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herslelver Tageblatt

Hersfelder Kreisblatt

virrtchShrlich für Hersfeld 7 JMark, durch die Post be=l rl. Druck h* DrMz van Msiz Kants Buchdruckers! : . M die Schristleitunz veranNaarSich Uranz Kunk, Hqrsfeld. | iBBMeMHoeeiioeaeaeiiBBeeaeeOTaKaaBro

Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

Der Tnz«zrnpr«i» b^rigt fit die eins,alttge Zeile " Pfennig, im amtlichen Teile * > Pfennig, RKlamen lösten die Zeile Pfmnig. «rschsint jeden Wochentag nachmittags. Fernsprecher Nr.»

Nr 162

Dienstag, den 15. Juli

191»

Äs Wr der"BtoÄ.

Die Hungerblockade gegen Deutschland ist nach fast fünfjähriger Dauer am Sonnabend aufgehoben und da- < durch der letzte Akt der furchtbaren Tragödie beendet worden. Für Deutschland öffnen sich nun wieder die l Meere und der freie Welthandel. Und doch ist die ! Freude, die wir heute darüber empfinden, nur eine g e - ; m ischt e. Wohl bedeutet die Aufhebung der Blockade die Befreiung von einem schweren wirtschaftluhen Druck, der, wie ein Därnon auf unserm Volke lastend, das Hauptuwtiv für die Zermürbung der psychischen Kräfte im Kampfe gegen die sittlKen und moralischen Instinkte während der letzten acht Monate war und unser fast zu Tode gebungertes und gehetztes Volk einer immer wer­terer: irrneren Zersetzung und einem furchtvaren grund entgegenführte, aber wir können uns glerchzeMg der Sorge rucht verschließen, ob es uns mogttch sein wird, die Vorteile des freien Welthandels auszunutzen und vor allem unsere Lebenshaltung durch EUrfuhr an» dem Auslande in dem erwünschten und notmendtgen Maße besser zu gestalten. Wir sind heute arm, unsere Valuta im Auslande ist sehr niedrig und wir haben keine Schiffe mehr, mit denen wir selbst einführen kön­nen. Auf dem Weltmarkt stehen wir wie ein armer Sün­der vor der Hinunelstür, der Einlaß begehrt. Uns w:rd der Einlaß nur gewährt werden, wenn wir zahlungs­fähig sind. Die Geldmittel, die wir heute noch beMen, find nur gering, und die,. Waren, die wir einfuhren wollen, können wir vorläufig noch nicht durch Liefe­rung von Fertigfabrikaten und sonstigen Erzeugnissen bezahlen, weil uns die Rohstoffe fehlen. Wir musien uns also bei der Einfuhr vorläufm von Nutzlich- kettsgrunden leiten lassen, und wir dürfen nur .solche Waren einführen, die vor allem für unsere Er­nährung und für den Wiederaufbau unserer Industrie notwendig sind.

, Obwohl die Blockade aufgehoben ist, steyen unseren: Handel und der ©mfubr viele Hemmnisse entgegen. .Sieben unserer geringen Kreditfühigteck im Auslande

ÜMK »er ^5*«S

boten, Lebensmittelzuteilung und ^Rohstoffkontingentie- runa zusmnmengeschlosser:. Nur durch sorgfaltige und planmäßige Arbeit wird es der Initiative des Groß­handels und der Unternehmer «Eugen, Me Handelsbe­ziehungen wieder herzustellen. Zur Durchführung eines geregelten Gütermistaufches denn «rderes wird, soll unsere Valuta nicht noch weiter herabsinkeu urH eines Tages bei Zahlungsunfahigkert, der Weltmarkt nicht wieder versperrt werden, was eine Blockade nur "in anderer Form bedeute:: würde, in den nächsten Jah­ren nicht in Frage kommen ist eine Beruhigung u n s er e s W i r t s ch a f t s'l e b en s ^unbedingt rwt- wendig. Nur geregelte, intensive Arbeit. tte Volks­schichten kann uns vor der Wiederkehr noch Eurmereu Elends und größerer Hungersnot retten. Wir müssen jetzt mit allen Kräften wieder darauf HUmrbecken, . Erzeugnisse, die wir ausführen können, in grotztmog- licätm Umfange zu vermehren. Und vor al^m werden wir, wenn wir wieder unsere prodrrktwe Arbeck ste:- gern, auch vom Auslande Aufwage anMaMrwuMw. erhalten, die uns bei mangelhafter Seiftun^fabiöfeit entzogen werden würden. Der Weltmarkt steht uns jetztoffen, aber der Weg zu ihm führt nur durch Ar-

