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9ersterer Tageblatt

Hersfelder Kreisblatt

: Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile Pfennig, im 0 : amtlichen Teile -Pfennig, Reklamen kosten die Zeile Pfennig,

den Kreis Herssew Erscheint jeden Wochentag nachmittags. Femsprecher Nr. 8.

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Nr. 128 Mittwoch, den 4. Juni 191»

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 7 )Mark, durch die Post be­zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Büchdruckerei Hersfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld.

Weitere Einzelheiten

itfche« Gegenvorschläge.

Jn den deutschen Bemerkungen zum Bericht der Entenei Immission über die Verantwortlichkeit der Ur­heber des Krieges wird zmrächst auf die Notwendigkeit ««parteiischer Untersnrhnnq durch eine Kommission hin- gewiesen, der alle Archive zugänglich sind «nd vor der beide Parteien gleichmäßig zn Worte komme«. In dem Albschnitt über die diplomatischen Verhandlungen wird aufs bestimmteste der Auffassung entgegengetreten, daß zwischen Berlin «nd Wien ein geheimes Komplott znr Vernichtung Serbiens geschmiedet worden wäre. Rich- tig ist, daß Oesterreich die Auffassung hatte, auf dem Ein-

druck einer militärischen Demonstration bestehen zu müssen. Deutschland hat dieser Auffassung in gutem Glauben und eines seit langem die Gefahr eines Welt- krieges in sich bergenden Konfliktstoffes zugestimmt und Oesterreich dabei ermutigt. Immerhin empfand die deutsche Regiernng selbst das Ultimatum als zu weit­gehend. Eine schiedsgerichtliche Regelung hätte nach der entgegenkommenden serbischen Antwort besser dem Geiste des Vertrauens entsprochen. Die Berliner Re-

gierung hatte in dem Besteben, den Streit zu lokalisie­ren, anfänglich gegen die Bermittelungsvorschläge sich ablehnend verholtem Der gerechte Gedankenaustausch zwischen Wien und Petersburg ist aber, was der Kom­missionsbericht erstaunlicherweise nicht erwähnt, von deutscher Seite angeregt worden. Zu einer Vermitte­lung zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland ist Deutschland immer bereit gewesen. Außerdem hat die Berliner Regierung vom 26. Juli ab einen starken Druck auf das Wiener Kabinett ausgeübt. Da der Kom- missionsbericht diese längst bekannten deutschen Noten auffallenderweise nicht erwähnt, wird einiges aus die­sen wichtigen Dokumenten angefügt. Mit dem Bermit- telungsvorschlage vom 29. Juli war der Weg zur Er­haltung des Friedens gefunden und es ist nicht die Schuld der deutschen Regierung, wenn die Verhairdlun- gen durch militärische Maßnahme» der Gegenseite jäh unterbrochen wurden. Bezüglich der Depesche des Gra- ken Srönneonk vom 27. Juli über die Zurückweisung

deutsche Kommt

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. . _______>n durch Herrn von Bethmann Holl-

weg unS Herrn v. Jagow die Auskunft erteilt, daß die­ser Bericht unmöglich zuverlässig sein könnte. Gleich­wohl gehört die Angabe des Botschafters zu den zahl­reichen Einzelpunkten, die eine Untersuchung durch neutrale Kommission als besonders dringlich erschc

eine

lassen.

Der näi

einen

____ ickfte Abschnitt behandelt die Katastrophe. Die glückliche Lösung der Krisis wurde durch die allgemeine russische Mobilmachung vereitelt, doch ist sie in Den En- lentekommissionsberichten auffallenderweise nicht einmal flüchtig gestreift. Für Deutschland bedeutete die rusisi- sche Mobilmachung, daß der Zweifrontenkrieg bevor- stand. Defensive nach beiden Seiten war sicheres Ver­derben. Daß in der Kriegserklärung an Frankreich ei­nige Meldungen über französische Fliegerangriffe leicht- fertig ohne genaue Nachforsckurm verwertet wurden, ist bedauerlich, ändert aber nichts an der Zwangslage, in der Deutschland sich befand. Keine deutsche Staatslei- tung hätte die Verantwvrtuna für ein Abwarten in solcher Lage tragen können.

