Hersfel-er Tageblatt
Hersfelder Kreisblatt
Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 2.10 Mark, durch die Post bezogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld.
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Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersseld
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Erscheint jeden Wochentag nachmittags. — Fernsprecher Nr. 8.
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N^ 28
Montag den 3. Februar
1919
Amtlicher Teil.
Hersfeld, den 30. Januar 1919.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises, soweit sie noch rückständig sind, erinnere ich an die Erledigung meiner Verfügung vom 13. Jan. ds. Js. — A. No. 291 — betreffend Angabe, auf wie hoch sich am 1. Januar 1919 das Soll an Gemeindeeinkommensteuer zu den Sätzen von 1,20 Mark und .weniger belaufen hat. J. A. Nr. 1038.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses. vonGrunelius.
Bekanntmachung.
Bei den Wahlen zur verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung sind im 19. Wahlkreise, der
die Provinz Hessen Nassau (ohne die Kreise Schaumburg und Schmalkalden), den Kreis Wetzlar vom Regierungsbezirk Coblenz sowie Schmalkalden um
faßt, entfallen:
1. aus Wohlvorschlag Dißmann
42 980 Stimmen,
2. auf Wahlvorschlag Luppe 230 132
3 auf Wahlvorschlog Müller-Fulda 187 579 „
4. auf Wahlvorschlag Rießer 64 465 „
5. auf Wahlvorschlag Scheidemann 463 113 „
6 auf Wahlvorschlag Veidt 106078 „
7. auf Wahlvorschlag Waßmann 279 „
Die zu einer Gruppe vereinigten Wahlvorschläge
3 (Müller-Fulda), 4 lRießer) und 6 «Veidt) haben somit zuiammen 358122 Stimmen erhalten. Gewählt sind:
1. Bürgermeister Dr. Hermann Luppe, Frankfurta/M.,
2. Oberbürgermeister Erich Koch, Cassel,
3. Professor Walter Schücking, Marburg a/L.
4. Rentner Lttchard Müller, Fulda,________________
6 Mittelschullehrer Jean Albert Schwarz,
Frankfurt a/M.,
7. Universitätsprofessor Geh. Justizrat
Dr. Jakob Rießer, Berlin,
8. Volksbeauftragter Philipp Scheidemann,
Berltn-Steglitz,
9. Schriftsteller Dr. Max Quark, Frankfurt a/M.,
10. Stadtverordneter Georg Thöne, Cassel,
11. Schriftsteller Gustav Hoch, Hanau,
12. Schuhmachermeister Friedrich Brüyne, Sachsenhausen,
13. Ehefrau Johanna Tesch, Frankfurt a/M,
14. RechtSanwaltDr Hugo Sinzheimer, Frankfurt a/M.,
15. Pfarrer Karl Veidt, Frankfurt a/M.,
Cassel, den 26. Januar 1919.
Der Wahlkommissar des 19. Wahlkreises für die Wahlen zur verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung.
Fritsch, Overlandesgerichtspräsident. * * * Hersfeld, den 30. Januar 1919.
Wird veröffentlicht.
Tab. No. l. 962. Der Landrat.
J. V.: Funke, Kreissekretär.
Der Regierungspräsident
als Cassel, den 20. Januar 1919.
Demobilmachungskommissar.
A. lll. D. 738.
Bekanntmachung.
Betrifft: Gebührnisregelnug der zur Entlassung kommenden Mannschaften.
Behelfsmäßig entlassene Mannschaften wenden sich vielfach an die Bezirkskommandos und verlangen dort Auszahlung des Entlassungsgeldes oder der sonstigen rückständigen Gebührnisse und Ausgabe von Bekleidungsstücken.
Da die Bezirkskommandos aber keinesfalls in der Lage sind, den Entlassenen sofort das Entlassungsgeld od. andere rückständige Gebührnisse pp. auszuzahlen, weil alle diese Forderungen zunächst durch Rückfragen bei den z Zt. vielfach garnicht bekannten Ers.-Truppen- teilen auf ihre Berechtigung geprüft werden müssen, hiermit aber längere Zeit vergeht, so werden alle entlassenen Mannschaften aufgesordert, ihre Forderungen den Bezirkskommandos zu melden und abzuwarten, bis ihnen von dort Nachricht zugesandt wird.
Cassel, den 15. Januar 1919.
Der Zentral-Soldatenrat Von feiten des Generalfür den gereich kommandos.
des 11. Armeekorps. Der Chef des Stabes, gez. Unterschrist. gez. Unterschrift.
Oberstleutnant.
* * * Hersfeld, den 29. Januar 1919.
Wird veröffentlicht.
Tgb. No. 11. 117. Der Landrat.
I B.:
Funke, Kreissekretär.
Bekanntmachung der Reichsregierung sowie der Staatssekretäre des Reichswirtschastsamts nnd des Reichsamts für wirtschaftliche Demobilmachung über die Gültigkeit der während des Krieges von dem Bundesrate, dem Reichskanzler, der Heeresverwaltung und den militärischen Befehlshaber» erlassenen wirtschaftlichen Verordnungen.
