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SersWer Tageblatt

Hersfelder Kreisblatt

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Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 2.10 Mark, durch die Post be- ; zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei j Hersfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld. :

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Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

; Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im | amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfennig. Erscheint jeden Wochentag nachmittags. Fernsprecher Nr. 8.

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Nr. 863

Freitag, den 8. November

1918

M Ausruf der Regierung.

An das -entsche Volk!

. Die Not der Zeit lastet auf der Welt und auf dem deutschen Volke. Wir müßen diese schweren Tage und, ihre Folgen überwinden, heute schon müssen wir ar­beiten für die glücklicheren Zeiten, auf die das deutsche Volk ein Anrecht hat. Die neue Regierung ist am Werk, diese Arbeit zu leiste«. Wichtiges ist erreicht:

Das gleiche Wahlrecht in Preußen ist gesichert. Eine neue Regierung hat sich aus den Vertretern der Mehrheitsparteien des Reichstages gebildet. Der Reichskanzler und seine Mitarbeiter bedürfen zu ihrer Amtssithrung des Vertrauens des Reichstages und da­mit des Volkes. Grundlegende Rechte sind von der

rgehcuSe und Ver-

zu tui Volks

und 5 .ji

Person des Kaisers auf die Volksvertretung übertragen morden. Kriegserklärung und Frieder.-Muß unter­liegen -er Genehmigung -es Reichstages. - Die Unter­stellung -er Militärverwaltung unter den verantwort­lichen Reichskanzler ist -urchgeführt. Eitle roeitgehende Amnestie wurde erlasse«. Presiefreuas ; ^/ fammlungsrecht sind gewährleistet, -och v * bleibt noch zu tu«. Die Umwan-lnng Deutschland u einen Volksstaat, der au politischer Freiheit .1 .. ' sorge hinter keinem Staate -er Welt znri, rstehen ^oll, wird entschlossen wettergeführt. Die 9, engestaltung kann ihre befreiende und heilende Wirk«) g nur aus­üben, wenn sie einen Geist in den Verwa tnngs- und Militärbehörden findet, -er ihre Zwecke rksn«t «ud fördert. Wir erwarten von unseren V olks genösse«, die in amtlicher Stellung dem Gemeinwesen zu diene« Le- mfen sind, -ab sie «ns willige Mitarbeiter sein werde«. - Wir brauchen in allen Teilen -es Staates und Ses Reiches -ie Aufrechterhaltung -er öffentlichen Sicherheit »urch -as Volk selbst. Wir haben Bert M«r zu -em dentsche« Volk. Es hat sich in vier furchtbaren Ltriegs-i fahren glänzen- bewährt. Es wird sich nicht von Phau- lasten sinnlos und nutzlos in neues Verderben hinein» treiben lassen. Selbstzucht und Ordnung tut not. Jede Disziplinlosigkeit wird den Abschlntz eines baM n Frie-

W4& aUf*> "MM*** IW^tfWMHir^ «^^^»v «wstii- ^»tt ^T^ mit ihr die Leitnng von Heer und Flotte wollen den Frieden. Sie wollen ihn ehrlich mr- sie wollen ihn bald, vis dahin müssen wir die Grenze« vor öem Ei«br«ch des Feindes schütze«. Den seit Wochen in hartem Kampf ltchenden Truppen wutz dttrch Ablösung Ruhe geschaffen werden. Nur zu diesem Zwecke, aus keinem anderen Grunde, sind die Einberufungen der letzte» Zeit dnrch- aeführt worden. Den Mannschaften des Landheeres

zucht haben sie das Vaterland gerettet. Zu den wich­tigsten Aufgabe» gehört der Wiederaufbau unserer Volkswirtschaft, damit die von der Front in Sir Herruat

Volkswirtschaft, damit die von der Front in Sir A mriickkehrenden Soldaten und Matrosen in geordneten Verhältnissen die Möglichkeit vorfinden, sich ihre «nd ihrer Familie Existenz wreder zu sichern. Alle großen sirbeitgeberverbände habe» sich bereit erklärt, ihre frü­here«, jetzt eingezogenen Angestellten «ud Arbeiter fo-i

AmtMer Teil.

Hersfeld, den 4. Ikovember 1917.

Am 1. d. Mts. ist die 3te Kreissteuerrate für das laufende Rechnungsjahr fällig geworden.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher derjenigen Gemeinden und Gutsbezirke des hiesigen Kreises, die die fällig gewesenen Beträge noch nicht eingezahlt haben, ersuche ich, für die nunmehrige Zahlung bis spätestens zum 10. d. Mts. Sorge zu tragen.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

J. Ä..

Funke, Kreissekretär.

jHersfeld, den 4. November 1918.

