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Wglands Wpeiil auf Unkwerzren.

Nian schreibt uns: Die Haager Meldung, öatz die Entente von Holland den Verzicht auf das südliche Schel- deufer von Antwerpen bis zur See verlangt habe, wo­für Holland »ein unversehrter Kolonialbesitz garantiert werden solle, ist bisher unwidersprochen geblieben. Man wird die Nachricht also für zutreffend halten müssen, umsomebr als diese Art der Erpressung gegen ein neu­trales Land vollkommen ut das System hineinpatzt, das unsere Feinde mm einmal zumSchutz der kleinen Na- tionenk anzuwenden belieben. In früheren Zeiten wur­den derartige Gebietsaustausche oder sonstige Zwischen­staatliche Verträge auf Grund des Prinzips der Gegen­seitigkeit abgeschlossen. Das Verfahren der Entente hat aber entschieden den Vorzug der Wohlferlheit: »Gib, damit ich dir nichts nehme!"

Welchen Wert insbesondere England auf den unge Hinderten Zutritt nach Antwerpen zur See legt, ist ja schon bei Beginn des Krieges klar geworden. Hatte Bo- naparte einst Antwerpen eineauf das Herz Englands gerichtete Pistole" nennen können, so war man sich um- i gekehrt in London stets klar darüber, daß der Schelöe- ; festung derselbe strategische Wert gegenüber dem Konti- nent zukam, wenn England erst einmal seine Haird auf die Flußmündung gelegt hatte. Hatte Holland einmal auf das südliche Ufer verzichtet, dann hatte es bamit zu­gleich den Schlüssel aus der Hand gegeben, der den Zu­gang zu Antwerpen verschloß. Hätte aber England schon am Anfang des Krieges die Scheide passieren sönnen, dann wäre Herr Churchill mit seinen Leuten vielleicht nicht zu spät in Antwerpen erschienen, ganz abgesehen davon, daß die Operationen in und bei der Festung durch ein Eingreifen englischer Kriegsschiffe von der Schelöe aus in einem dem Belagerer wenig günstigen Sinne hätten beeinflußt werden können.

Aacnöem die Entwicklung der militärischen Lage ge- genwärtig wieder an dem Punkte angelangt ist, an dem sie in den Herbsttages 1914 stand, ist die Frage der Oeff- nung der Scheldemündung für unsere Gegner abermals spruchreif geworderr. Die Entente hoffte, sich auf dem 600 Quadratkilometer fassenden Südufer der Scheide nicht nur ein angemessenes Aufmarschgelände zum An­griff gegen unsere äußerste Nordflanke zu verschaffen, ämöern zualeich den pnqehinderten Zutritt zur See, wo­durch England nicht allein wirksam mit seiner Flotte in Aktion treten könnte, sondern zugleich auch vermutlich für alle Zukunft, etwa das Pendant zu Calais einen der wichtigsten europäischen Seehäfen unter seine Kon- -rolle bekäme. Schließlich wird Belgien nicht verlangen können, daß das uneigennützige Albion seine Neutrali­nt für nichts und wieder nichts verteidigt haben soll.

Die Entscheidung liegt jetzt bei Holland. Hinsichtlich der Scheldemündung haben allerdings die Nrederlande