C Heute noch wieder darauf eirmigehen, ob die Ber- Hängung der Blockade berechttgt war, wm m:s, Herr Clemenceau in einer Note wtiljrenb der BerMller Bnsverhandlnngen belehrt hat, dürfte wenig Zweck

Wir, die Neutralen und auch^ ein Teil der : es sei nur an Wilfons Versuche, als Amerika noch neutral war, erinnert, England zur Aufhebung t^r Blockade zu bewegen wissen es, daß einer Blockade in dieser Art jede völkerrechtliche und moralische Grund­lage fehlte. Es hat wohl bisher im.Kri^E. Blocka­den gegen Festungen und Hafen, die in der Krregszone

KriegsaefaMeuschaft hesMkehrends« Deutschen als erst, Rate eme Milliarde Mark Reichsgewer zur Anweisung gelangen.

Die Kriegsgefangenen verweigern die Zwangsarbeit.

Petit Parisien" berichtet untern: 8. Juli aus Mau- Seuge: Im Kriegsgefangenenlager von Trelo« verwei­gerten 250 deutsche Kriegsgefangene die Arbeit mit der Begrirudung, daß der Friede unterzeichnet wäre. Die Ankunft von zwei Abteilrmgen eines Infanterie-Regi­ments mit Miwailleusen stellte die Ruhe wieder her.

Rückkehr aus der Türkei.

Der Rest aller noch in der Türkei und in Saloniki feftaehaltencn deutschen Truppen hat am 28. Juni mit den TranspottdampfernReschid Pascha" undAkdeuis" die Heimreise nach Deutschland anactreten. Ihr E:n- treffen in Hamburg oder Bremen wird ungefähr für den 18. Juli erwartet.

Bet Meile VLikerhmS.

Die Direktoren der italienischen Jnformationsbu- reaus in Newyork veröffentlichen folgende Erklärung: JtMen wird in eine Allianz mit Deutschland hinein- getrieben, wenn es von der Entente wirtz'chaftlrch und fi«a«ziell verlassen wird. Fühlt sich Italien vollstän­dig isoliert, dann bleibt ihm nichts anderes übrig, , als sich mit DeutschlauS zu verstäuSiae«. Das italienische Volk fühlt sich durch Sie Znrücksetzmng seitens der En­tente sehr beleidigt. Einem event«ellen Bündnis mit Deutschland würden sich sehr wahrscheinlich Java« und Sintzlaud anschlietzen. Uedrigens hat der PariserPo- pulaire" dieselbe Ansicht. Es heißt in dem Blatte: Stils gesichts des Völkerbundes neu Versailles, der nur ein Bund der Sieger ist, zeichnet sich schon jetzt ein Völker- bunS derer ab, die durch den Krieg enttäuscht emd bes trogen sind. Es ist zn sürLü u, daß Japan, Autzland und Dentschland sich verstarb gen, und dann werden sich diesem«-uis alle te^e kleinen Nationen an» schließen, die von der Entente schlecht behandelt worden sind. Es ka«n dann ein Krieg entstehen, der noch grauenhafter sei« wird als der jetzt beendete.

Was Frankreich vom Frieden erwartet.

»-9 Berlin, 12. Juli. (WTB.) Den Protesten «S allen deutschen Gauen gegen den Raub unserer Solo« «ie« durch die Entente schließen sich in einem Schreiben an die Nationalversammlung auch die Dualaleute an. Sie gelobe» der soziale« Republik «xverbritchliche Treue und wollen alles daran setzen, um mit dem neuen Deutschen Reiche in gutem Einvernehmen zu ^ Das Schreiben stellt, wie amtlich dazu bemerkt wird, einen erneuten Beweis für die Erlogenheit der engli­schen Behauptungen dar, daß die Eingeborenen Afrika» keinen anderen Wunsch hätten, als von Dentschlaird be» freit und in die schützenden Arme Englands ausgenom­men zu werden.

Die VerfolMAg des Kaisers.

Auslieferung durch die deutsche Regierung?

--.Wie«, 13. Juli. (T. lt) AnS Wiener Enten»»- kreisen verlautet, daß die Alliierten das Verlangen nach der Auslieferung Kaiser Wilhelms II. nicht an die hol­ländische Regierung, sondern an die deutsche Regierun­richten und fordern werden. daß Deutschland in AuS« führrurg der übernommeueu Berpflichtunge« selbst die Ausliefc-rnna des Kaisers von Holland verlangt, nur

fnhrurrg Ser «bernommeue» VerpsUchmuge» seiet Auslieferung des Kaisers von Holland verlangt, ihn dann der Entente zu übexgeben. Nachrichten

ÄS [

Paris zufolge bestätigt sich, Satz ma» auch zwölf Kriegs­berichterstatter der deutsche« Preste vor Gencht stelle« werde.

