Hersfelder Tageblatt
Hersfelder Kreisblatt
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Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 2.10 Mark, durch die Post be- = | zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei 5 ■ Hersfeld. Für die Schristleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld. 8
Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld
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i Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im j- amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 PfenÄg.
Erscheint jeden Wochentag nachmittags. — Fernsprecher Nr. 8.
Nr. 301
Dienstag, den 24, Dezember
1918
Amtlicher Stil
8
Hersfeld, den 23, Dezember 1?18 Betrifft:
Wahlen zur $flNnm othh htSlsiht« " ' ' ' MlW.
Der 5err Staatssekretär des Innern
hat
die sofortige Aufstellung der Wählerlisten für die bevorstehenden Wahlen zur Verfassung gebenden deutschen Nationalversammlung an- geordnet.
Ich ersuche daher die sperren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises, sich unverzüglich mit den Sestimmungen der Verordnung über die Wahlen t^eichswahtgesetz) vom 30, November INS (R, G. SL S. 1345 ff) und der Wahlordnung vom gleichen Tage (R, G. S1, S. 1353 ff) eingehend bekannt zu machen und mit der Aufstellung der Wählerlisten unter Benutzung der Ihnen durch besonderen Boten zugehenden Formulare sofort zu beginnen. Zur Beschleunigung der Angelegenheit werden Sie dringend ersucht, sich mit den 5errn Lehrern in Verbindung zu setzen und sie Zu bitten, sich an der Ausstellung der Listen nach Möglichkeit zu beteiligen. Auch sonst in der Gemeinde vorhandene schreibgewandte Personen können Sie hinznziehen. Die Listen müssen unter allen Umständen bis zum 29. Dezember fertiggestellt sein, da der Termin der Auslege- MW^ürrs -^n 2p- .^sZE^r fpstnesekt worden
ernährung in der Uevergangszeit von allen „Bauern- und Landarbeiterräten" dementsprechend gehandelt wird. Dieser Name soll aussprechen, daß im Haupt- beruf selbständige Landwirte und Arbeiter in diesen Räten gleichberechtigt sind. Auch die Mitarbeit der nichtlandwirtschäftlichen Landbevölkerung ist dringend erwünscht. -
Ein „Bauern- und Landarbeiterrat" ist in jeder selbständigen Gemeinde zu wählen. Gutsbezirke sind in der Regel einer benachbarten Gemeinde anzu- gliedern. Jeder Rat muß aus mindestens 6 Personen bestehen und zu gleichen Teilen aus den Kreisen der im Hauptberuf selbständigen Landwirte und Arbeiter bezw. der nichtlandwirtschäftlichen Landbevölkerung gebildet werden. Für den Bereich jeder unteren Verwaltungsbehörde ist an deren Sitz ein „Kreis- (Bezirks- und dergl.) Bauern- und Landgrbetterrat" zu bilden. Die unterzeichneten Körperschaften bilden einen Zentralbauern- und Landarbeiterrat in Berlin, der Anweisungen und Ratschläge erteilt.
Ausgabe der „Bauern- und Landarbeiterräte" ist Unterstützung der zuständigen Behörden durch:
1) Mitwirkung und Beratung bei Erfassung und Schutz der vorhandenen Lebensmittel, bei der Regelung ihrer Ablieferung an die bezugsberechtigten Stellen und bei der Bekämpfung des Schleichhandels.
2) Erhaltung der landwirtschaftlichen Betriebe. Förderung der Erzeugung insbesondere durch Sicherung von Saatgut und Steigerung des Anbaues, Wiederaufbau der Viehzucht, Förderung des Genossen- schaftswesens.
3) Mitwirkung bei de' Aufnahme der entlassenen Kriegsteilnehmer und irr Beschaffung von Arbeit und Wohnung für diese gemäß den Bestimmungen der Demobilmachungsbeh- rde.
4) Gegenseitige Hilfe beim Schutz von Personen und Eigentum.
Volks -enossen *
Hersfeld, den 20. Dezember 1918.
Wird veröffentlicht.
Auf Grund vorstehender Bekanntmachung ersuche ich die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher derjenigen Gemeinden, in denen Arbeiter- u. Bauern- Räte noch nicht bestehen, alsbald die Wahl eines Bauern- und Landarbeiterrats für ihren Wahlbezirk vorzunehmen. Die Bestimmungen vorstehender Bekanntmachung sind dabei genau zu beachten. Nach Besprechung mit dem Arbeiter-, Soldaten- u. Bauernrat Hersfeld ist auch nichts dagegen einzuwenden, wenn die Wahjen öffentlich durch Zuruf erfolgen. Das Wahlergebnis ist mir bis zum 1. Januar 1919 bestimmt mitzuteilen, unter Hinzufügen der schriftlichen Bescheinigung, daß die vorstehende Wahlbestimmungen beachtet sind oder die Wahl durch Zuruf erfolgt ist. Die bereits gewählten Arbeiter- und Bauernräte bleiben in ihrer jetzigen Form bestehen.
