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WAM Gewiß sinS wir wähvend VeS ^erreg für 8aS Durckchalten eingetreten. Das geschah, weil wir an den guten Stern unseres Notes glaubten. Kann man und deshalb einen Vorwurf machen? Die Revolution war völlig überflüssig, denn vor dem 9. November stand es schon fest, daß die Krone mit einem allgemeinen, gleichen Wahlrecht auch für die Frauen einverstanden war, eben­so mit dem parlamentariscl-en System, mit der Beseiti­gung der Kommandogewalt des Kaisers. Es wäre ohne Revolution materiell das gleiche erzielt worden. Der Kaiser wäre in Wahrheit nichts anderes als ein erbli­cher Präsident gewesen. Die Konjunktur für die Frie- densb^dingungen ist im Hinblick auf Ungarn jetzt nicht ungünstig. Wir können keine Milliaröenentschädigun- gen auf uns nehmen. Unsere Unterhändler dürfen sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. (Beifall rechts.)

Ministerpräsident Husch: Was ich gestern über die Gegenrevolution sagte, war völliger Ernst. Sie lauern ja nur auf den Augenblick, um die Errungenschaften der Revolution durch reaktionäre Zustände zu ersetzen. Ent­schieden verwahre ich mich gegen den Vorwurf, etwa ein Schuldbekenntnis am Kriege abgelegt zu haben. Die Revolution ist nicht gemacht worden. Sie war eine na­türliche Folge der Kriegspolitik, die gemacht worden ist. Den politischen Beamten gestehen wir auch Las Recht der freien politischen Meinungsäußerung zu. Wir kön­nen aber nicht dulden, daß sie die Maßnahmen der Re­gierung durchkreuzen. Wir sind keine Parteiregierung und wollen keine sein. (Beif. b. d. Soz.)

Finanznnnister Dr. Südekum: Wir haben schon eine Last übernommen, die sich aus den Unterlassungen der früheren Regierung erklärt. Das gilt insbesondere von der Aufbesserung der Arbeiter- und Beamtengehäl­ter. Die Verwirrung in der Lohnbewegung ist durch die Hungerblockade hervorgerufen worden, die nicht nur der Menschlichkeit, sondern auch dem Völkerrecht wider­spricht. England trifft der Vorwurf der Barbarei, da es nicht wenigstens nach Beendigung der Feindseligkei­ten die Blockade aufhob. (Sehr richtig!) Zur Soziali- sterung sind nur gewisse hochentwickelte Industrien reif. Wir müssen die Produktion rationieren und durchstaat- lichen. An der schlechten Finanzlage Preußens trägt die Schuld allerdings zum Teil das System Helfferich im Reich. Bezüglich der Kriegsanleihen halte ich an den Garantien für ihre Aufrechterhaltung und Verzin­sung fest. Das ist eine Ehrenpflicht. (Beifall.)

Die Beratung wird abgebrochen.

Der Antrag der Unabhängigen, dahin zu wirken, daß der von den Engländern verhaftete Abg. Bellert aus So-. [innen schleunigst freigelassen werde, wird einstimmig snäenomuren.

Nächste Sitzung Freitag 11 Uhr. Notetat, Fortsetzung der heutigen Beratung. Schluß 5 Uhr.

Diktat- oder Verhaudlungsfriede.

Berlin, 27. März. (WTB.) Ausländische BM- ler hatten vor einiger Zeit berichtet, daß nach überem- stimmender Ansicht Lloyd Georges und Pichons die Friedenskonferenz sich nicht auf Verhandlungen mit der deutschen Friedensdelegation einlassen würde. -Die Deutschen müßten sich damit begnügen, den ihnen von den assoziierten Regierungen vorgelegten Friedensverrrags- entwurf entweder anzunehmen oder abzulehnen. Darauf­hin hat der Vorsitzende der deutschen Waffenstillstands- temmiffien. Reichsminister Erzberger, am 19. März in Spaa eine Anfrage gestellt, in der eine Auskunft darüber verlangt wurde, ob die erwähnten Aeußerungen den Tatsachen entsprächen. Am 26. März ist von Ford eine Antwort eingegangen, wonach Lloyd George und Pichon niemals die Erklärungen abgegeben hätten, die ihnen zu- seien und dts die Miraae veranlaßt hätten, die am 19. März vom Vorsitzenden öeroMnW^ WafsenstillstandSkommisston gestellt worden sei.

