Einzelbild herunterladen
 
  

Hersfelder Tageblatt

Hersfelder Kreisblatt

BaiiBBaaBeBeBaeiaaiaBBaBBGaBaaiaa3eBaBaBBBBBaae88eaaBBaa8B3BBeBBBBaäBaBB8a»Bsasaee#aa

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 2.10 Mark, durch die Post be- zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei : Hersfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld. I

awBGBBBBaBaeGBaBBaBBBaaaeaaBesBaeBBf »«»»»»»««»»»«««»»»»»»»»»»i,»»»»»,«»«»,»«»»«»«

Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

«aaBBiiaeBBaaiaaaaBBaBBBeoaeBGaBieeeQeaaeGeaeeeaBSBaHsaeiaaaeeeaieeBaaaBagaeeaBMaB

; Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im : amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfennig.

Erscheint jeden Wochentag nachmittags. Fernsprecher Nr. 8.

BaBa8BBaBBBB6aBBeSBSBB8aflBB8BB8aa68BBBSBBBB88BBB8äBBBBae8ei8aaB8SaBBBBMaaaa88aaaill

Nr 283

Dienstag, den 3. Dezember

1918

T

Amtlicher Teil.

Anordnung

des Arbeiter- und Soldatenrats Cassel betreffend Arbeitsvermittlung.

Die Leitung der Organisation der gesamten Ar­beitsvermittlung geschieht durch die Zentral-Auskünfts- stelle im Austrage des Arbeiter- und Soldatenrats.

1. Jeder Arbeitgeber im Kreise Hersfeld hat die offenen Stellen seines Betriebes und jeden Bedarf an Arbeitskräften beiderlei Geschlechts dem städtischen Arbeitsamt in Hersfeld, Stift Nr. 11, sofort zu melden.

2. Jeder Arbeitslose und Arbeitssuchende im Kreise Hersfeld hat beim Arbeitsamt in Hersfeld Stift Nr. 11 sich zu melden und bei angemessenen Arbeitsbedingungen die Arbeit unbedingt anzunehmen, da er sonst einen etwaigen Anspruch auf Arbeitslosen-Unter- stützung verlier t. Den Kontroll-Vorschriften des Arbeitsamts ist unbedingt Folge zu leisten.

3. Jedes selbständige Umschauen nach Arbeit und die Annahme von Arbeitskräften ohne Ver­mittlung des Arbeitsamtes ist verboten.

4. BestehendeArbeitsvermittlungs-Einrichtungen haben im Auftroge und im Einverständnis mit dem Arbeitsamt zu handeln.

Cassel, den 15. November 1918.

Arbeiter- und Soldatenrat. gez. A. Grzesinskt.

* * *

Hersfeld, den 30. November 1918. Wird veröffentlicht.

Der Landrat.

J. V.:

Hersfeld, den 27. November 1918.

Betrifft: Hausschlachtungen.

Ueberschüssige Fleischmengen aus Hausschlachtungen sind nicht an die Schlachthofverwaltung hier, sondern ' wie neuerdings bestimmt worden ist, an den Metzger­meister Rehn hier, am Linggplatz No. 8 abzuliefern. Kopf und Beine werden nicht angenommen. Die Knochenbeilage darf höchstens 2O°/o der abgelieferten Fleischmenge betragen.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

J. A. No. 10937. J. V.:

v. Hede mann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 28. November 1918.

Der Kreistierarzt Hartmann von Homberg ist vom 1. Dezember ds. Js. ab in die Kreistierarztstelle Hersfeld versetzt worden. Von diesem Zeitpunkt ab wird die Ergänzungsbeschau durch denselben ausgeübt. Er ist in Eilfällen durch Telephonruf No. 68 zu er­reichen.

J. A. No. 10981. Der Landrat.

I. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 25. November 1918.

Die Schließung der Mühle des Müllers Wett- laufer in Kleba wird hiermit wieder aufgehoben. Tgb. No. K. G. 4762. Der Landrat.

A, V.:

v v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 80. November 1918.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises weise ich auf die Bekanntmachung des hiesigen Garnisonkommandos vom 26. November d. J., ver­öffentlicht im Kretsblatt Nr. 280 vom 29. November d. I., zur besonderen Beachtung hin. Ich erfuche alle Urlauber gemäß Ziffer 2 jener Bekanntmachung ein­gehend' zu unterrichten und zu diesem Zwecke anzu- ordnen, daß sich alle Beurlaubten, die in die Gemernde zurückkehren, alsbald bei ihnen zu melden haben. Tgb. No. M. 11949. Der Landrat.