von jeher eine Empfindlichkeit an den Tag gelegt, die nicht etwa dafür spricht, daß man im Haag für das eb genartige Geschäft, das die Entente ihnen anzubieten ge­wagt hat, sehr viel Verständnis haben könnte. Das hat sich schon bei allen Fragen gezeigt, die die rein wirtschaft­liche Seite des Scheldeproblems betrafen. Die Sperrung der Schelöe war einst die wirksamste Waffe, mit der sich Holland an Belgien für die 1830 erlittene politische De­mütigung rächte. Die Ketten dieses Sperrsystems fie­len erst nach endlosen politischen und diplomatischen Fehden und Verhandlungen, die mit wenigen Nniter- brechungen vom Jahre 1831 bis zum Mai 1863 dauer­ten. Erst dann fand sich Holland bereit, gegen eine ein­malige Abfindungssumme von 17 Millionen Gulden die Schiffahrt auf der Schelöe freizugeben. Die politische Einbuße, die jetzt den Niederlanden von der Entente zugemutet wird, ist aber ungleich folgenschwerer und für das holländische Souveränitätsgefühl kränkender, zu mal das einzige Aequivalent von der Gegenseite in der Zusicherung besteht, sich hinsichtlich der holländischen Ko­lonien eines ausgesprochenen Raubaktes enthalten zu wollen. Diese Spekulationen auf die Langmut der Hol­länder übertriffl wohl alles bisher Dagewesene und er­klärt sich vermutlich nur aus der Erinnerung an das be­kannte historische Wort:Die Holländer werden nicht schießen, Majestät!"

Ei« finnischer grasest

Unter denr TitelWir und die Entente" veröffent­lichtHufvuistadsbladet" in Helsingfors einen Protest gegen die Einmischung der Entente in die inneren und äußeren Angelegenheiten Finnlands. Wir entnehmen den bemerkenswerten Ausführungen die folgenden Sätze:Die Frage nach Finnlands Verhältnis zu der Entente ist in den letzten Tagen öfters behandelt wor­den. Die Ursachen dazu sind verschiedene gewesen, äu­ßere und innere Ereignisse, besonders vielleicht die durch eine schwedische Zeitung zu uns gebrachte Meldung, daß England unsere Selbständigkeit nur anerkennen würde, wenn unser Land vollständige Neutralität bewahre. Zwar betrachtet England die Frage unserer Regie- rungsform als eine innere finnische Angelegenheit, ist aber doch der Ansicht, daß es in keinen diplomatischen Verbindungen zu uns stehen könne, wenn der Schwager des deutschen Kaisers König von Finnland wird. Als Finnland den Beschluß gefaßt hat, sich von Rußland loszureißen, zeigte es zugleich an, daß es sich in dem Weltkampfe neutral verhalten würde. Man kann wohl kaum behaupten, daß irgendeine Handlung unserer Staatsgewalt gegen diese Ankündigung gerichtet war. Es ist ja auch nicht unbekannt, daß die Ententemächte un­sere nahen BeLieüunaen zu Deutschland mit großer Miß-

billignng mtgeseyLn haben. Inzwischen sehest viele Mir ger der Ententeländer, die mit den Ereignissen besser be rannt sind, diese Sache ganz anders am Sie geben zu daß die Freundschaft zu Deutschland eine logische Folg« der Ereignisse ist. Finnland hat ausschließlich Deutsch land seine spätgewonnene politische Selbständigkeit zc danken. Während des Weltkrieges konnten noch wollte; Frankreich und England etwas für unsere Besretun, von dem russischen Druck tun. Nur durch Rutziand^ vollständigen Zerfall im Kampfe gegen Deutschland ge lang es Finnland, seinen langersehnten Traum der po littschen Unabhängigkeit zu verwirklichen.

Mit welchen Blicken auch die Engländer auf Deutsch land sehen, so muß man doch verstehen, daß unser Lant nur die freundschaftlichsten Gefühle für die Macht habet kann, der sie ihre Freiheit und Rettung zu danken hat Wir müssen der Behauptung bestimmt widersprechen daß es ein Abstieg von der von uns beschlossenen 9ten tralität wäre. Wir können aber auch nicht Minnen, das die Aeußerungen und Handlungen von Seitert der En tente leider zeigen, daß man da keine Rücksicht auf bh eben geschilderten Verhältnisse nimmt und mit tiefster Mißbilligung die Festlegung unserer politischen tot ab hängigkeit ansieht. Wir erinneren z. B. an die Note, di< uns durch die französische Legation überreicht wurde. Dc wurde gesagt, daß die französische Regierung keine au gesetzwidrigem Wege eingeführte Staatsreform in Finn land anerkennen werde. Eine derartige Mahnung war natürlich vollkommen überflüssig, weil niemand hier nach der Einführung gesetzmäßiger Ordnung an einer Staatsstreich gedacht hatte. Hier herrschten verschieden, Meinungen, öb die monarchistische oder die rcpubtton niiche Staatsreform für uns geeigneter sei, und da der monarchistische Gedanke gesiegt hat, ist die Rede davor gewesen, ob die neue Regierungsform gleich angenom- men werden könne, oder aber ob man zur Königswah nach der bestehenden Regierungsform von 1722 Weiter solle. Die Angelegenheit mit ungesetzlichen Mitteln z> regeln, ist aber keinem Menschen eingefallen.

