Sersselder Tageblatt
Hersfelder Kreisblatt
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BMgrprAs vierteljährlich für Hersfeld 2.10 Mark, durch die Post be- ■ zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Vuchdruckerei j Herrfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld, ä
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Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld
•. Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im • : amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfennig. : Erscheint jeden Wochentag nachmittags. — Fernsprecher Nr. 8.
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Nr. 238
Donnerstag, den 10. Oktober
1918
Ob uns der Endsieg bleibt, das hängt allein ab von unserem Willen. An unserem Können besteht kein Zweifel; die Erfolge von ßeer und ßeimat bieten die Gewißheit für ein gutes Ende. Aber wir dürfen nicht wankend werden in wollender Kraft. Dur
Die llngebengtdeit
des Rollens
verschafft uns den Erfolg. Dieser Gedanke muß uns führen auch bei der Kriegsanleihe.
Amtlicher Zeit
Die Bürgermeisterverlammlung
am Sonnabend, den 12. Oktober ds. Js. findet nicht statt, da der Redner Pfarrer Rausch aus Buchenau erkrankt ist.
Der Landrat.
J. V.:
v. Hedemann, Reg.-Assessor
Vergütungen für Kriegsleistungen.
Die Vergütungsanerkenntnisse aus den Monaten August 1914 bis März 1918 über Forderungen für Naturalquatier, Stallung, Naturalverpflegung,Fourage und Hergabe von Grundstücken und Gebäuden sind angewiesen. Dieselben sind zwecks Einlösung bei der Königlichen KreiSkasse hier vorzulegen.
Tgb. No. I. 9422. Der Landrat.
v. Hedemann, Reg.-Assessor.
Hersfeld, den 3. Oktober 1918.
An die Herren Bürgermeister des Kreises.
Ich erinnere an die sofortige Erreichung der Bestandsnachweisung an deckfähigen Ziegen undsprung- fähigen Ziegenböcke mit Frist bis spätestens zum 15. ds. Mts.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
J. A. No. 9277. I. V.:
v. Hedemann, Reg.-Assessor.
Hersfeld, den 3. Oktober 1918.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises erinnere ich an die sofortige Einsendung der Hundesteuerzugangsliste für das 2. Quartal des Rechnungsjahres 1918 mit Frist bis s p ä t e st e n s zum
15. ds. Mts.
Der Vorsitzende des Kreisansschuffes.
I. A. Nr. 9271. J. V.
v. Hedemann, Reg.-Assessor.
Hersfeld, den 4. Oktober 1918.
Die Räude unter dem Pferdebestande des Landwirts Pius Ritz in Roßbach, Kreis Hünfeld ist wieder
erloschen.
Der Landrat.
v. Hedemann, Reg.-Assessor.
Bekanntmachung.
Auf Grund der §§ 11 und 12 der Verordnung über Gemüse, Obst und Südfrüchte vom 3. April 1917 (Reichs-Gesetzbl. S. 307) wird bestimmt:
Die Verordnung über Herbstgemüse und Herbstobst vom 19. Juli 1918 (Reicbsauzeiger 176 vom 29. Juli 1918) wird für das Gebiet des Deutschen Reiches auf Runkelrüben ausgedehnt.
§ 2.
Die Bekanntmachung tritt drei Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.
Berlin, den 28. September 1918.
Reichsstelle für Gemüse und Obst.
Der Vorsitzende.
von Ti lly. ,
Bus der Heimat.
* (Vorläufig kein Strafporto.) Am 1. Oktober traten bekanntlich die neuen Postgebühren
in Kraft. Auch diesmal sind, wie bei der letzten Gebtthrenerhöhung, Uebergangsbestimmungen erlassen worden, wonach während den ersten beiden Monate der Geltungsdauer der neuen Sätze, also für Oktober und November, von der Erhebung eines Strafportos abzusehen und nur den Unterschied der bisherigen und neuen Gebühren nachzuzahlen ist. Diese Bestimmung bezieht sich auf Briefe im Orts- und Nachbarortsverkehr, sowie auf Postkarten im Fernverkehr.
