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HersWer Tageblatt

Hersfelder Kreisblatt

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Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 2.10 Mark, durch die Post be- zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Vuchdruckerei | Hersfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hexsfeld. :

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Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

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: Der Anzeigenpreis betrügt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im E amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfennig.

Erscheint jeden Wochentag nachmittags. Fernsprecher Nr. 8.

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Nr. 51

Sonnabend, den 1. März

1919

Amtlicher Teil

Hersfeld, den 26. Februar 1919.

Betritt: Schlachttieh-Aulbrinzmg.

Die Anlieferung des Schlachtviehs ist den Gendarmerie-Wachtmeistern übertragen worden. Zur ordnungsmäßigen Durchführung der AnliefeNmg ist es erforderlich, daß kein Schlachtstück ohne des Ein­verständnisses der Wachtmeister zur Anlieferung kommt. Die Herren Bürgermeister ersuche ich dies den Landwirten sofort auf ortsübliche Weise bekannt zu geben. Den Handelsleuten und Metzgern, die Schlachtvieh angekauft haben, wird anheimgesteüt, den Gendarmerie-Wachtmeistern davon Mitteilung zu machen, damit dieser die Anlieferung anordnet.

J. A. Nr. 1683. Der Landrat.

von Grunelius.

Bekanntmachung.

In Ausführung der Verordnung der Preußischen Regierung vom 18. Februar d. Js., durch welche die am 26. Januar ds. Js. gewählte ver,assunggebende preußische Landesversammlung berufen wird, am 5. März 1919 in Berlin zusammen zu treten, machen wir hierdurch bekannt, daß die Eröffnung der Tagung am

5. März 1919, nachmittags 2 Uhr im , Sitzungssaale des Abgeordnetenhauses statt- finbön wird.

Persönliche Anmeldungen der gewählten Ab­geordneten können am 4. März 1919 von 9 Uhr früh bis 8 Uhr abends und am 5. März d. Js. von 9 Uhr früh «Mm

Prinz Albrechtstraße 5/6 erfolgen, wo auch etwa er­forderliche Mitteilungen wegen der Eröffnungssitzung gemacht werden.

Berlin, den 20. Februar 1919.

Ministerium des Innern.

J. A.

Mei,st er.

Hersfeld, den 28. Februar 1919. Wird veröffentlicht.

Tgb. Nr. i. 1968. Der Landrat.

J. B.:

Funke, Kreissekretär.

Bus der Heimat,

* «Vorläufig unveränderte Kohlen- p reise.) Eine Zechenbesitzer-Versammlung des Rheinisch-Westfälischen Kohle n-Syndikats hat be­schlossen, die Richtpreise für Kohlen und Koks bis zum 31. März ds. Js. unverändert zu lassen. Die Fest­setzung der Brikettpreise abK richtet sich nach der Ge­staltung der Preise für Pech.

" * (Keine Beseit ig ung der Magtstrats- Kollegien.) Wie von amtlicher Seite verlautet, ist die neulich von derDeutschen Parl.-Korr" ge­meldete Reform der Städteordnung, wonach die Magistratskollegien beseitigt werden sollten, unrichtig. Aus Berlin wird den Stadtverwaltungen von der preußischen Regierung mitgeteilt, daß die Magistrats­kollegien in der bisherigen Form als Kontroll- bezw. Vorberatungsinstanz erhalten bleiben sollten. Die Magistratsmitglieder werden von der Stadtver­ordnetenversammlung in Gemeinschaft mit dem Magistrat gewählt; es können auch Mitglieder der Bürgerschaft zu Magistratsmitgliedern gewählt werden, nicht nur Stadtverordnete. Ueber die Zahl der Magistratsmitglieder haben die beiden städtischen Körperschaften zu bestimmen.

* «Allgemeine Krankenversicherungs- pflicht der Dien st boten). Bisher konnte ein Dienstboten auf Antrag der Herrschaft, sofern ihm diese Kranken Unterstützung vertraglich zugesichert hatte von der Krankenversicherung befreit werden. Von jetzt ab sind, nach derGermania", diese Befreiungen auf­gehoben und die nunmehr versicherungspflichtigen Dienstboten müssen spätestens bis zum 2. März bei der Kasse augemeldet werden. Für Dienstboten, deren Versorgungen Krankheitsfällen eine hierfür besonders geschaffene Einrichtung übernommen hat, erlischt die

Hausfrauen!

