HersWer Tageblatt
Hersfelder Kreisblatt
Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 2.10 Mark, durch die Post be- ; zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei : Hersfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld, i
Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld
■ Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im ! amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfeimig. Erscheint jeden Wochentag nachmittags. — Fernsprecher Nr. 8.
M 351
Donnerstag den 30. Januar
1919
Amtlicher Teil.
Bellmnlmachlmg betrifft Echuhbedarfslchein.
Auf Grund der Verordnung der Reichsstelle für Schuhversorgung vom 9. 12. 1918 § 4 Absatz 2 verlieren die bis zum 14. Januar 1919 auf den bisherigen alten Vordrucken ausgefertigten Schuhbedarfsscheine am 1. Februar 1919 ihre Gültigkeit.
Schuhbedarfsscheine, auf die bis zu diesem Zeitpunkte (1. Februar 1919) eine Belieferung mit Schuhwerk noch nicht erfolgen kann, sind von den Aus- fertigungsstellen sBezugsscheinausgobestelle I in Hers- seld und li in Heringen), die diese Schuhbedarfsscheine ausgestellt haben, unter Verwendung der neuen Vordrucke umzutauschen d. h. umzuschreiben.
Nach dem 1. Februar 1919 dürfen von den Schnh- warenhändlern nur auf die neuen Schuhbedarfsscheine lVordrucke auf Papier mit Wasserzeichen und grauen Ueberdruck R. St.) Schuhe geliefert werden, die alten Schuhbedarfsscheine svor dem 14. Januar 1919 ausgestellt) sind von den Verkaufsstellen für Schuhwaren zurückzuweisen.
Hersfeld, den 29. Januar 1919.
Der Landrat.
J. V.:
Funke, Kreissekretär.
Hersfelb, den 27. Januar 1919.
Diejenigen Landwirte, welche bisher das nötige Saatgut an Hülsenfrüchten nicht erhalten konnten, wollen schleunigst die Saatkarten hierher einsenden, WWWMWMMMffMMWWWMMMMMM ' anfordern kann.
Tgb. No. K. G. 360. Der Landrat.
von Grunelius.
Hersfeld, den 20. Januar 1919.
An die Herren Bürgermeister des Kreises.
Bei den Revisionen der Mühlen durch die beiden Ueberwachungsbeamten der Reichsgetreidestelle ist wiederholt festgestellt worden, daß die Mahlkarten nicht auf eine bestimmte Fruchtart ausgestellt sind. Nach den bestehenden Bestimmungen darf eine Mahlkarte nur auf eine Fruchtart lauten. Ich ersuche für die Folge diese Anordnung genau zu beachten u. alle anderen, auf dem Vordruck vorgesehenen Fruchtarten, deren Vermahlung nicht in Betracht kommt, durchzustreichen. Vor Aushändigung der Mahlkarten sind die Selbstversorger von Ihnen zu befragen, welche Fruchtart vermahlen werden soll. Tgb. No. K. G. 63. Der Landrat.
von Grunelius.
Hersfeld, den 28. Januar 1919.
MeldrOW Inc gewerbliche Verbraucher im Februar.
Gewerbliche Verbraucher von mindestens 10 t Kohle, Koks und Briketts monatl. müssen lt. Be- kanvtmachung vom 4. Januar 1919 sReichsanzeiger No. 5)die üblichen Meldungen in der Zeit vom 1. bis 5. Februar 1919 erneut erstatten. Die Meldepflichtigen werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Preise für die Meldekarten erhöht worden sind. Die Meldekarten sind nunmehr bei den bekannten Stellen lOrts- oder Bezirks kohlen-, Kriegswirtschafts-, Kriegsamt- stelle- bezw. der an ihre Stelle getretenen Zivilverwaltungsstelle) zum Preise von 35 Pfg. für ein Melde- kartenhest mit 4 Karten (40 Pfg. mit 5 Karten) nebst Wortlaut der Bekanntmachung sowie von 10 Pfg. für eine Einzelkarte erhältlich.
Tgb. Nr. 1. 901. Der Landrat.
. . Funke, Kreissekretär.
Hersfeld, den 28. Januar 1919.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises ersuche ich, alles etwa von durchziehenden Truppen zurückgelassene mechanische Heeresgut unter Angabe des Lagerplatzes der Kriegsamtstelle in Cassel, Technische Bezirksdienststelle anzumelden. Tgb. Nr. >. 731. Der Landrat.
_______________________Funke, 'Kreissekretär.
Hersfeld, den 28. Januar 1919.
Die aus dem Felde zurückgekehrten Fleisch- und Trichinenbeschauer, die noch mit der Nachprüfung in der Fleisch- und Trichinenbeschau im Rückstände sind, werden darauf aufmerksam gemacht, daß sie ihren die- bezüglichen Verpflichtungen alsbald nachzukommen haben.
Tgb. Nr. i. 813. Der Landrat.
A V.:
Funke, Kreissekretär.
Hersfeld, den 21. Januar 1919.
Der Bürgermeister Schade von Allmershausen ist als solcher Wiedergewählt und von mir bestätigt worden. I. A. Nr. 604.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses. > von Grunelius.
