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Hersfelder Tageblatt

Hersfelder Kreisblatt

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 2.10 Mark, durch die Post be- zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Vuchdruckerei : Hersfeld. Für die Schristleitung verantwottlich Franz Funk, Hersfeld. : »««BBe»wieiBief

Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

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: Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im : amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfennig.

Erscheint jeden Wochentag nachmittags. Fernsprecher Nr. 8.

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Nr 16 . Montag, den 20. Januar

1919

Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 15. Januar 1919.

Unter Hinweis auf § 89 der Landgemeindeordnung veranlasse ich die Herren Bürgermeister der Land­gemeinden des Kreises, den Gemeindevoranschlag um­gehend aufzustellen und mir bis spätestens zum 1. März 1919 in zwei Ausfertigungen mit einer Ab­schrift des Gemeindebeschlusses über die zur Erhebung gelangenden Umlagen vorzulegen.

Ich erwarte auf das Bestimmteste, daß die Auf­stellung des Voranschlags sachgemäß und genau erfolgt. Wesentliche Abweichungen gegenüber den Beträgen des vorjährigen Voranschlags sind in Spalte Be­merkungen zu begründen. Trotz des alljährlichen be­sonderen Hinweises darauf, daß der Voranschlag erst nach erfolgter Offenlegung durch die Gemeindever­sammlung festzustellen ist, ist diese Bestimmung in den letzten Jahren nicht überall beachtet worden. Ich er­warte, daß bei der demnächsttgen Prüfung Verstöße gegen diese Bestimmung nicht zu rügen sind.

Zu den Voranschlägen ist in jeder Gemeinde das größere Formular zu verwenden. J. A Nr. 284.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses. von Grunel 1 us.

Hersfeld, den 15. Januar 1919.

An die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises.

Die jetzt im Gebrauch befindlichen Lebensmittel­karten sind in Kürze vollständig 'aufgebraucht, bezw. es sind sämtliche Abschnitte abgerusen. Es ist daher eine Neuausgabe sämtlicher Karten notwendig. Durch die Entlassung vieler Personen aus'dem Heeresdienste hat sich die Zahl der Versorgungsberechtigten, sowie ^^W> sorger bedeutend geänAjL Sicher suche. UM sofortige Feststellung der Zahl der in ihrer Ge­meinde vorhandenen Selbstversorger und Versorgungs­berechtigten, sowie der Zahl der Kinder unter 2 Jahren. Da für letzere außer den allgemeinen Zuweisungen besondere Lebensrnittel zur Verteilung kommen, müssen diese Kinder auch bet der Feststellung der Zahl der erwachsenen Selbstversorger u, Versorgungs­berechtigten mitgezählt werden. Die verlangten An­gaben sind mit größter Sorgfalt festzustellen und bis zum 22. d. Mts hierher mitzuteilen. Als Selbstver­sorger sind alle Personen zu betrachten, welche in der Lage sind, sich Hafer und Gerste in der zugelassenen Menge aus ihren eigenen Beständen schälen zu lassen. Tgb. Nr. K. G. 188. Der Landrat.

J.

Funke, Kreissekrekär.

Hersfeld, den 17. Januar 1919.

Im Pferdebestand des Landwirts Ndalbert WiegandM zu Rasdorf ist die Räude festgestellt worden.

l. 818. Der Landrat.

Funke, Kreissekretär.

Bekanntmachung Nr. F. R. 40/12. 18. K. R. A.

Im Auftrage des Reichsamts für die wirtschaft­liche Demobilmachung wird folgendes angeordnet:

Artikel 1.

Die Bekanntmachung Nr. Bst. 1550/1. 18. K. R. A. betreffend Beschlagnahme und Bestandserhebung von Holzspänen aller Arb vom 16. Februar 1918 und die Bekanntmachung Nr. Bst. 1600/1. 18. K. R. A. betreffend Höchstpreise von Holzspänen aller Art vom 16. Februar 1918 treten außer Kraft.