Die Herren Gutsvorsteher ersuche ich, sich wegen der Wahl mit der nächstgelegenen Landgemeinde in Verbindung zu setzen, so daß die Wahl für den Gutsbezirk und die in Betracht kommende Landgemeinde gemeinschaftlich abgehalten wird. Tgb. Nr. L 13106. Arbeiter- und Soldaten- Der Landrat.
Rat Hersfeld P. List.
von Grunelius.
er
darauf zu achten, daß wahlberechtigt sind: alle deutschen Männer und Frauen, die am Wahltag (1$, Januar 1?1?) das £0, Lebensjahr vollendet haben. Sie müssen also am 1?, Januar 18?? geboren sein. Ausgeschlossen vom Wahlrecht sind die im § 4 erwähnten Personen, worauf ebenfalls bei der Aufstellung der Listen zu achten ist. Außerdem mache ich auf die Bestimmungen im § r der Wahlordnung aufmerksam, nach dem in die Wählerlisten alle wahlberechtigten nach Zu- und Vorname, Alter, Gewerbe und Wohnort in alphabetischer Ordnung eiuzutragen sind. Gs ist nicht erwünscht nach Geschlechtern getrennte Wählerlisten aufzusteUen, vielmehr sind die Wahlberechtigten weiblichen Personen in die allgemeine Wählerliste mitaufzunehmen. Schließlich ist noch darauf zu achten, daß die Wählerlisten in zwei gleichlautenden Stücken aufzustellen sind (§ 1 der Verordnung).
Im Laufe dieser Woche, spätestens aber am 27, Dezember haben Sie auf ortsübliche Weise bekannt zu machen, daß die Wählerlisten in Ihrem Amtszimmer während 8 Tagen zu Jedermanns Ginsicht ausgelegt sind, sowie daß während dieser Zeit Einwendungen gegen die Wählerlisten täglich von morgens 10-1 und nachmittags von 4-8 Uhr bei Ihnen schriftlich Zu erheben sind. Gs steht Ihnen frei, die Tagesstunden den örtlichen Verhältnissen entsprechend zu ändern. Die erfolgte ortsübliche Bekanntmachung haben Sie mir am 27. Dez. abends telegraphisch allzuzeigen. wegen der nachträglichen Aufnahme von Angehörigen des Heeres u. der Marine, die im Januar u. februar 1?1? aus dem selbe heimkehren, ergeht noch besondere Verordnung der Regierung, wegen der Durchführung der Wahl selbst wird Ihnen noch weitere Weisung meiner
Seits zugetzen.
Tgb. No. I. 13638
Der Landrat. v. Grunelius.
An die Landbevölkerung!
Ihr habt die Aufrufe, die Euch zur Bildung von Bauernräten (Orts-, Gemeinde-, Wirtschaftsausschüsse u. dergl.) auffordern, zur Kenntnis genommen. Vielerorts hat man diesem Rufe schon Folge geleistet. Es muß erwartet werden, daß die gesamte Landbevölkerung sich schleunigst dieser Aufgabe widmet und zum Wohl des Vaterlandes Mitarbeiter. Die Aufgaben dieser Körperschaften sind zahlreich, und nicht überall ist man sich über den Wirkungskreis klar.
überall ist man sich über den Wirkungskreis klar.
Die unterzeichneten Verbände geben nachstehend Richtlinien für die Tätigkeit bekannt, die Ihr auszu- üben berufen seit. Wir erwarten, daß im Interesse der ungehinderten Durchführung der Volks-
aller Kräfte zur Erhaltung der Volkswirtfchafr. Aue» «». Trennende hat zurückzutreten. Angesichts der großen Aufgaben tue jeder seine Pflicht, die Stunde verlangt
es
gebieterisch.
Reichsausschutz der deutschen Landwirtschaft, Deutscher Landwirtschaftsrat, Bund der Landwirte, Vereinigung der deutschen Bauernvereine, Deutscher Bauernbund,
Deutscher Landarbeiterverband, Zentralverbanö der Forst-, Land- und Wetnbergs- arbeiter Deutschlands, Allgemeiner Schweizer-Bund für Deutschland, Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft, Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften, Generalverband der deutschen Raiffeisen- Genossenschaften, Bezugsvereinigung der deutschen Landwirte, Hauptverband der landwirtschaftlichen Güterbeamten Vereinigungen Deutschlands, Verband der preußischen Landkreise.
