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Serskel-er Tageblatt

Hersfelder Kreisblatt

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 7 .)Mark, durch die Post be­zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld.

Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile Pfennig, im amtlichen Teile >Pfennig, Reklamen kosten die Zeile "'Pfennig. Erscheint jeden Wochentag nachmittags. Fernsprecher Nr. 8.

Nr. 138

Dienstag, den 17. Juni

191»

WMermw

Die BediNMttgen annehmbar?

«> Haag, 16. Juni. (T. U.) Aus Paris wird ge­meldet: Der vollständige Text der Friedensbedingun- geu wird am Mittwoch oder Donnerstag bekaRUtgeqs- ven werden. Ein britischer Vertreter erklärte, die Arck- wort der Verbündeten sei derart, beinahe sicher der Unterzeichnung wenn sie auch teilweir ' ' Erfüllung gewisser ü

»* Versailles, 16. Juni, lT. U.) Die Brorgenblät- ter melden übereinstinnnend, daß die Antwort der Ver­bündete« uns die deutschen Gegenvorschläge «««mehr bestimmt am Montag überreicht werden soll. Die Uebergabe soll ohne Feierlichkeiten erfolgen. Ein Be­auftragter des Quai d'Orsay wird die Schrift nach Ver- saills bringen und wahrscheinlich dem Freiherr» von Lerchner für den Grafen Brockdorff-Rantzau aus- händigen.

das; die Deutschen suterzeichnnng znfttmmen würden, eiss noch einige Sicherungen für die Bedingungen verlangt.

Drucklegung der Antwort.

k* Genf, 16. Juni. (S. C.) Eine Havasdepesche meldet, der Rat der Fünf hat die Gegenantwort an Deutschland am Sonntag lassen. Sofern noch Aenderungen vorgenommen wer­den, sollen diese in einem Nachtrage Aufnahme finden. Die uebereichung der Note -an die deutsche Delegation ist unmittelbar nach Drucklegung und daher ohne neue Verzögerung zu erwarte«.

nachmittag in Drnck gehen

Sofortige Erklärung zur Entente-Antwort.

Die Delegierten in Weimar reisen nach Versailles zurück.

»* Weimar, 15. Juni. (T. U.). Die hier anwesenden Friedensdelegierten, die Minister Giesberts und Lands­berg und der Präsident -er prenßischen Laudesversamm- lung Leinert, reisen voraussichtlich heute nach Versailles zurück, um bei der Ueberreichuug der Entente-Antwort legt Wert

-ingnngen übereinstimmt und den Ententesozialisten ihre Anerkennung ausspricht für die Versuche zur Be­wahrung der Menschheit vor den Gefahren, die ans die­sen Gewaltiuaßnsymen hervorgehen. Sie erklärt sich bereit, mit den sozialistischen Parlamentsfraktionen al­ler Länder zusammenzuarbeiten.

VölkerMnösk«ndgeb«»g in London.

»* Amsterdam, 14. Juni. iWTB.j Nach einer Reu- termeldung aus London wurde gestern in der ^HBert- 5nK eine große Kundgebung zu Gunsten des Völker­bundes abgehalten. Viscount Grcy führte den Vorsitz. Er sagte, der Bund sei nichts weniger als ein Produkt der Macht. Er könne später auf Grund der Erfahrun­gen verbessert werden. Die Probezeit Deutschlands zu : seiner Zulassung zum Buud sollte nicht mehr als einige Monate betragen. Der Friedensvertrag müsse nach deu Grundsätzen des Völkerbundes beurteilt werden, wenn es ein Vertrag sei, auf dem der Völkerbund in nützli­cher Weise ausgebaut werden könne, denn man müsse von dem Bund die Abänderung des Friedensvertrages verlangen.

fef Amsterdam, 14. Juni. (WTB.) Nach demAll- gemeen Handelsbald" aus London wurde Robert Cecil, als er sich für baldige Zulassung Deutschlands zum Völkerbund aussprach, von einem der Anwesenden für einen Verräter erklärt. Dieser Ausruf wurde von den SlnOcugern Cecils verurteilt und die Ruhestörer aus den: Gebäude entfernt. Cecil erntete am Schluß seiner Rede großen Beifall.

Arbeitervertreter bei Clemenceau.