Artikel 2.

Diese Bekanntmachung tritt am 5. Dezember 1918 in Kraft.

Berlin, den 5. Dezember 1918.

Kriegs-Rohstoff-Abteilung. Wolffhügel.

Hersfeld) den 12. Januar 1919. Wird veröffentlicht.

i. 13637. Der Landrat.

Funke, Kreissekretär.

Hersfeld, den 15. Januar 1919.

An die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises.

Das Verzeichnis über die im Jahre 1918 erteilten Fischereterlaubnisscheine ist umgehend auf dem vor­geschriebenen Formular hierher einzureichen, ev. ist Fehlanzeige zu erstatten. Die Formulare werden Ihnen ohne Anschreiben zugehen. Tgb. Nr. 1. 82. Der Landrat.

V.:

Funke) Kreissekretär.

Technischer Ausschuß

für Berlin W 66, Wilhelmstr. 45.

Schädlingsbekämpfung. Merkblatt Nr. 11. 818.

Die Vernichtung der menschlichen Parasiten und des Ungeziefers in Masserquartieren usw.

mittels Blausäuregas.

Die restlose Vernichtung der meisten Ungeziefer­arten in allen ihren Entwickluugsstadien ist nur bei Verwendung von Blausäuregas gewährleistet.

Blausäuregas dringt in Ritzen und Stoffe in einem Maße, das keinem anderen Gas und keinen Dämpfen eigen ist.

Blausäuregas greift weder Metall noch Holz, noch Gewebe an, ist also unschädlich für alle Einrichtungs- gegenstände.

Blausäuregas ist anwendbar in jedem Raume, der genügend abgedichtet werden kann.

Blausäuregas tötet in der gegen Ungeziefer und menschliche Parasiten angewandten Desierung jedoch nicht die Krankheitskeime (Bazillen, Bakterien).

Blausäuregas kann auch heute noch verhältnis­mäßig billig geliefert werden. Ein Vergleich im Kostenpunkt mit anderen Verfahren kann deswegen nicht angestellt werden, weil es tatsächlich kein Mittel gibt, das ihm in der Wirkung vergleichbar ist.

Die Ungezieferarten, die den Menschen und die menschlichen Behausungen am meisten, sind: Die Bettwanze, die Kleiderlaus, der Floh, die Stubenfliege, die Küchenschwabe (Kakerlak), die Maus und Ratte.

Bon diesen sind die beiden ersten Arten Schäd­linge unangenehmster Art. Die Bettwanze weil sie vor allem den Schlaf stört. Ein ruhiger Schlaf ist aber bekanntlich das billigste Nahrungsmittel. Die Kleiderlaus, weil sie außerdem allein das Fleckfieber (Flecktyhus) überträgt, so daß man sageu kann: Ohne Kleiderlaus kein Fleckfieber.

Erfahrungstatsachen, die vomTechnischen Ausschuß für Schädlingsbekämpfung", einer mit Reichsmitteln gemeinnützig arbeitenden Stelle, nunmehr pracktisch verwertet worden. Es stehen hierzu die Gastrupps der Generalkommandos zur Verfügung; Berechnet werden nur die entstehenden Unkosten, da Erwerbs­zwecke nicht verfolgt werden. Die Handhabung des Verfahrens durch geübte Leute ist dringenstes Er­fordernis, da das Blausäuregas zu den stärksten Giften gehört und durch unsachgemäße Handhabung sehr gefährlich werden kann. Eine Vorbesichtigung der zu durchgasenden Objekte ist in jedem Falle er­forderlich.

Es dürfte sich für kein Unternehmen eine günstigere Gelegenheit bieten, durch wirksame Ungezieferver­tilgung die Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit der Arbeiter zum eigenen Vorteil zu erhöhen.

Hierbei wird es sich um zwei verschiedenen Be­kämpfungsarten handeln, nämlich:

Um Entlausung von Gegenständen und

Durchgasung von Umkleide-, Bade-, Wohn- und Schlafräumen zur Abtötung des Ungeziefers.

