Hersfelder Tageblatt
Hersfelder Kreisblatt
Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 2.10 Mark, durch die Post bezogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld.
Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld
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Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im • amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfennig. :
Erscheint jeden Wochentag nachmittags. — Fernsprecher Nr. 8.
Nr. 233
Donnerstag, den 3. Oktober
1918
•TQir Heben im 5. Kriegsjahr, — wilPs Gott, im letzten! Den Enderfolg vor uns, dürfen wir jetzt nicht schwach werden, io drückend die hast auf uns ruht. Ausharren in lückenloser Kampfeslinie, daheim wie draußen, bringt uns den erlebn ten Frieden. Seder sorge dafür, dak die Reihen geidiloffen bleiben, damit unsere Feinde die Gewissheit erhalten:
Deutschland
ist nicht zu besiegen!
Amtlicher Zeit
Preußischer Staatskommissar
für Bolksernährung
Vlb 2867.
Berlin W 8, den 13. September 1918.
Wilhelmstr. 69 a
Die im laufenden Wirtschaftsjahr bei der Sammlung der Eier in Preußen bisher erzielten durchschnittlich befriedigenden Ergebnisse schaffen die Möglichkeit, Erleichterungen der öffentlichen Eierbewirtschaftung eintreten zu lassen, welche dringenden Wünschen sowohl der ländlichen wie auch weiter Kreise der städtischen Bevölkerung entgegenkommen.
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^it *hM$ H »W^. .5 tßr Verordnung ■
über Eier vom 12. August 1916 (R. G. Bl. S. 927) der ^n^*^ ^j-j-u? i_
bestimme ich daher: Weiter war der stellvertretende La
I.
Geflügelhalter, welche ihre Ablieferungschuldigkeit an Eiern für das Wirtschaftsjahr 1918 erfüllt haben, dürfen weitere aus eigener Grflügelwirtschaft gewonnene Eier (Ueberschußeier) unmittelbar an Verbraucher zum Kleinhandelshöchstpreis frei absetzen.
II.
Ueberschußeier sind bei Ablieferung an die Sam- melstellen oder Aufkänfer des Kommunalverbandes mit einem Zuschlag von 10 Pfg. je Ei zum jeweiligen Erzeugerhöchstpreis zu vergüten.
III. •
Diese Bestimmungen gelten bis zum 31.Januar4919. gez. von Waldow.
der Abbau der Kriegswirtschaft.
" < Eine Kundgebung des Hansavnndes.
Eine Kundgebung für den sofortigen Abbau der Kriegswirtschaft bei Eintritt des Friedens und für die Freiheit der Wirtschaft veranstaltete in Berlin auf Veranlassung und unter Mitwirkung von 94 wirtschaftlichen Verbänden der Hansabund für Gewerbe, Handel und Industrie.
Geh. Justizrat Prof. Rietzer wies auf den Ernst und das Gebot der Stunde hin. Es sei des deutschen Volkes nicht würdig, nach vier Jahren unerhörter Leistungen unserer Kämpfer bei einem vorübergehenden Rückschlag an der Front die zuversichtliche Stimmung zu verlieren. Die neunte Kriegsanleihe müsse darum dem überwältigenden Beweis liefern, daß die Heimat mehr denn je unerschütterlich vertraue auf Deutschlands siegreiche Verteidigung und die Behauptung seiner freien Wirtschaft nach dem Kriege. Das deutsche Volk müsse aber verlangen, daß fein harter Kampf nicht biniernb und in immer größerem Maße durch unzählige Verordnungen nitb Zwangsvorschriften unnötig erschwert werde.
Justizrat Dr. Waldschmit (Berlins wies auf die Gefahr hin, die dein wirtschaftlichen Liberalismus daraus erwachse, daß sich die Forderungen der Sozmldeinokratie, die Lehren der Staatssozialisten und gewisse Traditionen des aüvreußtfcben Untertanenstandes zusammengesunden haben, um auch nach dem Kr^ge Zwangsorgmiisationen für die Beschaffung und die Vorteclung von RoHstyffen, die Erzeugung und den Vertrieb von Fabrikaten zu schaffen. Er empfahl dringend, die Veschafsuug und den Vertrieb von Rohstoffen sofort mul) Friedensschluß dem freien Handel zu überlassen, da von den meisten genügende Steuocu auf dem Weltmärkte vorhanden sein wür= den und die deutsche Währung nur durch.Besserung der Handelsbilanz, durch Schiffahrt für aus andische Rechnung, durch Ausländsanleihen und private Kreditbeschaffung gebessert werden könne.
