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Sersselder Tageblatt

Hersfelder Kreisblatt

eeeBiieeee»ee»ineiBeiBia«eeeeiee«eae»eeewseMe*»ee»aeeeaeeBeee6Sewa*a**BeB8eo»eas8eBa : Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 2., 0 Mark, durch die Post be- j j zogen 2.52 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei : Hersfeld. Für die Schriftleitung verantwortlich Franz Funk, Hersfeld. : BBBEBMaa8BaaBnaaBBaBBBBaBBBBBBaBgB8flaMaBaaaaaHBBB8*iiaBRaaBaBaB8aBBanWQBaaBäijBBBBg8aBBa

Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 15 Pfennig, im j amtlichen Teile 25 Pfennig, Reklamen kosten die Zeile 40 Pfennig. : Erscheint jeden Wochentag nachmittags. Fernsprecher Nr. 8.

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Rr. 199 Sonntag, den 35. August

1918

Amtlicher Zeit

Hersfeld, den 22. August 1918.

Gemäß § 59 der Reichsgetreideordnung für die Ernte 1918 wird bekannt gegeben, daß die Reichs­getreidestelle bestimmt hat, daß Roggen und Weizen zu 94<>/o auszumahlen ist.

Tgb. No. K. G. 2928. Der Landrat.

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 22. August 1918.

Mit Bezug auf § 6 der Verordnung des Kreis­ausschusses vom 6. August d. J. über die Entnahme von Brot, Gebäck und Mehl werden für den Umfang des Kreises Hersfelö folgende Broteinheitsgewichte festgesetzt:

Roggenbrot 925, 1850, 3000, sowie 3700 Gramm, Weizenbrot 925 Gramm, Brötchen sind nur im Gewicht von 50 Gramm herzustellen.

Tgb. Nr. K. G. 2928. Der Landrat.

J. V.: v. Hedemann Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 22. August 1918.

Die in meiner Verfügung vom 14. AugustKreis­blatt No. 189 angeordnete Sperre der Brücke in Tann wird hiermit wieder aufgehoben. Tgb. No. 1. 9210. Der Landrat.

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 20. August 1918.

An die Herren Bürgermeister und Gntsvorsteher des

Gleichzeitig mit der Viehzählung am 2. September ds. Js. hat eine Erhebung über die Pferde und die­jenigen Vieharten zu erfolgen, die für die Fütterung mit Körnerfutter (Hafer oder Gemenge aus Hafer und Gerste oder Gerste» in Frage kommen. Formular­muster zu diesem Zwecke wird in den nächsten Tagen übersandt werden.

Im einzelnen bemerke ich dazu Folgendes:

1. Jeder einzelne Betrieb, der für die Ver­sorgung mit Hartfutter der bezeichneten Art in Frage kommt, ist in die Nachweisung auf- zunehmen.

2. Es ist besonders darauf zu achten, daß die Kartenblattnummer richtig und überall ein­getragen wird.

3. Als in der Landwirtschaft schwerarbeitende Pferde sind in erster Linie alle diejenigen Pferde einzusetzen, die oder deren Vorgänger bereits bisher mit der Holzabfuhr in größerem Umfange beschäftigt worden sind.

4. Für Zugkühe ist die Zuweisung von Hart­futter nur auf zwei Kühe für den einzelnen Betrieb beschränkt worden,- mehr als 2 Zug­kühe sind also für die einzelne Wirtschaft auch dann nicht einzusetzen, wenn mehr vorhanden sind.

5. Sind Wirtschaften vorhanden, die nicht in der Lage sind, ihre Tiere aus der eigenen Ernte bis zum 31. Dezember 1918 mit Hartfutter zu versorgen, so ist die Zahl der Tiere, die hier­von betroffen wird, in roter Tinte in die Nachweisung einzutragen.

