£ Aus dem großen Hauptquartier. ‘
^ Großes Hauptquartier, 15. August 1918. (Amtlich. WTB.)
Westlicher Kriegsschauplatz. }
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Lebhafte Erkuuduugstätigkeit zwischen User und Scarpe. SüSöstlich von Anette scheiterte ein englischer Leilangriff vor unseren Linien. Nördlich der Ancre säumten wir in den letzten Nächten d-u scharf in den sein- einfpringeuden Stellungsteil be: Puissieux-Beau- nont-Hamel. Er wurde gestern nachmittag vom Feinde »esetzt.
Heeresgruppe ßoebm.
Keine größeren Kampfhandlungen. Am Abend zahm die Feuertätiftkeit zwischen Ancre und Oise zu. Leilangriffe des Feindes zu beiden Seiten der Avrs rnd südlich von L a s s i g n y wurden abgewiesen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz
Bei einem Vorstoß auf das südliche Veslenfer «ahnen wir die Besatzung des Bahnhofes Breuil gefangen.
Unsere Jagdkräfte stellten ein auf dem Angriffsfluge «egen das Heimatgebiet befindliches englisches Bombengeschwader vor Erreiche« des Zieles zum Kampf und zwangen es unter Einbuße von 5 Flugzeugen zur Nm-
Geftern wurden 24 feindliche Flugzeuge und 1 Fesselballon abgeschossen.
Der Erste Generalqnartiermeister: Ludendorff.
Der deutsche Abendbericht.
Berlin, 15. August. (Amtlich. WTB.) Von der Kampffront nichts Nenes.
Arg Mich gesuchte Entscheidung.
Berlin, 15. August. (WTB.) In neuem stärkstem ünsturnr versuchte die Entente zwischen Ancre und Oise Hne Entscheidung zu erzwingen. Vergebens haben zu- rächst die Engländer unter Schonung ihrer eigenen Verbände mit australischen und kanadischen Truppen, Me am Südflügel von Franzosen unterstützt wurden, in ?en Kämpfen seit dem 8. August zwischen Ancre und Oise litten Durchbruch erstrebt. Welche Bedeutung der ge- valtigen Schlacht von den Alliierten beigemessen wird, lebt aus einem Befehl des Führers der australischen Truppen hervor, der ihnen besannt gibt, daß die bevor- tehenden Kämpfe die wichtigsten sein würden, an denen 'ie bisher teilgenommen hätten. Der Angriff, dem sehr meitgesteckte Ziele zuqrunöelagen, sei mit einem unübertroffenen Aufwand an Artillerie, Tanks und Fliegern vorbereitet. Nach einem ersten Anfangserfolg kam rotzdem der Angriff schnell ins Stocken.
In unmittelbarem Zusammenhang mit diesen Kämpfen versuchten nun die Franzose« ihrerseits durch einen Großangriff zwischen Avre nnd Oise die Entscheidung herbeizuführen. Geschickt hatte man die Ansammlung zahlreicher Divisionen, darunter von Teilen ihrer besten Angriffstruppen, im Verein mit der Artillerie, gen Fliegern und Tankgeschwadern zu verbergen verstanden. Trotzdem blieben ihre Absichten unserer Führung nicht verborgen. Ohne starres Festhalten am Ge- fanoe und nach dem Grundsätze, den Kampf unter möglichst günstigen Bedingungen aufzunehmen und den Feind die größere VersustzahK^vmchen zu lassen, -wurden unsere Truppen in der Nacht zum 10. aus ihren bisherigen Stellungen, in denen nur schwächere Nach- Hutabteilungen verblieben, zurückgenommen.
In den frühen Morgenstunden des 10. August setzte stärkstes feindliches Artilleriefeuer an der Front Bellov Antheuil ein. In einzelnen Abschnitten griff die feindliche Infanterie, von Tanks und Flammenwerfer« unterstützt, bald danach an; an anderen Stellen ging den Angriffen eine gründliche Feuervorbereitung gegen die acräumten Stellungen voraus. Den stark und tiefge- gliedert anrückenden Feind empfing das Infanterie- vnö Artilleriefeuer unserer Nachhuten, in dem er blutige Verluste erlitt. Weiterem starkem Angriff entzogen sich unsere Abteilungen befehlsgemäß. Der Gegner rückte nach. Doch sah er sich bald vor neuem Widerstand, den zu brechen er stellenweise eine abermalige Feuervorbereitung folgen ließ. Wo er ohne eine solche angriff, zog er sich in unserm vereinten Feuer aufs neue Verluste zu. Das Vorprellen und Anrennen an Widerstand, wo er ihn nach dem vermeintlichen Erfolg nicht mehr erwartete, machte den Feind stutzig, so daß er schließlich nur noch zögernd und mit Vorsicht zu folgen wagte. Am Abend des ersten Schlachttages war er nirgendwo an unsere neuen Linien herangekommen. Kämpfend hatten unsere Truppen, die bereits feit Wochen an dieser Front standen, dem Feind empfindliche Verluste zugefüat, ohne daß er irgendeine entscheidende Stelle hatte treffen können.