J. B.

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 22. November 1918.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher in Allmershausen, Ausbach, Beiershausen Dinkelrode, Eichhof, Ettra, Friedewald, Friedlos Gersdorf, Hatten- bach, Hilperhausen, Holzheim, Kerspenhausen, Kleba, Kohlhausen, Lampertsfeld, Lautenhausen, Leimbach, Malkomes, Meisebach, Obergeis, Obevhaun, Petersberg, Reckerode, Reimboldshausen, Röhrigshof, Rohrbach, Rotensee, Sorga, Untergeis, Unterhaun, Wehrshausen, Widdershausen erinnere ich an die Erledigung meiner Verfügung vom 14. November ds. Js. J- A. No. 10434 betreffend Fleischkartenbedarf der Fretschselbst- versorger in der Zeit vom 1. Februar bis 30. April 1919. Dir bisher eingegangenen Berichte sind zum großen

Teil unvollständig. Es muß angegeben werden, die Zahl der Fleischselbstversorger, für die keine Fleisch­karten beansprucht werden. Zu den Fleischselbstver- sorgern gehören nicht nur die Haushaltungsvorstände sondern alle zum Haushalt gehörenden Personen.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

I. A. Nr. 10738. I. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 28. November 1918.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, das die Abgabe von Runkelrüben nach den bestehenden Vorschriften nur insofern verlangt werden kann, daß die Land­wirte überhaupt Runkelrüben aus der diesjährigen Ernte an andere abzugeben gewillt sind, nur in diesem Falle sind die Landwirte verpflichtet, die Runkelrüben an den staatlichen Kommissionär abzuliefern. Wenn sie also nicht mehr Rüben geerntet haben, als sie zur Durchhaltung des eigenen Viehes unbedingt benötigen, so besteht ein Zwang zur Ablieferung nicht. Hierdurch erledigen sich eine Anzahl Berichte der Herren Bürger­meister.

Tgb. Nr. i. 12535. Der Landrat.

. J. V.:

v. H e ü e m a n n, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 27. November 1918.

Am 25. und 26. November ds Js. haben die Er­gänzungswahlen für den Kreistag stattgefunden. Es wurden hierbei gewählt:

1. Im Wahlverband der Landgemeinden des Kreises Hersfeld:

im Bezirk 2. Bürgermeister Groscurth in Unterhaun,

3. Bürgermeister Klotzbach in Reckerode,

5. Gutsbesitzer August Hoßbach in Hof Weißenborn,

8. Bürgermeister O. Reinhard in Landers- BgBSHBSBBteK4) U U | e ti ,

1. als Ersatzmann für das verstorbene Kreistagsmitglied Dr. Ernst Scheffer in Hof Engelbach der Bürgermeister L. Schuchard in Niederaula.

2. JmWahlverbanöe der Großgrundbesitzer desKreises.

Die ausscheidenden:

Fabrikant Georg Braun in Hersfeld, Fabrikdirektor L. Mohr in Hersfeld, Brauereibesitzer L. Engelhardt in Hersfeld, Bergwerksdirektor L. Willing in Heringen wurden sämtlich wieder gewählt.

3. Im Wahlverband der Städte sind gewählt worden: Beigeordneter Arthur Rehn in Hersfeld, Fabrikarbeiter Gottlieb Gerlach in Hersfeld, Fabrikarbeiter Konrad Brandau in Hersfeld,

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.1

I. A. No. 10936. J. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Inspektion der Kriegs-Gefangenen-Lager.

11. Armee-Korps.

Cassel, den 20. November 1918.

Die Arbeitgeber von Kriegsgefangenen sind wieder­holt auf die Notwendigkeit hingewiesen worden, daß die bei ihnen beschäftigten Kriegsgefangenen zur Vermeidung der tiefgreifendsten Störungen unbedingt aus ihren Arbeitsstellen bis zu ihren Abruf durch die Lagerkommandanturen belassen werden müssen, auch wenn sie augenblicklich unbeschäftigt sind. Die Heeres­verwaltung zahlt nach Ablauf der Kündigungsfrist des Vertrages die Unterhaltungskosten in vertrags­mäßigen Grenzen weiter. Trotzdem strömen fortgesetzt Kriegsgefangene ungerufen in die Lager zurück, die völlig überfüllt sind.

Die Arbeitgeber werden daher nochmals dringend ersucht, die Kriegsgefangenen auf ihren Arbeitsstellen zu belassen. Sollten trotzdem jetzt noch Kriegsgefangene ungerufen in die Lager zurückgebracht werden, so müssen sie auf Kosten der Arbeitgeber zurückgeschickt werden, Der Zentral-Arbeiter- und Soldatenrat hat angeordnet, daß die Arbeitgeber, die diesem Gebot zuwiderhandeln, mit empfindlichen Ordnungsstrafen zu belegen sind. Außerdem werden diese Arbeit­geber für alle die Schäden haftbar gemacht werden, die dadurch entstehen können, daß in den Lagern eine für die noch vorhandenen Bewachungskräfte zu große Zahl von Kriegsgefangenen zusammenströmt.

gez. Unterschrift.

* * * Hersfeld, den 27. November 1918. Wird veröffentlicht.

Der Landrat.

I. 12404. J. V.

v. Hede mann, Reg.-Assessor.

Verabsolgpng von Entlassungsanzügen nur durch die Militärbehörden!

Nachdem das Preußische Kriegsministerium durch Bekanntmachung vom 15. November 1918 angeordnet hat, daß jedem am S. Nov. 1918 und später aus dem

Heeresdienst ordnungsmäßig ausscheidenden Unter offtzier und Mann unentgeltlich ein Entlassungsanzug (soweit der Vorrat reicht Zivil, sonst Uniform) ver­abfolgt werden soll, hat sich die Bekanntmachung der Reichsbekleidungsstelle betreffend Versorgung der bedürftigen entlassenen Krieger mit bürgerlichen Ant zügen und Mänteln vom 19. Oktober 1918 erleöig- und wird hiermit

aufgehoben.