Fachs Teilnahme an den Beratungen in Paris.

»e* Paris, 27. März (WTB.)Petit Parisien" be­zeichnet die Teilnahme Fochs an der Besprechung Wil- sons mit Clemenceau, Llond George und Orlando am 25. März als Anzeichen dafür, daß neben politischen auch militärische Fragen besprochen worden seien. Man glaubt, daß mit Oesterreich, Bulgarien und der Türkei zu gleicher Zeit wie mit Deutschland Frieden geschlossen wird.

Die Höhe der Kriegskosten.

Der Vertreter derNeuen Züricher Zeitung" hatte eine Unterredung mit dem auf der Reise nach Deutsch­land befindlichen Mitglied der englischen Finanzdelega­tion Frederic Wight, der ihm erklärte. Deutschland solle durch seine Verpflichtungen für den Wiederaufbau Bel­giens und Nordfrankreichs nicht wirtschaftlich vnd fi­nanziell zugrunde gerichtet werden. Eine übermäßige Kriegskontribution würde England nicht erwünscht sein, ebenso eine Leistung in Geld. England bestehe daraus, Satz die Warenleistungen Deutschlands in Belgien und Norgsrankreich in offener Konkurrenz mit der englischen Industrie erfolge, wodurch einerseits die definitive Zah­lung erleichtert, andererseits die Industrie der Alliierten nicht geschädigt werde.

Die Lebensmittelversorgung Deutschlands.

** Hamburg, 28. März. (T. 11.) Die amerikani­schen Schifte, die am Mittwoch nach Hamburg kommen sollten, sind nicht nach Hamburg geleitet worden. Da­gegen wird heute früh der DaurpserLaketulare" mit 2560 Tonnen Weizen an Bord in Hamburg eintreffen. Ferner ist ein amerikanischer Dampfer von Rotterdam nach Hamburg unterwegs.

Die Ablieferung der deutschen Lebeusmittelschiffe.

Die Ablieferung der im Hamburger Hafen liegenden Lebenswittelschisse nimmt einen befriedigenden Fort­gang. Ein großer Teil der für die Heimbeförderung von Truppen hergerichteten Dampfer ist bereits nach England abgefertigt worden und wartet dort auf wei­tere Order. Andere liegen im Hamburger Hafen zur Abfahrt bereit oder befinden sich zur Vornahme von Re- novierungsarbeiten in den Werften. Es kommen ins­gesamt 120 Schiffe zur Ablieferung.

Eintreffen norwegischer Lebeusmittel.

Nach einer Meldung derB. 3 " aus Hamburg ist der DampferTannenberg" mit 15 000 Kisten Fischkon- ferven aus Norwegen angekommen. Ferner traf der DampferCresfida" mit dreizehntausend Fässern Herin­gen ein, die in Kähnen nach Dresden verladen werden, und der DampferHernia" mit 15 090 Kisten und Fäs­sern Fischkonserven und Heringen, die für Breslau be­stimmt sind.

Wie dieB. Z." von gut unterrichteter englischer Seile erfahren haben will, trifft demnächst eine größere Studieukommtsston eug'ischer Parlamentarier aller Par­teien in Deutschland ein, um ein Bild über die wirt­schaftlichen und sozialen Verhältnisse zu gewinnen.

Das schlechte Gewissen der Entente.

Ablehnung der internationalen UntersuchungS, kommisfion.