Edith Bünknevs Liebe.
Roman von Fr. Lehne.
48) (Nachdruck verboten.)
Tief sah dieser in die dunklen Sterne,. die so voll und groß zu ihm aufblickten, und mit der weißen, müden Hand strich er leise über das schöne Gesicht Aycseiner Tochter.
„Ich habe nie an Dir gezweifelt, mein Kind." Gerührt küßte sie ihm die Hand.
„Ich danke Dir, Vater!"
Dann stand sie wieder auf.
„Bist Du nun befriedigt, Onkel? Jetzt weißt Du ja, was Du wissen wolltest. Ob Du mir glaubst oder nicht, ist mir ganz gleichgültig! Ich hätte es auch für unnötig gehalten, mich Dir gegenüber auf so unsinnige Verleumdungen hin zu rechtfertigen, wenn ich nach Deiner hier vorgebrachten Behauptung diese Aufklärung nicht meinem guten Vater schuldig gewesen wäre."
Als Herr Bürkner jetzt das Wort nehmen wollte, par gerade Thankmar nach Hause gekommen und mit »er ihm eigenen, lebhasten Sirt ins Zimmer getreten.
Ebenso, wie vorher der Vater und die Schwester,. var er beim Anblick Hildebrandts betroffen stehen ge- ilieben.
„Du hier — Onkel?"
Edich trat rasch auf ihn zu.
„Gut, daß Du konrmst, Thankmar, sage Du dem Dntet was Du von meinen Beziehungen zu Lucian oeißt.
Ganz kurz teilte sie dem Bruder mit, was vorher- Ugangen war und wie Hildebrändt sie in niedriger -Weise verdächtigt hatte.
Da schwollen die Adern auf Thankmars Stirn dick m, und unwillkürlich ballten sich seine Hände.
„Ah, das ist. doch stark! Das ist unerhört!" stieß r hervor. „Glücklicherweise, liehe Edith, bitt ich. aßer
[ Vam österr.-unqar. Generalstab. ]
^ Wien, 15. August. (WTB.) Amtlich wird ver- lautbart:
Wie die letzte« Unternehmungen au der venetiani schen Gevirgsfrout, so führten anch die Angriffe gegen den Tonale für den Feind z« einem völligen Miß - erfolg. Die nördlich der Paßstraße vorgehenden italienischen Kolonnen brachen schon in unserem Abwehrfeuer unter schweren Verlusten zusammen. Südlich der Straße gelang es dem Feinde, nach mehreren vergeblichen Versuchen einen Stützpunkt anf dem Monte Bella zu gewinnen, der ihm aber von dem Südsteirer 26. Schützenregiment sehr bald wieder entrissen wurde. Auch die in den Einleitungskämpfen anfaegebenen Hochge- birgsposten sind zum großen Teil wieder in unserm Besitz. Der Feind ist in den wichtigsten Abschnitten über seine Gräben znrückgewichen. Unsere Flieger haben ihn mit Maschinengewehren verfolgt. o
In Albanien errangen östlich des Devolrtales unsere braven Truppe« neuerliche Vorteile.
Der Chef des Generalstabes.
Ausgebaute Stellungen gibt es hier nicht. Der starre Grabenkampf ist durch die elastische Verteidigung ersetzt. Die angreifenden Franzosen bezahlen hierbei immer aufs neue den Blutsold im Dienste Englands und Amerikas. Die rücksichtslose Energie, mit der sie von ihren Führern nach fünf abgeschlagenen Angriffen zum sechsten Male vergebens vorgetrieben werden, beweist, daß der Gegner Entscheidendes von der Schlacht erhoffte.
