Front und Heimat.
In einem von: „Hann. Kurier" veröfientlicUen Feldpostbrief heißt es treffend: „Mein Urlaub hat mir eine aewisse Enttäuschung gebracht: ich glaube fast, daß es jedem so gehen wird wie mir, der von der Front in die Heimat kommt. ~ ,
So erstaunlich es vielleicht klingen mag: es ist Tatsache. Satz man geradezu aufatmet, wenn man erst wieder hier draußen ist. wenn man wieder die fonnver- brannten Gesichter und hellen, klaren Augen der Män- uer sieht, die erst vor wenigen Tagen die großen Kämpfe verlassen haben. Hier weht eine andere Luft, schärfer, aber gesünder.
Gewiß, es läßt sich nicht verkennen, daß die ^emde uns zahlenmäßig überlegen sind, daß sogar diese Ueber- legenheit noch dauernd im Wachsen begriffen tit. Aber den erfolgreichen Widerstand auch gegenüber den stärksten Anstrengungen des überlegenen Feindes verbürgt uns der Geist der Truppe, der einfach tadellos ist nnd mehr als das. ~ _
Tie deutsche Führung, dre Schulung der Truppen, vor allem aber die Moral, und der gute Geist der Truppe hat das für uns durchaus befriedigende Ergebnis bei den Rückzugsmanövern erzielt. Solange uns dieser Geist erhalten bleibt, (aber auch nur solange!) sind wir felsenfest überzeugt, daß keine feindliche Macht imstande sein wird, uns zu schlagen. Geht dieser Görst verloren, dann ist es zu Ende mit des Deutschen Reiches Herrlichkeit! . . o .
Und hier droht uns eine groge Gefahr — aus der Heimat! Ich kann nur sagen, was ich gesehen habe, nämlich aus der einen Seite Zweifel, Mißmut, Entmu- tiatma. a"s der arideren Seite unermeßliche Geldgier und die krasseste Selbstsucht. Gewiß ist es nicht bei jedem Einzelnen so, aber der Gesamterndruck ist EN gewiß kein anderer.
Da Heer und Heimat dauernd miteinander in Verbindung stehen «Briefwechsel. Urlaub, Zeitungen), so ist es sicher, daß die Verhältnisse und die Stimmung der Heimat auf die Dauer einen sehr ungünstigen Einfluß auf den Geist der Armee ausüben müssen. Wir geben uns, jeder an seiner Stelle, die größte Mühe, hier Frische, Freudigkeit. Tatkraft und Zuversicht hochzuhalten (oder hineinzubringen, wo es nötig ist). Aber der Einfluß d e r H e i m a t kann auf die Dauer nicht ohne Ausrmr- 'mm bleiben.
(Fortsetzung des amtlichen Teils).
§ 8.
Das Einigungsamt entscheidet in der Besetzung von einem Vorsitzenden und mindestens zwei Beisitzern. Der Vorsitzende muß zum Richteramt oder höheren Verwaltungsdienste befähigt sein; die Beisitzer müssen zur Hälfte dem Kreise der Hausbesitzer, zur Hälfte dem der Mieter angehören. Das Nähere über die Besetzung bestimmt Hie Landeszentralbehörde.
§ 9.
Die Anwendung dieser Verordnung kann durch Vereinbarung der Parteien nicht ausgeschlossen oder beschränkt werden.
§ 10.
Die Landeszentralbehörden können die Gemeinden zur Errichtung von Einigungsämtern anhalten, die den Vorschriften des § 8 entsprechen.
§ 11 -
Die Landeszentralbehörden können, soweit Einigungsämter nicht errichtet sind, die in den §§ 2 bis 5 vorgesehenen Befugnisse einer anderen Stelle übertragen, wenn die Zusammensetzung dieser Stelle den Vorschriften des § 8 entspricht.
Solange im Bezirk einer Gemeinde die im § 2 vorgesehenen Befugnisse weder einem Einigungsamte noch einer anderen Stelle übertragen sind, sind die Amtsgerichte für die im § 2 bezeichneten Entscheidungen zuständig: die Vorschriften des § 8 finden keine Anwendung.
§ 12.
Die Landeszentralbehörden können die ihnen nach den §§ 1, 5,8,10 zustehenden Befugnisse einer anderen Behörde übertragen.
§ 13.
Aus Vergleichen, die vor dem Einigungsamte zwischen dem Vermieter und dem Mieter oder einem Dritten abgeschlossen sind, findet die gerichtliche Zwangsvollstreckung statt.
§ 14.
