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Bus der Heimat.

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Wieder Speisewagen. Speisewagen verkelfrÄy! zur Zeit keine mehr, nachdem die Parlaruentszüge zwi- schen Berlin und Weimar eingestellt sind, die zuletzt mir dieser Annehmlichkeit ausgestatter waren. Der Mini«!, ster der öffentlichen Arbeiten hat aber jetzt genehmigih die Speisewagenbeiriebe wieder aufzunehmen, föntet» dies die Betriebslage gestattet und dies die übrigen Anforderungen zulassen. Maßgebend für diese Anord­nung war in erster Linie die Rücksicht auf die Angestell4 ten dieser Betriebe, die so wieder Beschäftigung finde« können. Es werden deshalb schon mit dem Jnkrafttvsck ten des Sommerfahrplanes ant 1. Juni voraussichtlich) wieder einige Speiseniayen eingestellt. -:

Aufhebung des FRtterstoffverbots. Die ReichSq bekleiöunasstelle hat das Verbot, Joppen für Manne« und Knaben sowie die Rückenteile der Röcke, Jacken und Westen für Männer, teilweise auch die Mäntel für Männer und Knaben mit Futter zu versehen, wieder aufgehoben. Auch die Beschränkung der Taschenzahl ist beseitigt worden. Ferner sind für die Verarbeitung von bezugsscheinfreien Stoffen die Vorschriften Übel} den Stoffverbrauch bei Anfertigung von Kleidungs- und Wäschestücken außer Kraft gefetzt worden. Sie, bleiben nur noch in Kraft für die Verarbeitung Don Stoffen, die der Bezugsscheinpflicht unterliegen.

Ersatz bei fehlender! Kart0sfelz«fntzreu. Da mit einem denmächstigen Versiegen der Kartoffelzufuhre« gerechnet werden muß. hat der Reichsernährungsmirm- ster angeordnet, daß in Zukunst für jedes an der fünf-, pfündigen Normalration fehlende Pfund Kartoffel« 140 Gramm Mehl ausgegeben werden. -Solange der Bestand an Kartoffeltrockuungserzeugnissen es auläyt wird an Stelle von Getreidemehl Kartoff-elwalzmWi oder Stärkemehl ausgegeben

Freigabe bey L«Pine«bewiLtschaftnng. DaS Reichsernährungsministerium hat bestimmt, daß die Lupinen vom 19. Mai 1919 an von jeder öffentliche«! Bewirtschaftung befreit sind. Sluch die bisher bestehen-' den Höchstpreise und die ^Bestimmungen für den Ä»rt« gutverk<chr^Zelten für Lupinen ytch -

Teuerungszulage« für die KriegshiuterSliedeuen. Wie mitgeteilt wird, wird den Kriegshinterbliebenen der Unterklassen eine laufende Teuerungszulage vom 1. Juni 1919 ab monatlich laufend gezahlt werden. Die Zulage ist auf 40 Prozent der jetzigen Monatsbezuge festgefetzt, in die nicht nur die Renten, fondern auch die Kriegs-, Berstümmelungs- und diesen entsprechenden Zulagen einbegriffen sind. Ferner sind hierzu auch ine Zuschläge, Unterstützungen und sonstige Zuwendungen zu rechnen.

Gegen den Preiswucher im Eierhandel. Nach der Freigabe des Eierhandels sind die legitimen Fachhänd­ler durch die wilden Aufkäufer vollständig an die Wand gedrückt worden. Um das Zieh den freien Handel wieder in seine Funktionen einzusetzen und ihn zu normalen Bahnen zurückzuführen, trotzdem durchzusetzen, erachtet es das Reichsernährnngsmintsterium als notwendig, an der Hand der bereits vorhandenen gesetzlichen Bestim- numaen besonders nach drei Richtungen vorzugehen. 1. Festsetzung von Richtpreisen im Einvernehmen ntit den landwirtschaftlichen Berufsvereinen auf Grund des Gesetzes über die Errtchtunq von Preisprüfungsstellen vom 25. September 1915. 2. Zur Eindämmung der wilden Anfkäuferei bieten die Verordnungen über den Handel mit Lebens- und Futtermitteln und zur Be­kämpfung des Kettenhandels eine Handhabe. Bei der Erteilung der Handelserlaubnis^ ist mit aller Sorgfalt ffintÄÖSWweu.....~ frachtmätziae Versendung der Eier von der erwendu gestempelter Frachtbriefe abhängig zu machen und tue Bahnbehörden anzuweisen, größere Eiersendungen nur mit der Adresse an befugte Empfänger lFachhandel, Kormnnnalverbttnöe, Konsumveretwe, Krankermnitalten a. anzunehmen.