In der Schlußfolgerung heiN es «. tu Am 28. Juli ist das Aeutzerste geschehe», um Wien zum Einlen- ken zu bewegen. Warum die AntwortWiens aus den.

gevunvem Daher ist es unmöglich, den Krieg gegen Frankreich politisch als Angriffskrieg hinznstellen. Was aber England anlangt, so wird auf die Tatsache hinge- wiesen, daß der deutsche Flottenbar in den letzten Jah­re» Mitztrauen erregen konnte, und Die Kommission hätte wohl auch ein anderes Verhalten Deutschlands gelegentlich der Haager Friedenskonferenzen wie bei Der Aussprache über die deutschen Flottenbaupläne ge­wünscht. Sie beklagt Datier besonders, daß durch Die jetzt vorgelegte» Friedensbedingnuge» die Ansicht, Der Krieg sei von englischer Seite als Mittel znr Nieder- werfnng des lästigen Konkurrenten vorbereitet unD ge­führt worden, vorausstchilich immer in Der öffentlichen Meinung Deutschlands befestigt wird. Nur als Ver­teidigungskrieg gegen den Zarismus hat das dentscbe Volk 1914 Den Kampf allmählich ausgenommen. Die 5tommission würde seine Fortsetzung nach Niederwer­fung des Zarismus als einen Frevel der früheren Re­gierung bezeichnen, sobald zweifelsfrei nachgewiesen werden würde, daß Die Gegner bereit waren, einen Frieden ohne Sieger und Besiegte z« schließen. Dafür fehlt bis heute Der Beweis und wenn an Den Fric- üensbedinguugen festgehalten wird, so wird Dieser Be­weis niemals glaubhaft erbracht werden. Die Denk- fchrift ist unterzeichnet von den Herren Hans Delbrück, Max Grafen Montgelas, Albrecht MendelSsohn- Bartholdy.

Die Antwort Der erneute Ende Der Woche.

e* Genf, 2. Juni. (S. C.) Havas meldet halbamt­lich: Die dentschen Gegenvorschläge werden am Diens­tag im Viererrat erörtert. Man glaubt, daß Die Ant­wort der Alliierten an den Grafen Brockdorff-Rantzan Ende Der Woche überreicht werden wird.

Lloyd George zn ZAgeständnissen bereit?

n* Berlin, 2. Juni. tS. C.) Aus Versailles wird gemeldet: Ein Teil Der englische« Minister ist für fi­nanzielle Zugeständniffe an Deutschland. Lloyd George erklärte gestern in einer Konferenz Der Arbeiterpartei Englands, daß er Dem Bstrerrat znr Verbesserung des Vertrages zu Zngeftändni en in der Entschädignngs- frage raten wird. Auch venn Dentschland harmäckig bleibe, werde er nicht für Verschärfung Der Be-iugvn-

Die Entente droht weiter.- '

»^ Zürich, 2. Juni. (« C.) DerSecolo" meldet ans Paris: Zum Einnrarsch in Deutschland stehen 1'4 Millionen Mann Truppen der Alliierten bereit. Au Sem Einmarsch werden, wenn Deutschland nicht nnter- schreibt, auch italienische vnd polnische Truppe» teils nehme«.

Die Entente nnd die Neutralen.

* Rotterdam, 2. Juni. (S. 63Daily Mail" mel­det aus Paris, Die Ventralen sind benachrichtigt worden, daß ein von ihnen ansgebender Schritt in Sachen des Friedensvertrages der Alliierten als nvfrenn-licher Akt angesehen würde.

Deutschlands Anfnahme in Den Völkerbund.

«- Zürich, 2. Juni. (S. C3 Der Pariser Korrespon­dent desCorriere Delta Sera" meldet, Deutschlands Antrag anf Aufnahme in den Völkerbund wird nm nur ein Jahr zurückgestellt. Nach dieser Frist wird Zlmerika beantragen, daß Der Völkerbund auf Deutschland aus­gedehnt wird. Diese Auffassung gründet sich auf eine Erklärung Lansings den amerikanischen Pressevertretern gegenüber. .