* „Der Wert der deutschen Kaninchenzucht" von Dr. Kurt Geyer, Lehrer an der 1. Realschule zu Leipzig, mit 4 Abbildungen im Text und 5 Tafeln. Ein Mahnruf an die deutsche Jugend, herausgegeben von der Kriegs-Fell-Aktiengesellschaft, Leipzig, Verl.: Theodor Thomas Verlag, Leipzig 1918. Preis geheftet 10 Pfennig. Der Kaninchenzucht fällt jetzt die bedeutsame Aufgabe zu, einmal die Fleischversorgung unseres Volkes zu unterstützen und zu heben und dann das Rohmaterial für die Versorgung unseres Heeres mit Pelz, Leder, Wollstoffen und Filz bereitzustellen. Das Heftchen ist ein Mahnruf an die deutsche Jugend und will in ihr Verständnis und Liebe zur Zucht erwecken, die in der jetzigen Kriegszeit in weitester Verbreitung, jedoch mit den einfachsten Mitteln betrieben werden muß, wenn sie unserem Vaterland dienlich und dem Züchter gewinnbringend sein soll. Ganz besonders ist auf die richtige Behandlung der Felle eingegangen, die für unsere Volkswirtschaft jetzt wie später von außerordentlicher Bedeutung sind. Zahlreiche Abbildungen beleben den Text. Das Heftchen dürste bestimmt sein, dem Leser neben dem Verständnis wirtschaftliche Erfolge und damit Freude an seiner Arbeit zu ^bringen, der Kaninchenzucht neue Anhänger zu werben, aber zugleich auch sein Teil dazu beitragen, Schwierigkeiten in der Ernährung wie in der Rohstoffbeschaffung im 5. Kriegsjahr zu überwinden und durchzuhalten .H^zum^Endt.. ^^ $e>inj^^ .AMemng dürfte der Broschüre allgemeine Verbreitung sichern.
* Das Beizen des Saatgetreides ist in diesem Jahre unbedingt erforderlich. Der Winterweizen zeigt diesmal einen starken Brandbefall. Bei ungebeiztem Weizen wurden bis zu 60 Prozent Aehren als Brandkrank festgestellt.
* (Die neuen Mühlengelder.) Die neuen Bedingungen zwischen Reichsgetreidestelle und Mühlen sind in Kraft getreten. Danach ist außer der Erhöhung des Lagergeldes von 2,50 Mark auf 3,50 Mark, der Trocknungslohn von 6 auf 10 Mark erhöht worden. Ferner wird der bisher nur bei drei Mehlaufträgen zur Herstellung von 94proz. Roggenoder Weizenmehl übliche Zuschlag von 2 Mark für die Tonne auf den Mahllohu für das neue Wirtschaftsjahr auchffür die Herstellung von 85prozentigem Gerstenmehl bewilligt.
* Falsche Angaben bei Reklamationssachen werden schwer bestraft. Rheinischen Blättern zufolge hat das außerordentliche Kriegsgericht zu Köln einen Lackierermeister wegen Reklamationsschwindels zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte eine größere Anzahl Personen für seinen Betrieb reklamiert, sie aber unbedeutend oder überhaupt nicht beschäftigt, so daß die Reklamierten ihrem Zivilberuf nachgehen konnten. Damit hat er auf betrügerische Weise dem Staate Hilfskräfte entzogen und die Kriegsmacht Deutschlands geschädigt. Das Gericht hielt den Beschuldigten versuchten Landesverrat, überführt. Mildernde Umstände wurden versagt. Der Vorfall mag zur Warnung dienen, da jeder sich in gleicher Weise schuldig macht, der in Reklamationsangelegenheiten durch falsche Angaben dem Staate Hilfskräfte entzieht.
* (Z e h n p f e n n i g st ü ck e aus Zink). Vom Bundesrats wurde der Entwurf einer Bekanntmachung betreffend die Prägung von Zehnpfennigstttcken aus Zink angenommen.
* (Verwertung^ der Kastanieu). Ein Zentner Kastanien ergibt 5 Pfund Stärke. Die Kastanien werden doppelt geschält, äußere und innere Schale, dann so fein gemahlen wie Mehl, am besten auf einer Knochenmühle. Die ganze Masse rührt man mit kaltem Wasser an, gießt, sobald sich die Stärke gesetzt hat, ab, und erneuert das Wasser so oft, bis es ganz klar ist. Dann wird das Wasser abgeschüttet und das zurückgebliebene Stärkemehl getrocknet. So ist das Sammeln von Kastanien recht lohnend.