Der Gemeinderechner Heinrich Bohn von Philipps­thal ist zum Standesbeamten-Stellvertreter für den Standesamtsbezirk Philippsthal ernannt worden.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

J. A. Nr. 10126. J. V.:

F. Rechberg.

Hersfeld, den 1. November 1918.

Diejenigen Herren Bürgermeister des Kreises, welche meine Verfügung vom 20.September- l. 10347 betreffend Vorlage der Gemeindekartoffellrsten noch nicht erledigt haben, werden nochmals mit Frist von 24 Stunden hieran erinnert. Tgb. No. I. 11788. De^Landrat.

Funke, Kreissekretär.

Bekanntmachung,

Gemäß Artikel 22 Absatz 1 der Ausführungsan­weisung -es Herrn Finanzministers zum Erganzungs- steuergesest vom 25.7. 1906 haben die Gemeinde- und Gutsvorstände dem Katasteramt ein Verzeichnis der^ jenigen Einwohner, die Grundstücke von mehr als 2 Hektar Gesamtfläche in Pacht oder Ätießbrauch haben, bis spätestens zmn 1. August ds. Js. einzusenden.

Die Gemeinde- und GutSvorstände^werden ersucht,

Krt wieder einzusielle«. Arbeitsbeschaffung, ErwervS- senunterstützung, Wohnungsfürsorge und andere Maß­nahmen auf diesem Gebiete sind teils in Vorbereitung, teils schon ansgeführt. Mit dem Friedensschluß wird sich bald eine Besserung der Ernährung wie aller LeSens- verhältnisse einstellen. Deutsche Männer und Frauen! Kampf und Friede sind unsere gemeiusame Aufgabe. Staat und Reich sind «nsere gemeinsame Zukunft. Euer Vertrauen, das uns «»entbehrlich ist in der Stunde der Gefahr, ist in Wahrheit nichts anderes als das Ver­trauen des Sentschen Volkes z« sich selbst und zu seiner Zukunft. Die gesicherte Znknnft Deutschlands ist unser Leitstern.

Berlin, 4. November 1918.

Der Reichskanzler: Max, Prinz von Baden.

Der Stellvertreter des Reichskanzlers: v. Payer.

Der Vizepräsident des Preußischen Staarsministermms:

Dr. Friedberg.

Die Staatssekretäre: Dr. Solf. EM 0.

Dr. v. Kra«se. Rüdlin. v. Waldow r^eih

Roedern.

........^ ----------- --------- . . )err v. Stein.

Scheideman«. Groeber ErZöerger. Hantzmann.

Bauer. Trtniborrr.

Der Staatssekretär des Reichsm rineamts: Ritter v. Mann.

Der Kriegsminister: Schei-K

.........-L

Vollversammlm-t der Hand^ rrkskammer für den LegiemnßsSezir Gaffel.

§§ Caffel, .. November.

Im Sitzungssaals der Handwerks,'ammer wurde gestern vormittag um 10 Uhr Sie Her istvollverfamm- lung der Handwerkskammer unter B esitz des Zim­mermeisters Zimmermann allgeh sten. Er gab einen kurzen Rückblick über die aefu.e ttidje Entwick­lung des Handwerks in den abgelani - m 7 Monaten.

richt, der Die Zeit vom 1. April vrs 1. r-Looemver 1918 umfaßte. Die Verhältnisse im Lehrlingswesen haben sich noch nicht gebessert. Die Zahl der Lehrlinge und Lehr­mädchen hat abgenommen. Den Lehrlingsheimen in Cassel und Hersfeld find Beihilfen gewährt worden. Die Gesellenprüfung haben 832 Lehrlinge und 128 Lehr­mädchen abgelegt, 5 ohne Erfolg. Der Meisterprüfung haben sich 58 Handwerker unterzogen, darunter 15 Kriegsbeschädigte. Der Zusammenschluß des Hand­werks macht weiterhin erfreuliche Fortschritte. Neue Zwangsinnungen sind in Hersfeld errichtet worden: weitere werden vorbereitet. Neue Genossenschaften sind gebildet worden in Fulda, Waldeck und in Hanau. Aus der Kriegshilfskasse der Handwerkskammer sind an 126 zum Heeresdienst eingezogene Handwerksmeister bezw. deren Frauen Gelöbeihilfen im Betrage von 13160 Mk. bewilligt worden, während im Ganzen bisher an 666 Handwerker Unterstützungen im Gesamtbeträge von

diese Verzeichnisse binnen 8 Tagen einzureichen oder Fehlanzeige zu erstatten.