Die Uebernahme des Ostens durch Polen. < e* Berlin, 14. Juli. -T. U.) Die militärische« »om« misjiouen der Entente sind in Dansia und Thorn eU»- getroffen, um die Uebernahme des Landes durch die Polen vorzubereiten. Die Uebernahme von Thorn und Westpreußen durch die Polen beginnt am 25. Juli. De« Deutschen wird nicht gestattet sein, die Ernte fortM- bringen, mich das Privat- und RegieruugsvermSg«» aus den abzutretenden Gebieter: wegzuschaffen. Der Einzug der polnischen Truppen in Ttzor» ist für Kai 24. Juli i« Aussicht genommen.

Die Juteruatiouakifisruus der Weichsel.

M In der FruwensrbMsitz^ ''^-^ rrteukaunner kam es zu einer lautieren den Wert des Friedeusverirages für Frani .

Da die Sozialisier: in der Kommission nicht vertrete:: waren, war die Kritik durchaus einseitig, das hecht nur von nationalistischen Gesichtspunkten aus diktiert. Der Abg. Barthon, der, wie man sich erinnert, kurz vor dem Krieg die Rückkehr der dreijähriger: Dienstzeit duMge- setzt hatte, war der Meinung, daß DeutM-auos mMta- ; rische Macht noch viel zu stark bleibe und daß Frank- ; reich nicht auf die allgemeine Dienstpflicht verzichten könne Der Aba. Biviani seinerseits bedauerte, daß Deutschlaud überhaupt eine Reichsarmee zugeitanden sei. Man hätte nur die Einzelstaaten zur Rekrutierung ! einer Polizeitruppe ermächtigen sollew In ersterLutte ; haben jedoch alle Redner anerkannt, daß der Vertrag Essen . Frankreich die größten Vorteile bringe und daß seine glatte und schleunige Annahure gerechtfertigt sei.

" ' Wie dasEcho öe Paris" meldet, sind die franzö­sischen SchaSenerfatzforderungen für Verwüstungen in Elsatz-Lothrinqe« und für die Erschießung von franzö­sischen Elsässern auf 16,3 Milliarden Franke« festgesetzt

fierung der Weichsel, die von der Entente im Bertrag mit Polen vorgesehen ist, hat bei den Polen sehr trotz. Erregn »q hervore e rufen. Polen sei nach der Meinung der dortigen Regierrtugskreife zwar bereit, für «ll«

ößUmia SeS Weichfelstromes unbedingt «bleduen.

Polnische Offensive gegen Sowsetrutzland»

w Genf, 14. Juli. (T. u.) Clemenceau hat nach einer Meldung der Pariser Ausgabe derChicago Xt* bune" in der letzten Sitzung des Rates der Fünf Kb Telegramm aus Warschau vorgelcsen, das den Begt»ch iro6en polnische« Offensive gegen die Bolschewt- tf der ganze» litauisch-polnische« Front ankitn» Fall von Minsk wird täglich erwartet

einer Vreldung der russischer: Freinnlligcn-Aru«e in Südrußland ist jetzt die ganze Krim von den Bolsch» wissen geräumt.

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Ionen, aeaeben, um fte durch Hrwaer Mr ueveraE M zwingen, aber eine Blockade gegen ein SieMg-Ätillio- nenvolk war bisher noch nicht vtrhaugt worden Eng­land ist es vorbehalten gewesen, durch die Hungerblockade den furchtbarsten, langsam mordeuden Krreg gegen tue Kinder, Tratten und Greise eines ganzen Volkes zu führen. Diese brutale Unmenschlichkett mrd Grausam« kett muß von Generation zu Generativ» im GedachturS fortleben, bis einst dem deutsche« Volke Genugtlnmg und dem englische ----*

Brandmal ewige

jett Bolle der Hungerkrieg zum ger Schande umch. wk.

Beginn der ©efnngenen-SMttimspoti.

deutschen Kriegsgefangene« in das rheinisch-westfälische Jndrtstriegebiet hat begonnen. Mrsester« nnd sesteru sind Marinetransportzüge eiuaetroffen. Es Handelt sich w Truppen an SalvEt, die zum Teil im lwsetzten linksrheinischen Gebiet und znm Teil im rechtsrheini­schen und westfälischen Jud . beheimatet sind.

Die Truppen kamen i« Dui EslAeSeusten Städte wett

JnluMriegebiet sind Marinetra-

das Gefaugenemager bei ruenus.

Die Unterstützung der KriegsgehMgeue«.

worden.

Die Ratifikation durch Frankreich.

»^ Haag, 13. Juli. (T. lt) Aus Paris wird gemel- - bet, es wird erwartet, daß die französische Kammer die Ratifizierung des FrieSerrsvertages am 1. August ver­handeln wird. Die Ratistkation selbst wird für Mitte August erwartet.

