Hersfelder Tageblatt
Hersfelder Kreisblatt
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Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld ?- 0 Mark, durch die Post be- ■ 9|1fttltdhCr JUit^Ciüßt zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei : _,. L , ” 3
Hersfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld. : für Den Nrers Hersfew
Nr 9.
Sonnabend, den 11. Januar
Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfennig. Erscheint jeden Wochentag nachmittags. — Fernsprech:r Nr. 8.
1919
Amtlicher XeiL
Bekanntmachung
Nr. F. R. 170/12. 18. K. R. A.
Im Auftrage des Reichsamts, für die wirtschaftliche Demobilmachung wird folgendes angeordnet:
Artikel 1.
Dievon den Kriegsministerien ausgesprochenen, den Betroffenen namentlich zugestelltenBeschlagnahme-Ver- fügungen über Zink der der Klassen 59— 66 werden hiermit aufgehoben.
Artikel 2.
Diese Bekanntmachung tritt am 6. Dezember 1918. in Kraft.
Berlin, den 6. Dezember 1918.
Kriegs-Rohstoff-Abteilung.
Wolffhügel.
* » *
Hersfeld, den 6. Januar 1919.
Wird veröffentlicht.
Tgb. No. i. 13789. . Der Landrat.
J. V.
Funke, Kreissekretär.
BekanntmaS ung
Nr. F. R. 330/12. 18. K. R. A.
Im Auftrage des Reichsamtes für die wirtschaftliche Demobilmachung wird folgendes angeordnet:
Artikel 1
Die Bekanntmachung Nr. W. IV. 150/1.17. K. R. A., betreffend Höchstpreise für rohe Seide und Seiben- abfälle aller Art, vom 31. Januar 1917 tritt außer Kraft.
Artikel 2.
Diese Bekanntmachung tritt am 14. Dezember 1918 in Kraft.
Berlin, den 14. Dezember 1918.
. Kriegs-Rvhstoff- Abteilung.
W o l s f y u g e t.
* * *
Hersfeld, den 6. Januar 1919.
Wird veröffentlicht
Tgb. Nr. l. 13789. Der Landrat.
J. V.:
Funke Kreissekretär.
Bekanntmachung
Nr. F. R. 30/12 18 K. R. A.
Im Auftrage des Reichsamts für die wirtschaftliche Demobilmachung wird folgendes angeordnet:
Artikel I.
Die §§ 11, 12, 14 der Bekanntmachung Nr. 1/7.17.
A. 10, betreffend Beschlagnahme, Bestandserhebung und Höchstpreise für Salzsäure, vom 1. Juli 1917 und
die Nachtragsbekanntmachung Nr. 1001/11 17. A. 10 vom 1. Dezember 1917 zu der Bekanntmachung Nr. 1/7.17. A. 10. vom 1. Juli 1917, betreffend Beschlagnahme, Bestandserhebung und Höchstpreise für Salzsäure treten für die Dauer von zwei Monaten vom Inkrafttreten dieser Bekanntmachung ab außer Kraft.
Artikel il.
Diese Bekanntmachung tritt am 5. Dezember 1918 in Kraft.
Berlin, den 5. Dezember 1918.
Kriegs-Rohstoff-Abteilung.
Wolffhügel.
*
*
»
Hersfeld, den 6. Januar 1919. Wird veröffentlicht.
Tgb. No. I. 13789. jDer Landrat.
J. V.:
Funke, Kreissekretär.
Bekanntmachung
Nr. F. R. 70/12. 18. K. R. A.
Im Austrage des Reichsamts für die wirtschaftliche Demobilmachung wird folgendes angeordnet: Artikel 1.
