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SersWer Tageblatt

Hersfelder Kreisblatt

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 7 )Mark, durch die Post be- ; zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei | Hersfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld, i

Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

s Der Anzeigenpreis beträgt für die einfpalüge Zeile Pfennig, im | amtlichen Teile ) Pfennig, Reklamen kosten die Zeile Pfennig.

Erscheint jeden Wochentag nachmittags. Fernsprecher Nr. 8. i

Nr. 111 (Erstes Blatt) Mittwoch, den 14. Mai

1919

Ammeude VrolefllunSgevung der Hnflonaloetfatnmlung.

LeMsche Hatioealeettammliuig.

Sitzung vom Montag, 12. Mai.

, Das Haus ist voll besetzt. Präsident Fehrenback er­öffnet die Sitzung um 3% Uhr.

Eine Fülle von Protesttelegrammen gegen die Friedensbedingungen werden zur Einsicht ausgelegt.

Darauf tritt das Haus in die Tagesordnung ein: Entgegennahme einer

Erklärung über die Friedensbedingungen.

Ministerpräsident Scheide man«: Meine Dame« und Herren! Wir haben Gegenvorschläge gemacht und werden noch weitere machen. Wir sehen mit Ihrenr Einverständnis unsere heilige Aufgabe darin, zu Ver­handlungen zu kommen, Dieser Vertrag ist nach Anf- fassung der Reichsregierung unannehMbar, so unan- «ehmbar, daß ich heute noch uicht zu glanben vermag, die Erde könne so etwas ertrage«, ohne daß aus Mil- , Honen und Mcrmillioneu Kehle« aus allen Ländern ohne Unterschied der Partei der Rnf erschallt: Weg mit diesem Mordplan! Da und dort regt sich schon eine Ein­sicht in den gemeinsamen Menschhettsverpflichtungen. In den nentralen Ländern, in Italien, in England, vor allem auch und das ist uns ein Trost in dieser letzten furchtbar auflodernden chauvinistischen Gewaltpolitik vor allem auch im sozialistischen Frankreich werden die Stimmen laut, an denen die Historiker einst den Stan­der Menschheit nach vierjährigem Morden messen wer­den. Ich danke allen, aus denen ein empörtes Herz nnd Gewissen spricht. Ich danke vor allem und erwidere die unvergängliche Anhänglichkeit, das Gelöbnis der Sreue, das gerade jetzt aus Wien zu uns herüberschallt. Brüder von De«tsch-Oesterreich, die auch in der dunkel­ste« Stunde den Weg zum Gesamtvolt nicht vergessen, wir grüßen Euch, wir danken Euch und wir halten zu Euch. rechne nicht mit den anderen, denen der Käfig ......... "MMMM

M Tier gesperrt werden soll. Wir kennen unseren Weg; über diese Bedingungen darf er nicht gehen. Es hieße nicht, an Deutschlands Schicksal zweifeln, sondern sein Schicksal opfern, wenn wir anders denken wollten. Stehen Sie uns bei bei der Anbahnung der Verhand­lungen. Lassen Sie niemand in der Welt darüber int Zweifel, daß Sie eins mit nns sind, das ganze Volk ein Wächter vor der Zukunft unserer Kinder und Kindss- Under. Ein einig Volk vermag viel, ganz besonders, wenn es, wie wir heute, nicht für uns selbst, sondern für die Gesellschaft der Rationen dagegen protestiert, daß Haß verewigt und Fluch für immer verankert werden. Ihnen, den Mitgliedern der deutschen Nationalver­sammlung, gilt heute das Wort: Der Menschheit Würde ist in Eure Hand gegeben, bewahret fiel Wird d eser Vertrag wirklich uuiersÄrieben, so ist's nicht Deutsch­lands Leiche allein, die ans dem Schlachtfeld von Ver­sailles liegen bleibt. Daneben werden als ebenso edle Leichen liegen das Selbstbestimmungsrecht der Völker und die lkuabhängikeit freier Nationen, der Glaube an all die schönen Ideale, unter deren Banner die Entente zu fechten vorgab und vor allem der Glaube an die Ver­tragstreue. Wir wissen es und wollen es ehrlich sagen, daß dieser kommende Frieden für uns eine Marter teilt wird Wir weichen nicht um Fadensbreite von dem zu­rück, was unsere Pflicht ist, was wir zugesagt haben, was wir ertragen müssen. Aber nur ein Vertrag, der gehalten werden kann, ein Vertrag, der «us am Leben läßt, der uns das Leben, als unser einziges Kapual die Arbeit und damit die Möglichkeit der Wiedergutmachung läßt, nur ein solcher Vertrag kann die Welt mieser auf- vauen. Wir müssen von der Niederlage und von den Krankheiten der Niederlage gesunden, ebenso wie un­sere Gegner von den Krankheiten des Sieges. Wcr können nicht mehr, wir wollen den Frieden. Wir feiten mit Grausen am Beispiel unserer Gegtter. welche Ver­zerrungen Gewaltpolitik und brutaler Militarismus hervorbrmgeu. Wir wenden uns schandcrnd von dem jahrelangen Mord. Gewiß, wehe denen, die den Krieg heraufbeschworeu haben, aber dreimal wehe über die, welche heute einen wahrhaftige« Frieden verzögern, auch nur um einen Tag.

