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Weiftet Tageblatt

Hersfelder Kreisblatt

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Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 2.10 Mark, durch die Post be- ; zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei : Hersfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld, i

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Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

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Der Anzeigenpreis betragt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im : anitlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfennig. !

Erscheint jeden Wochentag nachmittags. Fernsprechrr Nr. 8. j BBBBS6»BBBBBeBBBWBBBaaBaeeMBMBaaBe«BaeaBBeweB8a8BgaaeBBBaaBa»BieaÄBeBBBMBeweeeieniew

^ 8» (Erstes Blatt)

Freitag, den 10. Januar

1919

Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 7. Januar 1919.

Die Kadaververwertungsanstalt in Hersfeld ist zurzeit nicht in der Lage, den Anforderungen bezüg­lich der Abholung von Tierkadavern nachzukommen. Ich hebe daher die zur Polizeiverordnung vom 13. Oktober 1916 erlassene Anforderung vom 11. Juli 1918 Kreisblatt Nr. 182 vom 6. August 1918 be­züglich der Pferdekadaver auf.

Die Herrn Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises werden auf Grund des § 1 Absatz 2 der oben genannten Polizeiverordnung ermächtigt, die Pferde- kadaver, welche innerhalb 3 Tagen nach der An­meldung bei der Abdeckerei in Hersfeld von dieser

Wassenslillflands-Schwierlgkeilen.

Die Gegner fordern neue Beschlüsse.

Berlin, 9. Januar. (TU). Amtlich wird der Tele- graphen-Union mitgeteilt, daß von MarschallFoch beim Vorsitzenden der deutschen Waffenstillstandskommission fol­gendes Telegramm eingelaufen ist:Das Waffenstillstands­abkommen, das am 13. Dezember 1918 erneuert worden war, läuft am 17. Januar ab. Die Verlängerung über diesen Zeitpunkt hinaus bis zur Unterzeichnung des Prä- liminarfriedens hat nicht die Zustimmung der alliierten Regierungen gesunden. Infolge dieser Sachlage haben sich die Alliierten und deutschen Bevollmächtigten, welche die Abmachungen vom 11. November und vom 13. Dezember v getroffen haben, zu einer neuen Beratung zu vereinigen und über die Verlängerung des Waffenstillstands über den 17. Januar hinaus zu beschließen. Der Sderkomma«- dierende der Alliierten hat die Ehre, dem deutschen Ober­kommando vorzuschlagen, diese Zusammenkunft möge am

pot wie tut «isoitAt MLAHWVLV*

Man wird nicht fehlgehen in der Annahme, daß die Forde­rung neuer Beratungen, bei denen jedenfalls neue Sicherheiten von uns verlangt werden, auf die Wirren in Deutschland zurück- ' zuführen ist sowie auf die Vorhaltungen, daß Deutschland den Waffenstillstandsbedingungen nur mangelhaft Nachkomme.

Sie Sage in Berlin.

Belagerungszustand. DieRote Fahne" von Regierungssruppen besetzt.

Berlin, 9. Januar. (Eig. Drahtn.) Die Hoffnung, durch Verhandlungen eine Rettung aus der verzweifelt gewordenen Situation zu finden, hat sich leidernicht erfüllt. Die V erh andlungen sind vollständig gescheitert. Wie von Regierungsseite mitgeteilt wird, ist nun endgültig keine Aussicht auf eine Verständigung mehr vorhanden. Der Oberbefehlshaber von Berlin, Volksbeauf- tragter Noske, hat den Belagerungszustand über Berlin verhängt. Das gesamte in Berlin befindlichc Offizierskorps hat si ch auf Eh r enw ort d e - Regi eruna verpflichtet, und es ist mit der Bil dung von Offiziers-Bataillonen begonnen wor den. Außerdem stehen der Regierung starke Truppenvci bände zur Verfügung, mit denen sie jeder Möglichkeit g> wachsen zu sein glaubt. 3m Laufe des gestrigen Tage wurde um Freiwillige für eine neue Formation geworbei und es gingen Meldungen in sehr großer Zahl ein. Di Freiwilligen wurden in vier Kasernen ausgerüstet und ihre! militärischen Dienstgrade nach eingereiht.

