9erstelber Ingeblatt
Hersfelder Kreisblatt
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Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld
j Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im : amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfennig. Erscheint jeden Wochentag nachmittags. — Fernsprecher Nr. 8.
Nr22
Montag den 27. Januar
1919
Amtlicher Teil
Bekanntmachung.
Das Ergebnis der Wahlen zur verfassunggebenden preußischen Landesversammlung, 19. Wohlkreis, wird am 1. Februar ds. Js. nachmittags 3 Uhr im Regie- rungsgebäude hohes Erdgeschoß Zimmer 46 durch den Wahlausschuß ermittelt werden.
Als Mitglieder des Wahlausschusses sind zu diesem Zwecke berufen:
1. der Buchhalter Heinrich Bechmann,
2. der Vizepostdirektor Adolf Leineweber,
3. der Amtsgerichtsrat, Geheimer Justizrat Dr. Hermann Weihe,
4. der Schlosser Wilhelm Winter sämtlich zu Cassel und als Vertreter bei B Hinderung eines der 4 Beisitzer
1. der Landesbibliothekar Dr. Wilhelm Hopf,
2. der Rechtsanwalt Heinrich Pabst beide zu Cassel.
Cassel, den 26. Januar 1919.
Der Wahlkommissar für die verfassunggebende preußische Landes- Versammlung 19. Wahlkreis. von Lentze.
* » * Hersfeld, den 26. Januar 1919.
Wird veröffentlicht.
Tgb. No. I. 798. Der Landrat.
I B.:
Funke, Kreissekretär.
HerSfeld, den 23 Januar 1919.
Sowbersulagen für goltohfnhrplerbp
Der Kommunalverband Hersfeld ist von der Reichsfuttermittelstelle ermächtigt worden, denjenigen Pferdehaltern, die Gruben-, Bau- und Nutzholz abfahren, Sonderzulagen an Hafer zu bewilligen.
Alle in Betracht kommenden Pferdehalter, pielche auf diese Sonderzulage Anspruch haben, fordere ich auf, ihre Anträge auf Bewilligung von Haferzulagen unter Beifügung einer Bescheinigung der Förstereien oder Gemeindeverwaltungen über die Anzahl der zu leistenden Gespanntage bis zum 5. Februar vorzu- legen. Diese Bescheinigung muß außerdem noch die Anzahl der zu beschäftigenden Pferde und die Angabe, von wo, wohin und für welche Zwecke das Holz gefahren werden soll, sowie den Tag der Ausstellung der Bescheinigung, Unterschrift des bescheinigenden Beamten unter Beifügung seiner Dienststellung oder seines Amtscharakters enthalten.
Landwirte, welche selbst Hafer geerntet haben, erhalten eine Bescheinigung, welche Hafermengen sie von ihren eigenen Beständen verbrauchen dürfen. In den Anträgen ist deshalb anzugeben, ob die eigenen Borräte noch reichen. Falls restlose Ablieferung bereits erfolgt ist, sind die Ablieferungsscheine bei» zufügen.
Die Herren Bürgermeister wolle« alle Holzfnhr- leute in ihrer Gemeinde auf vorstehendes aufmerksam machen.
Tgb. Nr. K. G. 313. Der Landrat.
I. B:
Funke, Kreissekretär.
Hersfeld, den 22. Januar 1919.
Es wird daraus hingewiesen, daß alles Heeresgut, das sich entlassene Soldaten und Zivilpersonen unzulässiger Weise ungeeignet haben, fwozu auch Waffen, Munition und Pierde zu rechnen sinds sofort an das nächstgelegene Güi nisvnkommando abzuliefern ist, widrigenfalls es der Beschlagnahme verfällt. Als Heeresgut sind alle Gegenstände anzusehen, bei denen nach den Umständen anzunehmen ist, daß sie aus den Beständen der Heeresverwaltung stammen Tgb. Nr. I. 433. Der Landrat.
J. V :'
Fun ke, Kreissekretär.
Hersfeld, den 20. Januar 1919.
In den Nächsten Tagen wird den Hericn Ortsvorständen des Kreises eine Anzahl Flugblätter, betitelt „An unser deutsches Landvolk" überlandt werden. IN diesem Flugblatt werden zur Bekämpfung ansteckender Krankheiten Belehrungen und Ratschläge erteilt.
Ich ersuche den entlassenen Kriegsteilnehmern je ein Exemplar sofort einzuhändigen und sie hierbei darauf hinzuweisen, daß beim Kreisarzt hierselbst eine Beratungsstelle eingerichtet worden ist, bei welcher jeder, der auch nur beiltichtet, von einer der im Flugblatt erörterten Krankheit im Felde befallen zu kein, persönlich sich die nötigen Belehrungen erteilen lassen kann. • J. A. No. 602.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses. von e r * n e l i u >.
Hersfeld, den 22. Januar 1919.
