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Sersfelder Tageblatt

Hersfelder Kreisblatt

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| Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 2.10 Mark, durch die Post be- ;

8 zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei i

Hersfeld. Für die Schristleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld. !

Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige-Zeile 15 Pfennig, im amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfennig. !

Erscheint jeden Wochentag nachmittags. Femsprech:: Nr. 8. 8

Nr 23,

Dienstag, den Ä8. Januar

1919

Mrntli»« teil

Hersfeld, den 25. Januar 1919.

Ein großer Teil der in Hersfeld wohnenden Kriegs- familienunterstützungsempfänger hat die Familien- unterstützung für den Monat Januar 1919 in der Zeit vom 21.24. ds. Mts. nachmittags von ^-36^ Uhr im Hotel Hohenzollern, wie im amtlichen Kreis- blatt und in der Hersfclder Zeitung bekannt gegeben war, nicht abgeholt. Ich nehme an, daß bei diesen Per­sonen Unklarheiten über den Bezug bezw. die Ein­stellung der Familtenunterstützungen bestanden haben, und mache nochmals darauf aufmerksam, daß iüe Personen, welche im Monat Dezember 1918 Familien- unterstützung bezogen haben, diese auch noch für den einberufenen Ernährer (Ehemann, Sohn pp) vom Tage der Entlassung derselben ab noch für 2 volle Monatsraten weiter beziehen. Ist z. B. der Ernährer am 6. Dezember 1918 entlassen worden, so wird die Unterstützung bis zum 6. Januar 1919 weiter gezahlt. Die noch nicht abgeholten Familienunterstützungsbe- träge gelangen nunmehr am Mittwoch, den 28. d. Mts. nachmittags von 86 Uhr im Hotel Hohenzollern zur Auszahlung. Ich ersuche bei Abholung des Geldes die Entlassungsscheine der entlassenen Kriegsteil­nehmer mit zur Stelle zu bringen. Sollten Unter­stützungsempfänger, deren Männer oder Söhne noch nicht entlassen sind, oder sich im Lazarett oder in Ge­fangenschaft befinden, die Unterstützung noch nicht ab­geholt haben, so ist von den Empfangsberechtigten bei der Auszahlung eine Bescheinigung des Truppenteils pp. vorzulegen, daß sich der Einberufene noch im Heeresdienst oder im Lazarett befindet. Wegen der in Gefangenschaft befindlichen Personen dient als R itanwia. bip M^MMMMMjMMWWMWWWWMW Nachricht. ^ I. A. No. 1045.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses, von Gruneltus.

Hersfeld, den 25. Januar 1919.

Den Herren Bürgermeistern des Kreises gehen in den nächsten Tagen die Quittungslisten über Aus­zahlung der Familienunterstützungen für den Monat Januar dS. Js. zu. Ich ersuche um schleunige Auszahlung der Gelder undRücksendung der Quittungs- ltsten unter Eiuschreibsn oder durch besonderen Boten. Sollten Mannschaften noch nicht entlassen sein, so ist das in dem Begleitbericht besonders anzugeben.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

J. A. Nr. 1044. von Grunelius. »

Die Termine der durch das Gesetz vom 18. Juni 1884 vorgeschriebenen Prüfung von Schmieden über ihre Befähigung zum Betriebe des Hufbeschlagge­werbes werden an den Sonnabenden, den 22. März und 27. September 1919 in der Lehrschmiede zu Cassel, Wörthstr. 5, vormittags 9 Uhr, abgehalten werden.

Meldungen zu diesen Prüfungen sind unter porto- und bestellfreier Einsendung einer Prüfungsgebühr von 10 M. bis spätestens drei Wochen vor dem Prüfungstermin an den Unterzeichneten zu richten. Mit der Meldung sind sogleich einzureichen:

1. der Geburtsschein,

2. etwa vorhandene Zeugnisse über die erlangte technische Ausbildung (Gesellen- und Meister­brief und üergl.),

3. eine schriftliche Erklärung darüber, daß der Meldende sich nicht innerhalb der letzten sechs Monate erfolglos einer Hufbeschlagprüfung unterzogen hat.