Die Ereignisse des gestrigen Tage gipfelten in einem heftigen Feu erkämpf a r Reich s tagsgeb äude. Aufständische griffen mi Maschinengewehren vnd Handgranaten an. Die im Reiche tagsgeWude liegenden Regierungstruppen beantmortek das Älter von den Fenstern und Balkönen aus mit G wehr lind Maschinengewehrfeuer. Aus beide Seiten gab es Tote und Verwundet Der Feuerkampf griff auch auf die benachbarten Straße: züge üher. Ein besonders heftiger Kugelwechsel fan zwischen der Luisenstraße auf dem Schiffbauerdamm stat Dabei dräng eine Kugel durch das Fenster eines Eckhause und tötete einem Schreibtisch arbeiteilden Man: durch einen Kopfschuß. Ebenso wurde ein Chauffeur, an Steuerrad sitzend, tötlich getroffen. Mhrerc Kugeln trafei Die Leitungen drr Straßenbahn und zerrissen sie. Bereits in der Nacht auf gestern war es Regie ?ungstrupp en gelungen,sich der Roten Fal ne" zn bemächtigen. Sie erstürmten den Hof, we Spartakusleute sich hinter einer Barrikade aug Papier rollen mit Maschinengewehren verteidigten. Darauf wurden Die Redaktionsrämue besetzt und der Druck beiRoten Fahne" unterbunden. Bei der Durchsuchung fand man im Keller zahlreiche Maschißenaewehre, die beschlagnahmt wur­den. Die Regierung hat ferner den Führern der Spar- takusbewegung das Telephon abgeschnitten und ebenso die ; Leitung des Berliner Büros der Petersburger Telegraphen- Agentur gesperrt. Auch das Telephon derFreiheit" funktioniert nicht mehx.

Das Wolff-Äuro befand sich gestern abend noch immer im Besitz dtt SMtakusl(ute und der llnabbänataen. Der

nicht abgeholt werden, auf dem Gemeindewasenplatz verscharren zu lassen. Dabei ist dasür zu sorgen, daß die noch brauchbaren Häute nach Möglichkeit durch sachverständige Personen abgezogen und zur Ab­lieferung an die zuständige Stelle gelangen.

Tgb. No. I. 188. n. Der Landrat.

von Grünelins.

Bekanntmachung.

Nr. F. R. 200/12. 18. K. R. A.

Im Auftrage des Reichsamts für die wirtschaftliche Demobilmachung wird folgendes angeordnet:

Artikel 1.

Die Bekanntmachung Nr. Bst. 200/10. 18. K. R. A, betreffend Beschlagnahme von Ferngläsern sowie

Versuch, es mit Gewalt zurückzuerobern,mißlang nach einem sehr erbittert geführten Feuergefecht, das auf beiden Seiten zahlreiche Opfer forderte. Auch den Schlesischen Bahnhof halten die Aufständischen noch besetzt. Dagegen sind ihre Anschläge auf die anderen Bahnhöfe und Dienststellen der Eisenbahn gescheitert. Der Stadtbahnverkehr ist, wenn auch nur in beschränktem Umfange, wieder ausgenommen worden, nachdem die Forderung der Eisenbahner nach entsprechen­dem Schutz der Bahnhöfe und der Strecken erfüllt worden ist. Durch die Einstellung des Betriebes wollten die Eisenbahner übrigens auch den Zuzug von unlauteren Ele- menten aus den Vororten verhindern.

Die Einstellung des Straßenbahnbetriebes, die gestern früh erfolgte, steht nicht im Zusammenhang mit den politi­schen Unruhen, sondern hat ihren Ursprung in einer Lohn­bewegung des Fahrpersonals. Man befürchtet, daß auch die Untergrundbahnangestellten sich der Bewegung anschließen werden, was eine vollständige Zerrüttung des Berliner Ver­kehrslebens zur Folge haben würde. Im Laufe des gestrigen Teufel "1u^*W späten Abend noch nicht vorlag.

Die Eisenbahn im Besitz der Regierung.

Kieler Matrosen im Anmarsch.

Berlin, 9. Jan. (WTB.) Die Eisenbahn ist im Besitz der Regierung. Die Züge verkehre« wieder,

Grüdlichste Abrechnung."

Berlin, 9. Jan. (WTB.) Ein Regrerungs-Aufruf an das Volk wendet sich gegen Spartakusterror und stellt gründlichste Abrechnung in nahe Aussicht.

Die Haltung der Berliner Garnison.