Hersfeld, den 29. Oktober 1918.

Königliches Katasteramt.

J. V.: Brauer.

* * * Hersfeld, den 6. November 1918. - Wird veröffentlicht.

I. 11742 Der Landrat.

Funke, Kreissekretär.

Hut der Heimat.

* (Das Notgeld bei der Eisenbahn.) Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat soeben ge­nehmigt, daß die Eisenbahnkassen das Notgeld als vollgültiges Zahlungsmittel annehmen. Die Kassen sollen angewiesen werden, das Notgeld als 'gültiges Zahlungsmittel im örtlichen Zahlungsverkehr zu be­nutzen und möglichst häufig bei der Ausgabe in Reichsgeld umzuwechseln.

*(DieVerzögerungderFeldpostbrief- s e n - u n g e n.) Im Hinblick auf neuerdings mehrfach laut gewordene Klagen über eine rerlangsamte Be­förderung der Feldpostbriefsendungen von der Front nach der Heimat wird darauf hingewiesen, daß eine etwaige Verlangsamung in der Ueberkunft dieser Sendungen darin ihren Grund hat, daß die Truppen vielfach bei den gegenwärtigen großen Kämpfen ihre Post nicht Zug um Zug bei den Feldpostanstalten an* liefern können, und daß auch die eingetretenen Zug­beschränkungen und die dadurch veranlaßten Be­förderungsschwierigkeiten auf der Eisenbahn eine Verzögerung in der Ueberkunft der Feldpostbrief- sendungen unvermeidlich machen.

* (Die Silbermünzen wieder im Ver­kehr.) Wie von maßgebender Seite mitgeteilt wird, hat sich -as Reichsbank-Direktorium entschlossen, die in der Kriegszeit mehr und mehr aus dem Verkehr tzezogenen Silbermünzen jetzt wieder auszugeben. Da es sich insgesamt um einen Betrag von über 100 Millionen Mark handelt, hofft man, auch durch diese Maßnahme der gegenwärtigen Zahlungsmittel­knappheit wirksam entgegentreten zu können. ES ge­

52835 Mark gezahlt worden sind. Außerdem wurden noch in diesem Sommer 2476 Mark zur Unterbringung erholungsbedürftiger Kinder eingezogener Handwerks« Meister in Ferienkolonien und Walderholungsstätterr. Aus den Mitteln der Kaiser Wilhelm-Jubiläums-Stif- tung haben 5 Handwerksmeister Beihilfen von insge­samt 550 Mk. zum Besuche von Badeorten erhalten und aus den Mitteln zur Förderung der Meisterlehre 21 Handwerksmeister zusammen 2100 Mk. Die sonstigen Ar­beiten der Kammer betrafen in der Zeit vom 1. April bis 1. November 3462 Ein- und 5879 Ausgänge und mehr als 2000 mündlich erteilte Auskünfte. An diesen Bericht schloß sich »eine lebhafte Aussprache.

