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Serslelder Ingeblatt

Hersfelder Kreisblatt

| Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 2.10 Mark, durch die Post be- ; ; zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei : Hersfeld. Für die Schriftleitung verantwostlich Franz Funk, Hersfeld. | »«cKHnaeeeeaBeoeßeBBReeflBaeMdeawaiKef#8ileneeBsa8ll**s»»el»*»e»

Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

: Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im ; | amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfennig. : Erscheint jeden Wochentag nachmittags. Fernsprecher Nr. 8. 5

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Dienstag, bei 8. April

1919

Ausrufung der Rate-Republik in Bayern

Sie Nil

^ München, 7. April. (T. U.) Nach Mitternacht ist im Wittelsbacher Palais in Anwesenheit des Münchener Zentralrates sowie von Vertretern der drei sozialisti­schen Parteien und des revolutionäre« Arbeiterrates die bayerische Räterepublik ausgernfen worden. In dem früheren von der königlichen Familie bew^nten Schloß Herrscht ein bewegtes Treiben.

Wie die Korrespondenz Hofsmann ärmlich meldet, Hat der revolutionäre Zentralrat Bayerns (gez. Nikisch) folgendes Telegramm gesandt:

Das weEtige Volk Bayerns hat seine Parteinn-

des Dr. Lervin. Er erklirrte sich energisch gegen die Pro- klamation der Räterepublik. Diese würde sehr verfrüht sein und zu einem schwächlichen Kompromib Hinten., Er will die reine, wahre Räterepublik, die wirtschaftliche Diktatur des Proletariats ohne Kouzessionen in einem Anschlnßbündms an Rußland und Ungarn, ein Bünd­nis, das offensiv gegen Preußen gerichtet sein soll.

Die Siekung«ahme der Neichsregierung.

Wirtschaftliche Asolicrnng Bayerns.

«nd sich z« einem mächtigen Einheits­Herrschaft und Ansbeutnng znsammen- berninmrt den Arbeiter-, Soldaten- «nd ganze öffentliche Gewalt. Der Landtag ...... , . An die Stelle der Minister treten» die Beauftragten und Kommissare des Volkes. In den öf­fentlichen Angelegenheiten herrscht vollksmmene Ord- nnng. Die Wirtschaft und die Verrvaltnng werden fort-

geschlossen. Es«

Baueruräten die

wird aufgelöst.

S' >rt. Me Angestellten- und BeamtMverbände des es haben sich mit den Arbeitern solidarisch erklärt und gewährleisten gemeinsam den Schutz und den Fort­gang der Prodnktion. Die Betriebe werden durch Be­triebsräte der Arbeiter «nd Angestellten kontrolliert and gemeinsam mit der Leitung verwaltet. Alles gehört der Gemeinschaft, darum ist jede selbständige Sozialisierung ausgeschlossen. Die Arbeiter-, Soldaten- und Banern- räte haben die Pflicht, überall für den Schutz der Räte­republik und die ruhige Entwickelung zu sorgen. Sie übernehmen die örtliche Gewalt und kontrollieren die Verwaltung. Sie sind dem werktätigen Volke für alle Haudlungeu und Unterlassungen verantwortlich Mon­tag der 7. April ist Nationalfeiertag. Die Arbeit ruht an diesem Tage. Die Eisenbahnen, die Nahrungs-,

Die Regrer«ng NerMtzt München.

»-* Bamberg, 6. April. lT. lt) Wie verlautet, hat die bayerische Regierung beschlossen, München zu ver­lassen und ihren vorläufigen Sitz in der hiesigen Stadt anfzuschlage«. Auch die gesetzgebende bayerische Ratio« nalversammlnug soll nach Bamberg einbernfen werden. Für den Schutz der Regierung nnd -es Landtages ist durch zuverlässige Tippen ausreichend gesorgt. Die hiesige Bevölkerung ist über die Slbstcht der Regierung außerordentlich ersrent.

Einbernfung -es Landtages «ach Bamberg.

^ Mönche«, 7. April. (S. C.) Der Aelteftem rat des Landtages hat am Sonnabend beschlossen, im Falle der Proklarmerung der Rätediktatur den bayeri­schen Landtag für die Ostertage nach Bamberg einznbe- rufen. Die auswärtigen Mi^lieder des Aeltestenrates des Landtages haben München verlassen.

Die Bewafsnnng der Arbeiterschaft.

t$*M München, 7. April. (S. C.) In München haben die Koummrristen beretts Sonnabend mittag mit der öffentlichen Bewaffnung -es radikalen Proletariats be­gonnen. Bis Sonntag waren 6000 Waffen ausgegebeu. Die Vorortbahnhöfe und die Jsartalbahn waren bereit» Sonnabend mittag von bewaffneten Arbeiter« besetzt.