Bet W im AeiMi.

** Berlin, 3. Juni. (T. U.) Der Ministerpräsidettt hat aus Mainz von einem gewisse« Dr. Dorten folgend« Depesche erhalten:

Herr Ministerpräsident! Im Auftrag« der vorläu- ftgen Regierung der rheinischen Republik habe ich den Herrn Reichspräsidenten von der hente erfolgten Pro- klamierung der rheinischen Republik im Verbände des Dentschen Reiches und von unseren Beweggründen m Kenntnis gesetzt. Damit unser aller Wunsch, den Weg znm Völkerfrieden und znr Völkerversöynung zu ebnen, sofort offenbar wird, habe ich dem Herrn Prüsideinteu Der Friedenskonferenz in Versailles «nd den Staats­oberhäuptern der okkupierende» Mächte durch die oberste Besatzungsbehörde gleichfalls Die erfolgte Proklamation notifiziert und gleichzeitig d.e Erlaubnis zur sofortige»

Vornahme der Wahlen zur rheinischen Laudcsversamm- lnng söwie Zulassung von Vertretern der Regierung zur' Friedenskonferenz beantragt. Ich richte hiermit an Sie, ......* * " cg nvd dio

tscheu Frie- Dr. Dorten.

Frredenskomerenz beantragt. Ich richte hier Herr Ministerpräsident, den gleichen Antrag Bitte, unser Znsammenwirken mit Der Deuti densdelegation genehmigen zu wollen, (gez.) C .. ________ Die Erwiderung Der Reichsregiernnq auf dieses un­erhörte Schriftstück besteht i« folgender Erklärung:

In Wiesbaden hat sich eine sogenannte Regierung der rheinischen Republik gebildet. Landiremb« Per­sonen haben sich unter dem Schutz Der Okkupation z« Der Führung des Abenteuers gedrängt. Ihr Aufruf hat keinen Widerhall gefunden. Ihre Maueranschläge hat die Bevölkern«! -- ----- ^- -

ien. Die Reichsregierung hat auf Sestrebungeu nnr eine Antwort:

Diese reichszerstörenoen 8i________________

sie hat den Oberreichsanwalt angewiesen, gegen Den Herrn Dorten «nd Die übrigen Mitglieder Der sogenann- rheinischen Republik das Verfahren z« eröffnen. Alle Amtshaudlnnge«

ten Regierung der

wegen Hochverrates zu eröffnen. Me Amtshaudlungeu der sogenannten Regierung des Herrn Dorten find null und nichtig. Die Bevölkerung hat ihre Anordnungen nicht zu beachten. Die bisherigen Landesregierungen und Landesbetzörden sind nach wie vor die Träger der

einzig rechtmäßigen Gewalt.

In allen größeren Städten der Pfalz habe« gestern große bedentende Änn" "bungen für das Deutschtum

von Deickschland mit den denkbar schärfsten Mitteln unterstützten Vorschlag Greys nicht sofort erfolgte, ent­zieht sich der Kenntnis der Unterzeichnetem Dieser Punkt bedarf noch der Aufklärung. Den Weltkrieg hat Deutschland nicht gewollt, dagegen waren Dte Absichten Der führenden panslavistischen Streife Rußlands ohne Krieg nicht zu verwirklichen. Betreffs Der Verletzung Der belgischen und luxemburgische» Ncnctralrtat steht Die deutsche Kommission auf Dem Standpunkte daß es sich um ein wieder gut zn machendes llnr^ht handle, und bedauert den Bersnch einer nachträglichen Siecht- ferttg««g des Einmarsches.