BereftS im November 1918 hatte die deutsche Re- tierung durch Vermittelung der schweizerischen Regie- mng den Regierungen der Entente vorgeschlagen, zur ^eftftrfrnna der Schuld am Kriege eine internationale kommissto» etULUletzeir. Da eine Antwort Mf diesen

Vorschlag nicht erfolgte, wurde er im Januar wieder­holt. Unter Dem 7. März teilte die sch eeizerische Re­gierung der dentschen Gesandtschaft in Bern mit, daß sie von dem britischen Gesandten folgende Mitteilung erhalten habe: Ich habe die Ehre. Sie zu benachrichti­gen, daß die Regierung Seiner Majestät der Meinung ist daß es unnötig sei. auf den deutsche« Vorschlag ir- xendcsne Antwort zu geben, da nach der Meinung der verbündeten Regierungen die Verantwortlichkeit Deutsch­lands für den Krieg unzweifelhaft festgest llt ist. Die deutsche Regierung hat daraufhin der schweizerischen Regierung durch die deutsche Gesandtschaft in Bern fol­gende Note zustellen lassen:

In Beantnortnna des Schreibens vom 7. März bittet die deutsche G.sandtschaft das schweizerische poli­tische Departement durch Vermitteluna der schweizeri­schen Gesandtschaft in London der britischen Regierung zur Kenntnis zu bringen, daß die deutsche Regierung gegen die in Sem Schreiben der britischen Regierung wicdergeaebene Austassnng der Alliierten nachdrückl.chst Be i abrung einlegt. Wenn in diesem Schreiben er­klärt wird, der deutsche Vorschlag auf Einsetzung einer internati naten Kommission zur Prüfung der Frage Lcr Schuld am Kriege bedürfe keiner Antwort, weil die Verantwortlichkeit Deutschlands für den Krieg längst unzweifelhaft fest gestellt sei, so maßen sich die Alliierten an, Kläger ««- Richter znqlcich zu sein und zwar in einer Sache, in der sie zum Teil gleichfalls der Schuld geziehen werden. Deutschland kann einen Urteilsspruch in dieser Frage nur anerkennen, wenn er von einer Stelle ausgeht, der das gesamte AktenmaterirÄ beider Teile <ntr Verfügung steht, und die in der Laae ist, die nöttgen Beweise durch Urkunden in voller Oeffentlich- kett zu erbringen.

Reue Angriffe der Polen.

Die Polen griffen den Bahnhof Zduny in drei Gruppen am Sie wurden abqewicfen. Vorstöße des Gegners sind von verschiedenen Teilen der posenschen Front zu melden, insbesondere auf Rawitsch und Frau­stadt, an der Netzefront südlich Kalmar und südwestlich Bromberg. Nördlich Kempen richteten die Polen wie­derum Feuer gegen Zivilarbeiter.

Die Polen lehne» weitere Berhandl««gen ab.

^Berlin, 27. März. (Vts.) Nach Abbruch der Po- sener Verhandlungen richtete der frühere preußische Mi- Nister Drews an das Kommissariat die Bitte, eine Spe- zialkouferenz einzuberuse«. Die Polen haben dies ab- gelehnt.

Einführung der polnischen Unterrichtssprache.

»^ Berlin. 27. März. (Vts.) Im besetzten Posener Gebiet begrünt mit Ostern die Einführung der polnischen Unterrichtssprache an den höheren Schulen. Dadurch werden 200 deutsche Oberlehrer brotlos.

Die Vorgänge in Budapest.

^ Wie», 27. März. (L. A.) DasNeue Wiener ^urnal meldet aus Budapest, daß bei den Unruhen bei Ausbrnch der RevolniM« acht Polizisten und fünf Zivilisten eridmhcn worden seien. In dem Gebäude der deuischosterreichi chen Gesandtschaft, in dem sich auch dre tschecho-flowakifü e Gesandtschaft befindet, wur- den von mehreren Soldaten die tschecko-slowakischen ^ÄtetV Der tschecho-slowakische Gesamte S interniert. Um 12 Uhr wurden dann die fran» zösischen Soldaten entwaffnet und interniert.

