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w Großes Hauptquartier, 1. August 1918.

-ich. WTB.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

(Aurt-

Zwischen Uperu und Baillenl am frühen Morgen o<,rüvergchcrid lebhafter Fenerkampf. Die tagsüber mäßige Artillerietätigkeit lebte am Abend an vielen Stellen -er Front in Verbindung mit Erkunöungsge- fechten anf.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz

Oestlich vo» Fere-en-Tardenois setzte der Franzose am Nachnüttag wiederholt zn heftigen Teilangriffen an. Wir warfen den Feind im Gegenstoß in seine Ansgangs- linie« zurück. Au der übrigen Kampffront Artillerie- fener wechselnder Stärke; kleinere Vorfeldgefechte.

9-ordöstlich von Perthes versuchte der Feind nach starker Feuervorbereitung den ihm am 30. Juni ent- rissenen Stützpunkt wiederzunehmen. Er wurde nuter Verluste» abgewiesev. Erfolgreicher eigener Vorstoß südlich vom Fichtelberge und in den Argonnen.

Jnfantericgefechte au der Mosel und am Parroy- walde. Wir machten hierbei Gefangene.

Der Gegner verlor gestern an der Front im Luft­kampf und durch Abschuß von der Erde 25 Flugzeuge. Weiterhin wurde ein im Augriffsflnqe gegen Saar­brücken befindliches englisches Geschwader von 6 Großkampfflugzengen von unseren Front- und Heimat­jagdkräften, bevor es seine Bomben abwerfe» konnte, vernichtet. Ans einem zweiten ihur folgenden Geschwader schosien wir ein weiteres englisches Grotzkampfflng-

»eng ab.

Der Erste Generalquartiermeister: Luöen-orff.

Der deutsche Abendbericht.

Berlin,). Muauft. (Amtlich. WTB.) Nordwestlich §ere en-Tardeuois heftige Kämpfe. An der übrigen Kampffront nichts Wesentliches.

Französischer Nachmittagsbericht vom 1. August.

In Gegend südwestlich Reims wurde ein deutscher sinariff auf die Höhen von Bligny nach lebhaftem Stamme abgewiesen. Der Feind vollführte verschiedene Handstreiche in der Gegend Four öe Paris und auf dem rechten Maasufer, ohne irgendeinen Vorteil zu er­langen. Die Franzosen brachten ihm Verluste bei und wachten Gefangene.

Alle Geschütze beim Rückzug in Sicherheit gebracht.

^ Basel, 2. August. (T. U.) Die französischen Blätter stellen fest, daß die Deutschen bei ihrem Rückzug an der Marne alle Geschütze in Sicherheit bringen konnte».

Wider unsere neue Front.

:. Ein 7,30 Wr

Berlin, 1. August. (WTB.) Nach dem Mißlingen einer großen Anstrengungen am 29. und 30. Juli setzte ier Gegner am 31. Juli nur von Fere-en-Tardenois bis mm Menniere-Walde zu starken Teilangriffen an. Seine Angriffe brachen an dem erprobten Widerstand unserer dort seit Wochen känwseuden Truppen zusammen, die nicht nur den Gegner restlos zurückschlugen, sondern im Gegenstoß ihrerseits Gelände gewannen. Ein 7,30 Mr nachmittaas vier vom Feinde mil-^e-WWWMWNM-»^ WWW In unserem Feuer zerschlagen. Ebenso verlies für den Feind ein von ihm in den Mittagsstunden östlich des Meunieres-Waldes unternommener Teilvorstoß. Um 5 Uhr nachmittags hoffte der Feind von einem starken Teilangriff auf breiter Front bessere Erfolge. Auch dieser scheiterte blutig in unserem Abwehrfeuer und Gegenstoß. Das gleiche Schicksal hatte ein dritter schwä­cherer nächtlicher Versuch.

Zur Vorgeschichte der Offensive Fochs.

Der verwirrende deutsche Vorstoß südlich der Marne.