Die Rede des Ministerpräsidenten war von Anfang bis zu Ende mit äußerst lebhaften Zustimmungen be­gleitet und vielfach durch stürmischen Vetfall unter­brochen. Auch die Tribünen nahmen an diesen Kundge­bungen lauten und lebhaften Anteil.

Ein Trenselöbuis der Einzelstaate«.

Preußischer Ministerpräsident Hirsch: Im Aufträge der Regierungen sämtlicher deutscher Freistaaten Habe ich folgende Erklärung «bzngeben: Heute ist es klar, was die Feinde mit «ns Vorhaben. Sie wollen uns für alle Zeiten aus der Reihe der Knlturstaaten der Welt streichen und wieder wie einst zur völligen Ohn­macht verdammen. Sie wollen das arbeitsfrendige deutsche Volk zu einem KneÄtvolk machen. Demgegen­über erklären wir, die Vertreter aller deutschen Frei- staaten. vor aller Welt: Lieber iot als Sklave! Dieser Friedensvorschlag ist unannehmbar. (Langer lebhafter Beiseit.) Wir sind in diesem Urteil einig mtt der ReichSregierung. Wir stehen einig und geschloße» hinter ihr. (Beifall.) Wir sprechen ihr in dieser stunde unser volles Vertrauen aus. Unsere Feinde- ge« sich hüten, auf irgend eine Uneinigkeit der dentshe» Stämme z« rechnen. In der bittersten nud fnrcht- jbarste« Rot, die unser Volk jetzt durÄznmache« hat.

stehen wir alle in unerschütterlicher Treue zum großes deutschen Baterlaud. (Lebh. Beifall.)

Die Parteien.

Abg. Müller-Breslau (Soz.): Bei dem jetzigen Friedensentwurs sann von einem Rechtsfrieden ganz und gar nicht gesprochen werden. Diesen Friede ist weiter nichts als die Fortsetzung des Krieges mit an­deren Mitteln. Was ist aus all den Idealen geworden, von denen man uns erzählt hat, daß der Krieg nur ein Krerczzug gegen Kaiserismus und Rttlitarismus war. Jetzt, wo Deutschland wehrlvs gemacht ist, wollen der französische Militarismus und der eilglische Kapitalis­mus weiter ihr Unwesen treiben. Wir Sozialdernokra- ten können einen Rechtsfrieden verlangen, denn wir find, als die militärische Lage Deutschlands günstig war, für einen Frieden der Verständigung eingetreten. Wir schließen uns der Kundgebung des Ministerpräsidenten für Deutsch-Oesterreich an. Wir gehören zusammen, und nur die Gewalt kann uns trennen. (Stürmischer Beifall.) Wir erheben Einspruch gegen jede gewalt­same Lostrennung deutscher Bolksteile vom Körper des Reiches und fordern, daß unsere Unterhändler in Ver­sailles mit allen Mitteln durchsetzen, daß nirgends ein Teil des deutschen Volkes von Deutschland losgetrennt wird, ohne daß eine Abstimmung darüber stattfindet. (Lebhafte wiederholte Zustimmung.) Das deutsche Volk läßt sich auf die Dauer nicht zerslückelu, u)td der Tag muß kommen, an dem ein wirklicher Völkerbund entsteht, wo die Arbeiter der ganzen Welt dem denF schen Volke für sein Verhalten in dieser Stunde Recht