Nach einigen weiteren Reben betonte im Namen der Arbeitsgemeinschaft der kaufmännischen Verbände Dr. Enke lHamburg), daß auch die MgesKllten die freiheitliche Entwicklung des bemühen H^els.als gung zum Wiederaufbau unserer Weltgeltung wünschten. Aus die Dauer hindere die Kriegsorganisatton ben Aufstieg der Angestellten zur Selbständigkeit.
Im Sinne der Sieben wurde eine E n tschlteß u n g aesasu. Es wird darin Einspruch erhoben geaen das Uebermaß von OrganisaUvnen, wie sie z. B. für die Tex iiuieiiAiriiüuitiium _yiktojd.cire.il. liub, und gegen die ErlNäch
* * *
Hersfeld, den 26. September 1918.
Wird veröffentlicht.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
J. A. No. 8840. J. V.:
v. Heö emann, Reg.-Asfessor.
Bus der Heimat.
):( Hersfeld, 2. Oktober. (Kriegsjugendwehr Hersfeld.) Auch für dieses Jahr waren von dem Kriegsministerium Wettkämpfe im Wehrturnen ange- ordnet. Diese fanden für die Jungmannen unseres Kreises am verflossenen Sonntag auf der vor dem Otto-Bad gelegenen Wiese statt. Daselbst waren die Wettkämpfer von der Turnhalle aus in geschlossenem Zug unter Vorantrit der Musikkapelle des Ersatzbataillons des Jnf.-Regt. 83 aus Cassel und des Trommler- und Pfeiferkorps der Kriegsjugendwehr Hersfeld gegen 2 Uhr eingetroffen. Eingeleitet wurde das Wehrturnen durch allgemeine Freiübungen, die von den Wettkämpfern vorher fleißig eingeübt, ein schönes Bild körperlicher Gewandheit boten. Den Freiübungen schloß sich alsbald eine Musterriege am Barren an. Die hier mitwirkenden Jungmannen
Heinrich Mohr, Otto Scheffer, Adolf Hold, Ludwig Metz, Karl Exter, Heinrich Hornfchuh, Albrecht Härtung, Eduard Lämmerzahl, Otto Gießler, Richard Kranz, Karl Kaufmann, fanden für ihre vorzüglichen turnerischen Leistungen den lebhaften Beifall der inzwischen eingetroffenen Besucher. AIs Vertreter des Generalkommandos hatte sich Herr Major Ebel, Kommandeur des hiesigen Bezirkskommandos eingefunden, der für die sämtlichen anwesenden Jungmannen Worte der Anerkennung, für chie Führer Worte des Dankes für ihre bisherige Arbeit auf dem Gebiete " ........ " ' " r nb and.
Herr Regierungsaffessor v. Hedemann erschienen. Auch der Landrat des Kreises, Herr v. Grunelius, der zurzeit auf Urlaub aus dem Felde hier weilt, folgte mit großem Interesse den Wettkämpfer:, die sich unmittelbar an das Musterriegeturnen schloffen. Die Wettkämpfe selbst bestanden in einem Dreikampf, zu dem noch eine Wahlübung trat. Diejenigen Jung- mannen, die als Wahlübung die vorgeschriebenen Uebungen am Barren oder Reck vorgesehen hatten, hatten schon vormittags von 11 Uhr ab in Gegenwart der dazu berufenen Kampfrichter ihr Können zeigen müssen. Auch bei diesem Turnen waren Herr Major Ebel und Herr Regierungsaffessor v. Hedemann zugegen. Die trotz des ungünstigen Wetters zahlreich Erschienenen fesselte, wohl in erster Linie Der Hindernislauf, bei dem es galt, in möglichst kurzer Zeit die
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tigung des Bundesrats zur Regelung der Uebergangs- wirtschaft. Jeder einzelne staatliche Eingriff dürfe nur im Einvernehmen mit dem Reichstag und nach Anhörung der beteiligten greife getroffen werden. Die Entschließung widerspricht auch der Bildung neuer Gesellschaften für wirtschaftliche Maßnahmen, da die bestehenden ausreichterr für die nwglichst kurze Ueber-
gehenden ausreichterr s
gangszeit.
3m Mensorl an der Elbmünduug.
Pon einem Besuch in einem Küstenfort an der Elb- mündung schreibt man uns: Blitzsauber ist Fort Kugel- baake. In frisches Grün sind die trutzigen Stauern und Wälle gebettet. Zugbrücke und breiter Wallgraben er- innern fast wit eine Burg des Mittelalters. Rechts vor dem Haupttor ein kleines, efenbewachsenes Denkmal zur Erinueruug au die, eine ehrwürdige Anzahl von Jahren zurückliegende Erbauung dieses Forts.