Aus das Verfahren vor dem Einigungsamte (§§ 2 bis 6, 10, 11) finden die Vorschriften der Verordnung, betreffend Einigungsämter vom 15. Dezember 1914 (Reichs-Gesetzbl. S. 511) keine Anwendung.
Das Verfahren ist gebührenfrei. Ist nach dem Ermessen des Etnigungsamts die Anrufung mutwillig erfolgt, so kann der Partei, die das Einigungsamt angerufen hat, die Zahlung einer Gebühr auferlegt werden. Die Erhebung einer Gebühr kann ferner angeordnet werden, wenn die Bedeutung der Sache für die Beteiligten es angemessen erscheinen läßt. Das Einigungsamt bestimmt die Höhe der Gebühr und die Zahlungspflichtige Partei. Der Gesamtbetrag der Gebühren darf das Dreifache der vollen Gebühr des § 8 des Gerichtskostengesetzes u. der der Berechnung zugrunde gelegte Wert des Gegenstandes den Betrag des einjährigen Mietzinses nicht übersteigen. Das Einigungsamt bestimmt, wer die baren Auslagen des Verfahrens zu tragen hat.
Im übrigen wird das Verfahren durch den Reichskanzler geregelt.
| 15.
Mit Geldstrafe bis zu eintansend Mark wird bestraft, wer vorsätzlich einer gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 1 erlassenen Anordnung zuwider eine ihm obliegende Anzeige nicht rechtzeitig erstattet oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht.
§ 16.
Diese Verordnung tritt mit dem Tage der Ver- kündnng in Kraft. Der Reichskanzler bestimmt den Zeitpunkt des Außerkrafttretens.
Kopf hoch! Komme, was da mag!
Spotten auch die Feinde!
Bald kommt Deutschlands Friedenstag!
Kopf hoch! Zeichnet „Neunte"!
Es ist die höchste Zeit, daß in Deutschlarrd jeder an seiner Stelle Front macht, dem Feind im eigenen Lande die Stirn bietet und den Kopf hochhält, mögen die Ber- Hältnisse noch so schwer und drückend empfunden werden. Wir haben es auch nicht leicht.
Ich habe meinem Herzen Luft machen müssen, und ich weiß, daß Sie mich sicher verstehen werden. Es geht ums' Ganze."
Eine Won des »Vorwärts".
Heute müssen wir uns mit allem Mut, der dazu gehört, folgende Lage als möglich vor Augen stellen: Bulgarien verläßt den Bierbund, um mit der Entente Frieden zu machen Oesterreich-Ungarn und die Türkei schließen sich diesem Schritt an. Das beißt, daß, unser Arm südöstlich nicht mehr über Booenbach hrnaus- reicht, und daß wir jeden Einfluß auf die Teile Polens und der Ukraine verlieren, die von Oesterreich besetzt sind. Dann stehen wir, deutsches Volk, allein gegen Franzosen, Engländer, Italiener, Amerikaner und ihre zahllosen Hilfsvölker und kämpfen mit dem Rücken an der Wand, den Untergang vor unseren Augen.
Doch wir müssen uns das Bild noch weiter auswa- leu: Mutlosigkeit bemächtigt sich der Soldaten, die W e st f r o n t b r i ch t, der Feind strömt in unser Land. Deutsche Städte gehen in Rauch und Flammen auf. Flüchtliugsfcharen wälzen sich ostwärts, ihr Zug wr= mischt sich mit dem des ordnungslos zurückflutenden Heeres, dringt in alle Städte ein, übervölkert die Häuser, kampiert im Freien, stellt die Verwaltung vor unlösbare Aufgaben und verbreitet überall den Geist hoffnungsloser Niedergeschlagenheit.
Die NahrustasmtttcIufuhr, die vier Jahre lang wie ein dünner Strahl rieselte, versagt jetzt ganz. Auf den Straßen sieht man Menschen, die sich plötzlich um sich selber drehen und dann niederstürzen, vom Hunger getötet. Es gibt keine Kohlen mehr, folglich kein Licht und keine Straßenbahn. Die Industrie stockt, vermag sich, in der allgemeinen Verwirrung nicht von der Kriegswirtschaft zur Friedenswirtschaft umzustellen und entlaßt ihre Arbeiter. Der Munitionsarbeiter, der heute vielleicht 100 Mark in der Woche nach Hause trägt, steht morgen vor dem Nichts unö kann sich die wenigen noch vorhandenen Nahrungsmittel, die zu phantastischen Preisen gehanöetl werden, nicht leisten. In Millionen
SthMiBiNiti her stMWM.