Der an die Front gesandte Mitarbeiter des Cor- riere della Sera berichtet interessante Einzelheiten, die beweisen, daß die deutsche Heeresleitung dnrch ihren Vorstoß südlich der Marne dem Fochschen Kriegsplan wirksam begegnet ist. Varzini u. a.: Die Anfang Juli vom Obersten Kriegsrat in Aussicht genommene Offen­sive zwischen Soissons und Chateau Thierry wurde von Foch und Petain am 12. Juli beschlossen und ange­ordnet. Sofort begannen Truppen, Tanks und Geschütze für die geplante große Aktion zuzuströmen, aber durch den bedrohlichen Angriff der Deutschen am 15. IM mußte das französische Oberkommando zur Sicherung große Verschiebungen vornehmen «nd jene Truppen- masseu. die bereits für die neue Offensive zusammen- gezogen waren, wieder mit unbekanntem Ziele abschie, den. Die neue Sachlage konnte eine Aenderung des französischen Planes nötig machen. Trotzdem behielt man den Gedanken der Gegenoffensive in die deutsche

Edith Süüfwets Liebe.

Roman von Fr. Lehne.

36) (Nachdruck verboten.)

Guten Tag, Tante, geht's gut?" fragte sie etwas nachlässig.

Jetzt brauchte sie ja nicht mehr so liebenswürdig zu sein, da sie ihr Ziel erreicht und Braut des begehr­ten Mannes geworden war.

Ich möchte jetzt schon gehen, Mama/ sich an diese.Bei Weißenbach soll eine weiße Chiffonbluse im Schaufenster stehen, sie mir ansehen und eventuell kaufen."

Was kostet sie denn, Marthchen,"

Diese zuckte die Achseln.

wandte sie entzückende Ich möchte

Ich weiß nicht, vielleicht achtzig oder neunzig Mark schließlich ist das ja Nebensache, wenn sie Lucian und mir gefällt."

Frau Bürkner sah ihre Nichte aufs höchste verwun­dert an. Für eine Bluse sollte hier so nebenbei eine Summe ausgegeben werden, von der sie und ihre Fa­milie beinahe einen Monat leben mußten!

Uebrigens, Tante, was macht Edith? Gibt sie noch Stunden?"

Es verlangte Martha brennend danach, zu wissen, was die Kusine tat. Sie hatte noch immer ein geheimes Gefühl der Eifersucht auf Edith.

Ja, vorläufig noch. Aber zu Ostern will sie sehen, eine Stelle als Buchhalterin zu bekornmen. Sie hat Stenographie, sowie einfache und doppelte Buchführung gelernt. Französisch und englisch spricht sie auch; da denkt sie, sicher eine gute Stelle zu erhalten."

Wenn ich ihr dazu behilflich sein kann, will ich es gern tun. Das Mädchen gefällt mir; sie weiß, waß sie will, und ist praktisch," meinte Herr Hildebrandt ,Na, und wenn sie mal heiratet, da denke ich auch an ie, jawohl"

[ Vom öAerr.-VNWr. GeEalstab^

Wie«, 1. August. (WTB.) Amtlich wird verlaut- bart:

Geschützkampf und Erknnöungstättgkeit wäre« ge­stern an ganzer Südwestfront sehr rege.

Vorgestern hat ein starkes italienisches Bombeuge- schwader unsere venctianischcn Flugfelder angegriffe«. Unsere Flieger warfen sich dem Femde entgegen und verhinderten ihn, irgendwelchen Schaden anzurichten.

Albanien. Die von unseren albanischen Kräften vor Wochenfrist anfgenommenen Angriffe zwangen nach vergeblichen Gegenangriffen den Italiener, nordwest­lich und nordöstlich von Berat, seine ersten Linien un­beträchtliches Gelände dahinter auf 30 Kilometer Front- breite p r e t s z n g e b e «. Unsere brave« Truppe«, deren Kampfleistungen um so höher zu bewerte« sind, als ihnen Hitze «nd klimatische Berhältnifle große Müh­sale auferlegen, folgen dem weichende« Gegner.

Der Chef des Generalstabes.