Bekanntmachung über Aufhebung von Bekanntmachungen, betreffend Web-, Wirk- und Ltrickwaren.
Vom 16. Januar 1919.
Auf Grund des Erlasses des Rates der Volks- beauftragten über die Errichtung des Reichsamts für wirtschaftliche TemobilmachungsDemobilmachiingsamt) vom 12. November 1918 sReichs-Gesetzbl. S. 1304) wird verordnet, was folgt:
Die Bekanntmachung des Bundesrats über Preisbeschränkungen bei Verkäufen von Web-, Wirk- und Strickwaren vom 30. März 1916 «Reichs-Gesetzblatt S. 214) nebst Nachtrag vom 14. September 19I6<Reichs- Gesetzbl. S. 1022), die Bekanntmachung des Bundesrats über Preisbeschränkungen bei Verkäufen von Seilerwaren vom ^1. Juni 1916 sReichs-Gesetzbl. S. 545) sowie die Bekanntmachung des Bundesrats über das Verbot einer besonderen Beschleunigung des Verkaufes von Web-, Wirk- und Strickwaren vom 25. Februar 1916 «Reichs-Gesetzbl. S 121) treten mit dem Tage der Verkündung dieser Bekanntmachung außer Kraft.
Berlin, den 16. Januar 1919.
Reichsamt für wirtschaftliche Demobilmachung. K v e t h.
Hersfeld, den 29. Januar 1919.
Das dem Kreise Hersseld.für den Monat Februar üverwtesene Earvio ist numnepr erngelronen uno kann bei den nachbenannten Händlern in Empfang genommen werden. Das kg. kostet 1,60 Mark.
Als Händler kommen in Betracht: Gebr. Diebel, Hermann Wittekind, Consumverein, Rosenberg, F. W. Auel und Adlerdrogerie in Hersfeld, Gewerkschaft Heimboldshausen, F W Peter, Friedewald, Kaufmann Steinhauer, Motzfeld, Kaufmann Scheer, RaNSbach, Gutberlett, Schenklengsfeld, W. Katz, Schenklengsfeld, E. Natban, Schenklengsfeld, I. Fink, Solms, Kaufmann Nuhn, Kirchheim, Witwe Chr. Götz, Wölfers- Haufen, Krause, Kleinensee.
Tgb. Nr. I. 835. Der Landrat.
Funke, Kreissekretär.
Bus der Heimat.
* sWas bedeuten 200 000 Tonnen Brotgetreide). Wir sollen zunächst 200 000 Tonnen Brotgetreide erhalten Was diese Menge für unsere Volksernährung bedeutet, erkennt man aus einem Vergleich mit der Einfuhr von Brotgetreide im letzten Jahre vor dem Kriege. Unter Berücksichtigung unserer sehr bedeutenden Ausfuhr an Roggen und der Ausfuhr von Weizen, die etwa den 5. Teil der Einfuhr ausmachte, hatten wir im Jahre 1913 einen Einfuhrüberschuß von 1,4 Millionen Tonnen Brotgetreide. Die uns jetzt in Aussicht gestellten 200 000 Tonnen bedeuten mithin nur den siebenten Teil der Jahres- einfuhr vor dem Kriege. Wenn aber unserer Volksernährung eine durchgreifende Hilfe zuteil werden soll, dann bedarf es im Laufe dieses Wirtschaftsjahres noch weit größerer Mengen an Brotgetreide. Ferner sind uns 70000 Tonnen Schweinefleisch in Aussicht gestellt. Im Jahre 1913 wurden rund 21 000 Tonnen Schweinefleisch und 32 000 Tonnen Rindfleisch einge. führt. Die in Aussicht stehenden 70 000 Tonnen Fleisch würden mithin unsere Einfuhr im Jahre 1913 um 17 000 Tonnen überschreiten.
* Das Iahr 1919 wird zwei Sonnenfinsternisse und eine Mondfinsternis bringen. Die.erste Sonnenfinsternis wird am 29. Mai, die zweite am 22. Nko- vember in Erscheinung treten. Die erste wird eine totale, aber in unseren Breiten nicht sichtbar, die zweite eine ringförmige sein. Diese wird teilweise in Deutschland beobachtet werden können und zwar in der Linie Darmstadt-Dortmund. Die Mondfinsternis beginnt um Mitternacht des 7. Novembers. Sie ist eine partielle von geringer Ausdehnung und ist auch in Deutschland wahrnehmbar.
§ Hersfeld, 30. Januar. Vaterländische Pflicht ist es für jeden Deutschen, nach Kräften dazu beizutragen, daß der Bedarf an Banknoten und Münzen eingeschränkt und der Wert der deutschen Währung dem Auslande gegenüber erhöht wird. Das kann in der Weise geschehen, daß jeder, der dem Postscheckverkehr noch fernsteht, dem Gebot der Stunde entspricht und sich ein Postscheckkonto nimmt. Die Beteiligung an dieser zum Nutzen der Allgemeinheit geschaffenen wesentlich verbilligten Einrichtung wird daher^ein dringlich empfohlen.