Unter diesen Umständen ist kein Fremder berechtigt sich in dieser Angelegenheit zu äußern. Was die eng­lische Meinung betrifft, so ist zu bemerken, daß Eng­land selbstverständlich feine Freiheit hat zu entscheiden, mit welchem Staate es diplomatische Uuterhandlunger aufnehmen will. Wenn es aber zugibt, daß die Frag« der Regierungsform eine innere finnische Angelegen heit ist, scheint es recht eigentümlich, daß England dir Anerkennung der Unabhängigkeit Finnlands verwei­gert nur weil sie nicht den englischen Wünschen ent­spricht. Jedenfalls ist die Haltung unseres Volkes in diesen schweren Verhältnissen klar: es wird an seiner Neutralität streng festhalten, muß aber das Recht haben, seine inneren Angelegenheiten so zu ordnen, wie der Vorteil des Landes es erfordert.

Die Schulfeier gelegentlich des fünfzig­jährigen flmtsjubiläums des

Geh. Studienrats Dr. Klippers findet am Dienstag den 12, November, 10 Uhr Dorrn, in der neuen Turnhalle statt.

Ehemalige Schüler, Freunde und Verehrer des Jubilars find bei derselben herzlich willkommen.

Der Kgl. Gymnaiiaidirektor.

Wegen der zahlreichen Erkrankungen unter den Beamten des Fahrdienstes und zur Bewältigung des durch die Anforde­rungen der Heeresverwaltung und die Nahrungsmittelversorgung der Bevölke­rung zur Zeit stark angewachsenen Militär- und Güterverkehrs fallen nachstehende Füge vorübergehend aus:

Pz. 803 Frankfurt H. ab ll00 V., Bebra an 520 N. Pz. 806 Bebra ab 1222 V., Frankfurt H. an 52 V. (in der Nacht von Sonntag auf Montag wird der Zug auch weiterhin beförbert.) Vorzug 893 (Sonnabends) Frankfurt H. ab 3°« N., Fulda an 622 N. Pz. 815 (S.) Frankfurt Süd ab 1112 N., Hanau Ost an 112 N. Pz. 877 Hersseld ab 922 N., Bebra an 922 N. Pz. 876 Bebra ab 822 N., Hersfeld an 922 N. Vorzg. 2361 (Sonnabends) Hanau Ost ab 62B V., Aschaffen­burg an 712 V. Vorzg. 2372 (S.) Kahl ab 922 N., Frankfurt Süd an 1012 N. Pz. 802 hält nicht mehr in Niedermittlau. Vorzg. 2367 (Sonnabends) Frank­furt Ost ab 314 N., Aschaffenburg an 444 N.

Um eine Ueberlastung der noch verbleibenden Züge zu vermeiden, wird wiederholt und auf das driugeudste ersucht, alle nicht unbedingt nötigen Reisen zu unter­lassen, da andernfalls noch einschneidendere Maßnahmen zur Einschränkung des Personenverkehrs nicht zu ver­meiden sind.