Besserung zugunsten der Regierung.

gtzH- Berlin, 9. Januar. (TU.) Die Haltung der Berliner Garnison, die in den letzten Tagen recht unsicher war, hat sich 'cit gestern mittag erheblich geändert. Die Regimenter, die lieber eine neutrale Stellung eingenommen hatten, haben ich jetzt offen aus die Seite der Regierung gestellt. Es ist emerkenswert, daß in den Kreisen der Mannschaften die Er- egung über das Vorgehen der Spartakisten immer erbitterter >ird und daß man an einigen Stellen die Soldatenräte zwang, er Regierung mitzuteilen, baß die Regimenter voll und ganz für te Regierung eintreten würden, andernfalls die Soldatenräte so» >rt ihre Aemter niederzulegen hätten. Att der Franzer- und an :r Dragonerkaserne in der Blücherstraße, ebenso beim 4. Garde- giment sieht man Schilder mit den Inschriften:Für die Re- crung EbertScheidemann!" Die Kpsernen haben für alle Mannschaften erhöhte Alarmbereitschaft angeordnet. Die Tore sind schloffen worden, und überall sieht man Maschinengewehre, zum :U auch Geschütze stehen, um etwaigen Ueberraschungen vorzu- ugen,

80 000 Mann Regierungstruppen. uch die republikanische SÄbateuwehr übergegauaeu.

»e* Berlin, 9. Januar. (WTB.) Die republikanische ol-atenWebr hat sich von Eichhorn losgesagt nnd der egiemng unterstellt. Die Regierung verfügt jetzt über s 000 Mann, von denen jeder 50 Patronen erhielt und efechtsbereit ist. 500 Studenten sind für die Regierung ewaffnet worden. Hindenburg soll doch in Berlin eilen, was von gutem Einfluß auf die Regierungs- tippen sein dürfte. Ein Spartakusplakar an den An- blagsäulen zeigt, wie eine Volksmenge Scheidemann ifknÜpft, und darunter die Worte:Ain 10. Januar!"

Die Bolksmarinedivision neutral.

fest1 Berlin, 8. Januar. (F. 3.) Die VoltSniarine- Üvision hat sich gestern für neutral erklärt. Sie stehe ueber auf der Seite der Spartakusleute, noch empfinde ie Sympathien für die Regierung. Sie sei daher nicht wwtllt, sich an dem Kampf zwMen Spartakisten und Regierung zu beteiligen. Man werde, um Leute und Material zu schonen, den Ereignissen teilnahmlos ge- i.enüberstehem

Stümpfe im Regierungs- u. Zettnugsviertel.

»w- Berlin, 9. Januar. (T. U.) Die Spartakisten mitten bei ihrem Angriff auf das Brandenburger Tor, wie es heißt, 12 Tote und über 20 Verwundete. Gegen 6 Uhr setzte aus der Rtchtung von, Schlosse her Feuer auf das Brandenbnrger Tor ein. Aus diesem Grunde nahten Verstärkungen der fiteaterunaStruwen, die nun­mehr die Linden einschließlich des Pariser Platzes bis ^tr Wi^linstra^e ^d^e^CHarlotterrvurger Chauffee

von Objektiven für Photographie und Projektion vom 5. Oktober 1918 tritt außer Kraft.

Artikel 2.

Diese Bekanntmachung tritt am 15. Dezember ISIS in Kraft.

Berlin, freu; 15. Dezember 1918.

Kriegs-Rohstoff-Abteilung. Wolffhügel.

* * * Hersfeld, den 6. Januar 1919.

Wird veröffentlicht.

Tgb. No. I. 13789. Der Landrat.

I. N.: Funke, Kreisfekretär.

(Fortsetzung des amtlichen Teiles im 2. Blatt.)

Gegen 4%' Uhr nachmittags unternahmen die Spar» takusauhänger einen Angriff auf das AuSwärtige Amt. Die Angreifer wurden von den abwehrbereiten Ber» teidigeru wohl empfangen. Es entwickelte sich ein leb­haftes Gefecht, und die Spartakisten mußten sich vor dem Mafchinengewehrfener der NegiernngStrnppen an* rückziehen Im ßaitfe des gestrigen Nachmittags sind weitere Straßen von den regierungstreuen Truppen abgesperrt worden, um einen Ueberfall von dort aus zu vereiteln. Der Wilhel,«platz ist nach wie vor von regierungstreuen Truppen für jeden Verkehr gesperrt.

Um Mitternacht haben sich im Südwestcu und im Zentrrrm der Stadt, besonders im Zeitnngs- und Regie- rungsviertel nene Kämpfe entwickelt. Gegen 11 Uhr war in den Straßen der genannten Stadtteile allgemetu Maschinengewehrfener vernehmbar. Es ist anzrureb- men, daß die blutigen Gefechte aus der Nacht zum Mitt­woch sich in der verflossenen Nacht tu weit größere« Umfang wiederholt haben.