Für die Entlausung ist nur ein gut abgedichteter Raum von mäßiger Größe erforderlich, in welchem Kleider, Matratzen, Decken, kurz, die bevorzugten Aufenthaltsplätze der Kleiderlaus, also auch alle Strick- und Webwaren, Filz, Leder und ähnliches gebracht werden. Es ist jedoch zu bedenken, daß die Kleiderlaus auch an Einrichtungsgegenständen und sogar an unbeweglichen Teilen der Wohnräume haftet. Die Entlausung dauert nur einige Stunden.

Die Durchgasung von Bade- und Umkleideräumen erfordert etwa 12 Stunden. Die Durchgasung der Wohn- und Schlafräume erfordert wegen der sorg­fältigen Entlüftung und nach dem Stande der heutigen Erfahrung je nach der Bauart 24 bis 48 Stunden.

Dafür bietet die Durchgasung die Sicherheit, daß alles Ungeziefer mit der Brut vernichtet ist.

Wird dann auf Verhinderung der Einschleppung durch uenhinzukommende Arbeiter gesehen, so wird die Plage auf absehbare Zeit ferngehalten werden können. Dieser Zweck wird am ehesten erreicht, wenn ständige Entlausungskammern eingerichtet werden. Auch hierfür empfiehlt sich das Blausäureverfahren. Die Bedienung solcher Kammern kann nach dies­seitiger Bewilligung der Anlage durch Werksangehörige erfolgen.

Weitere Auskünfte, Antragsformulare und Kosten­voranschläge sind kostenlos erhältlich beim General­kommando 11. Armeekorps und

Technischen Ausschuß für Schädlingsbekämpfung.

Hersfeld, den 13. Januar 1919.

Wird veröffentlicht.

Tgb. Nr. I. 60. Der Landrat.

Funke) Kreissekretär.

Niederzwehren, den 13. Januar 1919.

Die russischen Kriegsgefangenen, die sich noch auf Arbeitskommandos befinden, sind zur Arbeit ver­pflichtet. Solange sie arbeiten, sind sie aus dem

Kommando zu behalten. Arbeiten sie aber nicht mehr dann können sie in das Lager gebracht werden. 88 sind ihnen aber die ordnungsmäßigen Papiere mit- zugeben, wobei die Arbeitsverwendungskarten nicht zu vergessen sind.

Kommandantur des KriegsgefangenlagerS Caffel. J. A. b. d. L. K. gez. Dulier Rittmeister.

Hersfeld, den 15. Januar 1919. Wird veröffentlicht. Tgb. No. 1. 424. Der Landrat.

B.:

Funke, Kreissekretär.

aus der Heimat.

* (Wertpakete bis 100 Mark.) Den Auf­lieferern von Paketen kann zu eigenem Nutzen nicht dringend genug empfohlen werden, von der Er­leichterung Gebrauch zu machen, die die Postverwaltung in dankenswerter Weise für Wertpakete bis 100 Mark eingeführt hat. Die Neuerung besteht darin, daß an solche Pakete hinsichtlich ihrer Verpackung keine höheren Anforderungen gestellt werden als bet gewöhnlichen Paketen, und daß Versiegelung überhaupt nicht ver­langt wird. Die Wertangabe ist nur auf der gelben Paketkarte niederzuschreiben, nicht auch, wie bei den Paketen über mehr als 100 Mark, auf dem Paket selbst. Gegen die Entrichtung der Versicherungsgebühr von 10 Pf. ersetzt die Post in Verlust- und Be­schädigungsfällen unverkürzt den Wert biS 100 Mk. Ueber jede derartige Sendung wird bet der Etnliefc- rung eine Bescheinigung erteilt.