Ueber die Felder, die 1914—1917 schon der Schauplatz erbitterter Kämpfe waren, tobt zum zweiten Male in diesem Jahre die Schlacht. Weite fruchtbare Gefilde werden zerstampft und aufgewühlt. Die letzten Reste von Dörfern und Städten werden in unkenntliche Trümmerhaufen verwandelt. Unser deutsches Volk daheim aber sollte dankbar sein und mit Zuversicht auf die Leistungen derer blicken, die mit Leid und Leben solche Schrecken ihnen fernhalten.
Offensive in einem anderen «lvschnitt?
»^ Genf, 16. August. (T. U.) Marschall Joch war, wie der Lyoner Progres meldet, in Paris, wo er eine Konferenz mit Clemencea« hatte. Die Zeitungen erwägen die Möglichkeit einer Offensive in einem ander« Abschnitt.
Vom Optimismus zur Enttäuschung.
Berlin, 15. August. (WTB.) Die anfängliche vorsichtige Bewertung der Erfolge der Fochschen Offensive bei der Entente ist teilweise größerem Optimismus gewichen, der allerdings mit dem Durchsickern der Nachrichten von den schweren Verlusten aus den vergeblichen Angriffen der letzten Tage bereits wieder umzu- schlagen droht. Immerhin sprechen zahlreiche Ententeblätter die Hoffnung aus, daß die Fochschen Erfolge die Deutschen zu einem Zurückgehen auf die Hiiröenburg- linie veranlassen würden. Auch von Foch wird anläßlich des Empfanges der Bürgermeister von Reims und Soissons die Erklärung berichtet, daß der Kampf für ihn noch nicht beendet sei und auch Nouon wieder französische Besatzung haben müsse. Bescheidener ist der Funkspruch aus Horfea vom 15. August, der sich darauf be- ichränft, zu berichten, daß die Franzosen ihre Anstrengungen fortsetzen, Lassigny zu erobern. Einstweilen sind aber Engländer wie auch Franzosen seit Tagen nicht über die Linie hinausgekommen, auf die zurückzugehen die deutsche Führung ftch tmflr • terirTtflttfftitettCT^ raschungsstoß des Feindes entschloß. Um der langsam anfkommenden Enttäuschung in den eigenen Ländern vorzubeugen, veröffentlichen die Entente-Funksprüche andauernd Gefangenen- und Beuteziffern, die sich jedoch selbst bei der kräftigsten Aufrundung nach oben für einen großen Erfolg in zwei Offensiven sehr niedrig stellen und keinen Vergleich aushalten mit der Bente von über 205 000 Gefangenen und mehr als 2250 Geschützen, die Deutschland lediglich in den drei letzte« Offensiven bis zum 11. Juni machte.
800 Tanks in der Schlacht.
In den „Basier Nachrichten" schreibt Oberst Egli in einem militärischen Bericht, daß die Verbändler bei der gegenwärtigen Offensive ungefähr 800 Tanks verwendeten, was bet einer Kampffront vo« 30 bis 35 Kilometern auf 40 Meter Front einen Wagen ausmache. Das fei auch bei einer ausgedehnten Staffelung nach der Tiefe sehr viel und erkläre den ersten Ueberra- schungserfolg. Die Deutschen würden ein wirksames Gegenmittel finden, was nicht allzu schwer sein werde, da verschiedene Lösungen denkbar seien, entweder durch eine zahlreiche Verteilung von Schußwaffen, deren Geschosse stark genug wären, die Panzer zu zerschlagen, oder durch Lufttorpedos oder Minen, die durch die darüber fahrenden Sturmwagen zum Sprengen gebracht würden. Oder es könnten Hindernisse gebaut.werden,
in der Lage, Dir eine interessante Mitteilung zu machen, durch welche Dir Onkels Verhalten erklärt werden wird! Also vor einer halben Stunde ungefähr traf ich Waldow, der mir erzählte, daß er gestern seine Verlobung mit unserer Kusine Martha gelöst habe, weil sich ihm bei dem Mißerfolg seines Schauspieles deren Charakter in wenig schöner Weise gezeigt hat."
Er sah die Schwester lächelnd an.
„Siehst Du, Dita, nun bist Du glänzend gerecht- sertigt! Und Onkels Besuch war gänzlich überflüssig! Eigentlich ist es sehr schmeichelhaft für Dich, daß sie Dich so fürchten!"
Dabei lachte er Hell auf, daß die weißen Zähne nur so blitzten.