Es werden nur solche Schmiede zugelassen, die das 19. Lebensjahr vollendet haben und den amtlichen Nachweis erbringen, daß sie sich die drei letzten Monate vor der Meldungrzur Prüfung im Regierungs­bezirk Cassel aufgehalten haben.

Schmiede, die die Prüfung nicht bestanden haben, können erst nach Ablauf von sechs Monaten zu einer neuen Prüfung zugelassen werden.

Cassel, den 9. Januar 1919.

Der Vorsitzende der Prüfungskommission.

Oellertch.

Regierungs- und Veterinärrat. Kirchweg 82.

* * *

Hersfeld, den 17. Januar 1919. Wird veröffentlicht.

Der Landrat.

Tgb. Nr. I. 495. J. V.:

Funke, Kreissekretär.

Hersfeld, den 23, Januar 1919.

Sonderzulagen für Holzabfuhrpferde.

Der Kommunalverband Hersfeld ist von der Reichsfuttermittelstelle ermächtigt worden, denjenigen Pferöehaltern, die Gruben-, Ban- und Nutzholz ab­fahren, Sonderzulagen an Hafer zu bewilligen.

Alle in Betracht kommenden Pferdehalter, welche ÄUf dies« Sonderzulage Anspruch haben, fordere ich

auf, ihre Anträge auf Bewilligung von Haferzulagen unter Beifügung einer Bescheinigung der Förstereien oder Gemeindeverwaltungen über die Anzahl der zu leistenden Gespanntage bis zum 5. Februar vorzu­legen. Diese Bescheinigung muß außerdem noch die Anzahl der zu beschäftigenden Pferde und die Angabe, von wo, wohin und für welche Zwecke das Holz ge­fahren werden soll, sowie den Tag der Ausstellung der Bescheinigung, Unterschrift des bescheinigenden Beamten unter Beifügung seiner Dienststellung oder seines Amtscharakters enthalten.

Landwirte, welche selbst Hafer geerntet haben, erhalten eine Bescheinigung, welche Hafermengen sie von ihren eigenen Beständen verbrauchen dürfen. In den Anträgen ist deshalb anzugeben, ob die eigenen Vorräte noch reichen. Falls restlose Ablieferung be­reits erfolgt ist, sind die Ablieserungsscheine bei- zufügen-

Die Herren Bürgermeister wollen alle Holzfuhr- leute in ihrer Gemeinde auf vorstehendes anfmerksam machen.

Tgb. Nr. K. G. 313. Der Landrat.

I. V:

Funke, Kreissekretär.

Hersfeld, den 25. Januar 1919.

Nach Mitteilung des Herrn Landrats in Hün- seld ist in der Landgemeinde Mackenzell der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche sestgestellt worden. Tgb. Nr. 1. 733., Der Landrat.

I. B.

Funke, Kreissekretär.

Nr. F. R. 810/11. 18. K. R. A.

Im Auftrage des Reichsamts für die wirtschaft­liche Demobilmachung wird folgendes angeordnet:

Artikel 1. '

1. Die Nachtragsbekanntmachung Nr. W. in. 3000/6. 18. K. N. A. vom 29. Juni 1918 betreffend Be­schlagnahme von Fasern aus Kolbenschilf, Besen­ginster, Weidenbast, Hopfen, Lupinen und Getreide­stroh (Stranfas zu, der Bekanntmachung Nr. W. I». 3000/9. 16. K. R. .A. vom 10. November 1916, betreffend Beschlagnahme, Verwendung und Ver­äußerung von Flachs- und Hanfstroh usw. und

2. die Bundesratsbekanntmachung über Besenginster vom 17. Oktober 1918 (Reichs-Gesetzbl. S. 1247ff.) treten außer Kraft.