29000 Tonnen versenkt.

Berlin, 1. August. (Amtlich. WTB.) Im Kanal nnb an der Westküste Frantteichs wurden fünf Dampfer aus teilweise stark gesicherten Geleitzügen tzerausgeschosse», zusammen 16 000 BRT.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Berliu, 31. Juli. (Arntlich. WTB.) Auf dem nörd­lichen Kriegsschauplätze versenkten unsere Uvoote 13 000 Brutto- Registertonnen.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Flanke bei und gab auf der ganzen Schlachtfront den Be­fehl, um jeden Preis bis zur völligen Erschöpfung anzu- greifen. Gleichzeitig wurden neuerdings große Massen von Truppen und Geschützen zur geplanten Offensive zwischen Aisne und Marne zusammengezogen. Am 17. Juli abends zählte der Wald von Vrllers-Cotterets mehr Menschen als eine große Stadt. Am kommenden Morgen wurde dann ohne artilleristische Vorbereitung, aber mit Hunderten von Tanks auf der ganzen Linre gleichzeitig angegriffen. Die letzten Vorbereitungen konnten infolge strömenden Gewitterregens rtachts über sicher erfolgen.

Fliegerangriff auf Stuttgart.

In der Nacht auf Mittwoch wurde Stuttgart von feindlichen Fliegern zweimal angegriffen, jedoch nur Ge- biiudeschaden verursacht. Personen sind nicht verletzt worden. Der Feind überflog während der Dunkelheit an verschiedenen Stellen öte Rheinebene und den Schwarzwald und warf auch einige Bomben im Ge­birge ab.

LirbeukeöerMllelmöchleinMriegsjahren

Nahezu 4 Millionen Gefangene.

Berlin, 1. August. (WTB.) Die Zahl -er in den Lagern -er Mittelmächte befinSlichen Gefangene« beträgt bis Ende -es vierten Jahres über 3 800 000 Mann; davon sind allein in Deutschland rund 2 300 000. Das letzte Kriegsjahr hat die Gefangenenzahl um rund 840 000 Mann vermehrt.

Das erbeutete Kriegsmaterial -es vergan­genen Jahres hat -ie bisherige Beute auf folgende un­geheure Zahlen erhöht: Anstelle der bis zum 2. August

-. h. das Viereinhalbfache, während sich Sie Zahl der Fahrzeuge von 10 640 mit einer Erhöhung um 65 000 versiebenfacht hat. An Panzerwagen sind, ungerechnet die vernichteten, 365 in -entsche Hand gefallen, davon allein im letzten Jahre 300. Dazu kommen seit dem 1. August 1917 rund eine Million Gewehre, über sechs Millionen Schutz Artillerie- und 200 Millionen Jnfan- terientttttiiton, rund 3000 Lokomotiven und 28 000 Eisen­bahnwagen.

s ^Mnmiißig gar nicht festzulege« find Sie bei den deutschen Offensiven rm Westen «nd Osten seit einem Jahre den Feinden zugefügten ungeheuren Verluste au e i n g e b a u t e m M a t e r i a l aller Art, Eisen, Beton, M an Baracken, Feldlagern «nd Lazaretten, Pionier­parks, Klerdungs- nnd Ausrüstungsmagazinen, Feld- bahugerat und Brennstoffe«. A«s allem diesem ergibt sich, wie wett die deutsche Heeresleitung ihr Ziel, -ie Schwächung -er Kampfkraft des Verbandes erreicht hat Zugleich ist Sas Volksvermögen -es Verban-es um viele Milliarden Werte verringert worden.

Der Kiewer Mord.

Die Botschaft -es Ukrainischen Hetmaus.

In der vom Hetman der Mraine aus Anlaß der Er- uwrduna des Generalfeldmarschalls v. Eichhorn an das ukrainischen Volkes gerichteten Botschaft heißt es noch- "DEM, der den entschlafenen Feldmarschall nicht kannte, ist es schwer, zu ermessen, welch großer und bitterer Ver-

Edith will nicht heiraten, hat sie erklärt," sagte Frau Bürkner.Der junge Rübe ihr wißt doch, der jetzt das Materialwarengeschäft in unserem Hause hat will sie gern haben. Ich habe so zugeredet, er hat doch Geld; aber nein, sie Hat ihren Kopf für sich, sie will nun mal nicht."

spöttischMe^ks^m hatte Martha zugohört; jetzt lachte sie

Rübe, so ein Name schon! Frau Edith Rübe ich sehe sie schon hinter dem Ladentisch stehen und He­ringe verkaufen, brrr! Vielleicht hat sie eine unglück­liche Liebe? Denn sonst schlägt man doch ohne Grund solche glänzende Partie nicht aus."