):( Hersfeld, 20. Januar. (Neue Ber schlechte- rung der Kohlenversorgung.) Die Ver- auj dem Ge <.U der Kvhtenversorgunghaben sich in ger»öe»tr gZ^Lürooenoer Weile verschlechtert. Die Förderung aus dem Ruhrrevier reicht knapp für die Eisenbahnen und Gaswerke, für Süddeutschland bleibt überhaupt nichts mehr übrig. Auch in Ober­schlesien hat sich die Förderung noch nicht gebessert. Die Industrie im Osten ist ohne Kohle, in Berlin ist die Kohlenversorgung ernstlich gefährdet. Die In­dustrie kann auf regelmäßige Zufuhren nicht mehr rechnen. Sehr bedenklich stimmt es, daß die Her­stellung gewisser chemischer industrieller Hilfsstoffe nicht mehr möglich ist. Die Folgen werden sich erst in einiger Zeit sehr fühlbar geltend machen. Auch der Entente gegenüber sönnen die Kohlenlieferungs- verpflichtungen nicht voll etngehalten werden.

):( Hersfeld, 20. Januar. Die gestrigen Wahlen zur Nationalversammlung verliefen hier bei repster Beteiligung in vollkommen ruhiger Weise. Von 7300 in den Wählerlisten eingetragenen Personen übten 5747 ihr Wahlrecht aus. Das Ergebnis stellte sich für die einzelnen Parteien wie folgt: Scheidemann (Sozialdemokratie) 2767, Luppe (Deutsche demokr. Partei) 1343, Veidt (Deutschnationale Bolkspartet) 1001, Rießer (Deutsche Volkspartei) 493, Müller (Zentrum) 185. In den einzelnen Stimmbezirken der Stadt wurden abgegeben (die Zahlen sind in der Reihenfolge wie vorstehend): Bezirk 1: 481, 328, 354, 124, 31 Bezirk 2: 678, 241, 182, 95, 44 Bezirk 3: 582, 369, 199, 122, 89 Bezirk 4: 514, 248, 187, 79, 39 Bezirk 5: 510, 164, 79, 71, 32. Insgesamt lag big zur Drucklegung des Blattes folgendes Ergebnis vor: Scheidemann 9129, Luppe 5105, Veidt 3096, Rießer 574, Müller 328.

§ Hersfeld, 21. Januar. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordnetenversamm­lung am Mittwoch den 22. Januar 1918, nachmittags 4 Uhr, im Rathaussaal. Ersatzwahl zum Magistrats­kollegium für den verstorbenen Herrn «stadtrat Aucl. Aufnahme einer Anleihe für das Gaswerk. Be­willigung der Kosten für Verlängerung der Gasleitung in der Reckeröderstraße. Nachbewilligung von Be­trägen zum Etat des Gas-, Wasser- und Elektrizitäts- werks für das laufende Jahr. Anderweite Fest­setzung der Waffe rverbrauchsabgabe. Desgleichen der Gasbezugspreise. Desgleichen der Preise für den Bezug elektrischen Stroms. - Bewilligung der Kosten für Herstellung einer Saugleitung von dem Brunnen bet der Waldschenke nach dem Wasserwerksgrundstück. Vergütung von Umsatz- und Kohlensteuer an die Firma A. Rechberg auf Grund des Vertrage« über den Bezug des elektrischen Stroms. Bewilligung eines Verlags zur Vornahme von Notstandsarbeiten. Bewilligung der Kosten für die Beschaffung not­wendiger Gerätschaften für die Ausführung von Wegebau- und sonstigen Arbeiten. Erhöhung der Pflegegeldes für den Zuchtbullen von Kalkobes. Bewilligung der Kosten für die Anschaffung eines Polizeihundes. Bewilligung eines Beitrags an den Vaterländischen Frauenverein zu Kosten des Säug­lingsheims. Desgleichen eines solchen an den Turnverein. Teuerungszulagen für die stadtnchen Beamten und Angestellten. An dre öffentliche Sitzung schließt sich eine vertrauliche nn.