Die Bekanntmachung Nr. H. M. 180 9. 18. K. R. A., betreffend Bestandserhebung, Beschlagnahme und Höchstpreise von Weiden, Weidenstöcken, Weiden- schienen. Weidenrinde, Weidenstäben, Weiden- spitzen, Weidenstrauch, Weidenabfall, Kopfweiden und Naturrohr (Glanzrohr, Stuhlrohr usw.), vom 21. September 1918. tritt insoweit außer Kraft, als sie sich auf Weiden- schienen bezieht'
in
Artikel 2.
Diese Bekanntmachung tritt am 5. Dezember 1918
Kraft.
Berlin, den 5. Dezember 1918.
Kriegs-Rohstoff-Abteilung.
Wolffhügcl.
* * *
Hersseld, den 6. Januar 1919.
Wird veröffentlicht.
Tgb. No. I. 13789. Der Landrat.
J. V.: Funke, Kreissekretär.
aus der Heimat.
):( Hersfeld, 11. Januar. (Von derLandwirt - schaftlichen Centra l-Darlehnskass e.) Die Landwirtschaftliche Central-Darlehnskasse für Deutsch, land, Raiffeisenkasse, Filiale Cassel, hat hier eine Geschäftsstelle errichtet, um den ihr angeschlossenen Darlehnskassenvereinen den Verkehr mit ihr zu erleichtern. Die Landwirtschaftliche Zentral-Dahrlehns- kasse für Deutschland mit dem Sitz in Berlin ist von den auf unbeschränkte Haftpflicht beruhenden 5000 Spar- und Dahrlehnskassenvereine Raiffeisenscher Organisation als Geldausgleichstelle im Jahre 1876 gegründet worden. Ihr Aktienkapital beträgt 20 Millionen Mark und ist dies ausschließlich von den Raiffeisenvereinen aufgebracht worden. Außer dem Aktienkapital verfügt die Landwirtschaftliche Central-Dahrlehnhskasse bereits über Reserven in Höhe von zweieinhalb Millionen Mark. Der Jahres- Umsatz ist von Jahr zu Jahr, vor allem auch in der Kriegszeit, gestiegen. Er betrug im letzten Jahre 6300 Millionen Mark.
h. Hersfeld, 11. Januar. fPrtvatklintk St Wigbertshöhe.) Als erster Teil der großzügigen und modernen Privatkrankenanstalt, die von der Jn- dustrie-Wohlfahrts-Gesellschaft Hersfeld auf ihrer zu diesem Zweck erworbenen Besitzung auf St. WtgbertS- Höhe über dem Kurpark nicht nur für die Angehörigen ihrer Werke, sondern auch zur Benutzung für die gesamte Bevölkerung unserer Gegend geplant wurde, ist jetzt die Privatklinik am Hopfengarten fertig ge- stellt und eröffnet worden. Nahe dem voraussichtlich bald folgenden Hauptgebäude in ruhigster und schönster Lage nebel- und rauchfrei über dem Fuldatal gelegen, ist sie vorerst für die Aufnahme von 12—15 Patienten eingerichtet. Die Krankenzimmer sind bequem und traulich ausgestattet und haben alle einen prächtigen freien Ausblick: die Wirtschaftsräume liegen völlig abgesondert im Untergeschoß: die getäfelte Diele des Hauses ist als Tagesraum vorgesehen und ausgestattet. Der Operationsraum liegt abgesondert in einem Glasumbau und enthält eine ganz moderne, allen Bedürfnissen entsprechende Ausstattung. Außerdem st 'hen ein großer Röntgeuapparat für Aufnahmen, Durchleuchtungen und Tiefenbestrahlungen, ein Diatyermieapparat für Nerven- und Gelenkerkrankungen zur Verfügung: wir sahen Hochfrequenzapparat, Höhensonne, Bogenlicht-, Glühlicht- und Hetßlustbe- haudlungsapparate, Einrichtungen für elektrische Massage und elektrische Instrumente für Muskel-, Hals- und Ohrenleiden. Die sehr reichhaltige und schöne medizinische Ausstattung, die trotz der schwierigen Zeitverhältuisse beschafft werden konnte, beweist, daß