieden ra- Üsiziert ist, erwidert, daß der deutsche Großbesitz, wie

z. B. die riesigen Wälder von Ahreuberg, in den Besitz des belgischen Staates «vergehen, das Heinere Eigen­tum aber seinen dentschen Besitzern zurückgegeben werde.

Vergrößerung der englischen Kolonialherrschaft.

>* Rotterdam, 19. Juli (S. C.) Im eriglischen Parlament teilte Balfour mit. daß England durch die Friedensverträge die Zahl seiner Schutzstaaten um 8 bis 10 vermehren werde. Auch die Unabhängigkeit Palästinas würde unter englischem Mandat dnrchge- ftthrt werden.

Das schlechte (gewissen der Franzosen.

Nach Privatmeldungen aus Frankreich ist der Be­weggrund Frankreichs, auch nach der Ratifikation des : ' riedensvertrages die Herausgabe der deutschen ; Kriegsgefangenen durch allerlei Winkelzüge lnnauszu- schieben oder doch zu verlangsamen, nicht allein in der : Fordernng M suchen, vorher eine deutsche Ersatzmann- schaft für die Fronarbeit des Wiederaufbanes der zer- ! störten Gebiete 5» haben. Der Grund für die Verschlev- pnna liegt vor allem auch in dem schlechten Gemüsen, das ^Frankreich hat. Es hat die dentschen Gefangenen mit barbarischer Grausamkeit behandelt und fürchtet nun, daß ihm in den 800 000 Menschen, die die U«- menschlichkeiten fahret ang erlitten haben, furchtbare Ankläger erstehen werden, die es gerade im gegenwar- ! tigert Augenblick angesichts der wachsenden Nnzusrre- derrheit im eigenen Lande besonders fürchten muß.

Der SttmmungsuMschWmrg in Elf ah.

Der wütende Deuischenfresser und elfalftnöe Rene­gat Grnmbach hat gnf der TagE des franzostiÄen förtäliMschen NationalausscLusses den französischen Gs- mosiM das überraschende SchaustL,. geboten, daß er be­reits nach weiHW-wiuuiu. -,: &- -.:nt^Lrapzbsischer Herrschast den Mantel völlig gedreht hatte. Der auf­fällige Enthusiasmus in Elsaß-Lothringen sei dank der Zwängsmethode und der Willkür-Maßnahnle der fran­zösischen Verwaltung bereits völlig verraucht. Auf dem Gebiete des Rechts und des Schulwesens würden neuer­dings Sie schwersten Fehler gemacht. Die Bevölkerung w-'rde aLaestotzen. In Bischweiler versuchte ein fran­zösischer Offizier mit 50 Soldaten mit arrfgeyflanztem Bajonett die Versammlung der streikenden Metallar­beiter anfzuheben. Aehnnche Mtßanffe begeht andau­ernd die Zensur, überall Brutalität und Unlogik.

Die Verteilung Ostafrikas.

6-* Rotterdam, 19. Jiüi. (T. U.) Wie aus Paris genreldet wird, ist umn sich über die Verteilnng Dentsch- Ostasrikas einig geworden. Belgien tritt an England einen bedeutenden Teil des oberen Kongos am Tan- ganjikasee ab und empfängt dafür eiuen großen Teil der deutschen Kolonie. England sichert sich «nf drese Weise die Verbindung Kapstadt-Kairo. Die Belgier sollen Teile der Kongokolonie mit drei Millionen Ein­wohnern abgeben und dafür von Deutsch-Ostafrika fo- viel erhalten, daß sieben Millionen Eingeborene ihrer Herrschaft unterstehen werden. Es hat also den An­schein. daß sich die Engländer nun endlich, wie es längst ihr Wunsch war, in den Besitz des Katangagebietes setzen werden.

Die deutsche Antwort im Fall Mauheim.