6. Die Nachweisung ist ordnungsmäßig aufzu- addieren und bis spätestens zum 8. September einzureichen. Dieser Termin ist unter allen Umständen einzuhalten, da anderenfalls die Gefahr besteht, daß einzelne Betriebe bei der Zuteilung von Hartfutter unberücksichtigt bleiben.

J. Ä. Nr. 7633. Der Landrat.

J. B.

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 22. August 1918.

Mit Bezugnahme auf die in Nr. 191 des Hers­felder Tageblatts veröffentlichte Bekanntmachung, betreffend die Entrichtung des Warenumsatzstempels übersende ich den Herren Ortsvorständen des Kreises in den nächsten Tagen eine Anzahl Anmeldungs­Formulare mit dem Ersuchen, diese unverzüglich den beteiligten Landwirten und Gewerbetreibenden zuzustellen und diese nochmals darauf aufmerksam zu machen, daß die ausgefüllten Vordrucke über den steuerpflichtigen Betrag ihres Warenumsatzstempels für die Zeit vom 1. Januar 1918 bis 81. Juli 1918 bestimmt bis zum 31. August 1918 hier abgegeben sein müssen und daß die Abgabe gleichzeitig mit der An­meldung eingezahlt werden muß.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

J. W. No. 162. I. V.:

v. Hedemann, Reg.-Asiessor.

Hersfeld, den 20. August 1918.

An die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises.

Betrifft:

Zahlung der Hühner.

Gleichzeitig mit der Viehzählung am 2. September ds. Js. soll eine besondere Zählung des Hühnerbe­standes des Kreises erfolgen, um im kommenden Eier­wirtschaftsjahr ein genaueres Bild von dem Verhältnis der Hühner zur Zahl der Haushaltsange­hörigen in den einzelnen Wirtschaften zu erhalten. Die für die Zählung erforderlichen Formulare werden in den nächsten Tagen übersandt werden. Ich ersuche auf eine vollständige Zählung zu achten und die Zähler schon jetzt mit entsprechender Anweisung zu versehen. Die Zählpaptere sind gleichzeitig mit den übrigen Zähllisten einzureichen.

Der Vorsitzende des Kreisausschuffes.

I. A. No. 7606. J. V.:

v. He ö e m a n n, Reg.-Assessor.

Hersfeld, den 21. August 1918.

Nachstehend veröffentliche ich in Ergänzung meiner Bekanntmachung vom 5. Juli 1918 Kreisblatt Nr. 135 die für den Aufkauf von Obst im Kreise Hersfeld in Betracht kommenden Sammelstellen:

Georg Ehm, Schenklengsfeld, Adam Bieder, Nieder- aula, Ber Apt, Niederaula, Jakob Völker, Kirchheim, A. Oppenheim, Hersfeld, Johannes Gebühr, Friede­wald, Hartmann Thiel, Ransbach, Konrad Pfromm, Malkomes, Salomon Weinberg, Schenklengsfeld, Valentin Zilch, Schenklengsfeld.

Tgb. No. l. 8895. Der Landrat.

I. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

*Zu den kostbarsten Ersatzmitteln gehört zweifellos das an Stelle der verschwundenen Gold- und Silbermünzen jetzt im Umlauf befindliche Papier­geld. Wie schlecht wird dieses aber meist behandelt und wie übel sieht es oft aus. Namentlich sind es die kleinen Darlehnskassenscheine zu 2 und 1 M., die vielfach in einem Grauen erregenden Zustande von Hand zu Hand gehen. Es ist vielleicht nicht all­gemein bekannt und wird daher erneut darauf hin­gewiesen, daß die Reichsbank die ihr zum Umtausch vorgelegten beschädigten oder beschmutzten Banknoten, Reichskassenscheine und Darlehnskassenscheine sofort gegen gute Exemplare umwechselt. Wer in den Besitz derartig schadhaft gewordenen Papiergeldes gelangt, wird daher dringend gebeten, dieses so schnell als möglich der Reichsbank zur Umwechslung einzureichen. Zur Verhinderung allzu schneller Abnutzung ist es aber dringend erforderlich, daß ein jeder das in seine Hände gelangende Papiergeld pfleglich behandelt, es also nicht knifft und in das hierfür meist gar nicht eingerichtete Portmonnaie stopft, sondern sich eine Geld­tasche beschafft, in der sich namentlich die kleinen Geld­scheine glatt und ungesaltet unterbringen lassen. Unsere Damen werden solch ein flaches Täfchen ebenso bequem und sicher in ihre Hand- oder Rocktasche unterbringen können, wie die Herren in ihrer inneren Westentasche. Möchte doch jeder bedenken, daß die zur Zeit im Um­lauf befindlichen Reichsbanknoten und DarlehnSkaffen- scheine schon die gewaltige Summe von 20 Milliarden Mark erreicht haben, und daß dieses mit großen Kosten hergestellte Papiergeld nicht so widerstands­fähig ist wie Metallgeld und daher ein Anrecht auf forgfältige Behandlung hat.

§ Hersfeld, 24. August. Eine Einrichtung von großer Bedeutung hat das Casseler Schweißwerk Harder & Co., Cassel, Hafenstraße 10, ge­schaffen. Die Firma lernt Kriegsbeschädigte und Lazarettkranke, die ihren erlernten Beruf infolge der Verletzung nicht mehr ausüben können, in großzügiger Weise als Schweißer verschiedener Arten an. Die Lernenden erhalten auch während der Lehrzeit bereits Geldabfindung, um aus diese Weife das Interesse zur Arbeit zu wecken. Einigermaßen anstellige Leute können schon nach sechs Wochen als gelernte Schweißer zur Industrie entlasten werden. Da das Werk neu^ zeitlich eingerichtet ist, so ist es in der Lage, alle vor­kommenden Schweißarbeiten auszuführen und damit die Lernenden in bester Weise für diesen gut bezahlten Beruf auszubilden. Die Firma verdient durch diese getroffene Etnrichtug alle Unterstützungen und Nach­ahmung.

§ Hersfeld, 24. August. Es wird darauf hinge­wiesen, daß die durch die neuen Gesetze über die Besteuerung des Weines und der Minera lwässer sowie künstlich bearbeiteter Getränke vom 26. Juli 1918 in den §§ 15 bezw. 6 angeordneten Anzeigen und Anmeldungen der Betriebe unverzüg­lich den zuständigen Hebestellen Zollämtern in dop­pelter Ausfertigung einzureichen sind, bei Vermeidung der in den §§ 29 u. 46 bezw. 20 angedrohten Ordnungs­strafen.

):( Hersfeld, 24. August. Nach der drückenden Hitze der letzten Tage entluden sich in den frühen Morgen­stunden des heutigen Tages eine Anzahl schwerer Gewitter über der hiesigen Gegend. In der hiesigen Stadt schlug der Blitz mehrfach ein, ohne jedoch zu zünden. Dagegen entstand in dem Anwesen des Landwirts Roos in Kerspenhausen durch Blitzschlag ein großes Schadenfeuer, dem sämt­liche Wirtschaftsgebäude zum Opfer fielen. Auch die hiesige Feuerwehr war heute morgen zur Hilfeleistung alarmiert worden, brauchte jedoch nicht in Tätigkeit zu treten, da das Feuer inzwischen von den Feuer­wehren von Kerspenhausen und den Nachbarortschaften auf seinen Herd beschränkt worden war.

Kirchhain, 20. August. Im nahen Anzefahr wurde gestern der 61 Jahre alte Bahnwärter Konrad Born, als er einem Personenzug auswich, von einem zu­gleich vorbeifahrenden Güterzug erfaßt und auf der Stelle getötet.

An die heimgekehrten Kriegsteilnehmer.