Das trockene Holz der in Ketten hängenden Brücke dröuht unter unseren Schritten. Und nun geht es durch einen buukleu Torweg in das Fortinnere. Ein geräumiger Host tut sich auf. Bon den Mauern hallen die Schritte exerzierender Matrosenartilleristen miber. Wir treten in die Mamrschastsräume, die Kasematten. Ge- fäuguisartig, Katakomben gleich, dennoch luftig und leidlich hell. Tiefer steigen wir und gelangen tu die Maschinenzentrale. 10 Meter Erde über uns. Unbedingter Schutz gegen Wmmtehtfclrtime. Elektrische Birnen flammen auf. In ihrem Lichtschein spiegelt sich das blanke SictaU der vier Maschinen wie ein stiller Weiher in der Sonueuflut.
Dann geht es wieder an das Tageslicht. In einem abgrundartigen S'tzacht besichtigen wir einen großen Smeinwerfer, der hier völlig überflüssig scheint. Kapi- täuleutmint b. R D , der Fortkommandant, belehrt mich eines Besseren. Stafcbinenfraft oder, wenn diese ausgefallen, die sehnigen Arme unserer StatrofenartiHeri- sten, befördern das elektrische SHefenlicbt spielend und) oben.
_ Auf die Wälle und in die Batterien lenken wir den Schritt. Der hohe Beobachtungsturm wird erstiegen. Ein bünner Mast, oben gekrönt von einer Aicssßbtskuvpel, das Wachziuttuer. Von ihm aus genießt man einen schönen Ausblick auf das malerische, friedlich-kriegerische ""4b zu Füßen, den endlos breiten Elbstrom und die weite See. Helle Fenster ringsum, scharfe Fernrohre, Entfernungsmetzgeräte, Telephone, Sigualeinrichtttugeu. Falls tiä erwrüertim ist. kann der Turm berunterae-
verschiedenen Hindernisse zu nehmen. Aber auch der Handgranatenweitwurf und Weitsprung weckten das Interesse der Zuschauer. Während der Wettkämpfe sorgte die Kapelle für gute Unterhaltungsmusik. Gegen 1/26 Uhr hatte das Wehrturnen mit dem zum Schluß ausgeführten Gruppenwettkampf im Schlagballspiel zwischen Hersfelder Jungmannen (Gymnafial-Turn- verein) und Schenklengsfelder Turnern, bei dem die ersteren Sieger geblieben waren, fein Ende erreicht. Inzwischen hatte j der Berechnungsausschuß fleißig seines Amtes gewaltet, und es konnte kurz nach 6 Uhr die Preisverteilung durch Herren Regierungsaffessor v. Hedemann, der in einer längeren Ansprache seiner Freude über das Gesehene Ausdruck verlieh, erfolgen. Es wurden aufgerufen und als Sieger mit dem Eiche nkranz bezw. Eichen strauß geschmückt: Ernst Ritter mit 81 Punkten 1. Sieger, Ludwig Metz mit 79 P. 2. S., Hch. Mohr mit 75 P. 3. S., Otto Scheger mit 75 P. 3. S., Adolf Hold mit 75 P 3. S., Albrecht Härtung mit 75 P. 3. S., Kurt Ehrhardt mit 74 P. 4. S., Karl Exter mit 73 P. 5. S., Okto Gießler mit 72 P. 6. S., Hch. Hornschuh mit 71 P. 7. S., Richard Krantz mit 70 P. 8 S., Conr. Hermann, Heimboldshausen mit 69 P. 9. S., Willi Geheb, Schenklengsfeld mit 69 P. 9. S., Hch. Hartmann mit 66 P. 10. S., Joh. Gießler, Heimboldsbausen mit 65 P. 11. S., Eduard Lämmerzahl mit 63 P. 12. S., Adam Sippel, Ransbach mit 63 P. 12. S., Hch. Göbel, Schenklengsfeld mit 62 P. 13. S., Wilh. Brandenstein, Heimboldshausen mit 62 P: 13. S., Erich Ewers mit 57 P. 14. S., Hans Neuhaus mit 56 P. 15. S., Herm. Deller mit 53 P. 16. S., Kurt Räthe mit 53 P. 16. S., Fritz Grau, Schenklengsfeld mit '53 P. 16. S., Karl Wiegand mit 51 P. 17. S., Ernst Ewald Mit 50 P 18 S., Karl Kaufmann mit 50 P. 18. S., Joh. Riebold, Schenklengsfeld mit 50 P.,18. S., Ga. Döhrer mit 50 P. 18. S-, Fritz Grunewald mit 49 P.