Marthas Worte waren voller Hohn.

Verwundert fragend sah Frau Bürkner ihre Nichte an, die bestätigend nickte.

Glaube es mir nur, Tante, ich weiß es positiv. Edith hatte ein Auge auf Lucian geworfen, als er noch bei euch wohnte."

Da irrst Du, Martha; da müßte ich doch auch et­was davon gemerkt haben. Sie hat gar nicht daran gedacht."

Das weiß ich zufällig besser, liebe Tante! Mein Verlobter hat es mir ja selbst erzählt. Darum ist er auch ausgezogen, weil ihm dieses Bewußtsein peinlich war."

Ist das wirklich wahr?"

Fast hilflos starrte Frau Bürkner in das Gesicht Marthas, das von einem häßlichen Zug entstellt war.

Würde ich es sonst sagen? Frage Edith doch selb - wenn Du mir nicht glaubst! Die Eltern wissen es auch."

Diese nickten bekräftigend, aber Frau Bürkner schüt­telte nur ungläubig den Kopf. Sie konnte das soeben Gehörte gar nicht fassen. Ihre Edith nein, nein, das war hoch unmöglich!

lust das für die Ukraine ist. Generalfeldmarschall vB Eichborrr war ein anfrichtiger un- überzeugter Anhäm ger des ukrainischen Volkes. Sein Ziel war die Schöp« fung eines selbständigen ukrainischen Staates. Erkenn nend die unerschöpflichen schöpferischen Kräfte in um serm Volke, freute er sich der ruhmvollen Zukunft, die die Ukraine zu erwarten hat, und unterstützte mit alten Mästen die Idee eines ukrainischen Staates selbst denen gegenüber, die an sie nicht so recht glauben woll^ ten. Frreden werde Dir, Du großer und herrlicher Krieger! Wie Dein Ruhm als Feldherr nicht sterben wird in den Herzen des deutschen Volkes, so wird auch Deine überzeugungsvolle Arbeit zum Wohle der Ukraine eine tiefe Spur hinterlassen in unseren Herzen und nie verlöschen in den Blättern ukrainischer Ge­schichte. Der einzige Trost im schweren Leid, das übei iins hereingebrochen ist, ist der, daß diese schmachvolle Missetat nicht von einem Sohne der Ukraine, sondern von einem Fremden, der Ukraine und ihren Bundes­genossen feindlich Gesinnten, vollbracht worden ist."

Telegrammwechsel zwischen Hetman und Kaiser.

An den deutschen Kaiser hat der Hetma« gleich nach dem Attentat folgendes Telegramm gesandt:

Es fehlen mir die Worte, um Ew. Majestät meiner tiefsten Empörung auszudrücken im Hinblick auf das feige Attentat, das auf den Generalfeldmarschall v. Eich­horn von den Feinden Deutschlands «nd -er Ukraine verübt worden ist. Das -em Deutschen Reiche dankbare ukrainische Volk, das den Feldmarschall v. Eichhorn als den edelsten Beschützer seines entstehenden StaatswesenZ verehrt, bittet den Allmächtigen um die schnelle Wieder­herstellung seiner Gesundheit. Ew. Kaiserlichen und Königlichen Majestät wollen mir allergnädigst gestatten, gleichzeitig im Namen der ukrainischen Regierung und des ukrainischen Volkes unserm tiefen Schmerz über dies fluchwürdige Verbrechen Ausdruck zu geben."

Der Kaiser hat darauf geantwortet:

Ew. Exzellenz danke ich aufrichtig für die Teil­nahme, die Sie mir seitens der ukrainischen Regierung und des ukrainischen Volkes anläßlich des fluchwürdigen Verbrechens ausgesprochen haben, das feige Mordge­sellen an meinem Generalfeldmarschall v. Eichhorn ver­übt haben. Die Gewissenlosigkeit unserer Feinde, die zugleich die Feinde von Rub Ukraine sind, scheut nicht vor öl ______________________

zurück, ihre dunklen Pläne zu verwirklichen. Ich hoffe, daß es gelingen wird, die Täter und ihre Hintermänner zur verdienten Bestrafung zu bringen."

e und Ordnung in der en verderblichsten Mittelst

Der deutsche Botschafter in der Ukraine, Freiherr von Mumm, empfing mehrere ukrainische Abordnungen, welche ihren Abscheu über das Attentat ausdrückterr. Graf Rakowski. der Vorsitzende der russischen Friedensöele- gation in Kiew, sprach im Namen der Bolschewicki seine Teilnahme aus. In der Privatkapelle des Hetman- Palastes fand eine Tranerfeier für die Ermordeten statt.