$* AmsterbaE M -^»nt. (T. U.) DerTele- graaf" meldet vom 13. Juni aus Paris, Clemencean hat heute die Abgeordneten der Pariser Transport-Arbeiter- verbände empfangen, die zur Zeit streiken. Die Bb«eor.'- «eten protestierten gegen die .Hinzuziehung militärischer Hilfskräfte zur Aufrechterhaltung der Betriebe durch die Gewerkschaften. Clemencean, der nichts davon wußte, hat angeordnet, dem ein Ende zu machen. Er at nun Besprechungen zwischen den Arbeitgebern und

Produktionsleistung höher kst als unter dem kapitalisisi scheu Regime. Würden infolge mangelhafter Organt- satiou Produktionen und Ertrag zurückgehen, sagen wir einmal in Höhe des Mehrwertes, den die Kapitalisteu einheimsen, so würde eine Besserstellung der Arbeiter nicht möglich sein. Bleibt der Ertrag aber noch mehr zurück, so würde es dem Arbeiter schlechter gehen als unter der kapitalistischer» Wirtschaft. Unerläßliche Vor­aussetzung für den Erfolg der Sozialisierung ist also Organisation der Produktionssteigerung. In Deutsch- land kann die hochentwickelte kapitalistische Produktion nur überholt werden durch gemeinsame, freudige «u- vertrauensvolle Arbeit aller im Betrieb erforderliche« Kräfte. Zu diesem großen Ziel führen nicht terroristische Gewaltakte. Dieses Ziel ist nur auf dem Wege der De­mokratie zu erreichen, Ohne Demokratie kein Sozialts- mus!

Sie üsleebcechmz der HMer-TrmsMle,

Eine Noie Nudauts.

^ Berlin, 16. Juni. (T. U.) Anf eine Anfrage -es Vorsitzenden der interalliierten Waffen stillstands- kommisfio« in Spaa, Generals Nndaut, ob sich die Nach­richt von -er deutscherseits veranlaßte« Unterbrechung der Transporte der HallerWen Armee bestätige, hat Reichsminister Erzbergex in einer Rote zugegeben, daß örtliche deutsche Befehlshaber a» -er -eutsch-polnischen Demarkationslinie ohne Wifle« der Obersten Heereslei­tung und ohne ihre Zustiurmang aus eigener Initiative auf Grund der ihnen bekannt gewordenen und von dem Reichsminister dem General Nndaut in -er Note vom 12. Juni mitgeteilte« Meldungen über polnische Au- griffsabsichten die Hallerschen Transporte angehalten habe«. In der Note heißt es weiter, die deutsche Re­gierung sei ernstlich gewillt, den Spaaer Vertrag vom 4. April 1919 restlos durchzuführen, und habe dies wäh­rend zweier Monate trotz mancher Bedenken -er Bevöl­kerung durch die Tat erwiesen.

Sie müsse dabei allerdings voranssetzen, daß auch

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gibt. Graf Brockdorff-Rantzan wird sofort nach Wei­mar reisen, sobald ihm die Antwort ansgehändigt ist.

Die Interessen Frankreichs gewahrt.

e-f. Genf, 14. Juni. iS. C.) Nach Pariser Melduu- . gen von heute früh sagte Pichon gestern uachmsttag nu Kamnwransschutz, die Interessen Frankreichs seien tu der Antwort an Deutschland voll gewahrt. Nur dre größte Bereitwilligkeit DentWlands. alles gut z« ma­chen. was es an Frankreich und Belgien getan hat, werde die jetzigen Berpflichtnuge« Deutschlands leichter mache«.

Das Frendengeheul der Bo«levar-presse.

EfMtes. Die Abgeordnete« der Syndikate und -er DireTtisne« werden heute ebenfalls von einer Kommis­sion aus dem Gemeinderate empfangen. Der Minister für Arbeiten versucht. eine« Vertrag zwischen de» Ar­beitgeber« nnd Arbeitnehmern in der Metallindustrie herbsizuführen.

Amerikas Kriegsetat für 1920.

znr ^)«rms«HruUa ver

ser beweisen, als Sadur daß sie den örtlichen deutsche« ehlsftellen hat anwekse« lassen, die Transporte vor- fvrtznschen.

Hinsichtlich der Rückführung aus Pole» über Franstadt erklo giernng mit der Note vom 13.

des leeren Materials

** Amsterdam, 15. Juni. (T. U.) Reuter meldet "um uü3 Washington, das Abgeordnetenhaus iegsetat für 1920 im Betrage von 718 Mi!-

vorn 13. Juni aus hat den Kriegsetat , , ----- ------------ .. ....