Sodann behandelte Sattlermeister Heuser-Mar­burg öie in Preußen geplante Jugeudreform. Danach sollen besonders gewerbliche und industrielle Arbeiter rm Alter von 16 bis zu 20 Jahren obligatorisch dem Turnunterricht zugeführt werden. Der Fortbildungs- schulunterricht soll aber in bisherigem Umfange beibe­halten werden. In der sich anschließenden Erörterung wurden verschiedene Bedenken Mut. Die Vollversarnm- lung beschloß, die ganze Angelegercheit dem Kammer­tage zur Entscheidmrg zu unterbreiten. Ueber den jet­zigen Starw der Rohstoffversorg«»g des Handwerks nach dem Kriege berichtete Oberbürgermeister Kniest- Cassel. Er wies darauf hin, Satz schon jetzt alle Vor­bereitungen getroffen werden müßten, um die bei den Militärverwaltungen frei werdenden Rohstoffe zu ei- neur großen Teile -em Handwerk wieder zuzuführen. Der stellvertretende Borsitzerrde der Handwerkskammer, Obermeister Schnell-Cassel, legte dar, daß nach die­ser Richtung von feiten des Kammertages schon Vor­bereitungen getroffen worden seien. Die Vollversamm­lung beschloß sodann, den Innungen, Handwerker- und Gewerbevereinen zu empfehlen, die Prüfnngsgrbührev zu erhöhen, um sich tüchtige Prüfmmsmitglicöer zu sichern. Anderseits müßten auch die Vergütungen der Lehrlinge für Kost und Logis erhöht werden. Der Leiter des Verdingungsamtes, Stadtbaumeister a. D. Perle, berichtete sodann über die Tätigtest des Ber di«gu«gsa»ttes, das während des Krieges insgesamt 6 240 800 Mark an Aufträgen verbuchen konnte. Bäcker­meister S tM m e r - MNM"0eWMNW^VMWM am® dem neubegründeten Handwerksamts in Fulda einen laufenden Iahreszufchntz von 400 Mark zu bewilligen: die Vollvevsanrmlung stimmte zu und genehmigte nach­träglich für die erste Einrichtung einen, einmaligen Zu­schuß von 200 Mark. Auf Antrag des Syndikus T h a n - heiser wurde der Errichtung von Fachausschüssen zu- Sestimmt. wobei zunächst je drei Mitglieder aus der irotz-, Mittel- und Kleinstadt als Ortsausschüsse vor­gesehen sind. Zum Schluß stimmte die Vollverkamm- lung einem Anträge zu, sich an der in Frankfurt a. M. in Bildung begriffenen Material-Vermittlungsstelle zu beteiligen, die M die Aufgabe gestellt habe, die bei den Heeresstellen vorhandeneri Rohstoffe unter Ausschaltung des Zwischenharrdels dem Gewerbe, Handel und der Jrröustrie zuztlstellen. Attt der Mahnung zur Einig­keit schloß sodann der Vorsitzende die Vollversamrnlung.

langen in erster Linie Markstücke zur Ausgabe, ' aber auch Silbermünzen von 5, 3 und 1 - Mark werden von den Reichsbankanstalten wieder ausgegeben. Nur 2-Mark-Stücke kommen nicht mehr in den Verkehr,

da sie außer Kurs gesetzt worden sind. Im übrigen

wird nochmals auf das Bestimmteste versichert, daß die Zahlungsmittelknappheit nur noch ganz kurze Zeit dauern wird.

§ Hersfeld, 6. November. Die erstaunteBuche. Sausend von den Feldbergs Höhen kam der Meister Sturm gefahren, der erfreut sich, als zum dunklen Tannwald er sich niedersenkte.....schüttelte

die Wipfeln derb und kräftig Aeste knarren Zweige

fallen und ein feiner Nadelregen prasselt nieder."

Wie beraubt der lose Geselle die Bäume ihres einzigen Schmuckes, so die Tanne ihrer Nadeln und die Buche ihrer Eckern. Traurig blickt die letztere auf alle die vielen, vielen Bucheckern herab, die da nun nutzlos

auf dem feuchten Waldboden liegen. Da kommt des Pfades eine Kinderschar geradenwegs auf sie zu, bringt große Säcke mit, stellt sie auf und dann so etwas hat die Buche trotz ihrer alten Tage noch nicht erlebt bücken sich die kleinen Menschenkinder nach den Buch­eckern, die in den großen Säcken verschwinden. Die Buche weiß sich garnicht vor Staunen zu fassen und möchte gar zu gerne wissen, was denn mit den Bucheln weiter geschieht. Da hört sie auch schon, wie ein kleines Mädel dem größeren Bruder sagt:Ich will aber recht fleißig sein und heute mindestens ein Kilo Bucheckern sammeln, dann habe ich wieder 1.65 Mark mehr zu meinem Taschengeld und Mutti kriegt auf den Oelbezugschein 60 gr. Oel und braucht dafür nur 90 bis 95 Pfg. zu zahlen." Der Bruder meint darauf sie würdensich jetztjeden Tag vielGeldverdienen, denn nun kämen sie jeden Morgen her, um Bucheckern zu sammeln. Und ein anderer ruft dazu:Seht -och die Buche hat ja noch so viele hängen, da können wir auch morgen fleißig sammeln." Alle heben für einen Augenblick die Köpfchen und sehen die alte Buche an, die vor Stolz garnicht weiß, wie weit sie ihre Aeste ausstrecken soll,' in dieser Nacht freut sie sich sicher auf den bösen Wind.

Holzmindeu a. -. W., 6. November. Während eines Begräbnisgeläutes ist die letzte, und zwar die große Glocke der Stadtkirche abgestürzt.