geben werden. Auch nach unserer Meinung sind noch schlimmer als die territorialen Veränderungen die si- nanziellen Fesseln und nurtschaftlichen Bindungen, die man dem deutschen Volke auserlesen will. Diese Bin­dungen werden dazu führen, das; unsere Kriegsgegner sich in einer Weise in die inneren Angelegenheiten ein» mischen können, wie das noch niemals in Europa der Fall war. Deshalb sagen wir- Dieser Fried-- -.soer- trag ist unes^äglich und uuersüilvar und davor mr uns unannehmbar. (Stüruttscher BSifaM

Abg. Gröber (Zentrum) betont zunächst, daß in dem FrieöenAvertrage von den Wilsonschen Grundsätzen, deren Beachtung die Feinde uns recutsverbindlich zu- gesagt hätten, nichts zu merke» ist, der Vertrag uns zum Bankerott bringen würde und sagt dann weiter: Frankreich braucht ein leistungsfähiges Deutschland, das Frankreichs zerrüttete Finanzen durch seine Opser wieder aufrichlen kann. England aber will einen um bequemen Konkurrenten los sein und verlangt deshalb ein wirtschaftlich schwaches Deutschland. Alle diese Be­dingungen. die Deutschlands Wirtschaft in so unerhör­ten: Maße schwächen, sind eine Beemirächtigung der sranzösischen Kriegsziele. Solche Friedensvedingun- gen find also sogar vom Standpunkt unserer Feinde aus unerfüllbar. (Sehr richtig!) Wenn endlich auch noch von uns verlangt wird, datz wir uns verpflichten sol­len, den deutschen Kaiser und eine Anzahl von den mi­litärischen Führern an ein Gericht unserer Feinde zur q auszuliefern, so weisen wir eine solche Zu- _______.... ..nt Entrüstung zurück. Die Friedensbedm- gungen, deren Annahme vor: uns gefordert wird, stel­len nicht einen Rechtsfrieden dar, sondern einen Gewalt­frieden, voll Satz, voll von Keimen neuer Gewalttaten und Ungerechtigketten und Quellen neuen Völkerstrei-

Aburteilum

umtung m

tes und endlosen Kämpsen.

«Abg. Frau Bohm-Schuch (Soz.): Ich weiß nicht, ob linfere Schwestern jenseits der Grenze jemals ganz begriffen haben, welche Unmenschlichkeit der Hunger- krieg bedeutet. Wenn die Entente uns eine Rechnung über die Leiden ihrer von: Krieg betroffenen Bürger aufmachen will, so könnten wir eine Gegenrechnung präsentieren, die ungeheuerliche Posten enthält, die überhaupt niemals beglichen werden kann. (Lebhafte ZustinunungZ Wir hoffen nicht auf die Gnade der Eu- t eilte; aber wir glauben an die Gerechtigkeit der Völ­ker, die von innen Herans einen Frieden schaffen wer­den auf der Grundlage der 14 Wilsonschen Punkte. Der Friedenövertrag, der uns jetzt vorgelegt wird, nimmt uns Frauen und Müttern jede Hoffnung, datz unsere Kinder einst ein besferes Leben führen könnten als wir heute. Die Zurückhaltung unserer (gefangenen ist die furchtbarste Grausamkeit. Wir wollen nicht, daß die Menschheit noch einmal durch dieses furchtbare Meer von Blut gehen muff. Darum fordern wir im Kämen der Menschlichkeit, daß Deutschland als gleichberechtig­tes Glied in den Völkerbund ausgenommen wird. Wrr fordern unsere Schwestern in der ganzen Welt auf, daß sie mit uns einstinnnen in den Protest gegen den Frie- densvorschlag, der die Versklavung von vielen hundert- tausend Menschen bedeuten würde, wenn die Menschheit wieder um eine Illusion ärmer geworden ist. (Leb­hafter Beifall.)