Natio«alseiertag in Bayer«.

»* München, 7. April. (S. C.) Da infolge der Ausrufung der Räterepublik in Bayern der heutige Montag zum Nationalfeiertag erklärt worden ist, rntzt jegliche Arbeit. Keine Zeitung darf erscheinen.

Nordbayern gegen München.

i»*^' Weimar, 7. April. (S. C.) Die Stellungnahme der Reichsregiernnq zn den Vorgängen in München wurde in den Besprechungen der Regierung mit den Parteiführern' am Sonntag dahin formuliert, daß die Reichsregierung eine bayen die Räterepublik innerhalb i Ses Reichsgebietes niemals ««erkennen würde. Die

werte Stimmung zutage. Es ging nämlich aus dieser Bersannnlung klar hervor, daß die spartakistischen Um« iriebe in der Tat, oft in direktem (Gegensatz zu den Be« schlüfsen der Versammlungen flehen. Auf der Versanmr- lung wurde nänüich scharf gegen Plünderungen und Gewalttätigkeiten Front gemacht und darauf hingewte- sen, daß trotz detartiger Beschlüsse es wiederholt zu Plünderungen gekomnren sei. Ein Redner verlangte sogar, daß die Regierung schärfer gegen das Raudge- sirrdel vorgehen möge.

Ein anderer Redner der im August aus Rußland zurückgekehrt ist, lam auf die dortigen Zustände zu spre­chen. Der Berichterstatter, der in Rußland drei Jahre gefangen war, schilderte die traurigen Verhältnisse in den Städten, namentlich in Orenburg und Moskau.

ctes niemals ««erkennen würde. Die

Folge davon sei die vollst«. dige wirtschaftliche Jsolic- rnug Bayerns.

Ausschluß Bayerys aus dem Staatenausschusse.

ijss» Weimar, 7. April. (L C.) Das Kabinett be bis in die späten Nachtstunden über die Lage in Mi.. chen. Es ist beschlossen worden, die Vertretung Baymms int Staateuausschntz solange ruhen zu lassen, bis dir ver- fassnngsmätzige« Gewalten n Bayer« wieder hergestellt sind.

irret :Ütt=

Abreise der Ententekvi r-ntssion aus München.

d-*k München, 7. April. lS. E.) Die in einem hie­sigen Hotel befindlichen Mitglieder der E«tc?.ckekommis- ston zur Studierung der b.-rierische« LrnäHrungsver- Hältnisse erhielten Sonntag mittag die telegraphische Auf- fordernug aus Paris,« heu und Bayern im Falle der Ausrufung der Räterepublik sofort zu verlassen.

Der Streik in BerM.

Der Russe sei an sich war ein guter Revolutionär, aber einfauler Hund". Die Hungersnot führte der Spartakist aus die Duormheit der russischen Bauern zurück, die die Berorörr agen der Regierung nicht lesen könnten und zu wenig Land bebauten. Deutschland habe angeblich vor den Bolschewisten nichts zu fürch­ten, nurRoste Rcin.ordt und Konsorten" würden der gerechten Strafe vc fallen. Die alte 3.:. ...

Revolution fei in vielen besser gewesen, als die jetzige. Auch Kaiser Wilhelm st * ganz gut bleiben können, wenndäs Gelichter i'n ihn herum" verschwunden wäre. Ein alter Solda» bemerkte hierbei, die Monar­chie hätte auch manches für sich und fand mit dieser Bemerkung fernen Wid -syruch

Seit vor der

Bekannt! cb wurde am 26. März mit dem Ausbruch neuer sparstriiMscher W oubcn gerechnet. Auf der Ver­sammlung aber wurde erklär!. daß es keineswegs be­absichtigt gewesen wäre, an diesem Tage neue Unruhen hervorzurufen.

Kommunistische Bestrebungen in Oesterreich.