VerbilligUAS der Auslandslebensrnittel für Minderbemittelte. Mehrfachen Anregungen folgend, hat das Reichsernährnngsministerium den Gemeinden empfohlen, die Preise für Auslandslebensmittel da, wo es nach der Zusammensetzung der Einkommensatte- derung der Bevölkerung angebracht erscheint, verschie­den hoch zu stellen, also den Minderbeuffttelten niedri­gere, den höher VeMttelten höhere Preise in Rech­nung zu stellen. Es ist allerdings ausdrücklich darauf hingewiesen worden, daß von Reichs wegen bei et­waigen Ausfällen ein Zuschuß nicht gegeben werden kann, die etwa vorgenonnnene VerbtUtgung durch Mehrbeträge, welche von den besser Bemittelten aufge­bracht werden können, zu tragen sind. Entsprechend einer aus der Nationalversammlung erhangenen An- regung ist den Gemeinden ferner empfohlen worden, zur Vornahme solcher Preißabstufungen Kommissionen zu bilden, welche zur Hälfte aus Arbeiter- und Ange- stelltenvsrtretern bestehen und bet der Festsetzung oer Staffelung und der Ueberwachung ihrer Durchführung «jtwtrken sollen.

üler, die im vaterländischen Hilfsdienst tättg gewesen

>, dürfen an den Sonderlehr,gangen für KAegsteil- fiehmer teilnehmen. Der Minister für Volksbildung dies ausdrücklich gebilligt, wenn solche Schüler min­destens ein halbes Jahr lang aus Veranlassung oder Äfft Zustimmung der Schule im Hilfsdienst tätig gewesen find. Es darf dies geschehen, soweit Platz vorhanden ist und keine Schädigung der Kriegsteilnehmer eintritt. Auch sollen sie in der Lage sein, den regelrechten Klassen- finterricht mit Ersolg mitzumachem Sobald die Lücken ausgeMllt sind, die durch den Hilfsdienst entstanden sind, müssen sie wieder am regelrechten Unterricht sich betci- ligen und zur gegebenen Zeit die Reifeprüsung ablegen? dabei wird auf die Unterbrechung des Schulbeinchs Rück- ficht genommen. Ein Zeitgewinn in der Erlangung des Reife- oder Berfetzunaszeugnisses darf durch den -son- Lerlehrgaug nicht entstehen. Ebensowenig dürfen die Schüler zur Kriegsresseprüfung zugelassen werden.

Das Lotteriespielen wird teurer. Infolge der Wndig steigenden Unkosten hat sich die General-Lotterie- Direktion veranlaßt gesehen, die Preise der Lose der Prenßisch-Süddeutschen Klaffen-Lotterie von der tut Juli beginnenden 1. Klasse ab um ein geringes 5 Prozent zu erhöhen. Die Einlösung der Lose kann voraussichtlich vom 5. Juni ab erfolgen,- den bisherigen Spielern werden die Lose bis zum 17. Juni aufgehoben. Nach diesem Termin kann über die Lose anderweitig verfügt werden.

Duderftadt, 30. Mai. Ein 16jähriger Lehrling der Firma K. Löwenthal hat sich vergiftet. Die Gründe zu der Tat sind unbekannt.

Vvvr Eichsfeld, 30. Mai. Es sind in letzter Zeit auf dem Eichsfelde zur Verteidigung der konfessionelle« Schule Unterfchristen gesarnmelt worden. Unter den Protest gegen die Entchristlichung der Schule haben aus dem Kommissarsiatsbezirk Heiligenstadt 43 918 wahlbe­rechtigte Bürger und Mirgerinnen ihren Namen gesetzt.

ienen : zur

Schmalkalden, 30. Mai, Der Aufsichtsrat der Me« tallwarensabrik H. A. Erbe Aktiengesellschaft hat be­schlossen, für die Kriegsbeschädigten aus der Stadt Schmalkalden 1000 Mark und für die Kriegsgefang------- ims der Stadt Schmalkalden ebenfalls 1000 Mark Verfügung der betr. Ortsgruppe zu stellen.