Artikel 2.

Diese Bekanntmachung tritt am 1. Dezember 1918 in Kraft.

Berlin, den 1. Dezember 1918.

Kriegs-Rohstoff-A bteilung. Wolfs Hügel.

* * * Hersfeld, den 12. Januar 1919. Wird veröffentlicht.

Tgb. 1. 13637. Der Landrat.

B:

Funke, Kreissekretär.

Monatskurse

x über

Grundlagen des Siedlungswesens kündigt das deutsche Archiv für Siedlungswesen, Berlin NW. 6, Luisenstr. 27/28, Leiter Regierungsbaumeister Langen an.

Es sollen durch Vorträge, Besprechungen und selbstständiger Studien die reichen Sammlungen des Archivs znr Vorbereitung für die praktischen Aufgaben des Siedlungstechnikers nutzbar gemacht werden. Be­sonders berücksichtigt werden Statistiken, Planunter­lagen, Siedkungspläne für ländliche Besiedlung, halb- ländliche Arbeitersiedlungen, Kriegerheimstätten, Generalbesiedlungspläne für Stadt und Land, Plan­beratung. Besonderer Wert wird auf die Besprechung tatsächlicher örtlicher Verhältnisse und ihre siedlungs- technische Besserung gelegt.

Für Einzelfragen ist die Hinzuziehung besonderer Fachleute in Aussicht genommen.

Anmeldungen sind an die oben genannte Adresse zu Fichten.

Das Archiv wird bestrebt sein, besonders kleineren Städten und Gemeinschaften auf Wunsch Fachleute zu vermitteln.

* * *

Hersfeld, den 17. Januar 1919.

Wird veröffentlicht.

Tgb. No. i. 474. Der Landrat.

J. V.:

Funke, Kretssekretär.

Bus der Heimat.

§ Hersfeld, 28. Januar. Nachdem die Truppen­teile nunmehr in ihre Frieden-Garnisonorte zurück­gekehrt und zum großen Teile schon aufgelöst sind,

ist es angezeigt, einer Organisation in unserem deutschen Vaterlande zu gedenken, die schon in Friedens­zeiten und insbesondere während des Krieges große Aufgaben in der Kranken- und Wohlfahrtspflege er­füllt hat. In unserer engeren Heimat dürfte es wohl nur einem kleinen Kreise bekannt sein, welche erheb­lichen Mittel durch die Organisation vom Roten Kreuz aufgebracht worden sind zur besseren Verpflegung der verwundeten und kranken Krieger in den Lazaretten. Weiter sind alljährlich zum Weih­nachtsfeste für mehrere 1000 Mk. den Feldtruppen Liebesgaben übersandt worden. Im letzten Jahre ist, da eine Versendung ins Feld nicht mehr möglich war, die Verteilung an die im Kreise Hersfeld einquar- tierten Militärpersonen erfolgt. So sind die Roten Kreuz Vereine weiter auf allen Gebieten der Wohl­fahrtspflege tätig. Notwendig ist es deshalb, daß so segensreich wirkende Gesellschaften nicht nur aus den Kreisen der Bemittelten mit Geld und Naturalspenden versehen werden, sondern daß ihnen auch der Schutz und die Förderung der staatlichen und kommunalen Behörden in vollem Maße zuteil wird.