Revolution in Galizien.

W«,^ SS aemeldet: Das Korr.-Bureau erhält aus Moskau folgen- PCH A.unkspwuch: Galizien befindet sich in voller revo- Der Aufstand brach zuerst im Pe- troleumgebiet von Jrohobycz aus, wo ein Sowjet von gebildet wurde. Der Bewegung Wdssen sich die Arbeiter der benachbarten Kreise von Kalusz am Die Regierung verfügte die Auflösung der Sowiets und die Verhaftung der Rädelsführer, doch schloßen sich d,e Truppen den Aufständischen an. Die Be- wegung breitet sich auf die von polnischen Truppen be­setzten Gebiete aus. In Lemberg proklamierte der im gehennen gebildete Sowjet der Arbeiterdeputierten den Generalstreik. Die Aufständischen richteten an die Gan­zer, die sich unter dem Befehl des Direktoriums befin- den em Ultimatum Mit der Aufforderung, sofort nach Galizien heimzukehren und den Kampf gegen die Sow­jetmacht einzustellen.

^.Die, «krainischen roten Truppe» im Gebiet von sind mit den Ausständigen in Mohilow und Podolsk und im nördlichen Betzarabien in Verbindung getreten. Nach Meldungen aus Rostow haben auch zwei Kosakenregimenter, die nach dem Don abgefertigt waren, gch geweigert gegen die Bolschewisten zu kämpfem ,, Diese Meldungen, von denen die erste von der russt- schen Rateregierung drahtlos der Welt üvermittelt wird, dürften mit einiger Vorsicht aufzunehmen seim

Eine Erklärung Ludendorffs.

General Ludendorff erklärte gegenüber einem

Z."-Vertreter über den von Ministerpräsident Scheidemann erwähnten Vorfall in der Wilhelmsstratze wahrend des Umzuges des Nationalbundes deutscher Offiziere, er fet auf dem Wege zu seinem Schwiegersohn gewesen mit dem er sich zum Mittagessen verabredet hatte, als er dem Demonstrationszug begegnete. Luden­dorff sagte: Ich nahm selbstverständlich an, daß es sich, da wir ta in Berlin noch den Belagerungszustand haben, um eine von der Regierung genehmigte Kundgebung wegen der deutschen Ostgrenze handelte und ging daher ruhig weiter. Inzwischen aber erkannten nstch wohl ei­nige Teilnehmer des Zuges, begrüßten mich mit Zuru- fen, und ennae kamen auch auf mich zu, um mir die Hand zu drlicken. Selbstverständlich habe ich mich ehr­lich übW diese mir dargebrachten Achtungsbeweise ge- freut. Trotzdem aber trat ich am nächsten Haus ins Haustor und so Sann in einen Parterreraum ans Fen- ber und bat die Teilnehmer des Zuges, ruhig ihres Weges zu gehen. Das ist geschehen, und nachdem der Zug vorüber war, verließ auch ich wieder das Haus. Auf die Frage, wie er sich zu dem Vorwurf stelle, intreb sein Verhalten eine Gegenrevolution zu fördern, ant­wortete Ludendorff: Ich stehe jeder irgendwie gearteten Bewegung im deutschen Volke völlig fern und beschäf- tige mich ausschließlich mit der Abfassung Leines Bu- ches. Ich lebe völlig als Privatmann in Berlin und bin in keiner Weise parteipolitisch hervorgetreten. Die Einsetzung eines Staatsgerichtshofes, der hoffentlich unparteiisch zusammengesetzt sein wird, begrüßt Luden- dorff mit Genugtuung, da er ihn selbst wünsche, um sich völlig rechtfertigen zu können. Er hätte nur Leu Anspruch erheben können, daß der Ministerpräsident seine Anschuldigung in einen weniger wegwerfcudeu To« gekleidet hätte.

Um die Ehre des Kaisers.