Cassel, 30. Mai. In einer bei der Regierung abge- daltenen Konferenz, woran auch Vertreter der Eisen­bahndirektion, der Stadt Cassel und der Straßenbahn reilnahnren, wurde erneut über die Frage der beantrag­en Tariferhöhung der Elektrischen verhandelt. Die Re­gierung hat dahin entschieden, daß der. Straßenbahn zeitweise gültige Teuerungszu schlüge von 5 Pfg. aus jede Fahrkarte zugebilligt werden sollen, ferner ein 20prozentiger Zuschlag auf die Zeit- und Netzkarten. Diese Aufschläge sind der Straßenbahn unter dem Vor­behalt jederzeitigen Wiederabbaues der Erhöhungen zu- restanden worden.

Die Strafkammer verhandelte gegen vier hiesige höhere Schüler, die vor einiger Zeit im Realgymnasium an der Wilhelmshöher Allee mehrere Einbrüche verübt und physikalische Instrumente entwendet hatten. Das Gericht verurteilte die vier Uebeltäter zu je einem Mo- aat Gefängnis.

Spangenberg, 30, Mai. Bei einem Grundstücksver- kaus wurden für einen 23 Ar großen Garten 9500 Nark erzielt. Eine Wiese von 7 Ar wurde mit 1300 Mark verkauft.

Fulda, 30. Mai. Einem Bewohner der Edelzeller- iratze, dem kürzlich sämtliche Räucherwaren gestohlen vurden, sind jetzt von einer jugendlichen .Dievesgesell» kiLakt Kleider. Eier. aitrf?r und Kaninckeik entwendet

...,, v._ ö.^, ^«^_ ».^^r Spiv- bübereien ausgeführt haben, um )eld fite Zigaretten und Vergnügungen zu bekommen.

Ein Schwarzschlächter vom Lande mußte die heimliche Schlachtung eirfes Schafes mit 150 Mark Geld­strafe büßen, die ihm das Schöffengericht zudiktierte.

Marburg, 30. Mai. Oberbürgermeister Troje, dessen Amtszeit im August abläuft, ist wiedergewählt worden.

Frankfurt a. M., 30. Mai. Die Frankfurter Stadt­verordnetenversammlung hat die Besetzung einer Schulinspektorstelle durch eine Frau beschlossen.

Geluhause«, 30. Mai. Der 22jährige Heinrich Weinel aus Hatngründau hatte mit einem Mädchen aus Asbach (Kr. Hersfeld) ein Verhältnis, das von seinen Eltern nicht gern gesehen wurde. Als das Mädchen seinen Be­such anmeldete, muß in dem jungen Manne der Plan gereift sein, das Mädchen aus der Welt zu schaffen. Er holte das Mädchen ab und griff es im Walde bei Hain- gründau an, indem er ihm schwere Stichwunden zufügte. Die Totgeglaubte verbarg er in einem Gesträuch. DaS Mädchen hatte sich aber nur totgestellt und fand später Hilfe bei Spaziergängern. Als Weinel dann das Ver- schwinden des Mädchens aus dem Versteck festgestellt hatte, hängte er sich im Walde auf. Das verletzte Mäb- Leu wurde ins Gelndäuler Krankenhaus aehracht.

Amtliche MnntmchuWN.

Cassel, den 6. Mai 1919.

Ausnahmegenehmigung betr. Arbeitszeit der in den Ziegeleien beschäftigten Arbeiter.

Auf Grund Ziffer 7 Absatz 3 der Anordnung des Reichsamts für die wirtschaftliche Demobilmachung vom 23. November/17. Dezember 18. R. G. Bl. S. 1134 1436 genehmige ich nach Anhörung der Gewerbe- aufsichts- und Bergrevierbeamten widerruflich für die im Regierungsbezirk Cassel befindlichen Ziegeleien folgende Arbeitszeiten. Die Höchstarbeitszeit beträgt in den Monaten Januar, Februar, November und Dezember werktäglich je 8 Stunden, in den Monaten März und Oktober je 9 Stunden, in den Monaten April bis September je 10 Stunden einschließlich Pausen.

Die Arbeitszeit der Brenner beträgt 8 Stunden. Die Wechselschicht beträgt 12 Stunden. Mit seinem Einverständnis kann der Brenner innerhalb der ab­weichenden 12 Stunden zu anderen (Neben-) Arbeiten herangezogen werden.

Beginn und Ende der Arbeitszeit bleibt einer Regelung durch den Arbeitgeber und dem Arbeits­ausschuß überlassen.

