Leipzigs nemle Kriegsmeffe.
Als ein Symbol des unbeugsamen Wirtfchaftsivillens Deutschlands darf auch die neunte Leipziger Kriegs- messe, die in der letzten Augustwoche abgebaltene öies- iährige Herbst-Mustermesse, betrachtet werden. Einem breiten, vorwärtseilenden Stronr vergleichbar, war in diesen Tagen das Leben in Leipzigs durch dreißig große M e ß'h ä u f e r gekennzeichneten Meßviertel. :>Hd)t nur für die umchsende Bedeutung der Leipziger Messen ist es bezeichnend, daß die neunte Kriegsmeffe an Umfang und Beteiligung alle bisherigen Kriegs- und Friebensmeffen übertraL, sondern auch für die allgemeine „Hochkonjunktur" der Gegenwart. Zahlen leben hier zunächst die deutlichste Sprache. Einen Rekord bedeuten die rund 5500 Aussteller der Meise, bedeuten auch die nahezu 100 000 auswärtigen Besucher, die Leipzig in den Meßtagen beherbergte nnö — was auch etwas heißen .will — ausreichend verpflegte. Und wie sehr die Leipziger Westen zum Wiederaufbau unseres Außenhandels beizytrageu berufen sind darauf wiesen die Gaste hin, die aus fast allen Teilen des mit uns verbündeten und des neutralen Europa herbergeeilt waren.
Das „Meßamt für die Mustermessen in Leipzig" hatte diesmal iür eine straffere Organisation des Meß- verkehrs gesorgt. Bei dem großen Warenhunger, der das gegenwärtige GeschäktslebenIwch immer beherrscht, hatten sich auf den früheren Kriegsmessen manche Einkäufer schon vor Meßbeginn mit Waren „einzudecken" versucht und so die später Kommenden geschädigt. Nunmehr war der Berkani vor der offiziellen Eröffnung der Weise verboten und unter Strafe gestellt. Um Unbeteiligte, die das Meßgeschäß erschweren, fern- znhalien, war der Zutritt zu den Meßhäusern nur mit einem vom Meßamt ausgestellten Abzeichen gestattet.
Die Fülle der ausgestellten Muster — wie viele Sunderttausende es waren, läßt sich überhaupt nicht abschätzen — mußte bei der herrschenden Rohstoff- lnappheit und den sonstigen kriegsgemäßen Sclmsie- rigkerren Staunen erregen. Natürlich waren auf der Leipziger Meise kriegswichtige Erzeugnisse in großer Zahl zu sehen, nicht minder groß mag aber auch die Nenge derjenigen gewesen sein, die wir kurz als Frie^ densbedarf bezeichnerr können. Das beweist unter anderem die Fülle der ausgestellten Spielwaren und Schmucksachen, beweisen die keramischen Erzeugnisse und die der Glasindustrie. Auch einer der wichtigsten Zweige der Leipziger Meise, die Papiermeise, war reich n'ichickt, beanspruchte sogar zwei große Meßknufhänfer ür sich allein, in denen unter anderein zahlreiche Kunst- tttter, künstlerische Postkarien. genchmackoolle Sammel- nappen, vornehme Schreibpapiere zur Schau standen.
Völlig im Banne des „Ersatzes" stand die Nahrungsmittelmesse", Der Begriff „Nahrungs- mitiel" war hier ziemlich wett umgrenzt. Und der Besucher der Messe durfte wohl lächelnd fragen, ob auch Waschpulver, Schuhpntzrmttel, Mundwasser hierher ge- hvren. Immerhin deutete die Nahrnngsmittelmeste an, daß sie in der friedlichen Zukunft eine wichtige Bereicherung der Leipziger Messe bilden wird, und die überaus zahlreich vorhandenen Ersatzmittel aller Art — der Ersatz-Ranchtabak fehlte nicht — ließen erkennen, daß sie einem gegenwärtigen Bedürfnis entsprechen.
Die Ausstellungen der kunstgewerblichen Industrie und des Kunsthandwerks gehörten auch diesmal zu dem sehenswertesten und bedeutsamsten Teil der Messe. Einen eigenen Anziehungspunkt erhielt die Messe durch zwei gänzlich neue Veranstaltungen: die „Vanmesse" und die „Technische Messe". Beide müssen als besonders zeitgemäß gelten. Das deutsche Baugewerbe wird in der Uebergangswirtschaft vor riesigen Aufgaben stehen. Die erste Leipziger Banmesse führte die neuen, zeirge- mäßen Bauweisen vor, zeigte ferner an anderen neuen Errungenschaften, daß das deutsche Baugewerbe seinen Zukunftsaufgaben gewachsen sein wird. Auch was die in der Kriegszeit besonders bewährte technische Industrie auf der Messe vorfiihrte, bewies, daß diese Industrie beim Wiederaufbau unserer Innen- und Außenwirtschaft eine große Rolle zu spielen berufen ist.
Ww alle vorhergehenden Wessen, so kann auch die neunte Leipziger Kriegsmeffe als ein wirtschaftlicher Sieg Deutschlands angesprochen werden.
Ein europäischer Staat ohne Mtitär.
Fast wie ein Märchen klingt es, daß es gegenwärtig in Europa einen Staat gibt, der ohne Militär und ohne Militärlasten ist. Denn selbst die wenigen Staaten unseres Erdteils, die Arglist und Erpresserpolitik der Entente noch nicht in den Weltkrieg hineingedrängt hat, haben fortgesetzt mit der Sorge zu kämpfen, wie sie durch Verstärkung ihrer Wehrmacht ihre Neutralität schützen können. Und doch gibt es einen Staat in Europa, der überhaupt kein Militär besitzt und die Lasten dafür Warf, der Sorgen wegen des Weltkrieges freilich keineswegs ledig ist. Es fit I sland. Meist sieht man bei uns ja diese Insel einfach als einen Teil Dänemarks an. Daß diese Weisung nicht zutreffend ist, haben die Streitigkeiten gezeigt, die in neuerer Zeit zwischen Island und Dänemark besonders bervorgetreten und bisher trotz verschiedentlicher Verhandlungen wicht ausgeglichen sind.
Island ist, wie der Staatsrechtsforscher Ragnar
Lundborg w einem fvevkn erMleneMt Werk üuSflMk gegenwärtig dem Recht nach ein souveräner Staat, dei mit Dänemark in ausschließlich völkerrechtlicher Verbindung, in Personalunion, steht- es finden sich keine anderen Bande, welche die beiden Staaten miteinander verknüpfen, als des Königs Person, und diese Königs- gemeinschaft ist in keinem von den beiden Staaten gerneinsam angenommenen Gesetz noch Vertrag bestätigt^ sie gründet sich auf Gamlt Sattipalt, den zwischen Island und dem norwegischen König im Jahre 1263 ein- gegangenen Vertrag, der mit Dänemark also unmittelbar gär keine Beziehung hat. Aus diesem eigentümlichen Verhältnis ergibt sich, daß der dänische Reichstag für Island keine Gesetze geben kann und der dänische Ministerrat mit den isländischen Angelegenheiten nichts zu tun hat. Die dänische Regierung kann auf isländischem Gebiet nicht die mindeste Tütigkeir ausüben. Sonach ist das Verteidigungswesen Islands alleinige Sache, denn im Grundgesetz ist allgemeine isländische Wehrpflicht vorgeschrieben, ein Gesetz darüber ist aber nicht ausgefertigt,- Island ist also ein Land ohne Militär und ohne militärische Bürden.
An und für sich ist das ein Zustand, wie ihn sich die partikularistischell Isländer nicht schöner wünschen fön nem Sie haben ihn denn auch zu benutzen gewußt. Es ist geschehen, daß Island unmittelbar Uebereinkomme« mit ausländischen Staaten getroffen hat. So hat aucs während des Weltkrieges Island mit England birek: ein Handelsabkommen getroffen. Die Umstände, untei denen das geschah, waren freilich für Island nichts weniger als erfreulich, und das Abkommen dementspre^ chend alles andere nur nicht günstig für die Isländer Daß England Island gegenüber sein Vergewaltignngs. inftem anaewenöet hätte, auch wenn es die Insel als einen Teil Dänemarks Hütte anerkennen müssen, ist selbstverständlich. Die Besetzung und voraussickülict dauernde Annexion von Lemnos und anderen griechischen Inseln zeigt, wie England die Rechte schwächeren Staaten achtet. Aber es war den heuchlerischen ®wlm maten in London sehr willkommen, daß da ein derartiges eigentümliches Verhältnis besteht. Man ging tia- raufhin planmäßig vor. Englische Schiffe beschlagnahm ten die Post zwischen Dänemark und Islands und als man sich in Kopenhagen beschwerte, wies man das n London zurück, da es sich nicht um eine innerstaatlichc Verbindung handle. Allmählich schnitt man so Jslant ganz vom Verkehr mit Dänemark ab und machte es völlig von England abhängig.