):( Hersfeld, 27. Januar. (Sitzung der Stadt- verordnetenversammlung am 22. Januars. Anwesend Herr Vorsteher Schafft und 15 Stadtver­ordnete, vom Magistrat die Herren Bürgermeister Wagner und Stadtrat Hirschberger. Vom Arbeiter- und Soldaten-Rat war Herr List erschienen. Vor Eintritt in die Tagesordnung widmete Herr Vorsteher Schafft dem kürzlich verstorbenen Herrn Stadtrat Ludwig Auel einen ehrenden Nachruf. Die Ver­sammlung ehrte das Andenken des Verstorbenen durch Erhebung 'von den Sitzen. Die als 1. Punkt der Tagesordnung .angesetzte Mahl eine» uu»g»tLsrs anstelle ves Herrn Auel wurde im Hinblick auf eine Mitteilung des Herrn List, daß im kommenden Monat die Mitglieder der städtischen Körperschaften überhaupt neu zu wählen seien, ausgesetzt. Der vom Magistrat beschlossenen Aufnahme einer Anleihe von 47 000 Mark für das städtische Gaswerk wurde zu­gestimmt.. Der Betrag soll bei der hiesigen Sparkasse ausgenommen, mit 4»/o verzinst und mit 25«/« jährlich getilgt werden. Anschließend bewilligte man die auf 380 Mark veranlagten Kosten für eine Verlängerung der Gasleitung in der Reckerröder Straße, die er­forderlich ist, um die Anwohner daselbst mit Licht zu versorgen. Zum Etat der 3 städt. technischen Werke hatte der Magistrat einige zum Teil nennenswerte Beträge nachbewilligt. Die Versammlung stimmte zu. Da diese Werke jetzt andauernd mit Verlust arbeiten, hat sich der Magistrat zu einer Erhöhung der Ver­brauchsabgaben vom 1. k. Mts. ab entschlossen. Für Wasser wird alsdann ein Einheitspreis von 30 Pfg. für den Kbm. erhoben und ein Mindestbetrag von monatlich 1,50 Mark als Verbrauchsabgabe von jedem eingebauten Haupt-Wassermesser. Der Gaspreis wurde auf 40 Pfg. für den Kbm. Leucht- und Jndustriegas und auf 45 Pfg. für den Kbm. Automatengas ander- weit festgesetzt. Für Gqsautematen wird dann Miete nicht mehr erhoben. Der Preis für Leuchtstrom wurde auf 60 Pfg., für Kraftstrom auf 35 Pfg. per Kilowa t= stunde erhöht. Nach Lage der Verhältnisse stimmte die Versammlung dem Magistratsantrage zu. Ein den Anhydat-Lederwerken gehöriger Brunnen bet der Waldschenke soll mit widerruflich erteilterGenehmtgung jener Firma der städtischen Wasserversorgung nutzbar gemacht und durch Anlagen einer provisorischen Saug- leitung mit dem städtischen Wasserwerk verbunden werden. Für jene Leitung entstehen etwa 300 Mark Kosten, die der Magistrat bewilligt hat. Die Ver­sammlung stimmte zu und genehmigte ferner die Er­stattung von Kohlen- und Umsatzsteuer an die Firma A. Rechberg aufgrund des mit dieser geschlossenen Stromlieferungsvertrages. Einer Magistratsvorlage, - betreffend Bewilligung eines Verlags von zunächst 30000 Mark für Ausführung von Notstandsarbeiten, wurde zugestimmt und ferner der Bewilligung der Kosten für Beschaffung der notwendigen Arbeitsgeräte. Auch mit einer Erhöhung des FuttergeldeS für den Zuchtbullen von Kalkobes vom 1. Juli v. JS. ab war die Versammlung einverstanden u. weiter mit Bewilli­gung der Kosten für die Anschaffung u. Unterhaltung eines Polizeihundes. Dem Vaterländischen Frauen- verein hat der Magtstratzu den Kosten des Säuglings­heims, dessen einstweilige Beibehaltung für notwendig gehalten wird, einen einmaligen Beifrag von 300 Mk. bewilligt und ferner dem Turnverein einen solchen für seine Zwecke in Höhe von 200 Mark. Die Ver­sammlung stimmte in beiden Fällen zu. Von der in­zwischen erfolgtenZahlungetneretnmaligenTeuerungS- zulage an die städtischen Beamten und Angestellten wurde Kenntnis genommen. An die öffentliche Sitzung schloß sich eine vertrauliche an.

Ukbmarkt in ßerskld am 4. Februar 1919.