die Wohlfahrtsgesellschaft z. Besten des Volkswohls unserer Gegend keine Kosten scheute: die baldige Fertigstellung der ganzenAnstalt ist daher sehr wünschenswert und lebhaft zu begrüßen. In dem geschützt gelegenen Gmrten um das Haus sind für die wärmere Jahreszeit Vorkehrungen für Liegekuren getroffen. Aufnahme sollen Kranke mit inneren, chirurgischen und Frauenleiden finden, während ansteckende .Krankheiten ausgeschlossen sind. Die medizinischen Hilfsmittel stehen auch ambulanten Kranken nach Anordnung ihrer Hausärzte zur , ve'.'.mders bei den derzeitigen Ber» kehrZerschwerüngen'{V di “muTTt AK'vMSrrurrv u-ife^ - Gegend eine willkommene Bereicherung tu del leichteren Erlangung notwendiger Hilfe sein dürfte. Die neue Privatklinik stellt somit eine willkommene und.erhebliche Vervollkommung in den Krankenversorgungsverhältnissen von Hersfeld und Umgebung dar und wird besonders in Verbindung mit der späterem Hauptanstalt einem großen Bedürfnis gerecht werden.
♦ In allen Fällen, in denen der Verdacht vor- liegt daß Heeresgut trotz der erlassenen Gesetzesbestimmungen und der wiederholten öffentlichen Aufforderungen nicht abgeliefert ist, könnnen Durchsuchungen angeordnet werden. Das bei diesen aufgefundene Heeresgut wird als v e r f a l le n erklärt und außerdem tritt, worauf das Reichsverwertungs- amt heute wieder hinweist, schwere Bestrafung ein.
I Lest die sack« Mchk us l ^
4)
Die Allwördens.
Wachdruck verboten.)
Roman von Fr. Lehne.
„Hören Sie mich einen Augenblick an, und ruhig, gnädige Frau," begann er hastig, und seine Stimme bebte — jetzt kam die Hauptsache, jetzt kam das, was er sich so leicht gedacht — und was doch so vitter schwer wurde — seine so vornehme.Natur sträubte sich dagegen — aber er hatte den Auftrag einural übernommen — und es war doch besser, als haß es durch fremde Leute geschah — — „zuvor jedoch gestatten Sie mir einige Fragen--wie alt waren Sie. als Sie heirateten —?"
„Warum? Ist das von so großem Interesse?" „Das werden Sie später sehen, also bitte--" „Gerade siebzehn Jahre geworden —"
Er nickte vor sich hin. , ,
„- und Ottokar nicht ganz einundzwanzig! — Sie
gut, ich würö's einural bitter bereuen---und unversöhnt mit mir sind sie gestorben!" setzte sie leise und wehmütig hinzu — ----„also auch ich habe Opfer gebracht, Graf Allwörden, ich habe mich von allem WSge» rissen, was mir teuer war — nur meiner großen Liebe willen — und habe darum die Heimat verloren — nie habe ich sie wieder zu sehen bekommen--"
„Wenn Sie Ottokar wirklich lieben, müssen Sie noch mehr Opfer bringen —"
sind Oesterr«
«druck geboren. Doch weshalb fragen
Sie?" Sie —■
und in England haben Sie Ihre Ehe geschloffen —"
„Wenn Sie das alles scholl wissen, wozu die unnützen Magen." begdürte sie ungeduldig auf.
„Ihre Eltern den. Heimlich meinem Brüt en nie aelung
nicht Mwev
illigung
iÖ mein mend, n
Heute
dem
„Noch mehr? Was kann ich noch mehr tun, als ich schon für ihn getan habe?" fragte sie mit müdem Lächeln. „— Das letzte - ihn freigeben!"
Schallend lachte sie da auf, ein böses, rrervöses Lächeln
„Ich bin rricht aufgelegt zürn Scherzen, Graf All- wörderr! Verlangt man das wirklich von nrir, von seiner ihm rechtlich angetrauten Frau —?"