In mehr als vierzigjähriger Friedenstätigkeit haben die Kriegervereine Deutschlands ihre segens­reichen Wohlfahrtseinrichtungen ausgebaut. Groß sind die Unterstützungssummen, die alljährlich aus den Verbands- und Vereinskassen an bedürftige Kameraden und Kameraöenwitwen gezahlt werden. Es waren im letzten Jahre vor dem Kriege mehr als 6 Millionen Mark. In fünf dem deutschen Krieger- bunde gehörigen Waisenhäusern, 3 evangelische und 2 katholischen, finden die Kinder verstorbener Mit­glieder Aufnahme. Besondere Mittel für allgemeine Notstände, die durch Naturereignisse oder UnglückS- fälle ganze Ortschaften betreffen, find vorhanden. Sterbe- und Versicherungskassen sind angegliedert. Ueber den Rahmen ihrer Mitglieder. Hinaus sind die *-** rnjrvtc. letn* «^tg-veftr-üt^^rw um tue ZUfUMMW'- arbeit mit großen Fürforgeeinrichtungen im Dienste der Allgemeinheit zu wirken. Eine Nationalstiftung will für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen sorgen. Der Reichsausschuß der Kriegsbeschädigten- fürsorge und der von den Kriegervereinen ins Leben gerufene Reichs-Krieger-Dank sind neben der Reichs­marine-Stiftung und dem Reichsverband zur Unter­stützung deutscher Veteranen Einrichtungen, die zum Segen aller Kriegsteilnehmer und ihrer Familien zu wirken berufen sind.

Alle Wirtschaft- und Wohlfahrtseinrichtungen stehen dem Heimkehrenden zur Verfügung und können nach Bedarf erweitert und ausgebaut werden. Wie bisher schon im Frieden die Pflege werktätiger Ka­meradschaft eine der schönsten Aufgaben der Krieger­vereine war, so wird es besonders nach diesem furcht­baren Kriege eine ihrer vornehmsten Bestimmungen sein, vor allem die kriegsbeschädigten Kriegsteilnehmer durch Rat und Tat in jeder Hinsicht zu unterstützen und ihnen nach Kräften bet ihrer wirtschaftlichen Sicherstellung behilflich zu sein.

So wenden wir uns dann an alle Kriegsteilnehmer ohne Unterschied der politischen Parteistellung und des religiösen Bekenntnisses, ohne Unterschied der Standes und der Berufszugehörigkeit, ohne Unter­schied der Zugehörigkeit zu Arbeitgebervereinigungen, zu Gewerkschaften oder anderen Arbeitervereinigungen und laden sie kameradschaftlichst ein, in unsere Reihen einzutreten.

In den schweren Jahren dieses blutigen Krieges hat unser Volk erfahren, daß nur Einigkeit stark macht.

Möchten sich die heimkehrenden Feldgrauen, die in Sturm und Wetter, in Not und Tod mit kamerad­schaftlicher Treue Schulter an Schulter gekämpft und geblutet, gedarbt und gelitten haben, deshalb auch im Frieden in Einigkeit zusammenscharen, geeint durch die unauslöschlichen Erinnerungen an die erhebenden und furchtbaren Eindrücke, an die gemeinsamen Leiden und Entbehrungen dieses großen Völkerringens, um den Geist vaterländischer Gesinnung zu pflegen und auf kommende Geschlechter zu übertragen und um in tAuer kameradschaftlicher Liebestätigkeit die Wunden vernarben und heilen zu helfen, die dieser Krieg geschlagen hat.

In diesem Sinne herzlich willkommen in unseren Reihen.

Cassel, im Mai 1918.

Mit kameradschaftlichem Gruß!

Der Vorstand des Kurhessichen Kriegerbundes:

Berndt, Generalleutnant z. D. Ehrenvorsitzender.

Studienrat Dr. Fennel, Major d. L., Vorsitzender.

Liefert Fallobst an die

Sammelftelle

S. Reh», in Hersfeld."