Sämtliche Arbeitgeber von russischen Kriegsgefangenen werden darauf aufmerksam gemacht, daß sie von heute ab nicht mehr verpflichtet sind, Löhnung und Verpflegung zu gewähren, falls die Kriegsgefangenen nicht arbeiten.
Tgb. Nr. 1. 409. Der Landrat.
J. V.
Funke, Kreissekretär.
Hersfeld, den 22. Januar 1919.
Diejenigen Herren Wohlvorsteher des Kreises, die meine Verfügung vom 14. Januar d. J. — Tgb. No. 1. 286 — betreffend Einzahlung des Betrags von 3,72 Mark für das Buch „Das Wahlrecht" noch nicht erledigt haben, werden mit Frist bis zum 5. Februar d I hieran erinnert.
Tgb. No. 1. 626. Der Landrat.
J. V.:
Funke, Kreissekretär.
Hersseld, den 22. Januar 1919'
Diejenigen Herren Bürgermeister und Gulsvor- steher des Kreises, welche meine Verfügung vom 28. Dezember 1918 Nr. K. G. 5063 — betreffend Getreideablieferung noch nickst erledigt haben, werden hiermit an die umgehende Erledigung erinnert.
In Anbetracht der Wichtigkeit der Feststellung der noch abzuliefernden Getreidemengen erwarte ich sofortige Vornahme der nötigen Ermittelungen. Tgb. Nr. K. G. 157. Der Landrat.
J. B.:
Funke, Kreissekretär.
Hersfeld, den 22. Januar 1919
SaÄ>TÄ^ ausgebrochen Tgb. Nr. 1. 407. Der Landrat.
A V.;
Funke, Kreissekretär.
Hersfeld, den 22. Januar 1919.
Zum Zwecke der Herbeiführung eines Ausgleichs industrieller Aufträge innerhalb des Regierungsbezirks Cassel ist von dem Herrn Regierungspräsidenten in Cassel eine „Beratungsstelle für industrielle Aufträge" ins Leben gerufen worden. Die Stelle ist der Kriegs- amistelle in Cassel angegliedert worden, weil bet dieser die Kohlenversorgung bearbeitet wird, von der jede industrielle Tätigkeit in erster Linie abhängt.
Die Beratungsstelle, der die Sachverständigen der Kriegsamtsstelle zur Verfügung stehen, wird mit den Fachausschüssen in Berlin Fühlung nehmen, um zu versuchen, Aufträge hereinzubekommen, sie wird Betrieben, welche Aufträge suchen, Ratschläge erteilen, ebenso Behörden und Betrieben, welche Aufträge zu vergeben haben.
Eine allgemeine Verteilung von Aufträgen durch die Beratungsstelle findet nicht statt, auch keine Vermittelung bezgl. der Preisfestsetzungen zwischen Auftraggebern und -nehmern.
Der Herr Regierungspräsident behält sich vor, einzugretfin, sofern einzelne Ftimen durch Ueber» lastung mit Aufträgen zur Einlegung von Ueber» stunden oder Doppelschichten schreiten maß. Ebenso auch, wenn Firmen auf eine übermäßig lange Dauer hinaus mit Aufträgen versehen sind. Als übermäßig lange wird unter den obwaltenden Verhältnissen die Zeit von länger als einem Jahr anzusehen sein.
Behö den und Privatbetriebe werden angebalten, sich bet Vergebung industrieller Aufträge an die Beratungsstelle in Cassel Bahnhofsstraße 1 zu wenden. Tgb. Nr. 1. 110. Der Landrat.
J. V:
Funke, Kreissekretär.
Cassel, den 6. Januar 1919.
Nr. 22. Zur Beschlagnahme von Bastfasern
(Flachs, Hanf usw)
In den beteiligten Kreisen herrscht vielfach die Auffassung, daß durch die Bekanntmachung vom 1. 2. 1918 Nr. F. R 810/11 18 KNA, die Beschlagnahme von flachs, Flachsstroh, Hanf usw aufgehoben worden sei. Diese Auffassung ist irrig. Durch die Bekanntmachung vom 1. 2. 1918 Nr. F N. 8w/l1 18 KR«, ist nur die Nachtragsbekanntmachung vom 29. 6. 1918 Nr. W. ill 3000 6 18 KRA, betreffend Beschlagnahme von Fasern aus Kolbenschilf, Besenginster, Weidenbast, Hopfen, Lupinen und Getreidelt'oh, nicht ober die Bekanntmachung vom 10 11. 1916 Nr. W »l 300 9 16 KRA. und der Nachtrag vom 4. August 1914 Nr. W N. 3900/6 17 KRA: aufgehoben. Flachs bearbeitet und unbearbeitet und ferner sämtliche in dieser B>kannt- machung aufgeführten Stoffe bleiben beschlagnahmt. Für die Veräußerung und den Aufkauf gelten nach wie vor Me bisherigen Bestimmungen. Sie müssen
mit Rücksicht auf eine geordnete Ueberleitung in die Friedenswirtschaft unbedingt eingehalten werden.