2000 Enlk» elrupuen i« Wien.

^ Berlin, & April. (T. Ust In der Siemens- stadt streifen gegenwärtig übet 8000 Angestellte, also die überwiegende Mehrheit aller Angestellten. Die Ar­beiter in den Werken weigern sich, unter der Aufsicht von Streikbrechern zu arbeite». foban an ; hier fast vollständig die Arbeit ruht Auch im Baugewerbe Groß-Berlins sind gestern, nachdem die Verhandlungen über die Erneuerung des Tarifvertrages ergebnislos verlaufen sind, auf vielen Bauten die Maurer, Zim­merer und Betonarbetter in den Streik getreten. Sie fordern einen Süm-enlohn von 3,50 Mark. Gege Mär- i tig erhalten sie 2,15 Mark. Die Arbeiter der Berliner Kartonnagen-Fabrik sind gestern ebenfalls in den Streit" getreten. Sie fordern Einführmrg einer fünf­stündigen Arbeitszeit einschließlich der " '

setzung von Betriebsräten zur Ueber» samten Produktion und Einsichtnahme die vollständige Abschaffung der Akkord- und Heimar­beit, Einstellung nur^ organisierter Arbeiter und Aus­schluß derjenigen Leute die in den bestehenden Frei- willigen-Verbänden Dienst getan haben, Kinderzrrla­gen und Freigabe des L Mai.

neralstreik beschlossen worden, der nach dem erwarteten Uebergreifen auf Wien die Proklamierung der Natcre pnvltk in Dentsch-Oesterreick herbcssiidren soll. In der Wiener Neustadt sind 2000 Ententetruppe« eingetroffen.

Die Herrschaft der Kommunisten in Ungar«.

_______ . Pausen. Ein- zur Ueberwachung Sex ge-

, ^ Wie«, 7. April. (S. C.i DieReichSpost" mel­det aus Budapest, daß die Kommunisten eine Anzahl Priester eingeferfert habe«. Der Prior der Lazaristen ist bereits erschossen worden. 160 Berhafiuvge« politisch hervorragender Persönlichkeiten der anen Regierung " Tagen vorgenommen worden. Barm, Tode verurteilt worden.

S zieren» ist zum

Drohender Eisenbahnbeamtenstreik.

»s* Berlin. 5. April. (V. Z.) Ein Teil der Eisen- bühnbxamten hat neue Fordernngeu gestellt und int Falle ihrer Nichtbewilligung mit dem Eintritt in den Massenstreik zum 10. April gedroht. Die Regierung ist entschlossen, einem Eisenbahnbeamtenstreik mit den schärfsten Machtmitteln cvtgegenzntreten und die dienst­willigen Beamten, die sich nach ihrer Meinung in der großen Mehrheit befinden werden, unter allen Umstän­den zu schützem

Generalstreik in Düsseldorf.

^ Berlin, 6. April. lT. U.) Ans Bayern wil­demB. T." geschrieben: In den nördlichen Landesteile« Ä %&n» STÄÄ Bereinigung der gewerblichen Verbände hat icharfen Etn- spruck gegen die Vollsozialisterung in VMM erhoben. Sie fordert die Staatsregiernua anf, nichts zn unter­nehmen, was die ihr vom Landtage erteUte Vollmacht überschreitet. Weit bedeutsamer ist der politische Wider- i pand Nord-Bayerns. Die »NordbayeMche Zeitung« , spricht von einer bolschewistischen Insel München, die | sich anf die Dauer nicht halten könne. Ebensowenig könne sich, so heißt es weiter, innerhalb Dentschlands eine bolschewistische Insel Bayern halten. Entweder er­greife die Seuche ganz Dentschland, oder sie werde auch in Bayern wieder ansgerottet. Man komme zn dem Er­gebnis, daß die Lösnng nur sein könne: ^Los von Mün­chen, los von Bayern!" Es sei wohl kaum daran zn zweifeln, daß in Nordbayern diese Absicht vemvirMcht

aber

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Sowjet-Republik führen.

zur

Die nordbayerischen Garnisonen gegen München.

M Frankfurt a. M., 7. April. Die Soldatenräte von Nürnberg, Würzburg und anderen nordbayerischen Garnisonen haben beschlossen, die Einberufung des bayerische« Landtages zu fordern. Die Ausrufung der Räterepublik in ganz Bayern wird von oen «ord, bayerischen Garnisonen abgelehnt.

Ein Bündnis gegen Preußen.

^ Mönche«, 8. April. (T. LL) Bemerkenswert ist Le Stell««g«Äme der So«u istenführer von der Art

^ Düsseldorf, 5. April. (B. Z.) Die hiesige Gene- ralstreikskommission hat soeben den Beschluß gefaßt, daß morgen, Sonntag, mittags 12 Uhr. der Generalstreik als Maßnahme gegen die Regierung beginnen soll. Der

morgen, Sonntag, als Maßnahme gegc -------------- - ------- ---- _

Beschluß wurde mit. 16 gegen 6 Stimmen angenommen. Vom Streik ausgenommen find die städtische Feuerwehr, das Wasserwerk, die Lebensmittelversorgung, das Sam- täts- nnd daS Sicherheitswesen, sowie der Schlachthof.