Neuen Dollars fiir eine vorläufige Armee von 300 060

Mann angenommen und zur Genehmigung an den Se-

lärt sich die deutsche Re- ------ J. Juni durch Marschall Joch gegebenen Erklärung als befriedigt, erwartet aber raschefte Ansklärung über die in der gestrigen, dem Ge­haltene« Mel-

ueral Dupont übcrgcbeueu Note ent

w Genf, 14 Juni. (T. 11.) DerMatin". erfährt, daß die neuen Bedingungen für die Volksabstimmung sowohl bezüglich des Datums der Abstimmung-als auch der Bedingungen der Teilnahme daran für dre Pole« so günstig seien, daß Paderewski keinen Anlaß habe, sich dagegen aufzulehnen. DerMatin" vermutet, daß sowohl dieser Punkt als auch alle anderen von der En­tente festgestellten in Deutschland große Enttäuschung 5erverrufen werden. DerTemps" meint, daß die von der Entente an der Rheingrenze getroffenen rmlitap- schen Vorbereitungen vielleicht genügen, um den. Jrie- den von dieser oder einer anderen deutschen Regierung - ----- Aber um alle Bedingungen

für alle Fälle weitgehendste r den Fall. daß Deutschland

nnterschreiben zu las auszuführen, müsse $ Vollmachten erhalten. .,.. ..... - , .-- unterzeichnet, bleibt Wilfvn in Paris, um bei den Schlußarbeiten behilflich zu sein. Wird die Un «zelch- nung abgelebut, so wird er, wieHomme libre" bestä­tigt, sofort die Heimreise antreten.

Verhandlungen z«r Feststellnng -es Scha-enersatzes.

°^ Versailles, 16. Juni. (T. U.) Nach den neueste« Angabe« ist eine achttägige Frist einschließlrck der z«r Kiindianng des Waffenstillstandes festgesetzt worden. Vom Inhalt der Antwort wird von einem unzufriede­ne,! Aufsatz desEcho Se Paris" bekannt, daß Deutsch­land zu Unterhandlnngen zwecks Fesffetzung des Scha­denersatzes arrfgefordert werde, der innerhalb b Monate zn bestüume« sei. Wilson wartet die Ueverreichung der Note ab und wird dann nach Trüffel reifen.

Verstärkung -er Besatznngsarmeen.

« Genf, 16. Juni. (S. C.) Eine Havasdepesche mel­det offiziell die Verstärkung der Armeen -er Alliierten im besetzten Gebiet. DerTemps" meldet, daß die Rücksendung der Amerikaner, die Ende dieses Monats beginnen sollte, verschoben morde« ist

Englische Flottenvorbereitungen.

** Rotterdam, 14. Juni. (S. C.) Die englischen Hafenbehörden halten seit Freitag friih nentrale Schrffe zurück. Die Maßnahme soll vorübergehend sein. Man bringt sie in Verbindung mit maritimen Borvereituu- gen in England. *

Die Stellung der Ententehäupter erschüttert?

Aus dem. Haag wird gemeldet: Es ist immerhin bemerkenswert, daß der Pariser Korrespondent des -Daily Telegraph" die Schwierigkeiten in Paris fiir so groß hält, daß er die Stelln«« von Clemencean, WUson und Orlando als nicht nngefährdet ansteht.

Die holländischen Sozialisten gegen den Gewaltfrieden.

w Berlin, 14. Juni. «WTB.» Die Holländische- sozialdemokratische Kammerfraktion ncchm einstimmig eine Resolution an, dte mit der im Aufruf der italieui» schen Fraktion enthaltene« Kritik av lum Friedensbe.

net weitergegeben.

Der IrieSe ««d die SsziaWermZ.

Eine Unterredung mit Evert.

Reichspräsident Ebert hatte dieser Tage eine Unter­redung mit einem Vertreter des Kristianiaer Blattes Norsk Jntelligenssedler". Das Blatt gibt das Ge­spräch wie folgt wieder:

Frage 1: Wie denkt das dentsche Volk über die Friedensbedingungen?

Antwort: Die Friede«sbedinguugen von Versailles stehen in schroffem Gegensatz zu den Wilsottbedingnu- ge«, die beim Waffenstillstand von beiden Parteien als Grundlage für den Friedensschluß anerkannt worden sind. Die überaus große Mehrheit des deutschen Vol­kes steht Hinter der Nationalversannnlung, der Reichs- regierung und den Regierungen der Gliedstaaten, die übereinstimmend die Versailler Bedingungen als nn- erfüllbar, unerträglich und unannehmbar bezeichnet haben. In Tausenden von Kundgebungen kommt das täglich zum Ausdruck.

Frage 2. Wie denkt der Herr Präsident über die

Antwort^'Die Sozialisiern«« der dazu geeignete« J«dnstriegr»ppe« ist in die Wege geleitet. Grundsätz­lich hat die Nationalversammlung dem zuaestimnch Dre Regierung arbeitet mit Nachdruck am Abschluß der Bor- bereitungen. Ohne gute Vorbereitung ist ein Erfolg nicht denkbar

Frage 3. Wie ist er mit dem bisherigen Erfolg der Sozialisierung zufrieden?

