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Hersfelder Tageblatt

Hersfelder Kreisblatt

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Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 2.10 Mark, durch die Post be- g zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckern g Hersfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld.

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Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

laeMeeeasHeeeaaaeaaBaeaoasfleeaieiieseeasBaaeeaeetaeeaaeMaBaeaeaaeeaeieniiieeeeM Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfennig. Erscheint jeden Wochentag nachmittags. Fernsprecher Nr. 8.

Nr. 287

Sonnabend, den 7. Dezember

1918

Reichsamt

für wirtschaftliche Demobilmachung.

(Demobilmachungsamt).

Preußischer Staatskommissar für Demobilmachung.

Nr. C. B. 218/11. 18. D. M. A.

Der gestrige Erlaß Nr. 26 enthält folgende Be stimmung:

Zeitpunkt des Erlasses

bezw. der Veröffentlichung

Aktenzeichen bezw. Reichsgesetzbl. S.

November 1916

E. 143. 10. 16. K. R. A.

20. Oktober 1917

Bst. 200. 9. 17. K. R. A.

13. Februar 1917

Stab. Tech. 5639.217 K. Z.2

10. Oktober 1917

E. 50. 8. 17. K. R. A.

mit Nachträgen

27. September 1917

E. 1916. 7. 17. K. R. A.

November 1917

E. 452. 10. 17. K. R. A.

Dezember 1917

Bst. M. 308.12.17 K. R. A.

Sämtliche seitens

, . der Rohstahl-Ausgleichstelle er­lassenen Anordnungen und Verfügungen, insbesondere die Bestimmungen des Rundschreibens Nr. 20 des

Verfügung der Rohstahlausgleichstelle vom 15. April 1917 Tgb. Nr. I. 1418. 3. 17. R. A. S. (I. 214. 4. 17. R. A. S.) werden gleichfalls außer Kraft gesetzt. Eides­stattliche «Erklärungen, Bezugsscheine und Dringlich­keitsscheine, sowie sonstige den Verkehr in Eisen und

Hersfeld, den 27. November 1918.

Im Kreise Hersfeld besteht ein

Arbeitsamt

in Hersfeld, Stift Nr. 11, welches unentgeltlich das Angebot und die Nachfrage an Arbeitskräften regelt. Sämtliche Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, welche Arbeits­kräfte oder Arbeit snchen, werden gebeten, sich an das Arbeitsamt z« wenden und ihren Bedarf baldmöglichst avzümelden.

Tgb. Nr. I. 12490.

Der Landrat.

v. Hedemaun, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 3. Dezember 1918.

Diejenigen Herren Bürgermeister und Gutsvor­steher des Kreises, die meine Verfügung vom 1. No­vember ds. Js. Tgb. Nr. 1. 11799 betreffend Ablieferung von Kartoffeln noch nicht erledigt haben, werden mit Frist bis zum 8. ös. Mts. wiederholt hieran erinnert.

Der Landrat.

J. V.: Funke, Kreissekretär.

Tgb. Nr. ,. 12880.

Aus der Heimat.

(Werden die Zigarren billiger?) Der Deutsche Tabakverein E. V. (Sitz Berlin) und der Verein aller Tabaktnteressenten (Sitz Berlin) schreibt: Der bevorstehende Friedensschluß erweckt in vielen Raucherherzen die Hoffnung, daß nun ein gewaltiger Preissturz für Zigarren und alle Tabake erfolgen werde. Man glaubt allgemein, auch schon einen solchen Preisrückgang beobachtet zu haben, erhofft durch den Fortfall der Kriegslieferungem der Ver­teilung der in den Depots lagernden Waren und der Einfuhr holländischer Zigarren eine gewaltige Vermehrung des Angebots und damit eine weitere Verbilligung. Demgegenüber ist festzustellen, daß bis jetzt nur die Waren im Preise nachgelassen haben, für die bisher Wucher- und Phantasiepreise gefordert wurden. Von einem gänzlichen Fortfall der Kriegs­lieferungen kann bis jetzt noch nicht gesprochen werden. Wenn dies aber demnächst auch tatsächlich der Fall sein sollte, so muß auch berücksichtigt werden, daß die Produktion auch dann noch viel zu gering ist, vor allen Dingen bei Zigarren (20 Prozent der ursprüng­lichen), um der Nachfrage zu genügen. . Die Einfuhr der Zigarren aus dem Auslande ist bis letzt verboten und wird auch noch für absehbare Zeit nicht in Frage kommen: denn es ist unsere Hauptaufgabe, den heimkehrenden Kriegern Arbeit zu verschaffen und

Bei Eisenwirtschaft Verwendungsverbote und Freigabeverfahren für Halb- und Fertigfabrikate auf­gehoben."

Bautenprüfstellen fallen fort."

Hiernach sind die nachstehend aufgeführten Bekannt­machungen mit sofortiger Wirkung außer Kraft gefegt:

Bezeichnung

Einzellieferungsbeschränkung für Roheisen, Rohstahl, Halbzeug, geschmiedeten und gewalzten Fabrikaten, Flußeisen, Flußstahlformguß und Grauguß.