Abg. Haußmann (Demokr.): Dieser Friede ist eine neue Form langsamer Folterung eines ganzen Volkes. Er ist eine Verrechnung des Völkerrechts, wie sie noch niemals da war. Hätte unser Heer, hätten unsere Ar­beiter am 5. und 9. Novmber gewußt. daß der Friede so aussehen würde das Heer hätte die Waffen nicht niedergelegt, alle hätten ausgehalten. (Stürmischer Bei­fall und Händeklatschen.) Natürlich wird dieser Gervalt der Mantel des Rechts umgehängt. In den Formen des Rechts will man Beute machen. Wir sind welmios. aber nicht willenlos. Dieser Vertrag ist für meine Freunde unannehmbar Das ist unsere einmütige Auf­fassung. Komme, was kommen mag. es kann Nicht schlimmer tonnnen als was die Selbstauflegimg dieses

Joches für uns bedeuten würde. «Wiederholter stürmi­scher Beifall.)

Adg. Bitto (Ztr.): Oberschlesien ist mit seinem Koh- lenreiÄtum für die deutsche Wirtschaft unentbehrlich. Es ist ein deutsches Land. Was Oberschlesien kulturell und wirtschaftlich geworden ist, verdankt es der Zuge­hörigkeit zum Reiche. Wenn setzt ohne Befragung der Bevölkerung Oberschlesien an Polen geschlagen werden soll, dann bedeutet das die Verleugnung des Selbstve- stimmungsrechts der Völker, das Wilson als Grmwsatz

ausgestellt hat. Oberschlesien nmtz auch in Zukunft deutsch bleiben. (Lebhafter Beifall.)

Abg. Graf Posadcpisky (Deutschnatl.)-: Dieser Ver­tragsentwurf kann nicht das Ergebnis eines Zusam- mer-arbeltens der englischen und französi'chen Fachres­sorts sein, denn ich rann den englischen und französi­schen Ministerialbeamten nicht so wenig Kenntnis der volkswirtschaftlichen Dinge zutrauen, daß sie nicht rvütz- ren, daß dieser Vertrag von Deutschlacrd nicht erfüllt werden kaum Das Grausamste und Stichtswürdigste aber ist, was man uns auf dem Gebiet der Volksernäh- rung zumutet, indem man uns die letzten Reste unserer Viehbestände weMltmmt und schließlich reißt man aus dem Körper des Deutschen Reiches große Fetzen heraus und dieses zerfetzte und zerfleischte Deutschland soll dann die enormen Beträge aufbringen, die man unter der Bezeichnung Wiedergutmachung uns wegnehmen will. Witson hat ausdrücklich erklärt, daß man keine Kontributionen erheben werde. Hier werden unter dem Schutze einer angeblichen Entschädigung geradezu fabel­hafte Summen als Ko äributwnen weggerwurmeu. Ich glaube, man kann die wnze diplomatische Geschichte der Welt durchforschen und man wird kein Aktenstück fin­den, daß zwischen den erhabenen Gedanken des Völtev- rechts. des Bölkerfriedens, der Selbstbestimmung und den nachfolgenden Ta. n ein so krasser Gegensatz besteht, wie tm vorliegenden Falle. Man will uns nicht nur wirtschaftlich töten, man wA uns die Eine nehmen. Der Collie _*w:'rrI.eui!« und d-x 1L1: ;&nn bereu MlnSHeferung von uns verlangt wird sind deutsche Staatsbürger und haben ihre Handlungen in Gebieten begangen, die unter deutschem Recht stehe::. Ihre Aus- .lieferung an eine ausländische Macht ist aber eine ftaatsrechlliche Unmöglichkeit.