März. Der langjährige Komman- oant des fatferhd)en Sauptguartiers und Generaladju­tant des Kaisers, Generaloberst von Plcssen. hat, wie derLokalanzeiacr" hört, den Grasen Hoensbroch zum Dttssll herausgefordert. weil dieser iu 'seiner Broschüre

daS Verhaltest deS KassÄ-S W, «-»»««< M^M K 78. Jahre stehende General, der in ritterlicher Weise fül seinen einstigen Herrn eingetreten ist, hat vom Grase« Hoensbroch auf die Herausforderung eine Ablehn«»« erhalten.

Bedrohung des Kaisers in Amerongen.

Oe^ Haag, 28. März. (T. U.)Daily Expreß" meldel aus Amerongen: Vor einigen Tagen herrschte große Aufregung in dem kleinen Orte. Nachts kamen zwei Briefe an, worin der Exkaiser in seinem Lebe« bedroht wurde. Ein Bries kam aus Amsterdam, der zweit« aus Belgien. Den Briesen folgte ein Telegramm von einem persönlichen Freunde des Kaisers, der warnte, daß das Leben des Kaisers in Gefahr sei. Die Wache blieb daraufhin während der ganzen Nacht voll bewaff­net im Dienst. Aus den benachbarten Baracken wurden Verstärkungen verlangt. Ueber die ganze Asfäre wird von den Gastfreunden Stillschweigen bewahrt.

Beschluß einer großen Maifeier.

Aus Weimar wird gemeldet: Wie das sozialöenw- kratische Parteivorstandsmitglied Abgeordneter Her­mann Müller auf der Weimarer Sozialistenkonferenz mitteilte, ist geplant, die Maifeier in oiesem Jahre z« einer großartigen Demonstration für die Partei auszu- gestalten. Man habe zwar den Achtstundentag erreiche und den Militarismus überwunden, beides Ziele, denen bisher die Maifeier galt, aber es bleibe der internatio» «ale Gedanke übrig, für den man in diesem Jahre be­sonders mächtig eintreten müsse. In der Aussprache wurde im Gegensatz zu diesen Ausführungen von ver­schiedenen Seiten betont, daß die Maifeier eigentlich er­ledigt fei, nachdem in Deutschland die Revolution sieg­reich gewesen. Die Konferenz erklärte sich in ihrer gro­ßen Mehrheit mit der Haltung Hermann Müllers ein­verstanden.

Die Heimschaffung der deutschen Truppen aus der Türkei n«d Südrutzland.

Ueber die Zahl und den Stand des Abtransports der deutschen Truppen und Zivilpersonen in der Tür­kei und SÄdrutzlau- ist der deutschen Waffenstillstands­kommission in Spaa am 25. März mitgeteilt worden, daß sich 12 000 Deutsche in Konstantinopel, 2000 deutsche Mi­litär- und 200 Zivilpersonen in Odessa und 9500 deutsche Militär- sowie 200 Zivilpersonen in Nikolajew befin­den. Die Zahl der in Poti befindlichen deutschen Trup­pen kann nicht genau festgestellt werden. Ende Januar wurden 11000 Deutsche als dort befindlich gemeldet. Nach Atigabe der britischen Admiralität sollen für die Heimbeförderung der Deutschen aus dem Schwarzen Meergebiet, von denen bereits 10 000 nach Hamburg uns terwegs sind, sieben deutsche Schiffe verwendet werden.

Verbesserung der Laubarbeiterverhältnisse.

Wie aus Berlin gemeldet wird, beabsichtigt die Neichsregierung, eine großzügige Organisation zur Ab­wanderung der Grotzstadtbevölkerung auf das Land in die Wege zu leiten, da der Ueberschuß an Arbeitskräften in den Industriezentren bereits über 50 Proz. beträgt. Um möglichst viele Industriearbeiter in die Landwirt­schaft überzuführen, soll eine Regelung der Lohnver­hältnisse der Landarbeiter auf gesetzgeberischem Wege er­folgen und weitgreifende Matzwrhmen Mr Besserung der ländlichen Wohnungsverhältnisse getroffen werden.