Ablehnung der Bestrafung der Stadt Berlin.

w Setii«. 19. Juli. (T. U.) Die Antwort der beuisänut Regierung auf die Note des Marschalls Foch wegen der Tötung des Sergeanten Manheim ist bereits abgegangen. In ihr wird darauf hingewiesen, daß eine der jraüzösischerseits aufgeskellten Forderuugen, iusbe- smrdere die Forderung wegen Einleitung eiues Unters snchnugsverfahrens gegen die Täter, wegen der E«t- schuldignns und wegen der Uebernahme der Kosten der Beerdigung, bereits vor Eingang der französischen Note vorweg erfüllt sei. Die fiir die Familie des Getöteten beanspruchte Entschädigung ist, obwohl eine rechtliche Verpflichtung dazu nicht besteht, ans Eutgegeukonrmen zugestanden worden. Dagegen lehnt die deutsche Rv- giernug die verlangte Bestrafung der Stadt Berlin mit einer Buße von einer Million Franken als völkerrecht­lich unbegründet ab. Für den Fall, daß sich die fran­zösische istögicruug hierin dem deutschen ReWsstauö- puukt nicht auschlietzt, wird aber angeboten, diese Frage einem geurischten Schiedsgericht zu unterbreiten.

Berlin, 19. Juli. (T. U.) Zur Antwort der deutschen Regierung auf die Note des Marschalls Foch wegen der BestrafnngFer Stadt Berlin schreibt dieD. A. Z." u. a.: Die Anforderung einer Buße ist vom völkerrechtlichen Standpunkt, unbegründet, mai! könnte sagen, unverständlich. Es nurtz nach wie vor mit Nach­druck betont werden, daß Marschall Foch zur Auflegung von Strafen zurzeit uicht mehr, keinesfalls aber außer­halb des Besatzungsgebietes berechtigt ist. Wollte man den Grrmdfatz, den die Federung des Marschalls Foch vertritt, vcrallgemetnern, so läge auch für uns eine Berechtigung vor, von der französischell Regierung für die Ereiguisie, die sich bei der Abreise der deutschen Delegation in Versailles abspielten und bei denen meh­rere Mitglieder der Delegation mehr oder weniger schwer verletzt wnrde«, Entschädigungsansprüche zrl stellen.

Der Ertrag der Vermögensabgabe.

In Regierungskreisen wird muh einer Meldung derBerl. BörsenzBtung" die Summe, die Oent Reich aus der großen Vermögensabgabe zufließen wird, auf 35 bis 40 Milliarden Mark geschätzt. Da sich diese Sunmie auf 30 Jahre verteilte io ist in mtrll hierzu

in der Presie bemerkt, bet bestem Willen nicht voraus« zusehen, was bet dieser Vermögensabgabe bei den: 25 Milltarden-Berbrauch, den das Reich jährlich hat, ge­holfen sein soll.

Ein Kompromiß in der Zersttickelungsfrage?

»* Weimar, 18. Juli. (L. A.) Ueber die Zerstückc- lungsparagraphen ist zwischen den Mehrheitsparteien der Nationalversammlung ein Kompromiß in Vorbe­reitung, das die Abtrennung von Landesteilen auch gegen den Willen des Mutterlandes ermöglicht.

Amerikanische Kredite.

b* Haag, 18. Juli. (S. C.) Aus Neuyork wird gemeldet: DieNeuyorker Tribune" erfährt, daß die Deutsche Bank im Namen der deutschen Regierung über ein großes Darlehen in Amerika unterhandelt. Der erste Kredit soll 50 Millionen Dollar betragen.

Merlel vsM Tags.

Ein großes Fliegerbombenlager in die Luft geflo­gen ist auf dem Flugfeld von Bouraet (Frankreich). Bisher wurden 5 Tote und 20 Verwundete gemeldet.

Der amerikanische Generalpostmeister hat die Wie­deraufnahme bes Posidtenstes zwischen den Bereinig­ten Staaten und Deutichland anaeordnet.

Die Führung der Geschäfte der -emtschen Botschaft in Wien hat Prinz Wilhelm zu Stolbera übernonrmen.

Der Ankauf der große« Berliner Straßenbahn durch den Zweckverband ist mit 120 000 gegen 6000 Stimmen genehmigt worden.

b* Der Senat der Vereinigten Staaten hat den An­trag ratifiziert, durch den das fnnffährige Schtedsgericht mit Holland, Spanien und Italien verlangt wird.

m Im englische« Uoterbaufc ist dieBergbanvorlage, die den von der Regienina vorgeschlagenen Sieben^ Stnudentag festgsetzt, in zweiier Lefuna angenommen wurden. -< .