~ Abg Mimik (Demokr.): Als Vertreter Schleswig- Holsteins will ich eine kurze Erklärung abgeben: Gegen die von der Entente verlangte Abstiwnmng in den süd­lichen Gebieten legen wir die allerschärfste Vei-wahrung eilt. (Beifall.) Die dänische Regierung selbst hat er- "777 daß sie der Beschluß der Entente aufs höchste überrascht habe. Die Deutschen Schleswig-Holsteins sind einig in der Zurückweisung dieser Plane heute, im schwersten Augenblick unserer Geschichte. Wir Schles- wig-Holsteiner haben das feste Vertrauen zur Regie­rung, daß sie die deutsche Bevölkerung Schleswigs nie

klärt,

und nimmer preisgeben wird. (Lebb. Beifall.)

Abg. Schultz-Vronrberg: Die Befolgung der WU- sonschen Grundsätze für den deutschen Osten ist wahrlich schon hart genug. Aber wir haben sie angenommen und wollen sie auch ausslihren. Dieser Vertrag dar aber mit diesen Grundsätzen nichts mehr zu tun. Wir erklären, daß der Friedensvertrag für die Provinz Po­sen unerfüllbar und für alle Zeiten unannehmbar ist- (Lebhafter Beifall.).

Abg. Dr. Straßmann (D. Vpü): Wir sollen poli­tisch, nulitarisch und wirtschaftlich vernichtet werden, und das soll vereinbar sein mit den WiEonschen Grund­sätzen? Wird dieser Friedensvertrag nicht abgeäudert, so wird er der größte Weltbetrug, den es jemals gege­ben hat. Wir schließen uns den bisherigen Rednern an Wird der Vertrag Gesetz, dann ist die Fortführung der deutschen Sozialpolitik, die in der Welt bahnbre­chend war, nicht mehr möglich. Die Auslicferuug deß Kaisers wäre juristisch und tatsächlich unmöglich, will sich das deutsche Volk nicht auf die Dauer ehrlos erwei­sen. Hier handelt es üch nicht um Nepuoltk oder Mo­narchie. Alles, was auf Demütigung hinausläuit ist französische Macke, alles, was uns wirtschaftlich ver­nichtet, kommt auf Englands Konto. Die geschichtlichen Taten der deutschen Armeen in diesem Krieg werden durch den Kriegsausgang nicht ausgelöscht. Wir wol­len gewiß alte Wunden nicht aufreißen, aber es nmtz doch gesagt werden daß das deutsche Volk am 9. Novem­ber die Waffen nicht niedergelegt haben würde, hätte es einen solchen Frieden für möglich gehalten. Wir waren damals schon skeptisch und wir glauben nicht an die Weltharmonte Leider haben wir Recht behalten. Deutschland soll zerstückelt, soll machtlos, rechtlos und ehrlos auf ewige Zeiten sein und soll Fronarbeit für andere Mächte leisten. Dem setzen wir ein entschiede­nes Nein entgegen. (Stürmischer Beifall.)

Abg. Haase (u. S): Die Frredensbeüiugungeu ste­hen im schärfsten Widerspruch zu den Grundsätzen, die wir stets für den Frieden ausgestellt haben. Wir er­heben dagegen schärssien Protest (Betsall.) Mr haben ein Recht dazu, weil wir jederzeit, auch als die deutsche Kriegslage günstig war, den Gegnern den Frieden des Rechts und der Gerechtigkeit zugestanden haben, den wir für das deutsche Volk fordern. Wir verurteilen es deshalb entschieden, wenn die Entente das Selbst- besiimmnngörecitt des deutschen Volkes schmählich ver­letzt. Schott die politische Vernunft hätte sie davon ab» halten müssen, denn neue Konflikte werden dadurch her« aufbcfdtworen. Der nördliche Teil Ostpreußens soll vom Reich abgetremrt werden. Ich feinte diese Ge­biete seit 40 Jahren persönlich und niemals hat ihre Bevötterrma den Wunsch zu ertetmen gegeben, sich von»