Die zum Empfang des sogenannten labrbolzes
berechtigten Bewohner der Stadt Hersfel- und
Hersfelb-Kalkobes, welche im nächsten Jahre Jahrholz zu beziehen wünschen, werden hierdurch aufgefordert, in der Zeit von Montag den 30. d. Mts. bis einschlieMch Sonnabenden 5. Oktober 1918, vormittags von 8 bis 1 Uhr, sich im Stadtkassenlokal einzufinden, einen zahlungsfähigen Bürgen mitzubringen und zugleich eine Anzahlung von 3 Mk. auf das Forstgeld zu leisten. Es liegt bei dem Mangel an Heizstossen im eigenen Jn- terefie eines jeden Berechtigten, sich den Bezug dieses billigen Holzes zu sichern.
Spätere Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden.
Turnhalle Hersfeld.
Sonntag den 6. Oktober
Orete und DTplzTinm Gustav JlviIIj K
vom Königl. Hoftheater in Cassel.
Am Klavier: Toni Ru m p - Cassel
Helgoland - Programm: Jean und Jeannette.
Bunter Teilt wM> zwitschern die Jungen“!
Karten vorher in der Buchhandlung Westphal
2.10,1.60,1.10M.,inkl. Garderobegeld, abds. 0.25 Aufschlag.
Warnung i
Wir machen darauf aufmerksam, dass Bierfässer, Bier- und bimonadeflaschen unneräusserfiches Eigentum der Brauereien sind und nur uon diesen benutzt werden dürfen. 3ede andere Benutzung zu irgendwelchen Baushaltungs- und gewerblichen Zwecken ist strafbar. Wir werden jeden uns bekannt werdenden
(Dissbrauch strafrechtlich verfolgen.
Brauereluerein Fulda und Umgegend.
Umfassend die Brauereien " Fulda, Grossen- lüder, Bersfeld, bauterbadi, Kteinlüder, Schlitz und Schlichtern.
dritte,
Fanttlien sagt man M arte gut es noch war, «» m« seine sieben Pfund Kartoffeln und seine vier Pfund Brot die Woche hatte, und daß man jetzt erst weiß, was nacktes Elend ist.
Hunderttausende sterben, eine Wahnsmusitrmmung bemächtigt sich der Ueberlebenden. Wer weiß, wie lange man noch lebt — so will man sich wenigstens noch an jenen rächen, die schuld an diesem Elend sind. Aufstanöe wecken aus, die man mit blutiger Gewalt niederzuschlagen versucht. Statt des Krieges draußen der Krieg daheim, Schützengräben in den Straßen, Maschinengewehre in den Häusern, Leichen von Männern, Frauen, Kindern auf dem Pflaster.
Man stirbt, stirbt alle Tode. Durch den Hunger, die Kugeln, die Seuchen, die im Gefolge dieser Schrecken nicht ausbleiben. Auf dem Weg zu überfüllten Spitälern stürzen Kranke zusammen, man lädt sie auf Wagen, um sie draußen, ohne Sarg, zu verscharren.
Inzwischen verhandelt die Regierung, dre . R, siebente, die seit dem Sturze der letzten eingesetzt it den Gegnern. Da sie reine Widerstandskraft mehr hinter sich weiß, gibt sie dem Feinde alles, was er haben will, Land, den Goldschatz der Retchsbank, stellt Milliardeuwechsel über Milliaröenwechsel aus, geht rede Verpflichtung ein, die man ihr abpretzt, denn sie muß ja Frieden haben, Frieden um jeden Preis! Aber dieser Frieden wird kein Frieden sein der nährt! Er wird die Hölle auf Erden sein, wird schlimmer sein selbst
Darum, nicht um die Machthaber zu schützen, muß die Westfront festbleiben. Jeder der Unseren, den wir mit Sorgen draußen wissen, muß sich dessen bewußt sein, daß es jetzt auf ihn mehr ankommt als je! Jetzt handelt es sich wirklich nicht um Eroberungen, jetzt handelt es sich darum, in Ordnung und ohne unerträgliche Belastung in den Frieden zu kommen. Alle Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß es jetzt nicht mehr lange dauern kann. Die Standhaftigkeit einiger Wochen kann uns das Elend vieler Jahre ersparen!
Der „Vorwärts", der sich bisher viel an dem Gent des einigen Durchhaltens versündigt und einseitig nach Friedens-Parteifchubladenmuster seine Politik des 4 Standes betrieben hat, sieht nun den Ernst der Lage ein Er hatte eine furchtbare Vision, die er an der Spitze seines Blattes also schildert:
Frieden haben, dieser Frieden
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