Der Transport polnischer Truppe» durch Deurich- land ist wieder aufgenomuren worden. Das deutsche Entgegenkommen haben die Polen durch ihre Ueber» griffe an der Front beantwortet.

Der spanische König hat die Demission Mauras angenommen und Dato zu sich gebeten.

Iestschr NaSmalversammimg.

Sitzung vom Freitag, 18. Juli.

** Am Regierungstisch: Dr. David und-Preutz.

Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 40 Min. und läßt die Uebersetzung eines Tele- gramms verlesen, das der Senat der argentinischen Re­publik an die Nationalversammlung gerichtet hat, in dem die Hoffnung zum Ausdruck kömmt, Satz die An- tmhme des Friedensvertrages der Beginn eines völli­gen Aufbaues sein möge, an der sie selbst mit lebhaf­testem Interesse teilnehmc Er schlage vor, das Tele­gramm wie das der argentinischen Teputiertenkamm«

wie folgt zu beantworten:

An den Senat der argentinischen Republik:Die verfassunggebende deutsche Nationalversamurlung dankt dem argentinischen Senat für die freundliche Kundge­bung und hofft mit ihm, daß die Stunde der Ratifikation des Friedens die Geburtsstunde einer wahren Völker- versöhnung sein werde."

An die argentinische Deputiertenkanruter:Die verfassunggebende deutsche Nationalversammlung dankt rgentinischen Deputiertenkammer herzlich und die Hoffnung aus, daß das hohe Ideal der Ge-

der ar.

spricht biv <yvmiii»n um», wb» «uuc owu v» wv- recktigkeit und Menschlichkeit auch die Herzen unserer btSberißen Feinde erfüllt, wie es die Bürger der ar- aentinischcn Republik und die der Republik des deut­schen Reiches zu Werken des Friedens zusammenfüh­ren wird." lBeifall und Zustinonuna.)

Es folgen Anfragen.

Abg. Leverenz fragt an. was die Regierung zu tun gedenke gegen den Versuch, die Ersetzung mißliebiger Beamter durch Angehörige der sozialistischen Partei ^Geheimrat Freiherr v. Welser: Die Regierung ist der Ansicht. daß Beamte aus ihrer Stellung nicht auf Verlangen Dritter, sondern nur nach Maßgabe der gel­tenden gesetzlichen Bestinnnungen entfernt werden können.

Abg. Hampe (D. Bpt.) fragt an, was die Reichs- regierung zu tun gedenke, um dem immer mehr um sich greifenden Uebel des Glücksspiels auch da nachdrück­lich entgegenzutreten, wo die bestehenden Strafgesetze versagen.

Unterstaatssekretär Dr. Delbrück: Die Regierung erwägt eine entsprechende Strafrechtsreform da, wo die Strafgesetze nicht ausreichen.

Abg. Oberfohren (D.-Ntl.) fragt an, was die Re­gierung getan habe, um der planmäßigen Verhetzung des Roten Soldatenbundes auf die innere Zermürbung der Freiwilligen-Regimenter entgegenzuarbetten.

Ein Vertreter des KriegsministeriumS: Als Gegen­wirkung gegen die auch der Reichsrcgiernng bekannten Treibereien wurde eine Aufklärung der Truppen orga­nisiert, ferner auch Schutz und Fürsorge für die Mann­schaften.

Abg. Spittelmann (D. Vvt.) fragt wegen der Bor- kommnisie in der Nacht zum 10. Juli in Berlin an, wo französische Soldaten die Menge durch Verhöhnung gereizt habe und schließlich zu ihrer eigenen Sicherheit in Schutzhaft genommen werden «rußten.

Geheimrat von Welser: Die Veranstaltung einge- heuder Erhebungen ist noch nicht abgeschlossen.

Bei den Jnterpellatioueu Heintze und Arnstadt ^autlchuaLl MLLLN des Laudarbeiterstreiks erregt der