Terror im Lande.

|m|> Halle, 9. Januar. (WTB.) Line spariaktjtisch aufge* hetzte Menschenmenge forderte vor der Kaserne Waffen. Als ein . deidrvcbet ^:rs demGeb-'>ch« eine SSnv.bsiTinate aeae« bit n»« wai

getötet und 4 verwundet.

In München wurde der Minister für soziale Süll­sorge, Unterleitner, als er vom Fenster aus eine An­sprache an demonstrierende Ilrbeitslose halten wollte von den Demonstranten beschimpft. Die Arbeirolosen versuchten in das Ministerium einzudrütgen und dräng­ten die Wachen zurück, wobei ein Matrose durch Messer- stiche verwundet wurde. Inzwischen rückte die Laud- tagswache mit Maschinengewehren aus und gab Schreck­schüsse auf die Menge ab. Aus einem Gebäude fielen plötzlich zahlreiche Schüsse, durch die drei Personen ge. tötet und acht zum Teil sehr schrver verletzt wurden. ES kam dann noch an verschiedenen Stellen zu Schieße­reien. Die Tnmultszenen Hatten Störungen im Stra- tzenbahnverkebr zur Folge.

Auch in Nürnberg kam es zu einer Demonstration der Arbeitslosen, an der sich auch die Unabhängigen beteiligten. Einige Tausend Menschen zogen vor oaS Redaktionsgebäude der mehrheitssozialimschenFrän­kischen Tagespost" und besetzten eS. Ändere Demon­stranten brachten im Rathanse ihre Wünsche vor, wo. nach für Männer über 21 Jahre 8 Mark, für Frauen 6 Mark täglich gezahlt werden sollen, während der Ma­gistrat nur 4,50 Mark bezw. 3 Mk. festgesetzt hatte. Ein Mitglied der Arbeitslosenkommission drohte, daß die : Arbeitslosen sich nicht länger als bis zum Donnerstag Hinhalten lassen wollten und gegebenenfalls sich nicht scheuen würden, mit Maschinengewehren und Bomben ihre Forderungen durchznfetzen.

In Mauuheim vertibten Spartakisten außer der Sprengung einer Wahlversanimlimg und bem Einbruch in die Geschäftsräume des Generalanzeigers noch einen weiteren Putsch. Sie drangen im Anschluß an eine Sir» beitslvsenoenwnstration ins Rathaus ein. Biirgerme^ ster Ritter wurde aus seinem Zimmer gelockt, zu Bob«« geworfen und schwer mißhandelt.

Die bayerischen Socialisten an die Berliner.

Eine schärfste Kampfansage richtete der b aq e ri i ch e M i n t- ster Auer bei einer Massenversammlung unter freiem Himmel in Bamberg im Anschluß an die Berliner Unruhen an die radikalen Elemente. Er rief anst Die Männer in Berlin mögen sich gesagt fein lassen, daß Berlin nicht Deutschland ist, und daß es selbst dem geduldigsten Volke einmal zu bunt wird. Bisher habe er den Standpunkt vertreten daß Waffengewalt vermieden werden muß; wenn aber in Berlin nicht bald Ruhe wird, dann müssen wir uns diese lbe mit Waffen­gewalt verschaffen. Noch nie hat es eine politisch e Partei gegeben, die so tief gesunken ist, wie die Bolschewistenund Spartakusleute. Ich persönlich be­dauere es außerordentlich, daß d te Unabhängigen nicht mithelfen, dieses nationale Unglück unmöglich zu machen.

Der Leipziger A.- und S.-Rat gegen die Regierung.

hmD° Leipzig, 9. Januar. (WTB.) Der hiesige Slrbeite»- unb Soldaten-Rat sprach sich gegen die Regierung Scheidemann- Ebert aus.

Der Reichsbürgertag.

Ueber die weiteren BerhanblMtgen sei mitaeteckd: An einem Vortraa, die Wahlen »nr Nationalversamm- lung betreffend, trat Privatdozent Dr. Karstäbt- Berlin vor allem für die Berbinbung aller Wahlliste» der bürgerlichen Parteien ein. Der zweite Berichte,, statter, Herlaasbirektor Georg Berrlhard-Berlin, rote# darauf hin, daß die Sozialdemokraten die Listenverbin- dung mit den Bürgerlichen abgeletznt hätten. Es sei nun die Pflicht der Bürgerräte, dahin zu wirken, daß jede bürgerliche Partei die Möglichkeit einer Listenver- bindung für den schlimmsten Fall offen lasse.

Darauf wurde folgende Entschließung anaeuom- men: