Einzelbild herunterladen
 

Hersfelder Tageblatt

Hersfelder Kreisblatt

.___.snaBBmBSBBWBBBBaaBBaeaBBaaflBBBBBBaBBBBBaaa-------------------------------------

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 2.10 Mark, durch die Post be- = zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei i Hersfeld. Für die Schriftleitung verantworllich Franz Funk, Hersfeld, j

iCBSBBBBUBBaaaBBBBBaBBtaBBBMBBBBBr »»«»^QBBBBaaBBHa

Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

; Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im

: amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfennig. ; Erscheint jeden Wochentag nachmittags. Fernsprechrr Nr. 8.

SseaaBOBBaanaasBBaBBaaBBBBBasnasBMeaaaBaaBBBflaBSBBaBsaBaMBBBBaaMBBaaBBaiBaiBBaaieiii

Nr. 254

Dienstag, den 28. Oktober

1918

Amtlicher Teil.

Bekkidungssklk Berskid ^

Amtliche Serugscheinausgabe I für den Kreis ßersfdd.

Das Büro ist bis auf weiteres

nur an 2 Tagen in der Woche

= Dienstags unb Freitags

vormittags von 9V212V2 Uhr geöffnet.

Der Landrat.

J. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 22. Oktober 1918.

Zur Steuerung der außerordentlichen Futternot werden die Ackerqnecken nach erfolgtet Reinigung und Trocknung von der Heeresverwaltung als Pferde­futter verwendet. Der Ankauf und die Verwertung der Ackerquecken im Bereiche der Provinz Hessen- Nassau ist von der Firma Crespel und Dettert in Jppenbüren vertraglich übernomm 11 worden. Ich teile dies zur allgemeinen Kenntnis mit und bitte der genannten Firma bei der H ranziehung der Rohquecken die wettstgehende Unter tütznng zu Teil werden zu lassen. Die Herren Bürgermeister des Kreises ersuche ich, dies in ortsüblicher Weise bekannt

Funke, Kreissekretär.

Bus der Heimat.

* (Anzüge und Mäntel für bedürftige entlassene Krieger.) Die Retchsbekleiöungs- stelle hat einen Versorgungsplan bekanntgegeben, wonach 750 000 Anzüge und 250 000 Mäntel aus ge­tragenen Militärsachen und 500 000 neue Anzüge für bedürftige entlaffene Krieger bestimmt sind. Zunächst werden nur Anzüge und Mäntel aus getragenen Militärsachen abgegeben. Neue Anzüge müssen erst angefertigt werden, sodaß eine Abgabe von neuen Anzügen bis auf weiteres noch nicht möglich ist. Die Anzüge und Mäntel werden nur an bedürftige Ent­lassene abgegeben. Nach der Bekanntmachung ist be­dürftig, wer keinen noch brauchbaren bürgerlichen An­

Der ungebrochene Geist unseres Heeres.

Ein militärischere Mitarbeiter schreibt uns,: Die

Umstände, unter denen die neue deutsche Regierung ihr Friedens- unb Waffensttllstanösangebot an Prä­sidenten Wilson absandte, brachten es unt sich, daß so­wohl bei uns im Lande wie bei unseren Funden der Eindruck erweckt wurde, daß unsere rmlitarksche Laue einen sofortigen Abschluß der Kriegshandlungen für uns rwtwendia mache. Obgleich dieser, Emöruck sicht­lich nicht beabsichtigt war, so hat die rn der Tat nicht künftige Entwicklung der Kriegslage weiterhin dazu beigetragen, von den Verhältnißen an der deutschen Front hüben und drüben irrige Vorstellungen zu er­wecken. Die Folge davon war einerseits die Zusam- nenfassuna der ausetnanderstrebenden Elemente im Reiche, wodurch der deutsche Verteidtgungswillen aufs günstigste beeinflußt wurde, andererseits aber das Auf- stackern übelster Instinkte auf der Gegenseite, wo man bereits Morgenluft wittert und sich mischtest das Fell -es Bären, den man erlegt zu haben glaubt, zu teilen.

Die materielle Bestätigung des angeblichen Zu- ammenbruches Deutschlands glauben unsere Feinde in ntferem ständigen Zurückweichen im Westen ;rblicken zu dürfen. Sie konstatiere^ in ihren militari- chen Betrachtungen wie in ihren Liegesöepescheu die inkende Moral der deutschen Truppen und übertrump- en einander, den heldenmütigen deutschen Verteidigern Wesenszüge anzudichten, die die vollständige Kopflo- igkeit unserer Heere erweisen sollen. Null, das, was lnsere braven Truppen in mehr als vier langen Krieg-ahren gegen eine ganze Welt von Feinden gelet laben, geht wahrlich über die Grenzen des Mennhlm »inaus, und es wäre wirklich kern Wunder, wenn 61 Melden die ungeahnte Opfer an Nervenkraft und kor- ?er& gebracht haben, gegenüber dem un- rmüMichen Riesenansturm unserer von allen Erdtel- Ät K^lEeln^

ft ist ein Änz besonderes Ruhmesblatt in der. Ge­wichte des deutschen Volkes, das nicht nur zu siegen, onborn was mehr gilt, die größten seelischen und mo- mtfehen Bürden, ohne zu murren, zu ertragen weiß, dies ist eine der besten Seiten des deutschen Bolkscha- -akters, der sich auch in diesem Kriege aufs glänzendste »ernährt hat, sodaß unsere tapferen ^"Uen auch heute loch, nachdem sie einer Prüfungausgesetzt waren.öre oobl kaum Menschen ie durchgemacht haben dem Rpr- emvall unserer Gegner trotzen.

stet )en ese

zug oder Mantel besitzt und derart unbemittelt ist, daß er sich diese Kleidungsstücke im srein Verkehr zu den dafür üblichen angemessenen Preisen nicht kaufen kann. 200 000 Anzüge und 50 000 Mäntel werden an die Aermsten der Entlassenen unentgeltlich abgegeben Bei den übrigen Kleidungsstücken gewährt das Reich einen Zuschuß von 10 oder 14 Mark znr Verbilligung. Hierfür hat das Reichsschatzamt "21 Millionen Mark bewilligt. Mit der Abgabe der Kleidungsstücke sind die Kominnnalverbänöe beauftragt worden. Die Dienst­stellen, die die Anträge der entlassenen Krieger ent­gegennehmen, und die Abgabestellen der Anzüge wer­den von den Kommunalverbänden bekanntgegeben werden. Bei der Antragstellung ist der Milttärpaß mitzubringen. Wird das Gesuch genehmigt, so wird den Entlassenen eine Bedürftigkeitsbescheinigung aus- gestellt. Nur gegen diese Bescheinigung und einen Bezugsschein der örtlich zuständigen Stelle erhält er die Kleidungsstücke. Es werden nur solche bedürftige Unteroffiziere und Mannschaft-.u versorgt, öte während des Krieges aus allen militärischen Verhältnissen oder nach dem Kriege infolge der Abrüstung entlassen werden. Wer während des Krieges infolge Reklamation zur Aufnahme von Arbeiten usw. entlassen wird, und dessen Wiedereinziehung zum Heeresdienst nicht aus­geschlossen ist, wird auf diesem Wege nicht versorgt.

* lBon der deutschen Zig arr enher ste llung.) Jm Anschluß an die 00m 1. N 'vember 1918 ab statt- findende weitere Herabsetzung drKontingente bestimmt die Deutsche Zentrale für Kriegsltefe<Agen von Tabak­fabrikaten, daß von der mono lichenHerstellung auch ab 1. November d. Js. 75 Prozent bis zum 20. jeden Monats für Heereslieferungen zur Verfügung der Zentrale zu halten- sind. Das Mindestgewicht der Zi­garren der höheren Preislagen wird vom 1. Novem­ber an von 5 Kilogramm aus dv- Kilogramm herab­gesetzt. Vom gleichen Tage ab sind sämtliche Marke- tendereiztgarren mit einem Ring zu versehen, auf den ^ iZrrr L». v> endereienautaedruckt ist Die Durchschnittspreise der MarkeLenderetzigarren werden vom 1. November an um je 4 Mark für 1000 Stück Entgelt für Beschaffung der Ringe, Be- ringelung usw. erhöht. Die Verarbeitung von Tabak- strünken zu Zigarreneinlage wird für sämtliche Her­steller von Zigarren verboten.

Aus dem Kreise Kirchhain, 25. Oktober. In Nieder­wald spielten eine Anzahl Dorfkinder an einer Stroh­presse. Dabei kroch das vierjährige' Söhnchen der Witwe Balier in die Presse, die andere Kinder in Be­trieb setzten. Als man auf das Geschrei hinzuetlte war der Kleine bereits getötet.

An Front- und Heimatheer!

Schwerer als je zuvor tobt der Kampf an unserer Westfront. Es gilt das letzte, die Entscheidung in dem furchtbaren Ringen, zu dem der Haß und der Vernichtungswille unserer Feinde uns im 5. Kriegs-

Wenn em Heer siegreich ist und hinter Sem zurück- weichenden Feinde herÄirmt, dann bedarf es verMt- nismätzig nur geringer lebendiger Kräfte, um die Vor­wärtsbewegung aufrechtzuerhalten. Strapazen und Mühen, Entbehrungen unb 2 tot werden gern in Kauf genommen angesichts des erhebenden Bewußtseins, daß es dem Ziel entgegengeht, wo die Opfer durch den Er­folg gekrönt werden sollen. flnberS bei Räumung und Rückzug. Hier gehört hoher moralischer Akut dazu, um unter bett Schwierigkeiten, ine die Operationen mit sich bringen, nicht zu erliegen. Zahlreiche Beispiele aus diesem Weltkrieg liegen vor, äj der Rückzug geschlosse­ner Truppenmassen gleichbedemend war mit völliger -Vernichtung und Auflösung. Man braucht sich nur der verschiedenen Rückzüge der russischen Riesercheere zu erinnern, um zu wissen, welche außerordentliche Anforderungen an die Moral der Truppen ge­stellt werden, wenn diese auf dem Rückzüge ihre kriegs- tüchtigen Eigenschaften nicht völlig verlieren sollen. Gerade auf diesem Gebiete nat sich uets der Unterschied zwischen dem Geiste der deutschen Truppen und dem unserer Feinde aufs glänzendste gezeigt. So war im Osten der Rückzug unserer Heere, wenn er durch die strategischen Itotn-enldigkeiten geboten war, stets der Vorläufer großzügiger erfolgreicher Angriffsoperatio- nen, die die ungebrochene Kampfkraft der aus der De­fensive in die Offensive übergegangenen Truppen vor- aussetzten. Welches nun auch immer die Libsichten un­serer Heeresleitung im Westen sein mögen, sie wird trotz der rückläufigen Bewegung, in der sich unser Heer seit Wochen befindet, an der moralischen Kraft unserer Streitkräfte nicht zu zweifeln brauchen. Das, was unsere Truppen jetzt vollbringen, ohne die Nerven zu verlieren, ist eine Leistung, die die Heimat nicht genug hochschützen kann. 'Sie vermöchten es aber kaum, wenn sie nicht die Ueberzeugung hatten, daß unsere Heerfüh- runa in erster Linie an die Schonung unserer Truppen denkt, um diese nicht nutzloseir Opfern auszusetzen, durch welche unsere Volkskraft Schaden erlitte, ohne an der augenblicklicheir militärischen Lage Wesentliches zu ändern.

Ein Engländer über seine Behandlung in Deutschland.

Fn England war vor kurzem wieder eine starke Pressepropaganba wegen der angeblich schlechten Be-