Spart Kartoffeln! Schützt Eueren Haus­halt vor Kartoffelmangel! Verbraucht nicht mehr als 5 Pfund wöchentlich für jede Person.

Weitere Zuweisungen unmöglich.

Befreiung erst mit dem 29. Juni 1919; diese Dienst* boten müssen bis zum 4. Juni augemeldet werden. Eingeführt ist ferner die Versicherungspflicht für solche in Betrieben oder im Dienste des Reiches, eines Bundesstaates oder anderer öffentlicher Verbände oder Körperschaften beschäftgten Personen, die, ohne Beamte oder lebenslänglich angestellt zu sein, von ihr befreit waren: für Beamte und lebenslänglich Angestellte bleibt die Befreiung in Kraft.

Friedberg, 25. Februar. Am Freitag abend erschoß der Bahnbedienstete Kraft beim Putzen seines Revolvers angeblich durch Ungeschicklichkeit seine Frau. Er wurde Sonnabend früh verhaftet.

tot Selfrüdjte!

Die bessere Versorgung der Bevölkerung mit Oelen und Fetten erfordert eine weitere Ausdehnung des Oelfruchtanbaues. Von den Sommerölfrüchten kommen für den hiesigen Bezirk in erster Linie Mohn und Senf in Frage. Für diese Früchte werden dieselben Preise wie im Vorjahre bezahlt. Der Anspruch auf Rücklieferung von Oel und Oelkuchen be­steht wie bisher; Landwirten, welche einen An- bauvertrag abschließen, wird eine Flächenzulage bis zum Höchstbetrage von 200 Mk. pro ha gewährt. Die Lieferung von Stickstoffdünger ist von dem Reichsausschuß für Oele und Fette

Saatgut kann von der L»tt»w. An- unv Ger­kaufs GesellschaftHeffeuland" in Cafsel, Kurfürstenstratze 12, oder die dem Raiffeisen- verbande angeschlossenen Darlehuskaffeu- vereiue oder die Firma Strauß Söhne tu Kirchhain bezogen werden. Jede weitere Aus­kunft erteilen die Landwirtschaftskammer in Caffel und die zuständigen Wioterschul- direktoreu.

W MKMlveWa».

Sitzung vom Donnerstag, den 27. Febenrar.

10

Präsident Fehrenbach eröffnete die Sitzung um Uhr 20 Min. m .

Eingegangen ist u. a. ein Gesetzentwurf zur Beiei- tigung der Folgen der Berkehrserschwerungen,

Znr dritten Lesung steht zunächst der Gesetzentwurf

über

die Bildung einer vorläufigen Reichswehr.

Abg. Dr. Fleischer (Ztr.) verlangt die Beseitigung aller Hemmnisse, die der Anwerbung entgegenstehen. Das aktive Unteroffizierkorps müsse und werde das Rückgrat der neuen Truppe bilden. Man müsse daher die berech­tigten Wünsche dieser Kategorie berücksichtigen und ihnen eine Teuerungszulage gewähren. Ebenso sei es erfor­derlich, den Multäranwärtern weit m<M als bisher entgegenzukommem .

Reichswehrminister Roste: Den Fragen der Teue­rungszulagen, der Versorgungsaeblihrnisse und anderer Regelung der Gebührnisse wird selbstverständlich die größte Aufmerksamkeit geschenkt. Die brannscywegnscke provisorische Regierung hat jedem Unteroffizier, der von feinem ZivilversorgüngsGein feinen Gehrawy macht, 8000 Mark versprochen. Die Reichsregierung öerckt gar­nicht daran, die Wechsel einzulosen, die die braunschwel- gische provisorische Regierung auf Kosten des Reiches ^^^Abg^ Bratz (Ü. Soz.): Die Reichstvetzr ist das uu- geeigneste Element zur Schaffung der Ordnung.