Graf Anbrassy über Sie Vorgänge in Ungarn.

i?-^ Paris, 6 April. (T. UZ Der aegenwärtig in Bern tneilendc Julius ndrassy bezeiünrete in einer Unterredung mit einem Berichterstatter desJournal" die jüngsico mt garifdien Ereignisse als nationalistisch« Bewegnng aller Parteien. Wir wollen, sagte Andrassy, lieber sterben, als uns unterwerfen und die Bedinann- Äanerkennen, die Ungarn keine Lebensmögtickt ü fassen.

Tschechische Hilfe für die «ngartsche» Rathene«.

^ Prag, 5. April. (B. Z.) Laut amtlicher Mittei­lung erschien gestern ein Vertreter der ««garischen Ru- thenen in der Präger Nationalversammlung, im Wehr- und im Mintsterpräsidium und bat um »Useßung der «ngarischen rnibenischen Gebiete durch tschechische Truppen. Minister Svella erklärte, die Besetzung des fraglichen Gebiets fei schon vorbereitet und werde un­verzüglich erfolgen, sobald die Friedenskonferenz die Frage beraten habe. Der Minister gab der Hoffnung Ausdruck daß das Erscheinen der Uchechischen Truppe« Ruhe und Ordnung herstellen werde.

Der kommende Friede.

8000 Mann Regier«ttgstrnppen für Düsseldorf.

fw» Dortmund, 7. April. (S. C.) Ant Düsseldorf, wo gestern der Generalstreik begann, sind 8000 Mann Re- gierrrngsttnppen im Anmarsch.

Streik im rheinisch-westfälischen ElektrizitätSwerk.

W Essen, 6. April. (T. U.) In der Stadt Essen und in zahlreichen zum Bersorgungsbereich des rheinisch- rvestfälischen Elektrizitätswerkes gehörenden Orten des Jndustriebezirks ist seit gestern nachmittag die Elcktri- zitäts- und Kraftversorgnng unterbunden, weil die Ar­beiter des Elektrizitätswerkes in den Ausstand getreten sind. Man besürchtet, daß ämh die Arbeiterschaft des Gas- und Wasserwerkes streiken werde.

Wkederavfuahme der Arbeit im rbelnisch-westfälischen Elektrizitätswerk.

Die Arbeiter des rheinisch-westfälischen Elektrizitäts­werkes haben, nachdem ihre Forderung auf Zurucksie- Hung der Kündigung vmr einigen Arbeitern angerwm- uren worden war, die Arbeit wieder ausgenommen.

Stimmung in kommunistischen Kreisen.

An einer kürzlich in Berlin abgehaltenen kommn- nisttscheu Bersammluna trat eine recht bemerkenS-

^ Haag, 7. Avi-tl. (T. 11) Es laufen hier ständig Berichte ein, nach denen die AnSstäu gewinnt, daß die Möglichkeit eines Wilsousriedeno in Paris znuimml. Rieuwe Courant" schließt aus Lloyd Georges Haltung, daß in England die für einen Verständignugofrieden eintretende Stimmung die Oberhand gewinnt. Die Chicago-TEüne" berichtet häufig Wer diese und jene Niederlage Clemenceaus.Dailu Expreß" erfährt von einer führen'

von

WW >> _ ----------- Frankreich

werde ein,eher» daß der britische Standpunkt eines ge- mätzigten Friedens die einzige Mögsichkeit »ringt, bald die Kriegslasten abzntragen. Allerdings liegen von pri­vater Seite auch entgegengesetzte Aeußerungnen vor. Aw besonders interessant sei die Ansicht, die ein hiesiger englischer Diplomat äußerte. Die Gnrnökonferenz werde sachlich ans arm Boden eines Macktfriedens beharren, aber den deutschen Friedensdelegierten einige persön­liche Erfolge gewähren, damit fit sich aus dem Grunde des persönlichen Prestiges beretterklären müßten, den , grieben zn nulerzeichnen. Es sönne nicht genügend vor mientgen gewarnt werden, die den Frieden bald him­melhoch jauchzend, bald zu Tode betrübt ankündigen. Ob die Bedingungen vom Rechtsgefühl bistiert fein wer- den oder nicht, können wir erst wissen, tvenn wir sie ein­gehend kennen gelernt haben. Für die Unterzeichnung des Friedens könnten aber die Gründe des persönliche» PreftiMS ausschlagseben- sein.

en, tvenn wir sie etn-