Vom 28. Dezember 1918.
Eingriffe einzelner Personen sowie örtlicher Instanzen in die durch kriegswirtschaftliche Verordnungen geregelten-Gebiete zeugen von der vielfach herrschenden Auffassung, daß diese Verordnungen durch die Aenderung der Regierungssorm außer Krast getreten seien. •
Demgegenüber wird ausdrücklich festgestellt, daß alle von dem Bundesrate, dem Reichskanzler, der Heeresverwaltung und den militärischen Befehlshabern innerhalb ihrer Zuständigkeit erlassenen kriegs- i wirtschaftlichen Verordnungen, soweit nicht ihre Auf- i Hebung seitens der zuständigen Stellen besonders ■ verfügt ist, ihre Wirksamkeit in vollem Umfang behalten haben und daß aur in Zukunft die Regelung der Bewirtschaftung der i-' Frage kommenden Stoffe ausschließlich den in den Werordnungen genannten oder den inzwischen an ihre Stelle getretenen Behörden Vorbehalten ist. Jedes Eingreifen Dritter in die durch kriegswirtschaftliche Anordnungen geregelten Gebiete ist unzulässig und strafbar. Das gilt auch für Handlungen von Landes- und lokalen Instanzen, denen die Befugnis zu wirtschaftlichen Maßnahmen nicht ausdrücklich übertragen ist.
Berlin, 28. Dezember 1918.
Die Reichsregierung
Ebert. Scheidemann.
Der Staatssekretär des Reichswirtschaftsamts. MWMWWM ^ Wr. M u g u n M irrtet. -M«
Der Staatssekretär des ReichsamtS für wirtschaftliche Demobilmachung. KoetH.
Kündigung von Mietwohnungen.
Generalkommando 11. A. K.
III c No. 379.
Cassel, den 14 Januar 1919.
Es wird nochmals darauf hingewiesen daß, mit Aufhebung des Belagerungszustandes der Befehl des stelln. Generalkommandos 11. A. K. vom 13. August 1918 betreffend Kündigung von Mietwohnungen aufgehoben ist.
Für den Zentral-Soldatenrat im Bereich des 11. A. K. gez. Borchers.
Von feiten des Generalkommandos. Der Chef des Generalstabs. Bronsart von Schellendorff Oberstleutnant. * 2 *
Hersfeld, den 29. Januar 1919. Wird veröffentlicht.
Tgb. No. 1. 740. Der Landrat.
J. V.:
Funke, Kreissekretär.
Bekanntmachung betreffend
Höchstpreise für Eisen,"Stahl und Walzensinter.
Nr. F. N. 1080/12. 18. K. R. A.
Im Auftrage des Reichsamts für die wirtschaftliche Demobilmachung wird folgendes angeordnet:
Die auf Grund des Ersuchens des Kriegsministeriums, Kriegsamt vorn 16 J ini 1917 Nr.. Bst 848,6. 17. K. R A. erlassenen Bekanntmachungen der Militärbefehlshaber, betreffend Höchstpreise für Eisen und Stahl (Roheisen und Rohuahl, Halbzeug und Erzeugnisse aus Eisen und Stahl gewalzt oder gezogen) sowie die Bekanntmachung betreffend Höchstpreise für Walzensinter Nr. E 750 8. 18. K R A vom 10 August 1918 treten mit Wirkung ab 1. Januar 1919 außer Kraft.
Durch diese Aufhebung wird die Wirksamkeit von Verträgen, die zur Zeit des Bestehens der festgesetzten Höchstpreise abgeschlossen worden sind, nicht berührt Ist in solchen Verträgen der Preis durch den jeweils zur Zeit -er Lieferung geltenden Höchstpreis bestimmt, so tritt an Stelle der Höchstpreises der zur Zeit der Lieferung angemessene Preis. Für Lieferungen, die zum Zwecke der Ausführung von Notaibeiten im Sinne der Verordnung des Reichsamts für die wirtschaftliche Demobilmachung Nr. 11 190/18. D. M. A. vom 21. November 1918 auszuführen sind, dürfen keine höheren Preise gefordert oder gezahlt werden, als die im letzten Vierteljahr 1918 gültigen Höchstpreise.
Berlin, den 5. Januar 1919.
, Kriegs-Rohstoff-Bbteilung. Wolffhügel. ♦ - ♦
Hersfeld, den 28. Januar 1919. Wird veröffentlicht.
Tgb. Nr. 1. 617. Der Landrat.
I. B:
Funke, Kreissekretär.
Bus der Heimat.
* (Lebensmittelvorräte bei Privaten.)
Die „Deutsche Allg. Zig." erfährt von maßgebender Stelle, daß das Reicks-Ernährungsamt nicht daran denke, irgendwelche privaten Lebensmittelvorräte zu beschlagnahmen. Hiermit fallen alle gegenteiligen Gerüchte, die vor den Wahlen in einigen Blättern verbreitet wurden, hinweg.