jähr gezwungen hat. Eine Millionenflut der feind­lichen Heere stürmt gegen unsere Feldgrauen an, und wenn die Rückzugstaktik auch gebot, die besetzten' Ge­biete zu räumen, so ist nnd bleibt doch in der Heimat der Glaube an unser tapferes, in vielen Stürmen erprobtes Heer bestehen, mögen auch Kleinmut und Verzagtheit in diesen Tagen mehr als je in deutschen Landen ihr Haupt erheben. Größer aber, als diese Mächte, die unser Volk im Innern bedrohen, erweist sich immer noch, trotz alledem, die Zuversicht, daß deutsche Waffengewalt ihr höchstes leistet, wenn es den Schutz des Vaterlandes und der geliebten Heimat gilt. Diese Gewißheit mag auch den wackeren Feld­grauen, die gegen unerhört heftige Kämpfe täglich Leib und Leben einsetzen, für des Vaterlandes Schutz, neue Kraft verleihen, um auszuhalten und dem ein- dringenden Feind einen Wall der Abwehr entgegen- zusetzen. Dieser Wall wird halten, auch der größten Sturmflut zum Trotz, wenn die Gewißheit unsere Frontkämpfer beseelt: Die Heimat glaubt an uns und wird uns nicht verlassen, die deutsche Heimat läßt uns nicht im Stich!In Nöten und in Fährden zeigt erst das Volk sich echt . . ." Das gilt es heute wieder zu beweisen. Mißmut und schwankende Zu­versicht dürfen den Mut unserer wackeren Feldgrauen nicht schwächen. Denn wahrlich mehr als je zuvor bedürfen sie heute der Stärkung und Aufrichtung im idealen Sinne. Zhnen rufen wir zu: Ihr dürft Euch nicht Niederdrücken lassen von dem Bewußtsein der Notstände daheim, die nun einmal unausbleiblich im 5. Kriegsjahr sich zeigen müssen Denkt auch daran, wie die Kriegsnöte in den feindlichen Ländern herrschen, wie schwer gerade diese unter den Drang­salen des Krieges gelitten haben und noch dulden, müssen. Mangel und Entbehrungen sind nicht so groß daß die Verzweiflung siegen dürfte über den festen Willen, das Schwerste zu überstehen, wenn es das Schicksal so fordert. Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten das verlangt die schwerste Probe, vor die

.ist. Heer und Volk m; ssen

ander erschließen. Für Heer und Heimat sei ^as Losungswort in dieser Schicksalszeit des Vaterlandes: Nichtswürdig ist die Nation, die nicht ihr alles freudig setzt an ihre Ehre!"

Wer

Bucheckern sammelt, hilft die Fettgewinnung fördern.

gern im Gange. Erne solche Hetze wirrt natürlich au! die englische Oeffentlichkeit, und das Herz mancher Mut­ter, die ihren Sohn in einem deutschen Gefangenenlager weiß, mußte nach den alarmierenden Greuelnachrichter aus Deutschland voller Sorgen sein. So schrieb die Mut­ter des englischen Kriegsgefangenen, Korporal Alan R. Melrose, an ihren Sohn im Kriegsgefangenen­lager Kassel-Niederzwehren:

Ich habe eben in derTimes" nndDaily Mail" einen Artikel von einem Gefangenen von Kassel gelesen, in bem er ein furchtbares Bild von der den Gefangenen gegenüber an den Tag gelegten Brutalttät malt. Wenn nur die Hälfte davon wahr ist, ist es entsetzlich. Ob liebster Zunge, mir wird so elerid zumute, wte es dori aussieht. Ich war anfangs ganz voller Hoffumrg, als ich hörte, es sei ein anständiges Lager, daß man dori gut ißt unb schläft und sogar Fett ansetzt. Aber wenn ich daran denke, daß Du unter so furchtbarer Brutalität leidest, das ist zu furchtbar. . . ."

Die besorgte Mutter des Kriegsgefangeneu wird sich aber sicherlich beruhigt haben, als ihr ein Brief ihres Sohnes zukam, in dem es u. a. heißt:

Ich kam in Kassel am 1. April 1918 an, und es wurde uns nach einem Bad, nach Haarschneiden und Entlausung unserer Kleider unser Quartter angewiesen. Morgens um sechs Uhr wurde uns Kaffee verabreicht, um zwölf Uhr und um fünf Uhr nachmittags je eine Schüssel Suppe, wozu wir unsere tägliche Brotration erhielten. Es war ein tüchtig großes Stück Brot, das wir morgens zum Frühstück erhielten. ------- .

chentlich wurde Marmelade aus geteilt und Sonnabends und Sonntags besamen wir statt der tiblichen Nachmit­tagssuppe gekochte Kartoffelü und eine Art Rindfleisch.

Nun bezüglich her brutalen Behandlung: Während der ganzen Zeit meines Dortseins sah ich keinen in ir­gendeiner Weise schlecht behandelt. Zn der Tat war ich nach dem, was ich in den Zeitungen gelesen hatte, von unserer guten BcHandlung überrascht. . Du brauchst Dir keine Sorgen zu machen. Ich werde hier gut behandelt, bin ganz gesund und munter und befinde mich, zumal, da meine Pakete regelmäßig etntressen, ganz ausge­zeichnet."

So siebt es also in Wirklichkeit bei denHunnen"

eine

Einmal-

aus.