Rotenburg a. Fulda, 28. Januar. Ein Proviant
zug, der in der Nähe der Station Heinebach liegt' wurde in der vorigen Nacht überfallen. Es fand ein heftiger Kampf statt, zwischen den Angreifern und den militärischen Wachtposten. Einer dieser Wachtposten ist getötet, der andere schwer verwundet. Von den Attgreisern sind 2 dingfest gemacht, es sind Arbeiter aus Heinebach, einer davon ist verwundet. Die Sache erregt hier großes Aufsehen.
Fnida, 28. Januar. In der verflossenen Nacht gegen Val Uhr gingen Oberleutnant W. mit 5 jüngeren Offizieren von der Stadt zum Kasernenviertel. Vor dem Hause des Malermeisters K. hielten sie sich eine Weile unter Rufen u. Absingen eines vaterländischen Liedes auf. Dann setzten sie den Heimweg fort. Als sie etwa 50 Meter vom Hause sich entfernt hatten, fiel aus diesem ein Schuß. In großer Erregung eilten die Offiziere zurück, stießen in der Haustür und im Hausflur auf K Vater und Sohn und in dem Verlaufe eines erregten Wortwechsels wurde Oberleutnant W. im dunklen Hausflur vom K. Sohn erschossen. Ein Offizier meldete sofort den Vorfall der Polizeiwache, K. Sohn schloß sich freiwillig an und wurde in Haft genommen. Die sämtlichen bei dem Vorfall anwesenden Offizieren waren ohne jede Waffe.
Cassel, 27. Januar. Unter der Führung des Rittmeisters Boehm traf die 4. Eskadron des 14. Husarenregiments aus der Ukraine in Cassel ein. Bet ihrer Ankunft am Bahnhof wurden die Truppen von Unteroffizier Brandt vom A- und S-Ral mit einer Ansprache begrüßt. Die etwa 100 Mann und 100 Pferde umfassende Eskadron marschierte sodann geschlossen zur Kaserne in der Frankfurter Straße. In den nächsten Tagen werden wettere Teile des Regiments erwartet.
Herborn, 24. Januar. In dem Dorfe MuderS- bach an der Sieg machten sich am Mittwoch in den Abendstunden vier Kinder mit Hammer und Meißel
^^N.denl>n Granate zu schaffen. Das Geschoß explodierte und die Kinder wurden in Stücke gerissen. Ferner wurde eine Frau verletzt und ein in der Nähe befindliches Haus beschädigt.
Hanau, 28. Januar. Der Verlag des Hanauer Anzeigers gibt bekannt: Durch daS tatkräftige Eingreifen der Regierung ist der Verlag und die Druckerei des Anzeigers mit dem heutigen Tage wieder in unseren ungestörten Besitz gelangt. Unsere Leser werden von nun ab die von der bisherigen Redaktion, die im Fahrwasser der Spartakistengruppe der hiesigen U S. P schwamm, beliebten Artikel nicht mehr finden. In ihnen wurde alles, was bisher dem Innersten der großen Mehrheit des Volkes hehr und heilig war, in den Schmutz gezogen. Sie nötigten jeden anständig denkenden Menschen, das Blatt ungelesen aus der Hand zu legen.
Eisenach, 28. Januar. Dem hier ansässigen Werra- Kanal-Bauverein wurden von der provisorischen Regierung vonSachsen-Weimar-Eisenach zurFörderung seiner Arbeiten 75000 Mark bewilligt.
Scherfede, i. W., 28. Januar. Ueberfahren und getötet wurde auf dem hiesigen Bahnhof ein Rangierer von einem durchfahrenden Schnellzug.
Gelnhausen, 26. Januar. Nach einer amtlichen Bekanntmacbung ist laut Verfügung des Zentral-Ar- beiterrates Cassel der seitherige Vertreter am Landratsamt, Honzen aus Hanau, wieder in sein Amt eingesetzt worden.
Ohrdruf, 25. Januar. ES ist geplant, den hiesigen Truppenübungsplatz entweder für Kriegerheimstätten zu verwenden oder mitsamt dem Lager wegen der neuzeitlichen Einrichtung in seiner Verwendung bestehen zu lassen.
Mainz, 27. Januar. Weil der „Mainzer Anzeiger" der Zensur einen der „Köln. Volksztg. entnommenen Artikel über eine Differenz zwischen Foch und einem anderen französischen General vorgelegt, also noch nicht einmal abgedruckt hatte, wurde er auf 14 Tage verboten. Außerdem muß der Verlag 1000 Mark Geldstrafe bezahlen.
Mühlhansen, i. Thr., 27. Januar Die Pferde deS Gemeindevorstehers K. aus Hallendach wurden vor dem Schwenken einer roten Fahne in der Nähe deS Pulverschuppens scheu und gingen durch Die beiden dort aufgestellten Posten feuerten unerklärlicherweise hinter dem Wagen her, wobei von den auf dem Wagen sitzenden Personen ein zweijähriges Kind durch Kopfschuß sein Leben einbüßte.,