Abg. Laverrenz (Deutschnational): Schamlose Ver­breche!! und unerhörte Vergewaltigungen gehen täglich vor sich. Werbungen für das Ausland sind schon an der Tagesordnung. Sollen uns nicht wertvolle Kracke un­seres Volkes verloren gehen, so müssen Unteroffiziere und auch Offiziere in ihre Rechte wieder eingesetzt wer­den. (Beifall rechts.)

Abg. SchöpfLin (Soz.): Es ist eine Verleumdung, daß die Reichswehr gegen die Arbeiter verwendet Wer­der! soll. Herr Bratz war einer der Haupthetzer des Ltteiks im Ruhrgebiet. Im Ruhrgebiet waren nicht zehn Prozent der Arbeiter für den Streik. Die Arbens- niütioen sind mit GelMt in den Streik getrieben wAden.

ReichswebÄlttister Noske: Zu der Räubergeschichte (Heiterkeit) über Spitzelwirtschaft kann ich nur erklären, daß selbstverständlich die Neichsregierung keinerlei Äus- trüge in dieser Richtung gegeben hat. Die vorgÄragenen Behauptungen werden nachgeprüft werben. MUr wer­den Sorge tragen, daß die seit Monaten betriebene Uu- terminierungsarbeit nicht fortgesetzt werben kann. Herr Dr. Cohn, der mir zuruft, daß die Rcichsregieruna diese Epitzelwirtschast deckt, kann ja am besten über die rus- f^yi Rubelscheine Auskunft gehen. Mürrv, Muiru c

Det den unaoy.) Wir selbst würden verbrecherisch an unserem Volk sein, wenn wir nicht dafür sorgten, daß dem Verbrechertum ein Ende Bereitet wird.

Abg. Schöpflin (Soz.): Sobald matt die Unabhän­gigen wegen ihres Zufammenarbeitens mit den Spar­takisten stellt, schlagen sie sich seitwärts in die Büsche und stellen sich als Unbeteiligte hin. Tatsächlich hat die un- abhängige Presse und haben die Stebner der Unabhän­gigen fortwährend zum politischen Generalstreik aufge- E>ert. Auf diese Weise sabotiert man die Errungen- ften der Revolution. (Sehr richtig!) Erfurt ist eine von den Unabhängigen beherrschte Stadt./ Bor einer halben Stunde wurde mir aus Erfurt gemeldet, daß dort alle Fabriken mit Maschinengewehren und Handgrana- tenwerfer besetzt sind und die Arbeiter mit Waffenge­walt aus den Fabriken entfernt werden. (Lebh. Hört! Hört!) ©rfitit aber ist nicht spartakistisch, sondern unab- hängig. Die aufgereizten Waffen übergehen jetzt schon die Führer der Unabhängigen. Wir rufen der deutschen Arbeiterschaft zu: Laust nicht dielen sinnlosen Dingen nach. Es geht um die Existenz des Volkes und dicjeni- ^en, die Euch in Deutschlands schwerster Stunde ins Nn- glück trieben, werden verschwinden, wenn die Sache schief geht. (Lebh. Beifall bei der Mehrheit!

Abg. Cohn (11. S.): Es wäre unmöglich gewesen, im Ruhrrevier die Massen der Streikenden einfach im Stich zu lassen.

Abg Hue ruft: Sie wollten ja garnicht streiten.

Präsident Fehrenbach: Ich bezweifle, daß das deut­sche Volk an diesem Vormittag seine Freude hat i Sehr richtig.) Es wird letzt überhaupt nidü mehr zum Wehr- gesetz geredet, weil Herr Braß andere Fragen ange­schnitten hat. Ich werde in üufunft die Ordnung des Hauses strenger handhabe:!. (Beisall.»