Edith stand schweigend da: nur ein tiefer Atemzug hob ihre Brust. So bald schon hatte sie Genugtuung bekommen.
Thankmars Lachen reizte den alten Hildebrandt mehr noch, als dessen Worte.
In seiner maßlosen Wut erging er sich in heftigen Schmähungen über die Verwandten.
„Bettelgesellschaft" — „Streber" — „Bankerotteur" — alle möglichen Beleidigungen entschlüpften dem Gehege seiner Zähne. Er ächtete nicht der Einwürfe des Schwagers: er schrie ihn förmlich tot und fuchtelte mit den Händen in der Luft herum, bis ihn Thankmar kurz entschlosfen fest am Arm packte und ihm laut und energisch: „Halt, nicht weiter!" gebot.
Er maß den kleinen, dürren Mann mit verächtlichen Blicken, ehe er zornbebend sagte:
„Ich ersuche Dich, sofort zu schweigen, wenn ich nicht vergessen soll, datz^Du sozusagen — wenn auch unge- rufen — als unser Gast hier bei uns weilst! Uebrigens ist es wohl besser, Du gehst, damit Du unseren guten Vater nicht auch noch Irans machst' Denke nur daran, wer und was unsere arme- liebe Mutter in den Tod aettteben hat!"
die von den SNwvuvaöert itttot oyne weiteres voerwu» den werben könnten.
Die schwere« feindliche« Verluste.
Der Kriegsberichterstatter der „Köln. Ztg." meldei von der Westfront: Die Nachrichten über feindliche Vw lüfte, die von den einzelnen Truppenteilen kommen, lauten auf das allerbestimmteste. Auch bestätigen es die Aussagen der Gefangenen. Aus diesen Aussagen geht ferner hervor, daß ein großer Teil der eingefetzten feinen Hcbeit Divisionen bereits jetzt als schwer abgekämpft angesehen werden muß. Der französische Funkspruch, daß die Verluste sehr leicht seien, zahlenmäßig geringer als » ein Drittel der uns abgenommenen Gefangenen, bezieht sich entweder auf die allererste Zeit des Ueberraschunas. angriffes oder ist glatt erfunden. Auch die Einbuße des Feindes an Kriegsmaterial, insbesondere an feinen Tanks, ist sehr groß.
Englands Schiffsbau-Enttäuschung. :
Gegen die optimistischen Bekanntmachungen.
Von den zuversichtlichen Prophezeiungen Enge lands, berufener und unberufener Personen, über die Ergebnislosigkeit des deutschen Ubootkrieges hört man jetzt nicht viel. Dagegen wurden die Stimmen der englischen Presse über die Ergebnislosigkeit Hes deutschen Schiffbaues immer zahlreicher. So schreibt „Sunöay Pictoral" vom 7. 7. 18.: „Warum hat unsere Admiralität damit ausgehört, Woche für Woche den unseren Handelsschiffen durch die Uboote zugeftigten Verlust zu veröffentlichen? Diese Veröffentlichung, die ehedem jeden Donnerstag erschien, bedeutete einen ernsten Hinweis auf den deutschen Unterseebootkrieg und diente gleichzeitig stets als Ansporn für die Arbester auf den Schiffswerften. Sie mahnte uns alle zum sparsamen Lebensmittelverbrauch. Die jetzigen monatlichen Veröffentlichungen der Bruttoregistertonnen dagegen gehen unbeachtet vorüber. Statistiken über Schiffsbau sind bekanntermaßen schwer aufzustellen und daher schwer zu bekommen. Das große Publikum schreckt vor eingehendem Studium langer Zahlenreihen zurück, und bei dem langen Zwischenraum von einem Monat hat es sich abgewöhnt, sich mit ihnen herumzuguälen. An Stelle lehrreicher Zahlen, die auf unwiderlegbaren Tatsachen beruhen, erhält es heute aus bet Luft gegriffene Bekanntmachungen optrmistiscker Admirale und Staatsmänner. Das nimmt ihm den Nest von Betrauen. Daher kürzlich die Anzeichen eines der Wirklichkeit nicht entsprechenden Uebervertrauens. Die Unterseeboote arbeiten ruhig weiter: sie denken nicht daran, zn ruhen. Andererseits hat der Ertrag an neuem Schiffsraum im letzten Monat sehr enttäuscht. De« Zeitpnnkt, wo unser Schiffsbau unseren durch die feindlichen Uboote verur-j sachten Schiffsverlusten die Wage hält, haben wir immer noch nickt erreickt, sind vielmehr mit vier Millionen im Rückstand geblieben. Nach dem Urteil der Sachverständigen kostet die Herstellung einer Tonne Schiffsraum 50 Pfund, die Dürchschnittsladung hat einen Wert von 35 Pfund je Tonne. Legt man diese Werte zugrunde, so haben die deutschen Unterseeboote dein Verbände und den Neutralen bereits einen Schaden von über! 1250 000 000 Pfund (25 Milliarden Mark) zugefttgt und zerstören auch weiterhin Werte von jährlich 800 000 000 Pfund (16 Milliarden Mark). Dieser Sachlage müssen wir mutig ins Auge sehen und auch beherzigen, daß Amerika seinen gesamten Schiffsraum selbst dringend benötigt". Das Blatt schließt mit der Aufforderung, die Admiralität solle zur Veröffentlichung der wöchentlichen Vergleichsziffern rarücttehrem ......... .. gsenter „berichtigt."