Das Handelsabkommen, das malt in London der Isländern auferlegte, bedeutete nichts weiter, als das die armen Inselbewohner ihren Fischfang an öü Engländer für einen Spottpreis abliefern müssen unk sonach ihren Bedrückern das Durchhalten erleichtern.
koangl. Arbeiterverein
Sonntag den $. d. M, nachmittags 2 Uhr
Ausflug nach Asbach
Treffpunkt vor den Alpen.
Dom 4. bis 16. September
—= in Bebra. =—
Kamprath, jätilMigtr, Bebra.
Theater in der walle
In größerer Zahl als je braucht das Vaterland freiwillig für den Dienst in der Etappe sich meldende Helfer, um Kämpfer für die Front freizumache».
und mehr erwerbsunfähige Kriegsbeschädigte.
Ausgeschloffen sind Facharbeiter und in land-, forst- und kriegswirtschaftlichen Betrieben Tätige.
Transporte ab Cassel: 5. 9, 20. 9., 4 10. uud 18. 10-
Die Bedingungen hinsichtlich Lohn und Verpflegung sind besonders vorteilhaft.
Bei den Zivilverwaltungen Brüssel und Warschau können auch D. U. nicht mehr zu Kontrollierende eingestellt werden. Abtransport erfolgt einzeln.
Meldungen nehmen entgegen:
hilfsdienstmeldesteikn Nachweise) und flliegsamttlelie lasset
Direktion: L. W. Brodeck, Berlin.
Zweimaliges grobes Gastspiel!
Mittwoch, den 11. Sept, 8 Uhr
Die Rose v. Stambul
Operette in 3 Akten. Musik von Leo Fall.
Donnerstag, den 12. Sept, 8 Uhr
Drei alte Schachteln
Operette in 3 Akten von Walter Kollo.
Nachm. 4 Uhr
Rotkäppchen.
Prachtvolle neue Kostüme und Ausstattung.
Dirigent: Kapellmeister Griebson.
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Im Vorverkauf Westphalsche Buchhandlung:
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Sonntag, den 8. d. Mts.
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Alle Kameraden, auch Nichtmitglieder, werden herzlich eingeladen.
Hauptberatungsgegenstand: Cafseler Tagung.
Der Vorstand.
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Sonntag, den 8. Sept.
Vormittags 8 Uhr: Herr SuperintendentFeyerabend. Vormittags V2IO Uhr: Herr Pfarrer Gonnermann.
Vorm. 11 Uhr Kindergottesdienst sSonntagschule).
Petersberg.
$ormtuag§9u Gottesdienst.
Unterhaun. Nachmittags 2 Uhr Gottesdienst.
Kalkobes, Heeues, Allmershausen.
Vorm. 101/2 Uhr: Gemeinsamer Waldgottesdienst im Hohenrod.
Bei ungünstiger Witterung 10 V-Uhr Kalkobes, 12 Uhr in Heenes.
Jünglingsverein: Sonnabend Abend 8 Uhr- Trommler- und Pseifer- chor — alles zur Stelle. Sonntag V24 Uhr Generalversammlung , Besprechungen,Aufnahme,Zahlung, gemütliches Beisammensein.
Mittwoch Abend V29 Uhr Bibelstunde.
Kathol. Gottesdienst.
>7 Uhr hl. Messe.
V^IO Uhr: Amt, Predigt, Christenlehre.
V23 Uhr Andacht, Jung- frauen-Verein.
Werktags: 7 Uhr hl. Messe. Gelegenheit zur hl. Beichte: Sonnabend 5 und 8 Uhr. Sonntag 6 Uhr.
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