Im letzten Abschnitt heißt es m m: Die Kommif- ston sieln in dem Versuch, die Frage der Kr^^ursache durch Aufzählung von formelle« Anlässen noch jetzt un­ter erstaunlicher Jrrtttmlichkeir der Darstellung der Einzeltaisachen zu lösen, den grundsätzlichen Fehler des ganzen Verfahrens. Als richtige Fragestellung er­scheint ihr 1) Welche Regierung hat in der Vergangen, Heit am meisten den Znstand dauernder Kriegsgefahr gefördert, 23 welche Regierungen haben politische un­wirtschaftliche Interessen' verfolgt. Die «nr durch einen Krieg verwirklicht werden konnten? Zu betten Punk- ten wird ausgeführt: Die frühere deutsche Regierung hat schwere Fehler begangen. Sie hat, als auf das österreichische Ultimattuu eine serbische Antwort er­folgte, die ihr selbst eine militärische Expedition ent­behrlich zu machen schien mit allzugrotzem Bertrgumr auf die damalige Leitung der Wiener Äußenpolttik nicht j svfort, sorrdern erst am Tage darauf die letzten Ko-nse- Sett gezogen: Die Androhung Der Vertagung Der cöhilfe. Ob bei einem schnelleren Versagen der Weltkrieg vermieden worden wäre, erscheint allerdings fraglich, da die Ziele des mtssischen Zarismus ohns An­griffskriege nicht zu erreichen waren Der .>vel)icr Deutschlands war, daß es durch den unvcrmerdltchen Geaeumtz zum Zarisums auch mit Ländern in Vsr- wickelungen geriet, mit denen es durch eine starke Ge­meinschaft geisttger Interessen verbunden war und wt * Denen eine Verständigung möglich gewesen wäre. Die französische Regiernng hatte allerdings Die Wtöjt einer Wiedererlangung Elsatz-Lothringens niemals riickhalis- lwd mtfaegeben und war außerdem au den Zarismus'

7 Doch Friedensverhandlungen?

b* Rotterdam, 3. Juni. (S. C.)Daily Matt" meldet aus Paris: Die Antwort der Alliierte» auf die dentschen Gegenvorschläge wird einer späteren Prüfung der deutschen Einzelvorschläge vorbehalten. Berhand- lungev mit Deutschland sind immer «och nicht ausge-

's

fton sieht in

unlicher J achen zu lt

schlösse«.

m- Berlin, 8. Juni. (S. C.) Wie aus Parts ge- meldet wird, schreibt dasJournal des Debats", mihi werde zur Erwiderung aus die in den nächsten Tagen ergehende Antwort der Alliierten den Deutsche« eine weitere Frist von 5 bis 8 Tagen bewilligen.

England und Amerika für Zugeständnisse?

»^ Rotterdam, 3. Juni. ®3 DieTimes", mel­den aus Paris: Die «malische» und amerikanischen Delegierten wollen für Zugeständnisse an Deutschland eintreteu. Mch dieMorningpost" bringt eine ähnlich lautende Information ihres Pariser Korrespondenten.

Einstellung der militärischen Maßnahmen.

w Zürich, 3. Juni. (S. C.) DerSccolo" meldet aus Paris: Die militärische« Borberettnngsmaßnah- men gegen Deutschland sind in den letzten Tagen um verkenubar zum Stillstand gekommen. Marschall Fach und die Mitglieder der befreundeten ««d verbündete« Militärmissione« sind nach Parts zurückgekehrt.

Das Kabinett in der Friedensfrage noch unschlüssig?

verliefen alle in Ruhe «nd Ordnung

Mitzglückter Putsch in der Pfalz.

»-t Mannheim, 2. Juni. (B. 33 Die21 Lan­dauer" versuchte« gelter« vormittag einen neuen Putsch, diesmal nm dort die selbständige Repnblik aus- zurnfev. Der Putsch war für 10 Uhr geplant. Davon hatten die Ludwigshafener ArbZterorganisatione« Kenntnis erhalten, sich deshalb nach Speyer begeben nvd das Regiernugsnebände besetzt. Als die Landaucr enlangten, kam es alsbald zu einer schweren Prügelei, bei der die P«tschiste« den Kürzere« zogen. Es heißt, Marschall Foch habe einen Befehl an die Ortskomnian- dauten erlaffen, wonach diese sich jeder arttven Einmi­schung zu enthalten hätten. Man hatte den Putsch da­durch besonders gut vorzuhereite» geglaubt, daß man den Regiernngspräsidente» von Winterstein, -er sich durch sein mannhaftes Auftrete« -e« Besatznngsrrup- pen gegenüber bekannt gemacht hatte, am Abend vorher über den Rhein nach Mannhettu abgeschoben hat.