Je mehr sich das Publikum in seinen Reifen be­schränkt und dadurch mithilft, das durch die Einschränkung erstrebte Ziel zu erreichen, je eher wird es möglich sein, die Beschränkungen zu mildern oder ganz auszuheben. Ebenso hängt es von der Selbstbeschränkung des Publikums ab, ob die Zahl der zu den einzelnen Zügen zu veraus­gabenden Fahrkarten von vornherein ein für allemal festgesetzt wird. Jedenfalls wird aber schon jetzt der Verkauf sofort eingestellt, und die Bahnsteigsperre ge­schloffen, sobald eine betriebsgefährliche Ueberbesetzung zu befürchten ist. Gleichzeitig wird unter Hinweis auf die Allg. Ausführungsbestimmungen 5 (2) zu § 16 der Eisenbahn-Verkehrsordnung angeordnet, daß

die Fahrt am ersten Tage der Geltungsdauer der Fahrkarten angetreten werden muß.

Königliche Eisenbahndirektion Frankfurt (M).

Altes Papier

für Rüstungszwecke kauft, unter Garantie des Einstampfens, zu den höchsten Preisen. Säcke zum Füllen können geliefert werden.

LailtCrbaCh I. H. o. The II elf entstein.

Telefon 28.

Uaterländiscber Hilfsdienst

Die Kriegsamtstelle Cassel sucht sofort für Erdarbeiten, Straßen, Barackenbau usw. im besetzten Gebiet

^00 Arbeiter.

Meldungen von jugendlichen Arbeitern, die nicht mehr schulpflichtig, noch nicht wehrpflichtig Mid keine ^üfer sind, und Hilfsdienstpflichtigen sind nur an die Hilfsdienst Meldestellen (Arbeitsnachweise) zu richten, wo die Arbeits­bedingungen zu erfahren sind.

Nicht angeworben werden:

Im wehrpflichtigen Alter Stehende, in kriegswirtschaftlichen Betrieben, Land- unb Forstwirtschaft Beschäftigte, sowie Facharbeiter aus Rüstungsbetrieben.

Kriegramtstelle Kassel

DadhlabDerffeigerung.

Sonnabend, den 2. November 1918

nachmittags 1 Uhr

verkaufe ich im Gasthauszum Stean" zu Hersseld nachstehend gebrauchte und gut erhaltene Nachlaßgegen­stände :

1 vollständiges Bett mit Roßhaarmatratze und la Feder-, zeug, 1 Kinderbettstelle mit Matratze, 1 Bettstelle mit Matratze, 1 Kleiderschrank, 1 Kommode, 1 Waschtisch, Nachtschränkchen, Tische, Stühle, Spiegel und Bilder, 1 Rohrsessel, 1 Garderobehalter, 1 Schirmständer, 1 Standuhr, 1 Gastischlampe, 1 Ofen, 1 Obstgestell, 1 Sitzbadewanne, 1 Zimmerklosett, 1 Waschservice, 1 Waschbock, Bettvorlagen, 1 Linoleumteppich, Damen­unterwäsche, Tischdecken, wollene Schlafdecken, Gar­dinen, weiße und bunte Bett- und Kopfbezüge, weiße Handtücher, Küchenhandtücher, Spitze, Stickereien und sonstigen Haus- und Küchenrat

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Besichtigung 1 Stunde vor Beginn. Hersfeld, den 29. Oktober 1918.

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Einfüllen d. Fleischmarken sind zu haben in der sind zu haben in der Tageblatt - Druckerei.

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welches schon gedient hat.

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Bekanntmachung.

Laut Polizeiverordnung vom 15. August 1918 betr. die Vernichtung von Tier­kadavern und Kadaverteilen ist mir alles im Kreise fiersfeid gefallene Vieh sofort nach dem Tode zur Abholung anzumelden.

Ausgenommen hiervon sind Ferkel, Schaf- und Ziegenlämmer unter 6 Wochen sowie Hunde, Katzen, Niederwild und Federvieh.

Wer mir Fälle von Nichtbeachtung obiger Polizeiverordnung mitteilt, daß ich den Vieh­besitzer zur Anzeige bringen kann, erhält für jeden Fall eine Belohnung bis zu 30 Mk.

AMmr - BnMlWBsWi

Alfred Schlehuber.

Fernruf Amt Hersfeld Nr. 136. .

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in allen Größen

L. Funks Buchdruckerei.