Reuter „berichtigt" an dem deutschen Admiralstabs- bericht vom 12. August, wonach während des Kampfes zwischen deutschen Luststreitkräften mtb englischen Luftstreitkräften am 11. August auf der Höhe der friesischen Inseln ein englischer Panzerkreuzer und ein Torpedoboot von Bomben getroffen wurden, daß kein Schiff getroffen oder irgendwie beschädigt worden ist.
Wir verweisen demgegenüber auf die amtliche Bekanntgabe des Admiralstabes, der die eigenen Flugve» obachtungen zugrunde liegen.
Unterseebootsfahrt der Kronprinzessin.
tesfc Aus Wismar (Mecklenburg) wird gkmelöet, daß die Kronprinzessin dort auf einem Uboot angekommen ist, das den Weg von Heiligendamm nach Wismar unter Wasfer zurücklegte.
Einigung in der polnischen Frage?
Erzherzog Karl Stephan König?
Berlin, 16. August. (T. U) Obgleich «och keinerlei bestimmte Nachrichten über die Besprechungen im Großen Hauptquartier vorlieqen, kann, wie das B. T. schreibt, eine Einiannq in der polnischen Frage jetzt als ziemlich sicher gelten. Die anstro-polnische Lösung dürfte endgiltig beseitigt sei«. Pole« werde ein sölv- | ständiges Königreich, und es sei anzunehmen, daß Erz, Herzog Karl Stephan zum König ansersehen sei.
Da duckte sich der alte Hildebrändt ganz scheu zusammen, als ob er einen Schlag bekommen hätte: unverständliche Worte murmelnd, schlich er Hinaus, von allen unbeachtet.
„Ah, das hat wohlgetan! Hätte ich nur meinem Herzen noch mehr Luft machen können, mit Wonne hätt« ich dem alten Schleicher seine ganze Erbärmlichkeit ins Gesicht geschleudert!" rief der Jüngling aus. „Und so eine Niedertracht, Dich als Grund für Marthas Ent- lobung zu betrachten! — Na, Dita hast Du das Essen fertig? Darum wollen wir uu§ den Appetit nicht verderben lissen. Nach Tische will Ratz kommen: wir wollen noch mal 'nen Bummel machen. Atorgen früh fährt der nach Heidelberg.
* * *
Nach Tisch räumte Edith die Küche sauber auf, während der Vater schlief. Thankmar stand bei ihr, die Hände in den Taschen, und sah ihr zu.
Sie plauderten von diesem und jenem, bis er sagte:
„Onkel und Tante Hildebrändt werden es wohl zu Hause jetzt nicht gut haben bei Kusine Marthchen. die sich sicher die Aeuglein rot weint, daß ihr der hübsche Konzertineister durch die Lappen gegangen ist! Mit so vieler Mühe hat sie ihn sich eingefangen und nun ist die Herrlichkeit doch schnell vorbei! Hm, was meinst Du dazu?"
„Ich? Ich freue mich!"
„Ja, ja, Schadenfreude ist die reinste Freude!" lachte er.
„Soll ich Martha vielleicht bedauern, Thankmar, da sie so schlecht zu mir war, und uns, die wir ihr doch gar nichts getan haben, immer zu demütigen suchte?
Nein, wenn es auch nicht schön von mir ist, so ist es : doch menschlich, wenn ich sage, ich gönne es ihr," sagt« Edith leidenschaftlich.
. (Fortsetzung folgt.)