Beschlagnahme und Bestanöserhebung von eisernen Heizkörpern und Zentralheizungskesseln.

Etnzelbeschlagnahme und Bestanöserhebung über Gleis­material und Betriebsmittel der Straßenbahnen.

Beschlagnahme und Bestanöserhebung^von ^tab-, Form- und Moniereisen, Stab- und Formstyhl, Blechen und Röhren aus Eisen und Stahl, Grauguß, Temperguß, Stahlguß.

Beschlagnahme und Bestanöserhebung von Stacheldraht und Bestandserhebung von Stacheldraht und Stachel­drahtmaschinen. ; . .

Erzeugung des Kriegsmater als durch Eisen u. Stahl­werke.

Einzelbeschlagnahme von harten Stahldrähten.

Stahl regelnde Vorschriften für Bezug und Lieferung kommen damit in Fortfall.

Der Staatskommissar für Demobilmachung.

Hersfeld, den 2. Dezember 1918.

Wird veröffentlicht.

Der Lanörat.

Tgb. Nr. I. 12758. J. V.

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

alles, was wir im Jnlande erzeugen können, auch im Jnlande zu erzeugen. Wir dürfen daher der deutschen Industrie nicht durch die Einfuhr von Fertigwaren Abbruch tun, sondern müssen bestrebt sein, "möglichst nur Rohstoffe einzuführen. Außerdem wäre die holländische Zigarre bei sehr geringer Güte außer­ordentlich teuer infolge hoher Gestehungspreise, gewaltiger Aus- und Einfuhrzölle und des Tiefstandes unserer Valuta. Lediglich vorübergehend dürften ja durch den Ausfall der Heereslieferung billigere Zigarren an den Markt kommen, da diese haupt­sächlich die billigsten Sorten betrafen. Es kann aber keine Rede davon sein, daß die reellen Preise für reguläre Waren, die nicht durch den Kettenhandel künstlich verteuert waren, herabgehen, schon deshalb nicht, weil die Herstellungskosten durch höhere Löhne und kürzere Arbeitszeit wesentlich steigen werden.

§ Hersfeld, 7. Dezember. Gesuche um Zuwendung der Zinsen der Elise Hupfeld Stiftung, welche nach dem Willen des Stifters alljährlich an zwei kinderreiche Tuchfabrikarbeiter-Witwen, geborene Hersfelderinnen, zur Verteilung gelangen sollen, sind bis zum 11. Dezember d. Js. an die Armenver­waltung einzureichen. Später eingehende Gesuche können keine Berücksichtigung finden.

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):( Hersfeld, 6. November. «Keine Furcht vor Holzsohlen:) Es gibt heute schon Holzsohlen, auf denen man bequem und weich gehen kann. Wer Sperr­holzsohlen und Holzhalbsohlen getragen hat, weiß, daß diese Sohlen nicht einmal klappern. Und das Klappern wäre doch noch das Wenigste! Wir verlangen von der Sohle Dauerhaftigkeit, Wärme und Wasserdichtig- keit. Diese wichtigsten Eigenschaften des Leders dürfen wir auch von der Holzsohle erwarten. Sperrholzsohlen (leichtes Holz, das besonders wasserdicht gemacht ist, mit Lederabfällen) und Holzhalbsohlen haben sich in Stadt und Land bestens bewährt. Sie sind nicht un­bequem, weil sie der Form des Fußes durch Aus­höhlung in der Länge und in der Breite geschickt an- gepaßt sind. Von allen Ersatzsohlenarten kommen ge­rade die Holzsohlen dem Leder am nächsten. Die von der Reichstegterung zur Sohlenerprobung und Sohlcn- beschaffung eigens errichtete, dem Reichswirtschaftsamt unmittelbar unterstellte KriegsorganisatioN hat auch dafür gesorgt, daß sich die Kenntnis der Holzsohlen- verarbeitungOhei den Schuhmachern weiterverbreitet hat. In einer Lehrwerkstätte für Schuhmacher in Berlin habtzu Handwerker aus allen Gegenden unseres VaterlarOes die geschickte und zuverlässige Verarbeitung

der Holzsohlen erlernt und ihre erworbene Kenntnis daheim auch an ihre Fachgenossen weitergegeben. Die einsichtigen Schuhmacher wissen längst, daß sie ihren Kundenkreis mit Ersatzsohlen nur dann zufrieden­stellend bedienen können, wenn sie sich mit der be­sonderen sachgemäßen Verarbeitungsweise der Holz­sohlen vertraut gemacht haben. Heutzutage bildet die Kenntnis der Holzsohlenverarbeitung ein sehr wichtiges Stück unter dem Fachwissen des tüchtgen mit der Zeit gehenden Handwerkers. Das wird auch für das Ver­trauen der Kundschaft sehr bald entscheidend sein.