* (Starke Abschlachtuug im Rindvieh- bestand? Die Zeitung des deutschen Fleischerverbandes unterzieht, die Verlängerung der fleischlosen Wochen einer eingehenden Besprechung. Sie kommt zu dem Schluß, das die Ersparnis von ungefähr 300 000 Rindern in jedem Vierteljahr, die durch die Einführung der fleischlosen Wochen erreicht wird, nicht viel zu besagen habe, und geht sogar so weit, zu behaupten, daß es im Hinblick auf die in Aussicht stehende knappe Winterfütterung im Interesse der Fleischerzeugung vorteilhafter wäre, durch starke Abschlachtungen unsere Rinderbestände jetzt zu lichten und dann mit dem für jedes bleibende Tier in größeren Mengen
vorhandenen Futter höhere Leistungen zu erzielen. Das Organ des deutschen Fleischerverbandes verkennt, wie man uns schreibt, bei diesen Vorschlägen vollkommen die Tatsache, daß unsere Rindviehzucht durch die Kriegsmaßnahmen schon so schwer gelitten hat, daß sie ihre die Volksernährung betreffenden Aufgaben kaum noch erfüllen kann. Wenn wir dnrch die Einführung der fleischlosen Wochen nicht beizeiten dem starken Rückgang unserer Viehhaltung steuern, so werden wir später zum mindesten mit fleischfreien Monaten rechnen müssen, um uns unsere nötigste Nahruugsquelle, unseren Viehbestand, in der unbedingt erwrderlichen Ausdehnung zu erhalten. Wenn schon im Hinblick auf unseren Bedarf an Fleisch der Vorschlag des Organs des deutschen Fleischerverbandes, die Viehbestände durch starke Abschlachtungen zu verkleinern, wenig weitblickend erscheint, so muß er hinsichtlich der Milch- und Butterversorgung von jedem sachlich Denkenden vollkommen verworfen werden. Die beute schon bestehende Milchknappheit würde durch stärkere Abschlachtungen im Sinne der Fleischerzeitung derartig verschärft werden, daß weder für Kinder noch für Kranke eine auch nur einigermaßen ausreichende Milchmenge zur Verfügung stände. Die Fettversorgung, die bei dem Mangel an Schweinen zum großen Teil auf dem Butterfett beruht, würde-vollkommen in Frage gestellt. Im Gegensatz dazu bringt die Einführung der fleischlosen Wochen durch die Erhaltung von jährlich ungefähr 1200 000 Rindern, darunter 600 000 Kühen, bei einem Milchertrag von nur 5 Liter je Kuh, eine tägliche Mehrerzeugung von 3 Mill. Liter Milch oder 109 000 Kg. Butter. Ueber die Vorteile einer derartig hohen Mehrproduktion in der an Milch und Fett so äußerst knappen Zeit braucht man nicht zu streiten.
* (Kriegsanleihezeichnnng sür das R e i ch r s ch u l d buch.) Es ist an zunehmen, daß M Zeichner oer 8. KriegsanleiHej die SH jetzt noch nicht im Besitze der Benachrichtigung über die Eintragung ihrer Zeichnungen in das Reichsschulöbuch sind, deswegen baunruhigt fühlen. Die Verzögerung in der Zusendung der Benachrichtigungen ist unvermeidlich und beruht lediglich auf der großen Menge der Ein- tragungsanträge, die trotz der größten Anstrengung noch nicht sämtlich erledigt werden konnten. Zu irgendwelcher Beunruhigung liegt sonach kein Grund vor, und es wäre gänzlich verfehlt, wenn Zeichner hieraus Veranlassung nehmen sollten, Zeichnungen auf die 9. Kriegsanleihe zu unterlassen.
* (Auslandswarebezugs scheinpslich- t ig.) Vielfach besteht unter der Bevölkerung die irrtümliche Ansicht, daß Auslandsware nicht bezugsscheinpflichtig sei. Daß das Gegenteil der Fall ist lehrt ein Urteil des Kammergerichts gegen eine Frau A., deren Mann im Westen im Felde steht und ihr von dort oft Stoffe und Kleider schickte, die die Fran dann im Jnlande ohne Bezugsschein verkaufte. Sie machte zu ihrer Verteidigung geltend, daß es sich um Auslandsware gehandelt habe, für die, nach ihrer Ansicht, die Bezugsscheinvorschrieften nicht.in Betracht kämen. Die Stiafkamer verurteilte Frau A. jedoch zu einer Geldstrafe und betonte, daß es unerheblich sei, ob die Sachen aus dem Jnlande oder Auslande stammten. Das Kammergericht hat die Revision der Angeklagten als unbegründet zurückgewiesen.
§ Hersfeld, 9. Oktober. Von dem Arbeitskommando zu Heringen sind nachstehend bezeichnete Kriegsgefangene entwichen: l. Spovner, Alfred, Engl., 11 12 441, Größe 1,70 m., 20 Jahre alt, Gesicht klein, Augen blau, Nase u. Mund gewöhnl., trägt Gefangenenkleidung. 2. Adrjaschitow, Abdula, 7 114/14, £74 m. groß, 20 Jahre, kleines Gesicht, schwarze Augen,Mund, Nase gewöhnlich, trägt Gefangenenkleidung.
3«m neunten Male.
„Einer für alle und alle für einen!" Zum neunten Male soll uns vereinen, Mein deutsches Volk, der deutsche Spruch,' Die Einheft nur stählt uns die Waffen, Das, was uns Bismark hat erschaffen, Zu wahren gegen Lug und Trug.
Frisch auf, mein Volk, gesteift den Nacken! Vereint den Stier mit Fäusten packen! Heimat und Front — vereint hindurch!
Packt euch, ihr ängstlichen Gemüter, Ihr seid nicht wert errung'ner Güter, Nicht wert des großen Hindenburg!
Jetzt, wo das Riesenwerk sich endet. Wo alle Völker stehn geblendet Vom Glanz, der unser Schwert umloht, Jetzt sei wie eine hehre Weihe Der Heimat neunte Kiegsanleihe Ein heilig Dankgebet zu Gott!
Karl Rohde.
Wettervoraussage für Donnerstag den 10. Oktober. Wolkig, meist trocken, etwas wärmer.