Antwort: Da wir über das Stadium der Vorberei­tungen noch nicht hinausgekommen sind, kann auch über den Erfolg der' Regier««« nichts gesagt werden. Jetzt hängt die Durchführung und der Erfolg ganz von den Bedingungen des Friedens ab. Würde Deutschland ein Frieden aufgezwungen, der es wirtschaftlich und finan­ziell erdrosselt, der uns auf Jahrzehnte hinarrs zum Schuldknecht und Arbeitssklaven der Ententekapttaltsten macht, dann ist der Erfolg der Sozialisiern«« in Frage gestellt. Wird uns z. B. das Berfügungsrecht über den Bergbau und seinen Ertrag genommen, können wir nicht mehr über die nach dem Waffenstillstand aus «och verbliebenen Verkehrsmittel verfüge«, so weiß ich nicht, wie die Sozialisier»«« der Kohlenwirtschaft -nrchgeführt werden soll. Das kennzeichnet eben die uns vorgelegten Friedensbedingungen, daß uns ein Friede aufgezwun- gen werden soll, der sich in erster Linie gegen die -e«t- schen Arbeiter, gegen der» Sozialismas, richtet. .

Frage 4. Glaubt er, daß die Arbeiterschaft infolge der Sozialisternng besser gestellt sein wird als znvor?

Antwort: Die Frage -cx Sozialisternng ist eine Frage der Organisation -er Produktion. Die Soziali­sierung kann nur dann zu einer wesentlichen wirtschaft­lichen Besserstellung der Arbeiter führen, wenn ine

dUNtzL^.

In der Note des Generals Dupont vom 13. Juni auf den Brief des Reichsministers Erzberger über die beunruhigenden Meldungen von der oentsch-polnischen Demarkattorrslinie heißt es: Der hauptsächlcaiste Be- schwerdepunkt, d. 5. die Nichtzurnckgabe des leeren Ma­terials, sei dadurch behoben, daß seit dem 14. Junj vier leere Züge von Polen nach Deutschland zurückkeyrten. Bezüglich der BerweuSung der Division Haller gegen eine deutsche Front habe er Dupont sofort nach Warschau gedrahtet, um Erzbergers Stau-punkt mitzu- teilen und nach Spaa, um von den mündliche» Ver­pflichtungen, die der Marschall dem Reichsminister Erz­berger gegenüber eiugegange» wäre, Kenninis zu be­kommen.

Die Gründung einer NäterepuSlrÄ Wien verhindert.

»=* Wien, 16. Juni. (S. C) Der Versuch ciucs Putsches zur Herbeiführung einer Räterepublik in Wien ist mißglückt. Das Staatsamt hat mehr als 40 Berhüftm-gen hervorragender Kommunisten, dar»nier eine Anzahl Russen, verfügt.

Ein bl«tigex Zwischeufall.

w Wien, 16. Juni. (T. U.) Die lange vorher an- gekündigte Berfammluug der Kommunisten vor dem i Rathaus war von etwa 3009 Personen besucht. Die An- ; Hänger der Sozialdemokraten haben sich der Versamm­lung völlig fern gehalten. Infolge der Verhafruug der Kommunisteuführer war die. Bersaunulung nur von > kurzer Dauer. Zum Schlirß wurde die Parole ausge­geben, die verhafteten- Führer in befreien, woraus die Versammelten sich zitr Ortauer Kaserne begatten. Bei : dem Zuge dorthin ereignete sich ein blutiger Zwischeu­fall. Eine Abteilung des Stadtschutzes stellte sich den Kommunisten in den Weg. Auf beiden Seiten wurde geflossen. Mehrere Tote und zahlreiche Verletzte sind auf beiden Seiten zu verzeichnen.

Wie der Telegraphen-Union weiter gemeldet wird, 1 haben die Zusauimenstötze im Anschluß an die Kommu- ; nistenversaurmluua bisher acht Tote, barunter einen Kriegsiutmliden, sowie 50 Verletzte, meist jugendliche Personen, gefordert.

Enteutebündnis mit Koltschab.

»-# Basel, 14. Juni lWTB.t Nach einer Pariser Havasmeldung richtete der Oberste Rat der alliierten und assoziierten Mächte an Admiral Koltschak folgendes Telegramm:Die alliierten und assoziierten Machte möchten dem Herrn Admiral Den Empfang der Ant­wort auf feine Note vom 26. Mai a «kündigen. Sie stirb glücklich über den Ton dieser Antwort, die im Grulide mit den Vorschläge«, die sie acrnacht haben, übereinzustimmen und alle für die Freiheit der Selbst- regierung Rußlands und den Frieden des russischerr Volkes nud feiner Nachbarn befriedigender Zusicheruna zu enthalten scheint. Sie haben beschlossen, Admiral