19 S., Hans Möller mit 47 P. 20. S., Ph. Sauer mit. 46 P. 21. S., Adolf Lützenbauer mit 45 P. 22. S., Hch, - - - W M ^ " ^-----ut 43 ^. 24. ®.
Wilh. .oller mit
Philippsthal mit 42 P. 25. S., Walter Nieola: mit 41 P 26. S., Erich Mohr mit 49 P. 27. ®v Aug. Bolz mit 40 P. 27. S., Fritz Sander mit 40 P. 27. S. Die 6 ernten Sieger erhielten ferner Ehrengaben des Kreises. Eine Anzahl Sieger erhält außerdem die Ehrenurkunde des Kriegsministeriums noch nach aus- stehender Entscheidung. Mit klingendem Spiel zog die Wehr um » i7Uhr durch die Straßen der Stadt nach der Turnhalle, wo ihre Entlassung erfolgte. Möchte auch diese Veranstaltung, die einen durchweg schönen Verlauf genommen hat, die der Jugendwehr noch fernstehenden Jugendlichen zum Eintritt in dre- felbe veranlassen.
dreht werden. Das Verschwinöenlassen spielt hier W riaens eine nicht aerinae Rolle. Alle Scheinwerfer - ihre Zahl ist achtunggebretend — können, wie Gerste, an ihrem Starrd nntertauchen in unterrröuche Verstecke. Eine Hand von einem Stande aus kann aller diesen elektrischen Gerfterouaeu ihren Willen aufzwtn- aen, befiehlt ihnen, nach einem bestimmten Punkte.de, See ihre grelle Lichtflut an werfen, elbauf-, elbabwarts zu suchen, aufzuleuchten oder zu verlösche oder auch sich in das tiefe Verließ vor den femdüchen Granaten zu flüchten.
Schade, daß man diesen gehorsamen Scheinwerfer- trupp nicht einmal in nächtlicher Tätigkeit beobachten kann Und dazu die Sprache der Geschütze vernehmen. Da stehen sie, träumen und schlafen. Ihre blanken Seelen spiegeln aber kokett die Sonnenstrahlen wider, welche die TageSkönigin verschwenderisch über die Batterie ausstreut.
Verschiedene Kaliber sind vertreten, ein respekteinflößendes schweres in der- Mehrzahl Die Geschtttzzahl mürbe für ein Großkampfschiff ausreichen. Doch zu lange darf meine Schilderung bei diesen mlitärischen Einzelheiten nicht verweilen. Lauter Staatsgeheimnisse!
Wir wenden mrs dem Leben „hinter der Front" zu. Wirklich, es sind dock, Teufelskerle, unsere Matrosenartilleristen. Mii künstlerischem Geschick haben sie ihre kleine Festung an der See ausgeschmückt und für die Beauemlichkeit des Kriegslebens «orge getragen. Da fesselt eine geschmackvolle Ziergartenanlage den überraschten Blick Ein lebensgroßer Speerwerfer in der Mitte. Dort ein Brunnen, geziert von einem Frosch. Beide Werke gefertigt von einem Bildhauer im Mat- rosenkittel, der auch das Denkmal für den Gründer der Anlage schuf. Blumenrondell, Teepavillon, dahinter eine Kegelbahn. Der kleine Teich birgt mancherlei Te- benswürdiakeiten. Ein starkes Entenvolk unterhält sich schnatternd.
„Villa Kratzfuß"? Der aus Holz geschnitzte Hahn beseitigt jeden Zweifel, in welches Reich die Pforte führt. Ein ansehnliches Hühnervolk stellt bei unserem Eintritt die scharrende Morgenbeschäftigung und rennt gackernd davon. Das Schioeivehavs wird besichtigt. Dann die Kaninchenstallallee. Mit Stolz zeigt der „Ka- ninchendireltor", ein Niedersachse, baS Ergebnis seiner ZüchtungSfürsorae. 150 Langohren. Weiß, gelb, braun, schwarz oder gescheckt. Hier die fiskalischen, dort drau- ften die Stallhasen. Tatsächlich, die Biehwlrlßlmft ist hier auf der Höhe. „Ob," meint der Führer, „wir ha- ben noch mehr Haustiere hier. Ziegen und Schafe. Ihrer sieben zeugten tm Lenze 14 Lämmer. Nicht zu verliessen Hunde und Kauenl"