* Die Einführung obligatorischen Turnunterrichts von mindestens sechs Wochen- stunden für beide Geschlechter und alle Schulgattungen bildet Gegenstand einer Eingabe, die der Preußische Lehrerverein an das preußische Unterrichtsministerium eingereicht hat. Zu diesem Zwecke wird die Schaffung eines staatlichen Gesetzes zur Errichtung von Spielplätzen, Turnstätten und Jugendherbergen empfohlen und die Errichtung einer staatlichen Zentralstelle im Unterrichtsministerium als wünschenswert bezeichnet.
):( Hersfeld, 3 Februar. (Diebstahl). In der Nackt vom Sonnabend zum Sonntag begegneten gegen
1 Uhr einem Beamten des Wach- nnd Schließ-Jnsti- tuts drei Soldaten, die einen Ballen Tuch trugen. Nach näherer Untersuchung ergab es sich, daß das Tuch aus einer hi«sigen Tuchfabrik gestohlen war.
§ Hattenbach (Kr. HerSfeld), 30. Januar. Damit die Segnungen der Revolution und der dadurch bedingten neuen Kultur ungehemmt und „gradlinig"
— Kultusminister Adolf Hoffmann — auf die Schul« | linder einwirlen können, sind die Bilder des ehe- UiUll^cti UUMK1V -»»-V ^tta
der hiesigen Schule verschwunden.
Aus der Rhön, 30. Januar. Die sechs Zigeuner, welche bekanntlich Ende November in der Nähe von Wildflecken mit Hilfe einer Militärpatrouille festgenommen wurden, sind jetzt verurteilt worden. Fünf erhielten je ein Jahr Gefängnis und einer wegen feiner Jugend 8 Monate.
Eschwege, 31. Januar. Eine recht unangenehme Erfahrung mußte gestern ein hiesiger Kaufmann machen. Er hatte von seinem Fabrikanten eine Kiste Waren erhalten. Beim Oeffnen der Kiste stellte sich nun heraus, daß dieselbe nicht den angegebenen Inhalt enthielt, sondern mit Mauersteinen gefüllt war. Wie so manche kaum begreifbaren Vorkommnisse in unserem „spartaktftischen" Zeitalter, so bildet auch dieses ein Zeichen'der Zeit. Was man früher nur in Rußland für möglich hielt, ist bei uns Wirklichkeit geworden.
Bad Orb, 26. Januar. Im benachbarten Aufenau ist eine ganze Familie von der Militärbehörde verhaftet worden, weil sie HeereSgut, das ein Automobil und zwei Wagen füllte, unrechtmäßig erworben haben soll.
Göttinge«, 30. Januar. Wie sehr die Arbeitsunlust gestiegen ist, beweist ein Arbeitsgesuch eines Gutsbesitzers, welcher 10 landwirtschaftliche Arbeiter und 2 Volontäre suchte.. Gemeldet hatten sich 3 Arbeiter, dagegen 120 Volontäre, welcke bei einer Lehrgeldzahlung von 1800 Mark sich jeder Arbeit unterziehen zu wollen bereit erklärten.
' Marburg, 31. Januar. Marburg zeigt jetzt wieder voll und ganz das ollgewohnte FriedenSbild. Es sind bereits soviele Studierende eingetroffen, daß das neu ins Leben gerufene studentische Wohnungsamt Mühe hat, sie alle unterzubringen. Das Gas- und Elektrizitätswerk hat sich bereit erklärt, bei Neueinrichtungen von Studentenwohnungen für die sofortige Fertigstellung der Beleuchtungsanlagen zu sorgen
Darmstadt, 29. Januar. Eine Versammlung, welche sich mit der Frage der Bildung eines Groß- Hessens mit der Abtrennung von Rhein-Hessen und Hinzuziehung von Hessen-Nassau und eines Teils von Hannover befaßte, nahm einstimmig folgende Entschließung an: Die Versammlung nimmt mit Befriedigung von der Erklärung des Staatsministers > Ulrich Kenntnis, nach der die hessische Staatsregierung ; Wünsche ablehnen wird, welche Hessen schädigen werden. Die Versammlung legt aufs Entschiedenste Verwahrung ein gegen die Möglichkeit, daß Darmstadt bei einer etwaigen Neugliederung im Reiche seinen Charakter als Landeshauptstadt verlieren könnte.
Alzey (Rheinhessen), 29. Januar. In der Götzschen Schuhfabrik entstand eine Benzin-Explosion. Vier Männer wurden getötet. Die Besitzerstochter ist im brennenden Gebäude umgekommen.
Northeim, (Sann.), 1. Februar. Ein schweres Explosionsunglück hat sich auf der Strecke von hier nach Wülsten ereignet. Durch Sprengstücke einer beim Umladen explodierenden Handgranate wurden ein Feldwebel und zwei Landsturmleute vom Land- sturmbatatüon 287 lebensgefährlich verletzt.