Kriegsamtstelle. Kriegs-Rohstoffstelle.
Abt. D. u. O. Der Vorstand.
Müller.
* * * Hersfeld, den 22. Januar 1919.
Wird veröffentlicht.
Tgb. Nr. I. 540. Der Landrat.
J. V.:
Funke, Kreissekretär.
Bus der Heimat.
):( Hersfeld, 27. Januar. fA n u n se r e L e s e r^ Die heutige Nummer können wir leider tun im beschränkten Umfange erscheinen lassen, da das für uns unterwegs befindliche Papier bis heute noch nicht angekommen ist.
):( Hersfeld, 27. Januar. Die gestrigen Wahlen zur verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung hatten in der Stadt Hersfeld folgendes Ergebnis:
Gras (Sozialdemokratie) 2106 Stimmen Rade (Demokratische Partei) 1153 „
Dr.Ritter(Deutschnat.Dolksp.) 837
Gsbeschas (Deutsche Dolksp.) 439 „
Schwarz (Zentrum) 174 „
wurde
In den einzelnen Ettmmbezirken der Stadt wie folgt gewählt:
Bezirk 12 3 4
Sozialdemokratie 426 580 506 447 Demokratische Partei 310 2-0 332 225
147
Deutschnat. Volkspartet 328 134 170 144 61
Deutsche Volkspartei 103 104 117 87 28
Zentrum 26 45 18 41 24
Die Wahlbeteiligung war gestern viel geringer wie am vorigen Sonntag, es strählten ungefähr 1000Personen weniger. Von 7300 in den Listen eingetragenen Personen übten nur 4709 ihr Wahlrecht aus. Bei den Reichswahlen setzte bereits am Vormittag die lebhafteste Wahlbeteiligung ein, gestern dagegen brächte erst der Nachmittag den größten Andrang. Bei den Wahlen am Sonntag hatte die Sozialdemokratie 2767, Demokratische Partei 1343, Deutschnationale Volkspartet 1001, Deutsche Volkspartei 493, Zentrum 185
Stimmen.
§ Hersfeld, 27. Januar. Das Kriegsministertum meldet: Aus Nikolajew wird durch Funkspruch mit- geteilt: Regimentsstab 1. Bataillon 10 Kompagnie und 3. Maschinengewehrkompagnie Landwehr-Jn- fanterie-Regiments 55 wohlbehalten in Nikolajew.
):( Hersfeld, 27. Januar. In Görlitz hat fich aus Anlaß der geplanten Forderung an Holland,, Wilhelm 11 der Entente auszuliefern ein „Bund deutscher Männer und Frauen zum Schutze der persönlichen Freiheit und des Lebens Wilhelm II." gebildet. Der Beitritt von Millionen deutscher Männer und Frauen wird erwartet Der Bund will auch in einem Weißbuch die angebliche Mitschuld Kaiser Wilhelms am Ausbruch des Krieges behandeln. Jede politische Absicht liegt völlig fern. Anmeldungen bei Hauptmann z. D. Hering lGörlitz, Berliner Str. 41) erbeten.
§ Hersfeld, 27. Jan. i„ Der fidele Bauer!") Auch zu dem neuen Gastspiel des so gern gesehenen „Wiener Operetten-Theaters Joh Strauß" mit Leo Fall's reizender Operette „Der fidele Bauer" am Dienstag in der neuen Turnhalle ist die Billet- Nachfrage im Vorverkauf -ine so große, daß die Wiener Künstler auch diesmal ein ausverkauftes Haus begrüßen wird. Die alten Operetten bleiben doch immer die besten, das kann man so recht vom „Fidelen Bauer" behaupten, dessen lustige Handlung und herrliche Musik auch h Ute noch stets alt und Jung erfreut! — „S ch w a r z w a l d m ä d e l"! Für die Aufführu 'g dieser neuen, überall so überaus erfolgreichen Operette, am Mittwoch macht sich auch bei uns ein ganz besonders reges Interesse bemerkbar. Und das reizende „Schwarzwaldmädel" verdient auch ein volles Haus, ist doch diese Operette, was Handlung und Musik anbelangt, unstreitig wertvoller als alle anderen neuz itlichen Operetten Das hat die Presse aller Großstädte, wo das Stück seit Monaten überall den Spielplan beherrscht, voll und ganz anerkannt. — Die Direktion des „Johann Strauß» Theaters" hat für diesen Opcretten-Schlager eine vollständig neue erstklassige Kostümausstattung an» fertigen lassen und das Stück in rpochenlangen Proben aufs sorgfältigste vorbereitet, um unserem Publikum mit dem „Schwär zwaldmädel" etwas ganz besonders Guies zu bieten. fNäheres siehe heutiges Inserat).
§ Dünkelrode, 25. Januar Der Jäger Peter Döring wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klaffe ausgezeichnet. Es haben nun drei Söhne deS Herrn Adam Döring dies« Auszeichnung erhalten.