Ich ersuche, die Arbeitgeber in geeigneter Weise auf die Ausnahmegenehmigung hinzuweisen.

Der Regierungspräsident als Demobilmachungskommissar.

A. U. 2826. gez. Unterschrift.

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Hersfeld, den 22. Mai 1919. Wird veröffentlicht.

Der Landrat.

Funke, Kreissekretär.

Hersfeld, den 23. Mai 1919.

Die am 12. März 1917 im Kreisblatt Nr. 63 für die Gemeinde Ransbach ausgesprochene Verpflichtung zur Lieferung von Vollmilch an die Molkerei Hers­feld wird hiermit vom 1. Juni ds. Js. aufgehoben. Von dem gleichen Zeitpunkte ab haben die Kuhhalter die Vollmilch an die von der Gemeinde zu errichtende Sammelstelle täglich zu der von der Gemeinde be­stimmten Zeit zu liefern.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

J. A. Nr. 6631.

J. V.:

Funke, Kreissekretär.

Hersfeld, den 23. Mai 1919.

Kein Arbeitgeber ist berechtigt, den bet ihm ar­beitenden Kriegsgefangenen gegen seinen Willen zu- rückzuhalten. Ebenso wenig ist er berechtigt, seine Papiere, Arbeitsverwendungskarte und namentliche Liste zurückzubehalten. Will ein Kriegsgefangener nicht mehr arbeiten oder will er aus sonst einem Grunde in das Lager zurück, so hat der Arbeitgeber ihn dorthin zu bringen, da ein Kriegsgefangener nicht mehr allein fahren darf.

dies der Kommandantur Abtlg. la zu melden.

In keinem Falle dürfen Arbeitsverwendungskarten von den Arbeitgebern zurückbehalten werden.

Fahrtausweise sind, wie schon bekannt gemacht, von der Kommandantur Abtlg. la anzufordern.

Tgb. Nv. i. 4608.

Der Landrat.

I. V.: Funke, Kreissekretär.

Kriegsteilnehmer

des selbstständigen Mittelstandes nehmt in wirtschaftlichen Nöten (Darlehnsbedarf) die hessische Kriegshilsskasse

M Anspruch. Das Landratsamt erteilt bereit­willigst Auskunft.

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Die MlWörheNS.

Roman von Fr. Lehne.

(Nachdruck verboten.)

»Ich würde selbst gehen, fite dich zu bitten, falls du es wünschest! Und Jutta soll für ihre Liebe zu dir belohnt werden. Dein Vater muß dir schon ih­retwegen eine dir Ankommende Stellung einräumen! Du bist dem lieben Mädchen schuldig zu tun, was in Deinen Kräften steht, damit ihr Opfer überflüssig wird.*

Mutter, ich danke Dir für dieses Wort. Doch sprich noch nicht zu ihr davon, ehe nicht Klarheit zwischen uns und den Allwürdcns ist!"

Er faßte die beiden Hände seiner Mutter und sah tief forschend in ihre Augen.

Mutter, und wenn ich Dir nun sage, daß unser Va­ter uns sucht, daß er Deiner in Sehnsucht gedenkt . .

Sie verbarg das Gesicht in ihren Händen und wandte sich ab. Ach, das wußte sie ja schon! Und dann legte Erich den Brief, den ihm Rüdiger gegeben, vor sie bin.

Mntter, lies das hier,* sagte er weich.

In stiller Nacht las Frau Maria nochmals das Be­kenntnis ihr-cs Gatten, las von seiner Sehnsilcht und seiner nie versiegten Liebe. Und die Eisrinde ihres Herzens begann zu schmelzen sie legte das Gesicht auf den Tisch und weinte bitterlich.

Erich ging hinaus. Das mußte die Mutter mit ftch allein abmachen. . .

Er stand draußen und blickte hinauf nach dem klei­nen Giebelfenster, das ein schwaches Licht zu ihm her- absandte. Und daS schwache Licht wurde ihm zu einer M'vtzkn strahlenden Sonne, vor der er geblendet die Augen schließen nrußte. Sehnsüchttg streckte er die Sterne aus.

Jutta, mein Lied, mein alles,* flüsterte er.

Lange stand er so; als er wieder bineinging, land er die Mutter in der gleichen Stellung, wie er sie ver­lassen, doch die Trän«n, die sie jetzt weinte, waren rr»

Haupt und

Er legte seine Hand auf ihr weißes beugte sich zu ihr nieder.