Neichswehrminister Noske: Wenn die 3(eflicritna den Versuch macht, sich ein Instrument zu schaffen, um der Unordnung und der Gervalttätiakeit im Lande ent- gegenzutreten, dann schreien wieder Herr Cohn und seine Freunde Beter Mmöio, daß die Regierung nickt vor Anwendung der Gewalt zurückschrecU. Das ist eine Treiberei, wie ich sie mir gemeingefährlicher nicht vor- sielten kann. Herr Hohn und seinen Freunden autzer- balb dieses Hauses liegt daran, der Regierung jede Waffe aus der Hand zu nehmen. Die Tatsache steht fest, daß 3 offe die Parteifreunde des Herrn Cohn, Haase und Zarth, vor aller Oeffentlickkeit als Lügner gebrandmarkt hat, weil sie in Abrede gestellt haben, russische Gelder in Empfang genommen zu haben. Die Tatsache steht fest, daß Haase hinterher erklärt hat, er sei ein so harmloses Gemüt (Heiterkeit), daß er mmenorirmen habe, datz tue Hunderttansende von Mark, die in die Hände Barths gelegt worden sind, von deutschen Kapitalisten gegeben worden seien, ausgerechnet zu dem Zweck, damit ihre Arbeiter ihnen den Hals umdrehen. (Erregte Zurufe bei den U. 'S.: Das hat er nicht gesagt, das ist eine Lüg«)

Präsident Febrenvach ruft de» «o». »Mn wegen «N ses Zurufes zur Ordnung.

Noske: Der Vorwurf, der von Herrn Cohu tount* trifft mich nicht.

Präsident Fetzreudach: Herr Reichsuttnister, eine solche Benrerkung einem Mitglied des Hauses gegenüber ist unzulässig. Ich rüge sie.

Aoske: Die Herren voll der urmdhängigen SoziaZ- denwkratie mögen sich wenden unb drehen, wie sie wol­len, die Ernpsmignahme des russischen Geldes und seine Verwendung ist ein so peinliches Kapitel für sie, datz sie niemals mrstande sein werden, sich vor dem deutsche, Volk zu rechtfertigen.

Ei« Schlutzantrag wird augeuooune«.

Nach längeren persönlichen Bcmerkiuigen der Abag. Braun (Soz.), Dr. Cohn tu. S.) und Frau Zietz (u. 6.) wird das Wehrgesetz in dritter Lesung gegen sie Sttm- me« der Nnahhättgigen ang«lo«nwn.

Die Vorlage auf Zulaßung von HUsomitglied«»« zum Patentamt wird in allen drei Lesungen verabschie­dest ebenso das Notgesetz für Elsatz-Sothriugen.

Hierauf wird die Sitzun« bis M Uhr uachmtttass auSgesetzt.

Die schwach besuchte Nachmitlagositzung legte davon Zeugilis ab, daß die unsachliche Weitschweifigkeit am Bormirtag vielen Bolksvertretern die Ärbeitssreudigkeit verleidet hatte. Zu dem auf der Tageövrdumig ste­henden UebergangSgesetz lagen Anträge von rechts und links vor. Die Rechtvpnrreten vollsten das Berors- nungsreckt, die Unabhängigen die Befugnisse von Reichspräsident und Staatenhaus beschränken. Wintuer Larrdsberg bekämpfte die Anträge der Opposition. In der Debatrc ergriff nach einem ZentrumSvertreter ber Retchsarbclisminister Bauer das Wort, um einige Ber- viSnungen seines Refforts zu rechtfertigen. Die Okcinv warteten bringen starke Bedenken vor, datz durch das Ge setz Sie zahlreichen Verordnungen der früheren Volk- beauftragten legalisiert werden sollten und daß daünrw eine Feulegung der BerwaltungspraxiS in fo.üohtdubcm Sinne herbeiaeführl werden könnte. Sie verlangen elm Krmnntssionsoeratung unb Vorlage aller vom 9. Novem­ber bis 10. Februar erlassenen Verordnungen. Auch die Demokraten und das Zeutrum fdKuen sich, die Ver­ordnungen der drei Revoluttousmonatc ungesehen gu«- zuheißen. Auch der Unabhängige Dr. Cohn ist mit Dem Gesetzentwurf keineswegs zufrieden. Die Debatte schleppt sich endlos weiter, und, als endlich in später Aveodilunde die Borlage in zweiter Lesung angenommen wurde, ist off mi ng geschwunden, daß am Sonn abend dre

Verhandlungen für 14 Tage ausgesetzt werden

'Nächste Sitzung: Freitag iu Uhr: Poleninterpellch tivn, dritte Beratung des Uebergangsgesetzes, Vers«:- lüng-geser