Gegen die DMat«r CkemenceanS.

»* Genf, 14. Juli. (S. C.) Für Sonntag hatten die Syndikalisten und die Linkssozialisten, wie dieHnma- nitee" meldet, in Paris und im Seinedepartement 21 neue Berfamuuungeu gegen die pvlitifche Diktatur Cle« menceaus und für die Völkerverbrüderung einberufen.

Eine Note zum WieSeransban Nordsraukreichs.

Zürich 14. Juli. (T. u.) Aus Versailles wird gemeldet, Freiherr von Lersner hat vorgestern abend dem Obersten Henry eine neue sehr umfangreiche Note überreicht, die eine Anzahl statistischer Angaben und Auskünfte über kohlenindnstrtelle und metallin- Ätstrielle Fragen enthält, die Louckeur vor einiger Zeit von der deutschen Kourmission für die Wie derber« stellrmg und Bersorgung erbeten hatte.

Die Demobttisteru«« von Ser Entente beschlossen.

i* Rotterdam, 14. Juli. tS. C.) DieTimes" weU den aus Paris, die Alliierten haben die DemobilisiernKg zum 1. Oktober d. J. beschlossen. Sofern bis dahin-die Unruhen in Deutschland nicht zum Abschluß gelangt gib, bleibe» sechs Jahresklassen der vier alliierte« r»tz«rächte unter den Waffen.

Anrerikas Handelsverkehr mit Deutschland.

»» Washington, 12. Juli. (WTB.) Die Schiffsver. I bindung mit Hamburg und Bremen wird wieder her« gestellt werden, sobald Ladungen dafür aufgebracht wer- -den können. Aus Philadelphia wird sofort ein »djiff abgeben. Aus den Häfen wird Baumwolle direkt nach ^«^NsyNgM«! iL^Juli. (WTB.) Reuter. Der : stellvertretende Waatssekrerär hat vorgeschlagen, daß die Wiederaufnahme des Handels mit Deutschland bin­nen 48 Stunden gestattet wird. Es werden auf alle Farbstoffe, Chemikalien und Kalt, die unter der Wie- , üergutmochuugskonrmtffirm stehen, Lizenzen ausgegeben werden. Die Schiffahrtsbeschränkungen werden nicht j

VerhaNÄl«Zr§eA Mit Serbien.

w Wien, 13. Juli. (T. lt) I« Belgrad stnNe» gegenwärtig Betzhandlungerr mit deutsche« Delegierte« -statt, die auf den Abschluß eines KsurpevsattoAs««»» träges mit Deutschland abzielen. Auch der Handelsver­trag mit Deutschland soll balöigsi eruenett werden. diePrawda" z« melden weiß, ist znm Seuffche» ®* sandten in Vclgrad Ser ehemalige socialdemokratisch« Abgeordnete Hermann Wendel in Anssicht gemnnmee worden.

Ein neuer BalLiMbund.

e=f Wien, 13. Juli. (T. U.) Der südslawischen So«. respondcnz wird ans Agram berichtet, Satz zwische» Sem südslawischen, dem bulgarischen und dem «riecht» scheu Kabinett seit einiger Seit Besprechungen zn« Gründung eines neuen BalkaubuuSes auf wirtschaft­licher Grundlage üaüfinbcn. Man spricht bereits ernt Sem Plan einer BalkankonföLeration und der Schah, sang eines Zentralparlaments mit weitgehender Anto- nomte der Einzelstaate«.

Ein Kriegsrat Lenins.

Neue Offensive der 3 blühe wissen.

.Carriere dell«

w L«ga«o, 13. ______

Sera" meldet ans Mris, daß Lenin in Moskau einen Kriegsrat abhielt, in dem es sehr heftig zugegange» sein soll. Es wurde beschlossen, zuerst den Süden, die Korn­kammer Rußlands, vom Feinde zu säubern und offen­siv gegen Jndenitsch im Nordwests» vorzugehen.

Militärische BorSereitusgeN Bela Kühn».

e* Wie», 14 Juli. (S. C.) Aus Budapest wird gemeldet, die Räteregiermig setzt iuzwischen die militS, rischen Vorbereitungen fort. Säurtliche Euthebunge» von Offizieren sind rückgängig aeniacht nordeu. Die iere werde« avsgefordert, sich nnverzüglich

ienft z« melden. In der Ludowika-Akademie ist ei» ierkursnö eröffnet worden. in dem Arbeite» in sechs Wochen 8« Jufanterteofftziercn ausgebilde»

S«M

Das Armeekommaudo gibt bekauM daß da» «. Rote Infanterieregiment fein proletarisches PfttchtS». wutztsein vollkoumren vergessen, die Räteregierung kür