Mutter! Hat er vergebens gesühnt? Darf unser Vater zu uns kommen?* fragte er.

Unter Tränen lächelnd, sah sie ihn an.

glücklich zu

Ja, Erich, er soll kommen, um dich «rächen.*

Darum, Mutter? Nur darum?*

Neiu, auch um mich und seiner selbst willen! Er soll in seinen letzten Jahren nicht mehr einsam sein!* entgegnete sie leise, und mit einem schüchternen Lä­cheln:Ich wusste es ja schon, Erich den Brief habe

ich schon gelesen."

Da küßte er sie aus die Stirn. Und ginq wieder : hinaus. Für sein übervolles Herz war es drinnen zu ! eng, und er wanderte durch den geliebten Forst, bis die : Morgendämmerung begann, bis es im Osten rosig er- t glühte und strahlend die Sonne aufging.

Tann ging er froh heim.

Und saunt eine Stunde später hielt ein geschlossener ! Wagen vor der Försterei. Sät verweintem Gesicht stieg die alte Ernestine aus, die einst bei Jutta Kinderfrau gewesen und aus Anhänglichkeit geblrebelr war.

Wo ist wo ist?" Ihre Lippen versagten.

Sie wollen zu Fräulein Jutta, Ich werde Sie himmsbegleiten,' sie schläft noch

Frau Berger öffnete die Tür. zu dem Giebelzimmer- ) chen. Lori lag angekleidet auf dem kleinen Sofa. Die Moraensonne beleuchtete die beiden jugendschönen ( Schlaferinnen, die durch das leise Geräusch erwachten. <

Jutta schreckte auf und sah sich verwundert um. Sie mußte sich erst besinnen, wo sie sich befand das war doch nicht ihr hübsches Mädchenstübchen mit den weiß­lackierten Möbeln und den bunten Cretonnevorhängen. Nun kam ihr auch die Erinnerung an das Borgefallene. Heute sollte doch ihr Hochzeitstag sein!

Ernestine!* rief sie und streckte die Arme aus.

Mein Mäuschens Mein Täubchen!" schluchzte die Alte.

Du sollst mich wohl holen?*

LrüSe schütt»»« w »M W

Nein, mein Täubchen! Aber fortbringen soll ich Dich zur Frau Pastor Lohsing nach Breckewitz. Und dort sollst Du bleiben, bis"

Nein ich lasse mich nicht von Erich trennen,* rief sie aufgeregt.

Das wollen sie auch gar nicht mehrt Du kannst ihn ruhig heiraten, hat der Herr Oberförster gesagt,- ihm sei alles gleich, wo wir doch einmal in der Leute Mund sind! Aber hier bleiben kannst Du doch nicht,

,um

Ich

die

an

das mußt Du einsehen.*

Ernesttne hat wohl recht, Jutta," meinte Lvri, Deiner selbst willen darfst Du nicht hier bleiben! begleite Dich *

Und Mama?* fragte Jutta fast nntiMdar.

Ach mein Herzchen!" jammerte die Alte, ,,^.. Mama ist krank von der Aufregung und der Herr Vater, der redet gar nichts mehr. Einmal hat er ge­sagt, eine Kugel, das wäre das Beste. Jeder geht ihm aus dem Wege! In der Nacht habe ich mit den Mäd­chen den Tisch wieder abgedeckt, und wir haben den Saal hergerichtet, tute er war, haben die Kränze und den Blumenschmuck wieder entfernt . Juitachen, was hast Du denn auch getan! Der Jannuer zu Hause! Und denke an die Hochzeitsgäste."

An die denke ich nicht! Ich denke nur daran, daß ich den Max doch nicht heiraten konnte. Ich war so feige aber gestern, als nitr das Messer an der Kehle saß. da faßte mich der Mut der Verzweiflung was noch kommen würde, ich inutzte so handeln!" Dicke tränen standen in Juttas Augen. Die Stic seufzte schwer und Mittelte den Kopf.

Davon^ulaufeu am Polterabend die Eltern so

.^Lassen Sie gut fein. Ernesttne! Der Herr Ober­förster wird bald versöhnt werden, oerlasien Sie sich dar­auf!* sagte Frau Berger mit solcher BeAnnnchest, daß Die beiden anderen verwundert auiblickteii. Lori ruckte

dazu.

Mortsetzung folat.)