Diese Versorgung mit Entlassungsanzügen erfolgt demnach nicht mehr durch die Reichsbekeidungsstelle und die bisher von ihr hiermit beauftragten Kom- munalverbünde, 'sondern durch die Ersatztruppenteile die die Enlassung vornehmen.

Reichsbekleidungsstelle

Geheimer Rat Dr. B e u t l e r Reichskommissar für bürgerliche Kleidung.

Aus der Heimat.

* (Die Einschränkungen im Eisenbahn­verkehr.) Die infolge der Demobilmachung im Eisenbahnverkehr notwendig gewordenen Ein­schränkungen sind nunmehr durchgeführt. Daher hat sich der Zugverkehr in den letzten Tagen etwas regel­mäßiger gestaltet) den heutigen Verhältnissen nach kann jeö.och nicht mit Sicherheit gesagt werden, welche Züge am folgenden Tage verkehren. Die Ein­schränkungen haben nicht den großen Umfang ange­nommen, wie dies zuerst den Anschein hatte. Es ver­kehren auf fast allen Strecken mehrere Züge am Tage. Die Züge gehen hier pünktlich ab, kommen aber mit großen Verspätuügen hier an. Die Durchführung der Nahrungsmittel- und Kohlentransporte ist trotz der Ueberlastung der Eisenbahn mit Militärzügen ohne

Der Streik der Kohlenarbeiter in Oberschlesien hat auf die Kohlen- versorgung der Eisenbahn keinen Einfluß, der Betrieb der Eisenbahnen wird ohne Störung aufrecht erhalten werden können. Mit fortschreitender Demobilmachung wird auf den Eisenbahnen eine Entlastung eintreten, die vielleicht schon in wenigen Wochen es ermöglicht, den Personenverkehr, nach und nach zu erweitern.

):( Hersfeld, 3. Dezember. Wie wir hören, kommen als Durchmarschstraßen für die durchziehenden Truppen in Betracht: Eichhofstraße, Hainstraße, Bismarckstraße, Bahnhof. Die Bewohner dieser Straßen werden gebeten, für reichliche Ausschmückung zu sorgen.

):( Hersfeld, 2. Dezember. Der Reichsausschuß hatte unter dem 15.November 1918 an das Reichspostamt die Bitte gerichtet, die Weiterverwendung der großen Vorräte an Feldpo stbriefum- schlägen und Feldpostkarten mit Rücksicht auf die Papterknappheit einerseits und die dem Groß- und Kleinhandel drohenden Verluste anderer­seits zu gestatten. Daraufhin ist vom Reichspostamt folgende Antwort eingegangen:Feldpostbriefe und Feldpostkarten nach der Ostfront sind weiterhin zu­gelassen ; für diese können vorgedruckte Umschläge und Karten nach wie vor benutzt werden. Außerdem können Vordrucke dieser Art im Verkehr mit Heeres­angehörigen an festen Standorten innerhalb Deutsch­lands ohne weiteres verwendet werden, solange für solche Sendungen die Portofreiheit aufrecht erhalten wird. Auch steht nichts entgegen,Feldpostbriefumschläge und Feldpostkarten für den gewöhnlichen inneren deutschen Verkehr zu benutzen, vorausgesetzt, daß der AufdruckFeldpost" und die sonstigen nicht zutreffenden vorgedruckten Angaben für die Feldanschrift vor der Einlieferung gestrichen werden."

Marburg, 30. November. Der allgemeine Umsturz im Deutschen Reiche hat auch in der Marburger Studentenschaft lebhaften Widerhall gefunden. In den Arbeiter- u. Soldatenrat wurde auch ein Student entsandt und diesem auf Grund allgemeiner, gleicher, direkter und geheimer Wahl ein Ausschuß von sechs Mitgliedern an die Setzte gestellt ein Ereignis, wie es in der Geschichte der neuen deutschen Universi­täten bisher wohl noch nicht zu verzeichnen ist. Neben dringenden Notstandsarbeiten hat es dieser Ausschuß vor allem in die Hand genommenen freien Vorträgen und Aussprachen zwischen den Hochschul, lehrern und den Studenten über die dringend not­wendige Neugestaltung unseres Bildungwesens, be­sonders der Hochschule selbst, Klarheit zu verbreiten und, wenn möglich, zu Leitsätzen zu gelangen, die für die fchließliche Durchführung der Neuordnung bestim­mend werden könnten.

Mühlhaufen, 29. November Einer Familie wur­den beim Einladen ihres Möbelwagen von einem Soldaten,der beim Räumen half, Nahrungsmittel und eine Brieftasche mit 2000 Mark Inhalt gestohlen. Bet einer Hausdurchsuchung bei dem Soldaten fand man die Nahruugsmittel, während die 2000 Mark mit dem Dieb spurlos verschwunden waren.