Die Geschäftsstelle des Zentralbauern- und Land- arbeiter-Rates befindet sich in Berlin W. 9, König- grätzer Straße 19, H. Dahin sind alle Zuschriften zu richten.
Bekanntmachung
Vorstehende Vereinbarung der landwirtschaftlichen Verbände tritt mit dem Tage ihrer Bekanntmachung in Kraft. Bauernräte (Orts-, Gemeinde-, Wirtschaftsausschüsse und dergl.), die nach anderen Grundsätzen gebildet wurden, sind nach einer Wahlordnung umzuformen, die sich im Sinne der vorstehenden Vereinbarung zu halten hat. Dazu werden auf Grund der Bekanntmachung über Kriegsmaßnahmen zur Sicherung der Volksernährung vom 22. Mai 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 401) folgende Ansführungsbestiw- mungen erlassen:
1) Die Wahlen zu den beiden in der Vereinbarung genannten Gruppen erfolgen getrennt. Wahlberechtigt sind in beiden Gruppen solche ortsansässige Personen beiderlei Geschlechts, die zur Zeit der Wahl das 20. Lebensjahr "vollendet haben.
2) Die erste Wahlgruppe bilden die im Hauptberuf selbständigen Landwirte; die zweite Gruppe bilden die Arbeiter bzw. die nichtlandwirtschaft- liche Landbevölkerung, als welche jedoch nur solche ortsansässige Personen zu gelten haben, die ganz oder vorwiegend landwirtschaftlichen Interessen dienstbar sind.
3) Die Wahlen haben in beiden Gruppen nach dem allgemein gleichen, geheimen und direkten Wahlrecht zu erfolgen. Der Wahltermin ist mindestens 48 Stundest vor Beginn der Wahlhandlung bekanntzugeben.
4) Die Vorbereitung und Leitung der Wahl ist Sache der Gemeindevorstände.
Berlin, den 22. November 1918.
Der Staatssekretär des Reichsernährungsamts. Wurm.
):( Hersfeld, 24. Dezember. Der Verein der Deutschen Demokratischen Partei für Hersfeld und Umgebung hatte gestern Abend zu seiner ersten großen Versammlung in der Turnhalle eingeladen, zu der sich Männer und Frauen aller Berufsstände außerordentlich zahlreich eingefunden hatten. Die Versammlung wurde durch den Vorsitzenden des Hiesigen Parteivereins, Herrn Oberingenieur Bole g^ eröffnet und geleitet. Zunächst sprach Herr Lehrer Kimpel-Cassel über den Zusammen- bruch und Aufbau unseres Vaterlandes und entwickelte die Ziele der Deutschen Demokratischen Partei. Ihm folgte Fräulein Koethe-Caffel, welche sich hauptsächlich und über die
Aufgaben der Frauen uh neuen TMNswiatts Als Vertreter des Deutschen Bauernbundes trat noch Herr Trteschmann vor die Versammlung. Sämtliche Ausführungen fanden starken Beifall. Bei der sich
alsdann anschließenden Aussprache kam als Vertreter der Sozialdemokratie Herr List-Hersfeld zum Wort. Ihm trat noch Fräulein Koethe mit einigen Worten entgegen, woraus Herr Lehrer Kimpel das Schlußwort erhielt. Seine Worten klangen aus in einem begeistert aufgenommenen Hoch auf das Deutsche Vaterland.
Freitag den 27. d. M.,
abends 7l/a Uhr, im großen Zimmer bei F. L. Steinweg Wwe. am Hanssack HeMchchNdmkeMsmmlung Tagesordnung:
1. Beteiligung des Handwerks an der Wahl zur Nationalversammlung.
2. Zusammenschluß.
Zu dieser für das Handwerk so wichtigen Be- s p r e ch u n g werden alle Handwerker u. Handwerkerinnen der Stadt und des Kreises eingeladen.
Der GeuierDeuerein. Derortsausschuo zur Hebung und Förderung des HandwerHs.
WuSm WkrnkkMt für Tuchmacher zu Herßstlh.
Hiermit werden die Herren Vertreter der Arbeitgeber und der Versicherten zu einer
eingeladen auf
Dienstag, den 31. Dezember 1818
in
nachmittags 5 Uhr
das Kontorgebäude der Firma A Rechberg.
Tagesordnung: Wahl der Rechnungsprüfer für 1918. Aenderung der Kassensatzung. Erhöhung der Beiträge.
Festsetzung des Voranschlags für 1919. Sonstiges.
Hersfeld, am 23. DHember 1918.
1.
2.
3.
4.
5.
Der Vorsitzende des Vorstandes
Ludwig Braun.