Vranting nimmt die Mörder in Schutz.

^ Stockholm, 2. August. (T. U.) Die hiesige Presse verurteilt einstimmig den Kiewer Mord und führt aus, daß die geschleuderte Bombe am allerwenig­sten der Persönlichkeit v. Eichhorns gegolten habe. Das führende Stockholms Daabladet meint, man müsse an­nehmen, daß hinter dem Attentat die Entente stehe. Die im Fahrwasser der Entente segelnden liberalen Dagens Nyheter schreiben, daß v. Eichhorn keineswegs seinen

rechts und links bringt einzig und allein Brautings Sozialdemokrat", der den traurigen Mut hat, die Mörder in Schutz zu nehmen. Das Blatt sagt, v. Eich­horn habe in der brutalsten Form gesucht, den Groß­grundbesitz wieder aufzurichten. Die Kiewer Tat müsse daher als eine Selbstverteidigung, begonnen in der wahnwitzigen Verzweiflung eines Volkes, das von der Hand des Eroberers in Fesseln geschlagen wurde, be­trachtet werden.

Vranting hat vor einiger Zeit erklären lassen, er betrachte es als seine Lebensaufgabe, Schwedens Sym­pathien für die Entente wiederzuerwecken.

Die linken Sozialrevolutionäre.

Billigung der Attentate durch eine Konferenz.

Auf eine Konferenz der linken Sozialrevolutionäre am 28. Juli kam es, wie die Prawöa meldet: zu hef­tigen stürmischen Debatten, in deren Verlauf zwei Re­solutionen angenommen wurden. Die eine brächte Bi- zenko ein, die voll und ganz die Taktik des Zentralkomi­tees der Partei, insbesondere auch die Frage der Ermor­dung -es Grafen Mirbach, billigt und den Kommu­nisten den offenen Krieg in den Räten erklärt. Den Par­teimitgliedern wird empfohlen, in alle Ratsinstitutio- nen einzudringen, um dort ihre Taktik durchzuführen.

Ach ja, Tante, heute ist doch wohl Abiturierrten- examen im Gymnasium gewesen? Wie ist's denn ver­laufen?" fragte Martha, sich vor dem Spiegel drehend. Hat Thankmar bestanden? Du sagst ja gar nichts. Er ist wohl durchgefallen?"

Frau Bürkner holte tief Atem; nun kam das Schwerste, weswegen sie gekommen war für ihren Thankmar, ihren Abgott, zu bitten!

Nein, was Du denkst, Marthchen! Er hat bestan­den,- er ist sogar vom Mündlichen dispensiert!"

Da gratuliere ich schön, Tante! Ihr habt euch ge­wiß gefreut!"

Ja, sehr!"

Eine Pause trat ein, in der jeder mit seinen Ge­danken beschäftigt war.

Hildebrandt beobachtete seine Schwester. Er ahnte, was jetzt kommen würde, da sie so unsicher von einem zum anderen blickte und nach einem geschickten Anfang suchte.

Na, er wollte ihr schon zu Hilfe kommen,- aber dann sollte sie auch mal seine Ansicht über denverrückten Bengel" hören!

Ich muß jetzt gehen," sagte Martha,also adieu denn! Vielleicht bringe ich Lucian mit zu Tische! Grüß« Thankmar von mir, Tante, und ich ließe ihm gratu- lieren."

Damit rauschte sie hinaus.

Was wollt ihr denn nun euren Jungen werden lassen? 's ist doch höchste Zeit, daß iHr euch entschließt/ sagte Hildebrandt zu seiner Schwester, indem er sich räusperte und die Halsbinde lockerte.

Jetzt wollte er seinem Herzen mal Luft machen.

Du weißt doch, Bruder, er möchte gern Arz werden."

Stockend und mühsam kam das aus dem Munde öei verschüchterten Frau, die dabei verlegen die Augen ute-

erschlug. lForttetzuna UM)