„Das eben sind Sie nicht, sind Sie nie gewesen! Darum handelt sich ja alles."
Sie starrte ihn an, als habe sie ihn nicht recht verstanden. v
„Sind Sie von Sinnen?" rief sie keuchend, und unwillkürlich hob sich ihre Hand, rote, um sich durch einen Schlag für diese schmachvolle Verdächtigung zu rächen
„Ihre Ehe ist ungültig von Shtfang an gewesen, da Sie als Oesterreicherin ohne die Einwilligung Ihrer Eltern vor Ihrer Mkündigkeit im Ausland geheiratet haben. Sie müßen ja in gutem Glauben gewesen fein — — doch diese Papiere hier werden Sie eines anderen belehren." Er legte einige Schriftstücke vor sie Hin, die sie mit bebenden Händen beiseite schob: Sie neigte sich ^egen^ihn, und ihre Augen bohrten sich sörrirltch in idn
„— und diese untere Gesetze-unkenntüiS beunyt man jetzt noch fünfzehn Jahren dazu, uns zu trennen? Be- Se als MachttMttel, als Drohung, mich Ihren
Nt gefügig zu machen? Oh, pntt über diese Meil! Damit kann mein Mann doch mmröchich chMl sein! Was sagt denn er dazu? Sprechen $ M Wahrheit, Graf Allwörden!" rief sie fast
Er zögerte mit der Anttoort: er schänüe sich für sei- nen Bruder — denn seine Worte würden der atemlo- lauichenden Frau den Todesstoß versetzen
„So reden Sie doch, Graf sillwörden--* und gierig hingen ihre Augen an seinen Lippen.
„Ottokar erkennt das Gesetz an; er fügt sich ihm," sagte er, doch er sah sie nicht dabei an.
Ein Schrei hallte gellend durch das Zimmer. „Was —? Das ist nicht wahr, kann nicht wahr sein! Er kann mich und damit feine Kinder doch nicht mit Sckmach bedeckeli wolleu?" Sie rüttelte ihn am Arm. „Seien Sie doch barmherzig, Graf Allwörden, ich hab« Atmen doch nie etwas zu leide getan, sagen Sie doch, daß das nicht möglich if:--5
Er war erschüttert von threnk Schmerz — doch er konnte auch nicht helfen. Er nahm einen Brief aus seiner Brieslajche. „Hier, den hat mir Ottokar für Die mitgegeben —" . - .
Sie riß ihm das Papier förmlich auS der Halst«: im nächsten Augenblick lag der Umschlag zerrissen am Bo-
ZimmeB.
— -------- Kinder ööch nich/^mit
wollen?" Sie rüttelte ihn am Arm.
nächsten Augenblick lag der Umschlag aerrtfb den, und ihre Augen überflogen das Getchri „Meine ließe Maria!
ebene:
' Mit Schmerz, der mir meine Gedanken, mein« Hand beinahe lahmt, muß ich Dir mitteilen, daß wir jetzt büßen sollen, was wir einst in Unkenntnis gefehlt haben. Mein Bruder Rüdiger wird Dir das Nötige sagen: ich bin da^u außerstande. Nur das eine: wir müssen unS trennen. Maria! Eine höhere Macht bestimmt über uns! Doch habe keine Sorge, ich werde für Dich und die Kinder sorgen.
Und ich danke Dir für das, was Dn mit gewesen! Stie werde ich Dich vergessen.
Stets Dein Ottokar."
Nockinals las sie; halblaut, als traue sie ihren Augen nicht, was sie eben gelesen ---das, das schrieb ihr Mann, das magre er - diese leeren, inhaltlosen Worte — das nach fünfzehnjähriger Ehe, in der sie sich für ihn beinahe aufgeopfert und selbst die Hände geregt, wenn er nicht fähig gewesen, ausreichend für seine Familie zu forgent
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