§ Heimboldshansen, 6. Dezember. Am Sonntag, den 8. ö. M. findet hier in der Echtermeierschen Gast­wirtschaft eine Versammlung allerBeamten Werkmeister und Steiger statt. In Anbetracht der heutigen Verhältnisse und bei der Wichtigkeit eines engeren Zusammenschlusses dieser Berufszweige sei auf die Notwendigkeit des Besuches der Versammlung nochmals besonders hingewiesen.

Cassel, 6. Dezember. Ein mit mehreren Soldaten besetzter Kraftwagen, in dem sich auch ein Maschinen­gewehr befunden haben soll, fuhr auf der Straße Obervellmar-Niedervellmar hin und her. Fußgänger wurden angehalten und ausgeplündert, ein Mädchen wurde vergewaltigt, ein Unteroffizier erhielt einen Stich in die Nase. Mehrere Matrosen nahmen mit einem mit zwei Maschinengewehren bewaffneten Heereskraftwagen die Verfolgung auf. Ueber das Ergebnis ist noch nichts bekannt. Jedenfalls ist das Verbrecherauto aus der Casseler Gegend verschwunden.

Jmmenhause«, 3. Dezember. Der Rittergutsbe­sitzer Peters auf Mühlenhof hat 100 Zentner Zucker­rüben zur Marmeladenbereitung für minderbemittelte Familien unentgeltlich abgegeben.

Arolfen, 5. Dezember. Ein gutes Geschäft machte I ein Pferdehändler der bei der Versteigerung von -i«*^ v«#t ~otum**(w^ sechs

davon, prächtige Tiere für 1000 bis 3000 Mark erstand.

Münden, 2. Dezember. Die russischen Offiziere haben nunmehr das Mündener Gefangenenlager ver­lassen und sind nach ihrer Heimat abgereist. In Be­gleitung des Hauptmanns v. Düsterlohe haben sie 520 an der Zahl am Sonnabend von Münden Abschied genommen.

Ried (Kr. Frankenberg), 3. Dezember. Der 12jährige Schüler Joh. Sasser- sprang auf einen fahrenden Mili­tärkraftwagen, stürzte ab und wurde auf der Stelle vom Anhänger totgefahren.

Langenthal (Kreis Hofgeismar), 6. Dez. Im hiesigen Sägewerk wurde der 14 jährige Arbeitsbursche Fritz Ebbrecht von hier von der Welle erfaßt und' herumgeschleudert. Der Junge erlitt schwere Bein­brüche und Armverletzungen, die seine Einlieferung in das Casseler Lanökrankenhaus nötig machten.

Külte, 5. Dezember. Ein grüner Bursche verleitete hier einige kleine Jungen zum Anzünden eines den durchziehenden Truppen gehörenden Benzin-Ballons. Sechs Kinder wurden durch den Luftdruck fortge- schleudert und ihre Kleider fingen Feuer. Die Kinder erlitten erhebliche Brandwunden.

Nordhaufen, 2. Dezember. Auf dem hiesigen Bahnhof angekommene Offiziere eines durchfahrenden Transportes wollten mit Waffen in die Stadt gehen. Der Wachtposten forderte auf, die Waffen in vor­läufige Verwahrung zu geben. Der Transportführer, ein Hauptmann, weigerte sich und im Verlaufe des Wortwechsels wurde der Wachtposten von Offizieren im Genick gepackt. Der Hauptmann schlug mit der Reitpeitsche zu. Nun schoß der Posten und verletzte den Hauptmann am Halse. Darauf setzte eine gegen­seitige Beschießung ein, was unter dem Bahnhofs­publikum große Aufregung verursachte. Da der Transportzug bald wieder abdampfte, weis man nicht, ob noch wettere Personen verletzt worden sind.

Bad Wildnuge», 5. Dezember. 75 Pferde der mobilen Etappenkommandantur 96 brachten hier bei der Versteigerung 60 bis 100 Mark das Stück.

Göttingen, 5. Dezember. Aus der Schreibstube der Kaserne in wurde eine Kassette mit 12 000 Mark Papiergeld gestohlen.

Schmalkalden, 3. Dezember. Der jüngst gemeldete Diebstahl hat seine Sühne gefunden. Das Standgericht verurteilte die Wachtposten Türk Tylkowski zu sechs Wochen Mittelarrest, 6a Price, Härtet und Tedarius zu sechs Monaten Gefängnis, Mkobajcak zu sieben Monaten Gefängnis. Ferner erhielten die Ange­klagten Vogt zwei Jahre, Eck und Schnittger sechs Monate, Wenzel vier Monate, Stark sieben, Hessen- möller vier Monate, Otto sechs Wochen, Witter sechs, Werner und Heller je drei Wochen. .

Frankfurt a. M., 2. Dez. Ein herzliches Will­kommen wurde heute der 213. Infanterie-Divisionbei dem Einzüge in die Stadt Frankfurt bereitet. Hundert- tausende hatten sich auf den breiten Etnzugsstraßen eingefunden. Die Häuser prangten in reichem Flaggett- undBlumenschmuck,vor allem der Opernplatz, aufdem die Begrüßung der einziehenden Truppen stattfand. i

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