Das österreichische Hecresgut an der Westfront.

I** Wien, 27. März. (WTB.) Eine hier eingetrof- fene Abordnung reichsdeutscher Soldatenräte berichtete laut derPari. Korr." dem Staatssekretär für Heeres­wesen, daß von den Soldatenräten in Deutschland lämt* liches Heeresgnt der österreichisch-ungarischen Truppen, die an der Westfront gestanden haben, ausgestapelt wor­den ist und 150 Waggons imWertevonisM der Abfuhr harren. .

Allerlei vom Tages iw Die englische Dienstpflicht-Bill wurde ohne Ber. besierungsantraq angenommen.

^ Folgende deutsche Dampfer sind, wie die deutsche Wafserlstillstanöskommission mitteilt, am 26. März nach England in See gegangen: von Hamburg Viola, Tita- nta, Porzia, Swakopmünd, La Plata: von Stettin Po- russta. _

st--^ In der Sitzung des großen Arbeiter, «nd Sol, datenrates in Leipzig wurde eine Vorlage angenommen, nach der die Neuwahlen zum Arbeiter- und Soldatenrat nicht nach den Richtlinien des Zentralrates, sondern aus der Grundlage der Wahl der Betriebsräte vorgenom- men werden sollen.

Die Stenerznschläge in Prenßen werden für die Einkommen um 15 bis 40, für die Vermögen um 400 bis 500 Prozent gesteigert werden.

Wie die grotzbritannische Regier««« durch Verurst- telung der schweizerischen Regierung nach Berlin mit­teilt, ist mit der Heimschaffung der deutschen Zivilper­sonen, aus Deutsch-Osiafrika bereits begonnen worden.

D:e kommunistische Partei hatte gleichfalls nach Be­endigung des letzten Generalstreiks unter der Groß- Berliner Arbeiterschaft lebhaft für einen Generalstreik gewirkt, der am Mittwoch beginnen sollte. Es ist jedoch nirgends gestreikt worden.

General Rudant wird, wie der deutschen Waffen- stillftandskommission in Spaa mitgetellt worden. noch längere Zeit in Paris bleiben. Während seiner Abwesenheit finden keine Vollsitzungen statt.

Politische Rundschau.

In der Nationalversammlung brächte der sozialst Msche Abgeordnete Trink die Anfrage ein, ob dem Neichswirtschasisministerium bekannt sei, daß das rhei­nisch-westfälische Kohlensyndikat eine starke Erhöhung des Kohlenpreises vorzunehmen beabsichtige und was man zu tun gedenke, um die drohende Preiserhöhung in an­gemessenen Grenzen'zu aalten.

Ueber die Ablieferung ausländischer Wertpapiere zur Bezahlung der Lebensmittel an das Ausland wird 7« den nächsten Tagen eine Bekanntmachung des Rsichsnnnisters der Finanzen erscheinen, laut der alle ausländischen fest verzinslichen Wertpapiere mit Aus­nahme der rnsiifchen und der Anleihen unserer frühe­ren Verbündeten dem Reiche käuflich zu überlassen, sind

Die Tagung des HauptvorstandeS der DeutfÄuatio, »alen Bolkspartei findet am 14. und 15. April tn Berlin statt. Ein allgemeiner Parteitag der Partei wird in der Woche nach Pfingsten abgehalten werden.

Vermischtes.

Das italienische Luftschiff F 5 ist explodiert, Drei Soldaten wurden getötet. Der Schaden beträgt 2 Mt^. ltonen Lire.

Ein schweres Unglück ereianete sich in der DreS. dener Zigarettenfabrik Yenidze. Ein voll befetzter Fahrstuhl stürzte vom fünften Stockwerk in das Lieller- geschoß, wobei sechs Frauen getötet und 20 Arbeiter mehr oder weniger schwer verletzt wurde».