Wetter wird gemeldet:

M- Mannheim, 2. Junt. (WTB.) Dr. Haas und seine Gesiummgsgenossen wollten gestern vormittag 10 Uhr in Speyer die Rheinrepublik ausrufen. Die em­pörte Menge stürzte sich auf die Verräter. Haas soll geschossen haben nnd darauf sei er derartig zugerichtet worden, daß er in schwerverletztem Zustand« vom Platz getragen werden mußte. Aehnlich erging es seinen Spießgesellen. Der Putsch ist völlig mistli-ngen. I» der Stadt herrscht gehobene Sttmnmng über de« Miß­erfolg der Landesverräter.

Die Empörung der Bevölkerung.

** Berlin, 3. Juni. tS. C.) Die aus Ver.scrtll.es zu- ioekebrten Mitalieder der Friedensdelegation bleibei

rückgekehrten Mitglieder der Friedensdelegatwn bleiben I zur weiteren Bcrfttgnna Der Reichsregierung vorläufig in Berlin. Ihre Rückkehr nach Versailles ist vorgesehen, sobald die Entente sich zu Verhandlungen berecterklart. Ueber die Stellungnahme der Reichsregierung für den Fall, daß die Entecite Verhandlungen ablehnt, und <mf Unterzeichmmg des Vertrages besteht, ist sich das Kabi­nett bis jetzt nicht schlüffig geworden.

Die Aufhebung der Blockade.

e-> Rotterdam, 8. Juni. (S. C.) DemManche, ster Guardian" zufolge erhält der englische Reedereiver- vand die vertrauliche Information von maßgebender Seite, daß mit der Freigabe des internationalen Han­dels und mit -er Aufhebung -er Blockade gegen Deutsch, land bestimmt für des L M 10. IM « rechne» sei. .

w Frankfurt a. M., 3. Junt. lT. U.) Der General­streik setzte in Wiesbaden, rote angekündigt, Montag morgen pünktlich 10 Ubr ein. Das gewerbliche Lebe» Wiesbadens ruht völlig. Die Fabriken und Läden strid geschlossen. Gas- und Elektrizitätswerk sind außer Tä­tigkeit. Infolgedessen müssen die Theater und Barietees geschlossen bleiben, was von den Franzosen besonders schmerzlich empfunden wird. Auch die Gafttvirtschaften und Cafös sind nicht geöffnet. Die Zeitungen erscheine» nicht Der Unterricht in den Schulen ist ausgefallen. Wie hier eingetrosfeue Wiesbadener berichten, soll der Streik, der «rsvrünalich nur 24 Stnnden daueru sollt«, verlängert werden, trotzdem die französische Besanungs- behörde mit Gegenmatzregeln droht, ». a. mit Einzie­hung der Päfle und Einschränkung der Ledensmcttelzn- fuhren. Gewaltige Empörung herrscht in Wiesbade« darüber, daß der französische Oberst Pinot dem Regie rmigspräsideuten von Meckter mitaeterlt hat, daß er sich den Anordnungen von Dr. Dorten, der allgemein als Schieber bezeichnet wird, zu fügen habe. Herr von Mei­ster, der ohnehttl am 1. Oktober in den Ruhestand treten wollte, bat daraufhin sein Arnt uiederaelegt.

Mannheim, 3. Juni. tT. U3 Montag intttag fanden in Lndwiasbafen gewaltige Knndgebunge« der Arbeiterschaft aller Großbetriebe statt. Im Anschuß daran wurde zum Protest gegen die Ansrvfung der Re­publik der Generalstreik verkündet, der geller« nachmU-

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Abwehrstreik in Mainz und Wiesbaden.

h- Frankfurt a. M., 2. Juni. sWTB.s Heute vormittag 10 W trat in Mainz und Wiesbaden die ganze Bevölkerung in einen Listtmdige« A-nx-rstretk